Studie: Beliebtheit der Kryptoanlagen steigt!

Wenn es um Investitionen geht, gibt es eine Vielzahl von Optionen, aus denen man wählen kann. Von Aktien und Anleihen bis hin zu Immobilien und Kryptowährungen – die Auswahl kann überwältigend sein.

Auch wenn dies angesichts der Volatilität des Kryptomarktes für einige überraschend sein mag, so ist es doch ein Hinweis auf einen größeren Trend. Dieser könnte dazu führen, dass Kryptowährungen in naher Zukunft die traditionellen Anlageformen überholen.

Kryptoinvestitionen nehmen an Beliebtheit zu

Laut einer Umfrage der Krypto-Handelsplattform Bitstamp werden Kryptowährungen in den nächsten zehn Jahren weiter an Popularität gewinnen und immer mehr zum Mainstream werden. In seiner ersten Vorschau auf den Global Digital Assets Pulse Survey 2022 veröffentlichte Bitstamp Krypto-Trends aus 23 Ländern.

Die Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der institutionellen Anleger und Kleinanleger glaubt, dass Kryptowährungen innerhalb des nächsten Jahrzehnts von der breiten Masse angenommen werden. Dies deutet auf ein hohes Maß an Vertrauen in Kryptowährungen hin und könnte in Zukunft zu einer noch breiteren Akzeptanz führen.

Der Bericht stellt auch fest, dass weitere 80 % der institutionellen Anleger glauben, dass Kryptowährungen die traditionellen Anlageformen überholen werden.

Kryptowährungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 71 % der Anlageexperten und 65 % der Privatanleger geben an, dass sie Kryptowährungen als Anlageklasse vertrauen. Dieses hohe Maß an Vertrauen ist vor allem in Schwellenländern bemerkenswert, wo die Regulierung möglicherweise weniger weit entwickelt ist.

Im Gegensatz dazu bereiten die entwickelten Märkte einigen Anlegern nach wie vor Sorgen, da sich die regulatorische Unsicherheit auf den Wert von Kryptowährungen auswirken könnte.

Start-ups als Vorreiter

Start-ups werden zu einem wichtigen Akteur im Streben nach globaler Krypto-Adoption. Sie werden zum neuen Gesicht der Branche, und es werden große Summen in Bitcoin und Co. investiert.

In Kryptowährungen wurde in letzter Zeit viel investiert: Im ersten Quartal 2022 wurden über 5 Milliarden Dollar investiert. Das ist eine Verdoppelung gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Trotz der Besorgnis über die hohen Unternehmensbewertungen und die globale Marktangst fließt weiterhin Geld in den Kryptowährungsmarkt.

 

Anleger-Institut verleiht kapitalistische Auszeichnung an Professor Erich Weede

Gestern hat Prof. Dr. Erich Weede die Roland-Baader-Auszeichnung des Institut für Austrian Asset Management (IfAAM) aus Hamburg für sein Lebenswerk erhalten. Der kapitalismusfreundliche Soziologe und Friedensforscher betont in der Rede zu seiner Preisverleihung die Bedeutung von Demokratie, freien Märkten und Eigentum für die rationale Entscheidungsfindung und Verteilung von Ressourcen im Alltag. Dies sieht er als Gegensatz zu willkürlicher Umverteilung durch Enteignung und Zwang sozialistischer und kommunistischer Systeme. Die Preisverleihung konnte als Ersatz für ein physisches Treffen – das wegen der politischen Corona-Maßnahmen verbotenen wurde – als Video auf Facebook live mitverfolgt werden. Das komplette Video der Preisverleihung steht online auch weiterhin zur Verfügung.

Sponsor der Auszeichung: Institut für Austrian Asset Management

Das Institut für Austrian Asset Management unter Leitung des Hamburger Diplom-Volkswirtes Steffen Krug berät Anleger zu Investitionsmethoden nach der Österreichischen Schule der Ökonomie. Berühmtester Vertreter dieser Schule ist der Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek. Laudator der aktuellen Roland-Baader-Preisverleihung an Professor Weede war trefflicher Weise Professor Dr. Gerd Habermann, Initiator und geschäftsführender Vorstand der gemeinnützigen Friedrich August von Hayek-Gesellschaft e. V. Roland Baader selbst, nach dem die verliehene Auszeichnung benannt ist, war Volkswirt, Schüler Hayek und wurde durch seine pro-kapitalistische Populär-Literatur bekannt. Eines seiner bekanntesten Bücher ist “Geld, Gold und Gottspieler“, das von Star-Torwart und Fußball-Legende Oliver Kahn empfohlen wurde.

Konjunktur- und Krisentheorie der Austrian School of Economics

Diese Schule sieht in dem künstlichen Herabdrücken des Zinssatzes durch die Banken in Zusammenschluss mit der Zentralbank durch das Schaffen beliebiger Mengen Geld, eine Krisenursache und Ursache für extreme Konjunkturzyklen. Kommt es durch die Politik des billigen Geldes irgendwann zur starker Inflation, kann die Politik des billigen Geldes nicht mehr aufrechterhalten werden. Vom billigen Geld abhängige Investitionen, Firmen, Staaten und Banken, brechen dann zusammen. Darauf, wie man in solchen Momenten als Anleger Geld gewinnen statt verlieren kann, behandelt die österreichische Investitionstheorie, der auch das IfAAM zu folgen versucht. Auch aktuell befinden wir uns wieder in Zeiten sehr hoher Inflation, die auf eine bevorstehende Krise hindeutet.

Professor Erich Weede ebenfalls Verfechter der Austrian Economics

Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Erich Weede ist ebenfalls ein profunder Kenner und Vertreter der österreichischen Schule der Ökonomie (Austrian School of Economics). Diese Denkrichtung heißt so, weil ihre ersten Vertreter aus Österreich kamen. Der erste Vertreter ist Carl Menger, der in u. a. seinem Buch Grundsätze der Volkswirtschaftslehre die subjektivistische Nutzenlehre und Grenznutzentheorie entwickelte, wie sie heute in der Mikroökonomie Standard ist. Weitere berühmte Vertreter sind der bereits erwähnte Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek sowie sein Lehrer Ludwig von Mises. 

Weede kritisiert wie seine Vorläufer Politik des billigen Geldes

Mises kann man auch in Bezug auf die anhaltende Null-Zins-Kredit-Ausweitung der Europäischen Zentralbank trotz Rekord-Inflation und Verzwölffachung der Basis-Geldmenge seit Euro-Einführung vortrefflich zitieren: „Es gibt keine Möglichkeit, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu verhindern, der durch Kreditexpansion erzeugt worden ist. Die einzige Alternative lautet: Entweder die Krise entsteht früher durch die freiwillige Beendigung der Kreditexpansion – oder sie entsteht später als finale und totale Katastrophe für das betreffende Währungssystem.“ Wie einst Mises, setzt sich auch Erich Weede für einen nachhaltigeren Kapitalismus ohne Ressourcen-Verschwendung und Ersparnis-Vernichtung durch über Staatsgeld-Inflation angeregte Investitionsblasen ein: So z. B. in seiner Rede “Zivilcourage und freies Marktgeld“.

FTX gründet 2 Milliarden Dollar Venture-Fund

FTX Venture

FTX, das seit langem zusammen mit seinem Schwesterunternehmen Alameda Investitionen tätigt, sagte in einer Pressemitteilung, dass FTX Ventures darauf abzielt, die globale Einführung von Blockchain und Web3 mit einem breiten Investitionsmandat in den Bereichen Soziales, Gaming, Fintech, Software und Gesundheitswesen voranzutreiben.

FTX hat 2 Milliarden US-Dollar für den Venture-Fonds bereitgestellt. Es hat auch Amy Wu, eine ehemalige Partnerin der 10-Milliarden-Dollar-Venture-Capital-Firma Lightspeed, mit der Leitung der neuen Geschäftseinheit und des Fonds beauftragt.

In einem Interview mit The Block sagte Wu, dass der Fonds strategische, konzentrierte Wetten auf Unternehmen auf dem Kryptomarkt eingehen wird.

Es sei nicht unbedingt an die Strategie von FTX gebunden. Das Ziel sei eher, die Einführung der Blockchain-Technologie zu beschleunigen.

Außerdem fügte sie hinzu, dass der Mehrwert bekannt werden sollten, indem die Ressourcen, das Know-how und das globale Netzwerk von FTX genutzt werden soll.

FTX Chart

Venutres im Kryptomarkt

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen im Krypto-Bereich Risikokapital-ähnliche Wetten eingehen. Coinbase hat 2018 eine eigene Venture-Operation gegründet und mit Geld aus seiner eigenen Bilanz in Hunderte von Krypto-Startups in der Frühphase investiert. Vor kurzem stellte der NFT-Infrastrukturanbieter Alchemy Ende letzten Jahres seinen Venture-Arm vor.

Etwas mehr als 1.700 Venture-Capital-Deals mit Schwerpunkt auf dem Krypto-Bereich fanden im Jahr 2021 statt und brachten diesen Start-ups, Projekten und Protokollen eine Finanzierung von rund 25,1 Milliarden US-Dollar ein. Mehrere Venture-Firmen, darunter Paradigm und a16z, haben letztes Jahr neue Multi-Milliarden-Venture-Fonds aufgelegt.

Dollar-Illiquidität? Ignorierter Funke der nächsten Krise

Und diese Jahre sind inzwischen gekommen.

In einer Welt, die von gedruckten Währungen und expandierenden Geldangeboten regelrecht geflutet ist, sollte eine Dollar-Illiquidität eigentlich kaum vorstellbar sein.

 

Chart

 

Allerdings stimmen meine damaligen Warnungen mit den heutigen Entwicklungen überein: Die Federal Reserve wird deutlich mehr Geld drucken müssen!

Mit anderen Worten: Die heutigen Falken werden wieder einmal die Tauben von morgen sein.

Warum?

Weil es damals wie heute einfach nicht genügend liquide Dollars gibt, um die fantastische Bandbreite an nuancierter wie komplexer Dollar-Nachfrage zu bedienen. In den USA selbst als auch an den globalen Märkten.

Erstes Beben: 2019 – der Repo-Markt kriselt

Egon von Greyerz und ich haben häufig auf Folgendes hingewiesen: Die ersten deutliche Hinweise auf derartige Gefahren am geldarmen (d.h. illiquiden) Repo-Markt zeigten sich im September 2019.

Im Grunde war es ein neonfarbenes Blinksignal, das langfristig Probleme ankündigte. Und es hatte nichts mit COVID zu tun…

Im Herbst 2019 hatten sich informierte Investoren durch die Berge an konfusen Details und Störgeräuschen zu einer Panik gewühlt, die im September am US-Repo-Markt stattgefunden hatte, also an einem Markt, der ansonsten ein offenes Betrugsprogramm war [weil z.B. Privatbanken die Einlagen staatlich gegründeter Finanzdienstleistungsunternehmen (Government Sponsored Entities, GSE) hebeln und dafür garantierte Auszahlungen von Vater Staat bekommen, für die wiederum der US-Steuerzahler aufkommt].

Trotz aller Störgeräusche, und ungeachtet der Tatsache, dass diese Krise von den ansonsten Teenager-schlauen Finanzleitmedien komplett ignoriert (und auch vorsätzlich heruntergespielt) wurde, ging es bei der ganzen Repo-Angelegenheit schlicht und ergreifend um Folgendes: Die verfügbaren Dollars reichten nicht mehr aus, um weiterhin alles (d.h. auch die Banken) am Laufen zu halten.

In Reaktion darauf druckte die damalige Federal Reserve (von 2019) mehr Dollars und flutete die betreffenden Repo-Schächte mittels einer 1,5-Billionen $ starken Roll-Over-Fazilität.

Und das war erst der Anfang…

Unterm Strich gilt zumindest: Es gibt nichts, was sich nicht vorübergehend mit einem Gelddrucker lösen ließe.

Leider war diese klaffende Wunde im Repo-Markt kein Einzelereignis, sondern vielmehr Symptom eines deutlich größeren und systemischen Problems, das auch für die Krise von 2008 verantwortlich gewesen war: nicht ausreichende Dollarmengen.

Schlimmer noch: Auch in der nächsten Finanzkrise wird diese Dollar-Illiquidität der Schlüsselfaktor sein.

Zweites Beben: Der verkannte Eurodollar-Markt

Diese durchsickernde Liquiditätskrise hat viel mit dem Eurodollar-Markt zu tun, einem wenig beachteten, kleinen Winkel der globalen Finanzsinkgrube, den kaum ein Investor wirklich versteht.

Denn schließlich gelten die Federal Reserve und das US-Finanzministerium weiterhin als die offiziellen Hüter des US-Geldangebots.

Viele Investoren sind immer noch der Annahme, dass diese Institutionen wissen, was sie tun und dass sie „Kontrolle“ über ihre Angelegenheiten haben.

Wenn das bloß stimmen würde…

In Wahrheit ist die Federal Reserve in Fragen der US-Dollarliquidität zunehmend dysfunktional und in die Enge gedrängt.

Warum?

Weil die Fed tatsächlich nicht das Angebot an US-Dollars kontrolliert; größere Macht haben hier die von den Medien ignorierten Eurodollar-Märkte.

DIE tickende Zeitbombe

So gut wie niemand versteht dieses Eurodollar-“Ding“. Kaum jemand hat es auf dem Schirm, und dennoch ist es eine tickende Zeitbombe.

Was also ist diese tickende Zeitbombe, mit der sich fast niemand öffentlich beschäftigt?

Welches stille Gift lauert unter unserem nationalen und globalen Marktsystem, das niemand im Eccles Building, dem Weißen Haus oder dem US-Finanzministerium bespricht oder gar in seiner ganzen Tragweite versteht?

Wie das Eurodollar-System in aller Stille die US- und Weltmärkte zerstört

Einfach ausgedrückt, ist ein Eurodollar nur ein US-Dollar, der irgendwo (und nicht allein in der Eurozone) außerhalb der USA deponiert ist.

Soweit so einfach.

In diesem Sinne vergeben also ausländische Banken (d.h. keine US-Banken) wie SocGen oder Deutsche Bank einfache, saubere und direkte Darlehen an ausländische Unternehmen; die Darlehen sind in besagten „Euro“-Dollars denominiert, sprich US-Dollars, die im Ausland gehalten werden.

Allerdings bleibt nichts, was Großbanken tun, sehr lange einfach, sauber oder direkt.

Banker können einfach nicht anders, wenn es um Hebel, kurzfristige Profite und langfristige Verzerrungen geht. Und auf den Eurodollar trifft das ganz besonders zu.

Verzerrungen: eine kurze historische Einordnung

In der Tat fließen schon seit Mitte der 1950er Jahren verstärkt Eurodollars um die Welt.

Allerdings erfinden Banken (und Banker) ständige neue clevere Methoden, um einfache Eurodollar-Transaktionen komplexer zu gestalten. Denn hinter gewollter Eurodollar-Komplexität lassen sich recht einfach die verschiedensten Formen gierbefriedigender und vermögengenerierender Systeme verbergen.

Das heißt insbesondere: Anstatt im Ausland die US-Dollars (sprich Eurodollars) zur einfachen, sauberen und direkten Kreditvergabe einzusetzen – welche sich in den Aktiva/Passiva-Bilanzspalten ausländischer Banken auch leicht nachvollziehen und regulieren lässt –, üben sich diese ausländischen Banker seit einigen Jahrzehnten in einem immer kreativeren Umgang mit ihren Eurodollars. Und kreativer heißt hier nur: immer toxischer und immer unkontrollierter.

Anstatt die Eurodollars nur zur direkten Kreditvergabe von Bank „X“ an Gläubiger „Y“ einzusetzen, nutzen ausländische Finanzgruppen den Eurodollar verstärkt in komplexen Kreditgeschäften im Interbankenmarkt, bei großangelegten Geschäften mit Swaps und Terminkontrakten sowie bei gehebelten Derivatetransaktionen.

Auf den Punkt gebracht, bedeutet das wieder: Hier ist noch mehr Derivategift im Spiel (und auch extremes Bankenrisiko).

Fed verliert Kontrolle über den eigenen Dollar

Diese erschlagend komplexen Eurodollar-Transaktionen haben wie extreme Dollar-Multiplikatoren gewirkt, die sich außerhalb der Reichweite oder Kontrolle von Aufsichtsbehörden wie der Federal Reserve befinden und im Grunde heute als unendlich großes, gehebeltes Vielfaches weiterexistieren.

Als US-Banken wie Bear Sterns oder Lehman Brothers, um zwei Beispiele zu nennen, damals US-Dollars im Verhältnis von 60:1 im Landminensektor für Subprime-Derivate hebelten, gab es ein Problem.

Ein großes Problem. Sie erinnern sich?

Leider müssen wir heute mitansehen (auch wenn die Medien es ignorieren), dass im unregulierten Eurodollar-Markt US-Dollar-Hebelverhältnisse herrschen, die viel, viel, viel höher sind. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet erscheint Bear Stearns von 2008 dagegen leider wie ein Kinderspiel.

Unterm Strich heißt das grundsätzlich nur Folgendes: Die tatsächlichen US-Dollarmengen, die in ausländischen Eurodollar-Schattenbankentransaktionen existieren, übersteigen jene Mengen, mit denen die Federal Reserve rechnet, in absolut inakzeptabler Weise. Und noch wichtiger: Hier geht es um US-Dollarmengen, die völlig inakzeptabel über dem liegen, was selbst die Fed noch kontrollieren kann.

Wie kann es überhaupt eine Dollar-Knappheit geben?

Moment mal, wird der Leser jetzt vielleicht einwenden: Matt, eben warnst du noch davor, dass es nicht genügend Dollars gibt, und dann sagst du, dass die umlaufenden Dollarmengen durch solche Eurodollar-Systeme dramatisch angewachsen (d.h. gehebelt worden) sind.

Wie kommt das jetzt?

Ok, ich werde es jetzt erklären!

Also: Auch wenn die Vielzahl komplexer Derivate-Geschäfte in Eurodollar dessen Gesamtmenge erhöht, so ist diese Menge zugleich in derart facettenreicher illiquider Konfusion zerlegt und gebunden, dass die tatsächlich umlaufende Dollarmenge letztendlich sogar deutlich niedriger ausfällt.

Verrückt aber wahr.

Während Powell in den USA mit Zinssatzanpassungen, erhöhter Geldschöpfung oder Tapering herumdoktert, um anscheinend Menge und Preis des US-Dollars „kontrollieren“ zu wollen, kämpft er hier praktisch gegen Windmühlen – oder spielt Schach, während Rom brennt.

Aktuell treiben (und blockieren) im überkomplexen internationalen Banken- und Eurodollar-Derivatesystem unkontrollierbare/ unregulierte US-Dollar-Verbindlichkeiten in Billionenhöhe.

Leider ist dieses System derart vernetzt und verflochten sowie komplexitätstheoretisch unzugänglich, dass die Lösung dieses Eurodollar-Finanzknotens mit all seinen Gegenparteikomplexitäten der Lösung der Knoten von 1.000.000.000 Fliegenfischern gleichzeitig entspräche.

Mit anderen Worten: ein Ding der Unmöglichkeit.

Da nun so viele US-Dollars (die als „Eurodollars“ unterwegs sein sollten) in zahllosen unregulierten Bankenprogrammen und Derivateinstrumenten feststecken, ist auch die Gesamtmenge an überhaupt verfügbaren US-Dollar zum Teil untrennbar fest in all diese toxischen „Knoten“ eingebunden.

Folglich sind einfach weniger Dollars verfügbar für ihren Einsatz (also auch Notfalleinsatz) in den überhebelten/ hochriskanten Märkten von heute. Und vornehme Leute bezeichnen das gerne auch als „Liquiditätsproblem“.

Auch wenn die Subprime-Hypotheken als Verursacher der Großen Finanzkrise von 2008 zu recht im Zentrum der Aufmerksamkeit standen, hier ein kleines Geheimnis direkt aus dem Inneren der Wall Street:

Die Subprime-Instrumente waren quasi der „Patient Null“ des 2008er Desasters. Der echte Killer von 2008 war aber die Dollar-Illiquidität. Denn große Teile dieser Liquidität hingen einfach in den gordischen Eurodollar-Knoten fest, welche aber kaum jemand versteht, diskutiert oder zu kontrollieren weiß.

Kurz: Auch heute gibt es eine ähnliche tickende Zeitbombe. Eine Eurodollar-Zeitbombe.

Die Eurodollar-Liquiditätskrise entschärfen?

Wie lässt sich diese ignorierte und verkannte Zeitbombe jetzt aber entschärfen?

Nun, selbst der Großvater der Verschuldung, John Maynard Keynes hatte dahingehend 1944 gewarnt, 2011 dann der Chef der chinesischen Zentralbank, im Sommer 2019 schließlich auch Mark Carney, Vorstand der Bank of England, während eines Treffens im kleinen Fed-Rückzugsort für Banker in Jackson Hole.

Doch welche Option hatte der Chef der englischen Zentralbank vorzuschlagen?

Ganz einfach: Wir müssen den US-Dollar als Weltreservewährung durch eine neutrale, elektronische Währung ersetzen, so dass internationale Zahlungen mithilfe eines neuen, frei schwankenden Systems, welches den Dollar ersetzt, abgewickelt werden können.

Das sind keine kleinen Fische. Und trotzdem machte es nie Schlagzeilen. Ein Hammerding, oder?

Die traurige aber verborgene, ansonsten jedoch nicht zu leugnende Tatsache ist, dass sich der US-Dollar schon nicht mehr unter der Kontrolle der zunehmenden ahnungslosen Federal Reserve befindet.

Jede Krise ist eine Liquiditätskrise

Wenn sich das Angebot an Dollars verknappt/ schrumpft, folgt stets und immer eine Krise, denn jede Marktkrise ist, im Kern, eine Liquiditätskrise.

Noch einmal: Während der kleinen Repo-Panik im September 2019 haben wir einen kurzen Vorgeschmack auf diese Dollarknappheit bekommen.

Doch all das war nur Geplänkel im Vergleich zu dem, was frühere Krisen, man denke an 2008, im Rahmen von Dollar-Illiquidität mit den Märkten anrichten konnten und auch wieder können. Damals 2008 litten unsere Märkte unter einer US-Dollarknappheit im Umfang von 2 Billionen (!) $ (alias „Finanzierungslücke“).

Wie wurde diese „Lücke“ gefüllt?

Sie haben es geahnt: durch globale Geldschöpfung außer Rand und Band.

Mit Blick auf die Zukunft, und rückblickend auf die jüngsten (absolut heruntergespielten) Beben im barmittelarmen Repo-Markt, rüsten sich die Insider in Washington und Wall Street für weitere Dollar-Illiquiditätskrisen – also große Marktdesaster, die von „Finanzierungslücken“ (alias Mangel an genügend Dollars) angetrieben werden.

Auch die Fed weiß das – ein klein wenig zumindest. Sie ist jedenfalls heute nicht in der Position, den US-Dollar aus seiner Weltwährungsfunktion zu entlassen.

Das braucht Jahre, allerdings hat der IWF praktisch schon durchblicken lassen, dass es kommen wird.

In der Zwischenzeit bedeutet das, dass der Fed, wenn die nächste Dollar-Liquiditätskrise unsere Märkte und Ökonomien in einen weiteren Abgrund stürzt, aktuell nur ein Werkzeug zur Verfügung steht: verzweifelte und im letzten Moment kommende Geldschöpfung – ihren Ankündigungen geldpolitischer Straffungsmaßnahmen für Anfang 2022 (!) zu Trotz.

Längerfristig wird derartige, unausweichliche Geldschöpfung gut für Gold sein.

Hab ich doch gesagt…

In den Jahren 2019 und 2020 hatte ich davor gewarnt. Ich hatte gewarnt, dass aufgrund massiver Dollar-Illiquidität auch massive, unvorstellbare Geldschöpfung sowie eindeutige Schuldenmonetisierung kommen werden.

Falls Sie mir nicht glauben, dann schauen Sie sich diese erneut veröffentlichte Ad-Hoc-Warnung, die ich im März 2020 abgegeben hatte, hier an.

Seit dieser Warnung hat sich die Bilanzsumme der Federal Reserve mehr als verdoppelt.

Fakten sind wirklich hartnäckige Dinge, nicht?

Investieren im neuen Anormalzustand

Diese Maßnahmen haben natürlich überhaupt nichts mit Kapitalismus oder freien Märkten zu tun.

Zentral- und Geschäftsbanken haben jenen alten Werten und Systemen den Abschiedskuss zugeworfen.

Wir leben, investieren und traden heute in einem zentralisierten Markt, in dem Zentralbanken weiter die Macht über das US-Dollarangebot in den ausländischen Eurodollar-Schattenbankensystemen verlieren und verloren haben. Die hier zugrundliegenden Risiken, Gefahren und Extreme werden – hinsichtlich Verflechtung, Hebelwirkung, Illiquidität und Komplexität – nur von einer Handvoll von Insidern verstanden; ihre vollständige Aufdröselung würde hunderte Seiten zusätzlich in Anspruch nehmen.

Was SIE aus all dieser Komplexität für sich mitnehmen sollten, ist recht simpel: Normale Konjunkturzyklen sind jetzt ausgestorben. Sie wurden durch Liquiditätszyklen der Zentralbanken ersetzt, welche letztendlich auch die Währungen zerstören.

Natürliche Kräfte von Angebot und Nachfrage, auch beim Dollar, wurden durch Geldschöpfung der Zentralbanken ersetzt.

Zukünftig werden immer mehr Dollars gedruckt werden – und zwar nicht, weil wir das „einfach denken“, sondern schlicht und ergreifend weil es buchstäblich keine andere Möglichkeit mehr gibt, um dieses völlig zum-Scheitern-manipulierte System überhaupt noch am Laufen zu halten.

Hinsichtlich Marktvolatilität aber auch Sicherheit und Vermehrung Ihres Geldes in einem solch toxischen wie komplexen Umfeld müssen wir zugeben, dass es immer schwieriger geworden ist, auf alte Vorhersagestandards für Marktrisiken oder gar für das Timing von Marktrezessionen zu vertrauen, um einen sinnstiftenden Eindruck jener Twilight Zone zu bekommen, in die unsere Kapitalmärkte eingetreten sind.

Das ist Neuland für uns alle.

Das aktuelle Umfeld – Überheblichkeit der Falken

Falls Sie sich wundern, warum der US-Dollar trotz wahnsinniger Mausklick-Geldschöpfung und allgemeinem Geldangebotswachstum gestiegen ist (relativ, und in Abgrenzung zu seiner Kaufkraft)…es ist nicht kompliziert: Diese Dollars sind in einem derivatebasierten Eurodollar-Knotenknäuel gebunden.

Sind liquide Dollars nicht ausreichend verfügbar, ist die Dollarnachfrage hoch, folglich steigt auch der Dollarkurs.

Nationen mit US $-Schulden fällt es selbstverständlich immer schwerer, Dollars zur Finanzierung der eigenen Dollarschulden aufzutreiben; das erklärt auch den Einbruch der türkischen Lira, die allein im November gegenüber dem USD um 30 % fiel.

In dieser verzerrten, dollarhungrigen Finanzlandschaft zeigen sich weitere Risse und auch Signale – zum Beispiel die derzeitige und kommende Volatilität.

Die jüngsten Ausschläge im S&P 500 (schlimmstes Quartal seit 2011) aber auch der absolut synchron zu dieser Wall-Street-Verkaufwelle verlaufende BTC-Einbruch um 20 %ige sind offensichtliche Beispiele aber auch Vorzeichen für kommende Verwerfungen, trotz aller pathetischen Ausrufe eines Jim Cramers (vom 9. Dezember), der meinte, die USA hätten heute „die stärkste Wirtschaft überhaupt“, sie sei gar ein „ansehnliches Wunder“.

Wahrscheinlich bezog sich der arme Cramer dabei auf die positiven BIP-Schätzungen der Atlanta-Fed für das 4. Quartal.

Anheizer wie Cramer übersehen dabei gerne das Abflachen der US-Ertragskurve, die nahelegt, dass der Anleihemarkt den Eindruck hat, dass noch mehr Stärke vorläufig nicht drin ist.

Das zukünftige Umfeld – Die Tauben kommen (und die Plagen)

Während die Dollar-Illiquidität steigt und die Pandemiezuschüsse auslaufen, hält die Fed hartnäckig an ihrem strengen Plan zur Straffung der Liquiditätszufuhr (tapering) ab 2022 fest, womit sie Öl ins Risikoanlagenfeuer kippt, die Fiskalklippe anheizt und so gut wie jede Anlageklasse, außer US $, US-Staatsanleihen und den VIX-Handel, abwürgt.

Angesichts einer Schuldenstandsquote von 122 % ist aber jede Hoffnung auf nachhaltiges BIP-Wachstum und Abbau der US-Schulden – in diesem Umfeld und ohne damit Markteinbrüche auszulösen – reine Fantasie.

Oder anders gesagt: tick tack, tick tack…

Kurzum: Sollten die geldpolitischen Straffungsvorhaben auf die zuvor erwähnte (aber verborgene) Dollar-Illiquidität treffen, können Sie sich auf ein extrem holpriges und unangenehmes Jahr 2022 gefasst machen – und folglich auch auf eine plötzliche Kehrtwende bei der derzeit noch strengen Haltung der Federal Reserve.

Wenn die Tauben zurückkehren und mit ihnen die Extremgeldschöpfung (folglich auch Währungsentwertung), wird Gold, wie immer, schon zur Stelle sein, um das letzte Wort zu haben.

 

www.goldswitzerland.com

EZB-Umfrage – Banken wollen Zügel bei Firmenkrediten etwas anziehen

Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter 146 Finanzinstituten hervor. Zugleich bestätigten sie damit, dass sie das Kreditrisiko insgesamt als ausgewogen einschätzten. Im abgelaufenen Sommer-Quartal haben die Geldhäuser ihre internen Leitlinien zur Kreditvergabe an Unternehmen noch weitgehend stabil gehalten. Die Firmen haben zugleich etwas mehr Darlehen nachgefragt. Für das laufende vierte Quartal wird mit einer weiteren Belebung des Kreditgeschäfts gerechnet.

An der EZB-Umfrage nahmen auch 34 Banken in Deutschland teil. Wie die Bundesbank mitteilte, verschärften die hierzulande befragten Geldhäuser im dritten Quartal per saldo ihre Richtlinien für die Gewährung von Unternehmens- und Wohnungsbaukrediten geringfügig. Die Standards für Konsumenten- und sonstige Kredite wurden hingegen marginal gelockert. Zugleich stieg die Nachfrage nach Unternehmenskrediten im Sommer auch in Deutschland weiter an. Doch blieb sie deutlich hinter den Erwartungen der Banken aus dem Vorquartal zurück. Dies könnte laut der Bundesbank darauf hindeuten, dass die Unternehmen über ausreichend Liquidität – etwa aus Fördermitteln – verfügen: “Andererseits dürften die Lieferengpässe Produktionsausweitungen und Investitionen hemmen.”

Die EZB befragt Finanzinstitute im Euro-Raum vier Mal pro Jahr zu den Kreditgeschäften. Die Erkenntnisse aus diesem im Fachjargon als “Bank Lending Survey” (BLS) bekannten Bericht nutzt sie für die Gestaltung ihrer derzeit sehr lockeren Geldpolitik. Erklärtes Ziel der EZB ist es, ein günstiges Finanzierungsumfeld für die Wirtschaft während der Corona-Pandemie zu gewährleisten. Das Thema dürfte auch auf der Zinssitzung am Donnerstag wieder zur Sprache kommen, die als Zwischenschritt hin zu einer Entscheidung über die Zukunft des Notfall-Coronaprogramms PEPP gilt.

Diese steht auf der EZB-Ratssitzung Mitte Dezember an. Das PEPP-Programm soll bis mindestens Ende März 2022 laufen. Viele Experten gehen davon aus, dass die EZB ihre Anleihenkäufe danach nicht komplett einstellt, sondern ihr aktuell kleineres Kaufprogramm APP in der einen oder anderen Form weiterführen wird. Laut Bundesbank trugen die Ankaufprogramme APP und PEPP in den vergangenen sechs Monaten zu einer Verbesserung der Liquiditätsposition der deutschen Geschäftsbanken und ihrer Finanzierungsbedingungen am Markt bei.

 

Bundesbank ermuntert Firmen zu Kooperation mit privaten Investoren

“Um Innovationen zu entwickeln, zur Marktreife zu bringen, beziehungsweise zu skalieren, braucht es zunehmend risikobereite Investoren”, sagte Bundesbank-Vorständin Sabine Mauderer laut Redetext am Montag. “Die Liebe des deutschen Mittelstands zum Kapitalmarkt ist noch nicht entfacht.” Es sei an der Zeit, den bisherigen Finanzierungsmix auf den Prüfstand zu stellen.

Bislang verließen sich Unternehmen bei Investitionen oft auf klassische Bankkredite. In den USA und Asien würde viel mehr über die Kapitalmärkte finanziert als in Deutschland, sagte Mauderer. Die hiesigen Mittelständler dürften Risikokapitalgeber und andere Akteure an den Kapitalmärkten nicht unterschätzen. Auch Beteiligungsfinanzierungen sollten stärker in den Fokus rücken als klassische Kreditfinanzierungen. Laut Studien scheine der volkswirtschaftliche CO2-Fußabdruck schneller zu schrumpfen, wo mehr Eigenkapitalfinanzierungen als Bankfinanzierungen zur Verfügung stünden, erläuterte die Bundesbank-Vorständin.

Künftig könnte es für Unternehmen schwieriger werden, die traditionellen Bankdarlehen zu bekommen, machte Mauderer klar. “Die Banken werden künftig noch genauer hinschauen, welchen Klimarisiken ihre Unternehmenskunden ausgesetzt sind.” Das liege auch daran, dass die Finanzaufsicht verstärkt die Klimarisiken in Augenschein nimmt, die Banken in ihren Bilanzen haben. Für Mittelständler bedeute das im Umkehrschluss, dass sie ihre eigenen Klimarisiken kennen und sie reduzieren sollten.

 

IWF – Weltweite Verschuldung stabilisiert sich unweit von Rekordwerten

Im Gegenteil: Die Schuldenquote dürfte sich relativ schnell stabilisieren, allerdings in der Nähe ihrer zuletzt erzielten Höchststände. Für die gesamte Welt prognostizierte der IWF am Mittwoch einen Wert von 97,8 Prozent im Verhältnis zur globalen Wirtschaftsleistung. Im Corona-Jahr war die Schuldenquote auf 98,6 (2019: 83,6) Prozent geklettert. 2022 bis 2026 dürften die Werte dann bei 97 Prozent oder leicht darunter liegen.

Riesige Geldspritzen der Notenbanken und Regierungen hatten im vergangenen Jahr einen noch stärkeren Einbruch der Konjunktur verhindert und helfen nun, die Erholung von der Corona-Krise anzuschieben. Vor allem reichere Staaten hätten ihre Volkswirtschaften stärker stabilisieren können als Schwellen- und Entwicklungsländer, so der IWF. In den Industriestaaten würden Unternehmen und Haushalte weiterhin Hilfen bekommen.

Sie würden jetzt aber allmählich umgesteuert – hin zu mehr Investitionen, etwa in Digitalisierung und Klimaschutz. “Die riesigen Fiskalpakete der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten könnten zwischen 2021 und 2026 zusammen zusätzlich 4,6 Billionen Dollar zur weltweiten Wirtschaftsleistung hinzufügen.”

In Schnitt der Länder werden die Haushaltsdefizite in diesem Jahr laut IWF um rund zwei Prozentpunkte kleiner ausfallen. Sie lägen aber noch deutlich über den Werten, die vor der Corona-Pandemie üblich gewesen seien. Dies gelte vor allem für Industriestaaten. “Die Defizite dürften 2022 um weitere drei Prozentpunkte zurückgehen.” Bis 2026 sollten dann Werte von vor der Krise wieder erreicht werden.

 

EZB-Direktorin warnt vor neuen Risiken durch Schattenbanken

Solche Gesellschaften hätten in ihren Bilanzen erhebliche Liquiditäts- und Kreditrisiken angehäuft, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag auf einem virtuellen Ökonomen-Kongress laut Redetext. Eine solche erhöhte Risikobereitschaft ist Schnabel zufolge aber gefährlich. In einem Abschwung seien diese Gesellschaften dann womöglich weniger in der Lage, Verluste zu verkraften. Das könne dann auch die Geldpolitik beeinträchtigen.

Schnabel zufolge sollte dieser Entwicklung auch in der Regulierung Rechnung getragen werden. “Die gegenwärtige Aufsichtslandschaft muss die Tatsache besser widerspiegeln, dass die Kreditvermittlung zunehmend außerhalb des Bankensektors stattfindet”, mahnte Schnabel. Der sogenannte Schattenbanken-Sektor ist seit der Finanzkrise 2008 weltweit kräftig gewachsen. Unter anderem Hedge-, Geldmarkt- und Investmentfonds zählen dazu, die etwa im risikoreichen Geschäft mit hochverzinslichen Krediten eine immer stärkere Bedeutung haben. Kritiker fordern schon seit längerem, diesen Sektor stärker zu regulieren.

 

Ferienflieger Condor gewinnt mit Attestor neuen Eigentümer

Er bringe 200 Millionen Euro frisches Eigenkapital ein und habe sich zu weiteren 250 Millionen Euro Eigenkapital zur Modernisierung der Condor-Langstreckenflotte verpflichtet. “Condor ist eine starke Marke mit einem bewährten Geschäftsmodell in einem attraktiven Markt”, erklärte Attestor-Gründer und -Inhaber Jan-Christoph Peters. “Mit unserem Investment schaffen wir nicht nur die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart, sondern auch für die langfristige Weiterentwicklung der Condor zum führenden europäischen Ferienflieger.”

Condor war durch die Pleite seines Mutterkonzerns Thomas Cook schon vor der Corona-Krise in Existenznot geraten. Der Lufthansa-Konkurrent hält sich wie diese mit staatlicher Finanzhilfe in der Luft.

 

Deutscher Online-Broker Trade Republic fünf Mrd Dollar wert

900 Millionen Dollar seien bei Investoren eingesammelt worden, teilte das in Berlin ansässige Unternehmen am Donnerstag mit. Der US-Wagniskapitalgeber Sequoia – bekannt durch Beteiligungen an Apple, Google und dem schwedischen Bezahldienst Klarna – führte die Finanzierungsrunde mit seiner bisher größten Geldspritze in ein europäisches Startup an. “Das ehrt uns”, sagte Firmengründer Christian Hecker der Nachrichtenagentur Reuters. Das frische Kapital will Hecker unter anderem in die europäische Expansion stecken. “Wir wollen in den nächsten zwei Jahren überall in der Euro-Zone vertreten sein”, sagte er.

Bisher zählt Trade Republic eine Million Kunden in Deutschland, Österreich und Frankreich und verwaltet ein Vermögen von sechs Milliarden Euro. Das Unternehmen wurde 2015 gegründet, ist aber erst seit zwei Jahren am Markt aktiv. “Wir sind der einzige Online-Broker in Europa mit Banklizenz, der zudem über eine eigene Technologie verfügt”, sagte Hecker und sieht darin auch einen Hauptgrund für das große Investoreninteresse. Neben Sequoia beteiligten sich TCV und Thrive Capital sowie die Bestandsinvestoren Accel, Creandum, Founders Fund und Project A an der inzwischen dritten Finanzierungsrunde.

KEIN BÖRSENGANG IN SICHT

Die Bewertung von nunmehr rund fünf Milliarden Dollar ist laut Hecker kein Grund, den Gang auf das Parkett in das Visier zu nehmen. “Ein Börsengang ist am Horizont nicht erkennbar”, sagte der Firmengründer, der mit Hilfe der Kapitalspritze auch das Produktportfolio ausbauen will. Aktuell bietet Trade Republic provisionsfrei ETF- und Aktiensparpläne an und ermöglicht Anlagen in Kryptowährungen. “Die Demokratisierung der Finanzmärkte ist eines der zentralen Themen der nächsten zehn Jahre”, sagte Sequoia-Partner Doug Leone. Trade Republic stehe an der Spitze dieser Entwicklung in Europa und spreche eine ganze Generation von europäischen Sparern an.

Jüngst hatte der Börsen-Hype um den US-Videospielehändler GameStop auch bei Trade Republic für mediale Schlagzeilen gesorgt. Kleinanleger hatten mit konzertierten Käufen Hedgefonds dazu gezwungen, ihre Wetten auf einen Kursverfall der Papiere aufzulösen. Dies bescherte der Aktie zeitweise astronomische Kursgewinne. Im Mittelpunkt des Geschehens stand der Trade-Republic-Konkurrent Robinhood aus den USA. Das Geschäft von Trade Republic sei “in keinster Weise” beeinflusst worden, sagte Hecker. “Der Großteil unserer Kunden investiert im Rahmen einer Sparanlage.”