Buschmann (FDP) – Koalitionsverhandlungen gehen voran

Berlin (Reuters) – Der FDP-Spitzenpolitiker Marco Buschmann sieht die Koalitionäre in spe auf Kurs, schließt aber eine Verlängerung der Beratungen in den Arbeitsgruppen nicht aus.

“Wenn man sich einen Zeitplan gibt, dann muss man auch die Zuversicht haben, dass man den erreicht”, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion am Montag in Berlin. Am Mittwoch, 18.00 Uhr (MEZ), sollen die 22 Arbeitsgruppen von FDP, Grünen und SPD ihre Arbeit abgeschlossen haben. “Mein Eindruck ist schon, dass hart in der Sache, aber doch sehr ergebnisorientiert verhandelt wird”, sagte Buschmann. Er fügte hinzu: “Und wenn’s dann länger dauert, dauerts länger, das finde ich persönlich jetzt auch keinen Beinbruch.” Er habe aber “im Moment überhaupt nicht den Eindruck, dass es dort nicht vorangehen würde”.

Solarauto-Bauer Sono Motors peilt 184 Mio Dollar Emissionserlös an

München (Reuters) – Der Börsengang des Münchner Solarauto-Entwicklers Sono Motors in den USA soll bis zu 184 Millionen Dollar einbringen.

Die Sono Group will zehn Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 14 und 16 Dollar verkaufen und strebt eine Notierung an der Technologiebörse Nasdaq an, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Innerhalb von 30 Tagen nach der Erstnotiz kann Sono Motors die Emission noch um 15 Prozent aufstocken. Insgesamt würde Sono am oberen Ende der Spanne mit 1,15 Milliarden Dollar bewertet. Organisiert wird der Börsengang von der Hamburger Investmentbank Berenberg.

Das Unternehmen braucht dringend Geld. Ohne den Erlös aus dem Börsengang wäre Sono im Dezember wohl insolvent, wie es im Emissionsprospekt mehrfach heißt. Das erste Modell namens “Sion” soll aber erst im ersten Halbjahr 2023 ausgeliefert werden. Es kann nicht nur an der Steckdose geladen werden, sondern auch über Solarzellen, die in der Karosserie verbaut sind. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Sono 25,7 Millionen Euro Verlust geschrieben. 2020 waren es insgesamt 56 Millionen Euro. Gebaut werden soll der “Sion” in Schweden, im früheren Pkw-Werk von Saab in Trollhättan. Zu den Entwicklungspartnern gehören die Autozulieferer Continental und ElringKlinger.

Umsätze hat das Unternehmen bisher nicht erwirtschaftet. Bis Anfang November hat Sono laut dem Börsenprospekt aber mehr als 16.000 Vorbestellungen mit Anzahlungen von mehr als 40 Millionen Euro erhalten. Die zugrundeliegenden Bestellungen hätten einen Wert von 340 Millionen Euro, können aber auch wieder storniert werden. Sono will seine Solartechnologie auch an Hersteller von Bussen, Lastwagen, Wohnmobilen, Zügen und Booten lizenzieren.

Flüge in die USA wieder möglich – Lufthansa fast ausgebucht

Frankfurt/Paris/London (Reuters) – Das Warten hat ein Ende: Nach 20 Monaten Einreisesperre dürfen Touristen und Geschäftsreisende seit Montag wieder in die USA fliegen.

An Flughäfen in Frankfurt, Paris und London war der Andrang groß. Die deutschen Unternehmen freuten sich über die wiedergewonnene Reisefreiheit. Bei der Lufthansa und Reisekonzernen wie TUI schnellten die Buchungszahlen in die Höhe. Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs sei gut für die transatlantischen Beziehungen, für die Wirtschaft und für die Menschen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Für die größte deutsche Airline sind Flüge in die USA ein lukratives Geschäft. Die Hälfte aller Langstreckenflüge von Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels Airlines haben in Normalzeiten die Vereinigten Staaten zum Ziel. Die Buchungen erreichten zuletzt schon 80 Prozent des Vorkrisenniveaus, sodass das Angebot auf 200 Flüge pro Woche zu 19 Zielen ausgebaut wurde. “Die Buchungslage ist super”, sagte Klaus Fröse, der für den Flugbetrieb der Lufthansa in Frankfurt zuständig ist, zu Reuters TV. “Wir sind für die kommenden Tage und Wochen fast ausgebucht. Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Segment wieder auf die alte Größenordnung kommen.”

Beim Ferienflieger Condor verdoppelten sich unmittelbar nach Bekanntgabe der Öffnung die Buchungszahlen. Es gebe einen riesigen Nachholbedarf für Reisen nach Nordamerika, erklärte die Airline. Der Nachholeffekt sei nicht nur kurzfristig, sondern auch schon bei Reisen in den Oster- und Sommerferien deutlich spürbar, sagte TUI-Deutschlandchef Stefan Baumert. “Von Woche zu Woche werden jetzt immer mehr Urlauberinnen und Urlauber über den großen Teich aufbrechen.”

In den vergangenen 20 Monaten waren Reisen in die USA wegen der Pandemie nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt. Künftig sind Flugreisen wieder möglich für alle Personen, die doppelt geimpft sind und zusätzlich einen negativen Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Auch für Genese gilt die Impf- und Testpflicht, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erläuterte. Ausnahmen gibt es unter anderem für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie für Regierungsbeschäftigte und Diplomaten.

“ENKELKINDER SEIT ZWEI JAHREN NICHT GESEHEN”

“Wir freuen uns, dass durch die angekündigten Lockerungen die Mobilitätsnachfrage im wichtigen transatlantischen Verkehr nun wieder stärker bedient werden kann”, sagte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des BDL. Im Winterflugplan erreiche das Angebot im interkontinentalen Flugverkehr 71 Prozent des Vorkrisenniveaus. Bei den Maschinenbauern war die Freude besonders groß – für sie sind die USA der größte Exportmarkt und Investitionsstandort. “Damit kehrt der Geschäftsreiseverkehr zwischen Europa und den USA zum Normalmodus zurück und lässt die Pandemie hinter sich”, sagte Ulrich Ackermann, Abteilungsleiter Außenwirtschaft beim Maschinenbauverband VDMA.

Am Flughafen Frankfurt gebe es längere Warteschlagen, aber alles laufe wie geplant, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Fraport. “Wir kommen mit der Situation gut klar.” Alleine im November rechnet Fraport wegen US-Reisen mit bis zu 400.000 mehr Fluggästen. Passagier Erich Schöller stören die langen Schlangen nicht. “Natürlich ist viel los hier, viel Gedränge, aber wir sind geimpft”, sagte er. “Wir besuchen unsere Tochter, unseren Schwiegersohn und die Enkelkinder und wir freuen uns, weil wir jetzt über zwei Jahre gewartet haben, dass es wieder möglich ist.”

Fröse von der Lufthansa rechnet nicht damit, dass die wieder steigenden Corona-Inzidenzen das Geschäft erneut trüben. “Die Welt lernt, mit der Pandemie zu leben”, sagte er. Die Prozesse würden sich als wirksam erweisen und speziell für das Fliegen sei ein sehr guter Schutz gewährleistet. Die US-Regierung hatte die Öffnung des Flugverkehrs für geimpfte Passagiere am 20. September angekündigt.

Polen warnt vor “großer Provokation” durch Belarus in Migrationsstreit

– von Matthias Williams und Joanna Plucinska

Warschau/Daugavpils (Reuters) – Der Streit zwischen Belarus und seinen Nachbarländern über Grenzübertritte von Migranten verschärft sich zusehends.

Polen warf der belarussischen Führung am Montag vor, eine “große Provokation” vorzubereiten. Die Regierung in Warschau stellt sich nach Worten von Außenstaatssekretär Piotr Wawrzyk darauf ein, dass die Führung in Minsk massenweise Menschen nach Polen lassen will. “Belarus will einen bedeutenden Zwischenfall, Medienberichten zufolge möglichst mit Schüssen und Opfern”, sagte Wawrzyk im staatlichen Radio.

Im Internet veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten angeblich, wie sich Hunderte von Migranten auf die Grenze nach Polen zubewegten. Später veröffentlichte der polnische Grenzschutz auf Twitter Bilder, wonach Migranten versuchten, Stacheldrahtzäune zu durchreißen. Polen mobilisierte vor diesem Hintergrund nach Behördenangaben weitere Truppen. Bislang sind dem Verteidigungsministerium zufolge bereits mehr als 12.000 Soldaten an der Grenze stationiert.

Auch Litauen schickt weiteres Militär an seine Grenze zu Belarus, wie die litauische Innenministerin Agne Bilotaite auf einer Pressekonferenz mitteilte. Ihren Worten zufolge wollte das Kabinett darüber beraten, ob in dem Grenzgebiet der Ausnahmezustand ausgerufen wird. Kürzlich hatte Litauen bereits mit dem Bau einer Mauer an der Grenze begonnen. Hintergrund ist die steigende Zahl von Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika, die über Belarus in dessen Nachbarländer kommen wollen. Die Regierung des benachbarten Lettland nannte die Lage “alarmierend”.

Allein an der polnisch-belarussischen Grenze versuchen täglich Hunderte illegal nach Polen und damit in die EU zu gelangen. Ihr Ziel ist zumeist Deutschland. Die Europäische Kommission wirft der belarussischen Führung vor, die Grenzübertritte zu orchestrieren. Sie spricht von einer Form der hybriden Kriegsführung, um – im Gegenzug zu den gegen Belarus verhängten Sanktionen – Druck auf die EU auszuüben. Belarus hat dies bestritten. Rückendeckung erhält die Regierung von Präsident Alexander Lukaschenko von Russland. Ein Kreml-Sprecher verteidigte den belarussischen Umgang mit der Migrationsfrage.

Europas Anleger legen nach Rekordlauf Verschnaufpause ein

Frankfurt (Reuters) – Nach der Rekordjagd in der vergangenen Woche halten sich die Anleger an Europas Börsen mit Aktienkäufen zurück.

Der Dax gab am Montag 0,2 Prozent auf 16.026 Punkte nach; der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent niedriger bei 4358 Punkten. Dagegen deuteten die US-Futures auf einen freundlichen Handelsstart an der Wall Street hin. Für Rückenwind in den USA sorgte die Verabschiedung eines billionenschweren Infrastrukturgesetzes.

“Nach der lebhaften Sitzung in der letzten Woche ist die Uhr wieder auf Null zurückgestellt, da wir, wenn überhaupt, erst in einigen Monaten mit einer Änderung der Geldpolitik rechnen können”, sagte David Madden, Marktanalyst bei Equiti Capital. Europäische Aktien waren vergangene Woche von Rekord zu Rekord geeilt. Für Kauflaune hatten sowohl starke US-Arbeitsmarktdaten gesorgt als auch ein positives Update von US-Pharmakonzern Pfizer zu seiner Covid-19-Pille. Zudem stimmten die bislang vorgelegten Quartalszahlen Investoren optimistisch.

“Es ist das Beste aus beiden Welten: Die Volkswirtschaften der USA, Großbritanniens und der Euro-Zone erholen sich in einem anständigen Tempo, und wir erwarten für einige Zeit keine größeren Änderungen seitens der EZB, der Bank of England oder der Fed”, konstatierte Madden.

ÖLPREIS ZIEHT ERNEUT AN – ETHERUM AUF REKORDHOCH

Aktien aus dem Ölsektor waren zum Wochenanfang die größten Gewinner. Rohöl-Anleger setzten erneut auf ein beschleunigtes Wachstum. Dies verteuerte die Sorte Brent aus der Nordsee rund ein Prozent auf 83,40 Dollar je Barrel (159 Liter). Genährt wurden diese Spekulationen von der Verabschiedung des Infrastruktur-Programms von US-Präsident Joe Biden und ermutigenden chinesischen Konjunkturdaten. Außerdem erhöhte der weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco seine offiziellen Verkaufspreise für asiatische Kunden.

Das US-Infrastrukturprogramm und die von US-Finanzministerin Janet Yellen geforderten Investitionen in den Klimaschutz trieben Investoren zudem verstärkt in Bitcoin & Co, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Die Programme werden immer größer, die durch Schulden finanziert werden sollen. Kryptowährungen werden von vielen Anlegern als Schutz gegen Inflation angesehen und daher gekauft.” Vor diesem Hintergrund stieg Ethereum um bis zu sieben Prozent auf ein Rekordhoch von 4768,21 Dollar. Bitcoin stand mit bis zu 66.427,92 Dollar kurz vor dem Sprung auf eine neue Bestmarke.

HENKEL ENTTÄUSCHT

Dagegen trennten sich Anleger von Anteilsscheinen des Konsumgüterkonzerns Henkel, der um bis zu 6,6 Prozent einbrach. Der “Persil”-Hersteller erwartet wegen steigender Rohstoffkosten für das Gesamtjahr nur noch ein Ergebnis am unteren Ende der Prognosespanne. Der französische Mischkonzern Bouygues büßte rund sechs Prozent ein, nachdem er für 7,1 Milliarden Euro die Dienstleistungssparte des Versorgers Engie übernommen hatte. Der Zukauf sei ein großer Schritt für Bouygues und die Integration komplex, kommentierte Analyst Jerry Dellis.

Für Aufsehen sorgte zudem Tesla-Chef Elon Musk mit seinem Votum auf Twitter zu einem Aktienverkauf, das eine Verkaufswelle der wertvollsten Auto-Aktie der Welt auslöste. Am Wochenende hatte Musk über Twitter abstimmen lassen, ob er ein Zehntel seines Aktienpakets verkaufen soll. Von den 3,5 Millionen Nutzern, die mitmachten, stimmten fast 58 Prozent dafür. Musk erklärte, das Votum befolgen zu wollen. Viele Anleger trennten sich daraufhin von den Papieren. In Frankfurt rutschen die in Deutschland notierten Titel um bis zu neun Prozent ab; in den USA gerieten Tesla-Aktien vorbörslich ebenfalls unter Druck.

Litauen schickt wegen Migranten Soldaten an Grenze zu Belarus

Daugavpils (Reuters) – Litauen schickt Militär an seine Grenze zu Belarus, um sich auf einen möglichen Zustrom an Migranten vorzubereiten.

Das teilte die litauische Innenministerin Agne Bilotaite am Montag auf einer Pressekonferenz mit. Ihren Worten zufolge wird das Kabinett darüber beraten, ob in dem Grenzgebiet der Ausnahmezustand ausgerufen wird. Wie viele Soldaten in die Region entsandt und wo genau diese postiert werden sollen, wollten die Behörden nicht angeben und führten Sicherheitsgründe dafür an.

Kürzlich hatte Litauen bereits mit dem Bau einer Mauer an der Grenze begonnen. Hintergrund ist die steigende Zahl von Migranten, die über Belarus in die Nachbarländer kommen wollen. Allein an der polnisch-belarussischen Grenze versuchen täglich Hunderte illegal nach Polen und damit in die EU zu gelangen. Ihr Ziel ist zumeist Deutschland. Die Europäische Kommission wirft der belarussischen Führung vor, die Grenzübertritte zu orchestrieren. Sie spricht von einer Form der hybriden Kriegsführung, um wegen der gegen Belarus verhängten Sanktionen Druck auf die EU auszuüben. Belarus hat dies bestritten.

Ex-Landesbank HCOB schlüpft beim Haftungsverbund der Privaten unter

Berlin (Reuters) – Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat einen Meilenstein ihres dreijährigen Umbaus geschafft und kann künftig beim Haftungsverbund der Privatbanken unterschlüpfen.

Der Vorstand des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) gab am Montag grünes Licht dafür, dass die ehemalige HSH Nordbank zum 1. Januar 2022 vom Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe in den Einlagensicherungsfonds des Privatbanken-Lagers wechselt. Die Aufnahme sei “ein besonderes Ereignis für den Finanzstandort Deutschland”, sagte BdB-Präsident Christian Sewing, der auch Deutsche Bank-Chef ist. “Denn erstmals nehmen wir eine ehemalige Landesbank bei uns auf.” HCOB-Chef Stefan Ermisch erklärte, man habe die hohen Anforderungen des BdB alle erreicht und zum Teil übererfüllt. Reuters und das “Handelsblatt” hatten bereits am Freitag darüber berichtet.

Das Institut war Ende 2018 als erste Landesbank privatisiert worden und ging für eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und JC Flowers. Hamburg und Schleswig-Holstein hatten die HSH Nordbank in der Schiffs- und Finanzkrise mit Milliardenhilfen vor dem Aus gerettet und mussten sie auf Druck der EU verkaufen. Mit einem massiven Jobabbau, Spar- und Schrumpfungskurs sollte die in HCOB umbenannte Bank wieder flottgemacht werden. Von den 1716 Vollzeitstellen 2018 sollen 2022 nur rund 800 übrig bleiben. Mitte dieses Jahres waren es noch rund 950.

Mit dem Wechsel in den Einlagensicherungsfonds sei der Hamburg Commercial Bank “eine in der deutschen Bankenlandschaft einmalige Pionierarbeit gelungen”, sagte Ermisch. Das Institut sei nun ein kapitalstarker und profitabler Spezialfinanzierer mit guten operativen Margen. Ermisch erhöhte die Gewinnprognose für 2021 auf deutlich über 300 Millionen Euro nach Steuern. Im August hatte der Manager mehr als 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen sagte Ermisch damals, die HCOB sei womöglich “die effizienteste Bank in Deutschland” und die Kapitalquote (CET1) von 29,6 Prozent wohl eine der stärksten in ganz Europa. Ob die Bank künftig auf eigenen Beinen stehe oder sich mit einem Partner zusammentue, werde sich zeigen. “Ich bin da sehr entspannt, wir stehen unter keinem Zeitdruck”, hatte Ermisch gesagt.

Chinas Zentralbank stellt günstige Kredite für Klimaschutz bereit

Peking (Reuters) – Die chinesische Zentralbank will dem klimafreundlichen Umbau der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt auf die Sprünge helfen.

Sie kündigte dazu am Montag günstige Kredite für Banken an, die ihrerseits Unternehmen bei der Senkung von Kohlendioxid-Emissionen unterstützen. Konkret will die Zentralbank für 60 Prozent der von den Finanzhäusern bewilligten Gelder billige Kredite mit einem Zinssatz von 1,75 Prozent für ein Jahr gewähren. Diese Darlehen können zudem zweimal verlängert werden. Zum Vergleich: Der Referenzzinssatz für Kredite mit einjähriger Laufzeit liegt derzeit bei 3,85 Prozent.

Die Volksrepublik ist der weltweit größte Verursacher von klimaerwärmenden Treibhausgasen. Der Exportweltmeister stellt allerdings auch sehr viele Waren für andere Länder wie die USA und europäische Nationen her. China will 2030 den Höhepunkt beim CO2-Ausstoß überschritten haben und bis 2060 klimaneutral sein.

Derzeit findet im schottischen Glasgow der Weltklimagipfel statt. Chinas Präsident Xi Jinping nahm nicht persönlich daran teil und wurde deshalb kritisiert. Vor dem UN-Treffen wiederholte China seine bisherigen Ziele, was ebenfalls auf Kritik stieß. Die USA erklärten, das Land könne mehr leisten.

China hat beim Klimaschutz eigenen Angaben zufolge noch viel vor sich. Es habe zwar einige Verbesserungen gegeben, doch werde es schwierig, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, räumte der Staatsrat der Volksrepublik laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ein. “Der Schutz des Ökosystems und des Klimas hat noch einen weiten Weg vor sich”, teilte der Staatsrat mit. Die Volksrepublik setze sich daher weitere Ziele unter anderem bei der Luftreinheit und Wasser. So soll der Anteil an guter Wasserqualität in den Küstenregionen auf 79 Prozent steigen und der Anteil an schwer belastetem Wasser quasi auf null sinken.

CA Immo – Hauptversammlung für Sonderdividende am 30. November

Wien (Reuters) – Der Wiener Immobilienkonzern CA Immo plant auf Wunsch seines Mehrheitsaktionärs Starwood Capitals für den 30. November eine außerordentliche Hauptversammlung zur Ausschüttung einer Sonderdividende.

Die Aktionärsversammlung, für die man noch den Aufsichtsrat konsultieren müsse, werde virtuell stattfinden, teilte CA Immo am Montag mit.

Der US-Finanzinvestor, der 57 Prozent an der CA Immo hält, hatte Anfang November die Ausschüttung einer Sonderdividende von fünf Euro je Aktie beantragt. In Summe wäre dies eine Auszahlung von rund 500 Millionen Euro an die Aktionäre. Die zusätzliche Gewinnausschüttung soll in zwei Tranchen zu jeweils 2,50 Euro je Aktie im Dezember und im März erfolgen. Die reguläre Dividende für 2020 betrug 1,0 Euro je Aktie.

Laut CA Immo haben die beantragten Sonderausschüttungen aus heutiger Sicht keine Auswirkungen auf das Geschäftsmodell. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2018 seien in Summe Verkaufserlöse in Höhe von rund einer Milliarde Euro erzielt worden, teilte der Konzern mit. Der überwiegende Teil der Verkäufe sei zu Preisen abgeschlossen worden, die deutlich über den Buchwerten der Liegenschaften lagen. Alle diese Aktivitäten würden sich in einer jährliche Wachstumsrate von im Schnitt rund 20 Prozent widerspiegeln und einer durchschnittlichen jährlichen Eigenkapitalrendite von rund 13 Prozent, hieß es. Die CA Immo verfügt nach eigenen Angaben über eine robuste Bilanz und eine hohe Cash-Position, verbunden mit einer äußerst geringen Verschuldung. Der Konzern geht davon aus, den Verschuldungsgrad weiterhin innerhalb des Zielkorridors halten zu können, auch wenn die Sonderdividende beschlossen und in vollem Umfang an alle Aktionäre ausgezahlt werden wird.

Mehr als 250 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Bangalore (Reuters) – Die Zahl der Corona-Infektionen weltweit hat am Montag die Schwelle von 250 Millionen überschritten.

Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor. Zwar ist demnach die durchschnittliche Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in den vergangenen drei Monaten um 36 Prozent zurückgegangen, doch infizieren sich immer noch alle 90 Tage 50 Millionen Menschen weltweit. Im Gegensatz dazu dauerte es fast ein Jahr, bis die ersten 50 Millionen Corona-Fälle registriert worden waren. Dafür verantwortlich ist vor allem die besonders ansteckende Delta-Variante.

In 55 Ländern steigen derzeit die Corona-Zahlen an, vor allem in Osteuropa in Rekordtempo und auch in Deutschland wieder stark. Hierzulande stieg die Sieben-Tage-Inzidenz der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner am Montag erstmals über die Marke von 200. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerte sich zuletzt aber optimistisch, dass vor allem dank der Impfstoffe das schlimmste in der Pandemie überwunden und das Virus spätestens Ende 2022 unter Kontrolle sei.