Gartner – Xiaomi verdrängt Apple von Platz zwei bei Smartphone-Absatz

Dank der globalen Expansion und einer stärkeren Online-Präsenz habe Xiaomi 51 Millionen Geräte veräußert und damit rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte Gartner am Mittwoch unter Berufung auf eigene Erhebungen mit. Apple kam demnach von April bis Juni auf knapp 49,3 Millionen iPhones. Das entsprach einem Marktanteil von 15 Prozent, während Xiaomi bei 15,5 Prozent lag. Marktführer Samsung Electronics aus Südkorea büßte zwar wegen Lieferengpässen und Produktionsschwierigkeiten etwas ein, fand sich aber mit 57,7 Millionen Geräten und einem Marktanteil von 17,6 Prozent unangefochten an der Spitze wieder.

Laut Gartner wurden im zweiten Quartal weltweit 328,8 Millionen Smartphones veräußert und damit fast elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem die starke Nachfrage nach 5G-Geräten habe zu dem Plus beigetragen, sagte Gartner-Experte Anshul Gupta.

 

Südkorea geht gegen Dominanz von Google und Apple auf App-Markt vor

Das Parlamet verabschiedete am Dienstag ein entsprechendes Gesetz. Dadurch wird es dominierenden App-Store-Betreibern untersagt, von App-Entwicklern zu verlangen, dass diese deren Bezahlsysteme verwenden. In der Öffentlichkeit wird die Änderung des Telekommunikationsgesetzes als “Anti-Google-Gesetz” tituliert.

Ein Google-Sprecher sagte Reuters, das Unternehmen werde nun zunächst prüfen, wie man sich an die neuen Vorgaben halten könne. In der Vergangenheit hat der US-Konzern immer auch betont, dass Android durch die Provisionen kostenfrei verfügbar ist. Einem Regierungsbericht zufolge kam Google in Südkorea – dem Heimatland von Samsung Electronics – 2019 mit seinem App-Store auf Einnahmen von rund 5,3 Milliarden Dollar.

Südkorea ist das erste große Land, dass entsprechende Vorgaben macht – obwohl weltweit kritisiert wird, dass die beiden dominierenden Betriebssystem-Anbieter Gebühren von bis zu 30 Prozent des erzielten Umsatzes von App-Entwicklern fordern. Unter anderem deswegen schaut in Deutschland nun das Kartellamt Apple auf die Finger. Und in den USA läuft ein Gerichtsprozess zwischen Apple und dem “Fortnite”-Macher Epic Games wegen der App-Gebühren. Zuletzt haben beide US-Konzerne Änderungen angekündigt.

 

Insider – Nvidia will grünes Licht der EU für Arm-Deal

Es werde erwartet, dass die Kartellbehörde nach einer 25-tägigen Vorprüfung eine umfassende mehrmonatige Untersuchung des Deals starte, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit könnte es für Nvidia schwer werden, die Akquisition vor Ablauf der Frist im März 2022 über die Bühne zu bringen. Die britischen Wettbewerbshüter haben bereits erklärt, der Deal könne den Wettbewerb schädigen und umfangreiche Ermittlungen gefordert.

Vor knapp einem Jahr hatte Nvidia angekündigt, Arm vom japanischen Technologieinvestor Softbank übernehmen zu wollen. In der Branche sorgte das für einen Aufschrei. Arm gilt bislang als neutraler Akteur, der an verschiedene Unternehmen wie Qualcomm, Samsung Electronics und Apple Patente verkauft. Fast jedes Smartphone und Millionen anderer Geräte verfügen über lizenzierte Arm-Prozessoren. Laut Nvidia sollen inzwischen Arm-Kunden wie Broadcom und MediaTek den Deal unterstützen.

 

Daimler und Nokia beenden jahrelangen Patentstreit

Der Dax-Konzern zahlt dem finnischen Mobilfunkausrüster Lizenzgebühren für die Nutzung von Mobilfunktechnik im Auto, wie beide Firmen am Dienstag mitteilten. Damit seien in diesem Fall alle Rechtsstreitigkeiten vom Tisch, auch die Beschwerde Daimlers bei der Europäischen Kommission. Details der Vereinbarung, für die der Stuttgarter Autobauer von seiner bisherigen Argumentation abrückte, wurden nicht genannt. “Wir begrüßen die Einigung, aus wirtschaftlicher Sicht, und weil wir langwierige Streitigkeiten vermeiden”, sagte eine Daimler-Sprecherin. Anleger reagierten erleichtert, auch weil der Patentstreit zu einem Produktions- und Verkaufsverbot für Daimler hätte führen können. Die Aktien des Stuttgarter Autokonzerns zählten zu den größten Dax-Gewinnern.

Nokia hatte eine Reihe von Klagen gegen den Autobauer erhoben. Dabei geht es um einen Grundsatzstreit, den Daimler mit dem Technologieanbieter schon länger führt. Die Frage ist, wer die Lizenzgebühr für die sogenannten standardessenziellen Patente auf Kommunikationstechnik zahlen soll. Der Fall war Ende 2020 beim Europäischen Gerichtshof gelandet. Unklar ist nun, ob das oberste europäische Gericht in der Sache nun noch ein Urteil fällt. Eigentlich hatte das Landgericht Düsseldorf dem Gericht in Luxemburg eine Reihe von grundsätzlichen Fragen zur Klärung des Patentstreits vorgelegt.

GRUNDSATZSTREIT BLEIBT

Der Grundsatzstreit schwelt auch nach der außergerichtlichen Einigung weiter. Der Continental-Konzern, der Daimler als Zulieferer in dem Fall als sogenannter Streithelfer unterstützte, verwies darauf, dass sich der Kompromiss auf die älteren Mobilfunkstadards 3G und 4G beziehe, nicht aber auf die neue 5G-Technik, die für die Vernetzung von Autos und automatisiertes Fahren zentral sei. Im Kern geht es darum, ob der Zulieferer oder der Autobauer eine Lizenz erhält. Daimler hatte angeführt, dass die Zulieferer die Patentgebühren zahlen, in deren Teilen die Technik integriert ist. Nokia dagegen argumentierte, dass der Autohersteller selbst zahlen solle.

Mit der Beilegung des Streits sei es dem Europäischen Gerichtshof nicht mehr möglich, drängende rechtliche Fragen zu klären und einen europäischen Rechtsrahmen für solche Patente zu schaffen, erklärte Continental. Deshalb halte der Konzern an seiner Beschwerde wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung gegen Nokia bei der EU-Kommission fest. Die Kommission müsse Regeln definieren, sonst drohe europäischen Unternehmen im Zukunftsmarkt der Vernetzung und des Internet der Dinge ein Wettbewerbsnachteil gegenüber asiatischen und amerikanischen Wettbewerbern.

Nokia legte einen ähnlichen Streit mit dem PC-Hersteller Lenovo im April bei, nachdem das Unternehmen in die Zahlung einer Gebühr eingewilligt hatte. Auch Samsung hatte zuletzt bei der Nutzung von Patenten für Video-Technologie eingelenkt. Autobauer wie Audi, Bentley, BMW, Mini, Porsche, Rolls Royce, Seat, Skoda, Volkswagen und Volvo zahlen ebenfalls Patentgebühren direkt an Nokia.

In der Branche kommt es immer wieder zu Patentstreitigkeiten. Daimler stritt etwa mit dem japanischen Apple-Zulieferer Sharp vor Gericht um Patentrechte. Der US-Chipkonzern Broadcom hatte Volkswagen vor ein paar Jahren wegen der angeblichen Nutzung von Patenten in Navigations- und Entertainmentsystemen verklagt, die die Wolfsburger in zahlreichen Modellen einsetzen. Der Fall war besonders aufsehenerregend, weil der US-Konzern eine Milliarde Dollar von dem Wolfsburger Autokonzern verlangte und einem “Spiegel”-Bericht zufolge damit drohte, andernfalls die Produktion von Modellen der Marken VW, Porsche und Audi gerichtlich stoppen zu lassen. Am Ende einigte man sich außergerichtlich. Ob Volkswagen dabei Geld zahlte, wurde damals nicht bekannt. Die Autoindustrie beklagt schon länger, dass so genannte Patentverwerter die Rechtslage ausnutzten, um überhöhte Lizenzgebühren zu verlangen.

 

Gartner – Chip-Engpässe dauern bis Mitte 2022 an

“Aktuell ist die Nachfrage höher als das Angebot. Es wird sechs bis neun Monate oder noch länger dauern, bis sich das ausgleicht”, sagte Chip-Analyst Alan Priestley in einem am Mittwoch veröffentlichten Gespräch mit Reuters. Ein normales Niveau dürfte erst Mitte 2022 erreicht werden. Bis dahin werde die Verfügbarkeit von Chips die Produktion von vielen elektronischen Produkten einschränken.

Laut Priestley lassen sich neue Kapazitäten nicht einfach hinzufügen, “weil die Fabriken in der Regel sowieso mit einer Auslastung von 95 Prozent arbeiten.” Zudem sei die Fertigung von Halbleitern “sehr komplex und teuer” und es dauere bis zu drei Jahre, eine Fabrik hochzuziehen. Die derzeitige Knappheit habe aber vielen Industrieländern die Abhängigkeit von den drei großen Halbleiteranbietern Intel, TSMC und Samsung Electronics vor Augen gehalten. Deswegen versuchten nun einige, den Bau von Fabriken zu fördern und subventionieren, um zumindest eine bessere Verteilung der Werke rund um den Globus zu erreichen. Intel hat bereits angekündigt, ein Werk in Europa errichten zu wollen und erwägt, dafür einen Standort in Deutschland zu wählen.