Die Zukunft Chinas: Nur 2 Optionen!

Global Player, wie Alibaba, Tencent, JD.com, Xiaomi und viele andere, erobern die Weltwirtschaft in Windeseile und sind beliebte Aktientitel unter Anlegern. Vor allem aber hat sich China von einem Produktionsland für Billigware in einen Markt transformiert, der innovativ ist und eigene, neue Technologien entwickelt.

Dennoch kämpfen chinesische Aktientitel mit immer weiter sinkenden Kursen. Der Hang Seng Index hat seit seinem Allzeithoch Anfang 2018 diese Level nicht mehr erreicht, während die meisten anderen Indizes in derselben Zeit stetig neue Allzeithochs ausgebaut haben.

In der Finanzwelt wird die schwache Performance der Chinesen auf das strenge Regime zurückgeführt, welches in den letzten Jahren eine Reihe von strikten regulatorischen Maßnahmen durchgesetzt hat. Vor allem wurden Technologie-Konzerne und Kryptowährungen in die Mangel genommen.

Die Unternehmen erlebten eine Reihe von Razzien und Verfahren, die immer mehr Besorgnis in der internationalen Anlegerschaft erregten. Der illiberale Kapitalismus in China weckt immer mehr Zweifel in Bezug auf die Tragbarkeit.

Meine Ansicht, die ich schon seit langer Zeit vertrete, ist dass die regulatorischen Maßnahmen strukturelle und wirtschaftskulturelle Mängel beseitigen soll, um die Unternehmen auf lange Sicht auf globale Corporate Governance Standards zu bringen. Dies würde dann das Risikoprofil der Unternehmen verbessern und somit attraktiver für internationale Investoren machen.

Jedoch steht dem Land seine komplexe Geldpolitik im Weg. Da man feste Wechselkurse und autonome Geldpolitik zugleich haben möchte, muss China die internationalen Kapitalflüsse eindämmen, bzw. kontrollieren; das schreibt das Trilemma des Wechselkursregimes vor.

Vor dem Hintergrund, dass die globale Wirtschaft immer komplexer wird und sich strukturelle Probleme, wie Inflation und Lieferketteneinbrüche, breit machen, hat China aber mit dieser Geldpolitik einen massiven Wettbewerbsnachteil. Es gibt, meiner Meinung nach, nur zwei Wege, die China einschlagen kann, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.

Die erste Option ist, dass die Politik noch stärker reguliert und somit noch autoritärer wird. Dadurch könnte man die Unternehmen noch besser formen und Investitionen noch besser leiten und kontrollieren. Der Nachteil ist, dass dies ein ungeheurer Aufwand ist, der keine Fehler an irgendeiner Stelle des Prozesses zulässt.

Zudem würde die kreative und innovative Arbeit der Wirtschaft eingeschränkt werden, was die Flucht aus dem Land begünstigen würde. Viel besser ist die zweite Option, welche ich auch als wahrscheinlicher ansehe: Die Öffnung der Kapitalgrenzen.

In den nächsten Jahren wird sich China von dem festen Wechselkursregime verabschieden, so meine Vermutung. Dadurch wird die Wirtschaft ein offener Markt sein, der viel deutlicher den bekannten Dynamiken unterliegt.

Das wird nicht nur ausländische Gelder ins Land holen, sondern auch Chinesen die Möglichkeit geben, im Ausland zu investieren, was aktuell nur sehr begrenz möglich ist, wenn überhaupt. Damit würde auch die Hong Konger Börse, welche ja als Schleuse für Kapital nach China fungiert, an Relevanz verlieren, die anderen beiden Börsen aber dadurch deutlich an Bedeutung gewinnen.

Seit Jahren schon schreiben chinesische Unternehmen immer mehr Aktien auf die Heimatbörsen um und lassen sich lieber im Ausland doppelt listen als in Hong Kong zu bleiben. Mit der Wahl des neuen Verwalters der Region, John Lee, dürfte Hong Kong auch politisch immer mehr in den Rest Chinas eingegliedert werden; nicht umsonst herrscht dort seit einigen Jahren zunehmend Unruhe.

Die Zeichen deuten insgesamt also auf eine Öffnung der Kapitalgrenzen, was auch die Politik bereits vor Jahren schonmal andeute.

“And Just Like That” … 2022

Die Unterhaltungsindustrie hat uns geholfen, unsere Sorgen zumindest kurzfristig zu vergessen, indem sie uns mit verschiedenen Sendungen vor den Fernseher gelockt hat.

Manche waren so überzeugend, dass sie sogar die Aktienkurse von Unternehmen beeinflussten.

So berichtete NBC News im Dezember, dass die Aktien des Fitnessgeräteherstellers Peloton am selben Tag, an dem die Neuauflage des Films “Sex and the City” mit dem Titel “And Just Like That” Premiere feierte, um 11,3 % fielen. Eine Schlüsselfigur, Mr. Big, starb in dem Film an einem Herzinfarkt, nachdem er auf einem Heimtrainer von Peloton trainiert hatte. Die Kurse stürzten auf ein 19-Monats-Tief.

Einige Tage später schaltete das Unternehmen einen Werbespot, um die Aktienkurse wieder anzukurbeln und einen neuen Ton anzuschlagen.

“Sollen wir noch eine Runde drehen?”, war die Kernaussage des Spots und gleichzeitig ein passender Einstieg in das Jahr 2022.

Entertainment Aktien

Die Tatsache, dass einmalige Ereignisse in der Medien- und Unterhaltungsbranche einen so starken Einfluss auf die Aktienkurse haben können, ist nichts Neues. Heute möchte ich Ihnen jedoch zeigen, wie Sie sich Marktanomalien zunutze machen können, die vorhersehbar sind und sich regelmäßig wiederholen.

Obwohl ich immer an Filmvorschlägen von meinen Lesern interessiert bin, interessiere ich mich heute noch mehr für bevorstehende Anlagemöglichkeiten.

Beginnen wir mit Netflix, einem Streaming-Dienst, der uns seit Jahren mit einem breiten Angebot an preisgekrönten Serien und Filmen unterhält.

Ein Blick auf den saisonalen Chart von Netflix zeigt, dass das Unternehmen in den letzten 15 Jahren vom 15. Januar bis zum 17. Februar eine starke saisonale Phase hat. In dieser Zeitspanne von nur 23 Handelstagen stiegen die Aktien im Durchschnitt um beeindruckende 20,89 Prozent.

Chart, line chart

Description automatically generatedSaisonaler Chart von Netflix über die letzten 15 Jahre

Quelle: Seasonax – mit einem Klick auf den Link http://tiny.cc/NetflixSeasonax können Sie weitere Analysen durchführen

Beachten Sie, dass der saisonale Chart den durchschnittlichen Kursverlauf der Aktie über die vergangenen Jahre anzeigt. Die horizontale Achse zeigt die Zeit im Verlauf des Kalenderjahrs und die vertikale Achse zeigt die prozentualen Veränderungen im Wert der Aktie (indexiert auf 100).

Darüber hinaus waren die Renditen in diesem Zeitraum seit 2007 konstant positiv. In diesem Zeitraum gab es nur ein einziges Ausreißerjahr, nämlich 2016, als die Aktie einen Verlust von 8,92 Prozent verzeichnete.

Das diesjährige saisonale Muster wird stark durch den Quartalsbericht des Unternehmens beeinflusst werden, der am 20. Januar veröffentlicht wird.

Chart, waterfall chart

Description automatically generatedNetflix, Ertrag in Prozent zwischen 15.01 und 1.02., in einzelnen Jahren seit 2007

Quelle: Seasonax – mit einem Klick auf den Link http://tiny.cc/NetflixSeasonax können Sie weitere Analysen durchführen

Netflix ist nicht die einzige Aktie, die uns im vergangenen Jahr gut unterhalten hat. Es gibt noch ein weiteres Beispiel, das erwähnt werden sollte.

Tencent Holdings steht als Chinas größtes Technologie- und Medienkonglomerat definitiv in der ersten Reihe. Das Unternehmen ist der größte Videospielhersteller der Welt und verfügt über eigene Filmproduktionsstudios; und als ob das nicht genug wäre, hält es auch Anteile an mehreren Social-Media-Plattformen, darunter Snap und Reddit.

Auf der Suche nach einem starken saisonalen Zeitraum habe ich einen saisonalen Chart von Tencent Holdings analysiert. Es ist leicht zu erkennen, dass es in den letzten 10 Jahren eine starke saisonale Tendenz vom 3. Januar bis zum 19. Feb- ruar gibt. In dieser Zeitspanne von 32 Handelstagen stiegen die Aktien im Durchschnitt um 12,15 Prozent. Darüber hinaus waren die Renditen in diesem Zeitraum seit 2012 durchgängig positiv, mit nur einem Ausreißer im Jahr 2016, wie in der folgenden Grafik zu sehen ist.

A picture containing chart

Description automatically generatedSaisonale Entwicklung von Tencent Holdings in den letzten 10 Jahren

Quelle: Seasonax – mit einem Klick auf den Link http://tiny.cc/SeasonaxTencentHoldings können Sie weitere Analysen durchführen

Wir können mit eigenen Augen sehen, dass die COVID-19-Pandemie den Trend zum Streaming Entertainment beschleunigt hat. Es gibt jedoch noch eine weitere Tatsache: Die Nachfrage nach Unterhaltungsinhalten ist seit jeher relativ stabil, selbst in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und des Abschwungs.

Angesichts der vielen aktuellen Probleme wird das Jahr 2022 noch holprig werden, also schnallen Sie sich an und bereiten Sie sich auf die Fahrt vor.

Betreten Sie die Welt der saisonalen Chancen

Neben Netflix und Tencent Holdings gibt es viele weitere Unterhaltungsaktien, die jeweils ihre starken und schwachen Phasen haben: z.b Disney, Prime Video von Amazon.com, Apple usw.

Um das Auffinden solcher Handelschancen noch leichter zu machen, haben wir den Seasonality Screener umgesetzt.
Der Screener ist ein Analyse-Instrument zur Identifizierung von Handelschancen mit überdurchschnittlichem Gewinnpotential auf der Basis vorhersehbarer saisonaler Muster, die sich in fast jedem Kalenderjahr wiederholen.

Bitte bedenken Sie auch, dass vergangene Ergebnisse und saisonale Muster kein Hinweis auf die künftige Performance und insbesondere auf künftige Markttrends sind.

Analysieren Sie nach Belieben und ohne Verpflichtung mehr als 25.000 Instrumente, einschließlich Aktien, (Krypto-)Währungen, Rohstoffe und Indizes, indem Sie sich für eine kostenlose 3- tägige Probezeit bei Seasonax anmelden.

Mit freundlichen Grüßen,

Tea Muratovic

Mitgründerin und Geschäftsführende Partnerin von Seasonax

Reader Service support@seasonax.com
Colophon:
©2021 Seasonax

Author: Tea Muratovic
Layout: crossconnect GmbH Disclaimer: Past results and past seasonal patterns are no indication of future performance, in particular, future market trends. seasonax GmbH neither recommends nor approves of any particular financial instrument, group of securities, segment of industry, analysis interval or any particular idea, approach, strategy or attitude. seasonax GmbH hereby excludes any explicit or implied trading recommendation, in particular, any promise, implication or guarantee that profits are earned and losses excluded, provided, however, that in case of doubt, these terms shall be interpreted in a broad sense. Any information provided by seasonax GmbH or in this issue of the Seasonal Insights newsletter shall not be construed as any kind of guarantee, warranty or representation in a prospectus. Any user is solely responsible for the results or the trading strategy that is created, developed or applied. Indicators, trading strategies and functions provided by seasonax GmbH or in this issue of the Seasonal Insights newsletter may contain logical or other errors leading to unexpected results, faulty trading signals and/or substantial losses. seasonax GmbH neither warrants nor guarantees the accuracy, completeness, quality, adequacy or content of the information provided by it or in this issue of the Seasonal Insights newsletter. Any user is obligated to comply with any applicable capital market rules of the applicable jurisdiction.
All published content and images in this Seasonal Insights are protected by copyright. Any duplication, processing, distribution or any form of utilisation beyond the scope of copyright law shall require the prior written consent of the author or authors in question.

Internetbank N26 zahlt Millionenstrafe wegen Geldwäsche an BaFin

Ein im Juni wegen verspäteter Geldwäscheverdachtsmeldungen erlassenes Bußgeld in Höhe von 4,25 Millionen Euro sei beglichen worden, teilte das Geldhaus am Dienstagabend mit. Es gehe um weniger als 50 Fälle in den Jahren 2019 und 2020. Alle von der BaFin geforderten Maßnahmen zur rechtzeitigen Meldung verdächtiger Aktivitäten seien umgesetzt worden. Die BaFin gab die Festsetzung des Bußgeldes am Mittwoch bekannt. N26 steht schon seit 2019 im Visier der Behörde wegen mangelhafter Vorbeugung von Geldwäsche. Nun kehrt auch Deutschlandchef Georg Hauer dem Unternehmen den Rücken.

Es ist selten, dass die BaFin eine Bank zur Zahlung einer Millionenstrafe verdonnert. Im vergangenen Jahr verhängte die BaFin Strafen in Höhe von knapp 8,5 Millionen Euro – allerdings entfielen davon nur rund 400.000 Euro auf die Bereiche Bankenaufsicht, Geldwäscheprävention und Versicherungsaufsicht. 2019 waren es in diesen Bereichen sogar nur 125.900 Euro. 2018 waren es für alle für alle Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen zusammen rund 5,5 Millionen Euro. Seit dem Zusammenbruch von Wirecard steht die BaFin stärker in der Öffentlichkeit.

Bereits im Mai hatte die Finanzaufsicht N26 enger an die Kandare genommen und einen Sonderbeauftragten eingesetzt, der seither die Verbesserung der internen Abläufe und IT-Systeme überwacht. Konkret geht es um die Behebung von Mängeln bei der Transaktionsüberwachung und bei der Identifizierung und Verifizierung von Kunden. N26 räumte in diesem Zusammenhang im Mai ein, dass die kriminellen Aktivitäten beim Onlinehandel seit Beginn der Coronapandemie zugenommen hätten. Betrüger manipulierten Dritte, neue Konten zu eröffnen, um diese für betrügerische Zwecke zu verwenden. Nun betonte das Unternehmen, zahlreiche Maßnahmen ergriffen sowie Strukturen und Prozesse etabliert zu haben, die neue Standards in der Branche setzten.

N26 ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und zählt inzwischen mehr als sieben Millionen Kunden. Das Unternehmen investiert viel und schreibt deswegen Verluste. Seit Monaten macht die Firma immer wieder mit Personalquerelen Schlagzeilen. Für professionelle Strukturen soll auch der im Januar ernannte Finanzchef Jan Kemper sorgen. Nun muss N26 allerdings einen weiteren Abgang verkraften: Deutschlandchef Georg Hauer verlässt das Unternehmen und wechselt als Finanzchef zum Münchner Startup Hawk:AI. Die Firma hilft Finanzinstitutionen mittels Künstlicher Intelligenz unter anderem bei der Geldwäscheprävention. Hauer war bereits vor Monaten selbst als Investor eingestiegen.

An N26 sind unter anderem der deutsche Versicherungskonzern Allianz, der Staatsfonds GIC aus Singapur, der chinesische Internet-Riese Tencent, Earlybird und der deutsch-amerikanische Investor Peter Thiel beteiligt. Das 2013 von Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete Unternehmen, das bei seinen Investoren bisher 570 Millionen Dollar eingesammelt hat, wird mit 3,6 Milliarden Dollar bewertet. Insidern zufolge verhandelt N26 seit Monaten mit Investoren über eine weitere umfangreiche Geldspritze – einen Börsengang hat Stalf in Gesprächen immer wieder auf die lange Bank geschoben. Zuletzt sollen auch Gespräche mit Spotify-Investor Dragoneer geführt worden sein.

 

Universal Music schreibt Hit an Amsterdamer Börse

Beim Debüt an der Amsterdamer Börse eröffneten die UMG-Aktien am Dienstag mit 25,05 Euro – ein Plus von rund 37 Prozent zum Referenzpreis von 18,50 Euro. Das Papier hielt die Gewinne auch am Mittag noch. Damit war die Plattenfirma hinter Künstlern wie Lady Gaga, Taylor Swift, Helene Fischer, Metallica, Rolling Stones und The Weeknd fast 47 Milliarden Euro wert und stemmte den größten Börsengang in Europa in diesem Jahr.

Der Pariser Medienkonzern Vivendi gliedert das gut laufende Musiklabel Universal Music Group (UMG) aus, um Kasse zu machen. Rund 60 Prozent wandern in die Hände von Vivendi-Aktionären. Vivendi selbst wird letztlich rund zehn Prozent halten. Bei Anlegern des Medienkonzerns kam die Abspaltung zunächst nicht gut an. Nach einer Neubewertung des verbleibenden Geschäfts, zu dem unter anderem der Bezahlsender Canal+ gehört, brach das Papier zwischenzeitlich um mehr als ein Fünftel ein.

Andere UMG-Großaktionäre wie der US-Investor Bill Ackman mit dem Hedgefonds Pershing Square, der Vivendi-Mehrheitseigner Bollore und der chinesische Technologieriese Tencent legten hingegen deutlich zu. Ackman hatte zunächst geplant, über seinen Spac bei Universal Music einzusteigen, damit jedoch die US-Börsenaufsicht auf den Plan gerufen und musste dann sein Vorhaben abändern.

FAST ALLE GROSSEN KÜNSTLER BEI UNIVERSAL ZU HAUSE

Universal Music mit Sitz im kalifornischen Santa Clara ist die Heimat der meisten großen Musiker der Welt – neben den oben genannten Künstlern gehören dazu auch Abba, Justin Bieber, Sarah Connor oder Billie Eilish. Die Firma setzt ähnlich wie die kleineren Konkurrenten Warner und Sony Music darauf, dass der durch Streaminganbieter wie Spotify ausgelöste Musik-Boom noch eine Weile anhält. “Ich glaube, dass wir erst am Anfang der Wachstumswelle stehen, da Musik-Abos und werbefinanziertes Streaming weltweit zunehmen”, sagte Universal-Chef Lucian Grainge Reuters. Er selbst kassiert kräftig durch den Börsengang ab. Seine Boni könnten sich am Ende auf bis zu 400 Millionen Euro belaufen.

Die Nachfrage nach Streaming-Diensten – vor allem auch in der Corona-Krise, in der keine Live-Konzerte stattfanden – kurbelte die Umsätze der Plattenfirmen an. Um neue Hörer zu gewinnen, arbeitet Universal etwa mit TikTok und YouTube zusammen. Dabei profitiert das Unternehmen von seinem umfangreichen Musikrechte-Katalog und den Lizenzgebühren, die fällig werden, wenn Songs beispielsweise auf Plattformen abgespielt werden. Universal hat inzwischen sechs Jahre in Folge den Umsatz erhöht und peilt im laufenden Jahr mindestens ein Plus von zehn Prozent an. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Erlöse auf 7,4 Milliarden Euro.

Universal Music wurde Anfang der 30er Jahre gegründet, als das britische Label Decca Records ein US-Geschäft eröffnete. Später wurde es mit mehreren Musikfirmen fusioniert. 2011 sorgte Universal für Schlagzeilen, als die Firma für 1,9 Milliarden Dollar den Musikverlag des Konkurrenten EMI übernahm und damit Zugriff auf Werke der Beatles, Radiohead und Pink Floyd erhielt.

Für die Amsterdamer Börse ist Universal Music ein großer Gewinn. Das gesamte Jahr über hat die Euronext, die vom Brexit profitiert, bereits 14 Neuzugänge verzeichnet.

 

Berliner Sprachlern-Anbieter Babbel peilt Börsengang an

Das Vorhaben sei noch in diesem Jahr geplant, teilte Babbel am Dienstag mit. “Wir stemmen den ersten Börsengang eines auf Bildung fokussierten Technologieunternehmens in Deutschland”, sagte Firmenchef Arne Schepker der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, dabei mindestens 180 Millionen Euro einzusammeln. Insidern zufolge könnte die 2007 gegründete Firma bei der Neuemission auf einen Wert zwischen einer und zwei Milliarde Euro kommen.

Babbel beendet mit der Ankündigung die Sommerpause an der Frankfurter Börse, vor der bereits mehr als 15 Unternehmen in diesem Jahr den Sprung auf das Parkett geschafft und damit zusammen mehr als neun Milliarden Euro eingesammelt hatten. Dazu gehörte unter anderen der Online-Brillenversand Mister Spex aus der Hauptstadt.

Spätestens seit der Corona-Krise, die viele Schüler und Studenten an den heimischen Schreibtisch zwang, sind Lern-Startups gefragt. Babbel setzte im vergangenen Jahr rund 147 Millionen Euro um und kam von Januar bis Juni auf ein Plus von 18 Prozent auf 83 Millionen Euro. Der große Babbel-Konkurrent aus den USA, Duolingo, der rund 40 Millionen aktive Nutzer monatlich zählt, feierte im Juli ein fulminantes Börsendebüt an der Wall Street und wurde mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Die Lernplattform GoStudent sammelte 205 Millionen Euro bei Investoren wie der japanischen Softbank und der chinesischen Tencent ein und wird seither mit mehr als 1,4 Milliarden Euro bewertet.

Unter der Marke “Babbel” – abgeleitet vom hessischen Dialektwort für sprechen – bietet das Unternehmen in seiner App auf Abo-Basis Sprachkurse, Vokabel- und Rechtschreib-Tests in 15 Sprachen an. Zudem investierte Babbel bereits in eine Sprachreiseplattform und neue Lernmethoden wie Podcasts und Live-Tutoring-Klassen durch Muttersprachler. Mit den Einnahmen aus dem von BNP Paribas und Morgan Stanley begleiteten Börsengang will das Unternehmen sein Angebot unter anderem weiter ausbauen. “Wir sehen auch großes Potenzial im Firmenkundengeschäft. Zudem wollen wir weiter in den USA expandieren. Dort sind wir eins der wenigen Startups aus Deutschland, das dort erfolgreich ist”, sagte Schepker.

 

Emerging Markets – Indiens Aufschwung?

Die bekannten Werte Alibaba und Tencent haben über die vergangenen Monate stark nachgegeben und an Wert verloren. Grund ist nicht die unternehmerische Performance, sondern die Politik dahinter.

Beispielsweise hat Tencent erst kürzlich angekündigt, dass das Unternehmen 50 Milliarden CNY (ca. 6,5 Mrd. EUR) in den „gemeinsamen Wohlstand“ Chinas investiert hat. Andere chinesische Unternehmen haben ähnliches angekündigt. Für Aktionäre alles andere als förderlich.

Aus diesen Gründen sind (für mich) aktuell chinesische Unternehmen nicht interessant, bis politische Stabilität erreicht wird.

Indien als Wachstumsmotor

Im “Emerging Markets” Umfeld wäre hingegen Indien ein interessantes Land in welches wir für eine langfristige Investition heranziehen könnten.
Das 1,38 Mrd. bevölkerungsstarke Land könnte 2026 China überholen und das Land Bevölkerungsreichste Land der Welt werden.

Auch die indische Bevölkerung ist jünger als die chinesische. Das Durchschnittsalter liegt dort bei nur 28 Jahren, während es in China 38 Jahre beträgt. Diese Menschen kommen jetzt in ihre besten Einkommensjahre. Das bedeutet, dass sie mehr und mehr Geld zum Ausgeben haben werden. Und das dürfte Indiens Wirtschaft in den kommenden Jahren weiter ankurbeln.

Politisch ist Minister Modi seit 2014 an der Macht und er konnte mit seiner Politik wichtige wirtschaftsrelevante Reformen durchführen.

Unter anderem:

  • die die Körperschaftssteuer von 35 % auf 25 % gesenkt
  • mehrere staatseigene Unternehmen privatisierten
  • mehr als 400 Millionen Bankkonten für Menschen ohne Bankverbindung eingerichtet, und
  • einen 1,8 Billionen Dollar schweren Infrastrukturplan initiiert

Wie können wir vom indischen Wachstum profitieren?

Es ist aktuell nicht möglich direkt in den indischen Aktienmarkt zu investieren. Einige Aktien korrelieren hierbei aber stark mit Indien. Zum Beispiel Fairfax Financial die einige Beteiligungen in Indien halten.

Für mich interessanter wäre aber ein ETF der den Indischen Markt wiedergibt.

Hier wäre zum Beispiel der Franklin FTSE India UCITS ETF eine Option. Der Fonds investiert in Aktien mit hoher und mittlerer Martkapitalisierung in Indien und zielt darauf ab, die Wertentwicklung des FTSE India 30/18 Capped Index so genau wie möglich nachzubilden.

Zum heutigen Tag notiert er bei € 29,50 mit einer starken year-to-date performance von knappen +50%.

Meine Empfehlung: Buy and Hold

 

Disclaimer:

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die Informationen ersetzen keine, auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

Tencent trotz Regulierungsdruck in China mit Gewinnsprung

Das Nettoergebnis kletterte im zweiten Quartal um 29 Prozent auf 42,6 Milliarden Yuan (umgerechnet 5,6 Milliarden Euro), wie der weltgrößte Spieleanbieter nach Umsatz am Mittwoch mitteilte. Zu dem Plus, das höher ausfiel als von Analysten erwartet, trugen neben der anhaltend hohen Nachfrage nach Kassenschlagern wie “Honor of Kings” und “PUBG” auch ein Anzeigen-Boom bei sowie Wertgewinne von Tencent-Beteiligungen. Der Umsatz kletterte um ein Fünftel auf 18,2 Milliarden Euro.

Tencent war zuletzt in den Fokus der chinesischen Regierung geraten. Neben Ermittlungen wegen Wettbewerbsverstößen und Missbrauchs von Verbraucherrechten wurde dem WeChat-Anbieter untersagt, exklusive Musikrechte-Vereinbarungen zu treffen und die Videospiele-Streaminganbieter DouYu und Huya zu fusionieren. Für Unruhe sorgte auch der Bericht eines chinesischen Staatsmediums, in dem das Spielen von Online-Spielen als “spirituelles Opium” bezeichnet wurde, was die Befürchtung schürte, die Regierung könne demnächst auch den Online-Videospielesektor stärker regulieren. Tencent versprach umgehend neue Maßnahmen, um Kinder dazu zu bewegen, weniger Zeit mit Videospielen zu verbringen.

tagreuters.com2021binary_LYNXMPEH7H0HU-VIEWIMAGE