Großbritannien legt Milliarden-Programm gegen hohe Energiepreise auf

London (Reuters) – Wegen der stark gestiegenen Energiepreise will Großbritannien seinen Bürgern mit einem Milliarden-Programm helfen.

Man werde 28 Millionen Haushalte mit rund neun Milliarden Pfund (10,8 Milliarden Euro) helfen, kündigte Finanzminister Rishi Sunak am Donnerstag an. “Ich kann hier nicht einfach stehen und sagen, wir müssten uns nicht auf höhere Preise einstellen”, sagte er. Aber man könne die Auswirkungen zumindest entschärfen. Unter anderem ist eine Entlastung von umgerechnet 240 Euro von der Stromrechnung geplant, die aber über die nächsten fünf Jahre zurückgezahlt werden müssen.

Die hohen Energiepreise setzen europaweit Regierungen unter Druck. Die Bundesregierung will etwa die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) auf den Strompreis früher als geplant abschaffen und hat bereits einen Heizkosten-Zuschuss für Ärmere beschlossen.

EZB lässt sich trotz hoher Inflation beim Leitzins nicht aus Reserve locken

Frankfurt/Berlin (Reuters) – Trotz der zu Jahresbeginn weiter gestiegenen Inflation bleibt eine Zinswende in der Euro-Zone aus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag wie allgemein erwartet auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zugleich müssen Finanzinstitute weiterhin Strafzinsen berappen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Den dafür gültigen sogenannten Einlagesatz beließen die Währungshüter bei minus 0,5 Prozent. Sie halten sich jedoch weiterhin die Tür für eine künftige Erhöhung offen: Der EZB-Rat steht bereit, “alle seine Instrumente” bei Bedarf anzupassen. Damit will er sicherstellen, dass sich die Inflation mittelfristig bei seinem Zielwert von 2,0 Prozent stabilisiert.

Im Januar war die Teuerungsrate im Euroraum mit 5,1 Prozent jedoch weit über diese Marke hinausgeschossen. Die EZB gerät damit in Erklärungsnöte, da sie laut ihrer Prognose vom Dezember mit einem schrittweisen Abklingen des Preisdrucks rechnet.

EZB berät in Zeiten anhaltend hoher Inflation über Zinskurs

Frankfurt/Berlin (Reuters) – In Zeiten anhaltend hoher Inflation berät die EZB an diesem Vormittag über den weiteren geldpolitischen Kurs.

Für reichlich Gesprächsstoff dürfte sorgen, dass die Teuerungsrate im Januar mit 5,1 Prozent noch weiter über die Zielmarke der EZB von 2,0 Prozent hinausgeschossen ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) kommt damit in Erklärungsnöte, da sie mit einem schrittweisen Abklingen des Preisdrucks rechnet. Entsprechend hat EZB-Chefin Christine Lagarde bislang einer Zinswende im laufenden Jahr eine Absage erteilt. Aus der deutschen Wirtschaft wird der Ruf unterdessen immer lauter, den Weg dafür freizumachen.

Den Leitzins hält die EZB bereits seit März 2016 bei 0,0 Prozent. Auch der Einlagesatz, der bei minus 0,5 Prozent liegt, dürfte vorerst unverändert bleiben. Damit müssen Finanzinstitute wohl weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, hat die EZB aufgefordert, die negativen Leitzinsen dieses Jahr hinter sich zu lassen. Zugleich macht sich in der Wirtschaft die Sorge breit, dass ein schwacher Euro die Energieimporte verteuern und somit die Inflation weiter anheizen könnte.

Da die US-Notenbank Fed eine Zinswende für März signalisiert hat, der ein Stakkato an Erhöhungen folgen dürfte, könnte die EZB bald unter Zugzwang geraten. Am Geldmarkt wird bereits bis zum Sommer auf eine leichte Anhebung des Einlagesatzes gesetzt. DWS-Volkswirtin Ulrike Kastens erwartet nicht, dass die EZB jetzt schon Grund zum Umsteuern sieht: “Doch der Druck steigt mit jeder Veröffentlichung von neuen und hohen Inflationsraten. Angesichts des Kaufkraftverlustes dürfte dies auch denjenigen Notenbankern die Sorgenfalten ins Gesicht treiben, die bisher für eine Beibehaltung des geldpolitischen Kurses votiert haben.”

Dax schwächelt vor EZB-Entscheid – Infineon im Minus

Frankfurt (Reuters) – Vor dem EZB-Zinsentscheid ist der Dax am Donnerstag schwächer in den Handel gestartet.

Der deutsche Leitindex verlor in den ersten Handelsminuten 0,3 Prozent auf 15.571 Zähler. “Die Europäische Zentralbank hat heute das Zepter in der Hand”, sagte Jochen Stanzl vom Online Broker CMC. “Sie muss den Investoren die Angst nehmen, zu wenig gegen die Inflation zu tun.” An der Börse gilt als ausgeschlossen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die geldpolitischen Zügel anzieht. Investoren sind aber gespannt, wie die Währungshüter auf den anhaltend hohen Preisdruck reagieren. Die Teuerungsrate liegt mit zuletzt 5,1 Prozent weit mehr als doppelt so hoch wie das Ziel der EZB, die mittelfristig eine Rate von 2,0 Prozent als optimalen Wert anpeilt.

Zu den größten Verlierern am Markt zählten die Aktien von Infineon. Trotz einer höheren Jahresprognose verloren die Titel des Halbleiterkonzerns 2,3 Prozent. “Teilweise gibt es Sorgen, die Zyklus-Spitze könnte bald erreicht werden”, sagte ein Händler. Nach oben ging es dagegen für die Deutsche Telekom. Erfreuliche Zahlen der US-Tochter T-Mobile US trieben die Titel 2,3 Prozent in die Höhe.

Dax schließt unverändert – EuroStoxx50 leicht im Plus

Frankfurt (Reuters) – Nachfolgend die Kurse ausgewählter Indizes zum Xetra-Handelsschluss am Mittwoch:

Index-Stände 17:30 Plus/Minus

in Prozent

02.02.22

Dax

15.613,77 +0,0

 

MDax

34.037,44 +0,9

 

TecDax

3.524,05 +0,6

 

SDax

15.347,26 +0,1

 

 

EuroStoxx50

4.228,01 +0,1

 

Stoxx50

3.808,10 +0,2

 

 

ATX

3.939,71 +0,9

 

 

Dow Jones

35.396,89 +0,0

 

Nasdaq

14.301,33 -0,3

 

S&P 500

4.553,92 +0,2

 

 

Umsatz aller Dax-Werte Stand

02.02.22

 

in Millionen Stück 66,297

 

in Milliarden Euro 3,516

 

 

Ölpreis 17:30 Plus/Minus

in Dollar je Barrel in Prozent

02.02.22

Brent

88,58 -0,7

 

WTI

87,41 -0,9

Inflation im Euro-Raum steigt auf Rekordwert – EZB unter Druck

– von Reinhard Becker und Patricia Uhlig und Frank Siebelt

Frankfurt/Berlin (Reuters) – Die Inflation im Euro-Raum ist zum Jahresstart auf einen Rekordwert geklettert und bringt damit die EZB kurz vor ihrer nächsten Zinssitzung in Erklärungsnot.

Explodierende Energiepreise sorgten dafür, dass die Teuerung im Januar binnen Jahresfrist auf 5,1 Prozent hochschnellte, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik 1997. Experten hatten dagegen mit einem Rückgang der Inflation auf 4,4 von 5,0 Prozent im Dezember gerechnet. Damit entfernt sich die Inflation immer weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Rate von 2,0 Prozent als optimalen Wert für die Wirtschaft anpeilt.

Die Finanzmärkte reagierten prompt: Spekulationen auf eine nun schneller nahende Zinswende ließen den Euro zeitweise um 0,45 Prozent auf 1,1324 Dollar steigen. Der europäische Banken-Index kletterte um 1,3 Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch. Am Geldmarkt wird nun sogar bereits bis zum Sommer auf eine leichten Anhebung des Einlagesatzes gesetzt. Der Zins liegt seit September 2019 bei minus 0,5 Prozent. Damit müssen Banken Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Liquidität parken.

Für die Währungshüter um EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die am Donnerstag auf ihrer Zinssitzung wieder den geldpolitischen Kurs abstecken, dürfte die weiter anziehende Inflation eine negative Überraschung sein. Denn nach ihrem bisherigen Szenario sollte sich die Teuerung 2022 stabilisieren und es schrittweise zu einem Rückgang der Teuerungsrate kommen. Mit den Januarzahlen dürften zudem die Stimmen in Deutschland noch lauter werden, die eine zügige Abkehr von der seit Jahren andauernden ultralockeren Geldpolitik fordern.

Volkswirten zufolge nimmt mit dem neuen Rekordhoch der Druck auf die EZB zu. “Die unerwartet hohe Teuerungsrate ist ein Nackenschlag für die EZB,” meinte etwa Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Sie liege damit meilenweit über den 4,1 Prozent, die die EZB für das erste Quartal prognostiziere. Die Notenbank solle die massiv gestiegenen Inflationsrisiken endlich anerkennen und geldpolitisch den Fuß vom Gas nehmen. Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf wendet den Blick auf die anstehende EZB-Zinssitzung: “Spannend ist, ob die EZB-Präsidentin morgen auf der Pressekonferenz erneut betont, dass Zinserhöhungen in diesem Jahr sehr unwahrscheinlich seien.” Volkswirt Jörg Angele vom Schweizer Bankhaus Bantleon erwartet, dass die Inflationsrate sogar bis zur Jahresmitte über 5,0 Prozent liegen wird: “Der von der EZB viel zitierte Inflationsbuckel wird immer höher und breiter.”

ENERGIEPREISE SCHIESSEN DURCH DIE DECKE

Haupttreiber der Teuerung im Januar waren die stark gestiegenen Preise für Energie. Dafür mussten Konsumenten im Januar 28,6 Prozent mehr bezahlen als vor Jahresfrist. Im Dezember lag das Plus bei 25,9 Prozent. Ohne Energie hätten die Verbraucherpreise im Januar nur um 2,6 Prozent zugelegt, nach 2,8 Prozent im Dezember. Aus Sicht des Präsidenten des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, könnten die Preise für Öl und Gas noch mehr in die Höhe springen. “Der Ukraine-Konflikt hat das Potenzial die Energiepreise noch weiter ansteigen zu lassen,” sagte er auf einer Online-Veranstaltung führender Ökonomen.

Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich im Januar um 5,2 Prozent und damit ebenfalls stärker als im Dezember mit damals plus 4,7 Prozent. Dienstleistungen kosteten im Januar 2,4 Prozent mehr, auch im Dezember hatte der Zuwachs in dieser Höhe gelegen. Allein der Preisanstieg für Industriegüter ohne Energie ließ etwas nach. Das Preisplus lag im Januar bei 2,3 Prozent nach 2,9 Prozent im Dezember.

Anders als im Euro-Raum war in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Währungsgemeinschaft, die Inflation zu Jahresbeginn leicht gesunken. Die Verbraucherpreise lagen im Januar noch 4,9 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist. Im Dezember hatte die ebenfalls von teurer Energie angetriebene Inflationsrate noch bei 5,3 Prozent gelegen – das höchste Niveau seit 1992.

Bullard (Fed) plädiert für Zinserhöhung im März

(Reuters) – Der US-Notenbanker James Bullard befürwortet nach eigenen Worten eine Anhebung der Zinsen im März und dann voraussichtlich erneut im Mai.

Allerdings äußerte er sich am Dienstag in einem Reuters-Interview ablehnend hinsichtlich der Vorstellung, den Straffungszyklus mit einer Anhebung um einen halben Prozentpunkt einzuleiten. Wie hoch die Fed letztendlich die Zinsen anheben müsse, sei eine “offene Frage”. Es gehe darum, die Geldpolitik jetzt und in den kommenden Monaten besser aufzustellen. “Und dann werden wir an diesem Punkt beurteilen können, ob wir mehr tun müssen oder nicht.”

“Wir müssen im Laufe dieses Jahres flinker, schneller und besser auf Inflationsdaten und andere Entwicklungen reagieren”, sagte Bullard, der Chef der des Fed-Ablegers in St. Louis ist. “Es wird eine datenabhängigere Umgebung sein.” Mit Blick auf die Arbeitslosenquote sagte Bullard, er gehe davon aus, dass sie dieses Jahr unter drei Prozent fallen werde. “Ich denke, der kommende Arbeitsmarktbericht wird wegen Omikron wahrscheinlich nicht sehr gut sein, aber lassen Sie sich nicht täuschen. Dies ist eine ziemlich starke Wirtschaft und ein sehr starker Arbeitsmarkt.”

Europäische Anleger schütteln Zinssorgen ab

Frankfurt (Reuters) – Europas Börsen nehmen den Schwung der vergangenen Tage mit in den Februar.

Dax und EuroStoxx50 legten am Dienstag jeweils etwa ein Prozent auf 15.619,39 beziehungsweise 4214,04 Punkte zu. Es gebe aber keine klaren Grund für die aufgehellte Stimmung, sagte Analyst Charalambos Pissouros vom Brokerhaus JFD. Er halte die jüngste Erholung daher für eine Reaktion auf die Kursverluste der vorangegangenen Wochen.

Auch Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets mahnte zur Vorsicht. “Die Märkte benötigen dringend eine Perspektive, dass sich die Wirtschaft nach der laufenden Welle an Corona-Infektionen weiter positiv entwickeln wird.” Investoren ignorierten bislang die Rekord-Fallzahlen und setzten auf eine Besserung im Frühjahr. “Dies sind jedoch lediglich Hoffnungen, die sich im schlimmsten Falle auch nicht bestätigen könnten.” An der Wall Street erlahmte die Kaufbereitschaft der Anleger bereits. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kaum vom Fleck.

WIE GEHT DIE EZB MIT DEM INFLATIONSDRUCK UM?

Gleichzeitig rätselten Börsianer, wie die Europäische Zentralbank (EZB) reagieren werde, wenn die am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Inflationsdaten für die Euro-Zone ebenso über den Markterwartungen lägen wie die deutschen. Experten erwarten einen Rückgang der Teuerungsrate auf 4,4 von fünf Prozent im Jahresvergleich. Einige Anleger setzten darauf, dass die EZB am Donnerstag Signale für eine straffere Geldpolitik aussenden werde. Dies hievte den Euro auf 1,1243 Dollar.

Für Katharine Neiss, Chef-Volkswirtin für Europa beim Vermögensverwalter PGIM, wäre dies aber der falsche Weg. “Eine weitere Stützung der Wirtschaft durch eine Ausweitung der Anleihekäufe ist aktuell eher geboten als ein Drehen an der Zinsschraube.” Die Inflation sei zwar schmerzhaft für die Geldbörsen der Verbraucher. Die EZB könne aber weder die Chip-Knappheit beenden noch die gestiegenen Energiepreise drücken.

Am Rohölmarkt wuchs am Tag vor den Beratungen der großen Exportstaaten über ihre Fördermengen die Anspannung. Die Sorte Brent aus der Nordsee notierte nach zwischenzeitlichen Verlusten am Abend 0,4 Prozent im Plus bei 89,64 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Analysten der Bank Goldman Sachs rechneten mit einer Anhebung der Produktionsquoten um mehr als die zuletzt üblichen 400.000 Barrel pro Tag. Insidern zufolge hat ein Komitee der “Opec+”, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, diese Option bei vorbereitenden Gesprächen aber nicht diskutiert.

HEIDELBERGCEMENT UND UPS ERFREUEN MIT ZAHLEN

Am deutschen Aktienmarkt gehörte HeidelbergCement mit einem Kursplus von 2,6 Prozent zu den Favoriten. Die starken Geschäftszahlen des Bauindustrie-Zulieferers hätten ihn nicht überrascht, schrieb Analyst Matthew Donen vom Research-Haus Morningstar. “Wir gehen davon aus, dass die staatlichen Konjunkturmaßnahmen die langfristige Nachfrage stützen und ein günstiges Preisumfeld schaffen werden, das dazu beitragen wird, die Kosteninflation sowie potenzielle zusätzliche Umweltkosten auszugleichen.”

Im Rampenlicht stand außerdem Siltronic, da die Bundesregierung die milliardenschwere Übernahme des Chipindustrie-Zulieferers durch den taiwanischen Rivalen GlobalWafers platzen ließ. Das habe sich bereits abgezeichnet, sagte ein Börsianer. Zudem sei Siltronic als unabhängiges Unternehmen möglicherweise mehr wert. Die Aktie stieg um 3,9 Prozent.

Den Papiere von UPS winkte an der Wall Street mit einem Plus von fast 16 Prozent der größte Tagesgewinn der Firmengeschichte. Sie erreichten zudem ein Rekordhoch von 233,72 Dollar. Das Quartalsergebnis des Paketzustellers habe ihre Erwartungen übertroffen, lobte Analystin Helane Becker vom Vermögensverwalter Cowen. Gleiches gelte für die angehobene Dividende. Im Windschatten von UPS gewinnen die Titel der Rivalen FedEx und Deutsche Post bis zu drei Prozent.

US-Industrie startet mit weniger Schwung ins Jahr

Washington (Reuters) – Inmitten der Omikron-Welle hat die US-Industrie ihr Wachstumstempo zu Jahresbeginn verringert.

Der Einkaufsmanagerindex sank im Januar auf 57,6 Zähler von 58,8 Punkten, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Das ist das niedrigste Niveau seit November 2020. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Rückgang auf 57,5 Zähler gerechnet. Das Barometer liegt immer noch weit über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Der US-Immobilienmarkt entwickelte sich unterdessen vor der Jahreswende weniger dynamisch als erwartet. Die US-Bauausgaben wuchsen im Dezember nur um 0,2 Prozent auf 1,64 Billionen Dollar. Experten hatten mit einem Anstieg von 0,6 Prozent gerechnet. Im November hatte es einen Zuwachs um revidiert 0,6 Prozent gegeben. In einer ersten Schätzung war für November ein Plus von 0,4 Prozent genannt worden.

US-Währungshüter sieht Stärke der Inflation als Taktgeber für die Zinswende

New York (Reuters) – Die US-Notenbank Fed wird sich laut einem führenden Währungshüter bei der absehbaren Zinswende im März an der Stärke der Inflation orientieren.

Er sei derzeit für eine Erhöhung um einen Viertel Prozentpunkt, sagte der Chef des Fed Bezirks Philadelphia, Patrick Harker, am Dienstag Bloomberg TV. Doch wenn es einen “Ausschlag” bei der Teuerungsrate geben sollte, sei eine aggressivere Gangart gefragt. Im Moment gehe er davon aus, dass vier Erhöhungsschritte um jeweils einen Viertel-Punkt im laufenden Jahr angemessen seien. “Doch gibt es hier eine Menge Risiken”, fügte er hinzu. So könne sich die Inflation stärker entwickeln oder aber auch schwächer als erwartet.

US-Notenbankchef Jerome Powell hat eine Zinswende für März angedeutet und die Finanzmärkte auf weitere Schritte nach oben vorbereitet. Derzeit liegt der Schlüsselsatz noch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. Doch die Fed will ihn bald wegen der anziehende Teuerung anheben: Die Verbraucherpreise waren im Dezember mit 7,0 Prozent so rasant gestiegen wie seit Anfang der 80er Jahre nicht mehr.

Die Fed will überdies ihre in der Krise auf fast neun Billionen Dollar aufgeblähte Bilanz eindampfen. Dies bedeutet, dass die Notenbank den Finanzmärkten Liquidität entziehen wird. Dabei kann sie relativ schonend vorgehen und auslaufende Papiere nicht mehr durch neue ersetzen. Eine etwas aggressivere Variante wäre es, auch Papiere aus dem Bestand zu verkaufen. Harker sagte, die Fed prüfe diese Option. Doch sei keine Entscheidung gefallen.