Deutschland und Norwegen wollen Nato-Schutz für Gasinfrastruktur

Berlin (Reuters) – Deutschland und Norwegen wollen die Nato bitten, sich verstärkt um den Schutz von Gasinfrastruktur-Anlagen zu kümmern.

Das kündigten Kanzler Olaf Scholz und Ministerpräsident Jonas Gahr Store in Berlin am Mittwoch an. Dabei soll es vor allem um Unterwasser-Einrichtungen wie Pipelines gehen. Hintergrund ist der Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipeline in der Ostsee. “Pipelines, Telefonkabel, Internetverbindungen sind Lebensadern für unsere Staaten und müssen ganz besonders gesichert werden”, sagte Scholz.

Der ebenfalls aus Norwegen stammende Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg reagierte positiv: “Ich begrüße den gemeinsamen Vorschlag Deutschlands und Norwegens für ein Nato-Zentrum zur Überwachung der Offshore-Infrastruktur sehr.” Die Nato arbeite seit vielen Jahren an der Sicherung der unterseeischen Infrastruktur. “Wir haben unsere Bemühungen nach der jüngsten Sabotage der Nord-Stream-Pipelines verstärkt, und es ist von entscheidender Bedeutung, noch mehr zu tun, um sicherzustellen, dass unsere Offshore-Infrastruktur auch in Zukunft vor zerstörerischen Angriffen geschützt ist.”

Store sagte, dass es im Sommer in Norwegen verstärkte Aktivitäten mit Drohnen nahe der Gas-Bohrinseln gegeben habe. Die Polizei habe einzelne russische Bürger verhaftet, die Drohnen eingesetzt hätten. Mittlerweile gebe es aber kaum noch derartige Vorfälle.

(Bericht von Andreas Rinke, Terje Solsvik, Sabine Siebold; redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Uniper will von Gazprom Schadenersatz in Milliardenhöhe

Düsseldorf (Reuters) – Der vor der Verstaatlichung stehende Düsseldorfer Versorger Uniper will vom russischen Gazprom-Konzern<GAZA.MM> wegen ausbleibender Gaslieferungen Schadenersatz in Milliardenhöhe einklagen.

“Uniper hat ein Schiedsgerichtsverfahren eingeleitet”, sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach am Mittwoch vor Journalisten in Düsseldorf. Die Gasersatzkosten beliefen sich auf bislang 11,6 Milliarden Euro. Diese Summe werde bis Ende 2024 weiter ansteigen. Das Verfahren solle vor einem internationalen Schiedsgericht in Stockholm stattfinden und nach Schweizer Recht verhandeln, sagte Maubach. Gazprom lehnte dies postwendend ab. Der russische Energieriese habe keine Verträge gebrochen und erkenne die Rechtsposition Unipers nicht an.

Damit ist unklar, ob ein Verfahren überhaupt stattfindet. Ob es zustande komme, hänge auch von der Bereitschaft Gazproms ab, hatte Maubach erklärt. Beide Seiten müssten sich auf einen Schiedsrichter einigen. Es handele sich um ein privatwirtschaftliches Schiedsverfahren, wie es in vielen Industrien in ähnlicher Weise stattfinde. Maubach betonte, dass Uniper notfalls auch vor Gerichte in Deutschland ziehen werde. “Wir verfolgen diese Verfahren mit aller gebotenen Härte. Das sind wir unseren Aktionären, unseren Mitarbeitern und den Steuerzahlern schuldig.”

VEREINBARUNG ZUM VERKAUF VON UNIPRO FEHLT GENEHMIGUNG

Uniper macht seit Monaten hohe Verluste, weil der Konzern teuren Ersatz für ausbleibende Gaslieferungen aus Russland besorgen muss. In den ersten neun Monaten diese Jahres hatten die Düsseldorfer ein Minus von 40 Milliarden Euro angehäuft. Nun soll der Staat das Unternehmen übernehmen. Er hat ein milliardenschweres Hilfspaket geschnürt. “Wir werden und wollen unsere Kredite zurückzahlen”, betonte Maubach. Im Jahr 2025 strebe Uniper wieder schwarze Zahlen an. Frühestens dann werde auch ein Ausstieg des Staates ein Thema. “Exit ist das Ziel der Bundesregierung.” Über die Verstaatlichung sollen die Aktionäre am 19. Dezember auf einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden. Auch die EU-Kommission muss noch grünes Licht geben. Maubach geht davon aus, dass es dafür Auflagen geben wird.

Er kündigte zudem an, dass Uniper seine russische Tochter Unipro soweit wie möglich vom Rest des Konzerns trennen werde. Finanzströme und IT-Systeme seien bereits abgekapselt worden. Die Tochter mit rund 5000 Mitarbeitern stehe weiter zum Verkauf. Es sei im September eine Transaktion mit einem inländischen Käufer vereinbart worden. Die politische Genehmigung dafür stehe noch aus und sei unsicher. Die Erfolgsaussichten für einen Abschluss seien gering.

(Bericht von Tom Käckenhoff, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Uniper rechnet mit rascher Inbetriebnahme von LNG-Terminal

Köln (Reuters) – Der Energiekonzern Uniper will noch in diesem Jahr den schwimmenden Flüssiggas(LNG)-Terminal in Wilhelmshaven in Betrieb nehmen.

Nur besonders schlechtes Wetter könne noch einen Strich durch die Rechnung machen, sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach am Mittwoch auf einer Konferenz des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI). LNG spielt eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen der Bundesregierung, Gaslieferungen aus Russland zu ersetzen. Am Dienstag hatten der US-Energieriese ConocoPhillips und QatarEnergy eine Vereinbarung zur Lieferung von Flüssiggas nach Deutschland unterzeichnet. Dies sei dank der Größe von ConocoPhillips möglich gewesen, sagte Maubach. Konzerne dieser Größe gebe es in Deutschland nicht.

(Bericht von Vera Eckert, bearbeitet von Tom Käckenhoff, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Scholz lobt Gasvertrag mit Katar als Baustein für Versorgungssicherheit

Berlin (Reuters) – Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Abschluss eines Abkommens zu Gaslieferungen aus Katar nach Deutschland begrüßt.

“Ich bin froh über die Vereinbarung mit Katar”, sagte Scholz am Dienstagabend in Berlin. Man werde “Stück für Stück” neue Lieferverträge mit Ländern schließen, sagte er auf die Frage, ob das Volumen der Lieferungen nicht sehr klein sei. Die Regierung werde dafür sorgen, dass man mit Blick auf die Versorgungssicherheit viele Verträge mit vielen Ländern bekomme. Der Abschluss mit Katar sei ein weiterer Baustein sagte Scholz, der auch die lange Laufzeit des Vertrages lobte.

QatarEnergy zufolge wurde mit dem US-Energiekonzern ConocoPhillips ein langfristiger Vertrag zur Lieferung von Flüssigerdgas nach Deutschland unterzeichnet. Danach sollen ab 2026 jährlich zwei Millionen Tonnen LNG nach Deutschland gebracht werden. Die nun vereinbarte Menge entspricht knapp drei Prozent des durchschnittlichen Jahresverbrauchs an Gas in Deutschland.

(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Merz kritisiert Gas-Vertrag mit Katar – Menge ist viel zu gering

Doha/Berlin (Reuters) – Die Union kritisiert den Abschluss eines Liefervertrages von Flüssiggas aus Katar als unzureichend.

“Das ist erstens sehr spät, löst keines der aktuellen Probleme und zweitens von der Menge so gering, dass es im Grund genommen gar nicht weiter auffällt”, sagte CDU-Chef Friedrich Merz am Dienstag von der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Die Reise von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in den Golfstaat habe sich kaum gelohnt. Die vereinbarte Menge von jährlich zwei Millionen Tonnen LNG ab 2026 sei so gering, “da hätte die Reise eines Abteilungsleiters gereicht”. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt verwies darauf, dass es seltsam sei, dass nun ein amerikanisches Unternehmen den Deal abwickele. Möglicherweise habe die Bundesregierung mit dem Abschluss überhaupt nichts zu tun.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich begrüßte die Vereinbarung, äußerte aber indirekt Kritik an den Grünen. Die SPD habe immer gesagt, dass man Gas als Übergangstechnologie brauche – “scheinbar lernen andere davon”. Die Grünen hatten neue Gasimporte kritisch gesehen. Alle hätten zudem von Anfang an gewusst, dass ein Land wie Katar ebenso wie Aserbaidschan keine weiße Weste bei Menschenrechten hätten. Deshalb sei die Fokussierung der Kritik auf ein Land wohlfeil gewesen, sagte er in Anspielung auf Russland.

QatarEnergy zufolge wurde mit dem US-Energiekonzern ConocoPhillips ein langfristiger Vertrag zur Lieferung von Flüssiggas nach Deutschland unterzeichnet. Danach sollen ab 2026 jährlich zwei Millionen Tonnen LNG nach Deutschland gebracht werden. Die nun vereinbarte Menge entspricht knapp drei Prozent des durchschnittlichen Jahresverbrauchs an Gas in Deutschland.

(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Katar liefert Flüssiggas nach Deutschland

Doha/Berlin (Reuters) – Deutschland erhält Flüssiggas (LNG) aus Katar: Ab 2026 sollen jährlich zwei Millionen Tonnen LNG nach Deutschland gebracht werden.

Katar wolle zur Energiesicherheit in Deutschland beitragen, teilte der katarische Energieminsiter Saad al-Kaabi, am Dienstag mit. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck begrüßte die Vereinbarung. Er hatte sich bei einem Besuch im März in Katar direkt für LNG-Lieferungen eingesetzt. QatarEnergy zufolge wurde mit dem US-Energiekonzern ConocoPhillips ein langfristiger Vertrag zur Lieferung von Flüssiggas nach Deutschland unterzeichnet. Das Gas solle an den geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel geliefert werden. Mit deutschen Unternehmen liefen weitere Gespräche über LNG-Lieferungen. Die nun vereinbarte Menge entspricht knapp drei Prozent des durchschnittlichen Jahresverbrauchs an Gas in Deutschland.

Habeck betonte, er halte den auf 15 Jahre angelegten Liefervertrag für einen guten Zeitrahmen. “15 Jahre ist super”, sagte der Minister. Es hätte auch längere Verträge geben können. Wegen der geplanten Klimaneutralität in Deutschland ab 2045 müssten die Mengen hinten heraus aber immer geringer werden. Spätestens ab 2040 müsse der Gasverbrauch sinken und andere Energieformen dominant werden. Zu konkreten Details des Deals wollte er sich nicht äußern. Es sollten die günstigsten Angebote auf dem Weltmarkt eingekauft werden. “Das schließt Katar mit ein, ist aber auch nicht der einzige Anbieter auf dem Weltmarkt.”

LNG SOLL GAS AUS RUSSLAND MIT ERSETZEN

LNG spielt eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen Deutschlands, die ausfallenden Gasmengen aus Russland zu ersetzen. Unternehmen wie RWE und Uniper sondieren dazu ebenfalls Möglichkeiten in Katar. Zudem sind sie an dem Aufbau von LNG-Terminals in Norddeutschland beteiligt. In den nächsten Jahren sollen mehrere schwimmende Terminals in Betrieb gehen.

Deutschland sei der größte Gasmarkt in Europa, erklärte Al-Kaabi, der auch Chef von QatarEnergy ist, auf einer Pressekonferenz mit ConocoPhillips-Chef Ryan Lance. Das Gas aus Katar werde von einem Tochterunternehmen von ConocoPhillips erworben und per Schiff nach Deutschland transportiert. “Wir arbeiten mit anderen Unternehmen daran – RWE, Uniper und anderen –, um größere Mengen nach Deutschland zu bringen”, sagte Al-Kaabi der “Bild”-Zeitung zufolge. “Wir werden so viel liefern, wie wir Aufträge bekommen.” Auf die Frage, ob es eine Höchstmenge gebe, habe er entgegnet: “Nicht wirklich.” Katar hatte erst vor wenigen Tagen eine Vereinbarung mit dem chinesischen Konzern Sinopec über LNG-Lieferungen vereinbart. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von 27 Jahren.

Der Branchenverband “Zukunft Gas” begrüßte die Vereinbarung. “Das Abkommen zwischen QatarEnergy und ConocoPhilipps ist ein wichtiger erster Schritt auf einer langen Reise zur Diversifikation unserer Gasversorgung”, sagte Vorstand

Timm Kehler. Positiv sei, dass mit den langfristigen Lieferungen über 15 Jahre ab 2026 eine gute Perspektive für die landbasierten Terminals eröffnet werde. Es dürfe nicht nur auf die kurzfristige Versorgung über die schwimmenden Terminals geblickt werden. “Jedes zusätzliche Angebot erhöht die Versorgungssicherheit. Langfristige Lieferverträge stabilisieren das Gesamtsystem”, erklärte die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae. Der Vertrag ersetze etwa sechs Prozent der russischen Gaslieferungen 2021 in Höhe von 46 Milliarden Kubikmetern. Ein Gasexperte des Marktforschungsunternehmens ICIS, Andreas Schröder, verwies darauf, dass Deutschland auch noch für die Jahre 2023 und 2024 LNG-Lieferungen vereinbaren müsse. Ansonsten sei Deutschland auf die stark schwankenden Spotmärkte angewiesen.

(Bericht Maha El Dahan, Andrew Mills, Nadine Awadalla, Christian Krämer; bearbeitet von Tom Käckenhoff; redigiert von Olaf Brenner; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Katar liefert Flüssiggas nach Deutschland

Doha/Berlin (Reuters) – Deutschland erhält Flüssiggas (LNG) aus Katar: Ab 2026 sollen jährlich zwei Millionen Tonnen LNG nach Deutschland gebracht werden.

Katar wolle zur Energiesicherheit in Deutschland beitragen, teilte der Chef von QatarEnergy, Saad al-Kaabi, am Dienstag mit. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck begrüßte die Vereinbarung. Er hatte sich bei einem Besuch im März in Katar direkt für LNG-Lieferungen eingesetzt. QatarEnergy zufolge wurde mit dem US-Energiekonzern ConocoPhillips ein langfristiger Vertrag zur Lieferung von Flüssiggas nach Deutschland unterzeichnet. Das Gas solle an den geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel geliefert werden. Mit deutschen Unternehmen liefen weitere Gespräche über LNG-Lieferungen. Die nun vereinbarte Menge entspricht knapp drei Prozent des durchschnittlichen Jahresverbrauchs an Gas in Deutschland.

Habeck betonte, er halte den auf 15 Jahre angelegten Liefervertrag für einen guten Zeitrahmen. “15 Jahre ist super”, sagte der Minister. Es hätte auch längere Verträge geben können. Wegen der geplanten Klimaneutralität in Deutschland ab 2045 müssten die Mengen hinten heraus aber immer geringer werden. Spätestens ab 2040 müsse der Gasverbrauch sinken und andere Energieformen dominant werden. Zu konkreten Details des Deals wollte er sich nicht äußern. Es sollten die günstigsten Angebote auf dem Weltmarkt eingekauft werden. “Das schließt Katar mit ein, ist aber auch nicht der einzige Anbieter auf dem Weltmarkt.”

LNG SOLL GAS AUS RUSSLAND MIT ERSETZEN

LNG spielt eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen Deutschlands, die ausfallenden Gasmengen aus Russland zu ersetzen. Unternehmen wie RWE und Uniper sondieren dazu ebenfalls Möglichkeiten in Katar. Zudem sind sie an dem Aufbau von LNG-Terminals in Norddeutschland beteiligt.

Deutschland sei der größte Gasmarkt in Europa, erklärte QatarEnergy-Chef Saad al-Kaabi auf einer Pressekonferenz mit ConocoPhillips-Chef Ryan Lance. Das Gas aus Katar werde von einem Tochterunternehmen von ConocoPhillips erworben und per Schiff nach Deutschland transportiert. Katar hatte erst vor wenigen Tagen eine Vereinbarung mit dem chinesischen Konzern Sinopec über LNG-Lieferungen vereinbart. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von 27 Jahren.

(Bericht Maha El Dahan, Andrew Mills, Nadine Awadalla, Christian Krämer; bearbeitet von Tom Käckenhoff; redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Chinas Präsident bei Energie bereit für engere Partnerschaft mit Russland

Peking (Reuters) – Chinas Präsident Xi Jinping zeigt sich offen für eine tiefere Zusammenarbeit mit Russland bei Energiethemen.

“China ist bereit, mit Russland daran zu arbeiten, eine engere Energiepartnerschaft zu schmieden, die Entwicklung sauberer und grüner Energie zu fördern und gemeinsam die internationale Energiesicherheit und die Stabilität der industriellen Versorgungsketten aufrechtzuerhalten”, sagte Xi am Dienstag nach Angaben des staatlichen Senders CCTV auf einem chinesisch-russischen Energieforum. Parallel meldete Interfax, dass Russland mit Kasachstan und Usbekistan über eine mögliche “Gas-Union” rede. Dabei soll es um Gaslieferungen zwischen den drei Ländern gehen, aber auch an andere potenzielle Käufer, wie etwa China, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf den russischen Vize-Ministerpräsidenten Alexander Nowak.

Der Westen hat im Zuge von Russlands Invasion der Ukraine mehrere Sanktionen gegen das Land verhängt. Derzeit bereiten die G7-Staaten dazu einen Preisdeckel auf russisches Öl vor, der ab dem 5. Dezember greifen und so eine der wichtigsten Einnahmequellen Moskaus zur Kriegsfinanzierung treffen soll. Russland versucht daher verstärkt, seine Energie in andere Länder zu verkaufen.

(Bericht von Reuters, geschrieben von Christian Rüttger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Laschet wird Kuratoriumsvorsitzender der RAG-Stiftung – auf Wunsch von Habeck

Berlin (Reuters) – Armin Laschet wird neuer Vorsitzender des Kuratoriums der RAG-Stiftung, die sich mit den Folgen des Steinkohlebergbaus beschäftigt.

Der frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und gescheiterte CDU/CSU-Kanzlerkandidat sei auf den Posten gewählt worden, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mit. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) habe ihn vorgeschlagen. “Laschet kennt die Geschichte des Steinkohlebergbaus wie kaum ein anderer: Als Sohn eines Steigers ist er mit dem Bergbau groß geworden, als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen begleitete er Ausstieg aus der Steinkohleförderung intensiv”, so Habeck.

Die RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet, um die Abwicklung des Steinkohlebergbaus zu bewältigen und die Finanzierung von sogenannten Ewigkeitslasten sicherzustellen. “Der Steinkohlebergbau hat unter der Erde ein gigantisches System aus Schächten und Strecken hinterlassen und auch auf die Landschaft stark eingewirkt”, sagte Habeck.

Das Kuratorium ist neben dem Vorstand das zweite Organ der Stiftung. Laschet ersetzt als Vorsitzender in dem Gremium Jürgen Großmann, einer der früheren Chefs des Energie-Riesen RWE.

(Bericht von Christian Krämer. Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Chemiebranche – Geplante Preisbremsen der Regierung reichen nicht aus

Berlin (Reuters) – Die deutsche Chemiebranche hält die Preisbremsen auf Strom und Gas in der geplanten Form der Bundesregierung nicht für ausreichend, um energieintensive Betriebe zu retten.

Die Fördergrenzen seien für größere Industriefirmen zu gering, außerdem gebe es einen hohen bürokratischen Aufwand und einen Zwang zu hohen Rückstellungen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Chemieverbands VCI, Wolfgang Große Entrup, am Donnerstag. “Gewaltige Strukturbrüche in Deutschlands Industrielandschaft können nur mit einer Rettung der besonders energieintensiven Grundstoffindustrie verhindert werden.” Sollte die Unterstützung bei der Chemiebranche nicht ankommen, könne die Regierung ihr Ziel nicht erreichen, Strukturbrüche zu verhindern.

Die hohen Energiepreise in Europa als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine belasten viele Industriebetriebe. Laut VCI dürfte sich die Lage zum Jahreswechsel nochmals verschärfen, weil dann viele Energielieferverträge auslaufen. Besonders stark unter Druck seien Mittelständler, die vor allem in Deutschland tätig seien. Die Energiepreise lägen um ein Vielfaches höher als etwa in Japan oder den USA. “Damit ist die hiesige Chemieproduktion akut bedroht”, hieß es in einem Papier des Verbandes.

Den Gesetzentwürfen zur Strom- und Gaspreisbremse zufolge soll für rund 25.000 Groß-Verbraucher der Industrie ab Januar ein subventionierter Preis von sieben Cent für 70 Prozent des Gasverbrauchs und von 13 Cent beim Strom gelten. Der VCI verwies darauf, dass die Hilfen aber mit Vorgaben der EU kollidierten. Die maximale Fördergrenze von 150 Millionen Euro sei in der Chemiebranche sehr schnell erreicht. Außerdem dürften nur Firmen unterstützt werden, deren operativer Gewinn (Ebitda) um mindestens 40 Prozent zurückgehe. Weil dies im Vorfeld nur schwer zu schätzen sei, müssten in Höhe der Zuwendungen auch Rückstellungen für mögliche Rückzahlungen gebildet werden.

(Bericht von Christian Krämer, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)