Dax ringt mit 14.000er Marke – Fed-Protokolle im Blick

Frankfurt (Reuters) – Anleger nutzen die jüngsten Kursverluste zum Wiedereinstieg in die europäischen Aktienmärkte.

In Erwartung neuer Hinweise zum Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen scheuten sie aber vor größeren Käufen zurück. Dax und EuroStoxx50 stiegen bis zum Abend um 0,6 Prozent auf 14.007,93 Punkte beziehungsweise um ein Prozent auf 3684,21 Zähler. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam dagegen kaum vom Fleck.

Die zur Veröffentlichung anstehenden Protokolle der jüngsten Beratungen der US-Notenbank würden voraussichtlich bestätigen, dass die Fed von ihrem Zinserhöhungskurs vorerst nicht abweicht, prognostizierte Andrea Cicione, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses TS Lombard. Daher interessierten sich Investoren verstärkt dafür, ob die Federal Reserve nach den Sitzungen im Juni und Juli auch im September den Schlüsselsatz anheben werde, so Stephen Innes, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter SPI.

Vor diesem Hintergrund endeten die jüngsten Gewinnmitnahmen bei der Weltleitwährung vorerst. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,5 Prozent auf 102,23 Punkte. Vor etwa zwei Wochen hatte er ein 19-1/2-Jahres-Hoch erreicht und seither etwa 2,5 Prozent nachgegeben.

Auch die Euro-Zone steht wohl vor einer Zinswende, nachdem EZB-Chefin Christine Lagarde ein Ende der Negativzinsen bis Ende des dritten Quartals in Aussicht gestellt hatte. “Wir rechnen nun mit Zinserhöhungen auf den Sitzungen im Juli, September und Dezember”, sagte Volkswirt Pietro Baffico vom Vermögensverwalter Abrdn. “Damit würde der Einlagensatz im Dezember 2022 auf 0,25 Prozent steigen.”

ÖLPREIS STEIGT – KUPFER UNTER DRUCK

Angebotssorgen trieben den Ölpreis erneut in die Höhe. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 113,84 Dollar je Barrel (159 Liter). “Die US-Benzinvorräte liegen kurz vor Beginn der Sommerfahrsaison auf dem saisonal niedrigsten Niveau seit 2014”, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Daher denke die US-Regierung offenbar über einen Exportstopp für Rohöl-Produkte nach, was im Rest der Welt für einen weiteren Preisschub sorgen werde.

Bei den Industriemetallen waren dagegen die Pessimisten in der Überzahl. “Die Negativität ist an die Märkte zurückgekehrt, da Konjunkturdaten Wachstumssorgen schüren”, schrieben die Analysten der ANZ Bank. Wegen steigender Zinsen und hoher Kosten ist das Geschäft mit Eigenheimen in den USA im April so stark eingebrochen wie zuletzt vor neuen Jahren. Das für Stromkabel und Wasserrohre benötigte Kupfer gab daraufhin 0,7 Prozent auf 9387 Dollar je Tonne nach.

GEGENWIND FÜR NORDEX – CHINA-LOCKDOWNS SETZEN APPLE ZU

Am deutschen Aktienmarkt sorgte Nordex mit einem Kurssturz für Aufsehen. Die Titel des Windkraftanlagen-Bauers verbuchten nach der Warnung vor einem Verlust mit einem Minus von 17 Prozent den größten Tagesverlust seit fünfeinhalb Jahren. “Dass das Marktumfeld schwierig ist, ist bekannt, wenn man die kontinuierlich schlechten Nachrichten von Konkurrent Siemens Gamesa betrachtet”, sagte ein Börsianer. “Aber ein operativer Verlust ist ein neues Level.” Das seien “sehr enttäuschende Perspektiven” für 2022 und vielleicht sogar darüber hinaus. Die Papiere der Nordex-Rivalen Gamesa und Vestas büßten jeweils etwa ein Prozent ein.

An der Wall Street gaben die Aktien von Apple bis zu 1,4 Prozent nach. Dem japanischen Wirtschaftsblatt “Nikkei” zufolge forderte der Elektronik-Konzern seine Zulieferer auf, die Entwicklung von Komponenten für neue iPhones zu beschleunigen, da die jüngsten Pandemie-Beschränkungen in China den Zeitplan für mindestens ein Modell durcheinandergewirbelt habe. Im schlimmsten Fall befürchte Apple Beeinträchtigungen bei der Markteinführung.

Dax zur Eröffnung höher erwartet

Frankfurt (Reuters) – Nach seinen jüngsten Verlusten wird der Dax am Freitag Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten.

Am Donnerstag war der Leitindex 0,9 Prozent niedriger bei 13.882 Punkten aus dem Handel gegangen.[L5N2XB5CW] Zuletzt hatten die Investoren angesichts düsterer Wirtschaftsaussichten einen Bogen um Aktien gemacht. Auch an der Wall Street ging es in den vergangenen Tagen abwärts.

In Asien kam zum Wochenschluss dagegen Kauflaune auf, nachdem China den Referenzzins für Kredite mit fünfjähriger Laufzeit stärker als erwartet um 15 Basispunkte gesenkt hatte. Dieser beeinflusst die Hypotheken. Die Behörden versuchen dadurch den Häusermarkt anzukurbeln und somit die Konjunkturabschwächung abzufedern. Der Shanghai-Composite legte 1,2 Prozent zu.

Da das Thema Inflation an den Börsen gerade im Zentrum steht, werden Anleger auf die am Freitag anstehenden deutschen Erzeugerpreise blicken. Firmenbilanzen laufen nur noch vereinzelt ein. So lassen sich unter anderem Richemont in ihre Bilanz schauen.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand

am vorangegangenen Handelstag

Dax

13.882,30

Dax-Future

13.989,00

EuroStoxx50

3.640,55

EuroStoxx50-Future

3.657,00

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung

vorangegangenen Handelstag

Dow Jones

31.253,13 -0,8 Prozent

Nasdaq

11.388,50 -0,3 Prozent

S&P 500

3.900,79 -0,6 Prozent

Asiatische Indizes am Freitag Stand Veränderung

Nikkei

26.721,50 +1,2 Prozent

Shanghai

3.132,15 +1,1 Prozent

Hang Seng

20.520,88 +2,0 Prozent

Dax niedriger erwartet – US-Daten im Fokus

Frankfurt (Reuters) – Nach dem deutlichen Kursrutsch an der Wall Street wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag niedriger starten.

Am Mittwoch hatte er 1,3 Prozent schwächer bei 14.007,76 Punkten geschlossen. Die US-Börsen waren angesichts der Furcht vor drastischeren Zinserhöhungen der Notenbank Fed in die Knie gegangen. Der Dow Jones verlor 3,6 Prozent, der Nasdaq 4,7 Prozent und der S&P 500 büßte vier Prozent ein.

Die Inflation, die Reaktionen der Notenbanken darauf und die Folgen für die Weltwirtschaft bleiben neben dem Ukraine-Krieg die wichtigsten Themen auf dem Börsenparkett. Daher warten Investoren auf weitere US-Konjunkturdaten, von denen sie sich Rückschlüsse auf das Tempo der erwarteten Zinserhöhungen der Notenbank Fed versprechen. Auf dem Terminplan steht unter anderem das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia, das Prognosen zufolge im Mai auf 16 Punkte von 17,6 Zählern im Vormonat gesunken ist.

Daneben legen einige Unternehmen Geschäftszahlen vor. So öffnet unter anderem der Zucker-Produzent Südzucker seine Bücher. Im Ausland veröffentlichen unter anderem der Dufry, ein Betreiber von Duty-Free-Shops, sowie der Brief- und Paketzusteller Royal Mail Ergebnisse. Außerdem lädt die Deutsche Bank zu ihrer Hauptversammlung ein.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand

am vorangegangenen Handelstag

Dax

14.007,76

Dax-Future

13.893,00

EuroStoxx50

3.690,74

EuroStoxx50-Future

3.644,00

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung

vorangegangenen Handelstag

Dow Jones

31.490,07 -3,6 Prozent

Nasdaq

11.418,15 -4,7 Prozent

S&P 500

3.923,68 -4,0 Prozent

Asiatische Indizes am Stand Veränderung

Donnerstag

Nikkei

26.446,82 -1,7 Prozent

Shanghai

3.086,87 +0,0 Prozent

Hang Seng

20.198,16 -2,2 Prozent

Konjunktursorgen verderben europäischen Anlegern die Laune

Frankfurt (Reuters) – Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der anhaltend hohen Inflation kehren Anleger europäischen Aktienmärkten den Rücken.

Dax und EuroStoxx50 fielen am Mittwoch um jeweils mehr als ein Prozent auf 14.007,76 beziehungsweise 3686,14 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 2,2 Prozent ein.

“Der Anstieg der britischen Inflationsrate auf den höchsten Stand seit 40 Jahren schürt Rezessionsängste”, sagte Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. Bislang hätten viele Unternehmen die gestiegenen Kosten weitergeben können. “Aber die Sorge bleibt, wie lange die Verbraucher diesen Preis noch zahlen werden.” In Großbritannien kletterte die Teuerungsrate im April auf neun Prozent. Die Inflation in der Euro-Zone lag mit 7,4 Prozent wie im Vormonat auf Rekordniveau.

Vor diesem Hintergrund befürchteten einige Rohstoff-Anleger eine sinkende Nachfrage und verkauften unter anderem Kupfer. Das Industriemetall verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 9230 Dollar je Tonne. Der europäische Future auf Weizen verlor 1,7 Prozent auf 424,25 Euro je Tonne.

EURO UND PFUND UNTER DRUCK – KING DOLLAR IST ZURÜCK

Am Devisenmarkt überschatteten die Rezessionsängste die Spekulationen auf Zinserhöhungen der Europäische Zentralbank (EZB) und der Bank von England (BoE). Euro und Pfund Sterling gaben jeweils etwa ein halbes Prozent auf 1,0511 beziehungsweise 1,2415 Dollar nach. Notenbanken wandelten auf einem schmalen Grat, gab Anlagestratege Ambrose Crofton von der Vermögensverwaltung der US-Bank JPMorgan zu bedenken. Höben sie die Zinsen zu aggressiv an, stürzten sie die Konjunktur in eine Rezession. Seien sie zu passiv, drohe eine hartnäckige Lohn-Preis-Spirale.

Investoren gingen daher auf Nummer sicher und deckten sich mit der Weltleitwährung ein. Diese erhielt zusätzlichen Auftrieb vom erneuten Bekenntnis der US-Notenbank zum Kampf gegen die Inflation. Fed-Chef Jerome Powell schloss dabei drastischere Zinsschritte nicht aus. Daraufhin legte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 103,48 Punkte wieder Kurs auf sein jüngstes 19-1/2-Jahres-Hoch.

SCHLUCKT SIEMENS ENERGY SIEMENS GAMESA KOMPLETT?

Bei den deutschen Aktienwerten rückte Siemens Energy ins Rampenlicht. Der Energietechnik-Konzern denkt über eine Komplett-Übernahme seiner kriselnden Windkraft-Tochter Siemens Gamesa nach. Deren Papiere stiegen in Madrid um knapp 13 Prozent. Siemens Energy rückten 1,3 Prozent vor. Dieser lang erwartete Schritt wäre strategisch sinnvoll, sagte ein Börsianer.

Gleichzeitig erweckte ein Bericht der “Financial Times” alte Übernahmespekulationen um Commerzbank und Unicredit wieder zum Leben. Der Ukraine-Krieg habe die Anfang 2022 geschmiedeten Pläne für informelle Gespräche allerdings durchkreuzt. Die Aktien der beiden Geldhäuser legten dennoch 3,1 beziehungsweise 2,3 Prozent zu.

An der Wall Street brachen die Titel von Target dagegen zeitweise um rund 26 Prozent ein, so stark wie zuletzt vor mehr als 34 Jahren. Der Einzelhändler steigerte zwar den Quartalsumsatz auf 25,17 Milliarden Dollar. Wegen steigender Kosten brach der Gewinn allerdings um die Hälfte auf 2,19 Dollar je Aktie ein. “Die Zahlen von Target zeigen ein bemerkenswert ähnliches Muster wie die von Walmart”, kommentierte Analyst Michael Baker vom Research-Haus D.A. Davidson. Die steigenden Kosten hätten noch nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können. Walmart hatte nach einem Gewinneinbruch seine Gesamtjahresziele gekippt. Im Sog von Target verloren die Titel anderer Einzelhändler wie Kohl’s oder Macy elf Prozent.

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Dax zur Eröffnung höher erwartet

Frankfurt (Reuters) – Am Dienstag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten.

Zum Wochenanfang war der deutsche Leitindex nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus China erneut unter die Marke von 14.000 Punkten gefallen und 0,5 Prozent schwächer mit 13.964 Zählern aus dem Handel gegangen. Damit bleibe das fundamentale Umfeld für den Aktienmarkt wackelig, sagte Konstantin Oldenburger, Analyst beim Handelshaus CMC Markets.

Rückschlüsse auf die Aussichten für die Weltwirtschaft erhoffen sich Anleger im Tagesverlauf von den US-Einzelhandelsumsätzen. Auf der Konjunkturseite steht zudem die erste Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt zum Jahresauftakt in der Euro-Zone an. Die Bilanzsaison neigt sich indes ihrem Ende entgegen. Einblicke in ihre Bücher gewähren unter anderem noch der Lkw-Bauer Daimler Truck, die Immobilienfirma Grand City Properties, der paneuropäische Börsenbetreiber Euronext und der Telekommunikationsriese Vodafone.

Schlusskurse europäischer Indizes Stand

am vorangegangenen Handelstag

Dax

13.964,38

Dax-Future

14.060,00

EuroStoxx50

3.685,34

EuroStoxx50-Future

3.693,00

Schlusskurse der US-Indizes am Stand Veränderung

vorangegangenen Handelstag

Dow Jones

32.223,42 +0,1 Prozent

Nasdaq

11.662,79 -1,2 Prozent

S&P 500

4.008,01 -0,4 Prozent

Asiatische Indizes am Dienstag Stand Veränderung

Nikkei

26.639,20 +0,4 Prozent

Shanghai

3.082,66 +0,3 Prozent

Hang Seng

20.395,66 +2,2 Prozent

Schwache China-Daten verunsichern Anleger in Europa

Frankfurt (Reuters) – Alarmierend schwache Wirtschaftsdaten aus China haben die Konjunktursorgen der Anleger zum Wochenanfang befeuert.

Dax und EuroStoxx50 gaben am Montag jeweils ein halbes Prozent auf 13.949 beziehungsweise 3686 Punkte nach. Auch an der Wall Street notierten die US-Futures vor dem Handelsstart niedriger. “Die Weltwirtschaft wird unter Problemen in den Versorgungsketten leiden, und natürlich ist China von entscheidender Bedeutung”, sagte Teeuwe Mevissen, Stratege bei der Rabobank.

Bei dem wichtigen Handelspartner schlagen die wirtschaftlichen Folgen der seit Wochen bestehenden Corona-Lockdowns immer stärker durch. Sorgen bereitete den Investoren etwa ein Einbruch bei Immobilienverkäufen, die sich im April fast halbierten. Der Einzelhandelsumsatz brach in der Volksrepublik um elf Prozent ein; auch die chinesische Industrie drosselte ihre Produktion.

“Da China seine Null-Covid-Politik kaum aufgeben wird, dürften sich diese Zahlen in den kommenden Monaten wohl nicht verbessern”, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Die Aussicht auf eine Lockerung des Lockdowns für die Wirtschaftmetropole Shanghai begrenzte indes die Kursverluste.

NACHFRAGESORGE DRÜCKEN ÖLPREIS – WEIZENPREIS AUF REKORDHOCH

Spekulationen auf eine geringere Nachfrage angesichts der trüben chinesischen Konjunkturdaten setzten auch dem Ölpreis zu. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich in der Spitze um mehr als zwei Prozent auf 108,84 Dollar je Barrel (159 Liter). Wegen des geplanten EU-Embargos russischer Importe und der zurückhaltenden Anhebung der Fördermengen durch die Opec+-Staaten sei aber nicht mit weiteren größeren Kursrücksetzern zu rechnen, sagte Naohiro Niimura, Partner bei der Beratungsfirma Market Risk Advisory.

Dagegen trieben Angebotssorgen den Weizenpreis in Europa auf ein Rekordhoch. Der Terminkontrakt stieg um rund fünf Prozent auf 431,75 Euro je Tonne. Befeuert wurde die aktuelle Rally vom indischen Export-Verbot für Weizen. Der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt will damit Preissteigerungen im eigenen Land in den Griff bekommen. Seitdem die Ausfuhren aus der Schwarzmeerregion wegen des Krieges in der Ukraine stark zurückgegangen sind, setzten Käufer weltweit bei der Weizenversorgung auf Indien.

REISEBRANCHE UNTER DRUCK

Zu den größten Verlierern gehörte zum Wochenauftakt der Reise- und Freizeitsektor mit einem Minus von rund 1,5 Prozent. So verloren Ryanair in Dublin in der Spitze 6,6 Prozent, nachdem der Billig-Flieger mitgeteilt hatte, dass die Ticketpreise niedriger waren als erwartet. Im Sog von Ryanair ging es auch für die Rivalen Easyjet und Wizz Air um jeweils mehr als drei Prozent nach unten.

Mit Verkäufen reagierten Investoren auch auf die Zahlen von Vantage Towers. Die Titel des Funkturm-Betreibers fielen um rund vier Prozent. Der Ausbau des Geschäfts laufe zu langsam, um die mittelfristigen Geschäftsziele zu erreichen, monierte Analyst Jerry Dellis von der Investmentbank Jefferies. Außerdem bleibe der Ausblick für das Gesamtjahr hinter den Markterwartungen zurück.

Dagegen griffen Anleger bei der Vantage-Mutter Vodafone zu und bescherten ihnen in London ein Plus von knapp zwei Prozent. Der Telekom-Konzern e& aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sicherte sich für 4,4 Milliarden Dollar knapp zehn Prozent der Anteile an dem Mobilfunker. Er rechne nicht damit, dass der neue Eigner auf Veränderungen der Geschäftsstrategie drängen werde, kommentierte Jefferies-Experte Dellis. Er sehe es vielmehr als Gegengewicht zu aktivistischen Investoren.

Europas Börsen starten erneuten Erholungsversuch

Frankfurt (Reuters) – Zum Abschluss einer turbulenten Börsenwoche steigen Anleger wieder in die europäischen Aktienmärkte ein.

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Freitag um jeweils mehr als ein Prozent auf 13.900 beziehungsweise 3660 Punkte. “Wer an diesem Morgen allerdings die positiven Nachrichten sucht, die für die Erholung verantwortlich sind, wird keine finden”, gab Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets zu bedenken. Es handele sich lediglich um eine Reaktion auf vorangegangene Verluste und um die Folgen aufgelöster Wetten auf einen weiteren Kursverfall.

Denn die Belastungsfaktoren, die die Kurse in den vergangenen Wochen auf Talfahrt geschickt hatten, sind nicht verschwunden: Der Ukraine-Krieg tobt weiter, die US-Notenbank Fed ist mitten in einem Zinserhöhungszyklus und China kämpft mit strengen Lockdowns gegen das Wiederaufflammen der Coronavirus-Pandemie, was Wirtschaftsabläufe weltweit belastet. “Sollte es zu einer Konjunkturabkühlung kommen, könnte es an den Märkten ungemütlich werden”, warnte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

ÖLPREIS ZIEHT WIEDER AN – BITCOIN AUF ERHOLUNGSKURS

Am Rohölmarkt schob die Diskussion um ein EU-Embargo russischer Öl-Lieferungen die Preise erneut an. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 107,87 Dollar je Barrel (159 Liter). Allerdings bremsten Spekulationen auf eine geringere Nachfrage beim Top-Abnehmer China wegen der dortigen Konjunkturrisiken den Anstieg, sagte Stephen Innes, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter SPI. “Investoren warten auf ein Licht am Ende des chinesischen Lockdown-Tunnels.” Die sinkenden Fallzahlen auf der einen und die wiederholte Verschärfung der Pandemie-Beschränkungen auf der anderen Seite tauchten sie in ein Wechselbad der Gefühle.

Bitcoin-Anleger nutzten die jüngsten Kursverluste ebenfalls zum Wiedereinstieg. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise gewann knapp sechs Prozent auf 30.180 Dollar. “Abzuwarten bleibt, ob sich der Erholungsversuch nachhaltig ausgestaltet”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. “Sämtliche zuletzt zu beobachtende Gegenbewegungen waren temporärer Natur und wurden regelmäßig wieder abverkauft.”

TELEKOM HEBT ZIELE AN – FREENET IM AUFWIND

Bei den Unternehmen rückte die Deutsche Telekom ins Rampenlicht. Der Bonner Konzern blickt nach einem starken Quartalsergebnis optimistischer auf das Gesamtjahr. Die neuen Ziele blieben aber etwas hinter den Markterwartungen zurück, monierte ein Börsianer. Die T-Aktie überwand dennoch ihre Anfangsverluste und legte 0,6 Prozent zu.

Deutlicher Aufwärts ging es für Freenet. Die Titel des Mobilfunkers stiegen um drei Prozent. Dank Einsparungen habe das Unternehmen einen überraschend hohen operativen Quartalsgewinn ausgewiesen, lobte Analyst Ulrich Rathe von der Investmentbank Jefferies. Damit habe Freenet die Markterwartungen das fünfte Mal in Folge übertroffen. Dies sollte die Zweifel am Geschäftsmodell dämpfen.

Zins- und Rezessionssorgen treiben Anleger um

Frankfurt (Reuters) – Rezessionssorgen treiben europäische Aktienanleger um. Dax und EuroStoxx50 fielen am Donnerstag um jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 13.739,64 beziehungsweise 3618,62 Punkte.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 0,6 Prozent ein. Mit den Rohstoffpreisen ging es teilweise ebenfalls abwärts. Das Industriemetall Kupfer verbilligte sich um knapp drei Prozent auf 9079 Dollar je Tonne.

Gefragt waren dagegen “sichere Häfen” wie die Weltleitwährung. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um bis zu 0,5 Prozent auf ein 19-1/2-Jahres-Hoch von 104,72 Punkten. Die Nachfrage nach Staatsanleihen drückte die Renditen der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf 2,844 beziehungsweise 0,863 Prozent. Die “Antikrisen-Währung” Gold gab dagegen 0,9 Prozent auf 1836 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nach. Ihr machte die Dollar-Rally zu schaffen, die das Edelmetall für Investoren außerhalb der USA unattraktiver macht.

INFLATION BLEIBT BESORGNISERREGEND HOCH

Die Börsen litten immer noch unter den Nachwehen des enttäuschend geringen Rückgangs der US-Teuerungsrate, sagte Anlagestratege Lyn Graham-Taylor von der Rabobank. Die Fed sei entschlossen, die Inflation zu bekämpfen. Gleichzeitig sei die Chance für eine “weiche Landung” der Konjunktur gering. “Insgesamt verschlechtern sich die Aussichten für die Wirtschaft.”

Die am frühen Nachmittag veröffentlichten US-Erzeugerpreise hellten die Stimmung auch nicht auf. Sie gingen zwar im April auf elf Prozent im Jahresvergleich zurück. Analysten hatten aber auf einen Rückgang auf 10,7 Prozent gehofft. Vor diesem Hintergrund sehen Investoren die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im Juni von 0,75 statt der von der Notenbank signalisierten 0,5 Prozentpunkte bei 61 Prozent.

Genährt wurden die Rezessionsängste darüber hinaus von neuen Corona-Fällen in zuvor als “Covid-frei” ausgewiesenen Bezirken der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai. Das deute darauf hin, dass der dortige Lockdown aufrecht erhalten und das Wirtschaftsleben stark eingeschränkt bleibe, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann.

Für zusätzliche Unruhe sorgte Russlands Stopp von Gaslieferungen an einige deutsche Gas-Firmen. Das treffe Europa zu einem heiklen Zeitpunkt, sagte Analyst Ole Hvalbye von der Bank SEB. Derzeit würden die Lager für den kommenden Winter aufgefüllt. Vor diesem Hintergrund stieg der europäische Erdgas-Future um zehn Prozent auf 103 Euro je Megawattstunde.

SIEMENS NACH ZAHLEN AUF TALFAHRT – DISNEY UNTER DRUCK

Am deutschen Aktienmarkt fielen die Titel von Siemens um 2,5 Prozent. Dieser Kursrutsch sei eine Kaufgelegenheit, schrieb Analystin Denise Molina vom Research-Haus Morningstar. Der angekündigte Rückgang der Gewinnmarge, der für den aktuellen Ausverkauf ausgelöst habe, sei auf einige Einmal-Effekte zurückzuführen. Außerdem wachse der Auftragseingang des Technologiekonzerns schneller als der Umsatz.

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Titel von Walt Disney, die an der Wall Street um bis zu 5,5 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 99,47 Dollar fielen. Der Unterhaltungskonzern enttäuschte mit einem Quartalsergebnis unter Markterwartungen. Außerdem warnte die Firma vor Belastungen durch Lieferketten-Probleme sowie steigende Löhne und Gehälter. Die Analysten der Bank JPMorgan bezweifelten, dass Disney das Kundenwachstum seiner Streaming-Sparte Disney+ aufrecht erhalten und seine Gesamtjahresziele erreichen könne.

Bilanzen stützen Europas Börsen – Inflation im Blick

Frankfurt (Reuters) – Gestützt auf positive Firmenbilanzen haben Europas Börsen zur Wochenmitte ihren Erholungskurs fortgesetzt.

Während der EuroStoxx50 am Mittwochvormittag 1,6 Prozent auf 3612 Zähler zulegte, bremste ein Kursrutsch von Bayer den Dax-Anstieg etwas ab. Der deutsche Leitindex lag rund ein Prozent höher bei 13.671 Punkten. Rückläufige Corona-Zahlen in Shanghai linderten die Konjunktursorgen der Anleger in Asien, zudem seien Schnäppchenjäger unterwegs, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege von RoboMarkets. Halt gebe den Börsen auch die Bilanzsaison. “Knapp 70 Prozent der im deutschen Leitindex enthaltenen Unternehmen überraschten die Analysten positiv mit ihren Zahlen zum ersten Quartal.”

Der Ukraine-Krieg und die Sanktionen gegen Russland, die hohe Inflation und steigende Zinsen sowie die Lieferkettenproblematik sorgen nach Einschätzung der Analysten der Helaba jedoch für ein anhaltend schwieriges Umfeld an den Börsen. “Insofern ist die Gefahr eines erneuten Kursrücksetzers nicht gebannt.” Am Montag war der Dax auf ein Zwei-Monats-Tief gefallen.

“INFLATION, INFLATION, INFLATION”

Die weitere Richtung an den Börsen dürften die am Nachmittag (14.30 MESZ) anstehenden US-Inflationszahlen vorgeben. “Der wichtigste Faktor für die Märkte ist derzeit Inflation, Inflation, Inflation”, sagte Carlos Casanova, Ökonom beim Finanzhaus UBP. Jeder sei besorgt über die steigende Teuerung und die Möglichkeit einer Rezession in den USA, die mit jeder Zinserhöhung zunehme. Experten rechnen in den USA für April mit einer Abschwächung der Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 8,1 von 8,5 Prozent. Sollten die Rate stärker ausfallen als erwartet, könnte das Börsianern zufolge die Spekulationen auf einen größeren Zinsschritt der Fed im Umfang von 75 Basispunkten anheizen und den Dollar stützen. Bislang preisen die Märkte eine weitere Zinsanhebung auf der Juni-Sitzung um mindestens 50 Basispunkte ein. Der Dollar-Index stand zuletzt mit 103,65 Punkten in Reichweite seines kürzlich erreichten 20-Jahres-Hochs. Seit Jahresbeginn hat die US-Devise mehr als acht Prozent zugelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich nach den Worten ihres Ratsmitglieds Francois Villeroy de Galhau im Sommer von ihrer Nullzinspolitik verabschieden.

An den Rohstoffmärkten verteuerte sich Öl der Nordseesorte Brent um 3,2 Prozent auf 105,71 Dollar je Fass. Zwar lehnt Ungarn das von der EU-Kommission vorgeschlagene Öl-Embargo gegen Russland bislang ab. “Doch selbst wenn einige der Maßnahmen gelockert werden, ist es wahrscheinlich, dass die EU-Sanktionen die EU-Importe von russischem Öl und raffinierten Produkten immer noch erheblich reduzieren werden”, sagte Vivek Dhar, Analyst der Commonwealth Bank.

GLYPHOSAT-STREIT MACHT BAYER ERNEUT ZU SCHAFFEN

Gefragt waren europaweit Autowerte. Der Branchenindex zog um mehr als drei Prozent an. An der Dax-Spitze rangierten Titel des Essenslieferdienstes Delivery Hero mit einem Zuschlag von mehr als sieben Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Papiere rund 75 Prozent verloren.

Ein Rückschlag im Glyphosat-Streit schickte Bayer um bis zu 7,6 Prozent abwärts auf ein Zwei-Monats-Tief von 57,16 Euro. Der Agrar- und Pharmakonzern kann sich nach einer Empfehlung der Generalstaatsanwaltschaft weniger Hoffnung machen, seine Berufung im Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken seines glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup vor dem Obersten Gericht der USA voranzutreiben. “Damit ist das Szenario, das alle Roundup-Klagen beenden würde, wahrscheinlich vom Tisch”, sagte ein Händler. Auf ein Rekordtief von 15,67 Euro fielen die Papiere von Siemens Energy. Der Energietechnikkonzern blickt wegen der Belastungen durch die spanische Windenergietochter Siemens Gamesa und der Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine skeptischer als bislang auf das Geschäftsjahr.

Thyssenkrupp erfreute die Investoren hingegen mit einem Quartalsergebnis über den Erwartungen und einer Anhebung der Jahresziele. Die Aktien kletterten um bis zu 11,3 Prozent auf 7,83 Euro.

Anleger kehren nach Ausverkauf an Europas Börsen zurück

Frankfurt (Reuters) – Nach dem Ausverkauf zum Wochenanfang nutzen einige Anleger die Kursrückgänge an den Börsen für Aktienkäufe.

Zwar sei die Anlegerstimmung wegen der Lieferengpässe, der steigenden Zinsen und der Inflation weiterhin sehr negativ, sagte Jochen Stanzl, Analyst beim Handelshaus CMC Markets. “An solchen Punkten genügt es oft schon, wenn Signale kommen, dass sich die Situation nicht weiter verschärft.” Der Dax zog am Dienstag 1,7 Prozent auf 13.610 Punkte an, nachem er am Montag um 2,1 Prozent auf den niedrigsten Wert seit zwei Monaten gefallen war. Der EuroStoxx legte gleich stark auf 3586 Zähler zu.

“Aus taktischer Sicht könnten die Leute in der Delle kaufen, aber das bedeutet nicht, dass es attraktiv ist”, sagte Sebastian Galy, Stratege bei Nordea Asset Management. Für etwas Rückenwind sorgte indes der ZEW-Index, der überraschend zulegte. Das Barometer für die Einschätzung zur deutschen Konjunktur in den nächsten sechs Monaten stieg im Mai um 6,7 auf minus 34,3 Punkte. Damit blicken Börsenprofis ungeachtet des anhaltenden russischen Krieges gegen die Ukraine nicht mehr ganz so pessimistisch auf die deutsche Wirtschaft.

BITCOIN AUF ERHOLUNGSKURS – ÖL UNTER DRUCK

Der Erholungskurs sorgte auch bei Kryptowährungen für Unterstützung. Nachdem der Preis für Bitcoin bis unter die 30.000-Dollar-Marke gefallen war, legte die Cyber-Devise um knapp zwei Prozent auf 31.390 Dollar zu. “Es besteht kein Zweifel daran, dass der Bitcoin-Kurs extrem überverkauft ist”, sagte Analyst Naeem Aslam von Avatrade.

Dagegen fürchteten die Anleger am Rohölmarkt weiter Nachfrageausfälle angesichts verschärfter Corona-Restriktionen in China. Nach dem Rückgang um rund fünf Prozent zum Wochenanfang gab der Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee erneut um ein Prozent auf 104,78 Dollar pro Barrel nach.

SWEDISH-MATCH-ANLEGER SETZEN AUF PHILIP MORRIS

Bei den Einzelwerten zündeten Übernahmepläne des Zigarettenherstellers Philip Morris bei den Anlegern des umworbenen Rivalen Swedish Match. Die Aktien des vor allem auf rauchfreie Tabak-Produkte setzenden schwedischen Herstellers kletterten um mehr als 24 Prozent und waren damit auf dem Weg zum bislang größten Tagesgewinn. Dem “Wall Street Journal” zufolge könnte die Übernahme einen Wert von 15 Milliarden Dollar haben. Das entspricht laut den Analysten von Jefferies einem Aufschlag von etwa 25 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag.

Mehrere Unternehmen konnten Anleger zudem mit ihrem Zahlenwerk überzeugen. So kletterte Siltronic mit einem Kursplus von sechs Prozent an die Spitze im MDax. Die gescheiterte Übernahme durch GlobalWafers bescherte dem Chip-Zulieferer im ersten Quartal einen Sonderertrag von 50 Millionen Euro. Das hohe Ergebnis dank der Kündigungsgebühr beflügele die Aktie, sagte ein Händler. Auch Schaeffler habe deutlich bessere Zahlen zum Jahresauftakt vorgelegt als befürchtet. Die Anteilsscheine des Autozulieferers zogen fast neun Prozent an.