Toyota verdoppelt Betriebsgewinn im Schlussquartal beinahe

Das operative Ergebnis verdoppelte sich im Schlussquartal des Ende März abgelaufenen Geschäftsjahres 2020/2021 fast, wie der weltgrößte Autokonzern am Mittwoch mitteilte. Der Betriebsgewinn lag im Zeitraum Januar bis März bei knapp 690 Milliarden Yen (umgerechnet 5,2 Milliarden Euro). Damit übertraf Toyota die Erwartungen von Analysten, die mit rund 642 Milliarden Yen gerechnet hatten.

Der Hersteller des SUV RAV4 und des Hybridautos Prius lieferte im abgelaufenen Geschäftsjahr konzernweit 9,9 Millionen Fahrzeuge aus. 2021 soll der Absatz auf 10,55 Millionen Einheiten steigern. Der größte japanische Autobauer ist dank des asiatischen Marktes besser durch die Corona-Krise gekommen und hatte 2020 erstmals seit fünf Jahren den deutschen Rivalen Volkswagen von der Weltmarktspitze verdrängt.

 

Weniger Risikokosten – VW-Finanzsparte mit Gewinnsprung

Im ersten Quartal erhöhte sich das operative Ergebnis um knapp 39 Prozent auf 908 Millionen Euro, wie der Absatzfinanzierer des Wolfsburger Konzerns am Montag mitteilte. Dazu beigetragen habe auch ein stetig wachsender Vertragsbestand. Für das Gesamtjahr blieb die VW-Finanzsparte aber bei ihrer bisherigen Prognose: Wegen der durch die Corona-Pandemie noch nicht abzuschätzenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werde weiterhin mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet. Das operative Ergebnis war 2020 um fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro geschrumpft.

Im ersten Quartal musste Volkswagen Financial Services in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang der Neuverträge um 17,6 Prozent hinnehmen, was die Firma mit Sitz in Braunschweig auf Corona-Beschränkungen zurückführte. Dagegen konnte die Zahl der Neuverträge in China um 54 Prozent, in Italien um rund 53 und in den USA um 19 Prozent gesteigert werden. Insgesamt haben sich die Vertragszugänge gegenüber dem Vorjahreszeitrum demnach um zwei Prozent auf 1,9 Millionen Stück erhöht. Der Vertragsbestand beläuft sich auf 21,9 Millionen Verträge, ein Plus von 1,3 Prozent.

 

BMW stellt sich auf steigende Rohstoffpreise ein

Die Nachfrage nach Autos sei hoch, insbesondere in China, und die Kunden seien bereit, höhere Preise zu zahlen. Finanzvorstand Nicolas Peter sagte am Freitag eine deutliche Steigerung des Vorsteuergewinns voraus. Allerdings dürften vor allem in der zweiten Jahreshälfte die steigenden Notierungen für Stahl, Rhodium oder Palladium zu Buche schlagen, die derzeit auf Rekordniveau liegen. Zudem sei die Versorgungslage bei Speicherchips sehr angespannt. “Wir können für das zweite Quartal nicht davon ausgehen, dass wir ganz ungeschoren davonkommen”, räumte BMW-Chef Oliver Zipse ein.

Anders als die meisten anderen Autobauer weltweit war BMW bislang kaum von Produktionsunterbrechungen betroffen. Lediglich bei Mini in Großbritannien und in Regensburg standen die Bänder wenige Tage still – Volkswagen dagegen musste die Produktion wiederholt drosseln und Kurzarbeit anmelden. Zipse führt das vergleichsweise gute Abschneiden seines Unternehmens darauf zurück, dass BMW traditionell enge Beziehungen zu seinen Lieferanten über mehrere Lieferstufen hinein führe. Zudem habe BMW seine Produktionsplanung für 2021 nach Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr nicht maßgeblich reduziert.

Weltweit haben die Autobauer mit Engpässen bei Chips zu kämpfen, weil die Lieferanten seit Ausbruch der Corona-Krise vorrangig Computerhersteller und Anbieter von Unterhaltungselektronik bedienen. Als sich die Pkw-Nachfrage Ende 2020 schneller vom Corona-Schock erholte als erwartet und die Autoindustrie dringend Halbleiter benötigte, waren die Kapazitäten bereits vergeben. Eine schnelle Entspannung wird in der Branche nicht erwartet; Continental etwa rechnet erst für das zweite Halbjahr mit einem Nachlassen der Engpässe. Zipse geht sogar davon aus, dass es wohl zwölf bis 24 Monate dauern werde, bis die Geschäfte wieder normal liefen.

KUNDEN NEHMEN HÖHERE VERKAUFSPREISE HIN

Im ersten Quartal profitierten die Münchner von einer starken Nachfrage in China und höheren Verkaufspreisen. Dazu kamen gute Geschäfte mit Leasing-Rückläufern in den USA. Der Konzernumsatz stieg um 15,2 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente BMW mit 2,8 Milliarden Euro fast fünfmal so viel wie im vom Ausbruch der Corona-Pandemie besonders betroffenen ersten Quartal 2020. Aufwärts ging es insbesondere bei Elektroautos und Plug-In-Hybriden, wo sich der Absatz verdoppelte.

Für das laufende Jahr rechnet Zipse damit, dass die Auslieferungen von Fahrzeugen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce solide über dem Vorjahresniveau liegen. Die Gewinnmarge im Autogeschäft dürfte sich deutlich erholen und am oberen Ende des Korridors von sechs bis acht Prozent herauskommen. “Den Ausblick des Vorstands halten wir für sehr konservativ”, schrieb Frank Schwope, Analyst bei der NordLB. “Ein Übertreffen des ausgegebenen Margen-Ziels käme nicht überraschend.”

Mit einem Plus von 1,9 Prozent lag die BMW-Aktie etwas besser als der Dax. BMW habe von den deutschen Autobauern das stärkste erste Quartal geschafft, sagte Moody’s-Analyst Matthias Heck. Audi steigerte seinen Umsatz im gleichen Zeitraum um 1,6 Prozent auf 14 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn schnellte auf 1,4 Milliarden Euro nach oben und lag damit fast Hundertmal so hoch wie vor Jahresfrist. Die Marke VW bekommt dagegen die Chip-Krise zu spüren und behält ihre vorsichtige Prognose bei.

 

Marke VW bekommt Chipkrise zu spüren – Ausblick bleibt vorsichtig

Die nach Absatz größte Marke der Wolfsburger Autogruppe behält ihre vorsichtige Prognose einer operativen Rendite zwischen drei und vier Prozent deshalb bei. VW begründete dies am Freitag bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal mit fehlenden Computerchips und Elektronikbauteilen. Dies hatte schon in den vergangenen Wochen zu Produktionsausfällen geführt. “Die Auswirkungen werden wir vermehrt im zweiten Quartal sehen”, sagte ein Sprecher. Der Konzern hingegen hatte seine Prognose leicht angehoben und stellt nun bis zu sieben Prozent Marge in Aussicht.

Die Marke mit dem VW-Logo, die für ein Drittel des Konzernabsatzes steht, benötigt besonders viele Chips. Angaben über die Höhe der erwarteten Belastungen macht VW nicht. Konzernchef Herbert Diess hatte an Vortag gesagt, das Management sei mit Halbleiterkonzernen wie Infineon und Intel in Kontakt, um für die kommenden Jahre mehr Kapazitäten zu bekommen. Dafür seien Investitionen erforderlich, man arbeite an einem Plan. Bis die Versorgungsprobleme behoben seien, werde aber noch einige Zeit vergehen.

In der Branche gehen viele davon aus, dass die Lieferung von Bauteilen erst im nächsten Jahr wieder reibungslos läuft. Volkswagen hat trotz des weltweiten Chipmangels inmitten der Pandemie eines der besten ersten Quartale seiner Geschichte eingefahren. Der Gewinn stieg vor allem, weil die Ertragsstützen Porsche und Audi und die Luxusmarken Bentley, Lamborghini und Bugatti ihre Auslieferungen teils deutlich steigerten.

 

Chip-Knappheit kommt Volkswagen in die Quere

– von Jan Schwartz

Europas größter Autobauer erzielte im Auftaktquartal operativ zwar einen der höchsten Gewinne in seiner Geschichte, rechnet für die laufenden Monate aber mit erheblich mehr Gegenwind. Die Unterversorgung mit Halbleitern in der gesamten Industrie werde im zweiten Quartal “deutlichere Auswirkungen haben als bisher” und den Gewinn belasten, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz am Donnerstag bei der Präsentation der Zwischenbilanz. Die Produktion von E-Autos sei von dem Mangel bisher weitgehend unbeeinflusst, ergänzte Konzernchef Herbert Diess bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Er könne aber nicht ausschließen, dass es dort ebenfalls zu Engpässen komme.

Wegen fehlender Chips und anderen elektronischen Teilen hatte Volkswagen in den vergangenen Wochen wiederholt die Produktion drosseln und Kurzarbeit anmelden müssen. Weltweit haben die Autobauer damit zu kämpfen, weil die Lieferanten seit Ausbruch der Corona-Krise vorrangig Computerhersteller und Anbieter von Unterhaltungselektronik bedienen. Als sich die Pkw-Nachfrage Ende 2020 schneller als erwartet erholte und die Autoindustrie dringend Chips benötigte, waren die Kapazitäten bereits vergeben. Auch der Autozulieferer Continental, von dem Volkswagen viele Teile bezieht, rechnet erst für das zweite Halbjahr mit einem Nachlassen der Lieferengpässe: “Wir sehen, dass das zweite Quartal wahrscheinlich der Höhepunkt der Knappheit ist und es dann besser werden wird”, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer.

Diess erklärte den akuten Mangel damit, dass während des Wintersturms in den USA mehrere Halbleiterfabriken ausfielen und ein Brand beim japanischen Hersteller Renesas die Lage verschärfte. Volkswagen führe mit Lieferanten Gespräche, um die Versorgung abzusichern. Außerdem sei der Konzern mit großen Halbleiterkonzernen wie Infineon und Intel in Kontakt, um für die kommenden Jahre mehr Kapazitäten zu bekommen. Dafür seien Investitionen erforderlich, man arbeite an einem Plan. Bis die Versorgungsprobleme behoben seien, werde noch einige Zeit vergehen. In der Branche gehen viele davon aus, dass die Lieferung von Computerbauteilen erst im nächsten Jahr wieder reibungslos läuft.

EINEN TICK OPTIMISTISCHER

Der Wolfsburger Autoriese schöpft wegen der gestiegenen Pkw-Nachfrage denn auch nur vorsichtig Hoffnung. Obwohl sich das operative Ergebnis im ersten Quartal auf 4,8 Milliarden Euro verfünffachte und die Orderbücher voll sind, traut sich Volkswagen nur eine kleine Anhebung des Ausblicks zu. Statt einer operativen Rendite am oberen Ende der Spanne zwischen fünf und 6,5 Prozent werden nun bis zu sieben Prozent in Aussicht gestellt. Im Zeitraum Januar bis März lag die Gewinnmarge des Konzerns mit 7,7 Prozent oberhalb dieses Korridors, nach mageren 1,6 Prozent vor einem Jahr.

Diess gab sich zuversichtlich: “Wir sind mit viel Momentum ins Jahr gestartet und operativ stark unterwegs”, erklärte er. Die Offensive bei E-Autos nehme weiter Fahrt auf und bei der Transformation komme Volkswagen gut voran. “Im weiteren Jahresverlauf ist noch viel von uns zu erwarten.” An der Börse konnte er damit nur zeitweise punkten. Nach anfänglichen Kursgewinnen drehte die VW-Aktie ins Minus.

LUXUSAUTOS GEFRAGT

Zu dem starken Jahresstart trug vor allem die rasante Erholung in China bei, wo die Auslieferungen nach dem Stillstand zu Beginn des vergangenen Jahres um 61 Prozent kletterten. Weltweit schlug Volkswagen im ersten Quartal mit 2,4 Millionen Fahrzeugen ein Fünftel mehr Fahrzeuge los als vor Jahresfrist. Vor allem die Ertragsstützen Porsche und Audi und die Luxusmarken Bentley, Lamborghini und Bugatti steigerten ihre Auslieferungen teils deutlich. Das robuste Geschäft ließ auch den Mittelzufluss anschwellen. Der Netto-Cash-Flow im Autogeschäft übertraf mit 4,7 Milliarden Euro das erste Quartal des Vorkrisenjahres 2019 um mehr als das Doppelte. Die Liquidität verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Drittel auf rund 29,7 Milliarden Euro.

Damit dürften die ehrgeizigen Investitionspläne für den Umbau zu einem Mobilitäts- und Technologieunternehmen, das neben Elektroautos auch selbstfahrende Fahrzeuge und damit verbundene Dienste anbietet, fürs Erste gesichert sein. Diess sagte, er sei sicher, dass Volkswagen die Transformation aus dem Cash-Flow bestreiten könne. Der Frage nach einem möglichen Börsengang der Ertragsperle Porsche, die im ersten Quartal mit einer Rendite von 16,7 Prozent glänzte, wich er aus. Diess hat mehrfach erklärt, dass der diesbezüglich keinen akuten Handlungsbedarf sieht.