Platinpreis – Deswegen verschlechtert sich die Lage!

Zuletzt kam es beim Platinpreis zu einem deutlichen Abschwung in Richtung des großen Unterstützungsbereichs von rund 900 USD. Dort stellte sich bereits im September letzten Jahres ein Tiefpunkt ein. Dann kam es nochmals am 15. Dezember 2021 zu einer Tiefpunktbildung.

Mit dem nochmaligen Anlaufen dieser Zone baut sich langsam aber sicher Druck auf diesem Preisbereich auf. Falls es den Bären gelingen sollte ihn für sich zu erobern, und dies kann mit einem Tagesschlusskurs von 880 USD bewerkstelligt sein, so trübt die Lage stark ein. Neue Tiefpunkte kennzeichnen immer auch einen Abwärtstrend.

Platinpreis – 900er-Marke muss halten, sonst…

Jetzt ist es wichtig, die 900er-Marke überboten zu halten. Im weiteren Verlauf muss der Widerstandsbereich von rund 1.020 USD angelaufen und von den Bullen genommen werden. Damit würde sich die charttechnische Lage deutlich aufhellen und erneute Preisanstiege in Aussicht stellen.

Ein weiterer größerer Widerstand ist die Marke von 1.177 USD. Derzeit muss die charttechnische Lage für den Platinpreis als ungünstig bezeichnet werden. Dies bestätigt auch die gleich folgende Trendanalyse.

Fazit – aufgrund des abfallenden Marktes und der übergeordneten, seit Monaten abwärts gerichteten Trendlage, besteht die Gefahr für weiter absinkende Kurse.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Platinpreis (D1)

Platinpreis Prognose
Platinpreis | Chart von FxEmpire

Das ist eine Trendanalyse (D1) für den Platinpreis

Macd Oszillator: Bei dem beliebten Indikator wird nun analysiert, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Auch wird geschaut, ob der Macd über null tendiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen ist nicht eine positiv. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen und muss sich ändern.

Gleitende Durchschnitte: Hierbei wird analysiert, ob bei dem Platinpreis die GDs steigend sind. Ein Aufwärtstrend wird durch steigende GDs gekennzeichnet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nicht ein einziger steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen. So geht es nicht weiter!

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes wird geschaut, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 2 positiv. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen.

Die Auswertung der Trendanalyse

26.04.2022: Was zeigt die Gesamtauswertung auf? Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 2 als positiv zu bezeichnen. Das sind lediglich 6.67 %. Deswegen wird der Status hier auf „Sehr Bärisch“ gesetzt. Aus diesem Blickwinkel ist es klug, mit dem Einstieg in den Platinpreis zu warten, bis die Analyse ein besseres Ergebnis bringt.

 

Disclaimer: Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Gold stark – Goldminenaktien stärker!

Der Goldpreis zeigte sich von diesen Drohungen jedoch unbeeindruckt und stieg im Wochenverlauf weiter auf 1.946 US-Dollar an, obwohl auch der US-Dollar zulegen konnte.

Noch ist der Goldpreis in einer Handelsspanne zwischen 1.900 US-Dollar auf der Unterseite und 1.960 US-Dollar auf der Oberseite gefangen, doch ein richtungsweisender Ausbruch aus dieser Spanne könnte schon in Bälde erfolgen.

Die Stärke des US-Dollars ist einer der Faktoren, die den Anstieg des Goldpreises in US-Dollar kurzfristig ausbremsen. Der USD-Index hatte in der vergangenen Handelswoche die Marke von 100 Punkten überschritten und stieg damit auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren an.

Als wir das Kaufsignal für den US-Dollar bei 90 Punkten im USDX im Juni letzten Jahres gaben, lag unser Kursziel im besten Fall bei 100 Punkten, womit dieses Ziel jetzt abgearbeitet wurde.

Dem Anstieg des USDX drohte bei 96 Punkten bereits die Luft auszugehen, doch sorgten die Ankündigungen zu Zinsanhebungen, einer Reduzierung der Notenbankbilanz und letztlich der Krieg in der Ukraine, der insbesondere den Euroraum belastet, für neues Potenzial beim USD-Index zu den anderen Fiat-Währungen.

Der Euro befindet sich hingegen weiterhin auf Talfahrt und hat mittlerweile die Parität zum Schweizer Franken erreicht. Selbst ein Test der Parität zum US-Dollar ist in den kommenden Wochen und Monaten nun denkbar geworden.

Die selbst verursachten Wunden für die europäische Wirtschaft durch die Lockdowns und nun durch die Sanktionen gegen Russland, drücken die europäische Wirtschaft bereits vor den ersten Zinsanhebungen in eine neue Rezession.

Die weiter steigenden Zinsen in den kommenden Monaten und Jahren werden jegliche Konjunkturblüte in Europa im Keim erstickten und die Europäische Zentralbank wird darauf mit dem Drucken von Geld reagieren und die europäischen Regierungen mit neuen planwirtschaftlichen Fiskalprogrammen, was die Situation nur noch verschlimmern wird.

Die Sanktionen gegen Russland haben die Lage für Europa deutlich verschlechtert, weshalb der Bias aktuell weiterhin auf einem stärkeren US-Dollar liegt.

Aufgrund der bevorstehenden weiteren Abwertung des Euros zu allen anderen Währungen ist es gerade für uns Europäer wichtiger denn je, in inflationsgeschützte Assets wie Edelmetalle und Minenaktien zu investieren, wenn man die völlige Enteignung durch staatliche Inflation nicht über sich ergehen lassen möchte.


Der USD-Index stieg auf den höchsten Stand seit 2 Jahren

Sanktionen gegen russische Palladium-Raffinerien

Der Palladiumpreis stieg am Freitag um bis zu 11% an, nachdem die Londoner Platin– und Palladiummarktbehörde mitgeteilt hatte, man werde den russischen Raffinerien aufgrund der Ukraine-Krise den Verkauf von Palladium in London untersagen. Der Palladiumpreis sprang auf diese Meldung hin um 200 US-Dollar auf bis zu 2480 US-Dollar je Feinunze nach oben.

Die „Gulidov Krasnoyarsk Non-Ferrous Metals Plant“ ist die größte Gold- und Platingruppenmetall-Raffinerie in der Russischen Föderation mit dem Hauptsitz in der Stadt Krasnojarsk in Sibirien und liefert allein 30% der Jahresweltproduktion. Diese, sowie die „Prioksky Plant of Non-Ferrous Metals“ werden bis auf weiteres nicht mehr als Good Delivery Lieferant in London/Zürich akzeptiert werden.

Anfang März stieg der Palladiumpreis erst auf ein Allzeithoch von 3.440 US-Dollar, da man sich angesichts des Krieges Sorgen um das Angebot des Hauptproduzenten Russland machte. In Russland werden rund 40% der Jahresweltproduktion gefördert.

Auf der einen Seite nimmt die Nachfrage aufgrund der Rezession und die Umstellung auf Elektrofahrzeuge ab, was auf den Preis dämpfend wirkt. Auf der anderen Seite könnte die künstliche Angebotsverknappung für einen erneuten kurzfristigen Preisanstieg sorgen.

Kurzfristig könnte es dadurch tatsächlich wieder zu einer Verknappung kommen, doch die Russen werden ihr Palladium an den Rest der Welt verkaufen, sodass dies mittelfristig geringen Einfluss auf den Preis haben dürfte.

Die langfristigen Aussichten hängen vielmehr von der Inflation und der Rezession ab, wobei die Rezession und die Umstellung auf Elektrofahrzeuge der wichtigste Faktor ist und mittelfristig eher für eine abnehmende Nachfrage spricht.


Palladium stieg um über 200 US-Dollar an, nachdem russisches Palladium in London boykottiert wird

Stehen die Goldminen vor dem nächsten Sprung nach oben?

Während der Goldpreis in US-Dollar seit dem Test des Allzeithochs wieder um 120 US-Dollar gefallen ist, halten sich die Goldminenaktien unverändert stark. Der HUI-Goldminenindex gab keine seiner Gewinne aus der letzten Rallye ab und macht sich stattdessen bereit für den nächsten Sprung nach oben.

Aktuell testet der HUI wieder einmal den Widerstand bei 325 Punkten, wobei ein erfolgreicher Ausbruch Potenzial auf 400 Punkte geben würde, was einem Anstieg von 23% entspräche. Wir waren mit unseren Kunden um die Unterstützung bei 250 Punkten herum long gegangen und sitzen bereits auf einem komfortablen Plus.

Entgegen den Gewinnmitnahmen beim Gold am Allzeithoch und bei Silber in der Nähe des Widerstands bei 28 US-Dollar, hielten wir bisher an den Minenaktien fest, da sie real historisch günstig und zum Goldpreis heillos unterbewertet sind.

Aufgrund der steigenden Zinsen sehen Investoren zunehmend keine Chancen mehr am Aktien- und Anleihenmarkt, während sie gleichzeitig einen Inflationsschutz in Gold und über Minenaktien eine zusätzliche Rendite suchen.

Die Stärke der Goldminen zum Gold und ihre Aufwärtsdynamik lässt die Stimmung wieder bullisch werden und lockt neue Investoren und Spekulanten an. Dies könnte nun dazu führen, dass sich die Goldminenaktien besser als der Goldpreis entwickeln werden in den kommenden Wochen.

Die Goldminengesellschaften erzielen bei den derzeitig hohen Goldpreisen weiterhin satte Gewinne, weshalb weitere starke Kursanstiege fundamental völlig gerechtfertigt sind.

Der Goldpreis lag im vierten Quartal 2021 bei durchschnittlich 1.796 US-Dollar, während die All-In Sustaining Costs der Top-25-Goldminenunternehmen im GDX bei durchschnittlich 1.188 US-Dollar je Feinunze lagen.

Das entspricht einem Gewinn von 608 US-Dollar je Unze für den Goldminensektor, was den siebthöchsten Wert in der Geschichte darstellt und nur von den vorangegangenen sechs Quartalen übertroffen wird. Die Kurse der Goldminenaktien sind angesichts dieser fetten Gewinne historisch niedrig.

Aktuell liegt der HUI-Goldminenindex immer noch 47% unter seinem Allzeithoch von 610 Punkten von 2011, womit noch sehr viel Luft nach oben vorhanden ist.


Der Anstieg der Goldminen könnte sich nun fortsetzen – der nächste Widerstand liegt bei 380-400 Punkten


Gelingt der Ausbruch über den Widerstand bei 325 Punkten, wäre ein nächster Hausseschub gut möglich. Die Historie zeigt meine Kauf- und Verkaufssignale für meine Premium-Abonnenten der letzten anderthalb Jahre

Noch ist der kleine konträre Minensektor nicht sehr beliebt, wobei er langsam wieder in der Gunst der Anleger steigt. Trotz ihrer wachsenden Gewinne sind Goldminenaktien bisher nicht auf dem Radar der großen Mehrheit der Spekulanten und Anleger.

Doch dies ändert sich gerade und die Berichterstattung in den Medien nimmt zu. Jetzt, da immer klarer wird, dass die Notenbanken nicht in der Lage sein werden die geschaffene Geldmenge aus dem System wieder abzusaugen und die Preissteigerung nicht vorübergehend, sondern dauerhaft sind, werden sukzessive mehr Investoren auf diesen völlig unterbewerteten Sektor aufmerksam.

Es sieht danach aus, als würde ein neuer großer Aufwärtstrend bei den Goldminenaktien in Gang kommen. Solche Aufwärtstrends neigen dazu sich sehr stark und schnell zu vollziehen und brachten im Durchschnitt einen Gewinn von 85%. Gerade bei den Minen gibt es aktuell enormes Potenzial bei mittelfristig vernachlässigbarem Risiko auf dem aktuellen Kursniveau, weshalb man hier investiert sein muss.

Doch eine Warnung sei zum Schluss ausgesprochen. Nach diesen Rallys korrigierten die Minenaktien meist deutlich, weshalb man nicht erst kaufen darf, wenn die Minen durch die Decke gegangen sind.

Der richtige Ein- und Ausstiegszeitpunkt ist bei den Minenaktien ernorm wichtig, da die Korrekturen meist stark ausfallen und eine weitaus höhere Rendite erzielt werden kann, wenn man nach starken Anstiegen Gewinne mitnimmt, um die Aktien später günstiger zurückzukaufen.

Langfristig stehen die Minenaktien jedoch am Anfang einer mehrjährigen Hausse, die den Standardaktienmarkt um ein Vielfaches outperformen wird.

Ein Bild, das Text enthält.

Automatisch generierte Beschreibung
Der Minenmarkt ist hochvolatil und ein Traum für Spekulanten, die diese Zyklen verstehen und nutzen können

Technische Analyse zu Gold: Ausbruch aus der Handelsspanne bringt die Entscheidung

Der neueste COT-Report wurde am Freitag um 21:30 Uhr seitens der US-Terminmarktaufsicht veröffentlicht mit dem Stichtag der Datenerhebung des 4. April. Die COT-Daten werden seitens der CFTC immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht.

Premium Abonnenten erhielten noch vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber, Platin und Palladium. Die COT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen.

Während der Goldpreis leicht um 8$ anstieg, reduzierten die Spekulanten ihre Long-Position etwas, was eine minimale Stärke zeigt. Da die großen 8 Händler ihre Position etwas erhöhten, zeigt uns das, dass man den Preis womöglich nicht aus der Handelsspanne über 1.960 US-Dollar ausbrechen lassen wollte.

Auch in dieser Woche sind die Daten nahezu unverändert zur Vorwoche. Der Markt ist überkauft, sodass ein Long-Drop am Terminmarkt für Gold droht, wenn die physische Nachfrage abflaut. Ein erneuter Test der Unterstützung bei 1.900 US-Dollar wäre die Folge.


Die Terminmarktdaten für Gold sind leicht überkauft


Die mutmaßliche Manipulation am Goldmarkt ist aktuell sehr hoch, was die kurzfristigen Risiken untermauert

Im kurzfristigen Chart ist die Handelsspanne zwischen 1.900 US-Dollar auf der Unterseite und 1.960 US-Dollar auf der Oberseite gut ersichtlich. Mittel- bis langfristig ist die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren deutlichen Anstieg des Goldpreises sehr hoch, doch kurzfristig könnte sich die Korrektur über die Zeitachse oder auch über die Amplitude noch ein letztes Mal ausweiten.

Eine Streckfolter und das Rausschütteln zittriger Hände sind charakteristisch für den Goldmarkt, was nicht bedeutet, dass es unbedingt auch diesmal so kommen muss. Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen bleiben ungewisse Variablen, die bei einer weiteren Eskalation die Investmentnachfrage von einen Tag auf den anderen erneut anfachen könnten.

Daher ist der technische Handel und das Setzen von Stop-Loss Orders angesagt. Wer an der Unterstützung bei 1.900 US-Dollar an der Unterstützung antizyklisch gekauft hatte, der sollte nun eine Stop-Loss-Order platzieren, da unter 1.900 US-Dollar ein Sell Off droht.

Der Krieg in der Ukraine bleibt eine ungewisse Variable, die uns dazu zwingt, technische Ausbrüche zu kaufen, was wir bei diesen schlechten COT-Daten sonst nie machen würden. Womöglich sorgt eine weitere Eskalation des Krieges in der Ukraine für einen Sprung des Goldpreises, dann will man long dabei sein, weshalb technische Kaufsignale angenommen werden müssen.

Ein Ausbruch über die Handelsspanne mit Preisen über 1.960 US-Dollar würde ein kurzfristiges Kaufsignal mit niedriger Wahrscheinlichkeit liefern. In der Handelsspanne ist Gold neutral und man sollte abwarten. Unter 1.900 US-Dollar würde es ein prozyklisches Verkaufssignal geben, dem ein Sell Off um 100 US-Dollar folgen könnte.


Der Goldpreis bewegt sich aktuell in einer engen Handelsspanne zwischen 1.900$ und 1.960$

Der Tageschart zeigt, dass der Goldpreis im Februar nach dem Bruch des letzten langfristigen Abwärtstrends stark anstieg. Bereits vor dem Ausbruch des Krieges zeigte sich Stärke, die ungewöhnlich war und auf Insiderkäufe zurückzuführen sein dürfte.

Das Allzeithoch wurde um wenige US-Dollar verfehlt und der Preis fiel zurück auf die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar. Ein Rücksetzer auf 1.850 US-Dollar wäre durchaus denkbar, ohne dass das bullische Setup zerstört würde. Die Geschichte zeigt, dass Gold oftmals kurzfristig fällt, gerade dann, wenn es die Masse es für unmöglich hält und das Sentiment sehr bullisch ist.

Das mögliche Zeitfenster für eine Korrektur ist jedoch kurz, denn die hohe Teuerung, die steigenden Zinsen und die sich manifestierende Rezession sind Faktoren, die Investoren sukzessive in den sicheren Hafen des Goldes treiben.

 


Ein finales Rausschütteln zittriger Hände wäre denkbar

Der Goldpreis in Euro ging mit dem Einbruch des europäischen Gemeinschaftswährung als Folge der Sanktionen gegen Russland förmlich durch die Decke. Die Parität zum Schweizer Franken wurden bereits erreicht und auch die Parität des Euros zum US-Dollar scheint, in diesem für Europa ungünstigen Umfeld, denkbar.

Nachdem Ende Januar ein Aufwärtstrend brach und es ein kurzfristiges Signal für einen zeitweiligen Take Profit gab, wobei das Kaufsignal vom Oktober bei 1.640 Euro noch immer intakt war, drehte der Goldpreis mit der Kriegsangst vom Fleck weg, erzeugte bei 1.608 Euro ein erneutes Kaufsignal und stieg um 290 Euro je Feinunze an.

Sollte der Euro auf die Parität zum US-Dollar fallen, so würde dies bedeuten, dass der Goldpreis in Euro das hohe Niveau halten kann. Dennoch ist die Spekulation sehr hoch und ein kurzweiliger Rücksetzer um bis zu 100 Euro jederzeit möglich. Trotzdem stehen die Zeichen auf Grün für einen weiter steigenden Goldpreis in den nächsten Jahren, weshalb wir Rücksetzer als Kaufchance sehen.


Der Goldpreis hält sich im Umfeld eines schwachen Euros weiterhin stark auf hohem Niveau

 

Blutbad am Anleihenmarkt – Gold und Silber halten sich stark

In der vergangenen Handelswoche erlebte der amerikanische Anleihenmarkt den stärksten Einbruch seit 40 Jahren. Die Zinsen für zweijährige US-Staatsanleihen stiegen auf 2,28% und die der Zehnjährigen auf 2,47% an. Dies verheißt nichts Gutes für den Aktienmarkt, dessen inflationsbereinigte Hausse in den letzten 12 Jahren zu einem großen Teil darauf beruhte.

Selbst die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren wieder mit einem halben Prozent, womit der reale jährliche Verlust „nur noch“ bei -4,5% liegt, wenn man diese Staatsanleihen hält.

Die große Zinswende wird von den Investoren am Aktienmarkt noch immer nicht eingepreist. Der Tag wird jedoch kommen, an dem alle Investoren angesichts inflationsinduziert immer weiter steigender Zinsen durch den gleichen Ausgang wollen, jedoch keine Käufer da sind und die Aktienmärkte ihre Talfahrt steil fortsetzen werden.

Die Baisse am Aktien- und Anleihenmarkt wird sich in den nächsten Jahren, wenn auch nur real am Aktienmarkt, weiter fortsetzen, was angesichts der aktuellen Inflation und Geldentwertung eine finanzielle Katastrophe für Anleger in diesen Märkten bedeuten wird. Die steigenden Zinsen am Markt signalisieren unterdessen den Notenbanken, dass sie die Leitzinsen weiter anheben sollten.


Die Zinsen explodierten in der letzten Woche förmlich und kündigen die nächste Rezession an

Gold und Silber konnten trotzt der steigenden Zinsen ihr hohes Niveau in der letzten Handelswoche verteidigen und stiegen sogar an. Der Goldpreis stieg um 1,9%, Silber um 2,3% und der Goldminenindex HUI-Goldminenindex stieg um 3,5% an.

Da steigende Zinsen Gift für den Konsum, Verbraucher- und Unternehmenskredite sind, fielen der Preis der Industriemetalle Platin (-2,35%) und Palladium (-5,6%) hingegen deutlich zur Vorwoche.

Die Rezession und die steigenden Zinsen werden einen dämpfenden Effekt auf die Preise haben, insbesondere auf Luxusgüter, während die Preise der lebensnotwendigen Konsumgüter, deren Nachfrage relativ unelastisch ist, mit der Geldentwertung tendenziell stärker steigen sollten.

Deshalb werden Unternehmen, die höhere Kosten direkt an den Verbraucher weitergeben können, die Luxusgüterindustrie deutlich outperformen in den nächsten Jahren.


Gold und Silber glänzen, während Palladium und Platin als Industriemetalle zunehmen unter der aufziehenden Rezession leiden

Der Anfang und das Ende des Anleihen-Bullenmarktes

2008 verhinderten die ersten QE-Programme in der Geschichte der USA, als Reaktion auf die Immobilien- und Kreditkrise, ein Ende des bis dahin 27 Jahre dauernden Anleihen-Bullenmarktes. Anstatt zu crashen und in eine Baisse überzugehen, setzte sich dieser, getrieben durch die Anleihenkäufe der US-Notenbank und später anderer Notenbanken, noch einmal bis 2020 fort.

Die über vier Dekaden andauernde Hausse war eine direkte Folge der Abschaffung des Gold-Dollar-Standards im Jahr 1971 mit dem Beginn des Experimentes ungedeckter Fiat-Währungen.

Im Goldstandard des Kaiserreichs gab es grundsätzlich keine Zyklen am Anleihenmarkt, da sich die Zeitpräferenz der Menschen, sowie die Risikoprämie in Friedenszeiten, kaum verändern. Nur in Kriegszeiten kam es immer wieder zu starken Schwankungen, wenn die Gefahr bestand, ein Staat könnte seine Schulden nicht bedienen oder dieser zur Kriegsfinanzierung Inflation erzeugte.

Beispielsweise lagen die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen während des Goldstandards im Kaiserreich kontinuierlich im Bereich von vier Prozent. Erst mit der Loslösung der verstaatlichten Währungen vom Gold im Jahr 1971, begannen die Zinsen inflationsinduziert wild und stark zu schwanken.

Ende 1981 hatten die Zinsen mit zwanzig Prozent ihren Zenit erreicht nach einem Jahrzehnt der Stagflation begann eine neue Hausse. Diese wurde durch die sukzessive Ausweitung der Geldmenge im Kreditgeldsystem, sowie einer Senkung der Mindestreserve auf letztlich null Prozent und einer Manipulation der statistischen Inflationsrate ermöglicht, was den Marktzins dauerhaft und zunehmen unter den Urzins drückte.

Die kontinuierlich sinkenden Zinsen der Hausse am Anleihenmarkt, waren der Treibstoff eines künstlichen Aufschwungs in der westlichen Welt, der von Anbeginn auf Sand gebaut war.

2008 stand das Fiat-Geldsystem vor seinem unausweichlichen Ende und damit auch die Hausse am Anleihen- und Aktienmarkt. Der Immobilienmarkt kollabierte, die Zinsen schossen in die Höhe und das halbstaatliche Finanzsystem stand vor einem kaskadenartigen Zusammenbruch.

Durch planwirtschaftliche Eingriffe in den freien Markt, wie sie bisher nur aus sozialistischen Staaten bekannt waren, konnten die Notenbanken noch einmal das Ruder herumreißen.

Durch den Ankauf von Staatsanleihen, einer fast direkten Form der Staatsfinanzierung über die Druckerpresse, erhöhte man die Nachfrage künstlich, während Investoren es nicht wagten, sich der FED entgegenzustellen, was der schon totgeglaubten Hausse am Anleihen- und Aktienmarkt neues Leben einhauchte.

Wer die Konjunkturtheorie der Österreichischen Schule der Nationalökonomie kennt, der wusste, dass mit den Nullzinsen das Ende eines vier Jahrzehnte dauernden künstlichen Booms, der als Fehlleitung einer sonst gesunden Wirtschaftsentwicklung zu verstehen ist, erreicht wurde.

Ironischerweise hatten die gleichen QE-Programme, die 2008 noch einmal den Anleihen- und Aktienmarkt gerettet hatten, nach der Lockdown-Krise in 2020 das Ende dieser fast zwei Dekaden andauernden Hausse eingeleitet.

Die Inflation, die geschaffen und teilweise direkt als Corona-Schecks an die Konsumenten ausgegeben wurde, entwertet die Kaufkraft der Währungen und damit auch die Kaufkraft des künftigen Rückzahlungsbetrags der Anleihen, weshalb die Gläubiger nun, angesichts hoher Teuerungsraten, auch höhere Zinsen einfordern.

Das erklärt, warum Staaten die Teuerung im eigenen Land mittels unseriöser Verdrehungen in ihren statistischen Warenkörben manipulieren und möglichst niedrig ausweisen. Auf diese Weise entwerten Staaten ihre Schuldenlast, während die Gläubiger am Ende der Laufzeit nur noch einen Bruchteil der Kaufkraft ihrer Forderungen ausgezahlt bekommen.

Am Ende des Tages erhält der Sparer nominal eine mickrige Rendite, während er real bestohlen wurde.

Insbesondere die Haussen am Aktienmarkt von 2003 bis 2020 waren die Konsequenz künstlich niedriger Zinsen, die einen künstlichen Aufschwung erzeugten.

Diese erneute Fehlleitung von Kapital hätte es ohne die QE-Programme nach der Immobilien- und Finanzkrise von 2008 nicht mehr gegeben. Der Anleihenmarkt entwickelte sich über vierzig Jahre hinweg zur Mutter aller Blasen, die seit letztem Jahr dabei ist zu platzen.

Die Zinsen werden steigen und Anleihen weiter fallen

Es ist verrückt, dass Investoren bei einer Inflationsrate von aktuell fast acht Prozent in den USA und fast sechs Prozent in Europa nicht längst alle Anleihen verkauft haben. Die nominalen Zinsen müssten entsprechend längst bei 12% für zweijährige US-Staatsanleihen stehen.

Nutzt man als Maßstab den Konsumentenpreisindex, wie man ihn bis 1980 berechnet hat, dann liegt die Teuerung mittlerweile bei 16% und die kurzfristigen Zinsen sollten bei 20% liegen. Dies zeigt welch langen Weg zum Tief der Anleihenmarkt noch bis zu einer fairen Bewertung vor sich hat.

Wieso sollte jemand sein hart verdientes Geld zu diesen Zinsen verleihen, wenn er nach 2 Jahren inflationsbereinigt nur noch 75% zurückbekommt, ohne eine reale Rendite zu erwirtschaften? Ein Investment in inflationsgeschützte Werte, wie Gold und Silber wäre eine weitaus bessere und sicherere Anlage.

Wer einen Hebel möchte und am Trading interessiert ist, der kann sein Glück auch im Minensektor suchen, wo er höchstwahrscheinlich nebst dem Inflationsschutz noch eine zusätzliche Rendite erhalten wird.

Den starken Anstieg der Zinsen konnte man frühzeitig kommen sehen und damit auch den Druck, der sich langsam auf dem Aktienmarkt aufbauen würde. Ich sprach, schrieb und referierte seit 2018 ständig über die kommende Stagflation und die große Zinswende.

Beispielsweise hatte ich am 17.09.2019 in einem Webinar, das Sie auf YouTube finden, detailliert die unmittelbar bevorstehende Stagflation prognostiziert und am 18.03.2021 noch einmal explizit ein Video zur „großen Zinswende“ veröffentlicht, in denen ich die Zusammenhänge und zwingend logischen Entwicklungen aufzeigte.


Die große Zinswende ist längst da und sie wird noch viele Jahre andauern

Wohin die Reise geht, zeigt die Stagflation der siebziger Jahre, in der die Zinsen langsam von vier auf kurzzeitig zwanzig Prozent anstiegen. Durch den Krieg erlebte Russland kürzlich einen Zinsanstieg auf 20%, womit sich die dortigen Fehlallokationen größtenteils bereinigen werden.

Uns in Europa und den USA steht aufgrund der steigenden Zinsen hingegen noch ein langer Weg der schöpferischen Zerstörung bevor, auf dem unrentable Geschäftsmodelle und überschuldete Unternehmen vom Markt verschwinden werden.

Sollten weitere Krisen aus dem Nichts künstlich geschaffen werden, so wäre auch ein schnellerer Zinsanstieg denkbar, wobei die Auswirkungen auf die Wirtschaft verheerend und viel schmerzhafter für die Menschen wären.

Es empfiehlt sich daher Anlagen am Anleihenmarkt zu liquidieren, da mit dem Ende der QE-Programme der Verkaufsdruck zunehmen wird. Irgendwann in der Zukunft, womöglich noch in diesem Jahr, werden sich die Notenbanken gezwungen sehen, ihre Anleihenkäufe wieder aufzunehmen, um den Zinsanstieg einzuhegen und so einen zu schnellen Einbruch von Wirtschaft und Aktienmarkt zu verhindern.

Dies wird den freien Fall jedoch nur in die Länge ziehen und dafür den Schaden maximieren. Die dann entstehende zusätzliche Inflation wird die Preise inflationsgeschützter Anlagen weiter stark steigen lassen. Es empfiehlt sich daher weiterhin in Edelmetalle und inflationsgeschützte Anlageklassen zu investieren!

Technische Analyse zu Platin: Langfristig hui – kurzfristig pfui

Terminmarkt: COT-Report vom 25.03.2022

Zur Vorwoche zeigt sich leichte Stärke in den Daten, doch ist der COT-Index immer noch im neutralen Bereich. Auf Monatssicht zeigt sich hingegen deutliche Schwäche. Angebot und Nachfrage zeigen sich unverändert ausgeglichen in den letzten Wochen, wobei es meistens ein leichtes Überangebot gibt.

Daher kann Platin aus eigener Kraft weiterhin erst einmal nirgendwo hin marschieren. Man sollte daher keine kurzfristigen oder mittelfristigen Swing-Trades in diesem Markt versuchen.


Die Terminmarktdaten zeigen sich schwach in den letzten Wochen – insgesamt sind die Daten neutral

Wir hatten erwartet, dass Platin stärkere spekulative Nachfrage erfahren und auf 1.350 US-Dollar ansteigen würde, wenn der Goldpreis auf 2.000 US-Dollar ansteigt.

Obwohl der Palladiumpreis aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland durch die Decke ging, konnte der Platinpreis wenig davon profitieren. Gerade einmal ein Anstieg auf 1.200 US-Dollar war kurzzeitig möglich, was uns frühzeitig vorsichtig sein ließ.

Die Terminmarktdaten zeigen weiterhin ein Überangebot am physischen Markt, weshalb es aktuell im kurzfristigen Trading bei neutralen COT-Daten kein Setup für einen Einstieg gibt, das ein annehmbares Chance-Risiko-Verhältnis hätte. Unter 1.000 US-Dollar ist Platin neutral und frühestens im Bereich von 800 US-Dollar finden kurzfristige Trader ein gutes Kauf-Setup.

Über 1.000 US-Dollar könnte man als Bulle aktiv werden, doch dürfte dies kurzfristig keine guten Chancen auf Erfolg haben. Wir raten dazu kurzfristig nicht in diesem Markt zu traden – die Risiken sind höher als die Chancen.


Platin handelt noch immer über der Kreuzunterstützung bei 1.000 US-Dollar

Langfristige Analyse

Ende 2020 hatten wir mit einem Preisanstieg über den Widerstand bei 1.000 US-Dollar ein Kaufsignal bis 1.350 US-Dollar gegeben und gingen von einer anschließenden Korrektur auf 1.000 US-Dollar aus. Das war nur ein grobes Szenario, das wir aus der fundamentalen Schwäche am Platinmarkt abgeleitet hatten, doch exakt so eintraf.

Seither kämpfen Bullen und Bären um die Unterstützung bei 1.000 US-Dollar je Feinunze. Langfristig dürfte sich im Bereich zwischen 800 US-Dollar und 1.000 US-Dollar ein langfristiger Boden ausbilden. Wir empfehlen Rücksetzer in den Bereich um die 800 US-Dollar als mittel- bis langfristige Kaufchance zu nutzen.

Auch kurzfristig agierende Trader haben dort grundsätzlich ein Setup mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass Platin und Palladium während Rezessionen kurzzeitig auch stark einbrechen können, weshalb ein Stop-Loss der beste Freund kurzfristig agierender Trader ist.


Langfristig zeigt der Chart eine Trendumkehr und ein Ende der langfristigen Abwärtstrends

Das Platin-Palladium-Ratio zeigt, dass Platin in den vergangenen 50 Jahren immer teurer war als Palladium, mit Ausnahme der Jahrtausendwende und aktuell seit 2017. Die Feinunze Palladium wird im Moment historisch einmalig 85% über dem Preis von Platin gehandelt.

Wir sehen in den letzten Jahren in der Industrie eine fortschreitende Substituierung von Palladium durch das günstigere Platin. Solange Palladium teurer ist, sollte auch die Substitution weiter fortschreiten und letztlich auch zu steigenden Platinpreisen führen.

Diese Transformation ist ein langsamer Prozess und man schätzt, dass jährlich etwa 1,5 Millionen Unzen Palladium in der Industrie durch Platin ersetzt werden.

Langfristig ist es konsequent logisch und wahrscheinlich, dass die Substitution in der Zukunft zu einem Überangebot bei Palladium und einem Defizit bei Platin führen wird. Das Ratio würde dann wieder ansteigen, wobei Platin das Palladium massiv outperformen dürfte.

Würde das Ratio nur zu seinem Durchschnitt der letzten 50 Jahre bei 3 zurückkehren, entspräche dies einer sechsmal besseren Performance von Platin zu Palladium in der Zukunft.

Will man ein langfristig ausgerichtetes Edelmetalldepot auf Sicht von mindestens einer Dekade aufpeppen, so wäre Platin eine Spekulation wert, da es nicht nur in Katalysatoren Anwendung findet, sondern in vielen weiteren Industrien und insbesondere in erneuerbaren Energien, wogegen Palladium nur in Katalysatoren für Benzinmotoren genutzt wird.

Da Platin auch zu Gold und Silber historisch günstig ist, wäre es denkbar, dass Platin sogar die monetären Edelmetalle in den kommenden zehn Jahren outperformen könnte.

Kurzfristig hat Platin noch mit einem Überangebot zu kämpfen, doch auf Sicht einer Dekade scheint das Risiko begrenzt und die Gewinnchance sehr hoch zu sein, weshalb wir Rücksetzer weiterhin zum Aufbau einer neuen langfristigen Position nutzen werden.


Platin ist aktuell so günstig zu Palladium wie noch nie zuvor

 

Platinpreis – Das kann gefährlich werden?

Mit dem Durchbruch des Widerstands von 1.100 USD hellte die charttechnische Lage aus mittel- und langfristiger Sicht deutlich für den Platinpreis auf. Doch kurz darauf stellte sich ein massiver Abverkauf ein, welcher das Edelmetall um etwas mehr als 16 % einbrechen ließ.

Insgesamt ist das ein nicht ganz so ideales Bild. Es besteht die Gefahr, dass es sich um eine Verlängerung der Seitwärtsphase und möglicherweise schlimmeres handelt. Um das charttechnischer Bild positiv zu halten, muss es den Bullen von Platin gelingen, das 2021er-Tief von 900 USD überboten zu halten. Weiterhin wäre es vonnöten, dass die Preise abermals zur Oberseite anziehen, um entsprechenden Druck aufzubauen.

Platinpreis – das diesjährige Kurshoch muss genommen werden

Mit Überschreiten des diesjährigen Kurshochs von 1.177 USD bestätigt sich die Trendwende und der Aufwärtstrend. Der Blick auf den Stochastik Oszillator zeigt bereits ein Kaufsignal auf kurzfristiger Ebene für den Platinpreis auf. Idealerweise kommt direkt vom Macd ein weiteres Kaufsignal dazu, um noch mehr Bestätigung zu bekommen.

Fazit – derzeit verlängert sich die seit Mitte letzten Jahres bestehende Seitwärtsphase. Die Situation ist aktuell noch nicht so recht eindeutig, dennoch sind die Tendenzen eher gen Norden geneigt.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Platinpreis (D1)

Platinpreis Prognose
Platinpreis | Chart von fxempire

Jetzt eine Trendanalyse (D1) für den Platinpreis!

Macd Oszillator: Es wird bei dem oft verwendeten Indikator geschaut, ob die Signal-Linie über der Trigger-Linie ist. Zudem auch, ob der Macd über null notiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind nur 3 positiv. Insofern ist das als bärisch zu bezeichnen.

Gleitende Durchschnitte: Nun wird geprüft, ob bei dem Platinpreis die GDs steigend sind. Denn steigende GDs zeigen einen Aufwärtstrend an. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nur die Hälfte steigend. Das überzeugt nicht besonders. Hier muss definitiv mehr kommen!

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes muss analysiert werden, ob sich der Indikator unterhalb vom Schlusskurs befindet. Falls ja, dann ist ein bestätigter Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 4 positiv. Bullisch ist definitiv etwas anderes.

Die Auswertung der Trendanalyse

25.03.2022: Kommen wir jetzt zur Gesamtauswertung. Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 12 als positiv zu bezeichnen. Das sind 40.00 %. Demnach wird der Status hier auf „Neutral“ gesetzt. Insofern kann es durchaus sinnvoll sein, den Platinpreis zu halten und etwas genauer zu beobachten.

 

Disclaimer: Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Konjunktursorgen lasten auf Börsen – Öl und Nickel teurer

Frankfurt (Reuters) – Aus Furcht vor einem Konjunkturabschwung als Folge des Krieges in der Ukraine ziehen sich Anleger wieder aus europäischen Aktien zurück.

Gleichzeitig förderten steigende Rohstoffpreise Inflationssorgen. Dax und EuroStoxx50 fielen am Mittwoch um jeweils etwa 1,5 Prozent auf 14.263 beziehungsweise 3863 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte ein knappes halbes Prozent ein.

Am Tag vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industriestaaten (G7) sowie der Nato-Mitglieder wuchs die Anspannung der Börsianer. US-Präsident Joe Biden werde dabei auf weitere Sanktionen dringen, prognostizierte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Eine Möglichkeit wäre ein europäischer Importstopp für russisches Öl. “Ein Embargo würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Russland im Gegenzug Europa den Gashahn abdreht. Und spätestens dann würde Europa wohl nicht eine Rezession vermeiden können.”

ENERGIEPREISE ZIEHEN ERNEUT AN – NICKEL MIT PREISSPRUNG

Vor diesem Hintergrund stieg der Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee um vier Prozent auf 120,06 Dollar je Barrel (159 Liter). Der europäische Erdgas-Future verteuerte sich um bis zu 20 Prozent auf 118,50 Euro je Megawattstunde. Dadurch stieg der Index für die europäische Öl- und Gasbranche gegen den Trend um 1,5 Prozent. Beim Thema Energie drehe sich alles um die Angebotslage, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. “So lange die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine keine handfeste, friedliche Lösung liefern, werden Anleger sich hierüber Sorgen machen.”

An der Börse LME stieg der Preis für Nickel nach mehreren Tagen mit Rückgängen um die maximal möglichen 15 Prozent auf 32.380 Dollar je Tonne. Einen unmittelbaren Auslöser für den Kurssprung bei dem zur Stahl-Herstellung benötigten Metall könne er zwar nicht ausmachen, sagte ein Börsianer. “Aber das Angebot ist knapp. Wenn man die Unsicherheit um russische Lieferungen hinzunimmt, erscheint es billig.”

FREUDE ÜBER UMSATZSPRUNG BEI AUTO1 VERPUFFT SCHNELL

Bei den deutschen Aktienwerten rückte Auto1 ins Rampenlicht. Der Online-Gebrauchtwagenhändler steigerte zwar den Umsatz 2021 um überraschend starke 69 Prozent. Für 2022 sagte das Unternehmen aber ein deutlich geringeres Wachstum von 19 bis 42 Prozent voraus. Außerdem wackele wegen der hohen Spritpreise das Geschäftsmodell, sagte ein Börsianer. Auto1-Aktien brachen nach anfänglichen Gewinnen um bis zu 20 Prozent ein und waren mit 8,99 Euro so billig wie noch nie seit dem Börsengang vor einem Jahr.

Abwärts ging es auch für Adobe. Die Titel des “Photoshop”-Anbieters fielen an der Wall Street um rund vier Prozent. Das Unternehmen gab zwar für das abgelaufene Quartal einen überraschend hohen Rekordumsatz von 4,26 Milliarden und einen Gewinn von 3,37 Dollar je Aktie bekannt. Die für das laufende Quartal angepeilten Erlöse und Überschüsse blieben mit 4,34 Milliarden Dollar beziehungsweise 3,34 Dollar je Aktie dagegen hinter den Erwartungen zurück. Ermutigend sei allerdings die Zuversicht des Managements in den Geschäftsverlauf des zweiten Halbjahrs, schrieb Analyst Derrick Wood vom Vermögensverwalter Cowen. Er bekräftige daher seine Einstufung der Aktie mit “Outperform”.

China- und Ukraine-Sorgen lasten auf Börsen – Fed im Blick

Frankfurt (Reuters) – Corona-Ausbrüche in China zehren an den bereits angegriffenen Nerven der Anleger.

Außerdem schürte der nahende Zinsentscheid der US-Notenbank am Dienstag Nervosität. Etwas Hoffnung versprach allerdings die geplante Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Waffenruhe. Investoren reagierten zudem erleichtert auf den nachlassenden Preisdruck durch den Rückgang der Energiepreise.

Dax und EuroStoxx50 grenzten ihre anfänglichen Verluste ein und lagen am Abend nur noch jeweils knapp im Minus bei 13.917,27 beziehungsweise 3739,63 Punkten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones legte dagegen 1,5 Prozent zu.

Die Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee rutschte unterdessen um fast fünf Prozent auf 101,75 Dollar je Barrel (159 Liter) ab. Die strengen Pandemie-Beschränkungen in einigen Wirtschaftsmetropolen Chinas schürten bei Anlegern Furcht vor einem Nachfrage-Rückgang. Dies drückte auch die Kurse von Industriemetallen wie Kupfer oder Aluminium, die sich um 0,5 beziehungsweise zwei Prozent verbilligten. In ihrem Windschatten büßte der Index für die Bergbaubranche ebenfalls zwei Prozent ein.

Die Sorgen seien aber unbegründet, da die Regierung in Peking bei ihrer Pandemie-Bekämpfung Erfolge vorzuweisen habe, gab Anlage-Experte Ben Sheehan vom Vermögensverwalter abrdn zu bedenken. “Während der Konsum aufgrund der ständigen Abriegelungsmaßnahmen mit Gegenwind zu kämpfen hatte, blieb die Industrieaktivität robust, und China konnte seiner Rolle als verlässlicher Partner im globalen Handel treu bleiben.”

Europäische Luxusgüter-Hersteller gerieten wegen der Lockdowns in China allerdings unter die Räder. Für sie ist das Land einer der wichtigsten Absatzmärkte. Die Aktien von LVMH, Kering und Richemont gaben bis zu 3,4 Prozent nach.

FED STEHT VOR ZINSWENDE

Daneben bereiteten sich Börsianer darauf vor, dass die US-Notenbank den Leitzins am Mittwoch um einen Viertel Prozentpunkt anhebt. “Alles andere wäre eine Überraschung”, sagte Jens Franck, Chef-Portfoliomanager des Vermögensverwalters NordIX. Daher würden Investoren die anschließenden Äußerungen des Fed-Chefs Jerome Powell auf die Goldwaage legen. “Insbesondere neu hinzukommende Inflationsrisiken, die sich im Zuge der aktuellen geopolitischen Situation gebildet haben, und Risiken für die konjunkturelle Entwicklung dürften durchaus von Belang sein.”

Am Anleihemarkt ließ der Verkaufsdruck vorerst nach. Dadurch fielen die Renditen der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf 2,13 beziehungsweise 0,329 Prozent, nachdem sie zum Wochenauftakt auf die höchsten Stände seit rund drei Jahren gestiegen waren.

FRAPORT AUF TALFAHRT – FLUGGESELLSCHAFTEN IM AUFWIND

Bei den deutschen Aktienwerten gehörte Fraport mit einem Minus von drei Prozent zu den Verlierern. Die Zahlen des Flughafenbetreibers für 2021 hätten zwar positiv überrascht, kommentierte DZ Bank-Analyst Dirk Schlamp. Der Ausblick enttäusche aber.

Aufwärts ging es dagegen für American Airlines, Delta und United, deren Titel sich an der Wall Street um bis zu sieben Prozent verteuerten. Einige US-Fluggesellschaften hatten dank einer robusten Nachfrage ihre Umsatzprognosen angehoben. Dies gleiche die gestiegenen Treibstoffpreise aus, schrieb Analystin Sheila Kahyaoglu von der Investmentbank Jefferies. Im Windschatten der US-Rivalen legten die Papiere der Lufthansa gut ein Prozent zu.

“Bärenmarkt-Rally” bei Aktien – Waffenruhe in Ukraine erhofft

Frankfurt (Reuters) – Die Hoffnung auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg setzt der Talfahrt der europäischen Börsen ein vorläufiges Ende. Gleichzeitig entspannte sich die Lage an den Rohstoffmärkten. Der Dax verbuchte am Mittwoch mit einem Plus von 7,9 Prozent auf 13.847,93 Punkte den größten Tagesgewinn seit etwa eineinhalb Jahren. Der EuroStoxx50 legte 6,7 Prozent auf 3741,37 Zähler und der US-Standardwerteindex Dow Jones zwei Prozent auf 33.297,04 Stellen zu.

Sowohl auf russischer wie auch auf ukrainischer Seite scheine es Bewegung und die Bereitschaft zu Verhandlungen zu geben, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Außerdem kursierten Gerüchte, dass die EU-Staats- und Regierungschefs auf ihrem anstehenden Gipfel ein Konjunkturprogramm ankündigen könnten.

Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets bezeichnete die aktuelle Erholung aber als “Bärenmarkt-Rally” und warnte vor überzogenen Erwartungen an das Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine sowie an mögliche ukrainische Zugeständnisse. “Beides könnte zwar hoffentlich den blutigen Konflikt beenden, nicht aber die dadurch ausgelösten geo- und wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen aus dem Weg räumen.” Als Bärenmarkt-Rally bezeichnen Experten eine Zwischenerholung in einem längerfristigen Abwärtstrend.

 

GOLD UND DOLLAR AUF TALFAHRT – EZB-SITZUNG IM BLICK

Dennoch zogen sich die Optimisten aus “sicheren Häfen” zurück. Gold verbilligte sich um 2,5 Prozent auf 2001 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gab 1,2 Prozent nach. Im Gegenzug stieg der Euro auf 1,1083 Dollar.

Dieser habe seine Talsohle aber noch nicht durchschritten, warnte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Es sei unklar, ob die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Ratssitzung am Donnerstag an ihrer geplanten Drosselung der Wertpapierkäufe festhalten werde. “Oder ob sie nicht die möglichen wirtschaftlichen Risiken, die aus dem Energiepreisschock resultieren können, stärker gewichtet, als die Preisgefahren, die sich daraus ergeben dürften.”

Bei vielen Rohstoffen nutzten Investoren die jüngsten Preissteigerungen für Gewinnmitnahmen. So verbilligte sich Palladium um 4,5 Prozent auf 3039 Dollar je Feinunze und Kupfer um 1,5 Prozent auf 10.057 Dollar je Tonne. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee büßte 4,4 Prozent auf 122,32 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Hier reife die Erkenntnis, dass der US-Importstopp für russisches Erdöl den Angebotsengpass nicht verschlimmern werde, sagte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM. Darüber hinaus stellte die Internationale Energieagentur IEA eine Freigabe zusätzlicher Ölreserven in Aussicht.

 

FIRMENBILANZEN HEBEN STIMMUNG

Unterdessen gaben ermutigende Firmenbilanzen den europäischen Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind. Die enttäuschenden Quartalsergebnisse von Adidas würden von einem optimistischen Ausblick überstrahlt, der auf starke Geschäfte für die gesamte Sportartikel-Branche hindeute, kommentierte Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies. Adidas-Aktien verbuchte mit einem Plus von 13,6 Prozent den drittgrößten Tagesgewinn der Firmengeschichte. In ihrem Windschatten rückte Erzrivale Puma zwölf Prozent vor. Die US-Konkurrenten Nike und Under Armour legten jeweils etwa sechs Prozent zu.

Stark gefragt waren auch die Papiere der Deutschen Post. Sie sprangen um 12,4 Prozent nach oben, so stark wie zuletzt vor mehr als 13 Jahren. Die Geschäftszahlen des Brief- und Paketzustellers hätten leicht über den Erwartungen gelegen, lobte DZ Bank-Analyst Dirk Schlamp. Positiv sei auch der geplante Aktienrückkauf. Die US-Rivalen der Post, FedEx und UPS, stiegen um bis zu fünf Prozent.

 

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Wall Street schließen im Minus – US-Ölembargo im Blick

Frankfurt/New York (Reuters) – Die US-Börsen haben nach einer Berg- und Talfahrt am Dienstag mit Kursabschlägen geschlossen.

Kurskapriolen an den Rohstoffmärkten im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine bereiteten Investoren weiterhin Sorgen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones ging 0,6 Prozent tiefer auf 32.632 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 12.795 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,7 Prozent auf 4170 Punkte ein. Im frühen Handel hatten nach der vorherigen Talfahrt zunächst einige Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den US-Aktienmarkt genutzt.

USA VERHÄNGEN IMPORTSTOPP FÜR RUSSISCHES ÖL

Aufwärts ging es für die US-Rohölsorte WTI, die sich um 4,4 Prozent auf 124,71 Dollar je Barrel (159 Liter) verteuerte. In ihrem Windschatten gewannen die Aktien von Ölkonzernen wie Exxon, Chevron und Halliburton um bis zu 5,2 Prozent. US-Präsident Joe Biden verbot Erdöl- und Erdgas-Importe aus Russland.

“Solange die USA keine Sekundärsanktionen verhängen und damit andere Länder dazu zwingen, ebenfalls kein Öl aus Russland mehr zu importieren, wäre der Einfluss eines US-Alleingangs unseres Erachtens begrenzt”, sagt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Die Vereinigten Staaten importierten täglich lediglich 700.000 Barrel Erdöl aus Russland. Insgesamt führt das Land etwa sieben Millionen Barrel pro Tag aus, sieben Prozent des weltweiten Angebots.

NICKELPREIS SEIT WOCHENBEGINN VERDREIFACHT

Gleichzeitig geriet der Preis für Nickel außer Rand und Band. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Metall verbuchte zeitweise einen Rekord-Kurssprung von 111 Prozent und war mit 101.365 Dollar je Tonne so teuer wie nie. Rohstoff-Experte Al Munro vom Brokerhaus Marex machte einen sogenannten Short Squeeze hierfür verantwortlich. Einige Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hätten, seien offenbar vom Ukraine-Krieg auf dem falschen Fuß erwischt worden. Die Metallbörse LME setzte den Handel mit Nickel vorerst aus.

Dies bescherte Polymet einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des US-Nickelförderers stiegen in der Spitze um mehr als 57 Prozent auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 4,78 Dollar.

Die “Antikrisen-Währung” Gold blieb begehrt. Der Preis für das Edelmetall stieg um 2,6 Prozent auf 2050 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die in den USA notierten Titel des Goldschürfers Barrick stiegen daraufhin um bis zu 4,8 Prozent und waren mit 26,07 Dollar so teuer wie zuletzt vor 16 Monaten.

Euro bricht ein – Panik treibt Gold und Palladium auf Allzeithoch

Der Krieg in der Ukraine und die beispiellosen Sanktionen Europas gegen Russland haben viele Rohstoffpreise auf neue Allzeithochs getrieben. Noch vor zwei Wochen sprachen die Notenbanker von einer Wirtschaftserholung und Zinsanhebungen nach dem Ende der Pandemie, während heute Inflation, Rezession und Stagflation das beherrschende Thema sind.

Für Leser dieses wöchentlichen Reports ist das nichts Neues und die Regierungen haben endlich den prognostizierten Sündenbock für steigende Preise, eine Fortsetzung der Rezession und den Verlust des Wohlstands in der Gesellschaft. An den Märkten ist unterdessen die Hölle losgebrochen. Die plötzliche Änderung der Lage zwang und zwingt Investoren sich neu zu positionieren, was den starken Anstieg des Goldpreises erklärt.

Der Goldpreis stieg heute Morgen erstmals wieder auf 2.000 US-Dollar, dem höchsten Stand seit August 2020, wogegen der Goldpreis in Euro längst auf einem neuen Allzeithoch bei 1.851 Euro kletterte. Seit Anfang 2014 stieg der Goldpreis in Euro um 105% an! Die Sanktionen treffen insbesondere die europäische Wirtschaft hart, was die Aufnahme neuer Schulden und mehr Inflation mit sich bringen wird, weshalb der Euro auf 1,082 US-Dollar abstürzte. Der Goldpreis in Euro stieg im letzten Monat daher viel stärker an (+14%) als der Goldpreis in US-Dollar (+9,5%).


Krieg in Europa – der Euro bricht ein, während Gold und Silber in Euro stark ansteigen

Die Preise einiger Rohstoffe, die unmittelbar von den Sanktionen betroffen sind, gehen unterdessen durch die Decke. So stieg der Palladiumpreis allein in der letzten Woche um 26% an und erreichte heute ein Hoch bei 3.412 US-Dollar. Das Defizit in diesem Markt könnte sich durch die Sanktionen deutlich verschärfen, da 40% der Weltproduktion in Russland gefördert werden.

Tritt dies ein, so wären kurzfristig auch viel höhere Preise denkbar! Der Preis für dieses, primär in Benzinkatalysatoren verwendete Industriemetall stieg allein am Montagmorgen um mehr als 430 US-Dollar an, nur um am Nachmittag wieder um 600$ zu fallen, nachdem die Meldung einer vorübergehenden Waffenruhe und der russischen Bereitschaft zum Ende aller Kriegshandlungen vermeldet wurde.

Europa und Deutschland schneiden sich mit den Sanktionen tief in das eigene Fleisch und einige Automobilhersteller müssen aufgrund fehlender Komponenten schon in Kürze die Produktion einstellen.

Sollten die Russen in der Lage sein weiterhin ihr Palladium auf dem Weltmarkt zu verkaufen, während die Nachfrage durch einen Stillstand der Automobilproduktion abnimmt, dann könnte der Palladiumpreis schnell wieder fallen, ähnlich März 2020, als sich der Palladiumpreis binnen einem Monat halbiert hatte. Der heutige Einbruch um 600$ ist ein Warnzeichen und zeigt, dass dieser Markt aktuell nichts für unerfahrene Trader ist.

Zum Platinmarkt, der seit einer Dekade ein chronisches Überangebot aufweist, steuert Russland jedoch nur 10% der Weltförderung bei, weshalb Platin die Preisanstiege von Palladium nicht nachvollziehen kann und aktuell immer noch bei günstigen 1.130$ gehandelt wird.

Sollte die Automobilproduktion wegen dem Abbruch von Lieferketten als direkte Folge des Krieges und der Sanktionen angehalten werden und damit auch die Nachfrage nach Platin zur Verwendung in Dieselkatalysatoren einbrechen, so wäre bei Platin ein nochmaliger deutlicher Rücksetzer möglich.


Der Palladiumpreis stieg heute auf ein neues Allzeithoch bei 3.400 US-Dollar. Anfang 2016 wurde Palladium noch für weniger als 500 US-Dollar gehandelt

Die deutsche Wirtschaft leidet besonders stark unter den zusätzlich gestiegenen Energiekosten aufgrund der Sanktionen auf russisches Öl und Gas. Dies versetzt der heimischen Wirtschaft, die aufgrund überbordender Bürokratie, Regulierungen und den weltweit höchsten Steuern international ohnehin zunehmend nicht mehr wettbewerbsfähig ist, aktuell den Todesstoß.

Der Deutsche Aktienindex brach vergangenen Woche auf 13.100 Punkte ein, während sich die amerikanischen Märkte, die sich auch in einem neuen Bärenmarkt befinden, noch relativ stabil halten können. Die wirtschaftlichen Verflechtungen der USA mit Russland sind weitaus geringer und Amerika ist als Öl- und Gasexporteur eher ein Profiteuer der Krise.

Der Bitcoin konnte bisher nicht von der Krise profitieren und handelt noch immer bei 38.000 US-Dollar, rund 44 Prozent unter seinem Allzeithoch, obwohl man Russland aus dem Swift-Banken-Netzwerk ausgeschlossen hat. Langfristig ist dies sicherlich ein Signal für den Markt und die neuen dezentralen Technologien könnten davon profitieren, doch kurzfristig sind die Ereignisse eher schlecht für den Bitcoin.

Mit dem Ausschluss aus dem Swift-System sind auch viele Schnittstellen zum Papiergeldsystem nicht mehr verfügbar und zusätzlich dürften viele Russen, die durch die Sanktionen und dem Einbruch des Aktienmarktes ihr Vermögen verloren haben, eher genötigt sein Kryptowährungen zu verkaufen.


Der deutsche Aktienmarkt bricht ein, während der Palladiumpreis durch die Decke geht

Die harten Sanktionen gegen die russische Wirtschaft und deren Auswirkungen sind beispiellos in der Geschichte. Die international gehandelten russischen Aktien brachen um 95% ein, während der Handel an der Börse in Moskau am 25. Februar bereits eingestellt wurde.

Normalerweise kollabieren die Börsen der Länder, die angegriffen werden, doch noch nie in der Geschichte brach der Aktienmarkt eines Aggressors im Krieg so stark ein.

Dieser Crash hat vielen russischen Sparern, Investoren und Tradern ihre Existenz genommen und ist ein schockierendes Beispiel dafür, was in einem Krieg möglich ist. Diese Art der Kriegsführung ist Neuland und mahnt uns Trader und Investoren Vermögen international zu diversifizieren!

Der russische Rubel brach zum US-Dollar um ein Drittel ein, während die Zinsen für zehnjährige russische Staatsanleihen auf 18 Prozent anstiegen. Die EU hat sogar die Währungsreserven der russischen Zentralbank eingefroren und weltweit werden Vermögen reicher Russen konfisziert. Auch Sanktionen sind eine Art der Kriegsführung, die militärische Antwort finden könnten, was die Lage hochbrisant macht.

Der Preis für Kohle stieg um mehr als 100% an, der Rohölpreis erreichte heute mit 131 US-Dollar den höchsten Stand seit 2008 und der europäische Gaspreis stieg allein am heutigen Tag um 64% auf ein neues Allzeithoch bei 335 Euro, was die Volkswirtschaften weltweit in die Rezession drücken wird.

Auch die Getreidepreise steigen weiter steil an, da der globale Handel gestört ist und die Ukraine als großer Weizenproduzent längerfristig weniger Ernte einfahren dürfte, wenn der Krieg nicht bald ein Ende findet. Dazu kommt, dass immer mehr Länder zu Horten beginnen und Handelsbeschränkungen verhängen, da sie Angst vor einer Nahrungsknappheit im eigenen Land haben, was den Weizenpreis zusätzlich befeuert.

So hat beispielsweise Ungarn alle Getreideexporte verboten. Mittlerweile hat sich der Weizenpreis mit 1.283 US-Cent je Buschel fast verdoppelt in den letzten Wochen. Noch Anfang 2020 kostete ein Buschel unter 500 US-Cent. Die Preise könnten deutlich weiter ansteigen, nicht nur wegen dem Krieg, sondern insbesondere auch wegen der Inflation, was zu Hungersnöten und Unruhen in Ländern der Dritten Welt führen könnte.


Die russische Wirtschaft wird in die Knie gezwungen, während die Rohstoffpreise explodieren

Da die europäische Wirtschaft selbst stark von den Sanktionen betroffen ist, bricht der Euro zu anderen Währungen, sowie zum Gold immer stärker ein. So fiel der Euro heute bereits auf fast 1,08 US-Dollar, wobei wichtige Unterstützungen gebrochen wurden.

Hält der Krieg noch einige Zeit an, dann ist eine deutliche Abwertung unter die Parität zum Dollar gut möglich in den nächsten Monaten. Der Euro fiel in der letzten Woche bereits auf die Parität zum Schweizer Franken und es ist wahrscheinlich, dass diese Marke mittelfristig nicht halten wird.

Obwohl die SNB den Franken ständig abwertet, hat der Euro in den letzten 22 Jahren zum Schweizer Franken um fast 40% abgewertet. Es scheint nun gut möglich, als würde die Parität brechen und der Euro in den kommenden Monaten auf 0,90 oder gar 0,85 Schweizer Franken fallen.

Fällt der Euro auf die Parität zum US-Dollar, so müsste der Goldpreis in Euro weitere 150 Euro ansteigen, sofern der Goldpreis in US-Dollar das aktuelle Niveau von 2.000 US-Dollar je Feinunze halten kann!


Der Euro befindet sich aktuell an einer wichtigen Unterstützung zum Schweizer Franken

Die Abwertung des Euros war angesichts der Schulden im Euroraum längst überfällig und die Notenbanken haben nun einen perfekten Sündenbock für die steigenden Preise gefunden, die sie selbst durch die Anhäufung von Schulden und der Inflation der Geldmenge erst selbst erzeugt haben.

Ohne das Drucken von Geld aus dem Nichts durch die Europäische Zentralbanken wäre jeder Preisanstieg durch den Abbruch von Lieferketten aufgrund von Kriegshandlungen nur ein vorübergehendes Phänomen und die Preise würden später wieder auf ihr vorheriges Niveau fallen.

Die Preise wären auch ohne den Krieg angestiegen, doch sorgt er als eine Art Katalysator für eine schnelle schubartige Abwertung des Euro. Man sollte sich nun unbedingt vor der kommenden Inflation absichern, die unausweichlich ist. Auch wenn der Goldpreis bereits stark gestiegen ist, wird er in den nächsten Jahren durch Preisanstiege weiter zur Schwachwährung Euro aufwerten.

Wer sein Vermögen und seine Altersvorsorge nicht vor der nun unmittelbar bevorstehenden Inflation geschützt hat, dem droht der Verlust der Ersparnisse und Renten-Anwartschaften. In Russland brachen die Aktienmärkte um 95% ein und wer einen Teil seines Portfolios in physisches Gold investiert hatte, der kann nun günstig das Vielfache des russischen Aktienmarktes aufkaufen und dadurch womöglich schnell reich werden.

Dieses Beispiel zeigt, dass auch dann, wenn man über die Börse in Gold investiert ist, man zur Absicherung gegen den schlimmsten Fall einen Teil in physische Münzen und Barren investieren sollte!

Technische Analyse zu Gold: Wurde der Goldpreis vor der Notenbanksitzung manipuliert?

Der neueste COT-Report wurde am Freitag um 21:30 Uhr seitens der US-Terminmarktaufsicht veröffentlicht mit dem Stichtag der Datenerhebung des 1. März. Die COT-Daten werden seitens der CFTC immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium Abonnenten erhielten noch vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber, Platin und Palladium.

Der Preis stieg zur Vorwoche um 47 US-Dollar, während die aggregierte Positionierung der Spekulanten nur um wenige 16 Tsd. Kontrakte aufgebaut wurde, was noch mehr Stärke als in der Vorwoche zeigt. Es zeigt sich ein Defizit am Markt durch physische Käufe – Investoren fliehen in den sicheren Hafen des Goldes.

Die Manipulation war in dieser Woche mit 6 Tagen der Weltproduktion höher als in der Vorwoche. Ohne die Manipulation wäre der Goldpreis noch schneller und weiter angestiegen. Insgesamt ist die mutmaßliche Manipulation bereits sehr hoch, was ein Indiz dafür ist, dass der Preisanstieg nicht ewig weitergehen wird.

Dennoch zeigen die Daten, dass der Goldmarkt bisher nur leicht überkauft ist, weshalb ein weiterer Anstieg des Goldpreises weiterhin möglich wäre. Das Defizit, das sich in den Daten zeigt, trumpft das überkaufte Level, womit das bullische Bild für den Goldpreis bestätigt wird.


Die Terminmarktdaten für Gold sind langsam leicht überkauft


In den drei Wochen war eine starke Manipulation zu beobachten

Der Kriegsausbruch hatte von einem Tag auf den Nächsten den Ausblick für den Goldpreis völlig verändert. Es zeigte sich bereits vor dem Einmarsch in Luhansk und Donezk relative Stärke im Goldpreis, die aus dem Nichts auftauchte und die wir uns nicht erklären konnten, was Insiderkäufen geschuldet sein dürfte.

Mit dem Anstieg über den mittelfristigen Abwärtstrend bei 1.845 US-Dollar gab es letztlich ein prozyklisches Kaufsignal, das wir aufgrund der Stärke in den COT-Daten annehmen mussten.

Nach dem Einmarsch in die Ukraine deutete sich ein Sprung über den Widerstand bei 1.900 US-Dollar bereits an, der jedoch erst mit dem Kriegsausbruch drei Tage später erfolgte. Seither kam es zu einer Flucht von Investoren in den Goldmarkt und es ist durchaus möglich, dass künftig weitere Investoren ihre Assets neu allozieren werden und so die Nachfrage hoch bleiben wird.

Bei 1.980 US-Dollar befindet sich ein Widerstand, der heute im Handelsverlauf mit einem Hoch bei 2.002 US-Dollar kurzzeitig überschritten wurde. Danach fiel der Preis wieder unter diese Marke. Da die mutmaßliche Manipulation am Terminmarkt mittlerweile wieder sehr stark ist, halten die Regierungen auf diesem Preislevel scheinbar dagegen.

Politische Börsen haben kurzfristige Beine und daher ist es aktuell sehr schwer die weitere Preisentwicklung einzuschätzen. Grundsätzlich ist der Goldpreis seit dem Sprung über seinen Abwärtstrend long.

Der Widerstand bei 1.980 US-Dollar könnte signifikant sein, doch wenn sich der Krieg noch lange fortsetzt und sogar ausweitet, dann ist auch ein weiterer starker Preisanstieg denkbar. Man kann aktuell nur die Stopps nachziehen und den Preis laufen lassen. Ein Stop-Loss sollte spätestens bei 1.910$ liegen aktuell.


Der Goldpreis stieg heute auf über 2.000 US-Dollar an

Der Tageschart zeigt, dass der Goldpreis nach dem Bruch des letzten langfristigen Abwärtstrends stark anstieg. Bis zum Allzeithoch in US-Dollar fehlen aktuell noch fast 100 US-Dollar, womit noch etwas Luft vorhanden wäre.

 


Nach dem Bruch des Abwärtstrends ging es steil nach oben

Der Goldpreis in Euro ging mit dem Einbruch des europäischen Gemeinschaftswährung als Folge der Sanktionen gegen Russland förmlich durch die Decke. Nachdem Ende Januar ein Aufwärtstrend brach und es ein kurzfristiges Signal für einen zeitweiligen Take Profit gab, wobei das Kaufsignal vom Oktober bei 1.640 Euro noch immer intakt war, drehte der Goldpreis mit der Kriegsangst vom Fleck weg, erzeugte bei 1.608 Euro ein erneutes Kaufsignal und stieg um 260 Euro je Feinunze an.

Sollte der Euro auf die Parität zum US-Dollar fallen, so würde dies bedeuten, dass der Goldpreis das hohe Niveau halten kann. Dennoch – die Spekulation ist sehr hoch und starke Rücksetzer um bis zu 100 Euro sind jederzeit möglich. Trotzdem stehen die Zeichen auf Grün für einen weiter steigenden Goldpreis in den nächsten Jahren, weshalb wir Rücksetzer als Kaufchancen sehen.


Der Goldpreis in Euro stieg im Umfeld eines schwachen Euros heute auf ein neues Allzeithoch bei 1.851 Euro je Feinunze

 

Rohstoff-Preissprünge schüren bei Anlegern Rezessionsangst

– von Hakan Ersen

Frankfurt (Reuters) – Die Furcht vor einer Energiekrise in Europa und ihren wirtschaftlichen Folgen hat die Börsen fest im Griff.

Die Diskussion um ein Verbot russischer Energie-Lieferungen trieb den europäischen Erdgaspreis am Montag auf ein Rekordhoch. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee setzte zum Sprung über die bisherige Bestmarke von 2008 an.

“Bei einem Verbot von Energie-Importen werden wir kurzfristig in eine Situation kommen, in der die Regierungen bestimmte Rohstoffe rationieren müssen”, warnte Elwin de Groot, Chef-Anlagestratege der Rabobank. Daraufhin fielen Dax und EuroStoxx50 um drei Prozent auf 12.709 beziehungsweise um zwei Prozent auf 3484 Punkte. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes büßten etwa 1,5 Prozent ein.

“Es wächst die Furcht, dass der Konflikt die Weltwirtschaft, die sich bereits jetzt mit der Überwindung der Pandemie-Folgen schwer tut, belastet”, sagte Kunal Sawhney, Chef des Research-Hauses Kalkine. Die Hoffnung auf eine kräftige Konjunkturerholung schwänden. Von den Notenbanken sei keine Hilfe zu erwarten, warnte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. “Im besten Fall halten sie die Füße still, statt wie angekündigt die Zinsen zu erhöhen.”

ROHSTOFFPREISE KENNEN KEIN HALTEN

Wegen der Embargo-Diskussion steuerte der europäische Erdgas-Future mit einem Plus von 63,4 Prozent auf den größten Tagesgewinn seiner Geschichte zu und notierte mit 335 Euro je Megawattstunde so hoch wie nie. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee sprang um knapp 20 Prozent nach oben und erreichte mit 139,13 Dollar je Barrel (159 Liter) ein 13-1/2-Jahres-Hoch. “Bei einer Sanktion sämtlicher russischer Energie-Exporte würde mich ein Brent-Preis von mehr als 200 Dollar nicht überraschen”, sagte Volkswirt Howie Lee von der Bank OCBC.

Bei anderen Rohstoffen seien ebenfalls panikartige Käufe zu beobachten, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. So stieg der Preis für Palladium zeitweise um fast 15 Prozent auf ein Rekordhoch von 3440,76 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und stand vor dem drittgrößten Tagesgewinn seiner Geschichte. “Russland steht für 38 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion”, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. “Lieferausfälle könnten nicht anderweitig aufgefangen werden.”

Parallel dazu verbuchte das bei der Stahl-Herstellung eingesetzte Nickel einen Rekord-Kurssprung von gut 31 Prozent und notierte mit 38.000 Dollar je Tonne so hoch wie zuletzt vor fast 15 Jahren. “Das Angebot war ohnehin schon knapp”, sagte Kalkine-Experte Sawhney. “Wenn ein großer Lieferant ausfällt, löst das einen Kaskadeneffekt aus.”

Der Höhenflug des Weizenpreises ging ebenfalls weiter: Der europäische Future steigt um 14 Prozent auf ein Rekordhoch von 424 Euro je Tonne. “So lange die Kämpfe in der Ukraine nicht enden, ist eine Wiederaufnahme der Exporte aus Russland und der Ukraine nicht zu erwarten”, sagt ein Börsianer. Da die Abnehmer nun verzweifelt auf der Suche nach anderen Quellen seien, drohten Ausfuhr-Beschränkungen anderer Produzenten. Ungarn hat Weizen-Exporte bereits mit sofortiger Wirkung verboten.

BANKEN UND EURO UNTER DRUCK – FRANKEN UND GOLD IM AUFWIND

Spekulationen auf Geschäftseinbußen wegen der drohenden Rezession schickten die heimischen Finanzwerte auf Talfahrt. Der Index für die Banken der Euro-Zone viel um fast zehn Prozent, so stark wie zuletzt beim Börsen-Crash vom März 2020. Besonders hart trifft es Institute mit einem großen Russland-Engagement. Die Titel der Raiffeisen Bank, der Societe Generale (SocGen) und der HypoVereinsbank-Mutter Unicredit verbuchten jeweils zweistellige prozentuale Kursverluste.

Unter Druck geriet auch der Euro, der um bis zu ein Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1,0804 Dollar fiel. Wegen der Konjunkturrisiken werde sich die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung am Donnerstag ihre Wertpapierkäufe voraussichtlich über das zweite Quartal hinaus fortsetzen und damit eine mögliche Zinserhöhung weiter nach hinten verschieben, prognostizierte Volkswirt Tapas Strickland von der National Australia Bank.

Die Flucht in “sichere Häfen” drückte den Euro zudem erstmals seit sieben Jahren unter die Parität zum Schweizer Franken. Gold war ebenfalls gefragt. Für heimische Anleger war das Edelmetall mit 1850,67 Euro je Feinunze so teuer wie nie. Inflationsgeschützte Staatsanleihen standen ebenfalls hoch im Kurs. Dies drückte die Renditen der zehnjährigen Titel aus Deutschland und Frankreich auf Rekordtiefs von minus 2,513 beziehungsweise minus 2,272 Prozent.