Mega-Deal geplatzt – Softbank verkauft Chip-Designer doch nicht

Tokio (Reuters) – Nach langem Ringen mit den Wettbewerbsbehörden ist der 80 Milliarden Dollar schwere Verkauf des Chip-Designers Arm an den US-Konzern Nvidia endgültig geplatzt.

Das setzt den japanischen Technologieinvestor und Arm-Eigner Softbank unter Zugzwang: Der neue Arm-Chef Rene Haas soll den britischen Konzern nun noch vor März 2023 an die Börse bringen – möglichst in den USA – und damit für Liquidität sorgen, wie die Unternehmen am Dienstag ankündigten. Softbank steht allerdings nicht nur wegen des durchgefallenen Deals unter Druck. Zusätzlich setzt dem Unternehmen sein schwächelndes Investment-Portfolio mit Firmen wie dem Bürovermittler WeWork, Alibaba und dem Berliner Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 zu, die unter dem weltweiten Ausverkauf von Technologiewerten leiden.

Dem Arm/Nvidia-Deal hatte die US-Kartellbehörde FTC letztlich den Garaus gemacht. Sie klagte im Dezember gegen das Vorhaben und verwies dabei auf eine Schwächung des Wettbewerbs beim Betrieb von Rechenzentren und Chips für selbstfahrende Autos, sollten beide Konzerne zusammengehen. Hinzu kamen Bedenken von Wettbewerbshütern in Großbritannien und der Europäischen Union. Erst kürzlich war der Verkauf des Münchner Chip-Zulieferers Siltronic an den größeren Konkurrenten GlobalWafers aus Taiwan nach 14-monatiger Prüfung gescheitert. Denn inzwischen schauen Wettbewerbsbehörden Konzernen bei großen Übernahmen genau auf die Finger.

Softbank hatte den britischen Anbieter 2016 für 32 Milliarden Dollar erworben. Arm lizenziert seine Prozessoren an Kunden wie Qualcomm, Apple, Samsung Electronics und auch Nvidia, die trotz des geplatzten Deals ihre 20-jährige Lizenz beibehalten wollen. Zudem zahlen die US-Amerikaner eine Strafgebühr in Höhe von 1,25 Milliarden Dollar. Fast jedes Smartphone und Millionen anderer Geräte verfügen über lizenzierte Arm-Prozessoren. Nvidia ist vor allem für seine Graphik-Karten bekannt, allerdings werden Komponenten inzwischen auch verstärkt in anderen Feldern wie der Künstlichen Intelligenz eingesetzt.

GEWINN VON SOFTBANK BRICHT UM 97 PROZENT EIN

Im abgelaufenen Quartal machte Softbank ein geringerer Wert seiner Beteiligungen zu schaffen. Von Oktober bis Dezember brach der Gewinn deshalb auf umgerechnet 220 Millionen Euro ein von 8,87 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. “Wir befinden uns in der Mitte eines Blizzards und der Sturm ist noch nicht vorbei, er wird noch stärker”, sagte Softbank-Gründer und -Chef Masayoshi Son. Im abgelaufenen Quartal fielen die Börsenbewertungen von WeWork, Fahrdienste-Anbieter Grab oder Auto1 unter den Ausgabepreis. Zudem setzte die zunehmende Regulierung in der Volksrepublik Alibaba und weiteren Technologiewerten zu, an denen Softbank beteiligt ist.

Trotz des Gegenwindes investiert Softbank über seine Vision Funds 1 und 2 weiterhin rege. Allein der kleinere Vision Fund 2 hat inzwischen 43,1 Milliarden Dollar in mehr als 200 Startups gesteckt – darunter die Berliner Solarfirma Enpal und Fintech Vivid, der Logistik-Dienstleister Forto und die E-Scooter-Firma Tier. Lange Zeit galt der für das operative Geschäft zuständige Marcelo Claure als wahrscheinlichster Nachfolger des 64-jährigen Son. Claure scheidet allerdings – offenbar nach einem Streit über seine Bezahlung – aus dem Unternehmen aus. Unklar ist nun, ob er in den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom einzieht. Bei dem Bonner Konzern sind die Japaner größter Einzelaktionär nach dem Bund und Claure sollte einen Posten im Kontrollgremium erhalten.

Zeitung – Continental erwägt Teilbörsengang von Robo-Sparte

Hamburg (Reuters) – Der Autozulieferer Continental will sein Geschäft mit dem automatisierten Fahren einem Zeitungsbericht zufolge mehr Eigenständigkeit geben und sich damit Handlungsoptionen eröffnen.

Perspektivisch gehöre dazu auch ein Börsengang der Sparte, berichtete das “Handelsblatt” am Dienstag vorab unter Berufung auf Finanz- und Unternehmenskreise. Anleger griffen prompt zu. Die im Leidindex Dax gelistete Aktie von Continental legte zeitweise um fünf Prozent zu.

Dem Bericht zufolge befinden sich die Überlegungen noch in einem frühen Stadium. Bis es zu einer Entscheidung komme, könnte es noch längere Zeit dauern. Am Ende könnte sich Continental auch gegen einen solchen Schritt entscheiden.

Continental hielt sich bedeckt. Der Zulieferer erklärte, das Geschäftsfeld für automatisiertes Fahren sei fester Bestandteil des Unternehmensbereichs Automotive. Die Zusammenarbeit unter einem gemeinsamen Dach habe weiterhin höchst Priorität. “Weitere Schritte sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen.”

Der Dax-Konzern aus Hannover hatte vor einigen Monaten bereits seine Antriebssparte abgespalten. Bei der Ende Januar bekannt gegebenen Kooperation von Volkswagen mit dem Zulieferer Bosch für automatisiertes Fahren war Continental außen vor geblieben.

BP forciert Umbau zum Ökostrom-Konzern – Gewinnsprung durch hohe Preise

London (Reuters) – Der britische Ölmulti BP hat 2021 von steigenden Öl- und Gaspreisen profitiert und das beste Ergebnis der vergangenen acht Jahre eingefahren.

Das stimmte den Vorstand für seinen Konzernumbau hin zum Ökostromproduzenten zuversichtlich. “Es geht nur um eine Sache, nur um eine Sache – die Umsetzung der Strategie, die wir entworfen haben. Das funktioniert”, sagte BP-Chef Bernard Looney am Dienstag Reuters. “Die vergangenen zwei Jahre haben unseren Glauben an die Chancen der Energiewende bestärkt.”

Looney kündigte an, die Investitionen auf 14 bis 15 Milliarden Dollar zu erhöhen nach 12,8 Milliarden im Vorjahr. “Wir beschleunigen das Greening von BP”, so Looney. BP werde die Wachstumschancen nutzen, die die Energiewende biete. Der Energieriese will seine Öl- und Gasproduktion bis 2030 um 40 Prozent drosseln und gleichzeitig das Geschäft mit Erneuerbaren Energien ausbauen.

Im vergangenen Jahr erzielte BP einen Gewinn von 12,8 Milliarden Dollar nach einem Verlust von 5,7 Milliarden Dollar im Jahr 2020. Gleichzeitig sank die Verschuldung um 8,3 Milliarden auf 30,6 Milliarden Dollar.

Mit der Erholung der Volkswirtschaften von der Pandemie sind die Erdgas- und Strompreise seit Mitte vergangenen Jahres auf einem Höhenflug. Auch beim BP-Rivalen Shell haben höheren Energiepreise die Kassen klingeln lassen. Der bereinigte Gewinn schoss 2021 auf 19,3 Milliarden Dollar von 4,85 Milliarden Dollar im Jahr zuvor.

Da kommen Emotionen auf: Bipolarer Dollar vs. Vernünftiges Edelmetall

In jüngst erschienenen Interviews und Berichten über das vor uns liegende Jahr hob ich insbesondere die Bewegungen des bipolaren US-Dollars als eines der ausschlaggebendsten Marktsignale hervor, die man auf dem Schirm haben sollte.

So wurden beispielsweise Argumente für ein relatives Erstarken des USD hervorgebracht – und zwar (teilweise) auf Grundlage der nimmersatten Euro-Dollar- und US-Repomärkte.

Dahingehend zeigt sich, dass die Zahl der Hedgefonds-Wetten auf steigende USD-Kurse seit Juni 2019 nicht mehr so hoch gewesen ist wie jetzt.

Wie man aber unten sieht, kann man die Stabilität des durch die Fed verzerrten US-Dollars viel eher mit einem dreibeinigen Stuhl an Deck der Titanic vergleichen.

Kurz: Bevor er sinkt, kann und wird der USD in viele emotionale Richtungen schwabbeln.

In der Tat legen die jüngsten Fakten zum bipolaren Greenback nah, dass seine bislang wachsende Stärke möglicherweise am Ende ist, trotz 1.) einer zunehmend strengen Fed, 2.) steigenden Zinssätzen und 3.) einem ansonsten Dollar-positiven Konsens.

Also: Wohin geht es für den USD? Nach oben oder unten?

Die Antwort lautet „ja“.

Schauen wir uns das genauer an.

So klingt es, wenn Tauben weinen

Fangen wir, wie so oft, mit einer Übersetzung des immer wieder unterhaltsamen Fed-Sprechs an – und ein bisschen Musikgeschichte.

Prince, die in Minneapolis geborene Musikikone der 1980er, sang in einem berühmten Song darüber, wie es klingt, wenn Tauben weinen.

Wer aber hören möchte, wie das im Jahr 2022 klingt, der braucht nicht mehr in der Musiksammlung stöbern. Es reicht, im eben erwähnten Minneapolis vorbeizuschauen und nach dem dortigen Präsident der Federal Reserve Bank zu fragen – nach Neel Kashkari.

Seit Jahren zählt Kashkari zu den Moderatesten in der Fraktion der Fed-„Tauben“. Für ihn hätten die Zinssätze bis weit ins Jahr 2024 bei oder nahe null Prozent liegen sollen; eine Haltung, die den „überdruckten“, kostenfreien USD eher nicht beflügelt.

Kehrtwende

Als die „vorübergehende Inflation“ – das 2021er Meme der Fed/ Kashkari (sprich: Lüge, um Zeit zu schinden) – letztlich der 2022er Wirklichkeit weichen musste, wo nun von „beständiger Inflation“ gesprochen wurde, sah sich auch Kashkari gezwungen, das zu tun, was die überwiegende Mehrheit der doppelsprechenden, mathebehinderten, geschichtsblinden und wahrheitsallergischen Fed-Vertreter am besten kann: Kehrtwende machen.

Jüngst gurrte Kashkari von Zinserhöhungen (mindestens 2 für 2022) und der Reduzierung der Fed-Bilanzsumme (d.h. US-Staatsanleihen abstoßen).

Selbst Joe Biden bittet die Fed jetzt um strengeres Verhalten im „Kampf“ gegen jene Inflation, die die Fed ja eigentlich braucht, um Uncle Sams Schuldenstandsquote zu senken.

Selbstverständlich sorgen solche Maßnahmen insgesamt für steigende Zinssätze (30 Basispunkte in 4 Tagen für 10-jährige US-Staatsanleihen Anfang Januar), was in der Theorie (siehe unten) einerseits für steigende USD-Kurse und andererseits für Verluste bei Gold und BTC sorgen müsste.

Wie der Schein trügt

Die Marktsignale erinnern uns stets daran: Nichts ist, wie es scheint.

Kurzsichtige Investoren und reflexartig handelnde Märkte vergessen z.B. Folgendes: Die nominalen Zinssätze mögen zwar steigen, aber eben nicht so schnell wie die währungsentwertende Inflation und der negative Realzins. Und das bedeutet (auf längere Sicht), dass Gold – ungeachtet der relativen Stärke des USD – inhärent stärker wird, und nicht schwächer.

Natürlich werden die Hedgefonds mit ihren Dollarwetten aber auch die Gold-Trader, anders als die Gold-Investoren, immer kurzfristig auf Grundlage von Schlagzeilen verkaufen (oder kaufen), und nicht auf Grundlage langfristiger Fundamentaldaten. Das ist überhaupt nichts Neues.

Letzten Endes war die relative Stärke des USD zu Jahresende ein ablenkender Nebelschleier verglichen mit dem leuchtturmhaft strahlenden Verfall seiner inhärenten Kaufkraft – der eigentliche und reale Indikator in der Schall-und-Rauch-Welt der Zentralbanken.

Auch hier wieder: Dieser Chart des USD im Verhältnis zu einem Milligramm Gold kann gar nicht oft genug gezeigt werden…

Wer jetzt denkt, der USD könne nur steigen, weil doch auch seine relative Stärke zunimmt, der möge vielleicht noch mal nachdenken.

Uh-Oh: Der Bipolare Dollar steigt ja gar nicht mit den Zinssätzen (!)

Ein weiteres Signal, das von Experten und Daytradern mehrheitlich ignoriert wird, ist das jüngste Auseinandertriften von USD und Zinsmärkten.

Das mag vielleicht langweilig klingen, doch bleiben Sie dran! Es ist wirklich ziemlich einfach, aber auch sehr wichtig.

Man kann Folgendes feststellen: Wenn die Anleiheerträge (und folglich die Zinsen) vor dem Hintergrund geldpolitischer Straffungen (oder auch nur in Reaktion auf Tapering-Gerede) steigen, so steigt traditionell auch der USD.

Wie wir aber im Chart unten sehen, entkoppelt sich der US-Dollar (fallende Linie) von der Entwicklung der US-Staatsanleiheerträge (steigende Linie).

Wie kommt das?

Warum sinkt der USD (der sein Hoch im November markierte) trotz einer strengeren Fed und steigender Anleiheerträge?

Druckenmiller hat es uns gesagt

Wer ein offenes Ohr hatte, konnte schon vor einigen Monate hören, wie der legendäre Forex-Trader, Stan Druckenmiller, im Mai vor genau dieser Möglichkeit warnte.

Insbesondere hatte Druckenmiller die US-Zahlungsbilanzprobleme nicht vergessen (d.h. ein 700 Mrd. $ schweres Leistungsbilanzdefizit), das sich nun deutlich verschärfte, weil man im Ausland keine US-Staatsanleihen mehr kaufte, sondern verstärkt COVID-stimulierte Technologie- und Wachstumswerte wie Google, Zoom, Microsoft etc.

Leute, diese Veränderungen der Dollar-Flüsse sind wichtig!

Während diese Wachstums-/Technologiewelle abflaut (wovor Druckenmiller im Fall einer Tapering-Situation warnte), beginnen die Anleger, große Geldmengen auf sichere Rohstoffe und andere eher unbeliebte zyklische Werte umzuverteilen, was die Märkte und den Dollar eher nach unten als nach oben schickt.

Kapitalflüsse sind wichtig

Diese fortschreitende Sektorrotation erleben wir gerade in Echtzeit – weg von den Wachstums-/Technologiewerten (den wahren Kern des S&P) und hin zu den Rohstoffen.

Jedoch bleiben die meisten Investoren, Hedgefonds eingeschlossen, USD-optimistisch, weil sie auf dessen relative Stärke schauen und auf die relativen Zinssätze.

Dabei ignorieren sie, inwieweit sich auch die Kapitalflüsse verändern. Und diese Kapitalflüsse sind eher schlechte als gute Nachrichten für den US-Dollar. Allein schon deshalb, weil der relative Anstieg der Zinssätze wohl nicht ausreicht, um die Wirkung schwächer werdender Dollar-Kapitalflüsse auszugleichen.

Markttechnik ist wichtig

Ziehen wir darüber hinaus die Markttechnik heran, so verdichtet sich das Komplott gegen den US-Dollar.

So erinnerte z.B. Lyn Alden ihre Twitter-Followers kürzlich an Folgendes: Wann immer der Dollar-Index in den letzten Jahrzehnten auf Wochenbasis einen stark überkauften RSI (Relative Strength Index) von 70 aufwies, aber anschließend einem negativen Trend folgte, so hatte das durchweg negative Folgen für den USD.

Schon interessant, dass ihre und Druckenmillers Warnungen durch die Tatsache mehr als bestätigt wurden, dass genau dann, als Technologie- und Wachstumsaktien Ende November anfingen im S&P-Gesamtvergleich schlechter zu performen, …

… auch der USD aufhörte, gemeinsam mit den US-Realzinsen zu steigen.

Aus unserer Sicht ist das kein Zufall, sondern Korrelation.

Der Mix aus sinkenden Dollarflüssen in Technologie- und Wachstumsaktien sowie einer strengen/ zinserhöhenden Federal Reserve kann einen schwachen USD erzeugen. Und für all jene Sektoren, zu denen diese Dollars jetzt unterwegs sind, nämlich Gold, als auch Industriewerte, Energie, Banken und Bitcoin, ist all das ein gutes Zeichen.

Kurz: Selbst steigende Zinsen und ein deutlich telegrafierter Fed-Schwenk von „Taube zu Falke“ werden 1.) die Verschuldungswirklichkeit und 2.) die faktischen Geldflüsse nicht verschwinden lassen. Und diese beiden Faktoren werden den ohnehin schon diskreditierten (entwerteten) US-Dollar kontinuierlich weiter diskreditieren – und mit ihm auch jene Mittelmaß-Truppe, die mit dessen „Verwaltung“ (Manipulation) betraut ist (auch bekannt als Federal Reserve).

Märkte im Jahr 2022 – Da kommen Emotionen auf

Seit Monaten warne ich, dass Zinssteigerungen nicht wirklich spaßig sind. Weder für die ansonsten ignorierte Realwirtschaft noch für die bankrotte Mittelklasse und auch nicht für die schuldengesättigten Risikoanlagemärkte; und die werden dann … naja … emotional reagieren.

Gold steigt natürlich, sobald Emotionen (Ängste) aufkommen.

Gesetzt den Fall, die Fed lässt dem strengen Gerede strenge Politik folgen, so wären in nächster Zeit kurzzeitige Verwerfungen in so gut wie allen Bereichen zu erwarten, mit Ausnahme des bipolaren Dollars und der Finanzwerte.

Man denke aber weiter. Hier sind viele Kräfte im Spiel.

Ein weiterer Fed-Schwenk, zurück auf gemäßigt?

Steigende Zinsen werden auch Aktien, Edelmetalle, Rohstoffe und BTC treffen, allerdings sind für 2022 Kehrtwenden (ein Umschwenken) von moderat zu streng und dann wieder zurück zu moderat sehr gut möglich. Wir können nur abwarten und beobachten, was passiert.

Folge dem Geld – und den Sektoren

In der Zwischenzeit ist die oben erläuterte Sektorrotation mit ihrer Abkehr von Wachstums- und Technologieaktien auf längere Sicht ein gutes Zeichen für Gold und andere unterbewertete Assets, und dorthin blickt das geduldige Geld immer.

Sollte sich hingegen keine Fed-Umkehr zum Moderaten abzeichnen, werden Aktien und Anleihen weiter fallen. Dann wird es wirklich sehr emotional, und das ist letztlich gut für Gold – auch wenn steigende Zinsen es nicht wären.

Übrigens werden die steigenden Zinsen real (also inflationsbereinigt) negativ bleiben, und der hartnäckige, geduldige und unvermeidliche Goldaufwärtstrend wird anhalten.

Bislang, und davor hatten wir das gesamte Jahr 2021 über gewarnt, hat die Fed beim Thema vorübergehende Inflation einfach nur gelogen, während sie vorsätzlich aggressive Inflationierung vorantrieb, um sich ihren Weg aus einem gefährlich hohen Schulden:BIP-Verhältnis mittels Inflation zu bahnen.

Wie erwartet half diese doppelgesichtige Politik vorsätzlicher Inflationierung (in Abgrenzung zu „vorübergehender“ Inflation) dabei, die Schuldenstandsquote der USA zu senken – und zwar auf Kosten der Normalbürger und der Realwirtschaft.

Nicht wirklich schockierend, oder?

Auch wenn die Fed momentan vielleicht stolz auf ihren kleinen Sieg im Chart oben ist (Rückgang der Schuldenstandsquote), so sollte sie den Champagner vielleicht besser zurück in den Kühlschrank legen.

Zu Wenig, Zu Spät

Gemeint ist: Man hat die Inflation nicht stark und lange genug aufflammen lassen, um eine relevante schuldensenkende Kerbe in Uncle Sams ansonsten enormen und beschämenden Kneipendeckel zu schlagen.

Zur Erinnerung: 2021 fielen in den USA beeindruckende Steuereinnahmen an (ein Plus von 30 % im Vorjahresvergleich), allerdings reichten die bis 2022 eingenommenen Mittel nicht aus, um die parallel dazu abfließenden Ausgaben zu decken. Folglich ergab sich ein Defizit von mehr als 350 Mrd. $, während Leistungen und Ansprüche auf Medicare, Social Security und Veteranen-Bezüge schneller wachsen als die Steuereinnahmen.

Sollte die Fed im Jahr 2022 nun geldpolitische Strenge walten lassen und ihre QE-basierten Stützungsprogramme für US-Staatsanleihen wie geplant zurückfahren, so wird aus diesem Defizit mehr als ein rein mathematisches Problem.

Wenn in Washington DC weniger USD per Maus herbeigeklickt werden, so werden andere sich diese benötigen Dollars leihen müssen, was wiederum den Dollar steigen lassen kann.

Verstehen Sie, was ich mit „bipolarem Dollar“ meine?

Nationale wie internationale Gläubiger mit USD-Schulden werden dann andere Assets verkaufen (d.h. Wachstums-Technologieaktien), um zusätzliche Dollars zur Deckung des Schuldenbedarfs aufzutreiben.

Große Teile dieses Selloffs – angetrieben von der Suche nach liquiden USD –, werden auch an den US-Staatsanleihemärkten stattfinden. Das lässt die Anleihekurse sinken, Anleiherenditen und Zinssätze werden folglich steigen, und das versetzt der ohnehin schon angeschlagenen Realwirtschaft weitere Schläge.

Einfacher formuliert: Die Fed beschert uns mehr Inflation, steigende Zinssätze, fallende Anleihepreise, einen nervösen Aktienmarkt und eine stagnierende Ökonomie.

Wie gesagt, im Jahr 2022 wird es wahrscheinlich emotional zugehen, weil selbst die Vertreter einer strengen geldpolitischen Linie zu wenig zu bieten haben, und das auch zu spät.

Denn: Ein „Tapering“ von 10 Martinis pro Tag auf 9 Martinis pro Tag wird am Ende trotzdem die Leber zerstören. Dasselbe gilt für das Spannungsfeld bipolarer USD und geldpolitische Strenge nach Jahren exzessiv laxer Zentralbankenpolitik.

Jupp: Angesichts monetärer und fiskaler Expansion im Umfang von Billionen und Aberbillionen fallen die „Kürzungen“ der Fed zu gering aus und kommen zu spät.

Und das heißt wieder: Jetzt wird’s emotional.

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Hapag-Lloyd gibt keine Entwarnung bei Lieferketten

Hamburg (Reuters) – Lieferengpässe und hohe Preise im Containerverkehr werden Wirtschaft und Verbrauchern nach Einschätzung der Reederei Hapag-Lloyd vorerst weiter zu schaffen machen.

“Die Belastungen der Lieferketten werden ein Problem bleiben”, sagte Konzernchef Rolf Habben Jansen am Montagabend zu Journalisten. Er zeigte sich allerdings optimistisch, dass vom zweiten Quartal an eine Entspannung einsetzen werde. “Sobald wir die jetzige Omikron-Welle hinter uns haben, sollten die meisten Leute wieder in der Lage sein, zur Arbeit zu gehen”, sagte der Reedereichef. Dann dürfte die Be- und Entladung der Schiffe wieder reibungslos funktionieren und sich die Staus vor den Häfen an der Westküste der USA auflösen.

Voraussetzung sei, dass es durch die Tarifverhandlungen der Hafenarbeiter in den USA nicht zu erneuten Verzögerungen komme, schränkte Habben Jansen ein. Die Dockarbeiter sind gewerkschaftlich stark organisiert und wollen höhere Löhne durchsetzen.

Die Pandemie hat den Schiffsverkehr weltweit durcheinandergewirbelt. Containerreedereien können ihre Fahrpläne nicht einhalten, weil Häfen überlastet sind und sich die Schiffe davor stauen. Dadurch kommt es zu Lieferverzögerungen, die auf die Produktion durchschlagen. Die Frachtraten, die Reedereien ihren Kunden für den Transport ihrer Güter in Rechnung stellen, sind im vergangenen Jahr durch die Decke gegangen.

Die Schifffahrtsunternehmen profitieren davon und schreiben Rekordgewinne. Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd konnte ihr operatives Ergebnis (Ebit) im vergangenen Jahr versiebenfachen auf 9,4 Milliarden Euro. Der Gewinn solle zum Teil an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Außerdem sollen weitere Schiffe und Container angeschafft werden, um die Kapazitäten zu erhöhen.

Habben Jansen trat dem Vorwurf entgegen, die Reedereien würden Frachtraum knapp halten und so für hohe Preise sorgen. “Jedes Schiff, das wir haben, wird eingesetzt. Wir halten mit Sicherheit keine Kapazitäten zurück.”

Der Hapag-Lloyd-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass ab dem zweiten Quartal eine Entspannung einsetzen werde. Von dem Zeitpunkt an dürfte es sechs bis acht Monat dauern, bis sich der Markt normalisiere. Er gehe aber nicht davon aus, dass die Preise auf das Niveau der Jahre 2018 und 2019 zurückgehen werden. Das liege an gestiegenen Kosten für Schiffscharter, die Abfertigung an den Containerterminals und Treibstoff.

An einen Einstieg ins Luftfrachtgeschäft denkt Hapag-Lloyd im Gegensatz zu einigen anderen Reedereien nicht. “Eine Airline zu betreiben, betrachten wir nicht als logische Erweiterung von dem, was wir tun.” Die weltgrößte Containerreederei MSC will mit der Lufthansa als Partner bei der italienischen Staatslinie ITA einsteigen.

Ex-Coba-Chef Blessing soll Verwaltungsrat der Danske Bank leiten

Kopenhagen/Frankfurt (Reuters) – Der ehemalige Commerzbank-Chef und UBS-Top-Manager Martin Blessing soll bei der Danske Bank den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen.

Danske Bank werde Blessing als Nachfolger für Karsten Dybvad vorschlagen, der bei der nächsten Hauptversammlung zurücktrete, teilte Dänemarks größtes Geldhaus am Dienstag mit. Dybvad war vor gut drei Jahren mit dem Ziel angetreten, Danske Bank nach dem milliardenschweren Geldwäscheskandal wieder auf Kurs zu bringen. Blessing war 2020 in den Danske-Verwaltungsrat eingezogen. Sollte er zum Chef des Gremiums gewählt werden, werde er dafür sorgen, dass sich die positive Entwicklung der Bank fortsetze, versprach der 58-Jährige.

Blessing war von 2008 bis 2016 Chef der Commerzbank. Er ging dann zur Schweizer Großbank UBS, wo er zunächst für das Schweizer Privatkundengeschäft zuständig war. 2018 wurde Blessing Co-Chef für die Kernsparte Vermögensverwaltung. Nach einer eher schwachen Entwicklung der Abteilung musste er nach nur drei Jahren bei der UBS seinen Hut nehmen. Zuletzt war Blessing vor allem im Geschäft mit leeren Unternehmenshüllen (SPACs) in Erscheinung getreten.

Der massive Geldwäscheskandal der Danske Bank hatte die gesamte Branche erschüttert. Über die estnische Danske-Niederlassung wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen in einem Volumen von 200 Milliarden Euro abgewickelt. Die Danske-Hauptversammlung ist für den 17. März geplant.

Investor Thiel kehrt Facebook den Rücken – Fokus auf Politik

Bangalore (Reuters) – Der Facebook-Investor und Tech-Milliardär Peter Thiel zieht sich aus dem Verwaltungsrat des Internetriesen zurück.

Einem Insider zufolge will sich der deutschstämmige Donald-Trump-Berater voll auf die Politik konzentrieren. Thiel wolle bei den Kongresswahlen republikanische Kandidaten unterstützen und die Agenda des ehemaligen US-Präsident Trump voranbringen, sagte der Insider. Thiel war einer der ersten Investoren bei Facebook.

Er werde bis zur Hautversammlung an Bord bleiben und stehe danach zur Wiederwahl nicht zur Verfügung, teilte der inzwischen Meta heißende Konzern mit. Facebook-Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg dankte ihm für seinen langjährigen Einsatz. Thiel hatte Facebook 2004 eine halbe Million Dollar zur Verfügung gestellt und dafür zehn Prozent der Anteile und einen Sitz im Kontrollgremium bekommen. Inzwischen ist Meta an der Börse mehr als 600 Milliarden Dollar wert. Ob Thiel noch beteiligt ist, ist nicht bekannt.

Thiels politisches Engagement und seine Unterstützung für Trump hatten in den vergangenen Jahren für Unmut bei Investoren und in der Tech-Branche gesorgt. Zu Reichtum brachte es der in Deutschland geborene Investor durch die Mitgründung des Zahlungsdienstleisters Paypal. Er beteiligte sich außerdem an der Vermietungsplattform Airbnb und dem von Elon Musk gegründeten Raumfahrtunternehmen SpaceX. Zudem ist er Großaktionär des Datenanalyseunternehmens Palantir, das für Geheimdienste arbeitet.

Nissan rechnet mit mehr Gewinn – Einsparungen und schwacher Yen helfen

Tokio (Reuters) – Der japanische Autobauer Nissan rechnet angesichts der starken Autonachfrage und des schwächeren Yen mit einem höheren Gewinn.

Der Renault-Partner hob am Dienstag seine Prognose für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr 2021/22 um 17 Prozent auf umgerechnet 1,6 Milliarden Euro an. Von Refinitiv befragte Analysten sind nicht so optimistisch. An seinem Absatzziel von 3,8 Millionen Autos hielt der drittgrößte japanische Autohersteller fest.

Wie andere große Autobauer auch bekam Nissan die Chipkrise zu spüren und musste seine Produktion drosseln, obwohl die Nachfrage nach Fahrzeugen in wichtigen Märkten wie China und den USA sich erholt. Doch zugleich steigen die Preise für Neuwagen, weil Autohändler weniger Rabatte geben müssen. Im abgelaufenen dritten Quartal verdoppelte sich der Betriebsgewinn in etwa auf umgerechnet 395 Millionen Euro und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Chip-Designer Arm strebt nach gescheitertem Verkauf an die Börse

(Reuters) – Der britische Chip-Designer Arm will nach dem gescheiterten 80 Milliarden Dollar schweren Verkauf an den US-Grafikkartenspezialist Nvidia an die Börse.

Ein Gang auf das Börsen-Parkett sei vor März 2023 geplant, teilte Arm, die zum japanischen Technologieinvestor Softbank gehören, am Dienstag mit. Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass der 2020 bekanntgegebene Deal mit Nvidia nach Bedenken der US-Handelsbehörde FTC endgültig vom Tisch ist. Nun will Arm unter dem neuen Chef Rene Haas das Wachstum aus eigenen Kräften beschleunigen. Haas arbeitet seit 2013 für Arm und war zuvor sieben Jahre für Nvidia tätig.

Laut Arm-Eigner Softbank kletterte der Umsatz des Chip-Designers von April bis Dezember um 40 Prozent auf zwei Milliarden Dollar. Der japanische Technologieinvestor muss nun wegen des gescheiterten Verkaufs Gebühren von 1,25 Milliarden Dollar an Nvidia überweisen.

ACEA – Europas Automarkt bleibt auch 2022 unter Vorkrisenniveau

München (Reuters) – Der europäische Automarkt kehrt nach zwei Jahren mit rückläufigen Absatzzahlen 2022 wieder auf den Wachstumskurs zurück.

Der europäische Branchenverband ACEA sagte am Dienstag ein Plus von 7,9 Prozent voraus. Insgesamt werde mit 10,5 Millionen Neuzulassungen gerechnet, teilte der Verband mit. Damit bleibe der Markt aber weiterhin rund ein Fünftel unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019.

Die Halbleiter-Knappheit, die in den vergangenen Monate bei zahlreichen Autoherstellern für Produktionskürzungen gesorgt hatte, wird sich nach Ansicht des ACEA im laufenden Jahr verbessern. EU-Binnenmarktskommissar Thierry Breton stellt am Dienstag den europäischen Chips Act vor, mit dem die Halbleiterindustrie in der EU gefördert werden soll. Der ACEA forderte angesichts dessen die EU auf, ihre Abhängigkeit von Zulieferern im Ausland zu reduzieren, um in der Zukunft weitere Verwerfungen für die europäische Wirtschaft zu vermeiden.