Von Stürzenden Märkten & Steigendem Gold

Es ist faszinierend zu beobachten, wie Marktexperten, politische Entscheidungsträger, Geschäftsbanker und andere mediengestützte Experten taffe Ansagen machen zur Notwendigkeit von Inflationsbekämpfung, Zinserhöhungen sowie Zentralbankenbilanzkürzungen.

In der Tat könnten solche markanten Auftritte geradezu komisch wirken, wenn sie nicht so tragisch wären.

Das aktuelle Kriegsgeschrei zum Kampf gegen eine nachhaltige und eben nicht vorübergehende Inflation (wovor wir vor einem Jahr warnten) läuft allerdings auf „zu wenig, zu spät“ hinaus.

So „wissenschaftlich“ wie die Diskussion um „Maske oder keine Maske“ geführt wird, so wissenschaftlich ist auch das sich stets wandelnde Narrativ der US-Notenbank beim Thema „vorübergehende oder langfristige Inflation“. Alles in allem ist es ein an Verlogenheit grenzendes Schauspiel der Inkompetenz, denn wie der Anstieg des Geldangebots war auch das Aufkommen von Inflation ganz deutlich absehbar.

Der letzte Schrei sind inzwischen die Debatten um harte oder akkommodative Zentralbankenpolitik (streng vs. lax / Falke gegen Taube); doch auch sie sind auf ihre Weise wieder eine Tragikomödie aus unverblümter Verwirrung und ebenso unverblümter Scheinheiligkeit.

Aus unserer Sicht ist dieses ganze „Tapering-Thema“ kaum mehr als politisches Gehabe. Effektive Politik ist es jedenfalls nicht, weil auch hier Mathematik, Geschichte und gesunder Menschenverstand außen vor gelassen wird.

Die Nimmersatten fordern eine Diät?

Plötzlich fordern auch jene, die diese Megablase schufen und nutzten, mit Nachdruck Beschränkungen und Disziplin ein, obgleich jahrelang zu beobachten war, wie mittels laxer US-Notenbankpolitik die größte Vermögenswertblase der modernen Geschichte aufgebläht wurde (und die größte Vermögensungleichverteilung seit der Französischen Revolution entstand).

Ein ganz schön dickes Ding…

Sie können, so scheint es, die Inflationsdaten nicht mehr leugnen, welche auf Jahresbasis eine Inflation von 7 % ausweisen. Doch anscheinend ignorieren sie nach wie vor, welch unnatürliche Inflation im S&P stattgefunden hat…

Wie ich gerne sage: Ironien des Schicksals gibt es hier zuhauf.

Genau jene Akteure, die uns Fake-Liquidität und gedrückte Zinssätze bescherten, um diese Monsterblase zu erschaffen, schreien plötzlich nach geldpolitischen Straffungen und Zinserhöhungen, die diese Blase zerstören werden.

Eklatante Beispiele für solche komödienhafte Mathematikfremdheit und unverblümte Scheinheiligkeit, die sich hinter jenen Posen der Strenge und Disziplinierung verbergen, hatte ich im meinem letzten Artikel Goldman Sachs und Bridgewater schon aufgezeigt.

Solcher „Nachkriegsmut“ der Experten ist nichts Neues, und an andere Stelle hatte ich schon offen davor gewarnt, dass die auf Gruppendenken abzielenden Ratschläge sogenannter „Experten“ eine echte Gefahr darstellen.

Natürlich ließe sich diese Kritik auch gegen unsere eigene Expertise (oder Bias?) richten, was die Rolle von Goldeigentum in einem unverkennbar verzerrten und längst bröckelnden Finanzsystem angeht.

Na gut. Schon verstanden.

Doch wer einfach nur hinausblickt über diesen immensen Nebel aus entkontextualisierten Tweets, unvollständigen Daten, endlosen Makrodebatten, zur Schau getragener Diszipliniertheit/ Strenge, der sieht in der vorhersagbaren (und düsteren) Zukunft des Weltfinanzsystems im Allgemeinen und insbesondere im hellen Gold-Horizont einen klaren Wegweiser und keine einseitige Edelmetallvorliebe.

Der 300 Bill. $ schwere Elefant im Zimmer

Doch wie kann man sich dessen sicher sein – in einer Welt, in der nichts sicher scheint?

Die Antwort lässt sich auf die ehrlichen aber auch harten mathematischen Erkenntnisse zur rekordbrechenden Verschuldung reduzieren.

Mit 300 Bill. $ (Tendenz steigend) hat die globale Verschuldung schon vor langer Zeit den Rubikon der Nachhaltigkeit überschritten, und kein noch so umfangreicher „Stimulus“ oder versprochenes BIP-Wachstum (derzeit stagnierend bei 1/3 der globalen Verschuldung) kann diese desaströsen Konsequenzen jemals abwenden.

Das gemeinsame Versprechen verzweifelter Nationalstaaten und begieriger Banker (Stichwort: toxische Beziehung), dass die tödliche Schuldenkrankheit durch mehr Schulden heilbar sei, hat sich, wie Geschichte und Mathematik zeigen, noch nie bewahrheitet. Kein einziges Mal.

Die harte aber ungeschönte Wahrheit lautet hingegen (wie David Hume vor hunderten Jahren schon warnte): Zu hohe Schulden zerstören Ökonomien immer.

In diesem Zusammenhang verdient die Tatsache, dass nie zuvor in der Geschichte der Kapitalmärkte so hohe globale wie nationale Verschuldungsstände erreicht wurden, vielleicht einer ehrlichen Analyse; und die Beobachtung historischer Schulden-Katastrophen-Muster ist dabei vorrangig eine mathematische Angelegenheit und weniger eine politische oder akademische.

Das traf und trifft nicht nur auf Orte wie Jugoslawien, Venezuela, Argentinien, die Weimarer Republik, Paris im 18. Jh. oder Rom im 3. Jh. zu, sondern ebenso auf die einst so mächtigen VS von Amerika, wo derzeit die Weltreservewährung des 21. Jahrhunderts beheimatet ist.

Angesichts einer Gesamtverschuldung von Haushalten, Unternehmen und öffentlicher Hand, die an der 90-Billionen $-Marke kratzt und realen Zinskosten, die mehr als 100 % der US-Steuereinnahmen betragen, ist es ehrlich gesagt fast unmöglich zu verstehen, warum diese tickende Schuldenzeitbombe noch nicht zur täglichen Schlagzeile geworden ist.

Such nach den Blüten, nicht nach dem Mist, auf dem sie wachsen!

Die Antwort auf diese Frage finden wir zum Teil in den stets so vertrauenswürdigen und stets so hoffnungslosen Versuchen von Bankern, Politikern und Teleprompter-Vorlesern, nur das zu sehen, was sie sehen wollen (und nur das zu zeigen, was Sie sehen sollten).

Dank massiver Defizitfinanzierung, Hilfspaketen für die Wall Street, Zuwendungen an die Banken und Gratis-Schecks für’s Volk im Jahr 2020 überrascht es nicht, dass die Bilanzen des Privatsektors nicht ganz so hässlich ausfallen wie vor 2020.

Und so etwas sollte man, nach dem Dafürhalten von Experten, auch zu sehen bekommen. Na schön!

Und was die US-Haushalte betrifft: Ihre Schuldendienstquoten haben einen logischen und verständlicherweise bequemen Rückgang verzeichnet:

Abgesehen von solchen gelobten und immer wieder gefeierten Fortschritten (Datenblüten) inmitten der US-Schuldenlandschaft bleiben die weitaus toxischeren Verschuldungszustände (d.h. Misthaufen) auf Staatsebene quasi unerwähnt. Uncle Sams Kneipeldeckel von 30 Bill. $ zeugt nicht mehr von einem peinlichen Trunkenbold, sondern bald schon von einer Alkoholleiche.

Im Nebel der Marktverzerrungen

Analog zum Kriegsnebel sorgt auch der Nebel der Marktverzerrungen dafür, dass aufrichtige Investoren die Orientierungshilfen (oder den goldenen Leuchtturm) kaum noch erkennen können.

Mit Blick auf die Orientierungswirklichkeit amerikanischer Politik, die im Schuldenrausch unendlich viel mehr Schuldscheine (d.h. US-Staatsanleihen) ausstellt als sie Einkommensquellen auftut, stellt sich zwangsläufig die Frage, wer diese Schuldscheine denn eigentlich kauft?

Das Diagramm unten stellt dies unmissverständlich klar.

Während der Strom aus Schuldscheinen nicht abreißt (steil steigende blaue Linie), ist der Ankauf dieser Schuldscheine durch ausländische Akteure weggebrochen.

Was diese Daten bestätigen, ist nicht schwer zu erklären: Seit der Krise von 2008 sind die wichtigsten Käufer von US-Schulden die Zentral- und Geschäftsbanken gewesen – und all das mit Mausklick-Geld.

Wie Märkte einbrechen

Unterdessen lehnen sich jetzt einige dieser Banker aus dem Fenster und fordern 2 bis 7 Zinssatzerhöhungen für 2022 oder eine Reduzierung der G4-Zentralbankbilanzen um mindestens 2 Bill. für eben dieses Jahr. Doch hat dabei irgendjemand kurz innegehalten und sich folgende simple Frage gestellt:

Wenn die QE-Unterstützung für den Anleihemarkt zurückgefahren wird und in der Folge Anleiheerträge und Zinssätze deutlich steigen (was schon Fall ist und in Zukunft weiter sein wird), was geschieht dann mit diesem einst akkommodierten Anleihemarkt und was wird aus dem schuldentriefenden Aktienmarkt?

Nun, man kann es unumwunden sagen: Sie werden auf Grund gehen.

Haiflossen aus den Tiefen des Anleihemarktes gesichtet

Sollte sich das noch theoretisch, aber nicht unausweichlich, anhören, dann schauen Sie sich einfach an, was vor lauter Bäumen gerade übersehen wird – nämlich einbrechende globale Anleihemärkte und somit auch steigende globale Zinsniveaus.

In der Zeit vor den jüngsten „taffen Ansagen“ großer Akteure war der globale Anleihemarkt viele Jahre lang in den Genuss einer Zentralbankenpolitik gekommen, die in ihrer Kauffreude selbst schrottige Staats- und Unternehmensanleihen erwarb, so dass die Anleiheerträge (welche sich invers zum Anleihekurs bewegen) zum ersten Mal in der Geschichte global auf negative Stände fielen (negativ verzinste Anleihen in einem globalen Gesamtvolumen von sage und schreibe ca. 19 Bill. $!).

Doch allein in den letzten Wochen haben die zunehmenden „taffen Ansagen“ großer Akteure dazu geführt, dass der zuvor so schön „akkommodierte“ Anleihemarkt derart aufgeschreckt wurde, dass die Anleihekurse in den Keller gehen und die Zinssätze nun auferstehen wie Lazarus.

In der Folge hat sich das Volumen der negativ verzinsten Schulden innerhalb einer einzigen Woche (!) praktisch halbiert, wie folgender Bloomberg-Chart bestätigt:

Jeder, der sich eingehend mit den historisch beispiellosen Dimensionen der schuldentriefenden und schuldengetriebenen Risikoanlagemärkte beschäftigt, weiß aber: Steigende Anleiheerträge sind für Anlagewertblasen genau das, was heranziehende Haiflossen für den Surfer sind: schlechte Nachrichten.

Da die gemeinsame Bilanzsumme der G4-Zentralbanken bei mehr als 30 Bill. $ liegt, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie man für die steigenden Kosten der eigenen Staatsverschuldung aufzukommen gedenkt, sobald die Geldpolitik streng wird, die Spekulativgelddrucker „auf Sparmodus“ geschaltet sind und die Zinssätze (folglich auch die Schuldenkosten) in die Höhe getrieben werden?

Wir denken: All jene, denen heute vor Strenge und Disziplinierungswillen die Brust schwillt, werden sich morgen in die Ecken verkriechen.

Gold macht aufschlussreiche Bewegungen

Im Kontext zunehmender Verzerrungen, ignorierter Warnungen, zu spärlichem und zu spätem Klartext sowie längst überfälligen geldpolitischen Kürzungen kommt es, wie klar ersichtlich ist, auch zu Veränderungen.

Traditionell gelten steigende Anleiheerträge und Zinssätze normalerweise als gut für den US-Dollar – und als weniger gut für Gold und praktisch alle anderen Anlageklassen.

Nach derart langjährigen Zentralbankeninterventionen, Akkommodierungen, Experimenten und Verzerrungen ist aber auch klar, dass im Grunde nichts mehr normal oder traditionell ist.

Eine der vielen Eigenschaften von Gold ist seine historische Ehrlichkeit, und wenn Gold steigt – so sehen wir es –, dann legt es offen, dass die jüngsten taffen Ansagen von oben im Grunde nur Sch__ß sind.

So waren z.B. die Märkte davon ausgegangen, dass Gold, angesichts der jüngsten, unvorstellbaren Anleiherenditeerhöhungen, hunderte Dollars fallen werde.

Doch stattdessen stieg der Goldpreis.

Denn Gold weiß, was Lagarde und Powell lieber gar nicht erst zugeben wollen – nämlich: Die Systeme brechen auseinander.

Gold weiß, dass der taffe Klartext von oben die enorm gewachsene Verschuldung komplett ausklammert, aus der sich aber, und zwar Tag für Tag, ein desaströser Aufstieg der Anleiherenditen (und Haiflossen) ergibt.

Gold weiß auch, dass das heute so angesagte Tapering nicht von Dauer sein wird, und dass den versprochenen Bilanzkürzungen später wieder Bilanzausweitungen folgen werden (d.h. mehr Geldschöpfung).

Nehmen wir die Bank of Japan als Beispiel. Sie hat quasi bis zum Anschlag quantitativ gelockert, um die Renditen der 10-jährigen Anleihen mittels unbegrenzter Ankäufe japanischer Staatsanleihen am Boden zu halten.

Warum?

Weil man weiß, was die Federal Reserve uns nicht sagen wird: Bankrotte Nationen können sich steigende Zinsen nicht leisten.

Gold sieht, anders formuliert, das zuvor erwähnte Auseinanderdriften von US-Anleihebegebung einerseits und Anleihenachfrage andererseits, woraus sich unvermeidlich noch mehr US-Geldschöpfung und US-Ertragskurvenkontrolle ergeben wird, weil der Fed die Optionen fehlen und sie nur noch „japanischer werden“ kann.

Langfristig steigt Gold, auch wenn es zwischenzeitlich kurz fallen und /oder fluktuieren kann.

Doch während Währungen und Finanzsysteme (von diskreditierten Banken hin zu grotesk riskanten Derivatemärkten) im Todessog der Anleihemärkte an Vertrauen verlieren, wird die Rolle und der Wert des Goldes in Gramm und Unzen bemessen werden – und nicht in nutzlosen Dollars oder Euros.

Große Störungen bringen auch extreme Preisbewegungen. Doch die Informierten, Geduldigen und Gefassten besorgen sich eine Versicherung lieber vor dem Ausbruch des Feuers, und nicht erst danach.

In diesem Kontext konnten wir in letzter Zeit die Aktivität einiger interessanter und sehr großer Goldkäufer beobachten. Und es stellt sich die Frage, wer er/sie/es ist und was er/sie/es weiß und kommen sieht…?

Als Hinweis: Wir denken, dass es ein staatlicher Käufer ist…

Während Währungen sich aufblähen und im Gegenzug abwerten, während Blasen wachsen und wiederum platzen, während Experten quaken und wieder von der Bildfläche verschwinden, während Verschuldung wächst und im Gegenzug zerstört, ist Gold stets der geduldige, reale Vermögenswert, der – anders als alles andere – das letzte Wort haben wird im zunehmend diskreditierten Wortgeklingel, das uns heute von oben erreicht.

Wer genauso viel über Geschichte und Mathematik weiß wie über Währungen und Schuldenblasen, dem bereiten Goldtageskurse kein Kopfzerbrechen, weil die Strategie klar und immer gleich bleibt: Gold ist die ultimative Absicherung gegen Währungen und Systeme, die schon jetzt zu Schutt und Asche verbrennen.

Goldman Sachs & Bridgewater: Auf anständig machen, kurz vor der Implosion

Von Tugendschau zur taffen Eliteansage

Seit einigen Jahren ist zu beobachten, wie in praktisch allen Bereichen – von ethnischen Spannungen bis zur Impfakzeptanz – gerne Tugendhaftigkeit zur Schau getragen wird, die zugegebenermaßen fragwürdig ist.

Ich denke dabei auch an Hollywoods edelste Vertreter, welche John Lennon singen oder aber an Howard Stern und Arnold Schwarzenegger, die frömmelnd die Ungeimpften kriminalisieren.

Mit anzusehen, wie Menschen, die völlig fremd in der Materie sind, Kenntnis und Urteilsvermögen vortäuschen, mag auf viele von uns komisch wirken, doch leider ist es auch sehr tragisch.

Wer sich hingegen mit aufgeblähten Risikoanlagen, bedrängten Zentralbanken, fatalen Schuldenständen und Führungsinkompetenz beschäftigt, dem dürfte das plötzlich vermehrt aufkommende Gezeter von Stinktieren, die der heimischen Finanzelite entstammen, bald ebenso tragikomisch vorkommen.

Angsthasenspiel: Wie Bank-Falken mit dem Märkten spielen

Seit über einem Jahr warnen wir davor, dass die deutlich artikulierte Bereitschaft der Fed zur „Bilanzsummenstraffung“ einerseits sowie deutlich „telegrafierten“ Zinserhöhungen andererseits nichts Gutes ahnen lässt für die schuldengetränkten Wertpapiermärkte, deren Überleben allein noch am Niedrigzins/ billigen Finanzierungskosten hängt.

Kurz: Wenn uns die US-Notenbank mit ihrer Niedrigzinspolitik die aktuelle Everything-Bubble beschert hat, dann wird eine strenge, zinstreibende Zentralbank diese Bubble auch wieder verschwinden lassen.

Solchen Selbstverständlichkeiten zum Trotz ließen sich einige Experten dazu hinreißen, in letzter Minute selbst ein paar aufgeplusterte, taffe Ansagen beizusteuern – im Angsthasenspiel zwischen einer Zentralbank und einen zentralisierten Markt.

Danke für nichts Goldman Sachs

Härte und Mut markierend zeigte sich nun der Präsident der Goldman Sachs Group, Inc., John Waldron, offen kritisch gegenüber der Unabhängigkeit der Fed sowie steigender Inflationsquoten.

Er erklärte dahingehend kürzlich, „man müsse wohl Paul Volcker zurückholen“, um die allgemeinen Entwicklungen durch Zinserhöhungen abzufangen und die dringend benötigte Disziplin in unsere überhitzten Märkte zu bringen.

Das ist ja mal ‘ne Ansage.

Waldron – Sprachrohr einer Bank, die offenkundig mit staatlichen Rettungspakten aber auch rekordbrechender Marktblasenbildung in Verbindung steht – meinte zudem noch, dass die Federal Reserve besser mit gerechter und stetiger Hand geführt werden sollte, „die nicht darauf schaut, was an den Märkten passiert.“

Womöglich hat Waldron ganz vergessen, dass auch Goldman Sachs in der Zeit um 2006 keine wirklich „gerechte und stetige Führungshand“ im ABS/CDS-Desaster bewiesen hatte.

Nun ja, solche Ironien des Schicksals gibt es hier wirklich zuhauf…

Eine so deutliche Ansage ist schon ein ziemlich dickes Ding! Gerade wenn sie von einem Banker kommt, der weiß (und stets wusste), dass das geheime aber doch hauptsächliche Fed-Mandat immer schon die Stützung eines ansonsten zum Scheitern manipulieren Marktes gewesen ist – einschließlich aller Too-Big-To-Fail-Banken, wie der seinen. Man frage nur den ehemaligen US-Finanzminister – zuvor Goldman-CIO – Hank Paulson oder aber den ehemaligen FED-Chef und späteren Marktmacher (-magier) Ben Bernanke.

Waldron weiß aber auch, dass die parabolischen Zuwächse an den Aktienmärkten nach März 2020 direkt korreliert sind mit einer Verdoppelung der Fed-Bilanzsumme auf über 9 Billionen $ innerhalb von nur 2 Jahren; ein Schachzug, den andere Zentralbanken kopierten…

Erstaunlicherweise kritisiert Waldron die Federal Reserve trotzdem öffentlich dafür, dass es ihr seit 40 Jahren an Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit fehle. Keine schockierend neue Einsicht für alle, die die offene Beziehung zwischen der Fed und der völlig von der Fed abhängigen US-Regierung im Blick haben.

Urplötzlich meint Waldron, als sei er gerade aus einem 40-jährigen Dornröschenschlaf erwacht, dass es die Fed jetzt mit dem Gelddrucken zu weit getrieben habe (siehe oben) … ?

Zu Wenig, Zu Spät

Wenn Waldon jetzt Mut markiert, wie ein Soldat, der sich erst nach Kriegsende freiwillig einziehen lässt, dann ist das zu wenig, und es kommt auch zu spät.

Sie haben ja Recht Mr. Waldron, die Bilanz der US-Notenbank ist ein beschämendes Armutszeugnis, allerdings nicht erst seit gestern… .

Jede signifikante Reduzierung der US-Staatanleiheankäufe würde auch einen signifikanten Rückgang der Anleihepreise bewirken und somit zu einem signifikanten Anstieg der Anleiheerträge als auch Zinssätze führen.

Wir wissen zumindest (außer vielleicht Mr. Waldron, wie es scheint): Für einen Weltmarkt, der sich aus dem größten Schuldenberg der Geschichte speist, wirken Zinserhöhungen vom Typ „Volcker“ wie im Wasser auftauchende Haiflossen. Bequemerweise blieb dieser Schuldenberg, mit all seinen fatalen Konsequenzen, im öffentlichen Aufschrei Waldrons unerwähnt.

Sobald es zu teuer wird, diese (Staats-, Unternehmens- und Privat-) Schulden zu bedienen, implodiert das gesamte System. Punkt. Und Ende.

Und implodieren wird es.

Also, Mr. Waldron: Warum vergaßen Sie, diesen „fun fact“ in Ihrem jüngsten „Aufreger“ auf Bloomberg zu erwähnen?

Danke für Nichts, Mr. Waldron

Man braucht es eigentlich nicht erwähnen: Je größer die Blase, desto größer, danach beim Platzen, der „Krach“. Und in diesem Kontext ist Goldman, zusammen mit der Fed, ein zwangloser Partner beim Entstehen der größte Risikoanlagenblase gewesen, die es in der Geschichte der modernen Kapitalmärkte je gegeben hat (siehe unten). Kurz: Danke für nichts, Mr. Waldron.

Wenn Waldron jetzt die Alarmglocken läutet, dann riecht das stark nach einem unkaschierten (und auch scheinheiligen) Versuch, sich und seine Bank für einen späteren „Ich-hab’s-doch-gesagt“-Moment zu positionieren (wobei schon jetzt die Tugendhaftigkeit des frühen Mahners markiert wird?). Fast schon so dreist wie Larry Summers, der damals vor Schulden warnte, obwohl er eben noch die Derivatemärke dereguliert hatte, welche dann 2008 die Märkte zur Hölle fahren ließen.

Oder, wie schon an anderer Stelle geschrieben: Experten ist eben nicht immer zu trauen.

Dem mutigen Taper-Talk und kühnen Fed-Attacken zum Trotz erwähnt Waldron an keiner Stelle (wirklich an keiner!) die regelrecht astronomischen Verschuldungsstände in den USA und weltweit.

Leute wie Waldron (aber selbst Genies wie Jeremy Grantham) übersehen immer wieder diesen (nationalen, fiskalischen als auch globalen) Elefant im Zimmer; denn sobald der Schuldenmarkt unter seinem Eigengewicht (und unter den steigenden Zinssätzen im Tapering-Szenario) zusammenbricht, werden Wertpapiermärkte, Währungen und folglich Ökonomien überall auf der Welt in eine Abwärtsspirale gezogen.

Und welche Tugenden werden Banken wie Goldman dann vorschützen?

In der Zwischenzeit, und im ständigen Kampf gegen das anstehende Ausbluten, wird man womöglich massenhaft neues Fiat-Computergeld herbeiklicken, um das eigentlich unrettbare und Fed-erzeugte Schuldenmonster weiter zu schützen.

Natürlich wirken solche „Dauernotfallmaßnahmen“ tödlich für die Kaufkraft von Währungen, wahrscheinlich werden sie auch der Auslöser des gar-nicht-so-geheimen „Bretton Woods 2.0-Resets“ sein, den der IWF schon 2020! deutlich durchscheinen ließ.

Mehr markierte Strenge: Bridgewater mischt mit

Unterdessen werden auch bei Bridgewater harte Schwinger in Richtung Fed ausgeteilt. Hier übernimmt Greg Jensen, der – nachdem er jahrelang die beschämend grotesken, unnatürlichen und beispiellosen Auswüchse im S&P, DOW und NASDAQ beobachte (und auch nutzte) – ganz plötzlich eingesteht, dass die Zeit jetzt reif sei für strenge Fed-Politik und auch für Härte mit den Märkten.

Auch das ist ein ganz schön dickes Ding… und es kommt ebenfalls zu spät, Mr. Jensen.

Schauen Sie sich nur das Ausmaß dieser Aktienmarktblase an, an der sich Banken wie Goldman und Fonds wie Bridgewater seit mehr als 10 Jahren im Umfeld exzessiver Fed-Geldpolitik ungeniert labten:

Leute, wenn der Chart kein Beweis für die Existenz einer fatalen und Fed-erzeugten Megablase ist, dann weiß ich auch nicht…

Historische Persönlichkeiten von David Hume bis Ludwig von Mises (ganz zu schweigen von Thomas Jefferson oder Andrew Jackson) hatten davor gewarnt, und die Geschichte – vom Alten Rom über das Frankreich der 1790er bis hin zu Bear Stearns 2008 – hat es bestätigt: Je größer die schuldeninduzierte Party, desto tödlicher der Kater.

Jensen zumindest prognostiziert einen Kater am Aktienmarkt von mindestens -20 % für den Fall, dass die Fed jetzt Rückgrat bekäme und geldpolitisch streng werde/ bliebe (was er der US-Notenbank mit seinem „tugendhaften Ratschlag“ ja nahelegt).

Also wirklich Mr. Jensen: 20 % ist derart optimistisch, dass es fast schon albern wirkt.

Eine kurze Lektion in Mittelwertrückkehr

Ich möchte Mr. Jensen von Bridgewater an eine kleine, simple Marktkraft erinnern, die er mit seinen Kollegen in Connecticut sicherlich schon mal am Wasserspender diskutiert haben dürfte: die Mittelwertrückkehr.

Die Rückkehr zum Mittelwert ist in der Tat eines der beständigsten und natürlichsten Gesetze – selbst in unnatürlichen/ künstlichen Märkten wie den unseren.

Das heißt: Überkaufte als auch überverkaufte Wertpapiere werden am Ende unausweichlich wieder zu ihren preislichen Mittelwerten ‘zurückkehren’.

Also sehr ähnlich einem Gummiband, das (nach oben oder unten) gedehnt wird und am Ende kräftig zurückschnippst.

Falls jemand wissen möchte, wie stark und weit dieses Zurückschnippsen unter den heutigen Marktbedingungen potentiell ausfallen kann, der sollte sich das folgende Blasen-Diagramm mit Mittelwertrückkehrfolgenabschätzung anschauen…

Noch einmal: Eine „Rückkehr“ – oder eben Verluste – von 20 %, ausgehend von diesen Fed-induzierten, herzrasenden Marktkursen, ist, gelinde gesagt, einfach nur optimistisch.

Die dargestellten Widerstandslinien deuten an, dass die schmerzlichen Probleme (Mittelwertrückkehr), die auf die aufgeblähten Märkte zukommen, deutlich härter sein werden als bloß 20 %, wie von Jensen vorgeschlagen. Stattdessen werden sie viel eher Verlusten von mindestens -53 % bis -68 % gefährlich nahekommen.

Bücherflüsterer?

Banken und Hedgefonds reden natürlich gerne in der Öffentlichkeit über die eigenen Bücher. Und man könnte sich fast die Frage stellen, ob Goldman und/ oder Bridgewater, die die Spielzüge der ethisch defizitären Ära eines Elon Musk nur allzu gut kennen, vielleicht die eigene Short-Positionierung durchblicken lassen (oder in Musks Fall, den berühmt berüchtigten 2018er „Finanzierung gesichert“-ShortSqueeze).

Schwer zu sagen.

Spaßig wird’s nicht

Eine Sache lässt sich aber locker sagen: Wenn den strengen Ansagen der Fed tatsächlich auch geldpolitische Straffungen folgen, dann wird das kein Spaß für Aktien und Anleihen, bei denen ein wirkungsvoller, zum Mittelwert zurückführender „Stich“ längst überfällig ist.

Wir alle erinnern uns aber auch noch an 2018, als die Fed versuchte, vor Weihnachten geldpolitisch zu straffen und die Zinssätze anzuheben.

Zinssatzerhöhungen um 25 Basispunkte reichten und der Markt bekam sofort einen „Kotzanfall“. Dann lenkte die Fed, Anfang 2019, auch sofort wieder ein.

Kurz: Die Falken wurden richtig schnell zu Tauben.

Jensen zumindest meint, die Fed werde diesmal nicht zuerst „blinzeln“, sondern diszipliniert und hart bleiben wegen der derzeitigen Inflationsgefahr – der große Unterschied zu 2018, so Jensen.

Mit anderen Worten: Notfall-QE-Lockerungen (=laxe Fed-Politik) werden, anders als in den Vorjahren, nicht folgen.

Ich bin mir da nicht so sicher.

Schulden + Steigende Zinsen sind wichtig!

Anders als Jensen frage ich mich jedoch, wer denn nun die unbeliebten staatlichen Schuldverschreibungen der USA (alias US-Staatsanleihen) noch kaufen will, wenn die „tapernde“ Fed nicht mehr als der „expansive“ Käufer der letzten Instanz auftritt?

Man erinnere sich: Anleiheerträge (und im weiteren Sinne auch die Zinssätze) bewegen sich gegenläufig zu den Anleihekursen. Wenn sich die Fed-Nachfrage nach Anleihen „ausdünnt“, fallen die Anleihekurse und die Zinssätze (jene tödlichen „Haiflossen“) steigen.

Die Ökonomen der Bank of America prognostizieren dahingehend sieben strenge Zinssatzerhöhungen für 2022 und eine Fed Funds Rate im Bereich von 2,75 % – 3 %.

Das sind ganz schöne Ansagen. Was die Bank of America (als auch Waldron und Jensen) dabei nicht diskutieren: Derartige Zinssatzerhöhungen lassen auch die Kreditfinanzierungskosten der USA und ihres mit 30 Bill. $ übervollen Kneipendeckels auf 4 % bis 5 % ansteigen. Allein die Zinsleistungen für bestehende Schulden würden sich auf Grundlage dieser prognostizierten Zinssätze auf ca. 1,5 Bill. $ belaufen.

Denken Sie über diese Zahl nach, und lesen Sie den letzten Satz noch einmal.

Um die bestehenden Schulden zu finanzieren, müssten 40 % der US-Steuereinnahmen allein für Zinszahlungen vorgemerkt werden. Und das ist ein historisches, grell blinkendes Signal dafür, dass eine Nation und ein Finanzsystem ganz knapp vor einer unverblümten, selbstverschuldeten Schuldenkrise steht.

Falken, Angsthasen und Elefanten

Kurz: Einige Wunderkinder unserer Banken und Hedge Fonds, die so stolz Klartext sprechen, übersehen anscheinend den Schuldenelefant mitten im Zimmer, während eine zurzeit strenge US-Notenbank mit den rekordhohen und markttopreifen Märkten das Angsthasenspiel spielt.

Ob Sie es glauben oder nicht, Uncle Sams gesamte Schuldverpflichtungen (also Rentenschulden, Staatsschulden, Medicare, Sozialversicherung…) liegen bei 1000 % des eigenen BIP. Das heißt nur: Die USA werden ihre „elefantöse“ Verschuldung nie und nimmer zurückzahlen.

Niemals.

Unterdessen werden die angepassten Zinskosten für diese Gesamtverschuldung weit über den US-Steuereinnahmen liegen, die aber angesichts einer drohenden Rezession nur weiter sinken werden aber nicht steigen …

In aller Kürze zusammenfasst: Wieder einmal zeigen Experten gar nicht so viel Expertise.

Ein (realistischer) Blick nach vorn

Obgleich niemand derart feststehende, hartnäckige und deprimierende Fakten mag, so ist es an der Zeit, dass wir alle offen und realistisch über Schulden reden, und nicht ausschließlich über eine ohnehin schon schuldige, diskreditierte und korrumpierte Fed (dank Patient Null Greenspan und allen weiteren Fed-Chefs, die ihm im Amt folgten).

Auch wenn es vielleicht erfrischend wirkt, zu beobachten wie jemand bei Goldman oder Bridgewater sich öffentlich mit eben jener Fed anlegt, so ist das, wie oben erwähnt, zu wenig und zu spät.

Ihre heutigen Warnungen sind genau die, die wir seit Jahren schon vorgetragen haben, während GS und Bridgewater fetter und fetter wurden.

Der Schuldenschaden, entfesselt durch ein gutes Jahrzehnt QE-Sucht und eine Fed im Rausch, ist inzwischen schon entstanden.

Leider Gottes ist auch eine Abrechnung nicht mehr nur Theorie, sondern mathematisch (und geschichtlich) zwingende Konsequenz des eigenen Handelns.

Vorausschauend, und unter der Annahme, dass die Fed geldpolitisch so straffen wird, wie es unsere Klartext redenden Experten fordern, sollten Sie Ihre Portfolios bitte auf massive Volatilität im Jahr 2022 einstellen.

Geldpolitische Straffungen würden zeitnah für Gegenwind in allen Bereichen, außer USD und VIX, sorgen.

Längerfristig, und anders als Bridgewaters Jensen meint, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Fed erneut eine Kehrtwende von Falke zu Taube hinlegen wird, wenn das kommende „Tapering“ auf den Börsentickern nie dagewesene Ausraster erzeugt.

Ein solche Kehrtwende zurück zur laxen Geldpolitik wäre dann Rückenwind für Edelmetalle, BTC, Industriewerte und allgemein Rohstoffe.

Und der Große Reset?

Vor diesem zugegebenermaßen düsteren, selbstverschuldeten Hintergrund einer optionsarmen Fed und einer prallen „Everything-Bubble“ zeichnet sich natürlich ein ebenso unvermeidbarer „Uh-Oh“-Moment ab, an dem die Märkte und Währungen derart geschichtsträchtige Prügel bezogen haben werden, dass globale Experten feierlich die Notwendigkeit eines (eigentlich ja gut telegrafierten, d.h. schon vorgefertigten) globalen Resets und Bretton Woods’ II verkünden werden.

Für die Zukunft bedeutet das: mehr staatliche Kontrolle, Vorwände und Verzerrungen, welche selbst mich überraschen werden.

Kommt ein (Sünden)Bock zu den Füchsen, Stinktieren, Hasen, Hennen, Falken, Tauben, Haien und Elefanten

Wenn dieser Reset kommt (und nicht „falls“), so werden eben jene Füchse, die erst den globalen Hühnerstall bewachten, dann überfielen (und ganz allein zerstörten), allesamt ihre Köpf senken und unschuldbewusst nicht etwa die eigene verdienstvolle Gruppe für alles verantwortlich machen, sondern die COVID-Krise, die ihnen als Prellbock für die eigenen Sünden absolut gelegen kam (vielleicht zu gelegen?).

Bis dahin heißt es: Anschnallen bitte für eine Schreckensfahrt (Tapering)!

70 Jahre, um den kommenden Marktwahnsinn wettzumachen?

Mitten im Marktwahnsinn gibt es kein Risiko, weil Wahnsinnige die Risiken weder sehen noch fürchten. Doch 2022 wird sich mehr um Risiko und Überleben drehen als um alles andere. Deswegen werde ich hier natürlich viel mehr über den „Triumph des Überlebens“ schreiben, über den ich detaillierter in einem kürzlich erschienenen Artikel schrieb.

„Wenn das Leben selber verrückt scheint, wer soll dann noch wissen, wo der Wahnsinn liegt?“ – Don Quichotte

Aus Risikosicht werden wir im Jahr 2022 wahrscheinlich den Höhepunkt erreichen – einen epischen Risikomoment in der Geschichte. Die meisten Investoren werden diesen Moment erst dann erkennen, wenn es schon zu spät ist, weil sie erwarten, dass sie abermals von der Fed und anderen Zentralbanken gerettet werden.

Doch warum sollte man überhaupt davon ausgehen, dass 2022 ganz anders werden wird als jedes andere Jahr seit 2009, also seit Beginn dieses Bullenmarktes? Wenige Investoren sind abergläubisch und werden deswegen nicht erkennen, dass 13 spektakuläre Jahre an Aktien- und anderen Vermögensmärkten vielleicht jetzt das Ende einer epischen Super-Bubble markieren.

Die Große Finanzkrise (GFK) von 2006-09 wurde nie repariert. Zentralbanker und Regierungen klebten Humpty einfach provisorisch mit Leim und Pflaster wieder zusammen – hier in Form vieler gedruckter Billionen Dollar, Euro, Yen, etc. Doch der arme Humpty war tödlich verletzt und die Intensivbehandlung, die er bekam, bescherte ihm nur eine vorübergehende Gnadenfrist.

Als die GFK 2006 begann, lag die globale Verschuldung bei 120 Billionen $. Heute sind wir bei 300 Bill. $, welche potentiell noch auf 3 Billiarden $ ansteigen werden, wenn am Ende auch die Schulden- und Derivateblase erst explodiert und dann implodiert, wie ich in meinem letzten Artikel erklärt hatte.

Es ist verblüffend, was aus der Luft gegriffenes Falschgeld alles schaffen kann. Noch besser ist natürlich, dass die Zentralbanken auch die Zinssätze auf NULL oder niedriger manipuliert haben, was nur heißt, dass Schulden zum Null- oder Negativzins aufgenommen werden konnten.

INVESTOREN HABEN DAS SCHLARAFFENLAND ENDLICH GEFUNDEN

Aktuell denken Investoren, sie lebten im Schlaraffenland, wo Märkte nur steigen und sie selbst in ewiger Glückseligkeit leben werden. Nur wenige begreifen, dass es der Anstieg der globalen Verschuldung um 180 Bill. $ seit 2006 war, der die Investmentmärkte befeuerte.

Schauen Sie sich nur die Anstiege der Aktienindizes seit 2008 an:

Nasdaq: 16 x so hoch

S&P: 7 x so hoch

Dow: 6 x so hoch

Natürlich wurden noch viel spektakulärere Gewinne an den Aktienmärkten gemacht, wie z.B:

Tesla mit einer Ver-352-fachung oder Apple mit einer Ver-62-fachung.

Diese Art von Gewinnen hat sehr wenig mit fachkundigem Investieren zu tun, sondern in erster Linie mit einer Herde, die mehr Geld als Verstand hat und durch kostenlos geschöpftes Papiergeld zudem noch den nötigen Rückenwind.

Das Ende langlaufender Bullenmärkte zu prognostizieren, ist idiotisch. Nichts kann diese Bubble davon abhalten, sogar noch größer zu werden. Man darf aber auch Folgendes nicht vergessen: Je größer sie wird, desto höher steigt auch das Risiko, dass sie nicht nur die seit 2009 gemachten Gewinne auslöscht, sondern auch die seit Anfang der 1980er gemachten Gewinne (damals begann der aktuelle Bullenmarkt).

Zudem gibt es das Problem, dass die Mehrheit der Investoren gar nicht aussteigen wird können. Am Anfang werden sie noch glauben, dass hier wieder mal eine größere Korrektur kommt – wie schon 2020, 2007, 2000, 1987 etc. Es wird also die Gier sein, die sie vom Ausstieg abhält.

Wenn die Kurse aber weiter fallen und sich Angst breit macht, werden die Investoren höhere Limits für den geplanten Ausstieg ansetzen. Und wenn der Markt diese Stände nicht mehr erreicht, werden die verängstigten Investoren weiter Ausstiegslimits setzten, die nie erreicht werden – solange bis der Markt, 80-95 % vom Hoch entfernt, seine Talsohle erreicht.

Folglich werden Papiervermögen ausgelöscht. Man darf nicht vergessen, dass es schmerzlich lange dauern kann, bis sich der Markt erholt und dieses Hoch effektiv wieder erreicht hat.

Wie Ray Dalio im Chart unten zeigt, war selbst Mitte der 1960er das Hoch von 1929 effektiv nicht wieder erreicht. In den 2000ern wurde es schließlich übertroffen.

Das heißt: Die Erholung brauchte effektiv 70 Jahre! Vielleicht müssen Anleger also bis 2090 warten, um nach dem kommenden Fall die heutigen Hochs wiederzusehen.

Im Chart sieht man also, dass der Markt derzeit so überbewertet ist wie in den Jahren 1929, 1972 und 2000.

Daraus folgt, dass auch das Risiko heute so groß ist wie bei einigen der historischen Tops der letzten 100 Jahre.

ERHOLUNG VON DER EPISCHEN BUBBLE NICHT VOR 2090?

Im Chart unten sieht man, dass das Dow-Top von 1929 effektiv erst wieder im Jahr 2000 erreicht wurde.

Wie viele Investoren sind heute vorbereitet auf das Risiko eines Kursverfalls von, sagen wir, 90 %, der vielleicht erst im Jahr 2090 wieder wettgemacht wäre?

Auch hier wieder: Dies ist keine Prognose! Sondern eine monumentale Warnung, dass sich das Risiko an den Anlagemärkten aktuell auf einem Niveau bewegt, das man als Anleger unbedingt meiden sollte.

Ich fürchte leider, dass kaum ein Investor diese Risikowarnung beherzigen wird.

DON QUICHOTTE HÄTTE „WOKENESS“ BEKÄMPFT

Während die Welt mehr denn je vom Staat unterdrückt und kontrolliert wird, könnte Cervantes Botschaft in Don Quichotte passender nicht sein.

Ich bin ziemlich überzeugt, dass Don Quichotte gegen die „Wokeness“ gekämpft hätte, die heute nicht nur zur Richtlinie menschlichen Verhaltens geworden ist, sondern sogar zur Richtlinie der Justiz.

Ein britisches Gericht sprach letzte Woche vier Menschen frei, denen vorgeworfen wurde, die Statue einer historischen Person – eines großen Wohltäters der Stadt Bristol – niedergerissen zu haben. Richtig, diese Person verdiente im späten 17. Jh. Geld mit dem Sklavenhandel, doch wie weit soll die Umschreibung der Geschichte gehen?

Mit der heute „woken“ Sicht auf Geschichte müsste praktisch jeder historische König, Kaiser, Staatsführer, General oder Geschäftsmann (um nur einige zu nennen) vor Gericht gestellt werden, selbst wenn von ihnen keiner mehr lebt.

Nur als Beispiel: Großbritannien, Frankreich und Spanien waren alle Teil der Eroberung Nordamerikas, bei der große Teile der indianischen Bevölkerung umgebracht und ihres Landes beraubt wurden. Wenn wir jetzt die Geschichte umschreiben, müssten wir dann nicht auch die Europäer und Afrikaner aus Nordamerika herausholen und das Land den Indianern zurückgeben?

Dasselbe gilt natürlich auch für Südamerika. Die Spanier und die Portugiesen müssten alle zurückkehren und das Land zurückgeben.

Wo hören wir aber auf? Eigentlich müssten wir zurück bis zur Han-Dynastie, den Römern, den Mongolen, den Ottomanen, Spaniern, Russen oder zum Britischen Empire.

Warum sollte man es beim Sklavenhandel in Afrika belassen, wenn auch all diese Imperien große Landmassen plünderten, Sklaven nahmen und die Reichtümer jener Ländern stahlen, die sie überfielen. In einer „woken“ und fairen Welt müssten auch diese Taten rückgängig gemacht werden.

Wenn die Welt sich entscheidet, die Geschichte umzuschreiben, dann muss das richtig gemacht werden – mit richtig großen Restitutionen. Natürlich muss es eine UN-Kommission geben und eine EU-Kommission und noch viele andere, die sich der Sache angemessen annehmen.

Wie Don Quichotte meinte: „Wer soll hier noch wissen, wo der Wahnsinn liegt.“

DER WAHN DES BILLIGEN GELDES

Der absolute Marktwahnsinn, der jetzt in der Finanzwelt herrscht, dürfte größte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft im Jahr 2022 und darüber hinaus haben.

Wie häufig angemerkt, haben die USA seit 1930 keinen Haushaltsüberschuss mehr gehabt, mit Ausnahme einiger Jahre in den 1940er und 50ern. Die Clinton-Überschüsse waren Scheinüberschüsse, weil die Schulden trotzdem weiter stiegen.

Der Geld- und Marktwahnsinn begann aber schon in den 1970er Jahren, nachdem US-Präsident Nixon finanziell nicht mehr über die Runden kam und die Goldkonvertierung des US-Dollars aufhob. Die US-Staatsverschuldung lag 1971 bei 400 Mrd. $. Seither sind die Schulden der USA im Durchschnitt um 9 % pro Jahr gewachsen. Das bedeutet, dass sich die US-Schulden seit 1971 alle 8 Jahre verdoppelt haben. Man kann tatsächlich 90 Jahre zurückblicken und feststellen, dass sich die US-Verschuldung seit 1931 alle 8,3 Jahre verdoppelt hat.

Ein ganzes Jahrhundert lang Misswirtschaft in der US-Ökonomie – ein bemerkenswerter Rekord!

Die USA haben ein Imperium auf unkonventionellem Weg aufgebaut, also nicht durch Eroberung anderer Länder. Es war die Kombination aus Reservewährung, Geldschöpfung und starker militärischer Macht, die den USA zu globaler Macht und einem Weltfinanzimperium verholfen hat.

Schlimmer noch: Seit einem sinistren schlauen Coup von Privatbankern im Jahr 1913, mit dem Ziel, die Geldschöpfung zu kontrollieren, ist die US-Staatsverschuldung von 1 Milliarde $ auf fast 30 Billionen $ angestiegen.

Wie Mayer Amschel Rothschild treffend im Jahr 1838 meinte:

„Lasst mich das Geld einer Nation begeben und kontrollieren und es kümmert mich nicht, wer hier die Gesetze macht.“

Und genau das beschlossen einige mächtige Banker sowie ein Senator 1910 auf Jekyll Island; sie verschworen sich, um das Geldsystem der USA mit der Gründung der Federal Reserve im Jahr 1913 zu übernehmen.

Und seither bedienen sich die Banker an einem Honigtopf, der sich selbst füllt.

Mit der Kontrolle der Fed konnten die Banker auf unbegrenztes Geld- und Kreditangebot zugreifen, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Sie setzten diese Mittel ein, um überall auf der Welt Vermögensanlagen zu erwerben, und auch Macht. Schulden werden, wie allgemein üblich heute, niemals zurückgezahlt, weil alten Schulden durch Neuschuldenaufnahme unwichtig werden, während die Währung aufgrund der Ausgabe von neuem Geld kontinuierlich abwertet.

Die emittierten Schulden wurden nicht nur zum direkten finanziellen Nutzen der Banker eingesetzt. Nein, mit Schulden kauft man sich enorme Macht. Mittels Geldschöpfung werden auch verschwenderische Regierungen finanziert, und so kaufen Banker Macht und kontrollieren auch die Politik.

Das ist eine ganz fantastische Position, wie Rothschild vor fast 200 Jahren deutlich machte.

ICH KOMME IN EINE WELT AUS EISEN, UM EINE WELT AUS GOLD ZU SCHAFFEN – Don Quichotte

Das war das ehrgeizige Ziel Don Quichottes.

Er schaffte es nicht. Die heutigen Banker haben jedoch ein völlig anderes Ziel, sie wollen eine Welt aus Fiat-Geld schaffen. Und dabei waren und sind sie unerhört erfolgreich.

Alle Investoren, die das kommende globale Wirtschaftsdebakel überleben wollen, müssen Don Quichottes Worte beherzigen und ihre Papieranlagen in physisches Gold verwandeln.

Aktien, Anleihen und Immobilien werden in den kommenden Jahren effektiv 90 % ihres Wertes gegenüber Gold verlieren.

Wie man im Chart unten sehen kann, startete Gold 2001 in seine Hausse gegenüber dem US-Dollar. Seither ist Gold jedes Jahr gestiegen (2018 war ein Seitwärtsjahr) – bis 2021, als wir eine kleine Korrektur hatten. In der Regel dauern die Aufwärtszyklen beim Gold mindestens 10 Jahre. Das heißt also, dass die aktuelle Phase des Goldbullenmarkts mindestens bis 2026 anhalten müsste und potentiell darüber hinaus.

Ich mache regelmäßig darauf aufmerksam, dass Gold im Verhältnis zum US-Geldangebot aktuell extrem billig ist.

Gold ist heute so billig wie 1970 bei 35 $ und auch so billig wie 2000 bei 290 $.

Das Aufwärtspotential für Gold liegt bei einem Vielfachen der heutigen Kurse, gerade weil sich die Währungsentwertung aufgrund rapide steigender Geldschöpfung beschleunigen wird.

Gold ist der König des Vermögensschutzes und sollte in physischer Form außerhalb des Bankensystems gehalten werden.

Silber wird wahrscheinlich 2- bis 3-mal so schnell steigen wie Gold und ist daher eine fantastische Spekulationsanlage, so lange sie in physischer Form gehalten wird. Papier-Silber bringt hingegen massive Risiken mit sich, weil praktisch kein physisches Silber verfügbar ist. Doch aufgrund der Volatilität von Silber sollte der Silberanteil an den Finanzanlagen von Investoren deutlich geringer sein als der Anteil von Gold.

Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: 2022 könnte das Jahr sein, in dem sich Investorenvermögen in Asche verwandeln oder aber, für kluge Investoren, in solide Gewinne bei Gold und Silber.

 

www.goldswitzerland.com

Showdown in den Rallies von Dax, Nasdaq und S&P500.

Übergeordnet ist die Marktlage bärisch

Trotz aller Euphorie bei den Indices darf ein Sachverhalt nicht übersehen werden. Mit Blick in den Tageschartverlauf sind DAX, S&P und NASDAQ in Abwärtstrends verortet. Die Rally der letzten Tage nach markttechnischer Lesweise somit die regressive Phase dar.

In diesem Bezug gibt es auch eine wichtige Regel: Im Abwärtstrend wird oben verkauft und unten gekauft. Wer nach diesen starken Anstiegen zu früh auf die Longseite wechselt (also oben kauft) wird nicht selten auf den falschen Fuß erwischt. Sollten die Indices aus den weiten Korrekturen am heutigen Freitag wieder in Richtung des Abwärtstrends auf Tagesbasis drehen, bietet sich Einstiege mit guten Chancen.

Short-Ziele im DAX

Tickmill-Analyse: DAX im Stundenchart

Der Dax hat sein regressives Zwischenhoch bei 15.705 Punkten in einen Widerstandsbereich markiert. Inzwischen ist der grün markierte Korrekturtrend im Stundenchart gebrochen. Dem Einstieg auf der Shortseite bieten sich neben dem Drehbereich bei 15.385 Punkten auch die untergehordneten Swinglows bei 15.425 Punkten und 15.224 Punkten als Stationen zum Verlaufstief bei 15.018 Punkten an.

Short-Ziele im NASDAQ

Tickmill-Analyse: NASDAQ im Stundenchart

Die übergeordnete Chartsituation im NASDAQ ist ebenfalls abwärtsgerichtet. Der Abprall vom Widerstand bei 15.357 Punkten hat ein Verkaufsignal getriggert, dass eine Wiederaufnahme der Abwärtsrichtung wahrscheinlich werden lässt. Bleiben die Händler in Verkaufslaune, bieten der zwischen 15.185 Punkten und 15.175 Punkten befindliche Schwungbereich sowie die Zwischentiefs der Aufwärtswelle bei 15.100 Punkten, 15.025 Punkten und 14.940 Punkten die nächsten Ziele auf den Weg zum Wochentief bei 14.820 Punkten.

Short-Ziele im S&P500

Tickmill-Analyse: S&P500 im Stundenchart

Bevor den Bullen im S&P500 bei 4.465 Punkten die Puste ausging, wurde noch der Widerstand bei ca. 4.440 Punkten aus dem Markt genommen. Auch hier deutet sich auf diesem Niveau zunächst das mangelnde Interesse der Käuferseite an. Bleibt der Markt schwach, dürften die Verlaufstiefs bei 4.406 Punkten, 4.366 Punkten und 4.332 Punkten als Orientierungsmarken dienen.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

Tickmill’s LIVE-Besprechung: Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Behalten Sie börsentäglich die wichtigsten Fakten rund um starke Trends im Blick und verpassen Sie keine Gelegenheit. Melden Sie sich jetzt für die LIVE-Besprechung der täglichen Trading-Ideen um 8:30 Uhr bei Tickmill unter https://www.tickmill.eu/de/education/webinars/93017117289/1610091000000 an.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl

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S&P stuft viele deutsche Banken herab – Commerzbank aber bestätigt

Die Analysten begründeten dies mit einer anhaltend schwachen Profitabilität, einer hohen Wettbewerbsdichte im deutschen Bankenmarkt und langsamen Fortschritten bei der Digitalisierung. “Die Corona-Pandemie hat die Herausforderungen für den deutschen Bankensektor verschärft und die Institute im Vergleich zu globalen Wettbewerbern weniger wettbewerbsfähig gemacht”, erklärte S&P. Ein schwächeres Rating bedeutet in der Regel, dass die Kreditaufnahme für das Unternehmen teurer wird.

Von der Herabstufung betroffen sind der genossenschaftliche Bankensektor, die zur Sparkassengruppe gehörende Dekabank, die Helaba, die im hessisch-thüringerischen Verbund beteiligten Sparkassen sowie die Deutsche Pfandbriefbank und die Volkswagen Bank. S&P stufte das langfristige Rating jeweils um eine Note zurück.

Gleichzeitig bestätigten die Experten die Noten von Commerzbank und Hypovereinsbank. Die beiden haben aber weiter einen negativen Ausblick und es droht eine Herabstufung. Den Ausblick für die Hamburg Commercial Bank und die Santander Consumer Bank hob S&P dagegen an. Die Deutsche Bank sei von der Aktion nicht betroffen.

BANKEN DEMONSTRIEREN GELASSENHEIT

Die neue Bonitätsnote von “A-” sei im deutschen Bankenmarkt ein unverändert gutes Rating, erklärte die Helaba. S&P habe seine grundsätzliche Einschätzung für den deutschen Bankenmarkt nach unten korrigiert, was sich automatisch auf die Ratings der Sparkassenfinanzgruppe Hessen-Thüringen auswirke. “Die Helaba sieht sich davon unabhängig mit ihrer strategischen Agenda und dem damit verbundenen laufenden Transformationsprozess zukunftssicher aufgestellt.”

Auch die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka könne sich dieser Gesamt-Herabstufung des Sektors nicht entziehen, erläuterte die Deka. Als positiv wertete sie, dass S&P die Einschätzung der eigenen Finanzkraft des Fondshauses unverändert gelassen habe. “Das tragfähige Geschäftsmodell und die starken Kapitalquoten der DekaBank können strukturelle Schwächen des Bankenmarkts ausgleichen.” Beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) hieß es, die genossenschaftliche Finanzgruppe sei trotz der Herabstufung unverändert die bestgeratete private Banken-Gruppe in Deutschland.