Gold mit Wochenplus nach Flash-Crash – 50 Jahre Fiat-Money – Analyse zu Gold

Der Silbermarkt war zuletzt sogar so schwach, dass sich die großen vier Händler an der COMEX in dem Abverkauf auf 22 US-Dollar vom 9. August mit 20 Tagen der Weltproduktion eindecken konnten, ohne den Silberpreis dabei wieder über den Widerstand bei 23,80 US-Dollar zu drücken.

Zuletzt war die Shortposition der „BIG 4“ Anfang 2019 so niedrig, als der Silberpreis bei 14 US-Dollar gehandelt wurde. In der Regel geht ein starker Rückgang dieser Shortposition mit einem Tief und dem Ende einer Korrektur einher, weshalb das Leid der Silberbugs bald ein Ende finden dürfte. Der Platinpreis, der von dem Crash am Goldmarkt kaum tangiert wurde, schloss die Woche mit 1.026 US-Dollar (+5,4%) deutlich über der wichtigen Unterstützung bei 1.000 US-Dollar.

Seit Anfang 2019 hatten die BIG 4 keine so geringe Shortposition mehr gehalten

Die neuesten US-Konsumentenpreise für Juli lagen mit einen Anstieg des CPI von 5,4% auf dem gleichen Niveau wie im Vormonat, wobei einige Komponenten schwächer waren, als es der Markt erwartet hatte. Sehr heiß waren hingegen die Erzeugerpreise mit einem Anstieg um 7,8%, während es im Juni noch 7,3% waren.

Die Kern-Erzeugerpreise steigen um 6,2% und lagen damit höher als der Marktkonsens von nur 5,6%. Die hohen Produzentenpreise werden ihren Weg in die Konsumentenpreise finden, womit immer deutlicher wird, dass die hohe Teuerung in den USA und dem Rest der Welt nicht vorübergehend ist, sondern die nächsten Jahre anhalten und weiter ansteigen wird. Die QE-Programme in den USA, sowie in Europa werden noch einige Jahre weitergehen und die Kaufkraft des Dollars und des Euros aushöhlen, worauf Gold und Silber als bester langfristiger Schutz gegen Inflation stark nachgefragt und deren Preise deutlich ansteigen werden.


Die Edelmetalle konnten sich nach dem starken Einbruch schnell wieder erholen

50 Jahre Fiat-Geld und Inflationssteuer

Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges bis zum 15. August 1971 waren die westlichen Währungen zu einem fixen Wechselkurs an den US-Dollar gebunden, welcher zu 35 US-Dollar je Feinunze Gold eintauschbar war. Das Bretton-Woods-System war der Versuch einer Rückkehr zu einem Goldstandard, der vor dem ersten Weltkrieg fortlaufendes Wachstum und Wohlstand ermöglichte.

Hätten die USA verantwortungsbewusst die umlaufende Geldmenge konstant zu den hinterlegten Goldreserven gehalten, so könnte dieser Gold-Devisen-Standard, in dem der Dollar so gut wie Gold war, noch heute existieren und wir würden in einer weit fortgeschrittenen und wohlhabenderen Welt leben.

Als Hüter der Goldreserven konnten die amerikanischen Politiker nicht mit dieser ihnen anvertrauten Macht umgehen. Unter anderem zur Finanzierung des Vietnamkrieges druckte die US-Regierung einfach Geld aus dem Nichts, ohne dieses mit Gold zu decken. Man nutzte die Druckerpresse und verschaffte sich einen Vorteil gegenüber allen anderen Nationen.

Die neu geschaffenen US-Dollar, die andere Staaten im Austausch für ihre Handelsüberschüsse erhielten, wurden kontinuierlich zu einem Kurs von 35 US-Dollar gegen Gold eingetauscht, wodurch ständig Gold aus den USA abfloss. Die fleißigen Deutschen konnten so nach dem zweiten Weltkrieg ihre Exportüberschüsse in den weltweit zweitgrößten Goldschatz in Höhe von 3.362 Tonnen Gold umtauschen.

Das Drucken von Geld aus dem Nichts sorgte dafür, dass immer mehr Gold aus den Tresoren des Federal Reserve Systems abfloss. Der Betrug der USA an seinen Vertragspartnern wurde immer offensichtlicher, sodass der französische Präsident Charles de Gaulle 1968 darauf bestand die französischen Goldreserven aus den USA abzuziehen, worauf er diese mit U-Booten in New York abholte und in die Heimat verbrachte. Der Goldschatz der USA schmolz dabei von 20.000 Tonnen auf 8.133 Tonnen ab.

Da die USA ihre Geldmenge in betrügerischer Wiese vervielfacht hatten, war es nur eine Frage der Zeit, bis deren Tresore leer sein würden und die USA ihren Bankrott erklären müssten. Darum kündigte US-Präsident Richard Nixon vor exakt 50 Jahren, am 15. August 1971, in einer berühmten Fernsehansprache, die Bindung der westlichen Währungen an das Gold auf. Von einen Tag auf den anderen waren alle Währungen der Welt per einseitigen Dekret durch nichts mehr gedeckt und der Rest der Welt wurde um ihren Anspruch auf Gold gegen ihre US-Dollar-Bestände beraubt.

Nach der sogenannten Schließung des Goldfensters durch Nixon begannen die ungedeckten Papierwährungen weltweit stark zu schwanken und zum Gold abzuwerten. Der Goldpreis begann sofort zu steigen und es dauerte ein Jahrzehnt und einen Anstieg des Goldpreises von über 2.300%, bis die umlaufende Dollar-Geldmenge für kurze Zeit wieder mit Gold gedeckt war. 1980 erreichte der Goldpreis mit 850 US-Dollar sein Hoch nach einem Jahrzehnt der Stagflation und inflationsinduziert hohen Zinsen von zweitweise über 20 Prozent, die eine verheerende Rezession mit sich brachten.


Der Dollar wertete nach offizieller Statistik seit 1950 um 92% ab, während der Goldpreis in den Himmel schoss

Seither können sich Staaten unbegrenzt durch das Drucken von Geld verschulden, die Zinsen auf ein künstlich niedriges Niveau drücken und die Bevölkerungen über die Inflationssteuer hinterrücks enteignen. Konnte vor 1971 noch jeder durch harte Arbeit ein Vermögen ansparen und sich einen wohlhabenden Lebensabend sichern, so ist dies heute aufgrund der andauernden Inflation und Enteignung der Ersparnisse im sozialistisch staatlichen Geldsystem kaum mehr möglich, weshalb sich die Schere zwischen Arm und Reich Jahr um Jahr weitet.

All die Probleme, die Linke heute beklagen, wie beispielsweise ständig steigende Mieten, Altersarmut, geringe Löhne, mit denen ein Überleben kaum möglich ist, sind die direkten Folgen der Abkehr vom Goldstandard und der Einführung eines planwirtschaftlichen Geldsystems.

Seit dem Ende des Gold-Devisenstandards, der die Regierungen noch zu einer gewissen Haushaltsdisziplin zwang, explodieren weltweit die Schulden, während die Kaufkraft der Fiat-Währungen kontinuierlich erodiert. Die künstlich niedrigen Zinsen und die einhergehende Umverteilung von Vermögen, sowie die kontinuierliche Zerstörung von Vermögen der produktiven Teile der Bevölkerung, haben das Wirtschaftswachstum in der westlichen Welt eliminiert und man lebt längst vom Kapitalstock vergangener Zeiten.

Nach Jahrzehnten planwirtschaftlicher Misswirtschaft im staatlichen Geldmonopol ist das System bankrott, weshalb es vor dem Kollaps steht und die Notenbanken mit neuen QE-Programmen aktuell den Zusammenbruch zu verhindern versuchen. Durch das Drucken von Fiat-Geld soll das System rekapitalisiert werden, was dazu führt, dass die Konsumentenpreise in den USA nach der alten Berechnungsmethode von 1980 bereits wieder so stark steigen wie in den siebziger Jahren, nach der Abkopplung vom Goldstandard.


Nach der alten Berechnungsmethode bis 1980 ist die Inflation bereits so hoch wie in der Stagflation der siebziger Jahre

Geld aus dem Nichts hat die korrupten Regierungen nur noch mehr korrumpiert. Nur eine Rückkehr zum freien Markt mit einem freien Währungswettbewerb, aus dem womöglich Gold als bevorzugtes Marktgeld hervorgehen würde, ist in der Lage einen großen Teil unserer Probleme der heutigen Zeit zu lösen. Das Fiat-Geldsystem ist die Wurzel allen Übels, weshalb es mitsamt ihren Notenbanken abgeschafft gehört.

Zuletzt eine kritische Anmerkung zu den vermeintlichen Goldreserven der Bundesrepublik in Höhe von 3.362 Tonnen, die es wahrscheinlich bestenfalls zu einem kleinen Bruchteil wirklich geben haben dürfte. Ende der Sechzigerjahre „einigten“ sich die USA und die von den USA besetzte Bundesrepublik darauf, dass die Bundesbank ihre Goldreserven nicht aus den USA abziehen werde, solange die USA militärische Stützpunkte in Deutschland unterhalten.

In einem Brief des damaligen Bundesbankpräsidenten Karl Blessing wurde dies den Amerikanern „bestätigt“. Dieser so genannte „Blessing-Brief“ wurde zwar niemals veröffentlicht, doch ist sein Inhalt bekannt. Es ist davon auszugehen, dass das deutsche Gold nie vorhanden war und man weder Willens noch in der Lage war, dem damals unzweifelhaft nicht souveränen ehemaligen Kriegsgegner die amerikanischen Goldreserven zu übertragen.

Es obliegt jedem selbst, sich vor der weiteren Inflation, die gerade durch die EZB geschaffen wird, zu schützen. Dies ist langfristig am einfachsten und besten möglich, indem man in das Geld des freien Marktes, in Gold, sowie Silber langfristig spart bzw. investiert und sich somit der weiteren verstecken Besteuerung durch Inflation entzieht. Tauschen Sie Ihr bald wertloses Papiergeld in das echte Geld des freien Marktes, in Gold, bevor Ihre Ersparnisse durch die Inflationssteuer in der Stagflation enteignet werden.

Technische Analyse zu Gold: Starke Preiserholung nach dem Flash-Crash

Terminmarkt: COT-Report vom 13.08.2021

Im neuesten COT-Report mit dem Stichtag des 10. August fiel der Preis zur Vorwoche um 79,5$, während die Position der Spekulanten um 35 Tsd. Kontrakte abgebaut wurde. Dies würde eigentlich auf ein Überangebot und Schwäche hindeuten, doch haben die BIG 4 und die BIG 8 ihre Shortposition extrem stark um 9 Tage bzw. 11 Tage der Weltproduktion reduziert.

Diese hatten über 1.800 US-Dollar auf den Goldpreis gedrückt und gegensätzlich im Long-Drop am Terminmarkt ihre Shortpositionen zum Tief des Ausverkaufs wieder an die zittrigen Hände abgegeben. So konnten sie einen gigantischen Profit realisieren und gleichzeitig das bullische Sentiment zerstören.

Ob der physische Markt ausgeglichen war, können wir aufgrund der starken Verwerfungen in dieser Betrachtungswoche nicht beurteilen. Die Daten sind zwar nicht gut, doch immerhin auf einem 2-Jahreshoch, weshalb wir nicht ausschließen können, dass mit dem Flash-Crash die Korrektur abgeschlossen wurde. Vor 2020 hätte dieses Sentiment noch lange kein Kaufsetup gezeigt, doch aufgrund der weltweiten QE-Programme werden wir vorerst keine völlige Bereinigung am Terminmarkt für Gold erleben. Die aktuelle Bereinigung wäre daher für einen Bullenmarkt ausreichend, weshalb wir prozyklische technische Kaufsignale bereits annehmen müssen.


Die Terminmarktdaten für Gold sind so gut wie zuletzt vor zwei Jahren

Das angekündigte Korrekturziel für den Goldpreis bei 1.680 US-Dollar bis 1.700 US-Dollar wurde in dem Flash-Crash vor einer Woche erreicht. Ein deutlicher Ausbau der Netto-Shortposition der BIG4 in den beiden Vorwochen war ein nochmaliges Indiz für einen weiteren deutlichen Preisrücksetzer.

Dass sich dieser Rückgang binnen weniger Stunden anstatt Tagen oder Wochen ereignen würde, überraschte jedoch auch uns. Wir hatten einen Take Profit und antizyklische Käufe bei 1.700 bis 1.680 US-Dollar empfohlen, doch letztlich konnten nur jene, die in der Nacht des Crashs wach waren oder eine Kauforder platziert hatten, die Short-Gewinne einstreichen und auf die Käuferseite wechseln.

Da die Manipulatoren den Crash nutzten, um 11 Tage der Weltproduktion im Gold und 20 Tage der Weltproduktion im Silber abzustoßen, war die Preiserholung nach dem Einbruch entsprechend stark. Der Widerstand bei 1.760 US-Dollar hielt nur kurz stand, wobei es mit dem Anstieg darüber ein entsprechendes prozyklisches Kaufsignal auf kurzfristige Sicht gab. Ein mittelfristiges Kaufsignal gibt es jedoch erst mit der Überwindung des Kreuzwiderstands bei 1.810 US-Dollar, der aus dem Widerstand bei 1.800 US-Dollar und dem Abwärtstrend besteht. Solange dieser Kreuzwiderstand nicht gebrochen wurde, ist weiterhin alles offen in den nächsten Wochen. Die Käufe bei 1.700 US-Dollar und bei 1.760 US-Dollar sollten daher mit Stop-Loss-Orders versehen werden.

 


Nach dem Crash konnte sich der Goldpreis wieder schnell erholen

Im Tageschart ist ersichtlich, dass der Flash-Crash den Goldpreis zurück auf das Preisniveau vor den ersten Lockdowns und den QE-Programmen brachte. Die ganze Wahrheit ist jedoch, dass smarte und gut informierte Investoren bereits im Vorjahr den Goldpreis von 1.300 US-Dollar auf 1.700 US-Dollar trieben und frühzeitig die künftigen QE-Programme einpreisten.

Mit dem neuerlichen Rücksetzer unter den langfristigen Aufwärtstrend sieht der Chart angeschlagen aus, weshalb dort auch viele Stopp-Loss Orders lagen, die man abfischen konnte. Solange sich der Goldpreis über 1.760 US-Dollar halten kann, ist Gold long und hätte die Chance sich nach oben zu kämpfen. Je stärker die Teuerung anzieht und je stärker die Zinsen daraufhin steigen, desto mehr Investoren werden den sicheren Hafen künftig suchen. Es wird sich langsam Stärke aufbauen. Mit dem Überwinden der Kreuzunterstützung bei 1.810 US-Dollar wird es ein weiteres Kaufsignal geben.

Wann der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch ansteigen kann, ist kurzfristig ungewiss, doch spätestes im nächsten Jahr erwarten wir einen Anstieg über da Allzeithoch unter zunehmenden Kaufdruck.

 


Die Bullen haben noch viele technische Widerstände zu überwinden

Wie zuletzt erwartet, hatte der Goldpreis in Euro das Tief von März 2021 noch einmal angelaufen. Hier liegt die wichtige Marke bei 1.500 Euro – darüber ist Gold long – darunter sollte man abwarten. Über 1.540 Euro würde ein kurzfristiger Abwärtstrend gebrochen und es ein weiteres Kaufsignal geben.

Der langfristige Abwärtstrend wurde bereits vor längerer Zeit gebrochen und der neuerliche Rücksetzer ist als Test des ehemaligen Trends und des letzten Verlaufstief zu sehen. Der Goldpreis in Euro ist eine Konsolidierungsphase übergegangen, die mit steigenden Inflationszahlen und Zinsen letztlich im nächsten Jahr ihr Ende finden und sich die Hausse langsam fortsetzen dürfte.


Seit dem Bruch des Abwärtstrends konsolidiert der Goldpreis auf hohem Niveau

 

Flash Crash – Gold fällt um 100 USD – ist das die Kaufchance?

Auf der letzten Notenbanksitzung hatte FED-Chef Powell eine Straffung der Geldpolitik noch vom Arbeitsmarkt abhängig gemacht und gleichzeitig betont, dass selbst stark steigende Konsumentenpreise kein Hinderungsgrund mehr seien. Dies waren für den Goldpreis sehr bullische Aussagen, insbesondere da kürzlich auch die EZB eine Zinsanhebung auf frühestens 2024 weit in die Zukunft geschoben hatte.

Trotz dieser unverändert lockeren Geldpolitik über die nächsten Jahre hinweg, achten kurzfristig agierende Spekulanten und Investoren aktuell nur darauf wann die US-Notenbank eine mögliche Drosselung der Anleihenkäufe (Tapering) bekanntgeben wird, obwohl diese nur vielleicht in frühestens 18 Monaten kommen könnte.

FED-Chef Richard Clarida berichtigte vergangene Woche überraschend die Aussagen Powells und stellte eine mögliche Zinsanhebung bereits Ende 2022 in Aussicht. Auch Robert Kaplan, Chef der Notenbank von Dallas, plädierte für eine raschere Drosselung der Anleihenkäufe. Der US-Dollar sprang auf diese Aussagen hin nach oben, während der Goldpreis wieder unter die Räder kam.

Obwohl es weiterhin ganz sicher ist, dass sich die Anleihenkäufe in den nächsten Jahren fortsetzen werden, reagieren die Märkte auf die Ankündigung einer ersten möglichen kleinen Zinsanhebung in 2023, als würde die Notenbank die Anleihenkäufe einstellen und die Zinsen auf ein normales, der Inflation entsprechendes Marktniveau anheben. (Dies läge aktuell bei etwa 8% bis 10%.)

Dies macht sie eben nicht und man erzeugt weiterhin Geld aus dem Nichts, weshalb der US-Dollar, sowie der Euro, in den nächsten Jahren weiter abwerten und der Goldpreis diametral gegensätzlich weiter ansteigen werden. Daher handelt es sich bei der aktuellen Preiskorrektur, nach dem historisch starken Anstieg von 2019/2020, nur um eine temporäre Korrektur, die sich bereits ihrem Ende zuneigt.

Der ADP-Arbeitsmarktbericht enttäuschte vergangene Woche die Märkte mit nur 330 Tsd. neuen Stellen, da 695 Tsd. erwartet wurden. Daraufhin versuchte der Goldpreis noch einmal einen bullischen Ausbruch und stieg bis auf 1.830 US-Dollar an, bevor FED-Chef Clarida verbal intervenierte und der Goldpreis zurück an die Unterstützung bei 1.800 US-Dollar fiel.

Die staatlichen Arbeitsmarktdaten, die am Freitagnachmittag veröffentlicht wurden, fielen hingegen fiel besser aus und übertrafen die vorherigen Erwartungen der Analysten deutlich. Mit 943 Tsd. neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft wurde der Marktkonsens um 73 Tsd. übertroffen, womit der Markt wieder auf die baldige Ankündigung einer Zinsanhebung und eines Taperings spekulierte. Der Goldpreis fiel daraufhin am Freitagnachmittag unter die Unterstützung von 1.800 US-Dollar, erzeugte damit ein starkes Verkaufssignal und ging mit einem Minus von 40 US-Dollar ins Wochenende.


Die Arbeitsmarktdaten fielen gut aus, worauf der Dollar anstieg und der Goldpreis einbrach

Die hawkishen Aussagen der FED in Kombination mit den sehr guten Arbeitsmarktdaten nach einer Schwäche des Goldpreises, die einen Monat angedauert hatte, sowie das kurzfristige Verkaufssignal, das am Freitag erzeugt wurde, waren das Rezept für einen Flash-Crash zum heutigen Handelsstart.

Im dünnen frühen Montagshandel kam es ab 00.40 Uhr zu massiven Verkäufen durch die kaskadenartige Auslösung von Stop-Loss Orders, während potenzielle Käufer noch fest schliefen, wodurch der Goldpreis auf 1.677 US-Dollar um fast 100 US-Dollar unter den Freitagsschlusskurs von 1.761 US-Dollar gehämmert wurde. In den folgenden drei Handelsstunden wurde der Großteil der Verluste jedoch bereits wieder wettgemacht.


Zum Handelsbeginn am Montag brach der Goldpreis kurzzeitig um 100 US-Dollar ein

Bereits in den letzten beiden COT-Reporten konnten wir einen deutlichen Anstieg der Shortposition der BIG 4 sehen, was wir bereits als mutmaßliche Preisdrückung identifiziert hatten. Damit erklärten sich auch die gescheiterten Versuche der Bullen oberhalb des Widerstands bei 1.800 US-Dollar der letzten Wochen.

Wir analysieren diese Daten immer sofort nach Veröffentlichung des neuesten COT-Reports freitags um 21:30 Uhr und erstellen noch vor Handelsschluss eine Analyse dazu. Oftmals geben diese uns wichtige Informationen und so konnten wir unseren Kunden am Freitag vor Handelsschluss noch einmal die Bestätigung geben, dass der Goldpreis weiterfallen dürfte und das Signal weiterhin short ist.

Beim Gold gab es deutlich sichtbare Preisdrückungen in den beiden Vorwochen, während der Silberpreis schwach war und hier nicht manipuliert wurde. Im Gegenteil hatten die BIG4 den Preis durch den Abbau nackter Shorts sogar gestützt. Das Setup für einen Preiseinbruch wurde im Vorfeld bereits geschaffen, wogegen der Einbruch in der letzten Nacht eine Folge von kaskadenartig ausgeführten Stop-Loss-Orders war. Die Manipulatoren dürften sich in diesem Einbruch bereits wieder über die abgefischten Verkauforders eingedeckt haben, was wir im nächsten Report am kommenden Freitag sehen dürften.

Das Sentiment ist nach diesem neuerlichen Einbruch angeschlagen und wird langsam bärisch, wobei Katalysatoren fehlen, die kurzfristig neue Käufer in den Markt ziehen könnten. Erst eine Preiserholung über die Unterstützung bzw. den Schlusskurs vom Freitag bei 1.760 US-Dollar wird eine Entspannung am Goldmarkt bringen. Es ist gut möglich, dass die Spekulanten das Tief des Flash-Crashs erst noch einmal anpeilen werden, bevor die Korrektur abgeschlossen ist.

Dieser aktuelle Rücksetzer bot und bietet letzte günstige Kaufchancen, da das fundamentale geldpolitische Umfeld für Gold weiterhin extrem bullisch ist und der Goldpreis in den nächsten Jahren weiter zulegen dürfte. Der Goldpreis befindet sich aktuell in der letzten Phase der Korrektur, die mit einer Kapitulation der Spekulanten enden wird. Im Pessimismus der Baisse wird die Hausse geboren!

PHYSISCHES ANGEBOT UND NACHFRAGE IM ZWEITEN QUARTAL 2021

Das World Gold Council hat seinen neuesten Quartalsbericht veröffentlicht und folgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung. Die weltweite Goldnachfrage fiel im zweiten Quartal um ein Prozent auf 955,1 Tonnen. Dies entspricht fast dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals. Die Nachfrage im ersten Halbjahr lag bei nur 1.833,1 Tonnen, was einem Rückgang von 10 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.


Die Nachfrage im zweiten Quartal war etwas schwächer als im Vorjahr

Die Schmucknachfrage stieg auf 390 Tonnen an und erholte sich weiter von der Lockdown-bedingten Schwäche im vergangenen Jahr. Dennoch liegt diese deutlich unter dem typischen Niveau vor der Pandemie. Die Nachfrage für das erste Halbjahr lag mit 873 Tonnen unter dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019.

Die indische Nachfrage lag mit 55 Tonnen zwar etwas über dem Rekordtief des zweiten Quartals 2020, doch noch immer 65% niedriger als in den entsprechenden Vorjahresquartalen. Indien hat aktuell mit der zweiten Maßnahmenwelle in Form neuer Lockdowns zu kämpfen, weshalb viele ihre Reserven verkaufen müssen, um sich über Wasser zu halten. Je länger diese Lockdowns stattfinden, desto länger wird auch die Erholung der Schmucknachfrage auf sich warten lassen.


Die Schmucknachfrage erholte sich von den Lockdowns, doch ist sie noch immer gering

Die Investitionen in Barren und Münzen verzeichneten das vierte Quartal in Folge starke Zuwächse gegenüber dem Vorjahr. Im letzten Quartal wurden 243,8 Tonnen nachgefragt und im ersten Halbjahr rund 594 Tonnen, was der höchste Wert seit 2013 ist.


Die Nachfrage nach Barren und Münzen stieg im letzten Jahr stark an

Mit Gold besicherte börsengehandelte Fonds erfuhren nur schwache Zuflüsse in Höhe von 40,7 Tonnen im zweiten Quartal. Dies ist nur ein kleiner Ausgleich zu den starken Abflüssen der beiden Vorquartale. Insgesamt war das letzte Halbjahr das erste seit 2014 mit Nettoabflüssen in Höhe von 129,3 Tonnen.


Die Zuflüsse in ETF-Produkte war im letzten Quartal gering

Die Käufe der Zentralbanken setzten sich im zweiten Quartal fort. Die weltweiten Goldreserven wuchsen um 199,9 Tonnen, womit sich die Nettokäufe im ersten Halbjahr auf 333,2 Tonnen erhöhten. Diese lagen im ersten Halbjahr 39% über dem Fünfjahresdurchschnitt und 29% über dem Zehnjahresdurchschnitt. Die stärksten Käufer im ersten Halbjahr waren Thailand mit 90,2 Tonnen, Ungarn (63 Tonnen), Türkei (13,5 Tonnen), Brasilien (53,7 Tonnen), Polen (3,1 Tonnen), Usbekistan (25,5 Tonnen), Indien (29 Tonnen), Kambodscha (5 Tonnen) und die Mongolei (1,8 Tonnen).


Die Zentralbanken waren hingegen starke Käufer am offenen Markt in den letzten beiden Quartalen

Das Gesamtangebot stieg im ersten Halbjahr um 4% auf 2.308 Tonnen, nachdem das erste Halbjahr 2020 aufgrund der Lockdowns sehr schwach war. Die Minenproduktion stieg im ersten Halbjahr um 9% auf 1.783 Tonnen, während das Recycling um 5% auf 546 Tonnen zurückging.

Im zweiten Quartal stieg das Gesamtangebot um 13% gegenüber dem Vorjahr, angeführt von einem Anstieg der Minenproduktion um 16% im Vergleich zum zweiten Quartal 2020, das am stärksten von den Produktionsausfällen durch die Lockdowns betroffen war.

Das Recycling, das durch die Lockdowns im Jahr 2020 besonders stark beeinträchtigt wurde, da man nirgends sein Gold verkaufen durfte, blieb im ersten Halbjahr inmitten einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung schwach. Das Angebot an recyceltem Gold belief sich ersten Halbjahr auf nur 545,5 Tonnen, was 5 % weniger ist als im Vorjahr. Im zweiten Quartal sank das Goldrecycling im Jahresvergleich um 2% auf 276 Tonnen, obwohl der Goldpreis in US-Dollar im Jahresvergleich um 6 % gestiegen war. Normalerweise sieht man bei einem Anstieg des Goldpreises auch einen Anstieg des Recyclings.


Die Minenproduktion stieg im zweiten Quartal um 16%

Technische Analyse zu Palladium: Kurzfristige Korrektur – danach sehr gute Kaufchance

Terminmarkt: COT-Report vom 06.08.2021

Der Terminmarkt für Palladium zeigte in den vergangenen beiden Wochen neutral und zum Vormonat offenbart sich eine leichte Schwäche in den COT-Daten. Insgesamt ist der Markt aber stark und die Schwäche in den letzten Wochen dürfte auf die Korrelation mit dem fallenden Goldpreis zurückzuführen sein.

Insgesamt zeigen die COT-Daten, dass der physische Markt weiterhin eng ist und ein Defizit vorherrscht. Während der Goldpreis heute stark korrigierte und auch Platin in der letzten Woche stark einbrach, konnte hingegen der Palladiumpreis sein Preisniveau verteidigen.

Es ist anzunehmen, dass es nach dem starken Einbruch beim Gold wieder einen Rücksetzer geben wird, der von industriellen Verbrauchern jedoch sofort wieder gekauft werden dürfte. Die Daten sind im neutralen bis leicht bullischen Bereich, weshalb seitens der COT-Daten die Ampeln weiterhin auf grün stehen. Rücksetzer sind daher grundsätzlich als antizyklische Kaufchance zu sehen. Ein erneuter Rücksetzer auf 2.300 US-Dollar würde eine solche gute Chance bieten.

Ein Bild, das Karte enthält.

Automatisch generierte Beschreibung
Die Terminmarktdaten Palladium sind neutral bis bullisch

Dank der COT-Daten konnten wir seit März drei Trades im Palladium erfolgreich umsetzen. Zuletzt war der Preis auf 2.500 US-Dollar gefallen, wie wir es in der Analyse vor zwei Monaten bereits in Aussicht gestellt hatten. Dies bot die erhoffte antizyklische Kaufgelegenheit, die man mit einem sehr guten CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) nutzen konnte. Am Widerstand bei 2.900 US-Dollar rieten wir wieder zur Gewinnmitnahme, da sich eine Fortsetzung der Korrektur am Edelmetallmarkt abzeichnete.

Trotz der teilweisen Entkopplung des Palladiumpreises von allen anderen Edelmetallen in den letzten Jahren, gibt es immer noch eine Korrelation, weshalb die Entwicklung des Palladiumpreises kurzfristig auch abhängig von der Entwicklung des Goldpreises ist.

Sollte der Goldpreis noch einmal auf 1.680 US-Dollar korrigieren, so wird Palladium womöglich auf 2.300 US-Dollar fallen, wo eine signifikante Unterstützung liegt. Dort sehen wir dann eine sehr gute Chance für antizyklische Käufe.

Aufgrund des Defizits in diesem Markt, ist mit guter Wahrscheinlichkeit mittelfristig bis Jahresende ein neues Allzeithoch zu erwarten.


Palladium zeigt sich weiterhin extrem stark

Im kurzfristigen Chart sieht man noch einmal deutlich die einfachen technischen Signale, die bereits durch die COT-Daten und weiterer Indikatoren frühzeitig angekündigt wurden. Über dem Widerstand bei 2.850 US-Dollar ist es nur ein Katzensprung bis zu einem neuen Allzeithoch über 3.000 US-Dollar.

Aktuell sieht es nach dem heutigen Flash-Crash am Goldmarkt so aus, als würde der Palladiumpreis bärisch aus dem Dreieck ausbrechen. Ein erneuter Rücksetzer erst auf die Unterstützung bei 2.500 US-Dollar und danach an die Unterstützung bei 2.300 US-Dollar wäre die wahrscheinliche Folge, wenn Gold das Crashtief noch einmal testen sollte. Bei 2.300 US-Dollar sehen wir ein gutes antizyklisches Kaufniveau auf kurz- und mittelfristige Sicht.


Palladium könnte bärisch aus dem Dreieck ausbrechen

Langfristig gesehen ist Palladium sehr teuer zu Platin und es ist weiterhin mit einer zunehmenden Substitution in der Industrie zu rechnen. Gerade in einer Stagflation, in der die Margen der Unternehmen immer weiter sinken, dürfte sich dieser Trend weiter fortsetzen. Letztlich dürfte der Palladiummarkt irgendwann in ein Überangebot rutschen, während der Platinmarkt in ein Defizit übergehen sollte.

Platin könnte daher Palladium in den nächsten zehn Jahren outperformen und das Ratio beider Edelmetalle zu ihrem Mittelwert bei 3 zurückkehren. Dies würde bedeuten, dass das günstige Platin das teure Palladium um das Sechsfache outperformen würde, weshalb wir langfristig agierenden Investoren eher ein Investment in Platin empfehlen, da hier das Chance-Risiko-Verhältnis viel besser ist. Kurz- bis mittelfristig dürfte Palladium hingegen weiterhin das stärkere der beiden Edelmetalle bleiben.


Langfristig gibt es viel Fantasie für einen Preisanstieg von Platin und eine relative Schwäche von Palladium

 

Preisauftrieb nimmt zu – Wirtschaft schwach – Notenbanken gießen Benzin ins Feuer

Die Aussicht auf mehr Inflation ließ den Aktienmarkt sofort nach oben springen und auch der Goldpreis legte zeitweise 35 US-Dollar zu, wobei der USD-Index kurzzeitig abtauchte.

So seien nun erst “substanzielle Fortschritte am Arbeitsmarkt in Richtung Maximalbeschäftigung“ erforderlich, bevor man Anleihenkäufe drosseln werde, während steigende Konsumentenpreise kein Entscheidungskriterium mehr seien. Die EZB hatte bereits in der Vorwoche die Eckpfeiler der Geldpolitik neu definiert und damit eine mögliche Zinsanhebung zweieinhalb Jahre in die Zukunft verschoben.

Weitere Lockdowns könnten die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt wieder unter Druck bringen, worauf die FED die Märkte mit Liquidität fluten würde, auch dann wenn die Konsumentenpreise durch die Decke schießen sollten. Dem letzten naiven Investor, der bis dato noch das Märchen einer vorübergehend hohen Inflation glaubte, sollte spätestens jetzt aufwachen und erkennen, dass die hohe Inflation uns die nächsten Jahre begleiten und weiter ansteigen wird.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es im nächsten Jahr erste Zinsanhebungen geben sollte, so würden diese nur sehr gering ausfallen und eine Reaktion auf die hohe Inflation und den Zinsanhebungsdruck am Markt sein. Der US-Dollar könnte dann womöglich zu allen anderen Fiat-Währungen ansteigen, insbesondere zum Euro.


Der US-Dollar sackte ab und Gold stieg, nachdem die FED eine Verlängerung der Anleihenkäufe signalisierte

Preise explodieren – Wirtschaftswachstum enttäuscht

Die Preise in Deutschland stiegen im Juli um 3,8 Prozent und damit so stark wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Die Bundesbank erwartet in diesem Jahr einen vorübergehenden Anstieg Richtung fünf Prozent.

Im Euroraum stiegen die Konsumentenpreise im Juli bisher mit einer Rate von 2,2 Prozent, was über dem Marktkonsens von 2 Prozent lag. Die Teuerung im Rest der EU wird in Bälde ebenso sprunghaft ansteigen, wie in den USA und Deutschland. Das offizielle Ziel der Europäischen Zentralbank ist eine am HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) gemessene Teuerung von durchschnittlich zwei Prozent im Jahr.

Da Preise in einem freien marktwirtschaftlichen Währungssystem durch das Produktivitätswachstum jährlich um ein bis zwei Prozent fallen würden, strebt die EZB mit ihrem Inflationsziel von durchschnittlich zwei Prozent eine Enteignung der Sparer um 4% pro Jahr an. Preisstabilität ist nicht der Normalzustand in der Marktwirtschaft, sondern Deflation aufgrund steigender Produktivität durch technologischen Fortschritt, was die kapitalistischen Phasen des 19. und 20. Jahrhunderts eindrucksvoll belegen. Preisstabilität in einem staatlichen Zwangsgeldsystem entspricht also bereits einer jährlichen Enteignung von zwei Prozent durch die Inflationssteuer.

Weiterhin weist der harmonisierte Verbraucherpreisindex die reale Teuerung chronisch zu niedrig aus, weshalb die realistischere Teuerung etwa vier Prozent über der offiziellen Teuerungsrate liegen dürfte.

Man muss sich immer vor Augen führen, dass Inflation kein natürliches Phänomen ist, sondern eine gezielte staatliche Politik zur Enteignung der Bevölkerung und somit eine versteckte Steuer darstellt. Diese Inflationssteuer trifft gerade Arbeitnehmer, sowie Rentner und Pensionäre am härtesten, da deren Löhne mittelfristig unelastisch sind und zugleich deren Ersparnisse für die Altersvorsorge an Kaufkraft verlieren, womit die Altersarmut für viele Menschen aufgrund dieser Politik vorprogrammiert ist. Selbst nach den offiziellen Statistiken stiegen die Löhne in der Bundesrepublik nur um 1,6%, womit die Teuerung aktuell mehr als doppelt so hoch ist. Jeder Arbeitnehmer hat nominal zwar mehr auf dem Konto, doch real ist die Kaufkraft seines Einkommens geschrumpft.

Altersarmut in Deutschland ist eine direkte Folge der sozialdemokratischen Politik der Bundesrepublik, die ein Anwachsen des Wohlstands durch ständige Enteignung der Ersparnisse verhindert. Die utopischen Versprechen des Wohlfahrtsstaates sind unrealisierbar und müssen über hohe direkte sowie indirekte Steuern, wie die Inflationssteuer, finanziert werden. All das führt letztlich zu niedrigerem Einkommen, wachsender Ungleichheit und steigender Armut. Die Bundesbürger haben zwar eines der höchsten Einkommen in der Welt, doch liegt das Median-Vermögen nur auf dem 29. Platz, knapp vor Portugal und Griechenland.

Wenn Staaten Schulden aufnehmen oder Zentralbanken Geld drucken, dann schaffen Sie kein Wirtschaftswachstum, sondern bremsen eine Wirtschaftserholung aus. Inflation bewirkt lediglich eine Umverteilung von Vermögen und erzeugt Fehlallokationen in der Wirtschaft, was Fortschritt und Wachstum ausbremst, sowie die Wirtschaft regelmäßig in Rezessionen stürzt. Jede Regierung, die jemals in der Menschheitsgeschichte die Druckerpresse nutzte, um sich reich zu drucken, hatte letztlich die Wirtschaft und den Wohlstand im eigenen Land zerstört. Eine Teuerung von fünf bis zehn Prozent pro Jahr wird die westlichen Volkswirtschaften zwar nicht zerstören, doch werden die negativen Auswirkungen, wie beispielsweise steigende Zinsen, die Wirtschaft in eine tiefe Rezession drücken, den Kapitalstock verringern und große Teile der Bevölkerung in die Armut zwingen.

Trotz dem vielen Geld, dass die EZB druckte, sodass sich deren Bilanz verdoppelte, sowie den kreditfinanzierten Ausgabenprogrammen der Regierungen zu Niedrigzinsen, wuchs die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um gerade einmal um 1,5%, was die ohnehin niedrigen Erwartungen der Analysten enttäuschte. Obwohl sich die Geldbasis also verdoppelte, liegt das BIP in Deutschland immer noch 3,4% unter dem Niveau von Ende 2019. Es handelt sich nach dem Einbruch der Wirtschaft durch die Lockdowns in 2020 lediglich um eine Aufholung an das Vorkrisenniveau, das bis heute nicht wieder erreicht wurde.

Berücksichtigt man, dass der BIP-Deflator ebenso wie der HVPI zu niedrig ausgewiesen wird, so wird deutlich, dass sich Deutschland und Europa weiterhin tief in der Rezession befinden, während die Zinsen historisch niedrig sind. Das reale Pro-Kopf-Einkommen sinkt langsam aber stetig. In einem freien Markt müssten die Zinsen für zehnjährige deutsche Anleihen bei der aktuellen Teuerung und der hohen Inflationserwartung bei mindestens 8 Prozent liegen und nicht bei surrealen, marktfernen und planwirtschaftlich festgelegten -0,46%. Die Zinsen werden in den nächsten Jahren steigen und mit den steigenden Zinsen wird die Rezession offen zutage treten in einem inflationären Gesamtumfeld, was als Stagflation bezeichnet wird.


Das Drucken von Geld führt zu steigenden Preisen, doch hält es die Zinsen vorerst noch auf historischen Tiefs

In den USA sehen wir ein ähnliches Bild, wobei die Wirtschaft sich dort aufgrund der freieren Märkte stärker erholen kann als in Europa. Dennoch wurde der Marktkonsens enttäuscht, da das US-BIP im 2. Quartal nur um 6,5 % angestiegen war, während 8,5% erwartet wurden. Hier lag der BIP-Deflator bei 6,4%, während das BIP nominal um 13% wuchs, was zeigt wie hoch die Inflation mittlerweile ist und wie stark Preise und BIP davon verzerrt werden. Auch hier gilt, dass die Regierungen ein vitales Interesse daran haben, die Inflation statistisch niedriger und gegensätzlich das Wirtschaftswachstum höher auszuweisen, um über eine Finanzielle Repression eine Entschuldung herbeizuführen.

Auch die US-Wirtschaft befindet sich weiterhin in der Rezession, die durch Inflation lediglich kaschiert wird, was auch der Anstieg des US-Handelsbilanzdefizits zeigt. Dieses stieg im Juni auf 91,2 Milliarden, während nur 88,7 Milliarden US-Dollar erwartet wurden. Noch stärker als in Deutschland war der US-Konsum für den starken Anstieg des BIPs verantwortlich, doch zeigt das gestiegene Handelsdefizit, dass all der Konsum nur auf Pump finanziert wurde durch das billige Geld der Notenbanken.

Der Staat will nur Ihr Bestes – Ihr Geld. Den Zugriff auf die Ersparnisse der Bürger versucht er über die Inflationssteuer zu erlangen. Man kann sich jedoch davor schützen, indem man in den inflationsgeschützten Hafen des Goldes flüchtet. Der Goldpreis stieg in den letzten beiden Dekaden jährlich um durchschnittlich 10% und wird angesichts der Geldflucht auch in den nächsten Jahren mindestens diese Rendite vorweisen können und somit Ersparnisse vor der Enteignung durch die Inflationssteuer schützen.

Technische Analyse zu Platin: Wichtige Unterstützung muss jetzt halten – Kaufzeitpunkt rückt näher

Terminmarkt: COT-Report vom 30.07.2021

Der Der Terminmarkt für Platin zeigte in den vergangenen beiden Wochen deutliche Schwäche in den COT-Daten, was auf ein Überangebot hindeutet. Erst zeigte sich über fünf Wochen Schwäche und nach dem Preiseinbruch auf fast 1.000 US-Dollar zeigte sich über zwei Wochen hinweg Stärke. Diese dürfte auf industrielle Verbraucher, sowie antizyklisch agierende Investoren zurückzuführen sein, die den Einbruch um 250 US-Dollar nutzten, um Bestände aufzubauen bzw. die Lager zu füllen.

Die COT-Daten sind im neutralen bis leicht bullischen Bereich, weshalb hier die Ampeln auf gelb stehen. Hier zeigt sich, dass sich dieser Markt, diametral gegensätzlich zum Palladiummarkt, nicht in einem Defizit befindet. In einem solchen Umfeld ist damit zu rechnen, dass sich die Terminmarktdaten weiterhin größtenteils bereinigen werden, bevor ein zyklisches Tief gefunden wird.

Der Markt ist noch nicht überverkauft, weshalb das CRV für antizyklische Käufe auf kurzfristige Sicht aktuell nur durchwachsen ist. Auf mittel- bis langfristige Sicht ist es hingegen gut. Nur dann, wenn der Goldpreis weiter ansteigen kann, wäre es möglich, dass zusätzliche Investmentnachfrage den Platinpreis mit nach oben ziehen wird. Angesichts der Schwäche der letzten beiden Wochen sollte man sich darauf gefasst machen, dass Platin noch eine Etage tiefer abtaucht, sollte der Goldpreis auch noch einmal nachgeben.


Die Terminmarktdaten für Platin sind neutral bis leicht bullisch

Den Preisrückgang hatten wir Anfang Mai bereits antizipiert und als Korrekturziel die Unterstützung bei 1.010 US-Dollar genannt. Obwohl der Goldpreis im März noch einmal deutlich anstieg, konnte Platin keinen Boden mehr gut machen, was von Schwäche zeugte. Im gleichen Zeitraum offenbarte sich auch Schwäche im CoT-Report, was das bärische Setup noch einmal untermauert hatte. Mit dem Bruch des Aufwärtstrends manifestierte sich das immer pessimistischere Bild für den Platinpreis und wir blieben bärisch mit dem Ziel bei 1.010 US-Dollar, wo wir antizyklische Käufe empfohlen hatten und bei 1.035 US-Dollar umsetzten.

Im kurzfristigen Chart sieht man, wie der Preis nach dem Trendbruch bis zum Widerstand bei 1.140 US-Dollar anstieg, dort abprallte und wieder fiel. Wir hatten bei 1.140 US-Dollar zur Gewinnmitnahme geraten. Der neuerliche Rücksetzer auf das Juni-Tief zeugt nicht von Stärke und es besteht die Gefahr einer Fortsetzung der Korrektur.

Sollte der Goldpreis in der aktuellen Handelswoche wieder deutlich unter 1.800 US-Dollar fallen, dann dürfte bei Platin die Unterstützung bei 1.010 US-Dollar brechen, wobei folglich sogar ein Sell Off auf 860 US-Dollar möglich wäre. Dort sehen wir antizyklisch eine sehr gute Kaufchance auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht.


Platin zeigt sich sehr schwach in den letzten sechs Monaten

Im Tageschart sehen wir einen langfristigen Aufwärtstrend, der exakt an der Unterstützung bei 1.010 US-Dollar verläuft, womit beide zusammen eine stärkere Kreuzunterstützung bilden. Es ist noch möglich, dass diese Kreuzunterstützung genügend Halt bieten kann und von dort aus ein neuer Anstieg über die nächsten Monate hinweg starten wird.

Sollte der Goldpreis im August hingegen schwach bleiben und noch einmal auf 1.700 US-Dollar fallen, so wäre im schlimmsten Fall ein Rücksetzer bis in den Bereich von 860 US-Dollar denkbar, wo wir jedoch beherzt wieder antizyklisch als Käufer auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht aktiv würden.


Bei 1.010 US-Dollar liegt eine starke Kreuzunterstützung

Der Langfristchart sieht sehr schön aus. Wir hatten bereits im letzten Jahr mit dem Ausbruch über 1.000 US-Dollar ein Kaufsignal bis 1.350 US-Dollar gegeben, von wo aus wir mit einer erneuten Korrektur auf 1.000 US-Dollar gerechnet haben. Das war nur ein grobes Szenario, das wir aus der fundamentalen Schwäche am Platinmarkt abgeleitet hatten, doch letztlich exakt so eintraf.

Charttechnisch wurde der Ausbruch über den Widerstand bei 1.000 US-Dollar von den Spekulanten gekauft, worauf es nun einen Pull Back auf den ehemaligen Widerstand gab, der nun als Unterstützung fungiert. Kann dieser sowie der Aufwärtstrend gehalten werden, so wäre dies mittel- bis langfristig bullisch. Es ist gut möglich, dass an dieser Unterstützung industrielle Verbraucher den günstigen Preis nutzen werden, um ihre Lagerbestände aufzustocken und so dazu beitragen, dass der Preis von dort aus erneut ansteigen wird.

Bricht hingegen die Unterstützung bei 1.000$ und somit auch der Aufwärtstrend, so wäre ein Rücksetzer auf 800 US-Dollar bis 860 US-Dollar im schlimmsten Fall denkbar. Danach sollte es im kommenden Jahr einen neuen Anstieg auf 1.350 US-Dollar geben.


Langfristig zeigt der Chart eine Trendumkehr und ein Ende der langfristigen Abwärtstrends

Das Platin-Palladium-Ratio zeigt, dass Platin in den vergangenen 50 Jahren immer teurer war als Palladium, mit Ausnahme der Jahrtausendwende und aktuell seit 2017. Aktuell wird die Feinunze Palladium historisch einmalig 160 % über dem Preis von Platin gehandelt.

Nach dem WPIC (World Platinum Investment Council) soll die Nachfrage nach Platin aus der Automobilindustrie in diesem Jahr um 25 % zum Vorjahr auf 3 Millionen Unzen ansteigen. Begründet wird dies mit einen Aufholeffekt nach dem Einbruch der Nachfrage im letzten Jahr aufgrund der Lockdowns. Man erwartet daher für dieses Jahr einen 16% höheren Absatz von Neufahrzeugen. Zusätzlich sollen die neuen Euro 6d und die China 6a-Norm für einen Anstieg der Nachfrage sorgen.

Wir sehen in den letzten Jahren in der Industrie eine fortschreitende Substituierung von Palladium durch das günstigere Platin. Der Palladiummarkt ist immer noch eng und solange dies anhält, dürfte dieser Umstand für weiter steigende Preise sorgen, worauf auch die Substitution weiter fortschreiten und letztlich auch zu steigenden Platinpreisen führen wird. Diese Transformation ist ein langsamer Prozess und man schätzt, dass jährlich etwa 1,5 Millionen Unzen Palladium in der Industrie durch Platin ersetzt werden.

Langfristig ist es konsequent logisch und wahrscheinlich, dass die Substitution in der Zukunft zu einem Überangebot bei Palladium und einem Defizit bei Platin führen wird. Das Ratio würde dann wieder ansteigen, wobei Platin das Palladium massiv outperformen dürfte. Würde das Ratio nur zu seinem Durchschnitt der letzten 50 Jahre bei 3 zurückkehren, entspräche dies einer sechsmal besseren Performance von Platin zu Palladium in der Zukunft.

Will man ein langfristig ausgerichtetes Edelmetalldepot auf Sicht von mindestens einer Dekade diversifizieren, so wäre Platin eine Spekulation wert. Da Platin auch zu Gold und Silber historisch günstig ist, wäre es denkbar, dass Platin sogar die monetären Edelmetalle in den kommenden zehn Jahren outperformen könnte. Kurzfristig hat Platin noch mit einem Überangebot zu kämpfen, doch auf Sicht einer Dekade scheint das Risiko begrenzt und die Gewinnchance sehr hoch zu sein, weshalb wir den aktuellen Rücksetzer zum Aufbau langfristiger Positionen nutzen.


Platin ist aktuell so günstig zu Palladium und Gold wie noch nie zuvor

 

Gold – Da ist der Startschuss

Stand: 29.07.2021 von Florian Grummes

 

Mit dem gestrigen FED-Zinsentscheid und der anschließenden Pressekonferenz scheint dieses für den Frühsommer durchaus typische Verwirrspiel nun endlich zu Ende gegangen zu sein. So schießt der Goldpreis an diesem Donnerstag um fast 30 USD nach oben und erobert somit bislang zumindest intraday seine 200-Tagelinie zurück.

Angesichts eines neuen technischen Kaufsignals in Verbindung mit der exzellenten saisonalen Ausgangslage dürfte gestern Abend mindestens der Startschuss für die Sommerrally im Edelmetall-Sektor erfolgt sein. Im Zweifelsfall sind nun Kurse in Richtung 1.880 US-Dollar und eventuell sogar 1.950 US-Dollar in den kommenden Wochen möglich.

 

Im großen Bild befindet sich der Goldpreis ausgehend vom Doppeltief bei 1.676 US-Dollar weiterhin in der Erholung als Antwort auf die vorangegangene Korrektur, welche wiederum im August 2020 beim neuen Allzeithoch (2.075 US-Dollar) aufgrund der damals überschäumenden Euphorie notwendig wurde. Damit wären in diesem Herbst auch Kurse um 2.000 US-Dollar denkbar. In jedem Fall stehen dem gesamten Edelmetall Sektor zumindest ein bis drei bullische Monate bevor!

Goldpreis Wochenchart in US-Dollar – Dreieck und umgekehrte SKS-Formation

Auf dem Wochenchart nimmt die Korrektur der letzten 12 Monate zunehmend die Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation an. In diesem Fall läge die entscheidende Nackenlinie aktuell um ca. 1.900 US-Dollar. Kurse darüber wurde die erfolgreiche Auflösung dieser bullischen Formation signalisieren und Mindestziele bis in den Bereich zwischen 2.025 und 2.075 US-Dollar aktivieren.

 

Gleichzeitig läuft der Goldpreis seit eineinhalb Jahren in ein großes Dreieck hinein und nähert sich nun der Dreieckspitze. D.h. es steht eine Entscheidung an. Zwar hat ein Ausbruch nach oben im Gesamtumfeld (Crack-Up-Bomm) eindeutig eine höhere Wahrscheinlichkeit, trotzdem ist hier noch nichts in Stein gemeißelt. Die Serie der höheren Tiefs lässt auf Sicht der kommenden Wochen aber zumindest einen Test der oberen (roten) Begrenzungslinie im Bereich um ca. 1.880 US-Dollar erwarten. Auf der Unterseite darf der Goldpreis nun nicht mehr unter 1.775 US-Dollar fallen, sonst wäre das Dreieck bärisch aufgelöst.

 

Goldpreis Tageschart in US-Dollar – 200-Tagelinie als Sprungbrett

Auf dem Tageschart konsolidierte der Goldpreis wie erwartet in der Nähe seiner leicht fallenden 200-Tagelinie (1.820 US-Dollar). Damit wurde die zwischenzeitlich überkaufte Stochastik wieder mehr als neutralisiert, so dass der Oszillator nun ein frisches Kaufsignal liefern konnte. Zwar blockiert das obere Bollinger Band (1.827 US-Dollar) kurzfristig die Bullen noch am Vorankommen, es scheint aber nur noch eine Frage der Zeit, bis diese ermuntert durch den gestrigen Startschuss hier weiter nach oben drücken werden.

Klares erstes Kursziel ist die Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch und dem letzten Hochpunkt von Anfang Juni im Bereich von ca. 1.880 US-Dollar. Darüber hinaus liegen die nächsten Kursziele bei ca. 1.920 US-Dollar und 1.950 US-Dollar. Im Hintergrund wartet zudem die große und runde Marke von 2.000 US-Dollar.

 

Zusammengefasst scheint der tiefe Rücksetzer vom Juni mittlerweile verdaut. Höchstwahrscheinlich hat am Mittwoch-Abend die Sommer-Rally am Goldmarkt begonnen. Die nächsten Wochen sollten daher von steigenden Kursen geprägt sein.

Dabei könnte die 200-Tagelinie als Sprungbrett bzw. Trampolin in Richtung 1.880 US-Dollar und 1.920 US-Dollar dienen. Mit etwas Glück können die Edelmetalle im August so viel Dynamik erzeugen, dass es tatsächlich auch für ein Wiedersehen mit der Marke von 2.000 US-Dollar im Herbst reicht. Allerdings folgten in der Vergangenheit auf derartige Wiedersehen dann meist tiefe Rücksetzer. 

 

Der Fahrplan sieht daher so aus, dass Gold gut Chance auf eine Erholung in Richtung von 2.020 US-Dollar hat, um dann im Anschluss wieder bis auf ca. 1.850 US-Dollar zurückzusetzen.

Kauflimit bei 1.525 Euro

 

Mit etwas Glück kommt der Goldpreis in Euro nochmal auf seine 200-Tagelinie (1.515 Euro) zurück. Deutlich tiefere Kurse sind jedoch nicht mehr zu erwarten. Mit unseren Kauflimits bei 1.525 US-Dollar und 1.480 US-Dollar konnte man in den letzten zwei Monaten die Tiefs ganz ordentlich abfischen. Ab jetzt gilt es diszipliniert zu sein, um nicht den steigenden Kursen hinterherzulaufen.

 

Autor: Florian Grummes

Technischer Analyst

www.goldnewsletter.de

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Quelle: GOLD.DE

US-Wirtschaft legt weiter zu – Lieferengpässe verhindern Wachstumssprung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet nur um 6,5 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Zuwachs von 8,5 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 6,3 Prozent im ersten Quartal. In der Automobilindustrie fehlen Computer-Chips, am Bau hapert es beim Holz-Nachschub, und Container sind weltweit rar. Die Logistik-Probleme hängen zum größten Teil mit der globalen Pandemie-Krise zusammen.

“Das BIP-Wachstum hätte kräftiger ausfallen können, doch Lieferengpässe und fehlendes Personal haben eine stärkere Produktionsausweitung behindert”, erklärte Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Die massiven Finanzhilfen von Staat und Notenbank konnten sich seiner Ansicht nach deshalb nicht vollständig entfalten, vor allem da der Arbeitsmarkt sich noch nicht von der Krise erholt habe.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt der – nach dem Einbruch in der Corona-Krise im Jahr 2020 mittlerweile wieder rund laufenden – US-Wirtschaft für dieses Jahr ein Wachstum von 7,0 Prozent voraus, auch wegen der riesigen Konjunkturpakete von Präsident Joe Biden. Bereits im März war ein 1,9 Billionen Dollar schweres Programm aufgelegt worden, mit dem die USA die Folgen der Corona-Krise abfederten. Nach monatelangem Ringen machte der US-Senat nun auch den Weg für ein parteiübergreifendes Infrastrukturpaket mit einem Volumen von rund einer Billion Dollar frei, das der Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf noch Schub verleihen dürfte.

CHIP-MANGEL KOSTET WACHSTUM

LBBW-Analyst Dirk Chlench betonte, dass das Wachstum im Frühjahr doch “sehr kräftig” ausgefallen sei, auch wenn es deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. “Grund hierfür dürfte in erster Linie der Rückgang der Investitionen in Wirtschaftsbauten sowie in Wohnbauten sein”, erläuterte er. Angesichts der zahlreichen Meldungen über Knappheit an Baustoffen sollte dies nicht als Zeichen einer Konjunkturschwäche fehlgedeutet werden, fügte Chlench hinzu.

Commerzbank-Experte Christoph Balz verwies darauf, dass auch an anderer Stelle Materialknappheit höheres Wachstum verhinderte. “Beispielsweise hätten sicherlich mehr Autos produziert und verkauft werden können, wenn es keine Lieferschwierigkeiten bei Computer-Chips gegeben hätte.” Ein Teil der Nachfrage sei daher aus Lagerbeständen und zusätzlichen Importen gedeckt worden, was das Wachstum um etwa 1,5 Prozentpunkte gedrückt habe.

VERBRAUCHER SÄULE DES AUFSCHWUNGS

Die Verbraucher erwiesen sich allerdings wieder als verlässliche Stütze des Aufschwungs. Ihre Ausgaben legten im zweiten Quartal um 11,8 Prozent zu, womit die Konsumlust noch stärker stieg als zu Jahresbeginn. “Die Corona-Scharte ist somit trotz der enttäuschenden Wachstumszahl beinahe ausgewetzt, das BIP liegt knapp unterhalb des Vorkrisenniveaus”, so das Fazit von VP-Bank Chefökonom Thomas Gitzel.

Die US-Notenbank (Fed) hatte auf ihrer jüngsten Zinssitzung betont, dass die Wirtschaft im laufenden Jahr durchaus Fortschritte gemacht habe. Sie bereitet nun die Finanzmärkte behutsam auf ein Abschmelzen ihrer Konjunkturhilfen in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar vor. Mit einem konkreten Zeitplan rechnen Experten allerdings nicht vor dem Herbst.

 

EZB verlängert Geldflut – Minenaktien historisch günstig – Analyse zu Silber

Seit einigen Wochen gibt es zwischen den Bullen und Bären an den Märkten auf diesem Preislevel einen ständigen Schlagabtausch, während die Terminmarktdaten der COMEX ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage offenbaren.

Die Rendite der zehnjährigen US-Zinsen sank leicht und die US-Aktienmärkte erreichten vergangene Woche ein neues Allzeithoch. Der starke Rücksetzer am Aktienmarkt zu Wochenbeginn, wurde diesmal primär von Kleinspekulanten sofort gekauft, sodass Dow Jones, S&P 500 und die NASDAQ auf einem neuen Allzeithoch die Woche beendeten.

Aktuell ist das Interesse an Gold nicht nur aufgrund der haussierenden Aktienmärkte begrenzt, sondern auch wegen der falschen Annahme, die Inflation wäre nur vorübergehend und die Notenbanken könnten den Kampf gegen steigende Konsumentenpreise gewinnen.

Die Notenbank von Neuseeland hatte vor einer Woche angekündigt ihr QE-Programm noch in diesem Monat beenden zu wollen. Darin sehen viele Investoren fälschlicherweise den Kanarienvogel in der Kohlemine und ein Indiz für ein baldiges Tapering, sowie steigende Zinsen in den USA.

Auch der Einbruch des Rohölpreises auf 65 US-Dollar zum Beginn der letzten Woche, nachdem die OPEC sich auf eine Anhebung der Produktion einigte, wird als ein Indiz für den vermeintlich temporären Charakter der Inflation fehlgedeutet.


Der US-Dollar steigt noch, während die Edelmetalle korrigieren

Der Silberpreis verlor in der letzten Woche wieder 1,9%, nachdem er aus seiner mehrwöchigen Handelsspanne nach unten ausgebrochen war. Der HUI-Goldminenindex fiel um 2,5% und damit stärker als Gold und Silber.

Der Goldpreis notiert immer noch 120 US-Dollar über seinem Märztief, während der HUI-Goldminenindex dieses Korrekturtief bei 250 Punkten bereits wieder erreicht hat. Damit zeigen sich die Goldminen schwächer als der Goldpreis selbst, was als ein erstes Zeichen von Kapitulation in diesem Markt gedeutet werden könnte.

Andererseits glauben gerade die amerikanischen Investoren das Märchen einer nur vorübergehend hohen Inflation und einer baldigen Drosselung der Anleihenkäufe, was in den kommenden Sommerwochen womöglich noch einmal für Verkaufsdruck am Goldmarkt sorgen und folglich die Minenaktien noch einmal unter das letzte Verlaufstief vom März drücken könnte.

Die Kurse der Minenaktien haben den stark gestiegenen Goldpreis der letzten Jahre noch nicht eskomptiert. Diese sind im Verhältnis zum Goldpreis aktuell so günstig wie zur Jahrtausendwende.

Investoren scheinen zu glauben, die Verdoppelung der Notenbankbilanz würde nicht zu einer entsprechend deutlichen Abwertung des Dollars und des Euros führen und somit der Goldpreis und die Minen überbewertet sein.

Dieser Irrtum wird letztlich zu einer Kaufpanik der Minenaktien führen, wenn erst es dem Markt dämmert, dass die hohen Teuerungsraten in den kommenden Jahren bleiben und weiter ansteigen werden. Sobald die Marktzinsen inflationsinduziert auch zu steigen beginnen, werden die Margen der Unternehmen am Standardaktienmarkt unter Druck geraten.

Die Minenaktien werden dann ihre späte Wertschätzung in einer Vervielfachung ihrer Marktbewertung erfahren, was in einigen Jahren letztlich wieder in einer irrationalen Kaufpanik enden dürfte. Diesen Ablauf konnte man bereits während der Stagflation der siebziger Jahre beobachten, als sich die Goldminenaktien verzehnfachten, während der Dow Jones in der gleichen Zeit über 16 Jahre hinweg bei 1.000 Punkten dahindümpelte.


Die Minenaktien sind im Vergleich zum Goldpreis historisch unterbewertet

Die Notenbanken sind dazu verdammt in den nächsten Jahren weiterhin Geld aus dem Nichts zu drucken, um die Zinsen noch eine Weile auf historisch niedrigem Niveau halten zu können. Dies erhöht jedoch sukzessive den Inflationsdruck, weshalb sich diese Geldpolitik in wenigen Jahren in einer Explosion der Zinsen entladen muss, die eine entsprechende Rezession bei gleichzeitig stark steigenden Preisen nach sich ziehen wird.

Während dieser Stagflation werden gerade die kleinen Leute leiden, die keine inflationsgeschützten Vermögen besitzen und bei nahezu gleichen Löhnen mit stark steigenden Preisen konfrontiert werden. Durch die unverantwortliche Fiskalpolitik des Staates, einhergehend mit der wirtschaftsschädigenden Geldpolitik, wird die Schere zwischen Arm und Reich größer und die Armut in Deutschland stark ansteigen.


Die Notenbanken sind dazu verdammt weiterhin Geld aus dem Nichts zu erzeugen, um die Zinsen noch einige Jahre niedrig halten zu können

Dass die Annahme der meisten Investoren, die FED könnte die Anleihenkäufe bald drosseln, falsch ist, bestätigte vergangene Woche Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank. Erst kürzlich hatte die EZB offiziell ihr Inflationsziel von „knapp unter zwei Prozent“ auf durchschnittlich zwei Prozent angehoben, nachdem die FED diese Änderung bereits vor einem Jahr vollzog. Nun hat man die Bedingungen für eine Drosselung der Anleihenkäufe neu definiert, womit man sich neuen Spielraum für eine weitere Ausdehnung der Anleihenkäufe geschaffen hat.

Christine Lagarde erklärte, es gebe drei Bedingungen, die erfüllt sein müssten, bevor man die Zinsen anheben werde.

  1. Die Teuerung, gemessen am HVPI, muss deutlich vor dem Ende des Projektionszeitraums (aktuelles Jahr und die zwei folgenden Jahre) mindestens zwei Prozent erreichen.
  2. Die Teuerung muss nach Ansicht der EZB bis zum Ende des Projektionszeitraums über zwei Prozent bleiben.
  3. Die Kerninflationsrate (HVPI ex Energie- und Nahrungsmittelpreise) muss so hoch sein, dass die Teuerung auch mittelfristig bei zwei Prozent bleiben wird, auch wenn die Preise zeitweise deutlich stärker als zwei Prozent ansteigen.

Damit hat sich die EZB ein so breites und schwammiges Ziel gesetzt, dass sie selbst dann, wenn die Teuerung in den nächsten Monaten deutlich über zwei Prozent ansteigen wird, die Anleihenkäufe auch noch in den kommenden zwei Jahren ungehindert fortsetzen kann. Es wird also bis weit in 2024 hinein Geld gedruckt werden, womit alle Zweifel der Investoren an der Nachhaltigkeit der hohen Preissteigerungsraten eigentlich hinweggewischt sein sollten.

Da die EZB und die FED Anleihen aufkaufen müssen, um einen sofortigen Zinsanstieg zu verhindern, wird das Ankaufprogramm PEPP von bisher 1,85 Billionen Euro sicherlich verlängert und aufgestockt werden. Der Sündenbock für den Reset des Kreditgeldsystems dürften erst einmal weiterhin neue Mutanten und drohende Lockdowns sein, die die Märkte in Angst und Schrecken versetzen.


Aktuell herrscht ein Umfeld historisch niedriger Realzinsen, was extrem bullisch für die Edelmetallpreise ist

Die Realzinsen werden also auch in den kommenden Jahren negativ bleiben, was das beste Umfeld für steigende Edelmetallpreise ist, wie obiger Chart zeigt. Immer dann, wenn die Realzinsen negativ werden und Sparguthaben in dieser Finanziellen Repression ihre Kaufkraft verlieren, steigt der Goldpreis diametral gegensätzlich an.

Die Investoren werden spätestens im nächsten Jahr merken, dass die hohen Inflationsraten hoch bleiben und die Notenbanken ihre QE-Programme nicht drosseln werden. Dies wird die Inflationserwartungen anheizen, worauf die große Flucht in Edelmetalle und Minenaktien beginnen wird. Investieren Sie daher weiterhin in Edelmetalle – die große Wirtschaftskrise beginnt erst mit steigenden Zinsen und die hohe Inflation wird bleiben!

Technische Analyse zu Silber: Bear Flag? Wie weit noch bis zum Kaufsignal?

Terminmarkt: COT-Report vom 23.07.2021

Der Preis fiel zur Vorwoche um 1,10 US-Dollar, während die Spekulanten 8 Tsd. Kontrakte abbauten. Das ist zu wenig – hier zeigt sich ein Überangebot und Schwäche am Markt. Die großen vier Händler an der COMEX hatten ihre Netto-Shortposition um 7 Tage der Weltproduktion reduziert. Dass sich diese so deutlich eindecken konnten, unterstreicht die Schwäche des Silbermarktes noch einmal – ohne deren Eindeckung wäre der Silberpreis noch tiefer gefallen.

Die Kleinspekulanten sind bereits ziemlich bärisch positioniert, was als antizyklischer Indikator ein leichter Hoffnungsschimmer für die Bullen ist. Die aggregierte Long-Position ist jedoch immer noch extrem hoch und spricht weiterhin eher für eine Korrektur des Silberpreises. Zum Open Interest sind die Daten weiterhin deutlich im Verkaufsbereich und es besteht das hohe Risiko eines Long-Drops auf 22 US-Dollar oder tiefer.

Gibt der Goldpreis nach, so wird der Silberpreis überproportional entsprechend der Schwäche im Markt korrigieren. Die CoT-Daten sind weit davon entfernt ein grünes Signal für bedenkenlose Käufe zu liefern.


Die Terminmarktdaten für Silber sind bestenfalls als neutral zu werten

Nach einer trendlosen Phase über einen Monat hinweg, brach der Silberpreis aus seiner Handelsspanne nach unten aus. Charttechnisch zeigte sich in den Tagen vor dem Einbruch bereits deutliche Schwäche von Silber im Verhältnis zum Goldpreis.

In den letzten Handelstagen hatte sich eine erneute Bärenflagge ausgebildet am Silbermarkt. Sollte der Goldpreis in der nächsten Woche unter 1.800 US-Dollar handeln, dann wird die Bärenflagge am Silbermarkt mit hoher Wahrscheinlichkeit bärisch aufgelöst werden, womit sich ein technisches Korrekturpotenzial bis 24 US-Dollar eröffnen würde.

Das bullische Szenario, dass jedoch eher unwahrscheinlicher ist, wäre eine Rückeroberung der vorherigen Handelsspanne über 25,80 US-Dollar. Damit und über 25,60 US-Dollar, würde es dann zwei kurzfristige Kaufsignale geben. Die Prämisse für dieses Szenario wäre jedoch, dass der Goldpreis deutlich ansteigen und sich über 1.850 US-Dollar halten kann, was den Silberpreis letztlich mit nach oben ziehen dürfte. Nach der Schwäche in den COT-Daten der letzten Wochen ist eine isolierte Rallye des Silberpreises ohne einen Anstieg des Goldpreises sehr unwahrscheinlich geworden.


Silber bildet aktuell eine neue Bärenflagge aus, was ein bärisches Fortsetzungsmuster ist

Im größeren Bild des Tagescharts wird eine große Handelsspanne zwischen 28 US-Dollar auf der Oberseite und 22 US-Dollar auf der Unterseite sichtbar. Sollte das letzte Verlaufstief bei 24 US-Dollar keinen Halt bieten, so dürfte es bei 22 US-Dollar kurzfristig genügend Kaufinteresse geben, sodass sich der Preis von dort aus wieder erholen dürfte. Antizyklische Käufe machen daher bei 22 US-Dollar Sinn, sollte der Preis kurzfristig im August noch einmal so weit korrigieren.


Das Sentiment wird langsam bärisch und Spekulanten beginnen auf einen fallenden Preis zu setzen

Silber handelte über fünf Jahre hinweg in einer Handelsspanne zwischen 14 US-Dollar auf der Unterseite und 19 US-Dollar auf der Oberseite. Seit dem bullischen Ausbruch Mitte 2020 ist das langfristige Chartbild sehr bullisch. Im Wochenchart ist das dreimalige Scheitern am Widerstand bei 28 US-Dollar noch deutlicher sichtbar. Selbst ein Rücksetzer auf die Unterstützung bei 19 US-Dollar, was zuvor der langfristige Widerstand war, würde das übergeordnet charttechnisch bullische Bild nicht zerstören.

Dennoch sehen wir aktuell das realistische Korrekturpotenzial im schlimmsten Fall bei 22 US-Dollar liegen, wo wir ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis für Käufe auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht sehen.

Im nächsten Jahr ist ein Anstieg über den Widerstand bei 28 US-Dollar denkbar, was den Silberpreis spekulativ getrieben schnell bis auf 36 US-Dollar hieven dürfte.

Mit dem Scheitern der Geldpolitik, fortgesetzten Anleihenkäufen und inflationsinduziert steigenden Zinsen, werden Gold und auch Silber zum Schutz vor Inflation zunehmend gefragt werden. Es dürfte sich dann über einige Jahre hinweg ein Defizit am physischen Markt entwickeln, das Silber weit über sein Allzeithoch bei 50$ tragen wird. Antizyklische Käufe bei 22 US-Dollar wären daher im Umfeld eines wahrscheinlichen Stagflationsjahrzehnts eine äußerst günstige Kaufgelegenheit.


Das Ende der aktuell laufenden Korrektur wird eine womöglich letzte günstige Kaufchance bieten

 

Führungsmitglied der Bank von England für Festhalten an Konjunkturhilfen

Der jüngste Anstieg der Inflation sei wahrscheinlich nur vorübergehend, sagte Gertjan Vlieghe, der im geldpolitischen Ausschuss der Notenbank sitzt, am Montag in einer Rede für die London School of Economics. “Ich denke, dass es angemessen ist, die gegenwärtige geldpolitische Unterstützung für mindestens einige Quartale in Kraft zu lassen und wahrscheinlich noch länger”, sagte Vlieghe. Die nächste Zinssitzung der Bank von England ist am 5. August.

Sollte eine Straffung der Geldpolitik erforderlich sein, sei nicht viel erforderlich, sagte der Notenbanker. Denn der neutrale Zins liege derzeit auf einem niedrigen Niveau. Die Zinssitzung im August wird Vlieghes letzte sein, bevor er die Bank von England verlässt. Unter dem neutralen Zins wird in der Volkswirtschaft das Zinsniveau bezeichnet, bei dem die Konjunktur weder angeschoben noch gebremst würde.

Im Juni war die Inflation in Großbritannien auf 2,5 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit August 2018. Die Bank von England, die zwei Prozent Teuerung für die Wirtschaft anstrebt, hatte ihren Leitzins dennoch bei 0,1 Prozent gehalten, da sie den Preisauftrieb als vorübergehend ansieht. Zudem blieb das Volumen ihres laufenden Wertpapierkaufprogramms bei 895 Milliarden Pfund. Die Finanzmärkte gehen derzeit davon aus, dass die Notenbank bis August nächsten Jahres den Leitzins auf 0,25 Prozent erhöhen wird.

Angesichts des Inflationsschubs war in der Notenbank zuletzt eine Debatte über die Zukunft der Konjunkturhilfen entbrannt. Zwar erteilte das Führungsmitglied Jonathan Haskel Überlegungen einer baldigen Kurskorrektur eine klare Absage. Zwei seiner Kollegen aus dem geldpolitischen Ausschuss hatten aber signalisiert, es werde Zeit über ein Herunterfahren der in der Corona-Krise aufgelegten Konjunkturhilfen nachzudenken.

 

Russische Zentralbank mit stärkster Zinsanhebung seit 2014

Der Satz steigt von 5,5 auf 6,5 Prozent, wie die Notenbank am Freitag in Moskau ankündigte. Die Währungshüter rechnen in diesem Jahr mit einer Teuerungsrate zwischen 5,7 und 6,2 Prozent, 2022 dann von 4,0 bis 4,5 Prozent. “Wir dürfen uns nicht mit erhöhten Inflationserwartungen abfinden, damit sie sich nicht auf diesem hohen Niveau verankern”, sagte Notenbankchefin Elwira Nabiullina zur Begründung. Eigentlich strebt die Zentralbank eine Inflation von vier Prozent an. Sie behielt sich deshalb weitere Zinserhöhungen vor. “Derzeit sehen wir den Leitzins im nächsten Jahr im Bereich von sechs bis sieben Prozent”, sagte Nabiullina.

Höhere Zinsen machen Kredite für Investitionen und Konsum teurer, was die Inflation dämpfen kann. Zudem wird Sparen dadurch attraktiver, was ebenfalls den Preisauftrieb vermindern kann. Auch die Landeswährung Rubel wird dadurch gestützt, was Importe günstiger werden lassen kann. Allerdings können höhere Zinsen auch den Aufschwung dämpfen. “Unsere Politik wird den wirtschaftlichen Wachstumsraten nicht schaden”, sicherte die Zentralbankchefin zu. Ihr zufolge hat die russische Wirtschaft bereits im abgelaufenen zweiten Quartal ihr Vor-Corona-Niveau wieder erreicht. Für das Gesamtjahr rechnet sie mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 4,0 bis 4,5 Prozent. Die Geldpolitik schiebe die Konjunktur weiterhin an, hieß es.

Die hohe Inflation drückt auf den Lebensstandard vieler Russen. Sie ist eine der Hauptsorgen der Haushalte vor den Parlamentswahlen im September, bei denen die Regierungspartei Einiges Russland” voraussichtlich ihre Dominanz behalten wird. “Eine gute Getreideernte könnte für einen stärkeren Rückgang der Lebensmittelpreise sorgen”, sagte Nabiullina.

 

Belgiens Notenbankchef – Zu starke Festlegung durch neuen Zinsausblick

Er habe sich deshalb nicht wohl gefühlt mit dem Ausblick, der als Versprechen verstanden worden sei, für lange Zeit die Zinsen nicht zu erhöhen, sagte Wunsch am Freitag dem Sender CNBC. “Wir sprechen vielleicht von fünf oder sechs Jahren, wenn wir uns die Markterwartungen anschauen”, sagte er. “Ich habe mich nicht wohl dabei gefühlt, eine Festlegung für eine so lange Zeit einzugehen.”

Die EZB hatte am Donnerstag ihren Zinsausblick an ihr neues Inflationsziel von zwei Prozent angepasst. Sie will nun ihre Leitzinsen solange auf dem aktuellen oder einem noch tieferen Niveau halten, bis zu sehen ist, dass die Inflation zwei Prozent erreicht und dann auch erst einmal auf diesem Niveau bleibt. Nicht alle Währungshüter haben diese Änderung mitgetragen. Wunsch gehörte im EZB-Rat zu den Kritikern.

“Meine Ablehnung sollte nicht dramatisiert werden”, sagte Wunsch. Er hätte sich eine Ausstiegsklausel im Ausblick gewünscht, um der EZB die Möglichkeit zu geben, die Zinsen zu erhöhen, wenn sie mit bestimmten Risiken konfrontiert sei. Dabei nannte er die Gefahr der fiskalischen Dominanz. Darunter wird ein Zustand verstanden, in dem die Haushaltspolitik der Staaten die Oberhand gewinnt und die Geldpolitik nur noch deren Interessen berücksichtigt.

WUNSCH FÜR ENDE DER PEPP-KÄUFE IM MÄRZ 2022

In einem separaten Telefon-Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Wunsch zudem, die EZB solle ihre Notfall-Anleihenkäufe des PEPP-Programms wie geplant im März 2022 beenden, sollten keine unvorherbaren Ereignisse den Konjunkturausblick durchkreuzen. Die Debatte darüber solle bereits auf der Zinssitzung am 9. September starten. Eine endgültige Entscheidung müsse dann aber noch nicht getroffen werden. “Inhalt ist wichtiger als Timing. Wir möchten uns Zeit lassen, eine fruchtbare Diskussion zu führen.”

Das auf 1,85 Billionen Euro angelegte Programm, das die EZB zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 aufgelegt hatte, ist eines ihrer wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die ökonomischen Pandemiefolgen. Wunsch zufolge müssten bei Beendigung des Programms im März aber Klippeneffekte vermieden werden: “Die Mehrheit denkt, dass wir beim Übergang flexibel sein müssen.” Viele Volkswirte erwarten, dass die EZB dann Anleihenkäufe im Rahmen eines älteren Kaufprogramms wieder aufstockt oder in einer anderen Form sich den Handlungsspielraum bewahrt, die mit vielen Notfall-Maßnahmen der EZB verbunden sind.

 

EZB berät über geldpolitischen Ausblick und Anleihenkäufe

Volkswirte erwarten, dass die Währungshüter Hinweise darauf geben werden, dass ihre Geldschleusen noch für längere Zeit weitoffen bleiben werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte sich nach einer langen Strategieprüfung ein neues Inflationsziel von zwei Prozent gesetzt und sich etwas mehr Handlungsspielraum in der Erreichung eingeräumt. Jetzt geht es auf der Sitzung darum, den Ausblick zur Entwicklung ihrer Schlüsselzinsen und Anleihekäufe an die neuen Vorgaben anzupassen.

Ihren Zinsbeschluss will die EZB um 13.45 Uhr veröffentlichen. Erwartet wird, dass die Notenbank am Leitzins, der bei 0,0 Prozent liegt, nicht rütteln wird. Auch ihren Einlagesatz dürfte sie aus Sicht von Experten bei minus 0,5 Prozent belassen.

Die neue Strategie sieht vor, dass besonders starke oder lang anhaltende geldpolitische Maßnahmen nötig sind, wenn die Zinsen, wie es momentan der Fall ist, bereits ultratief liegen. Angesichts unterschiedlicher Positionen im EZB-Rat wird Notenbankchefin Christine Lagarde alle Anstrengungen unternehmen müssen, um einen Kompromiss zu erzielen. Der geldpolitische Ausblick dürfte auch ein wichtiges Signal setzen, wie es mit den billionenschweren Notfall-Anleihekäufen weitergehen soll, die noch bis mindestes Ende März 2022 fortgesetzt werden sollen. Spätestens im Herbst erwarten Experten hierzu eine Entscheidung der Notenbank.