Sanofi verabschiedet sich von mRNA-Impfstoff gegen Covid-19

Dieser würde zu spät auf den Markt kommen, erklärte ein Sprecher des französischen Pharmakonzerns am Dienstag. Sanofi werde sich daher auf seinen proteinbasierten Covid-19-Impfstoff konzentrieren. Dieses Vakzin, das Sanofi zusammen mit dem britischen Hersteller GlaxoSmithKline entwickelt, befindet sich derzeit in der entscheidenden Phase-3-Studie und könnte bis Dezember verfügbar sein. Das Entwicklungsprogramm hat das Unternehmen um eine Studie mit dem Impfstoff als Booster-Dosis erweitert, deren Ergebnisse Ende des vierten Quartals zu erwarten sind.

Mit seinem Impfstoffkandidaten, der wie die schon zugelassenen von BioNTech/Pfizer und Moderna auf der Technik der Boten-RNA (mRNA) basiert, erzielte Sanofi erste positive Zwischenergebnisse. In der Phase-1/2-Studie hätten sich bei 91 bis 100 Prozent der Probanden zwei Wochen nach der zweiten Dosis neutralisierende Antikörper gebildet. Im Rennen um einen mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 haben die Franzosen angesichts der starken Konkurrenz aber das Nachsehen und wollen sich nun auf die Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs gegen Influenza konzentrieren. Die klinischen Studien dazu sollen im kommenden Jahr starten.

 

CureVac gibt Produktionspartnerschaften für Covid-19-Impfstoff auf

Das Tübinger Biotechunternehmen gibt erste Produktionspartnerschaften zur Herstellung des Vakzins auf. Die Verträge mit Wacker Chemie und dem Schweizer Auftragshersteller Celonic seien gekündigt worden, teilte CureVac am Dienstag mit. Die Verträge mit Rentschler Biopharma und Novartis blieben dagegen bestehen. CureVac führte dies auf eine geringere Nachfrage nach seinem Impfstoff zurück, der in der entscheidenden klinischen Studie nur eine Wirksamkeit von insgesamt 48 Prozent zeigte. Ob der Impfstoff je zugelassen wird, ist völlig offen. Die Daten werden gegenwärtig von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft.

Zu den Produktionspartnern von CureVac gehören neben Rentschler und Novartis nach wie vor auch noch Bayer, GlaxoSmithKline und Fareva. Daran habe sich nichts geändert, sagte eine Sprecherin. CureVac arbeitet gegenwärtig an einem verbesserten Vakzin der zweiten Generation, das im vierten Quartal in die klinische Entwicklung gebracht werden soll. Dieses entwickelt CureVac anders als das ursprüngliche nicht alleine, sondern zusammen mit GlaxoSmithKline. Durch die Verkleinerung des Partnernetzwerks erwartet das Unternehmen keine Einschränkung der Materialverfügbarkeit für seinen Impfstoff der zweiten Generation.

 

Nach Flop – CureVac kommt mit neuem Impfstoff-Projekt voran

Dieser Impfstoff – den CureVac anders als den ursprünglichen nicht alleine, sondern in Partnerschaft mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline entwickelt – habe in einer präklinischen Studie eine verbesserte Immunantwort und Schutzwirkung gezeigt, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit. In der Untersuchung, in der das Vakzin an Affen getestet wurde, habe der Impfstoff zudem eine stärkere Antikörperneutralisierung aller ausgewählter Virusvarianten erreicht, darunter auch der hochansteckenden Delta-Variante.

Voraussichtlich im vierten Quartal wollen CureVac und GlaxoSmithKline den Impfstoff nun in die klinische Erprobung am Menschen bringen. CureVac-Aktien legten zu und notierten rund acht Prozent fester. Das Tübinger Biotechunternehmen hatte im Februar eine Partnerschaft mit GlaxoSmithKline zur Entwicklung eines verbesserten Covid-19-Impfstoffs der nächsten Generation vereinbart, der sich gegen die aufkommenden, ansteckenderen Virusvarianten richten soll. Die 150-Millionen-Euro schwere Kooperation baut auf dem bestehenden Impfstoff von CureVac auf. Dieser erzielte in der entscheidenden klinischen Studie, deren Ergebnisse im Juni veröffentlicht wurden, aber nur eine Gesamt-Wirksamkeit von 48 Prozent.

CureVac hat das Vakzin allerdings nicht abgeschrieben und hofft auf eine Einsatzmöglichkeit bei unter 60-Jährigen, bei denen eine Wirksamkeit von 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und von 77 Prozent gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf beobachtet wurde. “Wir bekräftigen unsere Absicht, die behördliche Zulassung bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur zu beantragen und übermitteln derzeit umfassende klinische Daten an die Agentur”, sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas.

Im ersten Halbjahr schrieb CureVac vor allem wegen hoher Forschungskosten einen operativen Verlust von 263,7 Millionen Euro nach einem Minus von 26,4 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz, der vor allem aus Zahlungen von GlaxoSmithKline stammt, schrumpfte um 14 Prozent auf 32,4 Millionen.