Bis zum nächsten Flughafen und noch viel weiter

Der online Fahrtenvermittlungsdienst Uber ist schnell gewachsen und kann inzwischen solch große Namen wie Benchmark Capital, Goldman Sachs und Google Ventures zu seinen Investoren zählen. Unter anderem durch die Erhebung einer Provision von mehr als 25% des Fahrtpreises hat Uber im Jahr 2021 einen Umsatz von $17.5 Milliarden gemacht, was einem Wachstum von 56.70% entspricht.

Trotz zahlreicher Proteste von Taxiunternehmen konnte sich die App weltweit durchsetzen und ist zurzeit auch in 8 deutschen Städten vertreten. Dort allerdings vermittelt es Fahrten nicht mehr an private Fahrer mit eigenen Autos, sondern ausschließlich an lokale Mietwagen und Taxiunternehmen.

Das liegt an einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2017, in dem dieser Uber als Verkehrsdienstleister statt als reinen Vermittler von Fahrdiensten einstufte, was dazu führte, dass auch Uber-Fahrer eine Lizenz benötigen. Trotz dieser Auflösung des ursprünglichen Geschäftsmodells ließ sich das Unternehmen aber nicht aufhalten.

Nun will Uber uber…Verzeihung…über Kurzstrecken hinaus. Erstmals in Großbritannien soll mit der App künftig auch die Buchung von Fernreisen mit Intercity-Zügen, Reisebussen und Flügen möglich sein. Der größere Plan dahinter ist, die App zu einer allgemeinen Reisebuchungsplattform zu erweitern, die schon bald auch Hotels einschließen könnte.

Damit soll den Nutzern eine „nahtlose Tür-zu-Tür-Erfahrung“ geboten werden, so Jamie Heywood, Ubers Geschäftsführer für Großbritannien, Nord- und Osteuropa. Um all das zu realisieren, will das Unternehmen mit bestehenden Reisebuchungsservices zusammenzuarbeiten, hat allerdings noch keine genaueren Details dazu bekannt gegeben.

Das Hinzufügen von weiteren Transportmitteln soll die Kern-App stärken und zusätzliche Vermittlungsgebühren einbringen. Bereits 2019 hatte Uber E-Bikes und die Londoner U-Bahn in die App aufgenommen. Zug- und Busbuchungen werden nun schon ab Sommer in Großbritannien möglich sein, Flüge werden etwas später in diesem Jahr eingeführt und Hotels sind für nächstes Jahr vorgesehen.

Uber will also weiter wachsen und wir wollen das Unternehmen dabei begleiten. Daher haben wir es aktuell auch für unser neues Tech30-Paket eingeplant, das bald erscheinen wird. Eine Kurznachricht zu unserem Einstieg am 04.04.2022 haben Sie ja bereits erhalten. Nicht? Dann melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und verpassen Sie keine Einstiege mehr.

https://www.ft.com/content/230b2160-35e1-4acc-9628-6a0dfe19eab1

https://de.wikipedia.org/wiki/Uber_(Unternehmen)

https://www.onvista.de/aktien/unternehmensprofil/Uber-Aktie-US90353T1007

https://www.finanzen.net/aktien/uber-aktie

 

Softbank stößt zum Team Telekom – Mehrheit bei T-Mobile US rückt näher

Die Japaner – bekannt für ihre Beteiligungen an Firmen wie Uber oder Alibaba – steigen mit einem Anteil von 4,5 Prozent zum größten Einzelaktionär des Bonner Dax-Konzerns nach dem Bund auf. Im Tausch erhält die Telekom 45 Millionen T-Mobile-US-Aktien. Zugleich verkauft der Konzern seine Tochter T-Mobile Netherlands für rund fünf Milliarden Euro, um mit einem Teil der Einnahmen weitere 20 Millionen Anteilsscheine an T-Mobile US zu kaufen. Mit den Deals kommt die Telekom auf 48,4 Prozent an dem US-Mobilfunkanbieter und damit ihrem Ziel, die Mehrheit zu erreichen, einen großen Schritt näher.

“Das ist ein großartiger Tag für die Telekom und Softbank”, sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges am Dienstag. Die beiden Konzerne gingen eine strategische Partnerschaft ein: Die Japaner investieren in den Finanzarm der Telekom. Zudem sollen die mehr als 300 Portfolio-Unternehmen des Technologieinvestors – darunter das Fintech Revolut und der Fahrdienstanbieter Tier – Zugang zu den rund 240 Millionen Telekom-Kunden in Europa und den USA erhalten, um neue Möglichkeiten für Geschäfte aufzutun.

Am Aktienmarkt sorgte das Geflecht aus Transaktionen für einigen Beifall: Das Telekom-Papier legte gut ein Prozent auf mehr als 18 Euro zu. Das lag aber immer noch unter dem Preis, den Softbank bereit war zu zahlen. “Es gibt gewaltiges Potenzial für die Telekom-Aktie”, begründete der für den Deal verantwortliche Softbank-Manager Marcelo Claure seine Zuversicht. “Das ist eine Win-Win-Win-Situation”, sagte der frühere Sprint-Chef, der nun in den Aufsichtsrat der Bonner einziehen soll. Konkret gibt die Telekom 225 Millionen neue eigene Aktien an SoftBank mit einer Bewertung von 20 Euro je Aktie aus und erhält im Gegenzug rund 45 Millionen T-Mobile-US-Aktien zum Preis von durchschnittlich 118 Dollar je Aktie. Der Investor Softbank ist auch am gleichnamigen japanischen Telekomriesen Softbank beteiligt.

TELEKOM VERKAUFT NIEDERLANDE-TOCHTER AN FINANZINVESTOREN

Bisher hält die Telekom 43,2 Prozent an der US-Tochter, die sich im vergangenen Jahr mit dem kleineren Konkurrenten Sprint zusammengeschlossen hat, der bis dahin Softbank gehörte. Aufgrund einer Stimmrechtsvereinbarung kann die Telekom den US-Mobilfunker derzeit in der Bilanz konsolidieren und profitiert somit vom rasanten Wachstum auf der anderen Seite des Atlantiks. Telekom-Chef Höttges hatte seinen Aktionären erst im Mai erklärt, Ziel sei es, die 50-Prozent-Marke zu überschreiten, um langfristig das Sagen zu haben. Die Erhöhung auf 48,4 Prozent kostet die Telekom nun rund sieben Milliarden Dollar. Damit sei man schon “sehr nah” dran an der Mehrheit, sagte Höttges. Allein durch die geplanten Aktienrückkäufe von T-Mobile US werde der Anteil der Telekom weiter steigen. Außerdem könne der Konzern weitere Aktien über den Markt zukaufen.

Neben dem Aktientausch mit Softbank zieht sich die Telekom endgültig aus den Niederlanden zurück und verkauft ihr zusammen mit Tele2 gehaltenes Geschäft an ein Konsortium mit den Finanzinvestoren Apax und Warburg Pincus – dem Arbeitgeber des früheren Telekom-Chefs Rene Obermann. T-Mobile Netherlands wird dabei mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. Bei Vollzug der Transaktion erhält die Deutsche Telekom rund 3,8 Milliarden Euro. Ursprünglich wollte sich die Telekom bereits 2015 von dem Niederlande-Geschäft trennen, hatte dann die Sparte aber mit dem Zukauf der niederländischen Tele2 gestärkt.

Höttges muss bei seinen Deals stets auch den immensen Schuldenberg im Blick behalten, der durch den teuren Netzausbau und Sprint-Zukauf auf rund 130 Milliarden Euro angewachsen ist. Der Niederlande-Verkauf wie auch der Aktientausch sorgen ihm zufolge nun “für finanzielle Flexibilität”. Diese soll dabei helfen, zwei weitere offene Flanken zu schließen. Im kommenden Jahr will er eine Lösung für die Funkturm-Sparte präsentieren und innerhalb der nächsten zwölf Monate auch über die Zukunft der Beteiligung am britischen Mobilfunker BT entscheiden.

Höttges bestätigte den mittelfristigen Finanzausblick und die Dividendenpläne.

 

Uber-Rivale Didi erlöst mit Börsengang 4,4 Milliarden Dollar

Der Uber-Rivale stockte die Emission um zehn Prozent auf 316,8 Millionen Hinterlegungsscheine (ADS) auf und setzte den Preis für die Papiere bei 14 Dollar am oberen Ende der Spanne an, wie Didi mitteilte. Damit kommt Didi zum Börsenstart am Mittwoch auf eine Marktkapitalisierung von rund 73 Milliarden Dollar. Ursprünglich hatte der Börsenaspirant auf eine Bewertung von 100 Milliarden spekuliert, musste die Erwartungen nach Gesprächen mit Investoren aber zurückschrauben.

Letztlich war die Emission um ein Vielfaches überzeichnet, nachdem Anleger die reduzierte Bewertung als attraktiv ansahen. Sie hatten zuvor Bedenken geäußert, dass die Aussichten für die Branche sich eintrüben könnten, wenn die Behörden Fahrdienste künftig stärker regulierten. Mit einer Platzierungsreserve kann Didi die Emission in den nächsten Wochen noch um 47,5 Millionen ADS aufstocken.

Didi ist der größte Börsengang in den USA seit 2015, als der chinesische Online-Riese Alibaba 25 Milliarden Dollar erlöste. Die Börsen erleben derzeit weltweit eine Flut von Börsengängen. Nach Daten der Unternehmensberatung EY haben zwischen April und Juni 589 Unternehmen den Sprung an den Aktienmarkt gewagt, dreimal so viele wie ein Jahr zuvor. Sie nahmen zusammen 106 Milliarden Dollar ein, das Zweieinhalbfache des Vorjahreswertes. Allein in China gingen 161 Firmen an die Börse, in den USA waren es 114. Den stärksten Zuwachs erlebten aber die europäischen Börsen: Hier verfünffachte sich die Zahl der Neuemissionen auf 142. Deren Volumen hat sich auf 21,1 Milliarden Dollar verdreifacht.

“Die hohen Bewertungsniveaus und eine geringere Volatilität sorgen für einen regelrechten Ansturm aufs Parkett”, sagte EY-Experte Martin Steinbach. Neben den vollen Taschen der Anleger spielten dabei auch die Nebenwirkungen der Corona-Krise eine Rolle. “Der Digitalisierungstrend, der durch die Pandemie nochmal enorm verstärkt wurde, rückt digitale Geschäftsmodelle in den Mittelpunkt des Interesses”, erklärte Steinbach. Jeder vierte Börsenneuling ist ein Technologieunternehmen.

Auch Didi gehört dazu. Das 2012 gegründete Unternehmen hat in China den Preiskampf mit dem US-Rivalen Uber gewonnen. Er hatte sein Geschäft in China an Didi verkauft und sich im Gegenzug an dem Konkurrenten beteiligt. Chef von Uber China war zu der Zeit Liu Zhen, der Cousin von Didi-Mitgründer Jean Qing Liu, einem ehemaligen Banker von Goldman Sachs. Zu den frühen Investoren in Didi zählen auch Softbank und Tencent. Im vergangenen Jahr hatte sich der Umsatz des Fahrdienstvermittlers angesichts der Pandemie um acht Prozent auf 21,6 Milliarden Dollar verringert, bei einem Verlust von 1,6 Milliarden Dollar. Für das erste Quartal 2021 wies Didi mit 30 Millionen Dollar erstmals einen Gewinn aus.

 

Oberlandesgericht Frankfurt am Main bestätigt Uber-Urteil zu Geschäftsmodell

Die Berufung des US-Konzerns gegen ein Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main von Dezember 2019 sei zurückgewiesen worden, teilte das Oberlandesgericht am Freitag mit. Mehrere Taxizentralen aus verschiedenen Städten Deutschlands hatten damals dagegen geklagt, dass über die Uber-App Fahrten mit Mietwagenfahrern vermittelt und abgebucht werden können. Das Landgericht urteilte, dadurch trete Uber als Dienstleister auf, der die Konditionen bestimme und abrechne, was eine Konzessionspflicht nach sich ziehe.

Die Konkurrenz zwischen Mietwagenanbietern und Taxiunternehmen ist zuletzt größer geworden. Mietwagen mit Fahrer müssen im Gegensatz zu Taxis nicht an öffentlichen Plätzen bereitstehen und haben keine Betriebspflicht. Mietwagenanbieter nehmen unter anderem Limousinenfahrten vor oder bieten Behindertenfahrdienste an.

Uber nahm nach der Urteilsentscheidung des Landgerichts die notwendigen Änderungen vor. In Deutschland arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben ausschließlich mit lizenzierten Mietwagen- und Taxifirmen zusammen, die über alle notwendigen Genehmigungen verfügen und deren Fahrer alle einen Personenbeförderungsschein besitzen. “Das heutige Urteil hat keinen Einfluss auf unseren Service in Deutschland, denn es bezieht sich auf unser altes Vermittlungsmodell”, teilte Uber mit.

Uber vermittelt weltweit über seine Plattform Autofahrten, liefert Essen aus und bietet Frachtleistungen an. In Deutschland können in 13 Städten Fahrten gebucht werden und Uber will demnächst mit seinem Essenslieferdienst Uber Eats in Berlin an den Start gehen.