Institute – Gefahr einer Gaslücke seit April deutlich verringert

Berlin (Reuters) – Die Gefahr einer Versorgungslücke mit Erdgas im Falle ausbleibender russischer Lieferungen hat führenden Instituten zufolge abgenommen.

Grund dafür ist, dass zwischenzeitlich mehr Gas nach Deutschland geströmt ist und gespeichert wurde, wie eine am Dienstag veröffentlichte Simulationsrechnung ergab. “Waren die deutschen Gasspeicher im vergangenen April nur zu 30 Prozent gefüllt, so hat der Füllstand zuletzt 58 Prozent erreicht”, so das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Münchner Ifo-Institut, das Essener RWI und das IWH Halle.

Dennoch sei die Versorgung der Industrie bei einem sofortigen Lieferstopp nicht in jedem Fall gesichert. So ergebe sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent im kommenden Jahr eine Gaslücke von mindestens 23,8 Terawattstunden (TWh) – “im sehr unwahrscheinlichen schlechtesten Fall fehlen sogar fast 160 TWh”. Durch den daraus resultierenden Produktionsausfall in den gasintensiven Industrien und ihren unmittelbaren Abnehmern käme zu einem Wertschöpfungsverlust von rund 46 Milliarden Euro, der im schlimmsten Fall auf 283 Milliarden Euro steigen könnte. Das entspricht 1,6 bzw. 9,9 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung von 2021.

“Die gesamtwirtschaftlichen Einbußen dürften noch deutlich größer ausfallen, da die unmittelbaren Effekte noch konjunkturell verstärkt würden”, warnen die Ökonomen. “Außerdem würden den Haushalten infolge höherer Energiepreise Kaufkraft entzogen.” In einer Analyse im April hatten die Institute den gesamtwirtschaftlichen Effekt gut dreimal so hoch eingeschätzt wie jenen auf unmittelbar betroffene Industrien.

Entwarnung geben die jetzt berechneten Simulationen allerdings für Szenarien, in denen die derzeit auf 40 Prozent gedrosselten russischen Lieferungen fortgesetzt werden. “Dann droht auch bei ungünstigen Konstellationen kein Gasengpass für die Industrie”, so die Institute. Ende 2023 wären die Gasspeicher dann nur zu 14,1 Prozent gefüllt, nach 60,6 Prozent im Dezember 2022. “Damit wäre die deutsche Wirtschaft im Jahr 2024 deutlich schlechter mit Gas versorgt”, so die Institute. “Allerdings dürften dann auch weitere Lieferquellen in Reichweite kommen, die in der Simulation noch nicht berücksichtigt sind.”

Die Politik sollte auf marktwirtschaftliche Instrumente setzen, um die Anpassung an den Energieschock effizient zu gestalten, empfehlen die Institute. Dazu sei es erforderlich, die gestiegenen Beschaffungskosten für Energieträger zeitnah an die Verbraucher weiterzugeben. “Denn dann sinkt der Energieverbrauch, und die günstigeren Konstellationen der Gasverfügbarkeit werden wahrscheinlicher.” Da höhere Preise bereits einen starken Anreiz für die Einsparung von Energie lieferten, seien zusätzliche staatliche Prämien dafür nicht notwendig. Stattdessen sollten bedürftige Haushalte durch gezielte Transfers unterstützt werden.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

Erdgaspreisprognose – Erdgasmärkte nähern sich dem 200-Tage-EMA

Technische Analyse des Erdgases

Die Erdgasmärkte fielen am Montag zunächst, erholten sich jedoch und erreichten das obere Ende der Freitagsspanne. Dennoch sollte die 6,50 $-Marke nach dem “Marktgedächtnis” nun einen Widerstand darstellen, und bei den ersten Anzeichen einer Erschöpfung werde ich diesen Markt verkaufen. Ja, der 200-Tage-EMA liegt darunter, aber das hat nicht unbedingt etwas zu bedeuten. Die Erdgasnachfrage wird durch die Tatsache dezimiert, dass Deutschland und mehrere andere europäische Länder jetzt auf Kohle umsteigen.

Das Ende der massiven Aufwärtsbewegung fiel mit der Ankündigung des Freeport-Terminals zusammen, dass es nicht so schnell repariert werden kann, wie ursprünglich angenommen, was bedeutet, dass die LNG-Exporte aus den Vereinigten Staaten behindert werden. Dies zwingt die Europäer, entweder russisches Gas zu kaufen oder auf Kohle umzusteigen. Bisher sieht es so aus, als ob sie mehr als bereit wären, auf Kohle umzusteigen, und daher ist die europäische Nachfragesituation kein so großer Faktor für den Henry Hub-Vertrag. Schließlich handelt es sich hier um einen Vertrag, der in der Regel mehr oder weniger auf die US-Inlandsnachfrage ausgerichtet ist, weshalb es zu einer so massiven Abschwächung gekommen ist.

Erholungen zu diesem Zeitpunkt würde ich mit Misstrauen betrachten, und selbst wenn wir die 6,50 $-Marke überschreiten sollten, würde ich die 7,00 $-Marke für eine Leerverkaufsmöglichkeit im Auge behalten, gefolgt von der 50-Tage-EMA, die derzeit bei 7,44 $ liegt und weiter fällt. Historisch gesehen sind diese Preise für Erdgas lächerlich, zumal Erdgas in den Vereinigten Staaten nicht gerade schwer zu finden ist. Letztendlich gehe ich davon aus, dass wir uns wieder der 4,00 $-Marke nähern werden.

Erdgaspreisprognose Video für 28.06.22

Einen Blick auf alle heutigen Wirtschaftsereignisse finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

G7 wollen Russland wegen Krieg in Ukraine weiter isolieren

– von Andreas Rinke und Andrea Shalal und Alexander Ratz

Schloss Elmau (Reuters) – Angesichts der anhaltenden Angriffe Russlands auf die Ukraine erhöhen die G7-Staaten ihren Druck auf Moskau massiv.

Man wolle die russische Wirtschaft weltweit weiter isolieren, heißt es in der am Montag veröffentlichten Erklärung der sieben wichtigsten westlichen Staaten. Die G7-Länder wollen etwa die Sanktionen gegen Russland und die Einnahmen des Landes aus Rohstoffverkäufen reduzieren. Man stünde kurz vor einer Einigung, sich hinter einen Preisdeckel für russisches Öl zu stellen, sagte ein US-Offizieller am Montag.

Die US-Regierung will zudem am Dienstag ein Bündel nationaler neuer Sanktionen sowohl gegen den russischen Verteidigungssektor als auch Firmen weltweit beschließen, die bestehende westliche Sanktionen gegen Russland unterlaufen. Es sollen zudem Firmen gelistet werden, die künftig keine US-Technologie mehr kaufen dürfen, teilte das Weiße Haus mit. Finanzinstitutionen würden informiert, dass sie sich am Kampf gegen eine Umgehung von Exportkontrollen beteiligen sollten.

HILFSAPPELLE VON SELENSKYJ

Die Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens, Italiens, Frankreichs, Japans, Deutschlands und Kanadas hatten am Montagmorgen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beraten. Dieser war per Video zu den Beratungen in Elmau zugeschaltet. US-Präsident Joe Biden sagte nach Angaben aus Verhandlungskreisen, dass Russland den Krieg nicht gewinnen dürfe. Selenskyj bat um weitere Hilfe für sein Land und warnte vor einer schwierigen Lage, wenn der Krieg nicht vor dem Winter beendet werde. Selenskyj ersuchte demnach um Luftabwehrsysteme und Munition, aber keine zusätzlichen neuen Waffensysteme.

Die G7-Staaten haben der Ukraine weitreichende Sicherheitsgarantien auch nach dem Krieg gegen Russland zugesagt. Man sei bereit, “gemeinsam mit interessierten Ländern und Institutionen und der Ukraine Vereinbarungen über nachhaltige Sicherheitsverpflichtungen zu treffen, um der Ukraine zu helfen, sich selbst zu verteidigen, ihre freie und demokratische Zukunft zu sichern und künftige russische Aggressionen abzuwehren”, heißt es in der G7-Erklärung. Zudem legen die Staats- und Regierungschefs die Entscheidung über einen Friedensschluss mit Russland allein in die Hand der Regierung in Kiew. Die Ukraine entscheide über eine künftige Friedensregelung, “die frei von äußerem Druck oder Einfluss ist”, so die G7-Erklärung.

Die G7 sicherten der Ukraine weitere militärische Hilfe zu, solange das Land diese benötige. Man habe der Ukraine in diesem Jahr zudem Budgethilfen von 29,5 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Die Finanzminister würden beauftragt, den weiteren Finanzbedarf zu ermitteln. Die Handelsminister wiederum sollten den Abbau der Zölle auf ukrainische Waren prüfen. Für den nötigen Wiederaufbau der Ukraine würden die G7-Staaten national auch prüfen, ob dazu die beschlagnahmten russischen Vermögenswerte genutzt werden könnten.

DRUCK AUF RUSSLANDS WIRTSCHAFT SOLL WACHSEN

Sowohl US-Präsident Biden als auch Kanzler Olaf Scholz hatten auf Schloss Elmau die Wirksamkeit der westlichen Sanktionen betont. Der eingeschränkte Zugang zu westlichen Technologien werfe Russlands Wirtschaft viele Jahre zurück, sagte Scholz in der ARD. Dass Russland jetzt nahe an der Zahlungsunfähigkeit stehe, sei die Wirkung drastischer Sanktionen, betonte ein US-Offizieller. Die russische Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr wahrscheinlich zweistellig sinken und die Inflation auf mehr als 20 Prozent steigen.

Die USA wollen auch neue Sanktionen gegen Russen verhängen, die an Kriegsverbrechen beteiligt waren und Importzölle auf 530 Warengruppen aus Russland erhöhen. Scholz sagte, dass das von den USA verkündete Gold-Embargo gegen Russland noch nicht als gemeinsame G7-Position beschlossen werden könne, weil es zuvor eine Abstimmung innerhalb der EU bedürfe.

Der ursprünglich von den USA vorgeschlagene Preisdeckel für russisches Öl habe zwei Ziele, hieß es in Verhandlungskreisen. Zum einen soll er den Effekt begrenzen, dass infolge des Konflikts die Einnahmen Russlands wegen höherer Öl- und Gaspreise sogar gestiegen sind. Zum anderen sollen mit einem Preisdeckel für russisches Öl angesichts der steigenden Inflation die negativen Wirkungen für Drittmärkte und Konsumenten weltweit begrenzt werden. Die G7-Staats- und Regierungschefs würden ihre zuständigen Minister beauftragen, “intensiv” mit Partnerländern und Privatfirmen zu sprechen, um einen Preisdeckel umzusetzen.

G7 VERHANDELT MIT SCHWELLENLÄNDERN

Das Thema dürfte auch in den G7-Beratungen am Montag mit den Gastländern Indien, Indonesien, Südafrika, Argentinien und Senegal eine Rolle spielen. Die Bundesregierung hatte zuvor darauf verwiesen, dass ein Preisdeckel für russisches Öl nur effektiv sein könne, wenn sich weltweit auch viele Einkaufsländer wie Indien oder China beteiligen. Beide Länder haben seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ihre Ölimporte aus Russland deutlich erhöht – und erhalten meist von Moskau einen Preisabschlag.

(Mitarbeit: John Irish, Angelo Amante,; redigiert von Hans Seidenstücker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

G7 – Ukraine entscheidet alleine über Friedensschluss

Schloss Elmau (Reuters) – Die G7-Staaten haben der Ukraine Sicherheitsgarantien nach dem Krieg gegen Russland zugesagt.

Man sei bereit, “gemeinsam mit (…) der Ukraine Vereinbarungen über nachhaltige Sicherheitsverpflichtungen zu treffen, um der Ukraine zu helfen, sich selbst zu verteidigen”, heißt es in der am Montag veröffentlichen Erklärung der sieben wichtigsten westlichen Industrieländer (G7). Zudem legen die Staats- und Regierungschefs die Entscheidung über einen Friedensschluss mit Russland alleine in die Hand der Regierung in Kiew. Die Ukraine entscheide über eine künftige Friedensregelung, “die frei von äußerem Druck oder Einfluss ist”, heißt es. Hintergrund sind Bestrebungen in der Europäischen Union, Druck auf Kiew auszuüben, um möglichst schnell eine Verhandlungslösung mit Russland anzustreben.

Die G7 sichern der Ukraine militärische Hilfe zu, solange das Land diese benötige. Man habe der Ukraine in diesem Jahr bislang Budgethilfen von 29,5 Milliarden Dollar (28 MRD Euro) zur Verfügung gestellt. Die Finanzminister würden beauftragt, den weiteren Finanzbedarf zu ermitteln, hieß es. Die Handelsminister sollten den Abbau der Zölle auf ukrainische Waren prüfen. Für den nötigen Wiederaufbau der Ukraine würden die G7-Staaten prüfen, ob dazu die beschlagnahmten russischen Vermögenswerte genutzt werden könnten. Man sei bereit, die Widerstandsfähigkeit der Ukraine weiter zu stärken, “indem wir unsere Zusammenarbeit in den Bereichen Nachrichtendienste und Informationsaustausch, Informationssicherheit sowie Sicherheit auf See ausbauen”.

Die G7-Länder verstärkten ihren Druck auf Russland, dem ein Angriffskrieg auf das Nachbarland vorgeworfen wird. “Wir werden weiterhin nach neuen Wegen suchen, um Russland von der Teilnahme am Weltmarkt zu isolieren”, hieß es darin. Die G7 seien entschlossen, Russlands Einnahmen – auch aus dem Export von Gold – zu verringern. Der Zugang des Landes zu wichtigen Technologien solle weiter eingeschränkt werden. Man wolle die Kosten auch für die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen auf russischer Seite erhöhen.

(Bericht von Andreas Rinke, Alexander Ratz, redigiert von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

US-Vertreter – G7 zielen mit Öl-Preisdeckel auf Russlands Einnahmen

Schloss Elmau (Reuters) – Die G7-Länder wollen US-Regierungskreisen zufolge die russischen Staatseinnahmen durch einen Preisdeckel für Öl aus Russland begrenzen.

Man sei kurz vor einer entsprechende Einigung der G7-Staats- und Regierungschefs, sagte ein ranghoher US-Vertreter am Montag. Die Staats- und Regierungschef der sieben führenden Industrieländer würden sich hinter zwei Ziele stellen: Zum einen soll Russland nicht mehr von hohen Ölpreisen profitieren und die Einnahmen durch den Ölverkauf reduziert werden. Zum anderen sollen mit einem Preisdeckel für russisches Öl angesichts der steigenden Inflation die negativen Wirkungen für Drittmärkte und Konsumenten weltweit begrenzt werden. Die G7-Staats- und Regierungschefs würden ihre zuständigen Minister beauftragen, “intensiv” mit Partnerländern und Privatfirmen zu sprechen, um einen Preisdeckel umzusetzen.

Die Bundesregierung hatte zuvor darauf verwiesen, dass ein Preisdeckel nur effektiv sein kann, wenn viele Einkaufsländer weltweit wie Indien oder China sich beteiligen. Beide Länder haben seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ihre Ölimporte aus Russland deutlich erhöht. Die USA haben bereits die Öleinkäufe aus Russland eingestellt, die EU will dies bis spätestens Jahresende tun.

(Bericht von Andrea Shalal, geschrieben von Andreas Rinke, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

G7 bieten Entwicklungsländern 600 Milliarden Dollar

– von Andreas Rinke und Alexander Ratz

Schloss Elmau (Reuters) – Die G7-Staaten haben am Sonntag eine neue Initiative für weltweite Infrastruktur-Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar angekündigt.

US-Präsident Joe Biden sagte, dass sein Land für die Partnerschaft für Infrastruktur-Investitionen 200 Milliarden Dollar an öffentlichem wie privatem Kapital bereitstellen werde. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte für das “Team Europe” 300 Milliarden Euro an. Japan will sich mit 65 Milliarden Dollar beteiligen. Sowohl Kanzler Olaf Scholz als auch Biden und von der Leyen betonten, dass die Demokratien Entwicklungsländern damit ein neues Angebot für eine engere Zusammenarbeit machen wollten. Die G7 hatten ein solches Projekt bereits im vergangenen Jahr verabredet, aber nicht mit Summen hinterlegt. Die Initiative soll auch Chinas Seidenstraßen-Projekt kontern helfen, mit dem die kommunistische Regierung durch Kreditvergaben und Infrastrukturprojekte Länder an sich binden will.

“Es liegt an uns, der Welt einen positiven und starken Investitionsimpuls zu geben, um unseren Partnern in den Entwicklungsländern zu zeigen, dass sie eine Wahl haben und dass wir uns solidarisch engagieren wollen, um ihren Entwicklungsbedarf zu decken”, sagte von der Leyen in Anspielung auf China. Auch andere G7-Regierungschefs betonten, dass der Westen bessere Angebote für eine Zusammenarbeit machen könne.

Die wichtigsten westlichen Industrieländer hatten zu Beginn ihres Treffen am Sonntag zunächst über die weltwirtschaftliche Lage diskutiert. Scholz betonte, dass sich alle Sorgen über die verschiedenen Krisen wie explodierende Energiepreise und Inflation machten. Zum G7-Kreis gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen kreiste die Debatte auch um die strittigen Fragen einer Preisobergrenze für den Einkauf russischen Öls sowie darum, ob sich die G7-Staaten vorübergehend doch wieder für Investitionen in die Exploration fossiler Energien wie etwa von Gasfeldern aussprechen sollen. Italiens Ministerpräsident Mario Draghi befürwortete solche Investitionen, wenn in Entwicklungsländern gleichzeitig in Erneuerbare Energien investiert werde. Zudem müssten neue Investitionen in Gasinfrastruktur später für eine Nutzung von Wasserstoff genutzt werden können.

Die Staats- und Regierungschefs wollen am Abend beraten, wie die G7 auf die anhaltenden Angriffe Russlands auf die Ukraine reagieren soll. Die USA kündigten an, dass sich die G7-Staaten für ein Gold-Embargo gegen Russland aussprechen wollten, einen der größten Gold-Exporteure der Welt. Während die USA, Kanada, Japan und Großbritannien dies bereits beschließen können, muss dies in der EU noch diskutiert werden. Die Ukraine kann zudem mit weiteren Milliardenzusagen rechnen, um das Land zu stabilisieren.

Angesichts neuer heftiger russischer Angriffe auf die Ukraine forderte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba, dass die G7-Staaten auf die neuen Raketenangriffe auch auf die Hauptstadt Kiew mit weiteren Sanktionen gegen Russland und der Lieferung schwerer Waffen an sein Land reagieren müssten. Biden sprach von “Barbarei”.

Weitere Themen der dreitägigen Beratungen unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen sind der Kampf gegen mögliche Hungersnöte, die hohen Energie- und Nahrungsmittelpreise, Geschlechtergerechtigkeit und Unterstützung für die weltweite Pandemiebekämpfung. Am Montag hat Gastgeber Scholz auch Indien, Indonesien, Südafrika, Argentinien und Senegal zu den Beratungen eingeladen. Zudem wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Video zugeschaltet. Nennenswerte Demonstrationen oder Störungen des Gipfels wurden am Sonntag nicht gemeldet.

BIDEN LOBT SCHOLZ

Zu Beginn des G7-Gipfels hatten US-Präsident Biden und Scholz bei einem bilateralen Treffen die transatlantische Zusammenarbeit und die Einheit der EU beschworen. “Wir sind die engsten Partner”, sagte Biden. Der russische Präsident Wladimir Putin habe von Anfang an damit gerechnet, dass sich die Nato und die G7 irgendwie aufspalten würden. “Aber das haben wir nicht und werden es auch nicht tun. Wir werden zusammenbleiben”, sagte er. Scholz sprach von einer “starken Botschaft”.

Biden dankte Scholz ausdrücklich mehrfach für dessen Arbeit. “Ich möchte Sie dazu beglückwünschen, dass Sie sich so engagieren, wie Sie es getan haben, als sie Bundeskanzler wurden”, sagte er. “Danke, danke, danke”, fügte er hinzu. Die Bemerkungen kommen auch vor dem Hintergrund einer hitzigen Debatte vor allem in Europa über die richtige Ukraine-Politik. Vor allem aus Osteuropa wird kritisiert, dass Deutschland und Frankreich der Ukraine zu wenig Waffen lieferten und Scholz sowie Macron daran festhalten, trotz aller scharfer Kritik und Sanktionen Kontakt mit Putin zu halten.

(Bericht von Andreas Rinke, William Schomberg, Phil Blenkinsop, Andrea Shalal, John Irish; redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Erdgaspreisprognose – Erdgas hat einen volatilen Freitag

Technische Analyse Erdgas

Die Erdgasmärkte sind während des Handels am Freitag hin und her gegangen, da wir schließlich die Marke von 6,50 $ durchbrochen haben. Die 6,50 $-Marke ist ein Bereich, der bereits in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt hat und daher nun einen dynamischen Widerstand auf dem Weg zurück nach oben bieten sollte. Aus diesem Grund bin ich mehr als bereit, in diesen Markt einzusteigen und bei Erholungen zu verkaufen, und es sieht so aus, als ob wir aufgrund der Kerzen am Freitag eine kurzfristige Erholung erleben könnten. Es ist jedoch offensichtlich, dass die Erdgasmärkte zusammengebrochen sind, was aufgrund der Tatsache, dass das Fremont-Terminal nicht in der Lage war, Gas in die EU zu pumpen, ziemlich viel Sinn macht.

Vieles von dem, was wir gesehen haben, war auf die Vorstellung zurückzuführen, dass die Europäer so viel LNG wie möglich von den Amerikanern kaufen würden, aber jetzt, wo wir sehen, dass Deutschland und andere auf Kohle umsteigen, macht es Sinn, dass ein gewisser Teil der Einnahmen wegfällt. Vor diesem Hintergrund denke ich, dass wir uns wieder auf den Inlandsmarkt konzentrieren werden, der hier nichts zu suchen hat. Erholungen sollten bei Anzeichen von Erschöpfung verkürzt werden, bis wir über die 8,00 $-Marke ausbrechen können.

Der 200-Tage-EMA befindet sich bei 5,80 $, aber es ist wahrscheinlich, dass wir ihn irgendwann durchbrechen werden. Ich glaube nicht unbedingt, dass dies sofort geschieht, aber ich denke, dass es irgendwann ins Spiel kommen wird. Letztendlich hat dieser Markt seine ganze Dynamik verloren.

Erdgaspreisprognose Video für 27.06.22

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G7 sagen Russland auch wegen “Korn-Krieg” den Kampf an

– von Alexander Ratz

Berlin (Reuters) – Die sieben reichsten demokratischen Staaten (G7) sagen Russland auch wegen der weltweit eskalierenden Hunger-Krise den Kampf an.

“Wir lassen nicht zu, dass der russische Angriffskrieg die Welt in Hunger stürzt”, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock am Freitag nach Beratungen der sieben Ressortchefs in Berlin. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, Russlands Krieg verschärfe die Nahrungsmittelkrise “durch die Blockade des Schwarzen Meeres, die Bombardierung von Getreidesilos und Häfen und die Beschädigung der landwirtschaftlichen Infrastruktur der Ukraine”. Zugleich prangerten die Minister “Russlands falsches Narrativ und Desinformation” an.

Russische Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse seien von den Sanktionen nicht betroffen und könnten die Weltmärkte erreichen, heißt es in der Erklärung. Dass die Sanktionen die Krise auslösten, sei falsch. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz betonte: “Für diese Zuspitzung trägt Russland die Verantwortung, und Russland ganz allein.” Mit Blick auf das am Sonntag beginnende Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs im bayerischen Elmau fügte Scholz hinzu: “Vom Gipfel wird eine klare Botschaft an die von Hunger bedrohten Menschen weltweit ausgehen. Wir sorgen dafür, dass Euer Leben nicht zum Spielball zynischer Machtinteressen wird.” Der G7 gehören Deutschland, die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan an.

US-Außenminister Antony Blinken sagte, dass wegen des von Russland verursachten Krieges in diesem Jahr 40 Millionen zusätzliche Menschen an Hunger litten. Scholz äußerte sich in einem Grußwort an eine internationale Konferenz zur Nahrungsmittelsicherheit am Nachmittag in Berlin, an der mehr als 50 Delegationen teilnahmen. Organisiert wurde die Konferenz der “Globalen Allianz für Lebensmittelsicherheit” vom Außen-, Agrar- und Entwicklungshilfeministerium. In ihrer Abschluss-Erklärung kritisierte auch die Konferenz das Vorgehen Russlands scharf und forderte ein sofortiges Ende des Krieges sowie jeglicher Handlungen, die Produktion und Export von Nahrungsmitteln in Gefahr bringen könnten.

Laut Baerbock leiden weltweit 345 Millionen Menschen akut an der Knappheit von Nahrungsmitteln. Dies sei eine Lage, “die sich wie eine lebensbedrohliche Welle vor uns auftürmt”, sagte Baerbock bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landwirtschaftsminister Cem Özdemir und Entwicklungshilfe-Ministerin Svenja Schulze. Der russische Angriffskrieg habe nun “aus einer Welle einen Tsunami gemacht”, sagte Baerbock. Russland führe nicht nur Krieg gegen die Ukraine, sondern auch einen “zynischen Korn-Krieg”. Erforderlich sei eine Nothilfe im Volumen von 44 Milliarden Euro, von denen allenfalls die Hälfte finanziert sei.

Özdemir forderte vom anstehenden G7-Gipfel ein “kraftvolles Signal” zur globalen Sicherung von Nahrungsmitteln. Es gehe darum, einen einheitlichen Ansatz für die Ernährungssicherheit zu finden in Zusammenhang mit Klima- und Artenschutz. Die Ergebnisse der Berliner Konferenz müssten “nach Elmau weitergetragen werden”. In dem bayerischen Ort kommen die G7-Staats- und Regierungschefs am Sonntag zu einem dreitägigen Gipfel unter deutscher Präsidentschaft zusammen, darunter US-Präsident Joe Biden. Dabei soll es auch um die globale Nahrungsmittelsicherheit gehen.

Wegen Klimawandel und Kriegen leiden viele Regionen ohnehin an Hunger, der Krieg in der Ukraine hat die Lage verschärft. Unter den Teilnehmern der Berliner Konferenz befanden sich auch die Agrarminister Nigerias, Tansanias und der Ukraine. Laut Baerbock nahm auch ein Vertreter der Türkei teil, die zwischen Russland und der Ukraine wegen blockierter Häfen vermittelt. Die chinesische Regierung sei angefragt worden, es nehme aber niemand aus Peking teil.

“JEDE TONNE ZÄHLT”

Die Ukraine – einer der weltgrößten Produzenten von Getreide – kann kaum Waren exportieren, weil die Häfen des Landes von russischen Kriegsschiffen blockiert werden. Mehrere Millionen Tonnen Getreide liegen daher in Lagern. Hauptabnehmer sind normalerweise Staaten im Nahen Osten und Nordafrika. Dort wird die ohnehin grassierende Nahrungsmittelknappheit dadurch weiter verschärft. Die russische Erzählweise, die westlichen Sanktionen seien die Ursache der Krise, sei “fake news”, sagte Baerbock. Die Regierung in Moskau trage allein die Verantwortung dafür. Sanktionen auf russische Getreideexporte gebe es im übrigen nicht.

Die Bundesregierung unterstütze die Bemühungen der Türkei, einen Weg zur Freigabe der Häfen zu finden, sagte die Ministerin. Russlands Forderung, dass die Ukraine die Häfen zunächst entminen müsse, wies sie zurück. Es sei ein “perfides Spiel”, der Ukraine die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen. Zuerst müsse Russlands Flotte vor den Häfen abziehen. Baerbock und Özdemir betonten, es müssten langfristige Alternativen für den Export ukrainischen Getreides gefunden werden.

Eine Möglichkeit sei der Landweg über Rumänien und die Binnenschifffahrt über die Donau, sagte Baerbock. Entlang dieser Route gebe es bereits Transporte. Sie hoffe darauf, dass schon im Juli wieder täglich Getreide aus der Ukraine exportiert werden könne. Laut Özedmir führte die Ukraine vor dem Krieg fünf Millionen Tonnen Getreide im Monat aus. Derzeit liege man immerhin schon wieder bei 1,7 Millionen Tonnen. “Es geht um Millionen Tonnen, und jede Tonne zählt”, sagte Baerbock. In Simbabwe etwa habe ein Brot vor dem Ukraine-Krieg ein Dollar gekostet, derzeit liege der Preis schon bei 1,40 Dollar.

(Redigiert von Jörn Poltz.; Bei Rückfragen wenden Sie sich an berlin.newsroom@tr.com)

Umfrage – Inflationsrate wird im Juni trotz Tankrabatts nicht sinken

Berlin (Reuters) – Trotz Tankrabatt und 9-Euro-Ticket ist die deutsche Inflationsrate im Juni nach Prognose von Ökonomen nicht gesunken.

Waren und Dienstleistungen dürften durchschnittlich erneut 7,9 Prozent mehr kosten als ein Jahr zuvor, geht aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Ökonomen von rund einem Dutzend Banken hervor. Im Mai hatte sie mit ebenfalls 7,9 Prozent den höchsten Stand seit dem Winter 1973/1974 erreicht. Das Statistische Bundesamt will am kommenden Mittwoch eine erste offizielle Schätzung zur Preisentwicklung im Juni veröffentlichen.

“Ich rechne bei den Juni-Zahlen mit keiner Entspannung an der Inflationsfront”, sagte der Chestrategie der Privatbank Merck Finck, Robert Greil. Dabei hat die Bundesregierung ein Milliardenpaket geschnürt, um eben dies zu erreichen. Die Energiesteuer auf Kraftstoffe etwa wird seit 1. Juni befristet für drei Monate “auf das europäische Mindestmaß” abgesenkt, was dem Finanzministerium zufolge 30 Cent pro Liter weniger bei Benzin und 14 Cent beim Diesel bedeutet. Zugleich wurde für 90 Tage im ÖPNV ein Ticket für neun Euro pro Monat eingeführt.

Nachhaltig günstiger ist das Leben dadurch nicht geworden – was auch für die Euro-Zone insgesamt gilt. “So haben sich die Kraftstoffe trotz der Senkung der Steuern auf Benzin und Diesel in Deutschland euro-weit im Juni gegenüber Mai um schätzungsweise 2,5 Prozent verteuert”, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. “Auch bei Nahrungsmittel ist der Preisauftrieb unverändert hoch.” Für die Euro-Zone erwarten die von Reuters befragten 16 Volkswirte daher einen Anstieg der Inflationsrate auf den Rekordwert von 8,3 Prozent, nach 8,1 Prozent im Mai. Das Statistikamt Eurostat legt die Daten kommenden Freitag vor.

Das Ende der Fahnenstange bei der Preisentwicklung dürfte damit noch nicht erreicht sein – vor allem nicht, sollten russische Gaslieferungen ausbleiben. “In Deutschland droht infolge der ausgerufenen Alarmstufe des Notfallplans Gas ein massiver Preisanstieg bei den Gaspreisen für private Haushalte”, sagte Ökonom Jörg Angele vom Vermögensverwalter Bantleon. “Sollte die Regierung den Gasversorgern erlauben, ihr Sonderkündigungsrecht auszuüben, dürften die Preise auf breiter Front nach oben gehen.” Zweistellige Inflationsraten gelten dann als unvermeidbar.

Wegen der stark steigenden Preise dürfte die Europäische Zentralbank im Juli erstmals seit elf Jahren ihren Leitzins anheben. Im September soll ein zweiter Schritt nach oben folgen.

Sorgenfalten bei Managern werden größer – “Rezessionspuffer schrumpft”

– von Rene Wagner und Frank Siebelt

Berlin (Reuters) – Gasknappheit, Inflation, Materialengpässe: Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni wegen einer Vielzahl von Risiken unerwartet deutlich eingetrübt.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel nach zuvor zwei Anstiegen in Folge um 0,7 auf 92,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Mini-Rückgang auf 92,9 Punkte erwartet. “Steigende Energiepreise und die drohende Gasknappheit bereiten der deutschen Wirtschaft große Sorgen”, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest den Abwärtstrend. Die Führungskräfte äußerten sich zu ihrer Geschäftslage etwas und zu den Aussichten für die kommenden sechs Monate deutlich skeptischer als zuletzt.

“Trotz erhöhter Unsicherheit zeichnet sich im Moment noch keine Rezession ab”, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings müssen sich die Unternehmen auf ein schwaches zweites Halbjahr einstellen. “Der Rezessionspuffer ist nur noch gering”, sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger. “Das Rezessionsrisiko für 2022 liegt bei 40 Prozent.”

“LABILE LAGE”

Dass der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft moderat gefallen ist, hat vor allem einen Grund: Die befragten Unternehmen antworteten, bevor Russland seine Gaslieferungen deutlich eingeschränkt hat. “Tatsächlich ist die konjunkturelle Situation labil”, warnte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. “Zum einen könnte es nach einer weiteren Reduzierung der russischen Gaslieferungen zu einer folgenschweren Rationierung von Gas in der Industrie kommen. Zum anderen dürften die massiven Zinserhöhungen der US-Notenbank im kommenden Jahr eine Rezession auslösen.” Die USA sind der wichtigste deutsche Exportkunde.

Vor allem in Handel und Industrie hat sich die Stimmung merklich eingetrübt. “Insbesondere die chemische Industrie ist höchst beunruhigt”, sagte Fuest mit Blick auf die Gasversorgung, auf die diese Branche besonders angewiesen ist und für die Wirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Stufe das Notfallplans ausgerufen hat. Am Bau und bei den Dienstleistern hat sich die Stimmung dagegen aufgehellt, bei letzteren vor allem wegen der Corona-Lockerungen. “Besonders das Gastgewerbe setzt auf einen guten Sommer”, sagte Ifo-Experte Wohlrabe.

Der russische Einmarsch in die Ukraine sorgt für steigende Rohstoffpreise, zunehmende Lieferengpässe und erhöhte Unsicherheit bei Firmen und Verbrauchern. Das Ifo-Institut hat deshalb gerade erst seine Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr gesenkt – und zwar von 3,1 auf 2,5 Prozent. Im kommenden Jahr soll sich das Wachstum dann auf 3,7 Prozent beschleunigen.

Allerdings befürchten Ökonomen bei ausbleibenden russischen Gaslieferungen eine schwere Rezession im Winter. “Die Lage auf dem Gasmarkt ist bedrohlich”, sagte der Regierungsberater und Professor für Internationale Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Jens Südekum. “Es drohen dann eine Rationierung des Gasbezugs und damit Produktionsstopps in der Industrie. Eine schwere Rezession könnte die Folge sein.”

(Bericht von Rene Wagner, Redigiert von Hans Seidenstücker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)