Auf Stripe und Twitter mit Krypto bezahlen

Das Zahlungsunternehmen Stripe Inc. kehrt vier Jahre, nachdem es die Unterstützung von Bitcoin eingestellt hat, in den Kryptowährungsbereich zurück. Das Unternehmen wird Einzelhändlern die Möglichkeit bieten, Bitcoin-Zahlungen von ihren Kunden zu akzeptieren. Der erste Kandidat der Zahlungen in Kryptowährungen akzeptiert, ist Twitter.

Twitter als erster Kunde

Stripe, das Online-Zahlungsunternehmen, hat angekündigt, dass es in den Kryptowährungsraum zurückkehrt. Das Unternehmen hatte 2018 die Bitcoin-Zahlungen eingestellt. Stripe wird es Händlern auch ermöglichen, Zahlungen im Stablecoin USDC akzeptieren.

Twitter wird der erste Händler sein, der die neue USDC-Zahlungsoption von Stripe nutzt, um ausgewählte Nutzer in seinen Ticket Spaces zu bezahlen und Super Follows-Programme. Weitere Bitcoin-Auszahlungsalternativen werden laut Stripe in der Zukunft hinzugefügt werden.

Kryptowährungen machen in fast allen Bereichen eine Aussage über ihre Zukunft, und jeder versucht, auf den Zug aufzuspringen. Die Entwicklung von Kryptowährungen ist das ultimative Ziel einiger Unternehmen, die in der physischen Welt eine große Rolle spielen.

Stripe hat eine neue Bitcoin-Zahlungsoption hinzugefügt, die von Twitter zum ersten Mal genutzt wird. Bestimmte Nutzer werden in der Lage sein, Gewinne in USDC aus den Premium-Funktionen “Super Follows” und “Ticketed Spaces” des Social Media Unternehmens zu erhalten.

Es wird geplannt, Händlern die Bezahlung von Kunden in Bitcoin zu ermöglichen. Dies ist der erste Vorstoß des Unternehmens in die Kryptowährungsbranche seit Jahren. Stripe hat die Annahme von Bitcoin-Zahlungen im Januar 2018 mit der Begründung eingestellt, dass der Token aufgrund seiner Volatilität und Ineffizienz nicht für gewöhnliche Transaktionen geeignet sei.

Stablecoin als Zahlungsmittel

USDC ist ein Stablecoin, der an dem US Dollar gekoppelt ist. Daher hat er einen stabileren Preis als Bitcoin und viele andere Kryptowährungen. Derzeit unterstützen nur wenige Händler USDC-Zahlungen. Der Schritt von Stripe könnte jedoch mehr Unternehmen dazu ermutigen, die Kryptowährung zu nutzen.

Stripe ist seit einigen Jahren an Web3 beteiligt, einer Bewegung, die das Internet mithilfe der Blockchain-Technologie dezentralisieren will. Im Jahr 2021 gründete das Unternehmen ein Team, das sich mit Web3 und Kryptowährungslösungen beschäftigt.

Stripe hat nun erklärt, dass es in Zukunft höchstwahrscheinlich weitere Kryptowährungen bei seinen Auszahlungen unterstützen wird. Dies ist eine gute Nachricht für Fans digitaler Währungen. Das deutet darauf hin, dass noch mehr Händler Zahlungen in Kryptowährungen akzeptieren werden.

Stripe ist nicht das einzige Zahlungsunternehmen, das digitale Token in seine Plattform integriert. PayPal, Mastercard und andere große Zahlungsdienstleister haben alle ihre Absicht erklärt, in den Bitcoin-Markt einzusteigen.

 

PayPal nach Rekord-Crash: Ist die Welle 5 beendet?

Der Wind an den Börsen hat gedreht. Nicht direkt an den großen Indizes wie DAX oder Nasdaq 100. Sehr wohl aber bei einzelnen Aktien aus dem Tech-Sektor, die in den letzten Jahren exorbitante Kursgewinne erzielt haben. So ist jüngst die Meta Platform-Aktie an nur einem Handelstag um 26 Prozent kollabiert. Ähnlich stark hatte es zuvor schon den Zahlungsdienstleister PayPal erwischt, der allein am 2. Februar bereits um fast 25 Prozent abgestürzt war.  

PayPal Kursverlauf

PayPal: 60 Prozent unter den Rekordhochs 

Nachdem besonders PayPal in den letzten zwei Jahren den Markt in Form des Nasdaq 100 deutlich schlagen konnte, ist jetzt die Realität in die Aktie eingekehrt bzw. zurückgekehrt. Die Zeiten der Outperformance sind erst einmal vorbei. Dafür war der Kursverlust von über 60 Prozent seit Juli 2021 schlichtweg zu groß. Es ist absehbar, dass PayPal die aktuelle Performance-Schere von über 50 Prozent zur Benchmark so schnell nicht ausbügeln können wird.

Paypal vs Meta vs Nasdaq 100

Schaut man sich zudem zusätzlich an, was der Grund für den letzten Kursknick gewesen ist, so ist absehbar, dass der Kursrutsch durchaus begründet war. Neben den überraschend deutlich verfehlten Gewinnzielen im abgelaufenen 4. Quartal 2021 war es vor allem der schwache Blick in die Zukunft, der die Anleger irritiert und verstört hat. Die erfolgsverwöhnten und auf Wachstum getrimmten Anleger mögen es natürlich gar nicht, wenn das Wachstum abreist.

Korrekturziel deutlich übererfüllt

In der letzten Einschätzung an dieser Stelle „PayPal: 42 Prozent Kursverlust! Jetzt einsteigen?“ vom 17. Januar stand die Frage im Raum, ob PayPal bereits auf dem Niveau von 178 USD einen Kauf wert sein könnte. Die Frage konnte damals klar verneint werden. Begründet wurde das Abwarten  mit dem damals noch unfertigen 5-teiligen Abwärtsimpuls nach Elliott Wave. 

Erst nach neuen signifikanten Tiefs im Bereich von 150 bis 145 USD und im Zusammenhang mit einer dort verlaufenden wichtigen Unterstützungslinie könnten Anleger ein Schnäppchen schlagen. Zitat: „Bei ungefähr 150 bis 145 USD trifft PayPal auf gewichtige und mittelfristige Unterstützungslinie. Dort könnte dann vom Markt ein ‚echter‘ Boden ausgebildet werden, aus dem dann anschließend im besten Fall eine Trendwende erwachsen könnte.“

PayPal nach Elliott Wellen: Welle 5 sieht fertig aus

Der besagte Kurszielbereich wurde im Rahmen des weiteren Ausverkaufs am 2. Februar erreicht und wurde jedoch weiter nach unten durchschlagen. Erst am 4. Februar kam PayPal etwas zur Ruhe und konnte sich ausgehend von einem abermaligen neuen Jahrestief ab 121,40 USD zumindest leicht um 1,43 Prozent erholen.

PayPal nach Elliott Wave

Der große Abwärtsimpuls seit Juli 2021 sieht damit komplett aus. Die Chancen auf steigende Kurse stehen ab jetzt deutlich besser als auf weiter fallende. Zudem auch der RSI zuletzt nicht mehr mit den stark fallenden Kursen hinterhergekommen ist und hier ein mögliche bullische Divergenz zeigt. Zusätzlich könnte das Durchschlagen der Unterstützungslinie in diesem Zusammenhang ein klassischer Fehlausbruch sein, das das nun bullische Setup abrundet.

Noch sieht die PayPal-Aktie bescheiden aus. Doch das könnte sich schlagartig ändern, sobald die Unterstützungslinie bei etwa 143 USD zurückerobert wird. In diesem Fall könnte in der Tat die skizzierte Erholungsbewegung auf 212 bis 225 USD starten.

Netflix: Anleger haben die Chance auf 100 Prozent Kursplus!

Die Aktie, die (fast) nie fällt, hat es nun doch erwischt. Ausgelöst durch einen negativen Ausblick sackte der Kurs von Netflix in der zurückliegenden Handelswoche um über 24 Prozent ab. Grund dafür ist besonders die Prognose von Gewinn und Umsatz für das erste Quartal 2022. Statt 3,40 USD werden von dem US-Streaming-Anbieter jetzt nur noch 2,86 USD Gewinn pro Aktie erwartet. 

Netflix Kursverlauf

Netflix-Aktie: Vom Paulus zum Saulus

Das hatten die erfolgsverwöhnten Anleger und Trader so nicht erwartet. Die ganzen schönen Kursgewinne seit dem Beginn der Corona-Pandemie wurden jetzt wieder fast in Luft aufgelöst. Die Aktie hat gestern mit 351 USD auf dem tiefsten Stand seit März 2020 erreicht. Zurück auf Los quasi. 

Nachdem die Netflix-Aktie für lange Zeit den Nasdaq 100 Index geschlagen hat, hat sich das Bild jetzt radikal geändert. Von der regelmäßigen Outperformance von 15 bis 20 Prozent ist nichts mehr übrig geblieben. Jetzt steht der Wert bereits über 40 Prozent „in der Kreide“. Noch vor vier Wochen wäre eine solche Entwicklung völlig undenkbar gewesen. Doch die Realität holt auch bzw. selbst Netflix ein.

Netflix im Wochen-Chart

Im großen Bild auf Wochen-Ebene ist Netflix jetzt in eine breite Unterstützungszone eingetaucht. Die Reaktion hier nach dem Test der 350 USD Marke ist schon recht konstruktiv positiv. Allerdings ist der Bereich zwischen etwa 288 und 385 USD natürlich viel zu grob, um einschätzen zu können, ob sich auf diesem Niveau schon ein Neueinstieg lohnen könnte.

5-teiliger Abwärtsimpuls à la Elliott Wave: Macht Netflix einen auf PayPal?

Im Tages-Chart wird es in diesem Zusammenhang schon sehr viel deutlicher. Denn hier lässt sich ein bekanntes Kursmuster, das bereits bei PayPal beobachtet werden konnte, erkennen. Seit dem Rekordhoch im Dezember bei 701 USD lässt sich die noch unfertige Struktur eines klassischen 5-welligen Abwärtsimpulses auf Basis der Elliott Wellen ausmachen. Das jüngste Crash-Tief bei 351 USD ist allerdings noch nicht einmal dem finalen Tief der Welle 3 zuzuordnen. Dieses ist erst bei etwa 290 USD zu erwarten.

Netflix nach Elliott Wave

Am Ende, als nach einer korrektiven Erholung im Rahmen der Welle 4, konnte Netflix deutlich unter die 300er-Marke rutschen. Welle 5 kann aus heutiges Sicht auf ca. 250 USD taxiert werden. 

Rein bei 250 USD, raus bei 500 USD?

Anleger, die hier also auf ein Schnäppchen gieren, sollten sich dementsprechend noch etwas Geduld zeigen und erst nach der vollständigen Ausbildung des besagten Abwärtsimpulses zuschlagen. Denn erst dann könnte es sich lohnen bei der Netflix-Aktie zuzuschlagen. Eine Elliott-Wellen-Regel besagt nämlich: nach jedem 5-Teiler ist eine entsprechende Gegenbewegung zu erwarten. In diesem Fall könnte die Aktie dann gut 100 Prozent zulegen. Zudem wird auch das offene riesige GAP (Kurslücke nach dem Crash vom 21. Januar) nochmal eine große Rolle spielen. Allerdings wird das wohl erst ein Thema für das 2. Quartal sein.

PayPal: 42 Prozent Kursverlust! Jetzt einsteigen?

Die Aktie des US-Bezahldienstleisters PayPal Holdings kann schon seit dem Sommer 2021 nicht mehr mit der allgemeinen guten Marktverfassung des Tech-Techsektors mithalten. Während der Nasdaq 100 fast wöchentlich neue Rekordhochs erklommen hat, lassen Anleger und Investoren die Aktie fallen wie eine heiße Kartoffel. Seit dem letzten Allzeithoch am 26. Juli 2021 hat der Wert der Anteile gute 42 Prozent eingebüßt. Viele fragen sich jetzt zurecht, ob der Ausverkauf vorbei ist und die Aktie wieder gute Chancen auf Kursgewinne bieten könnte. Im Folgenden eine charttechnische Einschätzung.

PayPal-Aktie Kursverlauf

PayPal-Aktie: Viel Hype, wenig dahinter?

Der Börsengang (IPO = Initial Public Offering) im Jahr 2015 war äußerst erfolgreich. Schnell konnte Paypal dem Technologiesektor enteilen und die Benchmark in Gestalt des Nasdaq 100 deutlich schlagen. Zeitweise stieg die Aktie fast dreimal so stark wie der Gesamtmarkt. Die Gründe dafür sind schnell ausgemacht. Die Aussichten für den Online-Bezahldienst sind rosig und der Trend zum Online-Shopping ist seit Jahren ungebrochen. Paypal hat es geschafft ein relativ einfaches und günstiges Bezahlsystem weltweit zu etablieren, das sich schnell in bestehende Shops integrieren lässt. Zusätzlich können Nutzer in diversen bereits via PayPal Kryptowährungen, wie zum Beispiel Bitcoin, erwerben. Zudem arbeitet das Unternehmen im Hintergrund bereits an einer eigenen Kryptowährung.

PayPal-Aktie vs Nasdaq 100

PayPal-Aktie hat sich gefährlich vom Gesamtmarkt entkoppelt

Geholfen hat das alles in Kombination nicht (mehr). Der Aktienkurs befindet sich seit Oktober 2021 im Sturzflug. Anleger, die im Herbst geglaubt haben, die Party bei PayPal geht ewig und immer so weiter, stehen aktuell ordentlich im Minus und verstehen wahrscheinlich die Börsenwelt nicht mehr. Mit knapp 178 USD notierte die Aktie jüngst auf dem Niveau von Anfang Oktober 2020 und damit über 40 Prozent unter ihrem Allzeithoch.

PayPal-Aktie vs Nasdaq 100 1 Jahr

Per Definition befindet sich Paypal damit schon längst in einem Bärenmarkt, der bei einer Abwärtsbewegung ab einer Größenordnung von über 20 Prozent beginnt. Bereits im September 2021 wurde der steile Aufwärtstrend ohne viel Gegenwehr gebrochen. Anschließend verging für viele Wochen fast kein Handelstag, an dem die Aktie nicht einen negativen Handelstag aufs Parkett gelegt hat.

Ausverkauf noch nicht beendet: Wichtige Unterstützung im Fokus

Nach Elliott Wave lassen sich in diesem Zusammenhang die Kursstrukturen ganz wunderbar einordnen. Ab den Rekordhochs lässt sich ein noch unterfertigen 5-teiliger Abwärtsimpuls identifizieren. Das Tief im Dezember 2021 ist hier sehr wahrscheinlich der Teilwelle 3 zuzuordnen. Die anschließende Seitwärtsbewegung auf relativ niedrigem Niveau passt zudem zu Korrekturwelle 4. 

PayPal nach Elliott Wave

Da PayPal am letzten Freitag auf neue Verlauftiefs ausgebrochen ist, muss hier davon ausgegangen werden, dass damit die finale 5 des besagten Abwärtswellenzyklus initiiert worden ist. Wie skizziert, kann diese PayPal noch ein Stück weit tiefer in den Abgrund reißen. Bei ungefähr 150 bis 145 USD trifft PayPal auf gewichtige und mittelfristige Unterstützungslinie. Dort könnte dann vom Markt ein „echter“ Boden ausgebildet werden, aus dem dann anschließend im besten Fall eine Trendwende erwachsen könnte. Anleger können bei diesem bullischen Setup im Laufe dieses Jahres wieder mit einem Aktienkurs von 212 bis 226 USD rechnen.

PayPal heizt Geschäft mit Ratenzahlungen mit Japan-Zukauf an

Paidy ergänze Paypals Aktivitäten auf dem drittgrößten E-Commerce-Markt der Welt, teilte der US-Konzern am Mittwoch mit. Trotz rasant zunehmender Online-Käufe würden in Japan weiterhin mehr als zwei Drittel alle Akquisitionen in bar getätigt.

In der seit Ausbruch der Corona-Krise boomenden Branche mit Ratenzahlungen (Buy now, pay later – BNPL) ist es bereits der zweite Milliardendeal in kürzester Zeit. Erst vergangenen Monat hatte die von Jack Dorsey geführte US-Firma Square den australischen Anbieter Afterpay für 29 Milliarden Dollar erworben. Experten machten darin bereits den Start für eine beginnende Konsolidierungswelle in der Branche aus.

Paypal zählt zu den führenden Anbietern von Ratenzahlungen, die in der Pandemie auch durch staatliche Konjunkturmaßnahmen befeuert wurden. Inzwischen sollen auch Apple und Goldman Sachs an eigenen Angeboten arbeiten. Paidy mit mehr als sechs Millionen registrierten Nutzern in Japan ermöglicht es seinen Kunden, online einzukaufen und später monatlich den Betrag in Läden oder per Banküberweisung abzuzahlen. Das von unter anderem vom US-Investor George Soros und Visa finanzierte Unternehmen verlangt dafür Mini-Gebühren von den Händlern. Die Zeitung “Financial Times” hatte vergangenen Monat berichtet, Paidy erwäge einen Börsengang. Die Übernahme durch Paypal soll im laufenden Jahr abgeschlossen werden.

 

Bezahldienst Klarna will in weitere Märkte expandieren

Ziel sei es, neue Märkte und Einnahmequellen zu erobern, teilte das inzwischen mit 46 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen am Mittwoch mit. Banker rechnen damit, dass die Firma Anfang 2022 in New York an die Börse geht.

Aktuell ist Klarna in 17 Ländern aktiv und konzentriert sich darauf, in den USA stärker Fuß zu fassen. Trotz der Square– und Paypal-Konkurrenz zählt Klarna dort inzwischen 20 Millionen Kunden. Im zweiten Quartal stieg das Transaktionsvolumen – der Wert aller Transaktionen, die über die Klarna-Plattform abgewickelt wurden – auf 20 Milliarden Dollar von 12 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Allerdings weitete sich der Betriebsverlust auch um mehr als das Doppelte auf knapp 203 Millionen Dollar aus.

Ähnlich wie Affirm oder Afterpay, die kürzlich von Square gekauft wurden, bietet Klarna Ratenzahlungen an. Die sogenannte Buy-Now-Pay-Later(BNPL)-Branche boomt seit Beginn der Corona-Krise. Mit mehr als 90 Millionen Kunden gehört Klarna zu den größten Akteuren. Hinter dem Unternehmen stehen Finanzinvestoren wie Softbank, Sequoia, North Zone, Silver Lake, aber auch der Rapper Snoop Dogg.

 

Milliardenkauf bei Zahlungsdienstleistern – Afterpay geht an Square

Dorseys Fintech Square bietet 29 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 24,4 Milliarden Euro) für Afterpay, wie die Firmen am Montag mitteilten. Es ist damit die bislang größte Übernahme eines australischen Unternehmens. “Zusammen können wir unsere Cash-App- und Verkäufer-Systeme besser miteinander verbinden, um Händlern und Verbrauchern noch überzeugendere Produkte und Dienstleistungen zu bieten”, sagte Dorsey, der auch den Kurznachrichtendienst Twitter leitet.

Afterpay ist Pionier im BNPL-Geschäft (“Buy-Now-Pay-Later”). Gegen eine Gebühr können dabei Online-Händler ihren Kunden anbieten, ihre Käufe erst später zinslos in Raten abzuzahlen. Dafür übernimmt Afterpay die Zahlungsabwicklung und auch das Risiko eines Zahlungsausfalls. Weil BNPL-Anbieter keine Zinsen einnehmen, sondern Gebühren von den Händlern verlangen, umgehen sie die rechtlichen Vorgaben für Kredite und sind nicht verpflichtet, die Kreditwürdigkeit der Kunden zu prüfen. Üblicherweise reicht es, den Namen, die Adresse und das Geburtsdatum anzugeben, um von den Ratenzahlungen zu profitieren. Bei Kunden sind derartige Zahlungsangebote beliebt, die Branche wächst rasant, auch angeheizt von der steigenden Online-Nachfrage in der Pandemie. Kritiker befürchten jedoch, dass das System anfällig für Betrug ist.

Die Übernahme sei ein Test für das Geschäftsmodell, schrieben die Analysten von der Investmentbank Truist Securities: Dabei werde gleichzeitig die Branche bewertet und ein bedeutender Wettbewerber für die Platzhirsche Klarna und Paypal geschaffen. Wenige andere Wettbewerber passten so gut zu Afterpay wie Square, schrieben die Experten des Wertpapierhauses Wilsons Advisory and Stockbroking: “Paypal hat bereits erste Erfolge im eigenen BNPL-Geschäft, und wenn nicht noch US-Giganten wie Amazon oder Apple in letzter Minute aus der Deckung kommen, ist die Gefahr eines Bieterkampfes gering.” Einem Insider zufolge verhandeln die beiden Unternehmen seit mehr als einem Jahr, und Square sei zuversichtlich, dass es kein konkurrierendes Gebot gebe.

Die Afterpay-Aktionäre erhielten pro Anteilsschein 0,375 Square-Aktien. Dies entspricht den Unternehmen zufolge einem Preis von etwa 78 Euro (126,21 australische Dollar) pro Aktie oder einem Aufschlag von rund 30 Prozent. Am Montag gingen die Afterpay-Papiere mit 114,8 australischen Dollar knapp ein Fünftel höher aus dem Handel.

Die Afterpay-Gründer Nick Molnar und Anthony Eisen bleiben auch nach der Übernahme im Management. Ausschlaggebend für die Gründung des Unternehmens sei die Erkenntnis aus der Finanzkrise 2008 gewesen, dass insbesondere jüngere Menschen einen Bogen um Kreditkarten machten, sagte Molnar 2020 in einem Reuters-Interview. Afterpay ist seit 2014 auf dem Markt und gehört zu den 20 größten Unternehmen Australiens, hat allerdings bislang noch keinen Gewinn erwirtschaftet.