Die Grafik des Deutschen Aktienindex DAX an der Börse

Berliner Sprachlern-Anbieter Babbel peilt Börsengang an

Das Vorhaben sei noch in diesem Jahr geplant, teilte Babbel am Dienstag mit. “Wir stemmen den ersten Börsengang eines auf Bildung fokussierten Technologieunternehmens in Deutschland”, sagte Firmenchef Arne Schepker der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, dabei mindestens 180 Millionen Euro einzusammeln. Insidern zufolge könnte die 2007 gegründete Firma bei der Neuemission auf einen Wert zwischen einer und zwei Milliarde Euro kommen.

Babbel beendet mit der Ankündigung die Sommerpause an der Frankfurter Börse, vor der bereits mehr als 15 Unternehmen in diesem Jahr den Sprung auf das Parkett geschafft und damit zusammen mehr als neun Milliarden Euro eingesammelt hatten. Dazu gehörte unter anderen der Online-Brillenversand Mister Spex aus der Hauptstadt.

Spätestens seit der Corona-Krise, die viele Schüler und Studenten an den heimischen Schreibtisch zwang, sind Lern-Startups gefragt. Babbel setzte im vergangenen Jahr rund 147 Millionen Euro um und kam von Januar bis Juni auf ein Plus von 18 Prozent auf 83 Millionen Euro. Der große Babbel-Konkurrent aus den USA, Duolingo, der rund 40 Millionen aktive Nutzer monatlich zählt, feierte im Juli ein fulminantes Börsendebüt an der Wall Street und wurde mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Die Lernplattform GoStudent sammelte 205 Millionen Euro bei Investoren wie der japanischen Softbank und der chinesischen Tencent ein und wird seither mit mehr als 1,4 Milliarden Euro bewertet.

Unter der Marke “Babbel” – abgeleitet vom hessischen Dialektwort für sprechen – bietet das Unternehmen in seiner App auf Abo-Basis Sprachkurse, Vokabel- und Rechtschreib-Tests in 15 Sprachen an. Zudem investierte Babbel bereits in eine Sprachreiseplattform und neue Lernmethoden wie Podcasts und Live-Tutoring-Klassen durch Muttersprachler. Mit den Einnahmen aus dem von BNP Paribas und Morgan Stanley begleiteten Börsengang will das Unternehmen sein Angebot unter anderem weiter ausbauen. “Wir sehen auch großes Potenzial im Firmenkundengeschäft. Zudem wollen wir weiter in den USA expandieren. Dort sind wir eins der wenigen Startups aus Deutschland, das dort erfolgreich ist”, sagte Schepker.