BTC und ETH leiden unter negativem Finanzmarkt

Bitcoin und Ethereum tauchen unter

Bitcoin ist wieder unter 40.000 $. Die Top-Kryptowährung fiel am Freitagmorgen um 7,1 %, nachdem sich die Abwärtsdynamik an den Finanzmärkten fortgesetzt hatte. Heute ist Bitcoin zum zweiten Mal in den letzten zwei Wochen durch die wichtige psychologische Unterstützung bei 40.000 $ gefallen. Nachdem Bitcoin gestern Höchststände von 43.467 $ erreicht hatte, handelt es jetzt bei 38.997 $.

Bitcoin Chart

Wie Bitcoin wurde auch Ethereum in den letzten 24 Stunden hart getroffen. Das zweitgrößte Krypto-Asset ist an diesem Tag um 8,5 % gefallen und fiel unter sein eigenes wichtiges Unterstützungsniveau von 3.000 $, um bei 2.879 $ gehandelt zu werden.

Der von Bitcoin und Ethereum diktierte Trend hat einen Großteil des Kryptomarktes beeinflusst. Einige der größten Verlierer während des Rückgangs waren alternative Layer-1-Netzwerke. Während Ketten wie Harmony und NEAR letzte Woche neue Allzeithochs erreichten, war ihr bullisches Momentum nur von kurzer Dauer. Der Rückgang von heute Morgen hat den Rest ihrer Gewinne zunichte gemacht, wobei NEAR 12,8 % und Harmony’s ONE Token 12 % verloren.

Das Klima auf dem Markt

Die Schwäche der breiteren Finanzmärkte scheint zum heutigen Rückgang beigetragen zu haben. Technologieaktien haben sich am schlechtesten entwickelt, wobei Netflix gestern während des nachbörslichen Handels um 20 % einbrach. In ähnlicher Weise verzeichnete der Heimtrainerhersteller Peloton einen Rückgang um 24,5 %, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen seine Fitnessprodukte aufgrund der nachlassenden Nachfrage vorübergehend pausieren würde.

Das aktuelle Marktklima, gepaart mit der Verpflichtung der Federal Reserve, die Zinssätze zu erhöhen, fordert seinen Tribut von risikobehafteten Vermögenswerten. Trotz der Position von Bitcoin als Inflationsabsicherung, die seinen kometenhaften Aufstieg Anfang 2021 befeuert hat, hat das Top-Krypto-Asset in letzter Zeit damit begonnen, mehr in Korrelation mit anderen risikobehafteten Vermögenswerten wie Technologieaktien zu handeln. Wenn globale Investoren weiterhin in risikoärmere Anlagen fliehen, könnte der Kryptomarkt einem weiteren Abwärtsdruck ausgesetzt sein.

Gold zieht nach dem Silberausbruch deutlich an!

Aufwärtstend im Tageschart bestätigt

Tickmill-Analyse: GOLD im Tageschart

Silber hat es am Dienstag vorgemacht, gestern hat auch Gold im Tageschart endlich die erhofften Fakten für die Bullen im Edelmetall geschaffen. Das ewige hin und her der vergangenen zwei Handelswochen ist vorbei. Der Ausbruch über die Marke von 1.831 USD ist geschafft und damit auch die Bestätigung des Aufwärtstrends. Sollte der Ausbruch nachhaltig sein und Folgeorders die Kurse weiter nach oben treiben, ist aus technischer Sicht der Weg zum Hoch bei 1.877 USD frei.

Sollte nun das Inflationsthema an den Märkten auch hier gespielt werden, winken in Zukunft sogar noch Kurse im Bereich des Maihochs bei 1.917 USD. Im Falle eines kleinen Rückschnappers ist Gold zunächst am letzten Zwischentief bei 1.805 USD unterstützt.

Auch für kurzfristige Trades bietet Gold wieder Chancen

Tickmill-Analyse: GOLD im 4-Stundenchart

Auf Grund der Tatsache, dass der Ausbruch mit hoher Dynamik vonstattenging, ist ein kurzes Durchatmen nicht ausgeschlossen. So lange der Kaufdruck anhält und die Kurse direkt über das kleine Zwischenhoch bei 1.844 USD steigen, bieten die untergeordneten Verlaufshochs der letzten Abwärtsphase – von 1.877 USD auf 1.753 USD – um 1.850 USD und 1.870 USD weitere Orientierungslevel. Kommt es zum Rückschnapper unter das oben erwähnte Unterstützungslevel von 1.805 USD, liegt der nächste Auffangbereich bei 1.783 USD.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

 

Tickmill’s LIVE-Besprechung: Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Behalten Sie börsentäglich die wichtigsten Fakten rund um starke Trends im Blick und verpassen Sie keine Gelegenheit. Melden Sie sich jetzt für die LIVE-Besprechung der täglichen Trading-Ideen um 8:30 Uhr bei Tickmill unter https://www.tickmill.eu/de/education/webinars/93017117289/1610091000000 an.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl

Haftungsausschluss: Das bereitgestellte Material dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Die im Text geäußerten Ansichten, Informationen oder Meinungen gehören ausschließlich dem Autor und nicht dem Arbeitgeber des Autors, der Organisation, dem Ausschuss oder einer anderen Gruppe oder Einzelperson oder Gesellschaft.

Hochrisikowarnung: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, durch Leverage schnell Geld zu verlieren. 70% (Tickmill UK Ltd) und 66% (Tickmill Europe Ltd) der Privatanleger verlieren Geld, wenn sie CFDs handeln. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs oder andere unserer Produkte funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

 

Amerikanischer Exzeptionalismus: Gar nicht so exzeptionell für 2022

Das EIGENTLICHE Mandat der Federal Reserve

Erwartungsgemäß ist die Rolle der Federal Reserve ein unverzichtbares Thema, das in diesem Kontext gerne zuerst diskutiert wird.

Offiziell hat die Fed zwei Hauptmandate: 1.) Inflation begrenzen 2.) Vollbeschäftigung sichern.

Doch wer die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte dieser Zentralbank auch nur in Ansätzen kennt (und seien das die rudimentärsten und erbärmlichsten), der kennt ihr eigentliches Mandat: Sie soll den Herren der Banken und Märkte, von welchen sie auf wenig unbefleckte Weise auf Jekyll Island gezeugt wurde, dienen (und sie kontrollieren?)…

Entscheidend in diesem unrettbar manipulierten Schauspiel ist das unnatürliche, verfälschende Einwirken der Federal Reserve auf im Grunde natürliche Angebot-Nachfrage-Kräfte – und zwar im Bereich der immer unbeliebter werdenden staatlichen Schuldscheine der USA (alias US-Staatsanleihen).

Einfach formuliert: Es gibt deutlich mehr Angebot als Nachfrage nach Amerikas exzeptionellen Versprechen.

Die künstliche Null als Lückenfüller & Tapering und harte Mathe

Um diese Lücke zu füllen, hängt die Federal Reserve verzweifelt neue Nullen an ihre Bilanzsumme (QE), um jene zunehmend unpopulären Kredite aufzukaufen.

Ein spürbares Rückfahren (tapering) dieser „Lückenfinanzierung“ (auch Fed- Akkommodierung genannt) würde dazu führen, was Powell im Dezember euphemistisch als „Dysfunktion des Marktes“ bezeichnete. Das Auftreten solcher Dysfunktionen würde jedoch das inoffizielle, obschon deutlich auf der Hand liegende (und auch hauptsächliche) Mandat der Fed verletzten, das darin besteht, den Aktienmarkt zu beflügeln, nicht aber die Staatsbürger.

Der mathematische Syllogismus hinter einer solchen potentiellen „Marktdysfunktion“ ist aus algebraischer Sicht recht einfach:

Weniger Anleiheankäufe durch die Fed = Anleihekurse sinken

Sinkende Anleihekurse = Steigende Anleiheerträge

Steigende Anleiheerträge = Steigende Zinssätze

Steigende Zinssätze = Steigende Schuldenfinanzierungskosten…

… für Nationen und Unternehmen, die bislang ausschließlich von billigen Schulden gelebt haben, bedeutet das: steigende Schuldenfinanzierungskosten = ein schlimmer „Uh-Oh“-Moment im Bereich der Risikoanlage-Blasen (Aktien, Anleihen, Immobilien), die in der Finanzwelt mit „wirtschaftlicher Erholung“ verwechselt wurden.

Zynische Neubetrachtung des rätselhaften Fed-Problems: Immer dem (verzweifelten) Selbstinteresse folgen!

Aufgrund der geschilderten Dominoeffekte geht es für die Fed jetzt ans Eingemachte.

Strafft sie geldpolitisch, steigen die Zinssätze und die Vermögenswertblasen fallen ein. Und das ist schlecht für die Märkte, denen die Federal Reserve so loyal dient.

Unternimmt die Fed hingegen keine geldpolitischen Straffungen, wird die Inflation kontinuierlich weitersteigen. Und das ist schlecht für alle anderen.

Was wäre also angesichts solcher Optionen die beste Wahl für die Federal Reserve, die stets im Eigeninteresse handelt, die Öffentlichkeit ignoriert und Märkte stützt? Doch wohl die Entscheidung gegen das „Tapering“, oder?

Weshalb plant Powell also vorausschauende geldpolitische Straffungsmaßnahmen für 2022?

Das 2022er Tapering: Tanz auf zwei Hochzeiten

Wie wir in verschiedenen Artikeln und Interviews argumentiert haben, besteht bei uns der Eindruck, dass die deutlich zu verstehen gegebenen Tapering-Maßnahmen für 2022 nur eine kurze Lebensdauer haben werden: Strenge Öffentlichkeitswirkung doch letztlich laxes Handeln.

Rein optisch muss Powell natürlich streng gegen Inflation auftreten, ganz so wie einige Politiker gerne bei Thema Kriminalität harte Kante zeigen (obgleich in Wahrheit Inflation wie Kriminalität weiter steigen).

Tapering-Maßnahmen im Jahr 2022 verleihen der Fed den oberflächlich entschlossenen, energischen Anschein, sie wolle die Inflation bekämpfen durch Bilanzsummenverringerung und auch tolerierte Zinssteigerungen – in fast schon komischer Anlehnung an Volckersche Zeiten.

Doch wie die Wall Street längst weiß, wird die Fed den Anleihemarkt weiterhin mit benötigter Liquidität füttern. Und zwar mit den Billionen, die aus der ständigen Repo-Fazilität sowie dem FIMA-Swap-Vereinbarungen (Foreign and International Monetary Authorities, FIMA) stammen.

Noch wichtiger: Zeitgleich wird die Fed die Realzinsen immer stärker im Negativbereich halten, um die Schuldenstandsquote der USA zu senken, während sie der Mittelklasse in aller Stille mit vorsätzlicher Inflation in den Bauch boxt.

Im August 2019 hatte übrigens der Vizevorsitzende der Fed, Stan Fisher, dieses Szenario tatsächlich vorausahnen lassen, als er zugab, dass einer Nation mit einer Schuldenstandsquote von 130 % nur noch folgende zwei Optionen bleiben: 1.) ausgedehnte Inflationsphasen, um die eigenen Schulden weg zu inflationieren oder 2.) eine tiefgreifende nationale Schuldenrestrukturierung.

Das heißt nur: In beiden Fällen geht es den Anleihehaltern an den Kragen – entweder real oder nominal. Und das können sich Investoren (oder die Medien) jetzt, am Ende einer 40-jährigen Anleihehausse, so gut wie gar nicht vorstellen.

Das ist wiederum schlecht für die wirkliche Welt, aber gut für die politischen Entscheidungsträger.

Also: Die Fed wird wohl doch auf zwei Hochzeiten tanzen (harte geldpolitische Kante markieren UND Verschuldung weginflationieren).

Nebelkerzen vs. Zentralbankenrealismus

Wie real (und nicht optisch) solche Zentralbanken-Realpolitik ist, zeigt sich auch daran, dass selbst die strengsten geldpolitischen Aussagen Powells vor Weihnachten eher positive als negative Marktreaktionen nach sich zogen – gerade bei Industrieaktien, Rohstoffen, Gold und BTC.

Wenn die vielerorts erwarteten „geldpolitischen Straffungsmaßnahmen“ schließlich kommen, werden kleinere Aktienwerte, Wachstumsaktien, Technologiewerte und andere „Schnellboote“ unter den Risikoanlagen in den anstehenden Marktturbulenzen wahrscheinlich ordentlich ins Schlingern geraten. Wahrscheinlich wird daraus eine Panik entstehen, die eine Kurswende bei den Tapering-Maßnahmen notwendig macht, wie wir es in der Vergangenheit schon mehrfach beobachten konnten (so z.B. Anfang 2019).

Angesichts so vieler Nebenkerzen dürften die nächsten Monate, wenn Marktrealitäten mit Zentralbankenfantasien kollidieren, interessante werden.

Fantasien vs. Fakten

Apropos Fantasien: Viele Investoren (die tonangebenden Medien dabei in führender Funktion) lehnen die Vorstellung schlichtweg ab, dass der amerikanische Exzeptionalismus (von Afghanistan bis hin zu Zwillingsdefiziten, Externfinanzierung und unfinanzierbaren staatlichen Leistungen) gar nicht mehr so außergewöhnlich ist…

Wie ich jüngst verdeutlicht hatte, sorgt die harte Realität der mathematischen Fakten dafür, dass die Vereinigten Staaten von Amerika schon stärker der deutschen Weimarer Republik ähneln als jenem Schuldenstandsmonster, das auch unter der Bezeichnung „Japan“ bekannt ist.

Das heißt jedoch nicht, dass im „exzeptionellen Amerika“ gleich Schubkarren voller Geld durch die Gegend fahren und Hyperinflation um sich greift.

Die US-Weltreservewährung von 2022 ist nicht die deutsche Mark von 1923; nichtsdestotrotz lassen sich die Ähnlichkeiten in der Stoßrichtung unmöglich ignorieren, zumindest nicht von denjenigen, die ihren Kopf nicht in den behaglichen Sand der kognitiven Dissonanz stecken oder sich mit ansonsten „gecancellter“ Geschichte befassen.

Insofern die US-Politik kein magisches Produktivitätswachstum erzielen kann (in einer Welt des Lockdowns) oder die Notwendigkeit schwerwiegender Ausgabekürzungen ehrlich adressiert, was ihre Wiederwählbarkeit zunichtemacht (viel Glück!), werden die kommenden Jahre von den harten Folgen haushaltspolitischer Sünden geprägt sein, die in der „stärksten Wirtschaft der Welt“ begangen wurden.

Ächzen aus der EU

Um fair zu bleiben mit Uncle Sam: Seine Cousins ersten und zweiten Grades in der EU bekommen ebenfalls (wie auch ich mit Blick auf meine Ölrechnung in Frankreich) den vor-rezessiven Druck einer Energiekrise zu spüren, während die Öl- und Gaspreise vor dem Hintergrund Schlagzeilen machender Prognosen über saudische Produktionsrückgänge deutlich ansteigen.

Die Erdgas-Indizes auf der europäischen Seite des Atlantiks schlossen vor Weihnachten mit rekordhohen Abrechnungspreisen.

Putin, der Schachmeister

Russlands Putin spielt Schach, während im Westen Dame gespielt wird mit Lockdowns, Mandaten, Zentralbankenoptik, zur Schau gestellter Tugend/Angst wegen des Klimawandels, moralische Bedenken (?) hinsichtlich der Ukraine. Und US-Medienlieblinge vergleichen derweil das russische BIP noch abwertend mit den Bruttosozialprodukten von 1 oder 2 amerikanischen Bundesstaaten.

Doch wie immer ignoriert der Westen das qualvolle aber geduldige langfristige Spiel – ein Spiel, das speziell Putin und Russland im Allgemeinen nur allzu gut kennen.

Putins Russland hat zum Beispiel große Mengen Öl und deutlich weniger Auslandsschulden als seine selbstgefälligen Gegner in Washington und andernorts.

Ebenso erwähnenswert, für uns aber keinesfalls überraschend, ist die Tatsache, dass Russland auch beim physischen Gold langfristig spielt.

Erst vor einem Jahr bestätigte dieser Chart, dass Russlands Devisenreserven von 600 Mrd. $ zu größeren Teilen aus Gold als aus US-Dollars bestehen.

Hmmm.

Weshalb nur diese wachsende Liebe zu einem langfristigen Edelmetall von einem langfristig ausgerichteten politischen und ökonomischen Akteur wie Putin?

Ganz gleich, was man über Putin sagen oder denken mag (und da gibt es vieles), vielleicht weiß dieser vermeintliche Schachspieler mehr über Schulden, grundlegende Wirtschaftsgeschichte, Energiebedarf und echtes Geld als Fed-Chef Powell, und vielleicht zwingt er den amerikanischen Exzeptionalismus gerade, Farbe zu bekennen?

Kurz: Vielleicht ist der US-Dollar einfach nicht mehr, was er mal war, und vielleicht erkennt Putin den zukünftigen Gang der Dinge?

Im Kontext globaler Schachspiele wissen die meisten von uns, wer im Spiel „Gold gegen USD“ gewinnen würde; das Schachmatt ist jetzt schon absehbar.

www.goldswitzerland.com

Inflation auf Rekordniveau – Stagflation ist allgegenwärtig

Allein zum Vormonat September waren die Preise um 0,5% angestiegen. Die Kerninflationsrate, ex Nahrungsmittel und Energie, war mit 5,5% so hoch wie zuletzt 1991. Die Teuerung in Deutschland lag im Dezember bei 5% zum Vorjahr, dem höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung.


Die Preise in den USA stiegen im Dezember so stark wie zuletzt vor 40 Jahren


Die Kerninflationsrate stieg so stark wie zuletzt in 1991

Die Shadow-Inflationsrate nach der alten Berechnungsmethode, die man bis 1980 verwendet hatte, lag im Dezember deutlich höher bei 15,15% zum Vorjahr. Dies ist der stärkste Preisanstieg seit 1980, dem Hoch der Stagflation der siebziger Jahre. Angesichts dieser Zahlen ist klar, dass sich die Realwirtschaft unvermindert in einer tiefen Rezession befindet und vermeintliches Wachstum nur ein inflationärer Scheineffekt ist, da die Inflation nicht gänzlich aus dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts herausgerechnet wurde.

Die amerikanischen Reallöhne sanken in 2021 selbst nach der offiziellen Statistik um 2,4%, womit der Zusammenhang offensichtlich ist. Die reale Rezession erzwingt real sinkende Löhne, ganz so wie es in einer Rezession ohne QE-Programme auch stattgefunden hätte. Berücksichtig man die inoffizielle Inflation, so sind die amerikanischen Reallöhne um 10% gefallen im letzten Jahr.

Die keynesianische Voodoo-Ökonomie erzeugt nur Inflation und die Umverteilung von Vermögen auf eine kleine Gruppe Begünstigter, während die Rezession ebenso unverändert stattfindet, nur mit noch schlimmeren realen Konsequenzen für die breite Masse der Bevölkerung. Die Intervention des Staates in eine Rezession, die ursächlich durch staatliche Eingriffe erst entstanden war, verlängert und verschlimmert diese nur weiter unnötig.


Nach der alten Berechnungsmethode stiegen die Preise im Dezember um über 15%

Die US-Produzentenpreise stiegen im Dezember nur leicht um 0,2% zum Vormonat und 9,7% zum Vorjahr, was auf gefallene Energiekosten zurückzuführen war. Dieser Rückgang war jedoch nur vorübergehend, denn der Rohölpreis legte seither wieder um 10 US-Dollar auf fast 85 US-Dollar zu, womit dieser wieder fast das Hoch vom Oktober und damit den höchsten Stand seit Oktober 2014 erreicht hat. Der Konsumentenpreisindex wird im Januar wahrscheinlich wieder ansteigen, wenn sich der Rohölpreis weiter so stark halten kann.

Noch in diesem Jahr dürfte der Rohölpreis inflationsinduziert wieder die Marke von 100 US-Dollar überwinden und womöglich deutlich weiter ansteigen. Nominal ist der Preis mit 85 US-Dollar noch relativ günstig zu den durchschnittlich 100 US-Dollar, die wir von 2011 bis 2015 sahen.

Betrachtet man den Rohölpreis im Verhältnis zum Goldpreis, so zeigt sich, dass dieser aktuell historisch günstig ist bei gerade einmal 1,44 Gramm Gold je Fass (159 Liter) Rohöl. Das langfristig historische Mittel liegt bei 1,9 Gramm je Fass Gold, wobei in Preisspitzen 4,5 Gramm Gold je Fass gezahlt wurden. Dass der Rohölpreis aktuell viermal so hoch ist wie zur Jahrtausendwende und doch real historisch günstig, ist allein auf die Inflationssteuer zurückzuführen, die die Kaufkraft des US-Dollars und des Euros unablässig entwertet.


Der Rohölpreis ist mit 1,44 Gramm Gold je Fass historisch günstig

Der Goldpreis hält sich noch immer über der strategisch wichtigen Unterstützung bei 1.800 US-Dollar, an der sich die Bullen und Bären nun seit sechs Wochen einen ständigen Schlagabtausch liefern. Die Entscheidung, ob die Bullen oder Bären obsiegen, dürfte in dieser oder spätestens der nächsten Woche fallen, da sich die Edelmetallpreise charttechnisch immer mehr einkeilen. Entweder gibt es über 1.835 US-Dollar erst einmal einen Befreiungsschlag nach oben mit einem kleinen Short-Squeeze oder aber der Goldpreis fällt nachhaltig unter die 1.800 US-Dollar, Richtung der nächsten Unterstützungen bei 1.725 US-Dollar und 1.680 US-Dollar.


Die Korrektur am Edelmetallmarkt befindet sich in der letzten Phase

Der Silberpreis ist hingegen weiterhin stark angeschlagen und kämpft mit der wichtigen Unterstützung bei 22 US-Dollar und bei 23 US-Dollar. Sollte der Goldpreis fallen, so würde ein Abrutschen des Silberpreises unter 22 US-Dollar kurzzeitig starke Verkäufe nach sich ziehen.

Palladium hält sich relativ stark und es zeigt sich ein leichtes Defizit am Markt, was optimistisch stimmt. Sollte der mittelfristige Abwärtstrend überwunden werden, so könnten Short-Eindeckungen den Preis schnell auf 2.500 US-Dollar treiben. Platin zeigt sich weiterhin neutral und handelt unter der wichtigen Unterstützung von 1.000 US-Dollar trendlos seitwärts. Platin, sowie Silber und Palladium, sind kurzfristig abhängig von der weiteren Entwicklung des Goldpreises und ob dieser die Marke von 1.800 US-Dollar halten kann oder nicht.

Die Goldminen im HUI-Goldminenindex handeln nun seit einem halben Jahr um die Marke von 250 Punkten, die eine wichtige Unterstützung darstellt. Kann Gold nach oben ausbrechen, werden auch die Minen den langfristigen Abwärtstrendkanal nach oben hin verlassen und es zu schnellen und starken Kursanstiegen kommen, wobei sogar eine Kursverdoppelung binnen kürzester Zeit denkbar wäre. Fällt der Goldpreis hingegen noch einmal, so droht ein finaler Abverkauf, den man für antizyklische Käufe mit beiden Händen sofort nutzen sollte.

Es verwundert, dass nicht mehr Investoren die Folgen der Stagflation, die längst für jedermann sichtbar sein sollte, erkennen und sich entsprechend positionieren. Trotz historisch hoher Inflationsraten fällt der Goldpreis, nur weil die US-Notenbank bis zu vier Zinsanhebungen in diesem Jahr und seit letzter Woche sogar eine Reduzierung der Geldbasis (quantitative tightening) an die Wand malt.

Die Zinsen steigen unlängst deutlich an, insbesondere auch wegen der hohen Inflationsrate. Fällt die US-Notenbank als Käufer der letzten Instanz weg, dann können die Zinsen nur weiter ansteigen auf ein marktübliches Niveau, das mindestens vier Prozent über der aktuellen Inflationsrate liegen sollte für die kurzfristigen Zinsen. Das letzte Mal als die Konsumentenpreise mit 7% stiegen, lag selbst der US-Leitzins bei 11,5%!

Zinsen von 12% würde die fragile überschuldete Weltwirtschaft nicht aushalten und diese in die Depression abrutschen, weshalb die US-Notenbank eher früher als später von ihrem hawkishen Kurs abweichen und wieder mehr Geld drucken muss. Die FED hat sich in eine Ecke manövriert, aus der sie nicht mehr herauskommt, ohne dabei eine starke Rezession auszulösen. Je länger man mit staatlichen Mitteln in den freien Markt planwirtschftlich eingreift, desto schlimmer werden am Ende des Tages die Zerstörungen sein.

Die Aktienmärkte sind in einem Umfeld steigender Zinsen kein gutes Investment und ebenso nicht die Anleihenmärkte, die gerade dabei sind in die Mutter aller Bärenmärkte überzugehen. Die reale Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen beträgt aktuell -5,53%, was zeigt wie planwirtschaftlich verzerrt die Märkte sind. Negative Realrenditen waren und sind weiterhin das beste Umfeld für den Goldpreis, der aktuell neue Kraft für den nächsten starken Sprung sammelt, da sukzessive immer mehr Investoren verstehen, worauf all dies in den nächsten Jahren hinauslaufen wird.

Angesicht dieser realen Negativzinsen, sollte sich jedermann bewusst sein, dass es keinen schmerzlosen Ausweg mehr geben kann. Die Wirtschaft wird einbrechen und die Notenbanken weiterhin mit dem Drucken von Geld darauf reagieren. Der Goldpreis und die Minenaktien werden die großen Gewinner in den nächsten Jahren sein, weshalb wir weiterhin ein Investment in diese inflationsgeschützten Anlageklassen empfehlen.

 


Die zehnjährigen US-Staatanleihen rentieren aktuell mit -5,5%

Technische Analyse zu Silber: Gnade den Silberbugs, wenn die Unterstützung bei 22 US-Dollar bricht

Der Preis fiel um 27 US-Cent, wobei die Spekulanten 6 Tsd. Kontrakte short gingen. Dies wäre eine neutrale Wochenentwicklung, wenn die BIG4 sich in der gleichen Zeit nicht deutlich eingedeckt hätten. Diese folgenlose Eindeckung bei den BIG4 in Höhe von 8 Tagen der Weltproduktion ist ein Warnsignal und der Rücksetzer auf 22 US-Dollar immer noch ebenso wahrscheinlich, wie in der Vorwoche. Man muss weiterhin mit einem Rücksetzer auf 18$-19$ rechnen.

Nur dann, wenn sich Gold über 1.800$ hält und aus irgendeinem Grund plötzlich deutlich ansteigen kann, dürfte sich Silber auch über 22 US-Dollar halten können. Gnade den Silberbugs jedoch, wenn Gold deutlich unter 1.800 US-Dollar abrutscht, denn dann wäre ein finaler Long-Drop am Terminmarkt möglich. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist mittlerweile sehr hoch. Nur die Goldbullen können Silber jetzt retten.


Im Verhältnis zum Open Interest sind die COT-Daten im einem COT-Index von 42 Punkten im neutralen Bereich


Die BIG4 konnten in die Preisschwäche hinein ihre Shortposition reduzieren, ohne den Preis nach oben zu treiben

Der Silberpreis kämpft immer noch mit der wichtigen Marke bei 23 US-Dollar und hält sich knapp über der extrem wichtigen Unterstützung bei 22 US-Dollar.

Charttechnisch ist die Situation weiterhin einfach. Über 23,40 US-Dollar erzeugt der Silberpreis ein kurzfristiges Kaufsignal mit dem Ziel bei 25 US-Dollar, wenn der Goldpreis gleichzeitig über 1.835 US-Dollar ausbrechen und weiter ansteigen kann.


Über den blauen Abwärtstrend über 23,40 US-Dollar, würde es ein kleines Kaufsignal geben

Im größeren Bild des Tagescharts wird eine große Handelsspanne zwischen 28 US-Dollar auf der Oberseite und 22 US-Dollar auf der Unterseite sichtbar.

Da der Silberpreis im Vergleich zum Goldpreis in den letzten Monaten schwach war, hängt der weitere Verlauf ganz von der Entwicklung des Goldpreises ab. Sollte der Goldpreis noch ein letztes Mal abtauchen, so würde ihm der Silberpreis folgen und wahrscheinlich die wichtige Unterstützung bei 22 US-Dollar nach unten durchbrechen. Ein finaler Abverkauf auf 18 US-Dollar bis 19 US-Dollar wäre die Folge, wobei sich der Terminmarkt bereinigen würde und sich die BIG4 ihrer großen Shortposition entledigen könnten.

Bei 18-19 US-Dollar würden wir mit beiden Händen auf die Käuferseite wechseln, da dies ein sehr gutes Kaufsetup auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht mit einem sehr niedrigen Risiko wäre.


Die wichtige Unterstützung bei 22 US-Dollar ist weiterhin in Gefahr

Langfristige Analyse

Silber handelte über fünf Jahre hinweg in einer Handelsspanne zwischen 14 US-Dollar auf der Unterseite und 19 US-Dollar auf der Oberseite. Seit dem bullischen Ausbruch Mitte 2020 ist das langfristige Chartbild sehr bullisch. Im Wochenchart ist das dreimalige Scheitern am Widerstand bei 28 US-Dollar noch deutlicher sichtbar und es hat sich eine Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar auf der Unterseite und 28 US-Dollar auf der Oberseite etabliert.

Selbst ein Rücksetzer auf die Unterstützung bei 19 US-Dollar, was zuvor der langfristige Widerstand war, würde das übergeordnet charttechnisch bullische Bild nicht zerstören. Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur auf 19 US-Dollar ist wieder sehr hoch und hatte in den letzten sechs Wochen deutlich zugenommen.

In diesem Jahr ist ein Ausbruch aus dieser Handelsspanne über den Widerstand bei 28 US-Dollar möglich, was den Silberpreis, spekulativ getrieben, schnell bis auf mindestens 36 US-Dollar hieven würde. Mit einem Scheitern des Taperings bzw. fortgesetzten Anleihenkäufen, persistent hohen Inflationsraten und inflationsinduziert steigenden Zinsen, werden Gold und auch Silber zum Schutz vor Inflation zunehmend gefragt werden. Es dürfte sich dann über einige Jahre hinweg ein Defizit am physischen Markt entwickeln, das den Silberpreis weit über sein nominales Allzeithoch bei 50 US-Dollar tragen wird.


Silber handelt weiterhin in der Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar auf der Unterseite und 28 US-Dollar auf der Oberseite

 

Kaufgelegenheit bei Gold jetzt nutzen

Liebe Leser,

nichts lässt das Interesse der meisten Anleger so verlässlich schwinden wie stark fallende Kurse, sollte man meinen. Tatsächlich nimmt das Interesse vieler Börsianer in Baissephasen deutlich ab und die Zahl der Aktionäre sinkt.

Dennoch stimmt diese Aussage nicht ganz. Denn noch stärker als deutlich fallende Kurse drücken langanhaltende Seitwärtsbewegungen auf die Stimmung zahlreicher Börsianer, wie Analysen des Anlegerverhaltens zeigen.

Die Ruhe vor dem Sturm ist eine Kaufgelegenheit

Also nicht nur kaufen, wenn die Kanonen donnern, wie ein bekanntes Börsenbonmot es ausdrückt, sondern auch dann, wenn die Ruhe vor dem Sturm auf eine gute Kaufgelegenheit schließen lässt.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollten Sie gerade dann aktiv werden, wenn viele Ihrer Nachbarn und Bekannten die Flinte ins Korn werfen. Denn das kennzeichnet Situationen, in denen die Finanzmärkte das beste Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen. So zu handeln fällt zwar schwer, da wir Menschen soziale Wesen, um nicht zu sagen Herdentiere sind. Aber wenn Sie es tun, zahlt es sich gewöhnlich aus.

Scheinbare Langeweile im Edelmetallsektor

Eine auf diese Weise definierte Kaufgelegenheit bietet sich Ihnen derzeit im Edelmetallsektor. Das sehen Sie beispielhaft auf dem folgenden Goldchart. Nach einem Anstieg von 75% in rund zwei Jahren begann eine völlig normale Korrektur, die ihr Tief im März 2021 erreichte. Seither befindet sich der Goldpreis in einer langgestreckten Seitwärtsbewegung – und die Stimmung der meisten Marktteilnehmer ist sehr bescheiden.

Dabei befindet sich der Goldpreis lediglich 12% unter seinem Hoch. Er hat also nur einen kleinen Teil des vorangegangenen 75%-Anstiegs wettgemacht.

Goldpreis pro Unze in $, 2018 bis 2022

Chart

Die aktuelle Lage ähnelt der von 2018.

Quelle: StockCharts.com

Bullishe Indikatoren ergänzen das Bild

Die meisten meiner mittel- bis langfristig ausgerichteten Indikatoren haben für Gold längst wieder Kaufsignale gegeben. Sie stützen also das bullishe Bild, das sich aus dieser langen Seitwärtsbewegung ergibt, und signalisieren einen Anstieg auf neue Hochs.

Schon jetzt, auf Basis des aktuellen Goldpreises von rund 1.800 $ pro Unze, verdienen gute Goldproduzenten sehr viel Geld. Ein erneuter Anstieg des Goldpreises wird ihre Gewinne weiter nach oben katapultieren und den Aktienkurs beflügeln.

Die meisten der von mir empfohlenen Minenaktien sind fundamental überaus günstig bewertet – ganz im Unterschied zum allgemeinen US-Aktienmarkt, dessen Überbewertung neue Rekorde erreicht hat. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, die sich Ihnen bei ausgewählten Goldminen und – nebenbei bemerkt – auch im Energiesektor bietet. Mit unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren unterstützen Roland Leuschel und ich Sie gerne dabei – jetzt 30 Tage kostenlos.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

Ihr

https://www.clausvogt.com/files/claus-vogt/images/Unterschrift%20Claus%20Vogt_zugeschnitten.jpg

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: An der US-Börse zeichnet sich eine Baisse ab. Mehr erfahren Sie in unserer Themenschwerpunkt-Ausgabe „Die geldpolitische Wende der Fed und ihre Folgen“.

P.P.S.: Sie wollen Woche für Woche sicher durch diese Krise kommen, dann fordern Sie bitte noch heute den kostenlosen Claus Vogt Marktkommentar hier ganz einfach mit Ihrer E-Mail an.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch “Das Greenspan Dossier” und die „Inflationsfalle“ und ganz aktuell die „Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? (15.01.2022)

Autor: Gotthilf Steuerzahler

Schwächen bei der Korruptionsprävention in einem Bundesland

Liebe Leserinnen und Leser,

in einem westdeutschen Bundesland wurden die Bestimmungen zur Korruptionsbekämpfung vielfach nicht beachtet, wie eine Überprüfung ergab. Inzwischen hat das Land verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Korruptionsprävention ergriffen.

Korruption ist der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil, so die Definition von Transparency International. Sie kommt insbesondere bei Genehmigungen und bei der Vergabe von Aufträgen vor. In der öffentlichen Verwaltung wird sie nicht nur als individuelles Fehlverhalten wahrgenommen, sondern darüber hinaus als Unredlichkeit eines gesamten Organisationsbereichs. Neben fiskalischen Aspekten werden vor allem die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit der öffentlichen Verwaltung gefährdet.

Das hier in Rede stehende Land hat mit seinem Korruptionsbekämpfungsgesetz, einem Runderlass zur Verhütung und Bekämpfung von Korruption in der öffentlichen Verwaltung und einer Richtlinie für die Innenrevision mit korruptionspräventiver Zielsetzung zahlreiche Regelungen erlassen, um Korruption zu verhindern. Zu den Maßnahmen zur Korruptionsprävention gehören u. a. die Festlegung und Bewertung korruptionsgefährdeter Bereiche, das Vieraugenprinzip und die Personalrotation. Überdies hat das Land das Vorgehen bei der Festlegung korruptionsgefährdeter Bereiche geregelt.

Gefährdungsanalysen wurden verspätet erstellt

Nach dem Korruptionsbekämpfungsgesetz sind die Behördenleiter verpflichtet, die korruptionsgefährdeten Bereiche in ihren Dienststellen und die entsprechenden Arbeitsplätze intern festzulegen. Dies geschieht in einer im Einzelfall vorzunehmenden Gefährdungsanalyse. Bei der Überprüfung, die sich auf eine Vielzahl von Behörden erstreckte, wurde festgestellt, dass die Verpflichtung, Gefährdungsanalysen zu erstellen, teilweise erst neun Jahre nach Inkrafttreten des Korruptionsbekämpfungsgesetzes befolgt worden war. Dabei stellen eine fundierte Gefährdungsanalyse und deren Dokumentation die unverzichtbaren Grundlagen für daran anknüpfende Präventivmaßnahmen dar.

Das Vieraugenprinzip wurde teilweise nicht beachtet

Um das Risiko von Missbrauch und Fehlern zu senken, sieht das Korruptionsbekämpfungsgesetz vor, dass Entscheidungen über die Vergabe von Aufträgen, deren Wert 500 Euro übersteigt, von mindestens zwei Personen zu treffen sind (Vieraugenprinzip). In sonstigen korruptionsgefährdeten Arbeitsbereichen soll entsprechend verfahren werden. Die Überprüfung ergab, dass das Vieraugenprinzip zwar bei der Vergabe von Aufträgen, ansonsten aber nicht zur Anwendung kam. Die konkrete Umsetzung des Vieraugenprinzips war intern für diese Fälle nicht oder nicht eindeutig geregelt.

Es fand keine Personalrotation statt

In besonders korruptionsgefährdeten Bereichen, wo es um Aufträge, Fördermittel, Genehmigungen, Gebote oder Verbote geht, sollen nach dem Korruptionsbekämpfungsgesetz Beschäftigte in der Regel nicht länger als fünf Jahre ununterbrochen eingesetzt werden. Hiervon darf nur aus zwingenden Gründen abgewichen werden. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass in allen untersuchten Dienststellen die Verwendungszeit von fünf Jahren in besonders korruptionsgefährdeten Bereichen überschritten worden war. Zudem hatte keine dieser Dienststellen die Verwendungszeiten ihres Personals in diesen Bereichen erfasst oder gar festgeschrieben.

Die Innenrevisionen wurden personell geschwächt

Die Innenrevisionen in den Behörden sollen in Form von Prüfungen und Empfehlungen Korruption verhindern. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass die Personalausstattung in den letzten Jahren bei allen geprüften Innenrevisionen ohne erkennbaren Grund um 25 bis 60 Prozent reduziert worden war. Infolge der personellen Engpässe konnten Revisionen und Präventionsmaßnahmen teils gar nicht oder nur mit Verzögerungen durchgeführt werden.

Das Land hat seine Regelungen verschärft

Das Land hat inzwischen sein Korruptionsbekämpfungsgesetz und die sonstigen Vorschriften neu gefasst. Das zuständige Innenministerium hat dazu ergänzend ausgeführt, es seien Präzisierungen vorgenommen worden, um die bei der Überprüfung festgestellten Schwächen zu beseitigen. Bei den Innenrevisionen will das Innenministerium zukünftig darauf hinwirken, dass diese dauerhaft personell verstärkt werden. Dass das Land hier einen schärferen Kurs fährt, ist sehr zu begrüßen. Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Ländern, die bei der Korruptionsbekämpfung gut dastehen. Es muss aber immer wieder dafür gesorgt werden, liebe Leserinnen und Leser, dass dies auch weiterhin so bleibt, sagt mit Nachdruck

Ihr

Gotthilf Steuerzahler

www.krisensicherinvestieren.com

Dieser Text stammt aus dem kostenlosen Newsletter Claus Vogt Marktkommentar.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch “Das Greenspan Dossier” und 2009 „Die Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“. 2019 ihr neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com – aber ganz bewusst nicht bei Amazon. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

 

Inflation in den USA: Warum auch bis zu 9 Prozent kein Problem sind!

Die Inflation in den Vereinigten Staaten von Amerika ist im Dezember 2021 weiter gestiegen. Mit 7 Prozent erreichte sie den höchsten Stand seit 1982. Die Bürger in den Vereinigten Staaten, besonders der breite Niedriglohnsektor, ächzen und den stark gestiegenen Verbraucherpreisen. Bei der US-Notenbank FED werden die Schweißperlen auf der Stirn von Jerome Powell immer größer. Und Goldanleger fragen sich mittlerweile ernsthaft, ob ihr geliebtes Edelmetall kaputt ist oder ob sie in den letzten Jahren einem riesigen Hoax aufgesessen sind. 

Inflation war 30 Jahre lang kaum ein Thema gewesen

Der Schock sitzt derzeit überall tief. Besonders Nahrungsmittel und Energie, allen voran Öl und Gas, sind innerhalb eines Jahres „sauteuer“ geworden. Viele Menschen, besonders die junge Generation aus den 1990er und die Millennials (um die Jahrtausendwende Geborene) sind solche Preissteigerungen eher fremd. Jahrelang waren die Inflationsraten eher niedrig. Inflation war selten in Thema in der persönlichen Lebensplanung. Inflation kannte man lange nur aus Entwicklungsländern, „Bananenrepubliken“ oder aus den Erzählungen der Großeltern.

Und auch beim Investieren und an den Aktienmärkten spielte sie lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Es gab sogar Phasen in der Wirtschaftsgeschichte, in denen die Preise auf breiter Front gefallen sind, also negativ waren. Während der Finanzkrise 2008/09 war das der Fall. Auch im Jahre 2015 fiele die Preise leicht unter die Nulllinie. Von der großen Depression in den 1930er Jahren mal ganz abgesehen. Und jetzt der abrupte Trendwechsel.

Inflation USA ab 1915

Inflation kurz vor dem langfristigen Abwärtstrend

Wenn man sich aber den langfristigen Verlauf der US-Inflationsrate seit dem Jahre 1915 anschaut, so kann man feststellen, dass hier per Definition noch gar kein Trendwechsel stattgefunden hat. Die jüngsten Preissteigerungen sind im historischen Kontext eher gering und nicht auffällig. 

Schauen Sie in die 1940er, 1960er und 1970er! Damals mussten die Menschen mit Preissprüngen von 12, 15 bis hin zu 20 Prozent klarkommen. Sicher, in einigen europäischen Ländern sind solche Raten mittlerweile Realität. Estland weist unter den EU-Ländern mit 12 Prozent die höchste Inflation aus. Und die Türkei schießt mit 36 Prozent den sprichwörtlichen Vogel ab.

Fallende Preise sehr viel wahrscheinlicher als weiter steigende 

Nimmt man die obere rote Abwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Jahre 1920 hat, so hätte der laufende Preisschub in Übersee noch Platz bis etwa 8,5 Prozent, ggf. auch 9 Prozent. Dort könnten die Preise auf breiter Front dann wieder beginnen zu bröckeln. Zumindest die Gaspreise (Natural Gas), als Bestandteil der Energiepreise, sind seit dem Panikhoch im Herbst 2021 bereits über 30 Prozent eingebrochen. Die Ölpreise könnten, wie hier beschrieben und skizziert, nach einem Test der 100 USD Marke, folgen.

Natural Gas Erdgas

Auch, wenn es aktuell schwer vorstellbar ist: Der Inflations-Hype nähert sich dem Höhepunkt. Es ist absehbar, dass die Inflationsrate in den USA ab dem Frühjahr wieder den Rückwärtsgang einlegen und sich auf Sicht von 1,5 bis 2 Jahren wieder der unteren grünen Unterstützungslinie im Bereich von 2 bis 1,5 Prozent annähern wird. 

Energiesektor sehr attraktiv bewertet

Die Welt braucht Öl und Gas

Liebe Leser,

der Öl– und Erdgassektor spielt in der Weltwirtschaft weiterhin eine bedeutende Rolle und wird das auch in den kommenden Jahrzehnten tun. Daran gibt es trotz der vor allem in Deutschland lautstark in Szene gesetzten Klimaschutzpolitik keinen Zweifel. Alles andere würde zu dramatischen Wohlstandseinbußen bis hin zu weltweiten Hungersnöten führen.

Im Unterschied zu den sehr beliebten Unternehmen aus dem Bereich der alternativen Energien und dem neuerdings offiziell als „grün und nachhaltig“ klassifizierten Uransektor ist der klassische Energiesektor nicht nur bei den meisten Börsianern extrem unpopulär, sondern weit darüber hinaus. In Teilen der Bevölkerung der von Erdöl abhängigen Industrieländer und ihrer politischen Vertreter wird er mit Hinweis auf den Klimawandel geradezu gehasst.

Fundamental unterbewertet und unverzichtbar

In diesem hochemotionalen Umfeld ist das Führen eines rationalen Diskurses kaum möglich. Deshalb gilt der Energiesektor im Moment sogar bei zahlreichen (westlichen) institutionellen Anlegern als nicht investierbar – obwohl auch deren Kunden weder im Kalten oder Heißen sitzen, noch auf Mobilität oder Elektrizität verzichten möchten.

Doch darüber spricht man lieber nicht. Stattdessen werden „grüne“ Finanzprodukte angeboten, mit denen naive Anleger ihr Gewissen beruhigen können – solange sie nicht allzu sehr über den tatsächlichen Inhalt dieser Produkte und die Voraussetzungen ihres Wohlstands nachdenken.

Diesem vom Zeitgeist getriebenen Trend habe ich mich bereits Ende 2020 klar entgegengestellt und den Lesern meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren ausdrücklich unterbewertete Aktien des Energiesektors zum Kauf empfohlen. Eine gute Wahl, da dieser Sektor in 2021 mit stattlichen Kursgewinnen glänzte. Und dieser Kursanstieg ist mit großer Wahrscheinlichkeit erst der Beginn einer langanhaltenden Hausse.

Viel zu geringe Investitionen

Als Reaktion auf die radikale Corona-Politik und den von ihr ausgelösten Absturz des Ölpreises hat die Ölindustrie ihre Investitionen im Jahr 2020 drastisch zurückgefahren. Seither verharren sie trotz der inzwischen stark gestiegenen Energiepreise auf einem sehr niedrigen Niveau. Diese völlig außergewöhnliche Entwicklung kann vor allem auf die Klimapolitik zurückgeführt werden, die für extreme Planungs- und Rechtsunsicherheit der Unternehmen des klassischen Energiesektors sorgt.

Derart geringe Investitionen bewirken eine schnelle Abnahme der Ölreserven und einen Rückgang der Produktion. Dieser Effekt führt zu hohen und weitersteigenden Energiepreisen – ein zusätzliches Argument für anhaltend hohe Inflationsraten. Auf diese Weise werden die längst wieder sprudelnden Gewinne der Ölmultis trotz sinkender Produktion weiter steigen.

Ölpreis pro Barrel in $, Monatschart, 2002 bis 2022

Chart

Der Ölpreis hat seinen langfristigen, 2008 begonnenen Abwärtstrend beendet. Stellen Sie sich auf weiter steigende Öl- und Energiepreise ein

Quelle: StockCharts.com

Verdienen Sie mit ausgewählten Energieaktien

Darüber hinaus kommt es zu einem gefährlichen Machtzuwachs der OPEC+ Länder, die dem Westen und seinen freiheitlichen Werten nicht unbedingt wohlgesonnen sind. Wie einst in den Ölkrisen der 1970er Jahre wird der Westen wieder zunehmend abhängig und erpressbar von der OPEC. Auch das spricht für einen anhaltenden Anstieg des Ölpreises.

Wenn Sie unter steigenden Energiepreisen und hohen Inflationsraten nicht leiden, sondern profitieren wollen, dann empfehle ich Ihnen auch jetzt wieder den Kauf ausgewählter Aktien des klassischen Energiesektors. Wer meine aktuellen Favoriten sind, lesen Sie in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos testen.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches und glückliches neues Jahr,

Ihr

https://www.clausvogt.com/files/claus-vogt/images/Unterschrift%20Claus%20Vogt_zugeschnitten.jpg

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: Es rumort gewaltig an der US-Börse. So kündigen sich Baissen an. Jetzt lesen: Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe „Historische Baissen und Börsencrashs“.

P.P.S.: Sie wollen Woche für Woche sicher durch diese Krise kommen, dann fordern Sie bitte noch heute den kostenlosen Claus Vogt Marktkommentar hier ganz einfach mit Ihrer E-Mail an.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und die „Inflationsfalle“ und ganz aktuell die „Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? (08.01.2022)

Autor: Gotthilf Steuerzahler

Die Auswertung der „Panama Papers“ durch die deutsche Finanzverwaltung

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einigen Jahren schlugen die sogenannten „Panama Papers“ hohe Wellen in den deutschen und internationalen Medien. Bei diesen Papieren handelte es sich um vertrauliche Unterlagen eines panamaischen Offshore-Dienstleisters, welche durch einen Whistleblower verschiedenen Journalisten zugespielt worden waren.

Nach Einschätzung der beteiligten Medien belegten die Unterlagen legale Strategien der Steuervermeidung, aber auch Steuer- und Geldwäschedelikte, den Bruch von UN-Sanktionen sowie andere Straftaten durch Kunden des Offshore-Dienstleisters. Die Enthüllungen führten in zahlreichen Ländern zu Ermittlungen gegen Politiker und andere Prominente und lösten öffentliche Debatten über Steuerschlupflöcher, Briefkastenfirmen und Steuermoral aus. Nunmehr wurde ein Bericht des Bundesrechnungshofs bekannt, der interessante Einblicke in die Auswertung der erlangten Informationen durch die deutsche Finanzverwaltung bietet.

Im Jahr 2017 erwarb nämlich das Bundeskriminalamt den Datenbestand der „Panama Papers“. Pikant ist dabei, dass dem Bundesfinanzministerium nicht bekannt war, dass dem Bundeskriminalamt ein Angebot über den Kauf der „Panama Papers“ vorlag. Auch wusste das Finanzministerium nicht, dass das Bundeskriminalamt die Finanzverwaltung eines Landes hinzugezogen hatte, um zu prüfen, ob und inwieweit das Datenangebot steuerlich verwertet werden konnte.

Die Steuerfahndung wurde einbezogen

Die erwähnte Finanzverwaltung eines Landes übernahm auf Bitte des Bundeskriminalamts die Aufgabe, den Gesamtdatenbestand der „Panama Papers“ aufzubereiten und inländische Steuerfälle zu identifizieren. Eine hierzu eingerichtete Auswertungseinheit übermittelte Kontrollmaterial aus dem Datenbestand der „Panama Papers“ an die Steuerfahndungen der Länder, die diese auf mögliche Steuerverkürzungen überprüfen sollten. Das Kontrollmaterial bezog sich auf in Panama gegründete Gesellschaften, bei denen die Recherchen ergeben hatten, dass sie möglicherweise inländischen Steuerpflichtigen zuzurechnen sind.

Große Unterschiede bei der Auswertung der Daten

Die übermittelten Informationen waren zunächst wenig aussagekräftig. Es waren weitere Recherchen nötig, um inländische Steuerfälle identifizieren zu können. Neben unterschiedlichen Auswertungsstrategien befassten sich manche Bundesländer inhaltlich weniger intensiv mit dem Kontrollmaterial als andere. Zum Teil fehlte auch die nötige Fachexpertise im Umgang mit dieser Art von Daten. Dies führte in einem Land dazu, dass es nicht einen einzigen Steuerfall bei der Auswertung der Daten identifizieren konnte. Ein anderes Land hingegen konnte viele Steuerfälle identifizieren. Es deckte Steuerverkürzungen in erheblichem Ausmaß auf und setzte Mehrsteuern in zweistelliger Millionenhöhe fest.

Das Finanzministerium hätte für ein einheitliches Vorgehen sorgen müssen

Nachdem das Bundesfinanzministerium vom Kauf der Daten erfahren hatte, blieb es untätig und brachte sich bei Auswertung der Daten nicht ein. Stattdessen verließ es sich ausschließlich auf die Analyse, Aufbereitung und Auswertung der Daten durch die Finanzverwaltungen der Länder. Hätte sich das Finanzministerium fortlaufend über den Stand der Ermittlungen in den Ländern informiert, wäre ihm bekannt geworden, dass die Länder die Informationen unterschiedlich auswerteten.

Dann hätte es frühzeitig auf ein möglichst bundesweit gleichmäßiges Vorgehen der Länder hinwirken und Steuerausfälle möglicherweise verhindern können. Rechtliche Hinderungsgründe für ein Einwirken des Bundesfinanzministeriums bestanden nicht.

Wurden die Unterlagen nicht gründlich ausgewertet?

Der Rechnungshof hat das passive Verhalten des Bundesfinanzministeriums bei der Auswertung der Daten kritisiert. Das Ministerium hätte seine Aufsichtspflichten für das Besteuerungsverfahren wirksam wahrnehmen und im Interesse der gleichmäßigen Besteuerung intensiv an der Auswertung mitwirken müssen.

Aus der Sicht des Rechnungshofs haben die Finanzverwaltungen der Länder die „Panama Papers“ nicht gleichmäßig, sondern nur lückenhaft ausgewertet, mögliche Steuerausfälle seien unentdeckt geblieben. Könnte es sein, liebe Leserinnen und Leser, dass einige Bundesländer gar nicht sonderlich an der lückenlosen Auswertung der heiklen “Panama Papers“ interessiert waren, oder haben die Medien mal wieder viel Lärm um nichts gemacht, fragt sich nachdenklich

Ihr

Gotthilf Steuerzahler

www.krisensicherinvestieren.com

Dieser Text stammt aus dem kostenlosen Newsletter Claus Vogt Marktkommentar.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch “Das Greenspan Dossier” und die „Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“. 2019 ihr neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“ Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com – aber ganz bewusst nicht bei Amazon. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

 

Dirk Müller: Was taugt sein Promifonds?

Wer an der Börse aktiv ist, möchte sein Geld möglichst effektiv anlegen und im besten Fall vermehren. Nicht erst mit der deutlich anziehenden Inflation ist das Hauptkriterium die erzielte Rendite pro Jahr. Ob in Form von Kursgewinnen bei Aktien, Dividendenausschüttungen oder Fondsanteilen. Zumindest langfristig muss sich das Investment lohnen und einen Gewinn abwerfen. Wer nicht liefert, ist bei den Anlegern schnell unten durch und wird „abgestoßen“. Bei dem Fonds von Dirk Müller scheinen aber ganz andere Regeln zu gelten.

Ausgerechnet am Tag der Aktie, am 16. März 2015, wurde der erste Kurs seines „DIRK MÜLLER PREMIUM AKTIEN FONDS“ festgestellt. Seitdem hat sich der Kurs seines Fonds allerdings unterm Strich kaum verändert. In der Summe geht es seit Jahren seitwärts, seit Anfang 2020 ist sogar eine fallende Tendenz erkennbar. Und das in einem Börsenumfeld, in dem der langfristige Trend – auch unter Berücksichtigung des Corona-Crashs im Frühjahr 2020 – seit Jahren und Jahrzehnten eindeutig nach oben zeigt. 

Dirk Müller Aktienfonds seit Auflage 2016

Dirk Müller schafft langfristig nicht einmal eine kleine positive Rendite

Vor diesem Hintergrund ist es schon erstaunlich, dass Dirk Müller als ausgewiesener Börsenprofi alles anders als erfolgreich mit seinem Fonds ist. Seit Auflage hat er lediglich im Jahre 2017 und 2018 eine positive Performance geschafft. Und auch während des weltweiten Börsenbebens im Februar/März 2020 konnte der Fonds gegen den allgemeinen Markttrend punkten. Wer allerdings von Anfang an dabei ist, der wartet noch immer darauf, dass seine Anteile endlich einmal etwas ins Plus laufen. 

Der Fonds setzt auf Absicherung und wartet auf den nächsten Crash

Gegenüber dem DAX und dem MSCI World, den Müller immer wieder als Vergleichsindex (Benchmark) heranzieht, ist der Fonds mittlerweile weit abgeschlagen. Während der Fonds innerhalb von fast 7 Jahren auf eine negative Rendite von fast 9 Prozent kommt, gehen DAX und MSCI World im gleichen Zeitraum mit Plus 38 bzw. über 80 Prozent regelrecht steil.

Dirk Müller Fonds vs DAX und MSCI World

Dirk Müller wird jedoch auch nicht müde, diese eklatante Performance-Lücke immer wieder zu rechtfertigen und zu erklären. Gut laufenden Aktien-Schwergewichten wie Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft und Facebook stehen entsprechende Absicherungsinstrumente gegenüber. Damit ist Müller jederzeit für einen Crash gerüstet. Allerdings kostet das den Fonds natürlich Unmengen an Performance. Wenn Sie so wollen, „fährt“ der Fonds auf der Autobahn mit angezogener Handbremse mit Tempo 60 auf der rechten Spur. 

Trotz schwacher Performance: Anleger halten zu Dirk Müller

Jeder andere x-beliebe Fonds wäre mit diesen schwachen Ergebnissen in diesem Marktumfeld wohl schon längst eingestellt worden. Einfach wegen Misserfolg. Nicht so Dirk Müllers „Baby“. Müller weiß seine Fans an sich zu binden. Er kann sich gut darstellen, kann gut reden und sich und seinen Fonds gut verkaufen. Trotz eines maximalen Aufgabeaufschlags von 4 Prozent und laufenden Kosten von bis zu 1,55 Prozent, halt Fans zu Müller. Das drückt sich in diesem Fall besonders im Fondsvolumen aus. Ende 2021 belief sich dieses auf unfassbare 464 Millionen Euro. 

Natürlich brauch man die Performance bei diesem Fonds nicht zu diskutieren. Sie ist schlichtweg indiskutabel. Aber beim Fonds von Dirk Müller geht es vordergründig eher um eine ganze eigene Weltanschauung, das instabile Finanzsystem und die Story dahinter. Jeder Anleger, der Anteile kauft, kennt die nackten Zahlen. Er kennt die schlechte Performance des Fonds. Und dennoch werden echte Fans von Dirk Müller zugreifen. Weil Sie Dirk Müller vertrauen. Und das ist okay.

Ölpreis 2022: Geht es hoch auf über 103,50 US-Dollar?

Das zurückliegende Jahr 2021 war das Jahr, in dem die Inflation zurück ins Bewusstsein der Menschen, Anleger und Börsianer gekrochen ist. Besonders der massiv gestiegene Ölpreis hat viele Marktbeobachter auf dem falschen Fuß erwischt. 

Viele Jahre und Jahrzehnte haben steigende Preis in Europa und in Vereinigten Staaten in der Summe kaum eine große Rolle gespielt. Mitunter gab es sogar kurze Phasen, in denen die Inflationsrate rückläufig bzw. leicht negativ gewesen ist. Zum Beispiel während der Finanzkrise 2008/09 und 2020, als die jeweils sinkende Kaufnachfrage für entsprechend fallende Preise gesorgt hat.

Ölpreis Brent Tages-Chart

Vor diesem Hintergrund waren die letzten Monate fast schon ein kleiner Schock. Zuletzt meldeten die USA für den November 2021 einen historischen Preisanstieg von 6,8 Prozent. Für Deutschland hat das Statistische Bundesamt einen Anstieg von 5,2 Prozent errechnet. Die Preise steigen auf breiter Front. Besonders Lebensmittel und die Energiepreise geht durch die Decke. In diesem Zusammenhang sind besonders die galoppierenden Gaspreise und der hausierende Ölpreis zu nennen.

Ölpreis der Marke Brent: Plus 342 Prozent in 18 Monaten

Während des ersten Lockdowns und des Corona-Crashs gab es im Frühjahr 2020 sogar einen kurzen Moment, in dem der Ölpreis ins Negative gerutscht war. Die Panik war damals dermaßen groß und die Nachfrage nach Rohöl entsprechend so gering, dass Händler an der Börse bereit waren, den Käufern Geld anzubieten. Der Negativ-Rekord lag damals bei Minus 37,63 US-Dollar (WTI) pro Barrel!

Bis heute hat sich diese verrückte und übertrieben Marktsituation zum Glück wieder aufgelöst. Heute sehen wir allerdings ein anderes Extrem: Aufgrund der hohen Nachfrage auf dem Weltmarkt steigt der Ölpreis der Marke Brent seit Monaten kontinuierlich. Vom Crash-Tief im April 2020 ging es bis zum Oktober 2021 kontinuierlich nach oben. Hoch und Tief trennen sagenhafte 342 Prozent! Viele Marktbeobachter und Volkswirte erwarten vor diesem Hintergrund auch in diesem Jahr eine Inflationsrate deutlich oberhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre. 

Ölpreis Brent im Monats-Chart

Charttechnik: Wichtige Widerstände voraus! 

Der langfristige Monats-Chart des Ölpreises der Marke Brent zeigt, wo wir aktuell stehen. Mit knapp 20 USD stand Brent im April 2020 so tief wie zuletzt Anfang 2002. Heute haben wir mit Kursen um 80 USD das Niveau aus dem Herbst 2018 erreicht. Hier in diesem Bereich findet sich auch der untere Bereich einer wichtigen Widerstandszone, die bis auf etwa 100,50 USD reicht. Hierzu gesellt sich noch der langfristige Abwärtstrend, der mit den Oktober-Hochs bereits etwas überboten wurde. Zusätzlich ist eine diagonale Widerstandslinie zu erkennen, die ihren Ursprung am Crash-Tief 2008 hat.

Weiterer starker Anstieg des Ölpreises unwahrscheinlich

Besonders die Widerstandszone und der diagonale Widerstand sind wichtig. Beide deuten auf ein Kursniveau von etwa 100,50 bis 103,50 USD, die in den kommenden Wochen und Monaten noch ohne Weiteres erreicht werden könnten. Vom aktuellen Niveau ist es zwar ein weiterer Kurssprung von bis zu 33 Prozent. Doch spätestens dann dürfte sich eine großangelegte Konsolidierung einstellen, die auch dafür sorgen wird, dass die Inflation wieder etwas zurückgehen wird.

Gold steigt trotz 6 % Inflation nicht? Das ist der Grund!

Im 2. Corona-Jahr gehen die Preise in den westlichen Industriestaaten unerwartet stark durch die Decke und erreichen mitunter den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Vor diesem Hintergrund hätte 2021 ein außergewöhnliches Börsenjahr für Gold und besonders für alle Goldanleger werden können. Hätte, hätte, Infektionskette …

Doch Börsianer und besonders die Gold-Fangemeinde reiben sich verblüfft die Augen und können es kaum fassen, was aktuell passiert oder eben nicht passiert: Der Goldpreis – in USD betrachtet – denkt gar nicht daran den Inflationsraten zu folgen und entsprechend durch die Decke zu gehen. Was ist da denn los? Löst sich jetzt der Gold-Mythos in Luft auf?

Binsenweisheit: Gold steigt während einer Inflation

Fast jedes Kind weiß mittlerweile, dass Gold ein Schutz vor Inflation ist. Besonders in Ländern, die in der Vergangenheit bereits Erfahrungen mit Hyperinflation hatten, ist dieses Wissen fast schon eine Binsenweisheit. Vielen Anlegern und Tradern wurde zudem jahrelang medial eingetrichtert, dass in Phasen hoher Inflationsraten nur Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Gold sowie Edelmetalle das Vermögen schützen. 

Für Aktien stimmt das. DAX, Dow & Co notieren aktuell nur wenig unter ihren letzten Rekordmarken. Und auch Immobilien boomen in Deutschland, Europa und den USA seit Jahren. Für den Goldpreis hingegen, sowohl in US-Dollar als auch in Euro, scheint diese „Regel“ in diesen Wochen nicht oder nicht mehr zu gelten. Goldanleger haben das Nachsehen und können nur rätseln, warum der Goldpreis ausgerechnet jetzt deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. 

Studie: Aktien langfristig und während Inflation besser als Gold

Bereits im August 2021 hat die MAN Group, ein britischer Anbieter von alternativen Investmentprodukten, eine äußerst interessante Studie mit dem Titel “The Best Strategies for Inflationary Times” veröffentlicht. Dabei wurde untersucht, wie sich die verschiedenen Anlageklassen besonders in sogenannten „Inflationsregimen“ entwickelt haben. 

Die Kernaussage dieser Studie lautet: Gold kann langfristig die hohen Erwartungen nicht erfüllen und performt in Phasen mittlerer Inflation von gut 4 Prozent sogar negativ. Der klare Gewinner sind langfristig gesehen hingegen die Aktien (Int. Stocks u. S&P 500) und die Immobilien (REIT).

Gold vs. Aktien und Immobilien während einer Inflation

Auch die folgende Auswertung kommt zu einem sehr ähnlichen Schluss: Globale Aktien schlagen Gold im langfristigen Kontext um Längen. Gold hat zwischen 1980 und 2018 jährlich sogar leicht um 0,7 Prozent verloren, während Aktien um sagenhafte 6,4 Prozent gestiegen sind. Jeweils inflationsbereinigt!

Inflationsbereinigte Renditen

Spätestens jetzt sollte klar werden, dass viele Anleger einem gefährlichen und folgenreichen Irrtum sowie Denkfehler unterliegen. Nicht Gold geht bei anziehenden Inflationsraten durch die Decke, sondern Aktien. Zumindest im langfristigen Kontext.

Gold Chart

Studien: Von wem und mit welchen Absichten?

Sicher, es wird auch Studien und Berechnungen geben, die auf andere Werte kommen und bei denen Gold vorne liegt und langfristig die beste Anlageklasse ist. Beachten Sie: Es kommt eben immer auch darauf an, wer mit welchem Hintergrund und welchen Absichten eine Studie und Berechnung erstellt und veröffentlicht. Eine Fondsgesellschaft, die ihre Fondsanteile, die auf Aktienanteilen basieren, verkaufen möchte, wird anders rechnen als ein Goldhändler, der seine Münzen und Barren unter Volksbringen möchte!