Zins- und Rezessionssorgen treiben Anleger um

Frankfurt (Reuters) – Rezessionssorgen treiben europäische Aktienanleger um. Dax und EuroStoxx50 fielen am Donnerstag um jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 13.739,64 beziehungsweise 3618,62 Punkte.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 0,6 Prozent ein. Mit den Rohstoffpreisen ging es teilweise ebenfalls abwärts. Das Industriemetall Kupfer verbilligte sich um knapp drei Prozent auf 9079 Dollar je Tonne.

Gefragt waren dagegen “sichere Häfen” wie die Weltleitwährung. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um bis zu 0,5 Prozent auf ein 19-1/2-Jahres-Hoch von 104,72 Punkten. Die Nachfrage nach Staatsanleihen drückte die Renditen der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf 2,844 beziehungsweise 0,863 Prozent. Die “Antikrisen-Währung” Gold gab dagegen 0,9 Prozent auf 1836 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nach. Ihr machte die Dollar-Rally zu schaffen, die das Edelmetall für Investoren außerhalb der USA unattraktiver macht.

INFLATION BLEIBT BESORGNISERREGEND HOCH

Die Börsen litten immer noch unter den Nachwehen des enttäuschend geringen Rückgangs der US-Teuerungsrate, sagte Anlagestratege Lyn Graham-Taylor von der Rabobank. Die Fed sei entschlossen, die Inflation zu bekämpfen. Gleichzeitig sei die Chance für eine “weiche Landung” der Konjunktur gering. “Insgesamt verschlechtern sich die Aussichten für die Wirtschaft.”

Die am frühen Nachmittag veröffentlichten US-Erzeugerpreise hellten die Stimmung auch nicht auf. Sie gingen zwar im April auf elf Prozent im Jahresvergleich zurück. Analysten hatten aber auf einen Rückgang auf 10,7 Prozent gehofft. Vor diesem Hintergrund sehen Investoren die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im Juni von 0,75 statt der von der Notenbank signalisierten 0,5 Prozentpunkte bei 61 Prozent.

Genährt wurden die Rezessionsängste darüber hinaus von neuen Corona-Fällen in zuvor als “Covid-frei” ausgewiesenen Bezirken der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai. Das deute darauf hin, dass der dortige Lockdown aufrecht erhalten und das Wirtschaftsleben stark eingeschränkt bleibe, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann.

Für zusätzliche Unruhe sorgte Russlands Stopp von Gaslieferungen an einige deutsche Gas-Firmen. Das treffe Europa zu einem heiklen Zeitpunkt, sagte Analyst Ole Hvalbye von der Bank SEB. Derzeit würden die Lager für den kommenden Winter aufgefüllt. Vor diesem Hintergrund stieg der europäische Erdgas-Future um zehn Prozent auf 103 Euro je Megawattstunde.

SIEMENS NACH ZAHLEN AUF TALFAHRT – DISNEY UNTER DRUCK

Am deutschen Aktienmarkt fielen die Titel von Siemens um 2,5 Prozent. Dieser Kursrutsch sei eine Kaufgelegenheit, schrieb Analystin Denise Molina vom Research-Haus Morningstar. Der angekündigte Rückgang der Gewinnmarge, der für den aktuellen Ausverkauf ausgelöst habe, sei auf einige Einmal-Effekte zurückzuführen. Außerdem wachse der Auftragseingang des Technologiekonzerns schneller als der Umsatz.

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Titel von Walt Disney, die an der Wall Street um bis zu 5,5 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 99,47 Dollar fielen. Der Unterhaltungskonzern enttäuschte mit einem Quartalsergebnis unter Markterwartungen. Außerdem warnte die Firma vor Belastungen durch Lieferketten-Probleme sowie steigende Löhne und Gehälter. Die Analysten der Bank JPMorgan bezweifelten, dass Disney das Kundenwachstum seiner Streaming-Sparte Disney+ aufrecht erhalten und seine Gesamtjahresziele erreichen könne.

Was die Stablecoin-Krise für den Kryptomark bedeutet

Zieht Luna Tether mit in den Abgrund?

Die Implosion von Terra hat sich in den letzten Tagen auf andere Stablecoins ausgeweitet, darunter Tether, der mit einer Marktkapitalisierung von 81 Milliarden Dollar der größte Stablecoin ist. Investoren haben lange Zeit in Frage gestellt, welche Reserven Tether hat, um seine 1-Dollar-Bindung zu sichern. Der Stablecoin wurde am frühen Donnerstag um bis zu 5 % auf 0,95 Dollar gehandelt.

Die Kryptowährung kann ihren Lehman-Brothers-Moment vermeiden, solange Tether nicht den gleichen Weg wie Terra einschlägt, meinen Experten.

Die Hoffnung stirb zuletzt

Die Implosion von Terra wird wahrscheinlich weitreichende Auswirkungen auf den Kryptomarkt haben, da so viele Projekte und Unternehmen dem Stablecoin ausgesetzt waren, darunter viele Fonds, VCs und Market Maker, die gezwungen sein könnten, andere Positionen zu liquidieren.

Außerdem ist der Kryptomarkt seit seinem Höchststand Ende November um fast 2 Billionen Dollar gefallen. Diese Wertvernichtung könnte aufgrund des Vermögenseffekts weitreichende Auswirkungen auf die Märkte und sogar die Wirtschaft im Allgemeinen haben.

Dabei handelt es sich um die Idee, dass Einzelpersonen, die aufgrund der Vermögenswerte, die sie besitzen, reicher werden, eher geneigt sind, Geld auszugeben und die Wirtschaft anzukurbeln.

Schweizer Börse legt Rückwärtsgang ein – Roche verliert weiter

Zürich (Reuters) – Die Schweizer Börse hat am Donnerstag Federn gelassen. Händler erklärten, angesichts der Angst vor einer Rezession und drastischeren US-Zinserhöhungen trennten sich die Anleger von Aktien.

Geschürt wurden diese Spekulationen von den US-Erzeugerpreisen, wo die Inflation zwar sank, aber weniger stark als erwartet. Der SMI notierte kurz vor Handelsschluss um 0,3 Prozent unter dem Vorabend bei 11.516 Punkten.

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont gaben einen Teil der Vortagesgewinne wieder preis und ermässigten sich um 2,5 Prozent. Die Titel des Pharmariesen Roche bauten die im Zuge von enttäuschenden Nachrichten zu einem Krebsmedikament am Mittwoch erlittenen Kursverluste aus. Alcon büssten 1,2 Prozent ein, nachdem mehrere Analysten ihre Kursziele für die Aktien des Augenheilkonzerns gesenkt hatten.

Gesucht waren dagegen Zurich. Der Versicherer sieht sich auf Kurs, alle für 2022 ausgegebenen Finanzziele zu übertreffen. Die Aktien gewannen 1,6 Prozent. Mit einem Kursplus von 1,6 Prozent waren Givaudan unter den Standardwerten der Spitzenreiter.

Steuereinnahmen steigen stärker – Lindner bremst Ausgabenwünsche

Berlin (Reuters) – Die Steuerquellen von Bund, Ländern und Kommunen könnten weitaus stärker sprudeln als noch im vorigen Jahr erwartet und bis 2026 zusätzliche 220 Milliarden Euro in deren Kassen spülen.

Zu diesem Ergebnis kam der Arbeitskreis Steuerschätzung am Donnerstag in seinen halbjährlichen Berechnungen. Finanzminister Christian Lindner (FDP) dämpfte aber neue Begehrlichkeiten. Die geplanten steuerlichen Entlastungen etwa zur Abmilderung der gestiegenen Energiekosten seien noch nicht berücksichtigt. Diese beliefen sich allein 2022 für den Bund auf etwa 17 Milliarden Euro: “Unter Berücksichtigung der Steuerrechtsänderungen haben wir also einen Verteilungsspielraum von nahezu Null zusätzlich.” Oppositionspolitiker forderten, der Staat müsse Mehreinnahmen aufgrund der hohen Inflation an die Bürger zurückgeben.

Allein der Bund kann von 2022 bis 2026 laut Steuerschätzung mit 93,4 Milliarden Euro mehr kalkulieren als noch im November 2021 angenommen. Zusammen können Bund, Länder und Kommunen bis 2026 Mehreinnahmen von 220,4 Milliarden Euro erwarten. Für 2022 beträgt das Plus gegenüber der letzten Schätzung vom November für den Bund 16,9 Milliarden Euro.

LINDNER: EINHALTUNG DER SCHULDENBREMSE BEDEUTET ARBEIT

Im Herbst will Lindner einen Vorschlag machen, wie die kalte Progression abgemildert werden kann. Damit wird eine höhere Steuerbelastung bezeichnet etwa für Arbeitnehmer, die aufgrund von Lohnerhöhungen in einen höheren Steuertarif rutschen, unter dem Strich durch die Inflation aber gar nicht mehr Kaufkraft zur Verfügung haben. Auch dafür würden Reserven benötigt, unterstrich der FDP-Politiker. Es gebe somit auch in den folgenden Jahren keinen Spielraum, “der die Kreativität wecken kann”. Die Zahlen machten es angesichts der wirtschaftlichen Risiken nicht unbedingt leichter, die Schuldenbremse ab 2023 wieder einzuhalten. Das werde “nicht zu einem Selbstläufer, das erfordert Arbeit”.

Die erwarteten Mehreinnahmen im Vergleich zur November-Schätzung begründete Lindner damit, dass sich das makroökonomische Umfeld besser als erwartet entwickelt habe. 2021 habe es auch sehr hohe Gewinne bei Unternehmen gegeben. Auch sei das erste Quartal gut gelaufen. Angesichts des Ukraine-Krieges falle die Schätzung aber in eine Zeit der Unsicherheit.

Union und Linke forderten Entlastungen. “Der Staat ist der große Profiteur der Inflation”, erklärte CDU-Haushälter Christian Haase. “Die Kaufkraftverluste müssen ausgeglichen werden.” Linken-Finanzpolitiker Christian Görke forderte, die Ampel-Koalition müsse ihre Entlastungspakete angesichts gestiegener Preise aufstocken: “Die Energiepreispauschale sollte auf 1000 Euro erhöht und auch an Rentner, Minijobber und Studenten ausgezahlt werden.” Die Koalition plant eine Energiepreispauschale von 300 Euro, die noch am Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden sollte. Der Außenhandelsverband BGA forderte eine dauerhafte Entlastung für Unternehmen und Verbraucher bei den Energiekosten.

Vertreter der Koalitionsfraktionen setzten unterschiedliche Akzente. FDP-Vizefraktionschef Christoph Meyer erklärte, der Staat habe kein Einnahmeproblem. Belastungen für die Bürger müssten weiter reduziert werden. Grünen-Haushälter Sven-Christian Kindler erklärte, die Steuerschätzung sei “kein Anlass für Diskussionen über Steuersenkungen”.

Wissenschaftler warnten vor neuen Ausgabenprogrammen. “Sinnvoll wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt, mit dem voraussichtlichen Plus die geplante Verschuldung zu reduzieren oder es in die Rücklage zu geben”, erklärte der Steuerexperte Jens Boysen-Hogrefe vom IfW in Kiel, der dem Arbeitskreis selbst angehört. Friedrich Heinemann vom ZEW Mannheim erklärte: “Die inflationäre Aufblähung von Konsumausgaben, Löhnen und Unternehmensgewinnen schlägt sich in einem sehr kräftigen Anstieg der Steuereinnahmen nieder.” Aber auch bei den Schulden profitiere der Staat von der Inflation, weil der reale Wert der Staatsverschuldung “mit großer Geschwindigkeit weginflationiert wird”.

Kurseinbruch von “Stablecoin” TerraUSD macht Krypto-Anleger nervös

Hongkong/London/Frankfurt (Reuters) – Der Kursverfall einer bislang wenig bekannten Cyber-Devise versetzt die gesamte Kryptobranche in Aufregung.

Die Währung TerraUSD, deren Kurs eigentlich eins zu eins an den US-Dollar gebunden sein sollte, stürzte in den vergangenen Tagen zeitweise rund 70 Prozent ab und lag dem Branchendienst CoinMarketCap.com zufolge am Donnerstag bei 0,63 Dollar. “Der Kollaps der Kursbindung von TerraUSD hatte einige hässliche und vorhersehbare Nebenwirkungen”, sagte Richard Usher, Manager beim auf Digitalwährungen spezialisierten Finanzdienstleister BCB. Eine davon seien der Ausverkauf bei anderen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Deren Kurs fiel seit Wochenbeginn um 18 beziehungsweise 25 Prozent.

TerraUSD gehört zu den sogenannten Stablecoins. Ihre Kurse sind an andere Werte wie den US-Dollar oder Gold gebunden. Damit sollen Kurskapriolen, wie sie bei Bitcoin an der Tagesordnung sind, vermieden werden. Denn bei Letzteren entscheidet allein Angebot und Nachfrage über den Preis. Während die meisten Anbieter von Stablecoins die Kursbindung mit Einlagen beispielsweise in Dollar oder Gold gewährleisten, ist TerraUSD ein “dezentraler” Stablecoin. Hier soll automatisiert ein komplexer Mechanismus von Handelsgeschäften mit anderen Kryptowährungen den Kurs bei einem US-Dollar pro TerraUSD halten. Mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 7,6 Milliarden Dollar ist TerraUSD laut CoinMarketCap.com die Nummer 14 der Kryptowährungen.

Im Sog von TerraUSD geriet auch der Kurs des bekanntesten Stablecoins, Tether, ins Rutschen und fiel am Donnerstag auf bis zu 0,95 Dollar. Da Tether nur unzureichend transparent mache, mit welchen Wertpapierbeständen es die Kursbindung an den Dollar aufrecht erhalte, sei es ein natürliches Ziel für Spekulanten, sagte BCB-Experte Usher. Tether sei aber etablierter als TerraUSD. Daher werde sich der Kurs sicher bald wieder bei einem Dollar einpendeln. Mit einem Börsenwert von etwa 82 Milliarden Dollar ist Tether hinter Bitcoin und Ethereum die Nummer drei unter den Kryptowährungen. Rund die Hälfte der addierten Marktkapitalisierung aller Stablecoins entfällt auf diese Cyber-Devise.

Vor diesem Hintergrund wollen Regierungen die Regulierung des Sektors vorantreiben. Ashley Alder, Chef der Weltorganisation der Börsenaufsichten (IOSCO), signalisierte für kommendes Jahr die Gründung einer internationalen Behörde für Kryptowährungen. Neben dem Klimawandel und der Pandemie sei dies das dritte wichtige Thema für Regierungen. Die US-Notenbank hatte unlängst vor Kurseinbrüchen bei Stablecoins gewarnt, weil in turbulenten Börsenzeiten der Wert der Einlagen, die die Preisbindung gewährleisten sollen, fallen könne.

Konflikt mit Russland weitet sich auf Gas-Lieferungen aus

– von Markus Wacket und Timothy Heritage

Berlin/London (Reuters) – Der Konflikt mit Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs spitzt sich zu und trifft mit der Gas-Versorgung Deutschlands empfindlichste Stelle.

“Russland setzt Energie als Waffe ein”, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck am Donnerstag in Berlin. Auf diese Situation sei man aber vorbereitet. Zehn Millionen Kubikmeter Gas täglich flössen jetzt nicht mehr nach Deutschland. Diese Menge entspreche über den Rest des Jahrs gesehen etwa drei Prozent der russischen Gas-Lieferungen und sei ersetzbar – wenn auch zu höheren Preisen. Das sei wohl das Ziel der Sanktionen gegen die unter deutscher Kontrolle stehende Gazprom-Germania und deren Handelstöchter. Man habe aber Vorsorge getroffen und werde dies finanziell abfangen. Einen Grund die Gas-Warnstufe auf “Alarm” zu erhöhen, gebe es derzeit noch nicht. Oberstes Gebot sei aber: “Sparen, Sparen, Sparen!”

Russland hatte am Mittwoch insgesamt 31 Unternehmen auf einer Internetseite gelistet, gegen die Sanktionen erlassen werden, darunter der Eigner des polnischen Abschnitts der Jamal-Europa Erdgas-Pipeline, EuRoPol GAZ PA. Daher fließt auch kein Gas mehr durch diese Leitung Richtung Deutschland, wie Gazprom bestätigte. Laut Bundesnetzagentur bezog Deutschland über diesen Weg aber schon seit Wochen kaum Gas, so dass dies keine Auswirkungen auf die Versorgung haben werde.

Auf der Sanktions-Liste stehen auch die Handels- und Speicher-Töchter von Gazprom Germania. Deutschland hatte die Firma zur Sicherung der Gasversorgung unter Treuhandschaft genommen, nachdem der russische Energieriese Gazprom das Unternehmen aufgeben wollte. Die Sanktionen gelten auch als Gegenreaktion auf das deutsche Vorgehen.

Trotz des Kriegs – den Russland Spezialoperation nennt – war Deutschland bisher mit russischer Kohle, Öl und Gas beliefert worden. Besonders beim Gas ist Deutschland abhängig von russischen Lieferungen per Pipeline. Bis mindestens 2024 sei man trotz aller Anstrengungen, russisches Gas etwa durch Flüssiggas-Lieferungen zu ersetzen, auf Russland angewiesen, hatte die Regierung gesagt.

NETZAGENTUR: RUSSLAND WILL HANDEL WOHL FORTSETZEN

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, wies darauf hin, dass Russland nicht die Leitungsbetreiber unter dem Dach von Gazprom Germania sanktioniere, das Gas also weiter etwa über Nordstream I fließen und in Deutschland verteilt werden könne. Russland wolle offenbar den Handel fortsetzen. Als positiv bezeichnete es Müller, dass auch der größte Speicherbetreiber Astora von den Sanktionen erfasst sei. Offenbar wolle die russische Seite keine Nutzungsentgelte mehr für den größten deutschen Speicher Rehden zahlen. Das mache es dann etwa für Germania-Töchter einfacher ihn zu befüllen, egal mit welchem Gas. Rehden ist bislang kaum gefüllt.

Die Handelsverträge der Germania-Töchter mit der Gazprom müssen nun aber ersetzt werden. Das wird aber nach Branchenschätzungen teurer auf den Weltmärkten sein. Nach der russischen Sanktionsankündigung waren laut Müller die Großhandelspreise um etwa 14 Prozent gestiegen. Da die Germania-Töchter aber wiederum Verträge etwa mit Stadtwerken haben, könnte hier die finanzielle Absicherung des Bundes greifen, damit sie weiter zu vergleichbaren Preisen Gas beziehen können. Damit würden die Sanktionen auch für den Privatverbraucher keine direkten zusätzlichen Kosten verursachen.

Auch wenn die Mengen ersetzbar seien, könnten sich die Probleme bei Gaslieferungen häufen, warnte Habeck. Er verwies auf mögliche Probleme in Zusammenhang mit der von Russland geforderten Rubel-Zahlung, die Deutschland ablehnt. Zudem müsse man die Gasflüsse über die Ukraine beobachten.

LIEFERUNGEN ÜBER UKRAINE STOCKEN WEITER

Unabhängig von den Sanktionen stockt es hier weiter. Nachdem am Mittwoch etwa ein Viertel weniger Gas als sonst üblich über diese Route in Deutschland angekommen war, setzte sich dies am Donnerstag nach ersten Daten fort. Die Ukraine macht dafür die Kämpfe in der Region Luhansk und die russische Seite verantwortlich, da eine Verdichterstation nicht mehr betrieben werden könne. Russland und Gazprom weisen dies zurück. Eine von der Ukraine geforderte Umleitung über eine andere Route sei technisch nicht möglich. Laut Wirtschaftsminister Habeck waren zuletzt Norwegen und die Niederlande für Deutschland zum Ausgleich mit zusätzlichen Gas-Lieferungen eingesprungen.

Ein weiterer Konflikt könnte drohen, wenn Russland die Euro oder Dollar-Zahlungen für Gas aus dem Westen nicht mehr akzeptieren sollte. Russland hatte neue Regelungen mit Rubel-Zahlungen verlangt, die aber als unklar gelten. Der Versorger RWE erklärte, man sei hier in engem Kontakt mit der Bundesregierung und erwarte Klarstellungen in Kürze. Viele Rechnungen müssen im Mai beglichen werden. Dann wird sich voraussichtlich zeigen, ob sie akzeptiert werden.

Luna fällt unter 1$ und TerraUSD wackelt immernoch

Das gesamte Terra-Ökosystem gerät unter Druck, da die Inhaber Luna und TerraUSD entladen.

Wie funktioniert TerraUSD

TerraUSD ist der algorithmische Stablecoin, der die Parität mit dem US Dollar durch eine Kombination von Verbrennungsmechanismen unter Einbeziehung von Luna aufrechterhalten soll.

Ein Luna-Inhaber kann immer Luna im Wert von $1 gegen einen TerraUSD tauschen, d.h. wenn der TerraUSD unter $1 fällt, wird mehr Luna geschaffen, um den TerraUSD knapper zu machen und den Preis wieder auf seinen $1-Block zu bringen.

Was ist passiert

Der Stablecoin hat jedoch am Samstag und am Montag seine Bindung verloren und damit das gesamte Ökosystem gefährdet. Wenn also Menschen große Mengen an TerraUSD verkaufen und damit den Preis drücken, wird mehr Luna gedruckt und das Angebot könnte exponentiell steigen.

Die Terra-Gemeinschaft plant sogar, dies zu erhöhen, was die Prägung von mehr LUNA ermöglicht – auch wenn dies den Preis noch mehr unter Druck setzen wird.

Coinbase gerät in Schwierigkeiten

Dem US-Giganten Coinbase geht es schlecht. Am Dienstag veröffentlichte die an der Nasdaq notierte Handelsplattform für Kryptowährungen ihre Ergebnisse für das erste Quartal des Jahres. Das Nettoeinkommen fiel im ersten Quartal auf 1,17 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,60 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.

Coinbase gibt Zahlen heraus

Das Unternehmen erklärt diese Zahlen mit dem allgemeinen Kontext auf dem Kryptowährungsmarkt, mit sinkenden Kursen seit Anfang des Jahres, was vor allem auf seine Korrelation mit der Nasdaq zurückzuführen ist, die ihrerseits von einem düsteren wirtschaftlichen Umfeld erschüttert wurde.

Coinbase, die in diesem Monat ihr zehnjähriges Bestehen feiert, wollte die Anleger beruhigen. In ihrem Schreiben erklärte sie, dass die Marktbedingungen “nicht dauerhaft” seien, und stellte klar, dass sie es vorziehe, eine langfristig ausgerichtete Strategie zu verfolgen.

Darüber hinaus sprach Coinbase über seine jüngsten Investitionen, insbesondere seinen Einstieg in den NFT-Markt mit der Einführung der Beta-Version seines NFT-Marktplatzes.

In seinem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Quartalsbericht weist Coinbase außerdem darauf hin, dass die von der Plattform gehaltenen Kryptowährungen “als Vermögen im Rahmen des Insolvenzverfahrens betrachtet werden könnten und die Kunden als ungesicherte allgemeine Gläubiger behandelt werden könnten. Dies könnte dazu führen, dass Kunden unsere Depotdienstleistungen riskanter und weniger attraktiv finden”.

Coinbase versichert Kunden

Coinbase-Chef Brian Armstrong äusserte sich auf Twitter und erklärte, dass “Gelder sind bei Coinbase sicher, so wie sie es schon immer waren”.

Armstrong schrieb, dass Coinbase kein Insolvenzrisiko hat und räumte ein, dass sein Unternehmen einen neuen Risikofaktor auf der Grundlage einer SEC-Anforderung aufgenommen hat, bei der es sich um eine neue Offenlegungspflicht für öffentliche Unternehmen handelt, die kryptografische Vermögenswerte für Dritte halten.

Er fügte hinzu, dass es möglich sei, wenn auch unwahrscheinlich, dass ein Gericht entscheidet, die Vermögenswerte der Kunden als Teil des Unternehmens im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zu betrachten.

Anders ausgedrückt: Im Falle eines Konkurses ist es möglich, dass die Kryptovermögenswerte, die im Auftrag einiger Coinbase-Kunden gehalten werden, dazu verwendet werden, zunächst einige Gläubiger des Unternehmens zu befriedigen.

Bayer bekommt Gegenwind von US-Regierung im Glyphosat-Streit

(neu: Union Investment, Kurs, weitere Details)

Washington/Frankfurt (Reuters) – Herber Rückschlag für Bayer im Glyphosat-Streit: Die Aussichten des Agrar- und Pharmakonzerns schwinden, seine Berufung im milliardenschweren Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken seines glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup vor dem Obersten Gericht der USA voranzutreiben.

Gegenwind kommt von der US-Regierung von Präsident Joe Biden. Generalstaatsanwältin Elizabeth Prelogar, die die Regierung vor dem Supreme Court vertritt, riet dem Gericht von der Annahme des Berufungsantrags von Bayer ab. Das Leverkusener Unternehmen hofft zwar weiter auf eine Annahme des Falls, das Gericht folgt aber im Allgemeinen den Empfehlungen des Generalstaatsanwalts.

Anleger nahmen Reißaus, auch wenn Bayer schon vor einem Jahr mit milliardenschweren Rückstellungen für eine mögliche Niederlage vor dem Supreme Court vorgesorgt hatte. Bayer-Aktien fielen am Mittwoch in der Spitze um mehr als zehn Prozent und waren mit Abstand größter Dax-Verlierer.

Nach Einschätzung von Portfoliomanager Markus Manns von der Fondsgesellschaft Union Investment, die zu den 20 größten Anteilseignern bei Bayer gehört, ist die Unsicherheit nun deutlich gestiegen. Manns geht davon aus, dass sich in den nächsten Jahren neue Fälle anhäufen werden und “Investoren wieder mit negativem Newsflow wie Klagen, verlorenen Prozessen und Schadenersatzzahlungen konfrontiert werden”, erklärte er. “Der Kauf von Monsanto war trotz kommerzieller Logik ein Fehler. Bayer hat die Risiken komplett unterschätzt.” Das Geld für die Rückstellung hätte Bayer nach seiner Aufassung gut für Pharmazukäufe verwenden können.

Mit der milliardenschweren Übernahme des Glyphosat- und Roundup-Entwicklers Monsanto hat sich Bayer eine Klagewelle wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Herbizids ins Haus geholt, die das Unternehmen seit Jahren schwer belastet. In einem dieser Fälle – dem des Kaliforniers Edwin Hardeman, der seine Krebserkrankung auf die Verwendung von Roundup zurückführte und dem 25 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen worden waren – war Bayer bis vor den Obersten Gerichtshof gezogen. Das Unternehmen erklärte, es sei “weiterhin überzeugt, dass es gute rechtliche Argumente für den Supreme Court gibt, den Fall Hardeman zu überprüfen und das Urteil zu korrigieren.”

Die US-Umweltschutzbehörde EPA habe mehrfach festgestellt, dass glyphosatbasierte Unkrautvernichter sicher genutzt werden könnten und nicht krebserregend seien. “Daher wäre eine Krebswarnung auf diesen Produkten falsch und irreführend und wird durch das relevante Bundesgesetz ausgeschlossen”, erklärte Bayer. Das sieht Generalstaatsanwältin Prelogar indes anders: Die Genehmigung des Unkrautvernichters durch die US-Umweltschutzbehörde EPA ohne eine Warnung vor bestimmten chronischen Risiken “hebt an sich nicht die Verpflichtung auf, solche Warnhinweise zu geben”, schrieb sie in ihrer am Dienstag veröffentlichen Stellungnahme.

Die Entscheidung liegt nun in den Händen des Supreme Court. Dass dieser im Dezember die US-Regierung zu einer Einschätzung aufgefordert hatte, ob er den Fall annehmen soll, hatte zunächst darauf hingedeutet, dass die Richter an einer Anhörung interessiert sind. Bayer will nun eine weitere Stellungnahme bei dem Gericht einreichen.

BAYER HAT SICH SCHON FÜR NIEDERLAGE GEWAPPNET

Für den Fall, dass das Gericht den Fall nicht annimmt oder im Sinne der Kläger urteilt, hat Bayer schon zusätzliche Rückstellungen von 4,5 Milliarden Dollar gebildet. Zudem wurde ein umfassender Plan zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten aufgelegt, um in den kommenden 15 Jahren mit Forderungen neuer Kläger umzugehen. Für ein Urteil des Gerichts zugunsten Bayers hatte Vorstandschef Werner Baumann aber gute Gründe gesehen, da die EPA selbst Warnhinweise vor möglichen Krebsgefahren verboten hat. Eine Entscheidung des Supreme Courts zugunsten Bayers würde nach Baumanns Einschätzung mögliche künftige Rechtsstreitigkeiten im Grunde beenden. Die Chancen dafür sehen nun aber schlecht aus.

Bislang hat Bayer drei Prozesse in erster Instanz mit millionenschweren Schadenersatzzahlungen verloren und in allen bisherigen Berufungsverfahren Niederlagen erlitten. Darunter ist auch der Fall Hardeman. 2021 hatte Bayer erstmals auch zwei Glyphosat-Fälle vor Geschworenengerichten gewonnen, die in dem Herbizid nicht die Ursache der Krebserkrankungen der Kläger sahen. Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat Bayer stets zurückgewiesen. Behörden weltweit haben das Mittel als nicht krebserregend eingestuft. Allein die Krebsforschungsagentur IARC bewertete den Wirkstoff 2015 als “wahrscheinlich krebserregend”. Auf diese Einschätzung beriefen sich die Kläger.

Um die Klagewelle vom Tisch zu bekommen, hatte Bayer im Sommer 2020 einen milliardenschweren Vergleichsplan über 11,6 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Zuletzt standen noch für rund 31.000 der insgesamt 138.000 eingereichten und drohenden Klagen Einigungen aus.

BioNTech-Aktie – Wie wirken die Quartalszahlen?

Zwar haben die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen einen positiven Trend aufgezeigt, so verdreifachte sich etwa Umsatz und Gewinn, doch für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiterhin einen Umsatzrückgang. So rechnet man mit etwa 13 bis 17 Milliarden Euro. Im Vorjahr generierte BioNTech einen Umsatz von knapp 19 Milliarden Euro.

BioNTech-Aktie – Stabilisierung läuft

Der Aktienkurs kann sich zuletzt im Bereich von etwa 140 EUR stabilisieren. Die Hoffnung liegt nun darauf, dass sich eine charttechnische Bodenbildung und bestätigte Trendwende abzeichnet. Hierzu ist es nötig das Kurstief von 121 USD überboten zu halten. Zum anderen muss die harte Widerstandszone von etwa 190 USD aufgebrochen werden.

Erst oberhalb der relevanten Marke entstehen gute Kaufsignale für die BioNTech-Aktie. Übergeordnet befindet sich der Anteilschein dennoch weiterhin in einem Bärenmarkt-Modus. Dies kann an der gleich folgenden Trendanalyse erkannt werden.

Fazit – ja, die Zahlen bessern sich zum Positiven. Im Gegensatz zum letzten Jahr wird allerdings dennoch mit einem Abschwächen des Umsatzes gerechnet. Charttechnisch ist die 190er-Marke von Relevanz.

Der Heikin-Ashi-Chart von der BioNTech-Aktie (D1)

BioNTech-Aktie Prognose
BioNTech-Aktie | Chart von FxEmpire

Was sagt die Trendanalyse (D1) für die BioNTech-Aktie?

Macd Oszillator: Bei dem wichtigen Indikator muss geprüft werden, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Außerdem auch, ob sich der Macd über null befindet. Von insgesamt 10 Macd Analysen ist nur eine positiv. Hier muss man davon sprechen, dass dies sehr bärisch ist.

Gleitende Durchschnitte: Jetzt wird geschaut, ob bei der BioNTech-Aktie die GDs steigend sind. Denn steigende GDs kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nur einer steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen. Das muss sich definitiv ändern!

Parabolic SAR Indikator: Es wird als Letztes noch analysiert, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 4 positiv. Bullisch ist bei Weitem etwas anderes.

Die Auswertung der Trendanalyse

11.05.2022: Wie fällt der Blick auf die Gesamtauswertung aus? Von 30 gemessenen Kriterien sind 6 als positiv zu bezeichnen. Das sind nur 20.00 %. Demzufolge wird der Status hier auf „Bärisch“ gesetzt. Von daher ist es clever, mit dem Einstieg in die BioNTech-Aktie zu warten, bis die Analyse ein positives Ergebnis bringt.

 

Disclaimer: Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.