Preisanstieg im Großhandel beschleunigt sich – Stärkste Teuerung seit 1974

Sie lagen um 12,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Einen kräftigeren Anstieg gab es zuletzt im Oktober 1974 mit 13,2 Prozent während der ersten Ölkrise. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb erneut deutlich: Im Juli hatte die Teuerungsrate bei 11,3 und im Juni bei 10,7 Prozent gelegen. Die Entwicklung gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da der Großhandel das Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden ist.

“Der hohe Anstieg der Großhandelspreise im Vorjahresvergleich ist zum einen durch aktuell stark gestiegene Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte begründet”, erklärten die Statistiker. “Zum anderen kommt ein Basiseffekt infolge des sehr niedrigen Preisniveaus der Vorjahresmonate im Zusammenhang mit der Corona-Krise zum Tragen.”

Ein starker Preistreiber war den Angaben zufolge die Entwicklung bei Erzen, Metallen und Vorprodukten aus Metall: Sie verteuerten sich um 63,4 Prozent. Besonders kräftige Preisanstiege gab es auch im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (+101,7 Prozent), mit Roh- und Schnittholz (+57,8 Prozent) sowie mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen (+35,5 Prozent). Erheblich teurer wurden im Vorjahresvergleich auch Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (+19,3 Prozent).

Wegen der deutlichen Erholung der Weltkonjunktur von der Corona-Rezession steigen derzeit die Preise für viele Produkte rasant. Besonders den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China wird in diesem Jahr ein starkes Wachstum vorausgesagt, zumal dort große Konjunkturprogramme aufgelegt wurden. Das bekommen die deutschen Verbraucher auch bei den Preisen zu spüren: Die Inflationsrate liegt aktuell mit 3,9 Prozent so hoch wie seit 1993 nicht mehr.

 

EZB-Chefin Lagarde hält aktuellen Inflationsschub für vorübergehend

Zwar sei zu erwarten, dass der Preisauftrieb im Herbst noch steigen werde, sagte Lagarde am Donnerstag auf der Pressekonferenz nach der Zinssitzung. Aber schon nächstes Jahr werde das Niveau zurückgehen.

Die Inflation im Euro-Raum war im August auf 3,0 Prozent geklettert. Das ist nicht nur der höchste Wert seit rund zehn Jahren, sondern liegt auch deutlich über dem Ziel der EZB, die zwei Prozent Inflation als optimales Niveau für die Wirtschaft anstrebt. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft im Euro-Raum, nahm die Teuerung nach europäischer Berechnung sogar auf 3,4 Prozent zu. Treibende Faktoren sind die Energiepreise und Sonderfaktoren wie die zeitweise Senkung der deutschen Mehrwertsteuer im Jahr 2020. Lagarde verwies darauf, dass beispielsweise der von der Mehrwertsteuersenkung ausgelöste Faktor im nächsten Jahr aus der Statistik verschwinden werde. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte vor kurzem gemahnt, das Risiko einer zu hohen Inflation nicht aus den Augen zu verlieren.

 

EUR/USD vor der EZB-Sitzung im Chartcheck

Waren die Vorschusslorbeeren zu viel des Guten?

Seit dem die Gemeinschaftswährung Mitte August den Support um 1,17000 USD erfolgreich verteidigt hat, liefen die Kurse mehr oder weniger geradlinig in den Preisbereich um 1,19000 USD. Der Versuch der Euro-Bullen, das Ruder zu übernehmen, ist damit nicht zu übersehen und die Chancen auf der Chartoberseite liegen auf der Hand.

Gelingt der Sprung über Marke von 1,19000 USD ebnet sich zunächst das Feld zum Drehbereich um 1,19750 USD. Bei einem nachhaltigen Richtungswechsel winken aus charttechnischer Sicht längerfristig sogar Zuwächse bis zum Verlaufshoch bei 1,22660 USD.

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Tickmill-Analyse: Wochenchart im EURUSD

Doch auf Grund der morgigen Sitzung der Europäischen Zentralbank besteht die Gefahr, dass die Rechnung ohne den Wirt gemacht wurde. Ein Treiber der Rally ist unter anderem das Thema der Reduzierung des laufenden Anleihekaufprogramms. Doch auch der Arbeitsmarkt und die Entwicklung der Inflation in der Eurozone dürften eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung der Notenbänker spielen. Sollten diese etwas zurückhaltender agieren, als der Markt das erwartet, ist aus kurzfristiger Sicht mit Kursrückgängen zu rechnen.

Ein widererstarkende US-Dollar dürfte ebenfalls für Verkaufsdruck sorgen

Erste Auswirkung über den positiven Wochenstart für den US-Dollar-Index sind bereits im 4-Stundenchart der EURUSD zu sehen. Der gestern initiierte Abprall vom Widerstand bei 1,19000 USD ins nicht zu übersehen. Sollten die Akteure weiterhin vorsichtig agieren und lieber ein paar Gewinne aus der vorangegangenen Rally mitnehmen, dürfen der Schwungbereich um 1,18000 USD sowie die untergeordneten Swinglows um 1,17830 USD, 1,17350 USD und 1,17270 USD auf nicht auf der Agenda der planbaren Anlaufmarken auf der Chartunterseite fehlen.

Tickmill-Analyse: EURUSD im 4-Stundenchart

Im Falle eines deutlichen Kursrutsches bietet die runde Marke von 1,17000 USD sowie das Doppeltief bei 1,16650 USD Orientierung.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

 

Tickmill’s LIVE-Besprechung: Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Behalten Sie börsentäglich die wichtigsten Fakten rund um starke Trends im Blick und verpassen Sie keine Gelegenheit. Melden Sie sich jetzt für die LIVE-Besprechung der täglichen Trading-Ideen um 8:30 Uhr bei Tickmill unter https://www.tickmill.eu/de/education/webinars/93017117289/1610091000000 an.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl

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Silber, das große Bild

Wir haben Stopps nicht eingehalten, zu oft gehandelt, shadow- bzw. copy-trading betrieben, Wahrscheinlichkeiten ignoriert, zu viel gehandelt und Rache geübt. Darüber hinaus haben wir selbst die offensichtlichsten Signale des Marktes ignoriert, wie schlechte Liquidität, Volatilität und Seitwärtshandel. Worüber viel weniger gesprochen wird, ist das Fehlen eines großen Bildes. Das Ignorieren der größeren Zeitrahmen, die die kleinen Zeitrahmen beherrschen, ist jedoch einer der schädlichsten Einflüsse auf Ihren Handel. Silber, das große Bild.

Das Problem ergibt sich aus der Schwierigkeit der Vorhersage. Je weiter ein Ereignis in der Zukunft liegt, desto schwieriger ist es, es vorherzusagen. Diese Tatsache verleitet Amateure dazu, sich auf kleinere Zeitrahmen zu beschränken, in dem Bestreben, richtigzuliegen. Darüber hinaus ist die Handelshäufigkeit umso höher, je kleiner der Zeitrahmen ist. Das macht kleinere Zeitrahmen verlockender, da hier mehr los ist.

Nichtsdestotrotz sorgen die langfristigen Wetten für die großen Gewinne und in Bezug auf Silber ist der physische Erwerb gerade jetzt günstig.

Silber Monatschart, Silber, das große Bild

Silber in US-Dollar, Monatschart vom 4. September 2021

Wir finden den traditionellen Wert in einer grundlegenden Analyse des großen Zeitrahmens zuerst. Eine Geschichte, wenn Sie so wollen, die das unterstützt, was uns die Charts zeigen. Was die obige Monatsbetrachtung angeht, so hatten wir fast ein Jahrzehnt, in dem Metalle nicht bevorzugt wurden, was mit dem letztjährigen Covid-Lockdown endete. Der weniger beachtete Grund für die Hausse ist, dass viele Rohstoffe für den Dekarbonisierungsprozess benötigt werden.

Neben der Inflation und dem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gibt es also noch einen weiteren Grund für die Fortsetzung dieses ersten Ausbruchs zu neuen Höchstständen. Da die Nachrichten ein Licht auf den vernachlässigten Rohstoffsektor insgesamt und insbesondere auf Silber werfen, werden wir auch auf diesen niedrigeren Niveaus nach den neuen Höchstständen sehen, dass sie für Anleger attraktiv sind, die von den Nachrichten geweckt wurden und versuchen, hier günstig einzusteigen.

Silber Wochenchart, hervorragendes Risiko-Ertrags-Verhältnis

Silber in US-Dollar, Wochenchart vom 4. September 2021

Ein weiterer Aspekt, den wir aus einer umfassenderen Sicht für bedeutsam halten, ist, dass aufgrund neuer Covid-Varianten ein weiterer Covid-Lockdown möglich ist. Folglich ist dies eine Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Auslösepunkt. Die Edelmetalle könnten aus ihrer Spanne der letzten 13 Monate herausschießen und neue Allzeithochs erreichen.

Der obige Chart zeigt Projektionen, die ein geschätztes Chancen/Risiko-Verhältnis für den Einstieg in den Silbermarkt ermöglichen. Dies geschieht aus der Perspektive einer Absicherung gegen die Inflation und einer allgemeinen Option zur langfristigen Vermögenserhaltung.

Sie können erkennen, dass beide Szenarien, d. h. ein vorausschauender Handel unter 24 USD oder ein bestätigter Handel über 24 USD, ein Risiko-Ertrags-Verhältnis von etwa 1:1 für den ersten Finanzierungspunkt aufweisen (bei den moderaten und aggressiven Höchstständen der letzten dreizehn Monate) (siehe unsere vierfache Ausstiegsstrategie). Das zweite Ziel läge bei knapp unter 38 USD und 43,50 USD. Wie immer würden wir unsere Läufer (die letzten 25% der ursprünglichen Position) ohne eine Trailing-Stop-Methode laufen lassen.

Silber Tageschart, Antizipieren, ausführen, Gewinne mitnehmen

Silber in US-Dollar, Tageschart vom 4. September 2021

Ein wichtiger Faktor bei der Marktspekulation und möglicherweise einer der drei wichtigsten Aspekte, die den Grundsatz untermauern, warum das Gesamtbild für einen Spekulanten so wichtig ist, ist, dass der Markt versucht, die Zukunft vorwegzunehmen. Während wir in der Regel reaktionär handeln, ist es wichtig, die Zukunft zu antizipieren und nicht nur die Fakten zu prüfen.

Dieses Timing aus einem psychologischen Faktor braucht diese Geschichte aus der entfernten größeren Perspektive, um die Aktion eines Händlers zu unterstützen. Ohne die Überzeugung, warum man einen Trend mit seinem Geld nähren sollte, ist eine korrekte Handelsausführung nahezu unmöglich.

Das obige Tagesdiagramm zeigt den Chart, welchen wir letzte Woche gepostet hatten, als wir unter den folgenden Prämissen eine Long-Bewegung erwarteten:

“Wir können sehen, dass wir nach dem starken Schlusskurs vom Freitag in ein kurzfristiges, risikoarmes Aufstiegsfenster eingetreten sind. Zum einen steht dem Kurs zwischen 24 und 24,50 USD keine Unterstützungs-/Widerstandszone im Weg. Zweitens: Aus Sicht der fraktalen Volumenanalyse (grünes Histogramm rechts im Chart) können die Kurse auch zwischen 23,90 und 25,15 USD leichter steigen. Aus diesen Daten lassen sich zwei Vorteile ableiten. Ein deutliches Abwehren der niedrigen Spanne von 23 bis 24 USD wird einen starken Punkt für höhere Zeitrahmen bilden, wenn dieser Monat über 24,25 USD schließt und einen bullischen Ton für die kommende Woche.”

Wir platzierten einen Trade (grüner Pfeil nach oben) und teilten diese Daten in Echtzeit in unserem kostenlosen Telegram-Kanal, und unsere Vorhersagen trafen ein. Folglich haben wir am Freitag bei 24,80 USD Teilgewinne mitgenommen, basierend auf unserer vierfachen Ausstiegsstrategie (Quad Exit).

Silber, das große Bild

Silber liegt mehr als fünfzig Prozent unter seinen Allzeithochs. Im Verhältnis zu Gold ist es das am stärksten unterbewertete Edelmetall mit einem hervorragenden Chance/Risiko-Verhältnis. Als sicherer Hafen zur Vermögenserhaltung ist es auch die am stärksten unterbewertete Anlagemöglichkeit im Vergleich zu Bitcoin, welcher aktuell mit 50.000 USD nur leicht unter seinem Allzeithoch gehandelt wird. In der aktuellen Preiszone von unter 25 USD befindet sich Silber unserer Meinung nach in einer risikoarmen Einstiegszone mit einem erstrebenswerten Chance/Risiko-Verhältnis.

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Unerwartet wenige neue Jobs in den USA – “Schneckentempo”

Es entstanden 235.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, wie die Regierung am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 728.000 gerechnet. Im Juli waren noch mehr als eine Million Arbeitsplätze entstanden. Die Arbeitslosenquote fiel im August dennoch von 5,4 auf 5,2 Prozent. “Der Jobaufbau kommt nach der Corona-Delle zwar voran – aber im Schneckentempo”, kommentierte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, die Arbeitsmarktbilanz.

Die Ausbreitung der Delta-Variante dürfte dabei eine große Rolle spielen. “Insbesondere im Beherbergungs- und Freizeitbereich ist das sichtbar”, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. Besorgte Amerikaner gehen aus Furcht vor Ansteckung weniger aus oder auf Reisen, was auf den Personalbedarf in Restaurants und Hotels durchschlägt. “Die Delta-Variante ist wie ein Sandsturm in einer ansonsten sonnigen Wirtschaft”, sagte Sung Won Sohn, Wirtschaftsprofessor an der Loyola Marymount University in Los Angeles. “Ohne das wäre die Beschäftigung im August höher gewesen.” Zugleich lastet der Materialmangel auf der Industrie, was den Bedarf an Arbeitskräften ebenfalls drückt.

“ENTSPANNUNG AN INFLATIONSFRONT SIEHT ANDERS AUS”

Aufgrund eines akuten Arbeitskräftemangels können die Unternehmen derzeit die Rekordzahl von zehn Millionen Stellen nicht besetzen. Das Fehlen bezahlbarer Kinderbetreuung und Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus werden dafür mitverantwortlich gemacht. Mitarbeitermangel zwingt die Arbeitgeber dazu, die Löhne zu erhöhen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten im August um 0,6 Prozent zum Vormonat zu – doppelt so stark wie von Ökonomen erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein Plus von 4,3 Prozent. “Eine Entspannung an der Inflationsfront sieht anders aus”, sagte der Ökonom der Landesbank Baden-Württemberg, Dirk Chlench. Manche Experten befürchten, dass sich Löhne und Preise gegenseitig nach oben schaukeln. Im Juli lag die Teuerungsrate bei mehr als fünf Prozent.

Die Finanzmärkte haben die Arbeitsmarkzahlen genau im Blick. Der Dollar wertete nach deren Veröffentlichung zum Euro ab, während die Aktienmärkte unter Druck gerieten. Eine nachhaltige Erholung am Jobmarkt gilt als eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Notenbank ihre Anschubhilfe für die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft in absehbarer Zeit verringern kann. Zentralbankchef Jerome Powell hat angedeutet, noch “dieses Jahr” ein Signal zu geben, wann die Anleihenkäufe gedrosselt werden.

 

Gold – Verspätete Sommerrally hat noch Platz

Rückblick

Stattdessen jedoch brachen die Notierungen ab Mitte Juni schnell und heftig bis auf 1.750 USD ein. Die Gegenbewegung von diesem Tiefpunkt zog sich zäh fast sechs Wochen in die Länge und brachte den Goldpreis insgesamt dreimal bis an die Widerstandszone um 1.830 bis 1.835 USD. Hier gab es jedoch kein Durchkommen.

Damit kippte das Bild erneut und der Goldpreis verlor ab dem 4.August plötzlich aus dem Stand heraus den Boden unter den Füßen. So rutschten die Notierungen innerhalb von nur vier Handelstagen um über 150 US-Dollar bis auf 1.677 US-Dollar in die Tiefe. Dass dabei eine unsichtbare Hand mit hohen unlimitierten Verkaufsorders am Papiergoldmarkt z.B. direkt zur volumenarmen Handelseröffnung in Asien nachgeholfen hat, ist bekannt. Damit wurde (wieder einmal) die Masse der gehebelten Goldspekulanten vernichtet.

Gleichzeitig wurde der Goldmarkt aber mit diesem fragwürdigen Flash-Crash komplett von den schwachen Händen bereinigt, und so kennt der Goldpreis seit drei Wochen im Grunde genommen nur den Weg nach oben. Die Notierungen haben sich mittlerweile nicht nur deutlich erholt, sondern Gold handelt mit Kursen um 1.815 USD fast 150 USD über dem Flash-Crash-Tief vom 9.August.

Chartanalyse Gold in US-Dollar

Dritter Test der Unterstützung bei 1.676 USD erfolgreich

Gold in US-Dollar, Wochenchart vom 31.August 2021. Quelle: Tradingview

Zum dritten Mal hat der Goldpreis die Marke von 1.676 USD am 9. August auf Unterstützung getestet. Erneut kam es hier zu einer deutlichen Umkehr nach oben. Dieses Mal sogar dermaßen stark, dass auf dem Wochenchart eine riesige Hammerkerze zurückblieb. Schon beim zweiten Test Ende März kamen die Käufer sehr schnell wieder in den Markt.

Die drei immer länger werdenden Dochte deuten auf einen klaren Nachfrageüberhang bei Kursen um und unterhalb von 1.700 USD hin. Erneut wurden die schwachen Hände hier mit einem schnellen und tückischen Kursrückgang abgeschüttelt. Allein aus dieser Perspektive ist der Wochenchart nun bullisch.

Der dritte Rücksetzer endete mit 1.677 USD zudem genau an der Oberkante des alten Aufwärtstrendkanals, in welchem der Goldpreis ab dem Dezember 2015 bis zum Frühling 2020 relativ gemächlich nach oben lief. Die Unterstützung hat gehalten, so dass sich der Goldmarkt nun wieder nach oben orientieren sollte. Hinzukommt ein klares Kaufsignal beim Stochastik-Oszillator, das noch sehr viel Platz nach oben hätte.

Entscheidend bleibt auf der Oberseite aber die rote Abwärtstrendlinie, welche durch das Allzeithoch bei 2.075 USD vom August 2020 sowie dem Hochpunkt vom 1.Juni bei 1.912 USD definiert wird. Solange der Goldpreis diese Linie nicht nachhaltig überwinden kann, bleibt der mittelfristige Abwärtstrend intakt.

Insgesamt ist der Wochenchart bullisch. Die Chancen stehen momentan sehr gut, dass es in den kommenden Wochen zumindest zu einem Angriff auf die Zone 1.850 bis 1.875 USD kommen wird. Im größeren Bild brauchen die Bullen einen Wochenschluss oberhalb von 1.870 USD, um das Bild weiter aufzuhellen.

Erneute Konsolidierung um die 200-Tagelinie

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 31.August 2021. Quelle: Tradingview

Auf dem Tages-Chart konsolidiert der Goldpreis seit einigen Tagen um seine weiterhin leicht fallende 200-Tagelinie (1.808 USD). Nachdem die Bullen an gleicher Stelle vor knapp vier Wochen gescheitert waren und der Flash-Crash dann konsequent für eine komplette Marktbereinigung gesorgt hat, dürfte dieses Mal der Sprung über die 200-Tagelinie gelingen.

Im nächsten Schritt wäre ein Anstieg bis zur roten Abwärtstrendlinie bis in den Bereich zwischen 1.850 und 1.875 USD zu erwarten. Dementgegen steht auf dem Tageschart ein überkaufter Stochastik-Oszillator, der allerdings noch keine Anstalten einer Trendwende macht. Denkbar wäre, dass sich die Stochastik hier in den bullisch eingebetteten Zustand transformieren kann und die Bullen dann den Durchmarsch nach oben zustande bringen könnten.

Zusammengefasst ist der Tageschart zwar überkauft, aber trotzdem klar bullisch. Je länger die Notierungen um die 200-Tagelinie konsolidieren, desto größer werden die Chancen auf höhere Kurse. Alternativ muss der Goldpreis nochmal einen kleinen Rücksetzer überstehen. Solange sich dieser jedoch oberhalb von ca. 1.770 USD halten kann, spricht alles für eine Fortsetzung der Sommerrally im September.

Terminmarktstruktur Gold

Commitments of Traders Report für den Gold-Future vom 30. August 2021. Quelle: Sentimenttrader

Die Lage am Terminmarkt bleibt durchwachsen. Weiterhin halten die kommerziellen Händler im langfristigen Vergleich eine zu hohe Shortposition. Zuletzt lag diese kumuliert bei 234.678 leerverkauften Kontrakten. Kurzfristig kam es aufgrund des scharfen Rücksetzers zwar zu einer kleinen Bereinigung, mittel- und langfristig ist diese Entwicklung aber wenig aussagekräftig.

Zusammengefasst liefert der CoT-Report auch weiterhin kein antizyklisches Kaufsignal, sondern bleibt neutral bis leicht negativ.

Sentiment Gold

Sentiment Optix für Gold. Stand 30. August 2021. Quelle: Sentimenttrader

Der deutliche Preisrückgang im Juni sorgte für ein kleines Stimmungstief am Goldmarkt. Extreme Panikwerte wurden aber genauso wenig wie im März gesehen. Aktuell ist das Sentiment eher neutral und steht einer Fortsetzung der verspäteten Sommer-Rally nicht im Weg.

Das Sentiment bewegt sich momentan in Richtung „steigendem Optimismus“. Die scharfen Rücksetzer im Juni und August dürften genügend Anleger verschreckt haben, so dass die Überraschungen zunächst weiter auf der Oberseite warten dürften.

Saisonalität Gold

Saisonalität für den Goldpreis über die letzten 53 Jahre. Stand 30. August 2021. Quelle: Seasonax

Die saisonale Komponente liefert eigentlich schon seit Anfang Juli ein grünes Licht für den Goldpreis. In diesem Jahr kam das finale Sommertief jedoch erst am 9.August zustande. Seitdem läuft die etwas verspätete Sommerrally. Statistisch betrachtet hätte diese nun zumindest bis in den Oktober hinein Zeit sich auszubreiten. Gelegentlich starteten im August auch große Aufwärtswellen, die bis in das Frühjahr des nächsten Jahres hinein reichten.

Die Saisonalität liefert aktuell ein klares Kaufsignal für den Goldpreis.

Makro-Update und Crack-Up-Boom

FED Bilanzsumme vom 18.August 2021 ©Holger Zschaepitz

Die Bilanzsumme der US-Notenbank stieg zuletzt innerhalb von nur einer Woche um weitere 85,4 Mrd. USD auf einen neuen Rekordwert von 8,34 Bio. USD an.

EZB Bilanzsumme vom 20.August 2021 ©Holger Zschaepitz

Ebenso stieg die EZB-Bilanz um weitere 16,8 Mrd. Euro auf ein neues Allzeithoch von 8.052,8 Mrd. Euro an. Die EZB-Bilanz entspricht nun 78,3 % des BIP der Eurozone gegenüber 36,7 % bei der Fed sowie 38,5 % bei der Bank of England und 132,6 % bei der Bank of Japan.

Ein Bild, das Text, draußen enthält. Automatisch generierte Beschreibung Inflationsrate in Deutschland vom 30.August 2021 ©Holger Zschaepitz

Mit 3,9% stieg die Inflationsrate in Deutschland im August auf den höchsten Stand seit 1993. Insbesondere die Energiepreise ziehen schon seit Monaten überdurchschnittlich an. So mussten Verbraucher fürs Heizen und Tanken nach Berechnungen des Bundesamtes 12,6% mehr bezahlen als noch ein Jahr zuvor. Auch Nahrungsmittel verteuerten sich im August im Jahresvergleich um 4,6 Prozent.

EZB Bilanzsumme gegen Inflationsrate in der Eurozone vom 31.August 2021 ©Holger Zschaepitz

Kurz vor der nächsten EZB-Sitzung erreicht die Inflation auch in der Eurozone mit 3% ein neues 10-Jahres-Hoch. Schon im Juli waren die Preise um 2,2% gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Obwohl die Europäische Zentralbank eigentlich für stabile Preise im Euroraum sorgen sollte, wird die Bilanzsumme stattdessen ständig ausgeweitet.

An ein moderates Über- oder Unterschreiten der offiziell angestrebten jährlichen Teuerungsrate von 2% ist angesichts einer Geldmengenausweitung von mehr als 15% seit Jahresanfang im Euroraum nicht mehr zu denken. Vielmehr müssen wir davon ausgehen, dass schon die statistisch geschönte offizielle Inflationsrate in Deutschland bis auf ca. 5% weiter anziehen wird.

Insbesondere für Sparer sind die steigenden Inflationsraten sehr bitter, denn das geparkte Geld verliert z.B. auf den mickrig verzinsten Tagesgeldkonten und erst recht auf den Sparbüchern ständig an Kaufkraft.

Goldnachfrage aus Deutschland vom 27.August 2021 ©Bloomberg

Nicht überraschend und auch ungeachtet der seit Monaten eher enttäuschenden Preisentwicklung bleibt die Goldnachfrage der Deutschen daher mehr als stabil. Laut Bloomberg und dem World Gold Council stieg die Nachfrage nach Barren und Münzen in der ersten Jahreshälfte sogar um 35% auf den höchsten Stand seit mindestens 2009 an.

Während die Käufe auch in anderen westlichen Märkten hoch waren, investieren die Deutschen als traditionell größter Münz- und Barrenkäufer in Europa vor allem in Gold als Absicherung gegen die steigende Inflation. Die negativen Zinssätze in der Eurozone lassen die „renditelosen“ Edelmetalle schon seit Jahren immer attraktiver werden.

Fazit: Gold – Verspätete Sommerrally hat noch Platz

Seit dem Flash-Crash und einem Tiefstkurs bei 1.677 US-Dollar hat sich der Goldpreis in den letzten drei Wochen wieder tapfer nach oben gekämpft. Während dem US-Notenbank Symposium in Jackson Hole am vergangenen Freitag gelang auch der Sprung zurück über die 1.800 USD Marke.

Kurzfristig versucht sich der Goldpreis über dieser wichtigen psychologischen Marke festzusetzen und gleichzeitig auch die 200-Tagelinie zurückzuerobern. Angesichts der überkauften Lage auf dem Tageschart könnte sich dieses Unterfangen durchaus noch etwas in die Länge ziehen.

Trotzdem dürfte es im Laufe des Septembers zu einem Ausbruch nach oben kommen, womit dann die nächste Zielzone zwischen 1.850 und 1.875 USD angesteuert werden sollte. Ob den Bullen darüber hinaus im Herbst die Kräfte ausreichen werden, um auch den Abwärtstrend zu überwinden, lässt sich momentan noch nicht eindeutig abschätzen.

Der Flash-Crash hat den Goldmarkt bereinigt, so dass die Überraschung zunächst auf der Oberseite liegen sollte. Um 1.875 USD hätte sich der Goldpreis allerdings bereits um gute 200 USD vom Tief erholt, womit in jedem Fall ein Wiedersehen mit den Bären eingeplant werden muss.

In der Konklusion hat der Goldpreis in den kommenden Wochen also gute Chancen bis auf ca. 1.860 US-Dollar anzusteigen. Die dann folgende Reaktion sollte Klarheit darüber verschaffen, ob die übergeordnete Trendwende mit dem dritten Test der Marke von 1.676 USD vor drei Wochen tatsächlich eingeleitet wurde, oder ob sich die zähe 12-Monate währende Korrektur weiter fortsetzen wird.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

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Quelle: www.celticgold.eu

 

Weidmann – Risiko einer zu hohen Inflation nicht ausblenden

Angebotsengpässe könnten zusätzliche Preisschübe auslösen, sagte Weidmann am Mittwoch auf einem Bundesbank-Symposium laut Redetext. “Aus meiner Sicht überwiegen derzeit die Aufwärtsrisiken”, sagte er. Die Haushalte könnten in der Pandemie angehäufte Ersparnisse stärker für den Konsum nutzen, als bislang erwartet werde. “Und wenn diese vorübergehenden Faktoren zu höheren Inflationserwartungen und beschleunigtem Lohnwachstum führen, kann die Inflationsrate auch längerfristig spürbar steigen”, warnte er.

Im Euro-Raum war die Teuerungsrate im August auf 3,0 Prozent hochgeschnellt und damit auf den höchsten Stand seit rund zehn Jahren. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft im Euro-Raum, nahm die Inflation nach europäischer Berechnung sogar auf 3,4 Prozent zu.

“Wie hartnäckig der verstärkte Preisauftrieb im Euro-Raum sein wird, ist die entscheidende Frage für den EZB-Rat”, sagte Weidmann, der eine expansive Geldpolitik weiter für angemessen hält. Der sehr lockere geldpolitische Kurs dürfe aber nicht zu lange festgeschrieben werden. Weidmann bekräftigte seine Forderung, dass das billionenschwere Notfall-Anleihenkaufprogramm PEPP beendet werden müsse, sobald die Pandemie überwunden sei. Die PEPP-Käufe sollten schrittweise zurückgefahren werden, sobald es die Situation erlaube.

Die nächste Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist kommende Woche am Donnerstag. Die Währungshüter wollen dann unter anderem entscheiden, mit welchem Tempo sie im Rahmen von PEPP im vierten Quartal Wertpapiere erwerben. Das Gesamtprogramm ist auf 1,85 Billionen Euro angelegt und soll noch bis mindestens Ende März 2022 laufen.

 

Fed-Vertreterin sieht US-Inflation noch nicht am Ziel

Die Präsidentin des Fed-Ablegers von Cleveland, Loretta Mester, sagte am Montag der Nachrichtenagentur Reuters, die aktuellen Zahlen zum Preisauftrieb überzeugten sie noch nicht. “Ich würde gern ein paar mehr Daten haben, bevor ich zu dem Schluss kommen kann, dass wir bei zwei Prozent sind und einige Zeit bei über zwei Prozent”, erklärte Mester mit Blick auf die angestrebte Inflationsrate. Vom Erreichen dieser Spanne macht die Zentralbank eine eventuelle Zinserhöhung abhängig, die auf einen Abbau der milliardenschweren Wertpapierkäufe folgen könnte.

 

Der Bluff der FED fliegt auf – das Gelddrucken geht weiter

Mehr Geld, das man aus dem Nichts erzeugt und das letztlich auf ein gleichbleibendes Güterangebot trifft, entwertet die Kaufkraft der Währung und führt zu steigenden Preisen. Diesen künftigen Inflationsschub preisten Investoren sofort ein und kauften durch die Bank alles. Gold beendet die Woche mit einem Plus von 2,1% über einem sehr wichtigen charttechnischen Kreuzwiderstand. Können die Gewinne in der neuen Handelswoche ausgebaut werden, so dürfte dies von mittelfristig agierenden Investoren als ein Kaufsignal gewertet werden und folglich neue Käufer in den Markt ziehen.

Der Silberpreis stieg um 4,6% an und testete zum Wochenschluss den wichtigen Widerstand bei 24 US-Dollar. Auch Silber steht damit kurz davor ein technisches Kaufsignal zu erzeugen, wenn sich der Preisanstieg in der neuen Handelswoche noch etwas fortsetzen kann. Palladium und Platin, deren Preisrücksetzer auf 2.300 US-Dollar bzw. 1.000 US-Dollar wir richtig prognostiziert hatten, stiegen um 6% bzw. 1,5% an. Platin zeigt sich aufgrund eines Überangebots weiterhin schwächer als Palladium, dessen Markt immer noch von einem Defizit geprägt ist.

Die Goldminen, die noch in der Vorwoche stark verkauft wurden, machten die Verluste mit einem Anstieg von 6% des HUI-Goldminenindex in der letzten Woche fast wieder wett. Im Vergleich zum Gold sind die Minenaktien historisch günstig bewertet, da die Märkte der FED bis dato Glauben schenken und die hohen Preissteigerungsraten als nur temporär interpretieren, womit sie in dem Anstieg des Goldpreises auch nur ein vorübergehendes Phänomen sehen. Je länger das QE-Programm und die hohen Teuerungsraten jedoch anhalten, desto mehr Investoren werden von ihrem Glauben abfallen und nebst Gold die günstigen und hochprofitablen Minenaktien kaufen.


Nach dovishen Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell stiegen die Preise aller Märkte sofort an

Auf dem jährlichen Jackson Hole Symposium, das vergangene Woche aufgrund der politischen Krise online stattfand, sandten die US-Notenbanker Botschaften zu ihrer künftigen immer destruktiven planwirtschaftlichen Geldpolitik. Am Freitag lauschten die vom billigen Geld und den niedrigen Zinsen abhängigen Märkte gespannt einer Rede von Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank und Herr über die Kaufkraft des US-Dollars.

Powell sagte nichts neues, doch war er viel zurückhaltender, als es der Markt erwartet hatte. Anstatt klar ein Datum für den Beginn des immer wieder in Aussicht gestellten Taperings (Drosselung der Anleihenkäufe) zu geben sagte er nur, dass „es angebracht sein könnte“ noch in diesem Jahr mit dem Tapering zu beginnen. Mit dieser Zurückhaltung konstatierte er, dass die FED in den letzten Monaten geblufft hatte und die Anleihenkäufe noch viel länger fortgesetzt werden.

Außerdem soll eine Drosselung der Anleihenkäufe in Höhe von aktuell 120 Mrd. US-Dollar pro Monat von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängig sein, der wiederum vermeintlich von der Ausbreitung der sogenannten „Delta“-Variante abhängig wäre. Mit dieser Ausrede hält sich die FED eine Hintertüre offen, wenn sie noch viel länger den Fuß auf dem Gaspedal der Druckerpresse halten wird.

Powell wiederholte erneut, dass die hohe Teuerung kein Entscheidungskriterium sei und diese ohnehin nur vorübergehend wäre, weshalb man diese bereits im nächsten Jahr wieder bei zwei Prozent erwarte.

Natürlich unterstrich er zusätzlich, dass eine Drosselung der Anleihenkäufe kein direktes Signal für eine Zinsanhebung ist und diese frühestens angehoben werden, nachdem das QE-Programm beendet wurde.

Es ist erstaunlich, dass der Markt immer noch an das Märchen bald endender QE-Programme glaubt. Wir Ökonomen der Österreichischen Schule, die entgegen allen anderen Voodoo-ökonomischen Denkrichtungen ein theoretisches Gebäude zu den Ursachen der Konjunkturzyklen und Wirtschaftskrisen haben, wissen genau, worauf die Weltwirtschaft bei steigenden Zinsen zusteuert.

Die Krise, in der sich die Weltwirtschaft befindet, wurde durch die staatlich verhängten Lockdowns zwar ausgelöst, die Ursachen liegen jedoch viel tiefer in den planwirtschaftlichen Maßnahmen der letzten 20 Jahre. Durch künstlich niedrige Zinsen konnte sich die Welt historisch einmalig hoch verschulden, wodurch die Weltwirtschaft planwirtschaftlich verzerrt wurde und Strukturen entstanden, die unter normalen Marktbedingungen nicht tragbar sind.

Sobald diese Blase platzt, lösen sich die Träume der zentralistisch gesteuerten Geldpolitik in Luft auf und das utopische Kartenhaus wird in sich zusammenbrechen, ebenso wie die Planwirtschaft der Sowjetunion und Chinas. Eine langandauernde und starke Rezession, gepaart mit hohen Preissteigerungsraten (Stagflation) wird die Folge sein.

Dieser Zusammenbruch wird mit einem Anstieg der Zinsen beginnen, den man so lange wie möglich hinauszuzögern versucht. Dafür muss jedoch weiter Geld gedruckt werden, mit dem man die Flut der Staatsanleihen auf dem offenen Markt aufkaufen kann, da die Zinsen sonst sofort zu steigen beginnen. Die US-Notenbank, sowie die Europäische Zentralbank, sind also dazu verdammt das QE-Programm noch viele Jahre in die Zukunft weiterzuführen.

Egal ob sie jetzt mit dem Drucken von Geld aufhören und mit einem Zinsanstieg sofort die Rezession beginnt oder weiter so viel Geld drucken, dass der Zinsanstieg inflationsinduziert in wenigen Jahren anfängt, die große Rezession der Realwirtschaft wird kommen.


Mit der Ausweitung der Geldmenge wird auch der Goldpreis in den nächsten Jahren weiter ansteigen

Der Versuch den Tag der Abrechnung in die Zukunft zu verschieben, wird nur die Fallhöhe erhöhen und für eine noch stärkere Rezession sorgen, da inflationsinduziert die Zinsen auch höher ansteigen werden. Solange die FED diese Strategie erfolgreich fortsetzen und die Märkte an der Nase herumführen kann, solange bekommt sie die Chance den Schuldenberg real über die Finanzielle Repression der Sparer zu reduzieren.

Die Fehlallokationen in der Wirtschaft werden dadurch jedoch nicht verschwinden und zusätzlich werden die Ersparnisse über die Inflation enteignet werden, weshalb man in Edelmetalle investieren muss, will man sich vor der Altersarmut in der Zukunft schützen, die mit der Inflation in einem real rezessiven Umfeld auf die Menschen zukommen wird. Man sollte den Notenbankern keinen Glauben schenken, denn diese haben die Krise durch das unablässige Drucken von Geld erst ermöglicht.

Vertrauen Sie auf Gold, dessen Preis mit der Fortsetzung der QE-Programme weiter ansteigen wird in den nächsten Jahren. Das aktuelle Jahrzehnt dürfte der Stagflation der siebziger Jahre ähneln. Auch damals hatten sich Fehlallokationen, die durch die betrügerische US-Geldpolitik seit Kriegsende aufgebaut wurden, binnen einer Dekade bereinigt. In dieser realen Rezession über einen Zeitraum von zehn Jahren stieg der Goldpreis um mehr als das Zwanzigfache an. Die Wahrnehmung der Investoren zur künftigen Inflation dürfte sich langsam ändern und sukzessive neue Investoren in den Goldmarkt strömen, weshalb eine Vervielfachung des Goldpreises auch in der Stagflation der nächsten Jahre wahrscheinlich ist.

Technische Analyse zu Platin: Industrielle Käufer stützen den Preis an wichtiger Unterstützung

Terminmarkt: COT-Report vom 27.08.2021

Der Terminmarkt für Platin zeigte sich in den vergangenen beiden Wochen neutral. Angebot und Nachfrage waren ausgeglichen, was Platin bis dato noch am Boden hielt.

Die COT-Daten sind jetzt eigentlich im Kaufbereich angekommen. Das Potenzial für einen Long-Drop ist damit weg und dementsprechend stark hielt sich der Platinpreis, als der Goldpreis im Flash-Crash einbrach. Für einen Alleingang des Platinpreises fehlt die fundamentale Nachfrage, sodass Platin nur mit dem gesamten Edelmetallsektor ansteigen dürfte.

Gold hat den Abwärtstrend überwunden, womit nun auch Platin durch zusätzliche Investmentnachfrage mit nach oben gezogen werden könnte. Ohne relative Stärke in den Daten, wird Platin kurzfristig dem Goldmarkt folgen.


Die Terminmarktdaten für Platin sind mittlerweile bullisch, doch zeigen sie noch keine relative Stärke

Obwohl Gold in den letzten Wochen kurzzeitig noch einmal einbrach, konnte der Platinpreis die Unterstützung bei 1.000 US-Dollar verteidigen. Dies zeigt, dass der Markt spekulativ bereinigt ist und das günstige Preisniveau für Käufe genutzt wird. Wir hatten Anfang Mai frühzeitig einen Einbruch auf diese Unterstützung erwartet.

Auf der anderen Seite zeigte sich zum Jahresanfang deutlich Schwäche bei Platin zu Gold, die scheinbar bis heute anhält. Platin ist kurzfristig nun abhängig vom Goldpreis. Kann sich Gold über 1.820 US-Dollar halten und weiter ansteigen, dann wird Platin ausbrechen und zusätzliche Investmentnachfrage den Preis erst bis zum Widerstand bei 1.060 US-Dollar und darüber bis 1.140 US-Dollar treiben.

Nach dem Preisrückgang um über 250 US-Dollar und den bereinigten COT-Daten ist das CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) für diesen Trade gut. Hält sich Gold zum Wochenstart stark, dann sollte Platin den Abwärtstrend überwinden und damit ein kurzfristiges Kaufsignal generieren, das intakt bleiben wird, solange Platin über 1.000 US-Dollar notiert. Stop-Loss-Orders sollten entsprechend platziert und nachgezogen werden.

Sollte Gold hingegen zurück in den Abwärtstrend fallen und noch einmal die Tiefs anlaufen, dann sehen wir Platin aufgrund der fehlenden relativen Stärke wahrscheinlich noch einmal auf 860 US-Dollar fallen und dort das Tief ausbilden.


Noch ist der Abwärtstrend bei Platin intakt. Das Korrekturziel wurde bereits abgearbeitet

Im Tageschart sehen wir einen langfristigen Aufwärtstrend, der exakt an der Unterstützung bei 1.000 US-Dollar verläuft, womit beide zusammen eine stärkere Kreuzunterstützung bilden. Der Aufwärtstrend wurde schon gebrochen und in den letzten Wochen handelte Platin unter dieser wichtigen Unterstützung, was nicht gut ist.

Sollte Gold jetzt jedoch anziehen und Platin infolgedessen zurück in den alten Aufwärtstrend springen, so würde der Preisrückgang unter den Aufwärtstrend als ein False-Break interpretiert werden, worauf den die Bären mit Shorteindeckungen und die Bullen mit Käufen reagieren und den Preis nach oben treiben werden.

Sollte der Goldpreis hingegen schwach bleiben und noch einmal auf 1.700 US-Dollar fallen, so wäre im schlimmsten Fall ein Rücksetzer bis in den Bereich von 860 US-Dollar denkbar, wo wir jedoch beherzt wieder antizyklisch als Käufer auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht aktiv würden.


Der gebrochene Aufwärtstrend muss nun zurückerobert werden

Der Langfristchart sieht sehr schön aus. Wir hatten bereits im letzten Jahr mit dem Ausbruch über 1.000 US-Dollar ein Kaufsignal bis 1.350 US-Dollar gegeben, von wo aus wir mit einer erneuten Korrektur auf 1.000 US-Dollar gerechnet haben. Das war nur ein grobes Szenario, das wir aus der fundamentalen Schwäche am Platinmarkt abgeleitet hatten, doch letztlich exakt so eintraf.

Charttechnisch wurde der Ausbruch über den Widerstand bei 1.000 US-Dollar von den Spekulanten gekauft, worauf es nun einen Pull Back auf den ehemaligen Widerstand gab, der nun als Unterstützung fungiert. Aus dieser Perspektive wäre die Korrektur abgeschlossen worauf neue Käufer den Preis wieder Richtung 1.350 US-Dollar treiben dürften.

An der aktuellen Unterstützung dürften industrielle Verbraucher den günstigen Preis nutzen, um ihre Lagerbestände aufzustocken und so dazu beitragen, dass der Preis von hier aus erneut ansteigen wird.

Mit einem nochmaligen Rücksetzer bei Gold wäre auch ein Rücksetzer auf 800 US-Dollar bis 860 US-Dollar im Worst Case denkbar. Danach sollte es im kommenden Jahr einen neuen Anstieg auf 1.350 US-Dollar geben. Nachdem der Goldpreis am Freitag bullisch ausbrechen konnte, sind wir kurzfristig optimistisch.


Langfristig zeigt der Chart eine Trendumkehr und ein Ende der langfristigen Abwärtstrends

Das Platin-Palladium-Ratio zeigt, dass Platin in den vergangenen 50 Jahren immer teurer war als Palladium, mit Ausnahme der Jahrtausendwende und aktuell seit 2017. Aktuell wird die Feinunze Palladium historisch einmalig 160 % über dem Preis von Platin gehandelt.

Nach dem WPIC (World Platinum Investment Council) soll die Nachfrage nach Platin aus der Automobilindustrie in diesem Jahr um 25 % zum Vorjahr auf 3 Millionen Unzen ansteigen. Begründet wird dies mit einen Aufholeffekt nach dem Einbruch der Nachfrage im letzten Jahr aufgrund der Lockdowns. Man erwartet daher für dieses Jahr einen 16 % höheren Absatz von Neufahrzeugen. Zusätzlich sollen die neuen Euro 6d und die China 6a-Norm für einen Anstieg der Nachfrage sorgen.

Wir sehen in den letzten Jahren in der Industrie eine fortschreitende Substituierung von Palladium durch das günstigere Platin. Der Palladiummarkt ist immer noch eng und solange dies anhält, dürfte dieser Umstand für weiter steigende Preise sorgen, worauf auch die Substitution weiter fortschreiten und letztlich auch zu steigenden Platinpreisen führen wird. Diese Transformation ist ein langsamer Prozess und man schätzt, dass jährlich etwa 1,5 Millionen Unzen Palladium in der Industrie durch Platin ersetzt werden.

Langfristig ist es konsequent logisch und wahrscheinlich, dass die Substitution in der Zukunft zu einem Überangebot bei Palladium und einem Defizit bei Platin führen wird. Das Ratio würde dann wieder ansteigen, wobei Platin das Palladium massiv outperformen dürfte. Würde das Ratio nur zu seinem Durchschnitt der letzten 50 Jahre bei 3 zurückkehren, entspräche dies einer sechsmal besseren Performance von Platin zu Palladium in der Zukunft.

Will man ein langfristig ausgerichtetes Edelmetalldepot auf Sicht von mindestens einer Dekade diversifizieren, so wäre Platin eine Spekulation wert. Da Platin auch zu Gold und Silber historisch günstig ist, wäre es denkbar, dass Platin sogar die monetären Edelmetalle in den kommenden zehn Jahren outperformen könnte. Kurzfristig hat Platin noch mit einem Überangebot zu kämpfen, doch auf Sicht einer Dekade scheint das Risiko begrenzt und die Gewinnchance sehr hoch zu sein, weshalb wir den aktuellen Rücksetzer zum Aufbau langfristiger Positionen nutzen.


Platin ist aktuell so günstig zu Palladium wie noch nie zuvor

 

Deutsche Inflation steigt auf 3,9 Prozent und erreicht 28-Jahres-Hoch

– von Klaus Lauer und Rene Wagner

Waren und Dienstleistungen waren im August durchschnittlich 3,9 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Einen stärkeren Preisauftrieb gab es zuletzt in der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung – im Dezember 1993 mit damals 4,3 Prozent. Ökonomen hatten mit 3,9 Prozent gerechnet, nach einer Inflationsrate von 3,8 Prozent im Juli. “Damit dürfte der Inflationsgipfel aber noch nicht erreicht sein”, sagte Chefvolkswirt Michael Holstein von der DZ Bank. “Wir bleiben auf dem Weg zu fünf Prozent Teuerung am Jahresende”, sagte Chefökonom Michael Heise von HQ Trust.

Experten erwarten, dass etwa wegen anhaltender Materialengpässe bei einigen Waren die Inflation in den nächsten Monaten weiter anziehen könnte. Steigende Kosten, hohe Warennachfrage und ein deutlich zunehmender Konsum an Dienstleistungen sorgten für Preisdruck, betonte Heise. Friedrich Heinemann vom Mannheimer ZEW-Institut rechnet damit, dass sich die Lage erst ab Anfang 2022 wieder beruhigen dürfte. “Aber auch danach ist eine Rückkehr zu moderaten Inflationsraten unter zwei Prozent keineswegs sicher.”

Ein Grund für die Entwicklung ist ein sogenannter Basiseffekt in der Statistik, der auf die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 zurückzuführen ist. Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte 2020 im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie von 19 auf 16 Prozent gesenkt, um Konsum und Konjunktur anzukurbeln. Dies machte viele Dienstleistungen und Waren günstiger – und nun kehrt sich dieser Effekt um.

KAUFKRAFTVERLUST – INFLATION BEEINFLUSST TARIFRUNDEN

Damit zeichnet sich für viele Beschäftigte ein Kaufkraftverlust in diesem Jahr ab, der sich auf die laufenden Tarifgespräche auswirken dürfte. “Absehbar ist, dass die Verteuerung der Lebenshaltung, die vor allem untere und mittlere Einkommensgruppen betrifft, zu Ausgleichsforderungen bei den Lohnverhandlungen führen wird”, sagte Fachmann Heise.

Dem gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zufolge dürfte die Teuerungsrate im Gesamtjahr 2021 bei durchschnittlich 2,5 bis 3,0 Prozent liegen, während die Tariflöhne wohl nur um rund zwei Prozent zulegen sollten. “Daran werden auch die jetzt noch anstehenden Tarifverhandlungen nicht viel ändern, weil die sich daraus ergebenen Lohnsteigerungen nur einen begrenzten Teil der Beschäftigten betreffen und außerdem vor allem im kommenden Jahr wirksam werden dürften”, sagte IMK-Direktor Sebastian Dullien zu Reuters. Für sich genommen bedeute ein Rückgang der kaufkraftbereinigten Löhne einen Dämpfer für die private Konsumnachfrage. Dies werde allerdings kurzfristig durch den sich abzeichnenden Beschäftigungszuwachs und den Rückgang der Kurzarbeit kompensiert. “Mittelfristig wäre es aber für die Konsumnachfrage gut, wenn die Löhne wieder etwas stärker steigen würden”, sagte der Ökonom.

Energie kostete im August 12,6 Prozent mehr als vor Jahresfrist, Nahrungsmittel 4,6 Prozent mehr. Dienstleistungen verteuerten sich mit 2,5 Prozent unterdurchschnittlich, ebenso wie Wohnungsmieten mit 1,3 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Inflation von rund zwei Prozent als ideal für die Konjunktur sieht, dürfte ihre Inflationsschätzungen für 2021 und für 2022 aufgrund des Preisanstiegs in Deutschland und anderen Euro-Ländern wohl deutlich anheben, erklärte Heise. “Auf die EZB kommen jetzt schwere Monate zu”, sagte ZEW-Experte Heinemann. Ein einfaches “Weiter so” mit extrem expansiver Geldpolitik dürfe nicht länger die Kernbotschaft der Währungshüter sein.