Inflationssorgen bremsen Europas Börsen – Bilanzen stützen

Frankfurt (Reuters) – Hin- und hergerissen zwischen Inflationssorgen und der Hoffnung auf gute Firmengewinne sind Europas Anleger am Donnerstag in Deckung gegangen.

Dax und EuroStoxx50 notierten am Vormittag jeweils 0,2 Prozent tiefer bei 15.785 und 4258 Punkten. Die bevorstehende Zinswende in den USA, eine weiter steigende Inflation und ein schwelender Russland-Ukraine-Konflikt bereiteten den Anlegern Probleme, sagte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus RoboMarkets.

Die als Vorläufer für die Entwicklung der Inflation geltenden Produzentenpreise waren in Deutschland im Dezember mit 24,2 Prozent so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1949. “Haupttreiber bleiben die Energiepreise, wo sich insbesondere Strom und Gas noch einmal deutlich verteuert haben”, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist eine rasche Zinswende dennoch kein Thema. Die EZB müsse geldpolitisch nicht so aggressiv vorgehen, wie es die US-Notenbank Fed voraussichtlich tun werde, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde. Sie gehe davon aus, dass sich die Preise 2022 stabilisierten und es schrittweise zu einem Rückgang komme. Börsianer rechnen mittlerweile angesichts des Preisauftriebs mit einer viel schnelleren Straffung in den USA als noch vor einem Monat angenommen. Aufmerksam werden Investoren auch den Zinsentscheid der türkischen Zentralbank verfolgen. Diese hatte die Geldpolitik in den vergangenen Monaten trotz anziehender Inflation mehrfach gelockert.

METALLPREISE STEIGEN NACH ZINSSENKUNG IN CHINA

Auch in China senkte die Zentralbank wegen einer drohenden Abkühlung der Konjunktur in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft einen wichtigen Schlüsselzinssatz. In Erwartung weiterer geldpolitischer Lockerungen im größten Stahlerzeugerland kletterten die Eisenerz-Preise an den Rohstoffbörsen. Der Mai-Kontrakt gewann 1,3 Prozent auf 742 Yuan je Tonne. “Wir betrachten die Zinssenkungen dieser Woche als einen vorbeugenden Schritt, um eine Wachstumserholung im Jahr 2022 voranzutreiben”, sagte Vivek Dhar, Rohstoffanalyst der Commonwealth Bank of Australia. Auch die Preise für Industriemetalle wie Nickel und Palladium zogen kräftig an.

Am Anleihemarkt griffen Investoren zaghaft wieder zu. Nachdem die Bundesanleihe am Mittwoch erstmals seit fast drei Jahren wieder über null Prozent gelegen hatte, rentierte sie bei minus 0,019 Prozent.

LIEFERPROBLEME PERLEN AN PUMA AB

Am Aktienmarkt waren die Papiere von Puma zeitweise stark gefragt. Die hohe Nachfrage nach seinen Produkten bescherten dem Sportartikelhersteller Rekordergebnisse. Die Aktie, die seit September im deutschen Leitindex notiert ist, stieg zeitweise um mehr als vier Prozent, bröckelte dann aber auf ein Plus von noch 1,2 Prozent ab. “Die Zahlen waren top, da gibt es nichts auszusetzen”, sagte ein Händler. “Dass jetzt noch kein Ausblick gegeben wurde, könnte bei einigen für Unsicherheit sorgen.”

Die Papiere von Alstom kletterten zeitweise um 3,5 Prozent. Der französische Zughersteller machte in Europa gute Geschäfte im dritten Quartal und steigerte seinen Umsatz. Auch der britische Essenslieferdienst Deliveroo profitierte von einer gestiegenen Nachfrage. Die Aktien verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Gold zieht nach dem Silberausbruch deutlich an!

Aufwärtstend im Tageschart bestätigt

Tickmill-Analyse: GOLD im Tageschart

Silber hat es am Dienstag vorgemacht, gestern hat auch Gold im Tageschart endlich die erhofften Fakten für die Bullen im Edelmetall geschaffen. Das ewige hin und her der vergangenen zwei Handelswochen ist vorbei. Der Ausbruch über die Marke von 1.831 USD ist geschafft und damit auch die Bestätigung des Aufwärtstrends. Sollte der Ausbruch nachhaltig sein und Folgeorders die Kurse weiter nach oben treiben, ist aus technischer Sicht der Weg zum Hoch bei 1.877 USD frei.

Sollte nun das Inflationsthema an den Märkten auch hier gespielt werden, winken in Zukunft sogar noch Kurse im Bereich des Maihochs bei 1.917 USD. Im Falle eines kleinen Rückschnappers ist Gold zunächst am letzten Zwischentief bei 1.805 USD unterstützt.

Auch für kurzfristige Trades bietet Gold wieder Chancen

Tickmill-Analyse: GOLD im 4-Stundenchart

Auf Grund der Tatsache, dass der Ausbruch mit hoher Dynamik vonstattenging, ist ein kurzes Durchatmen nicht ausgeschlossen. So lange der Kaufdruck anhält und die Kurse direkt über das kleine Zwischenhoch bei 1.844 USD steigen, bieten die untergeordneten Verlaufshochs der letzten Abwärtsphase – von 1.877 USD auf 1.753 USD – um 1.850 USD und 1.870 USD weitere Orientierungslevel. Kommt es zum Rückschnapper unter das oben erwähnte Unterstützungslevel von 1.805 USD, liegt der nächste Auffangbereich bei 1.783 USD.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

 

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Ihr Mike Seidl

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US-Banken glänzen im Beratungsgeschäft – Handelsgeschäft eher schwach

New York (Reuters) – Kräftige Einnahmen im Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen haben die Gewinne der US-Großbanken zum Teil deutlich anschwellen lassen.

Mit den Geschäftszahlen der US-Investmentbank Morgan Stanley und des Finanzriesen Bank of America endete am Mittwoch die Berichtssaison der Top-Institute jenseits des Atlantiks. Dabei hinterließen sie ein zweigeteiltes Bild: Während das Investmentbanking dank des Fusionsfiebers erneut glänzte, schwächelte bei vielen Banken das Handelsgeschäft. Dazu stiegen die Kosten – insbesondere für das Personal. Denn um Top-Talente für wichtige Bank-Funktionen ist ein scharfer Wettbewerb entbrannt.

Morgan Stanley meldete für das vierte Quartal dank eines florierenden Beratungsgeschäfts einen Gewinnanstieg von zehn Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar. Dieser lag über den Schätzungen der Analysten. “2021 war ein hervorragendes Jahr für unsere Firma”, zog Bankchef James Gorman Bilanz. Die Erträge kletterten im Schlussquartal um sieben Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar. Wie auch die Rivalen Goldman Sachs und JPMorgan profitierte Morgan Stanley vom anhaltenden Fusionsfieber. Dazu kam eine Vielzahl von Börsengängen und Transaktionen mit börsennotierten Firmenmänteln.

Morgan Stanley beriet im vergangenen Jahr bei 420 Transaktionen. Bei den Beratungsgebühren rangiert das Institut in den so genannten ‘League Tables’ auf Platz drei hinter Goldman Sachs und JP Morgan. Dagegen schrumpften die Erträge im Handelsgeschäft im Schlussquartal um 26 Prozent – im Anleihehandel brachen die Einnahmen sogar um 31 Prozent ein. Im ersten Coronajahr hatten noch starke Fluktuationen an den Börsen das Handelsgeschäft gestützt, dazu kamen die Milliarden-Geldspritzen der US-Notenbank Fed. Doch zuletzt war das Fahrwasser an den Finanzmärkten wieder ruhiger, zudem fuhr die Fed ihre großangelegten Anleihekäufe zurück.

Beim Rivalen Bank of America nahm der Nettogewinn im vierten Quartal sogar um 30 Prozent auf 6,77 Milliarden Dollar zu. Die Erträge zogen um zehn Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar an. Das Bankhaus profitierte dabei auch von einem wieder stärkeren Kreditwachstum und einer Erholung bei den Konsumausgaben der Verbraucher auf Kredit- und Debit-Karten. “Das Kreditwachstum ist sehr konsistent. Es ist breit gefächert”, sagte Finanzchef Alastair Borthwick. Es sei schwer zu glauben, dass dieser Trend jetzt unterbrochen werde. Die Erträge der Aktiensparte stiegen um drei Prozent, während die Einnahmen aus dem Anleihehandel um zehn Prozent schrumpften.

Schwache Aktivitäten im Handel belasteten auch die Investmentbank Goldman Sachs, die bereits am Dienstag ihre Zahlen vorgelegt hatte. Der Nettogewinn der Wall-Street-Bank schrumpfte im Schlussquartal um 13 Prozent auf 3,81 Milliarden Dollar. Glanzlicht war einmal mehr das Investmentbanking. Die Einnahmen daraus schossen um 45 Prozent auf 3,80 Milliarden Dollar in die Höhe.

BANKERBONI IM FOKUS

An der Börse wurden die Zahlen unterschiedlich aufgenommen. Während Aktien der Bank of America im Handel am Mittwoch 1,3 Prozent zulegten und auch Morgan Stanley mehr als zwei Prozent gewannen, waren die Titel von Goldman Sachs am Dienstag zeitweise um acht Prozent eingebrochen. Dazu trug auch ein 23-prozentiger Anstieg der operativen Kosten bei Goldman bei – insbesondere bei der Vergütung der Banker – was an der Börse nicht gut ankam. Gestiegene Bankerboni waren bereits bei den Quartalszahlen von JP Morgan am Freitag ein Thema. Auch bei der Bank of America zogen die Kosten für Löhne und Boni an. Im Unterschied zu den Rivalen rechnet das Geldhaus aber für das laufende Jahr mit stabilen Aufwendungen verglichen mit 2021.

Wie die Deutsche Bank abgeschnitten hat dürfte am 27. Januar klar werden. Dann veröffentlicht das größte deutsche Finanzinstitut seine Zahlen für das vierte Quartal und Gesamtjahr. Im dritten Quartal hatte die Bank trotz zusätzlicher Kosten für den laufenden Konzernumbau und Einbußen im wichtigen Investmentbanking mehr verdient als Experten ihm zugetraut hatten.

Amerikanischer Exzeptionalismus: Gar nicht so exzeptionell für 2022

Das EIGENTLICHE Mandat der Federal Reserve

Erwartungsgemäß ist die Rolle der Federal Reserve ein unverzichtbares Thema, das in diesem Kontext gerne zuerst diskutiert wird.

Offiziell hat die Fed zwei Hauptmandate: 1.) Inflation begrenzen 2.) Vollbeschäftigung sichern.

Doch wer die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte dieser Zentralbank auch nur in Ansätzen kennt (und seien das die rudimentärsten und erbärmlichsten), der kennt ihr eigentliches Mandat: Sie soll den Herren der Banken und Märkte, von welchen sie auf wenig unbefleckte Weise auf Jekyll Island gezeugt wurde, dienen (und sie kontrollieren?)…

Entscheidend in diesem unrettbar manipulierten Schauspiel ist das unnatürliche, verfälschende Einwirken der Federal Reserve auf im Grunde natürliche Angebot-Nachfrage-Kräfte – und zwar im Bereich der immer unbeliebter werdenden staatlichen Schuldscheine der USA (alias US-Staatsanleihen).

Einfach formuliert: Es gibt deutlich mehr Angebot als Nachfrage nach Amerikas exzeptionellen Versprechen.

Die künstliche Null als Lückenfüller & Tapering und harte Mathe

Um diese Lücke zu füllen, hängt die Federal Reserve verzweifelt neue Nullen an ihre Bilanzsumme (QE), um jene zunehmend unpopulären Kredite aufzukaufen.

Ein spürbares Rückfahren (tapering) dieser „Lückenfinanzierung“ (auch Fed- Akkommodierung genannt) würde dazu führen, was Powell im Dezember euphemistisch als „Dysfunktion des Marktes“ bezeichnete. Das Auftreten solcher Dysfunktionen würde jedoch das inoffizielle, obschon deutlich auf der Hand liegende (und auch hauptsächliche) Mandat der Fed verletzten, das darin besteht, den Aktienmarkt zu beflügeln, nicht aber die Staatsbürger.

Der mathematische Syllogismus hinter einer solchen potentiellen „Marktdysfunktion“ ist aus algebraischer Sicht recht einfach:

Weniger Anleiheankäufe durch die Fed = Anleihekurse sinken

Sinkende Anleihekurse = Steigende Anleiheerträge

Steigende Anleiheerträge = Steigende Zinssätze

Steigende Zinssätze = Steigende Schuldenfinanzierungskosten…

… für Nationen und Unternehmen, die bislang ausschließlich von billigen Schulden gelebt haben, bedeutet das: steigende Schuldenfinanzierungskosten = ein schlimmer „Uh-Oh“-Moment im Bereich der Risikoanlage-Blasen (Aktien, Anleihen, Immobilien), die in der Finanzwelt mit „wirtschaftlicher Erholung“ verwechselt wurden.

Zynische Neubetrachtung des rätselhaften Fed-Problems: Immer dem (verzweifelten) Selbstinteresse folgen!

Aufgrund der geschilderten Dominoeffekte geht es für die Fed jetzt ans Eingemachte.

Strafft sie geldpolitisch, steigen die Zinssätze und die Vermögenswertblasen fallen ein. Und das ist schlecht für die Märkte, denen die Federal Reserve so loyal dient.

Unternimmt die Fed hingegen keine geldpolitischen Straffungen, wird die Inflation kontinuierlich weitersteigen. Und das ist schlecht für alle anderen.

Was wäre also angesichts solcher Optionen die beste Wahl für die Federal Reserve, die stets im Eigeninteresse handelt, die Öffentlichkeit ignoriert und Märkte stützt? Doch wohl die Entscheidung gegen das „Tapering“, oder?

Weshalb plant Powell also vorausschauende geldpolitische Straffungsmaßnahmen für 2022?

Das 2022er Tapering: Tanz auf zwei Hochzeiten

Wie wir in verschiedenen Artikeln und Interviews argumentiert haben, besteht bei uns der Eindruck, dass die deutlich zu verstehen gegebenen Tapering-Maßnahmen für 2022 nur eine kurze Lebensdauer haben werden: Strenge Öffentlichkeitswirkung doch letztlich laxes Handeln.

Rein optisch muss Powell natürlich streng gegen Inflation auftreten, ganz so wie einige Politiker gerne bei Thema Kriminalität harte Kante zeigen (obgleich in Wahrheit Inflation wie Kriminalität weiter steigen).

Tapering-Maßnahmen im Jahr 2022 verleihen der Fed den oberflächlich entschlossenen, energischen Anschein, sie wolle die Inflation bekämpfen durch Bilanzsummenverringerung und auch tolerierte Zinssteigerungen – in fast schon komischer Anlehnung an Volckersche Zeiten.

Doch wie die Wall Street längst weiß, wird die Fed den Anleihemarkt weiterhin mit benötigter Liquidität füttern. Und zwar mit den Billionen, die aus der ständigen Repo-Fazilität sowie dem FIMA-Swap-Vereinbarungen (Foreign and International Monetary Authorities, FIMA) stammen.

Noch wichtiger: Zeitgleich wird die Fed die Realzinsen immer stärker im Negativbereich halten, um die Schuldenstandsquote der USA zu senken, während sie der Mittelklasse in aller Stille mit vorsätzlicher Inflation in den Bauch boxt.

Im August 2019 hatte übrigens der Vizevorsitzende der Fed, Stan Fisher, dieses Szenario tatsächlich vorausahnen lassen, als er zugab, dass einer Nation mit einer Schuldenstandsquote von 130 % nur noch folgende zwei Optionen bleiben: 1.) ausgedehnte Inflationsphasen, um die eigenen Schulden weg zu inflationieren oder 2.) eine tiefgreifende nationale Schuldenrestrukturierung.

Das heißt nur: In beiden Fällen geht es den Anleihehaltern an den Kragen – entweder real oder nominal. Und das können sich Investoren (oder die Medien) jetzt, am Ende einer 40-jährigen Anleihehausse, so gut wie gar nicht vorstellen.

Das ist wiederum schlecht für die wirkliche Welt, aber gut für die politischen Entscheidungsträger.

Also: Die Fed wird wohl doch auf zwei Hochzeiten tanzen (harte geldpolitische Kante markieren UND Verschuldung weginflationieren).

Nebelkerzen vs. Zentralbankenrealismus

Wie real (und nicht optisch) solche Zentralbanken-Realpolitik ist, zeigt sich auch daran, dass selbst die strengsten geldpolitischen Aussagen Powells vor Weihnachten eher positive als negative Marktreaktionen nach sich zogen – gerade bei Industrieaktien, Rohstoffen, Gold und BTC.

Wenn die vielerorts erwarteten „geldpolitischen Straffungsmaßnahmen“ schließlich kommen, werden kleinere Aktienwerte, Wachstumsaktien, Technologiewerte und andere „Schnellboote“ unter den Risikoanlagen in den anstehenden Marktturbulenzen wahrscheinlich ordentlich ins Schlingern geraten. Wahrscheinlich wird daraus eine Panik entstehen, die eine Kurswende bei den Tapering-Maßnahmen notwendig macht, wie wir es in der Vergangenheit schon mehrfach beobachten konnten (so z.B. Anfang 2019).

Angesichts so vieler Nebenkerzen dürften die nächsten Monate, wenn Marktrealitäten mit Zentralbankenfantasien kollidieren, interessante werden.

Fantasien vs. Fakten

Apropos Fantasien: Viele Investoren (die tonangebenden Medien dabei in führender Funktion) lehnen die Vorstellung schlichtweg ab, dass der amerikanische Exzeptionalismus (von Afghanistan bis hin zu Zwillingsdefiziten, Externfinanzierung und unfinanzierbaren staatlichen Leistungen) gar nicht mehr so außergewöhnlich ist…

Wie ich jüngst verdeutlicht hatte, sorgt die harte Realität der mathematischen Fakten dafür, dass die Vereinigten Staaten von Amerika schon stärker der deutschen Weimarer Republik ähneln als jenem Schuldenstandsmonster, das auch unter der Bezeichnung „Japan“ bekannt ist.

Das heißt jedoch nicht, dass im „exzeptionellen Amerika“ gleich Schubkarren voller Geld durch die Gegend fahren und Hyperinflation um sich greift.

Die US-Weltreservewährung von 2022 ist nicht die deutsche Mark von 1923; nichtsdestotrotz lassen sich die Ähnlichkeiten in der Stoßrichtung unmöglich ignorieren, zumindest nicht von denjenigen, die ihren Kopf nicht in den behaglichen Sand der kognitiven Dissonanz stecken oder sich mit ansonsten „gecancellter“ Geschichte befassen.

Insofern die US-Politik kein magisches Produktivitätswachstum erzielen kann (in einer Welt des Lockdowns) oder die Notwendigkeit schwerwiegender Ausgabekürzungen ehrlich adressiert, was ihre Wiederwählbarkeit zunichtemacht (viel Glück!), werden die kommenden Jahre von den harten Folgen haushaltspolitischer Sünden geprägt sein, die in der „stärksten Wirtschaft der Welt“ begangen wurden.

Ächzen aus der EU

Um fair zu bleiben mit Uncle Sam: Seine Cousins ersten und zweiten Grades in der EU bekommen ebenfalls (wie auch ich mit Blick auf meine Ölrechnung in Frankreich) den vor-rezessiven Druck einer Energiekrise zu spüren, während die Öl- und Gaspreise vor dem Hintergrund Schlagzeilen machender Prognosen über saudische Produktionsrückgänge deutlich ansteigen.

Die Erdgas-Indizes auf der europäischen Seite des Atlantiks schlossen vor Weihnachten mit rekordhohen Abrechnungspreisen.

Putin, der Schachmeister

Russlands Putin spielt Schach, während im Westen Dame gespielt wird mit Lockdowns, Mandaten, Zentralbankenoptik, zur Schau gestellter Tugend/Angst wegen des Klimawandels, moralische Bedenken (?) hinsichtlich der Ukraine. Und US-Medienlieblinge vergleichen derweil das russische BIP noch abwertend mit den Bruttosozialprodukten von 1 oder 2 amerikanischen Bundesstaaten.

Doch wie immer ignoriert der Westen das qualvolle aber geduldige langfristige Spiel – ein Spiel, das speziell Putin und Russland im Allgemeinen nur allzu gut kennen.

Putins Russland hat zum Beispiel große Mengen Öl und deutlich weniger Auslandsschulden als seine selbstgefälligen Gegner in Washington und andernorts.

Ebenso erwähnenswert, für uns aber keinesfalls überraschend, ist die Tatsache, dass Russland auch beim physischen Gold langfristig spielt.

Erst vor einem Jahr bestätigte dieser Chart, dass Russlands Devisenreserven von 600 Mrd. $ zu größeren Teilen aus Gold als aus US-Dollars bestehen.

Hmmm.

Weshalb nur diese wachsende Liebe zu einem langfristigen Edelmetall von einem langfristig ausgerichteten politischen und ökonomischen Akteur wie Putin?

Ganz gleich, was man über Putin sagen oder denken mag (und da gibt es vieles), vielleicht weiß dieser vermeintliche Schachspieler mehr über Schulden, grundlegende Wirtschaftsgeschichte, Energiebedarf und echtes Geld als Fed-Chef Powell, und vielleicht zwingt er den amerikanischen Exzeptionalismus gerade, Farbe zu bekennen?

Kurz: Vielleicht ist der US-Dollar einfach nicht mehr, was er mal war, und vielleicht erkennt Putin den zukünftigen Gang der Dinge?

Im Kontext globaler Schachspiele wissen die meisten von uns, wer im Spiel „Gold gegen USD“ gewinnen würde; das Schachmatt ist jetzt schon absehbar.

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70 Jahre, um den kommenden Marktwahnsinn wettzumachen?

Mitten im Marktwahnsinn gibt es kein Risiko, weil Wahnsinnige die Risiken weder sehen noch fürchten. Doch 2022 wird sich mehr um Risiko und Überleben drehen als um alles andere. Deswegen werde ich hier natürlich viel mehr über den „Triumph des Überlebens“ schreiben, über den ich detaillierter in einem kürzlich erschienenen Artikel schrieb.

„Wenn das Leben selber verrückt scheint, wer soll dann noch wissen, wo der Wahnsinn liegt?“ – Don Quichotte

Aus Risikosicht werden wir im Jahr 2022 wahrscheinlich den Höhepunkt erreichen – einen epischen Risikomoment in der Geschichte. Die meisten Investoren werden diesen Moment erst dann erkennen, wenn es schon zu spät ist, weil sie erwarten, dass sie abermals von der Fed und anderen Zentralbanken gerettet werden.

Doch warum sollte man überhaupt davon ausgehen, dass 2022 ganz anders werden wird als jedes andere Jahr seit 2009, also seit Beginn dieses Bullenmarktes? Wenige Investoren sind abergläubisch und werden deswegen nicht erkennen, dass 13 spektakuläre Jahre an Aktien- und anderen Vermögensmärkten vielleicht jetzt das Ende einer epischen Super-Bubble markieren.

Die Große Finanzkrise (GFK) von 2006-09 wurde nie repariert. Zentralbanker und Regierungen klebten Humpty einfach provisorisch mit Leim und Pflaster wieder zusammen – hier in Form vieler gedruckter Billionen Dollar, Euro, Yen, etc. Doch der arme Humpty war tödlich verletzt und die Intensivbehandlung, die er bekam, bescherte ihm nur eine vorübergehende Gnadenfrist.

Als die GFK 2006 begann, lag die globale Verschuldung bei 120 Billionen $. Heute sind wir bei 300 Bill. $, welche potentiell noch auf 3 Billiarden $ ansteigen werden, wenn am Ende auch die Schulden- und Derivateblase erst explodiert und dann implodiert, wie ich in meinem letzten Artikel erklärt hatte.

Es ist verblüffend, was aus der Luft gegriffenes Falschgeld alles schaffen kann. Noch besser ist natürlich, dass die Zentralbanken auch die Zinssätze auf NULL oder niedriger manipuliert haben, was nur heißt, dass Schulden zum Null- oder Negativzins aufgenommen werden konnten.

INVESTOREN HABEN DAS SCHLARAFFENLAND ENDLICH GEFUNDEN

Aktuell denken Investoren, sie lebten im Schlaraffenland, wo Märkte nur steigen und sie selbst in ewiger Glückseligkeit leben werden. Nur wenige begreifen, dass es der Anstieg der globalen Verschuldung um 180 Bill. $ seit 2006 war, der die Investmentmärkte befeuerte.

Schauen Sie sich nur die Anstiege der Aktienindizes seit 2008 an:

Nasdaq: 16 x so hoch

S&P: 7 x so hoch

Dow: 6 x so hoch

Natürlich wurden noch viel spektakulärere Gewinne an den Aktienmärkten gemacht, wie z.B:

Tesla mit einer Ver-352-fachung oder Apple mit einer Ver-62-fachung.

Diese Art von Gewinnen hat sehr wenig mit fachkundigem Investieren zu tun, sondern in erster Linie mit einer Herde, die mehr Geld als Verstand hat und durch kostenlos geschöpftes Papiergeld zudem noch den nötigen Rückenwind.

Das Ende langlaufender Bullenmärkte zu prognostizieren, ist idiotisch. Nichts kann diese Bubble davon abhalten, sogar noch größer zu werden. Man darf aber auch Folgendes nicht vergessen: Je größer sie wird, desto höher steigt auch das Risiko, dass sie nicht nur die seit 2009 gemachten Gewinne auslöscht, sondern auch die seit Anfang der 1980er gemachten Gewinne (damals begann der aktuelle Bullenmarkt).

Zudem gibt es das Problem, dass die Mehrheit der Investoren gar nicht aussteigen wird können. Am Anfang werden sie noch glauben, dass hier wieder mal eine größere Korrektur kommt – wie schon 2020, 2007, 2000, 1987 etc. Es wird also die Gier sein, die sie vom Ausstieg abhält.

Wenn die Kurse aber weiter fallen und sich Angst breit macht, werden die Investoren höhere Limits für den geplanten Ausstieg ansetzen. Und wenn der Markt diese Stände nicht mehr erreicht, werden die verängstigten Investoren weiter Ausstiegslimits setzten, die nie erreicht werden – solange bis der Markt, 80-95 % vom Hoch entfernt, seine Talsohle erreicht.

Folglich werden Papiervermögen ausgelöscht. Man darf nicht vergessen, dass es schmerzlich lange dauern kann, bis sich der Markt erholt und dieses Hoch effektiv wieder erreicht hat.

Wie Ray Dalio im Chart unten zeigt, war selbst Mitte der 1960er das Hoch von 1929 effektiv nicht wieder erreicht. In den 2000ern wurde es schließlich übertroffen.

Das heißt: Die Erholung brauchte effektiv 70 Jahre! Vielleicht müssen Anleger also bis 2090 warten, um nach dem kommenden Fall die heutigen Hochs wiederzusehen.

Im Chart sieht man also, dass der Markt derzeit so überbewertet ist wie in den Jahren 1929, 1972 und 2000.

Daraus folgt, dass auch das Risiko heute so groß ist wie bei einigen der historischen Tops der letzten 100 Jahre.

ERHOLUNG VON DER EPISCHEN BUBBLE NICHT VOR 2090?

Im Chart unten sieht man, dass das Dow-Top von 1929 effektiv erst wieder im Jahr 2000 erreicht wurde.

Wie viele Investoren sind heute vorbereitet auf das Risiko eines Kursverfalls von, sagen wir, 90 %, der vielleicht erst im Jahr 2090 wieder wettgemacht wäre?

Auch hier wieder: Dies ist keine Prognose! Sondern eine monumentale Warnung, dass sich das Risiko an den Anlagemärkten aktuell auf einem Niveau bewegt, das man als Anleger unbedingt meiden sollte.

Ich fürchte leider, dass kaum ein Investor diese Risikowarnung beherzigen wird.

DON QUICHOTTE HÄTTE „WOKENESS“ BEKÄMPFT

Während die Welt mehr denn je vom Staat unterdrückt und kontrolliert wird, könnte Cervantes Botschaft in Don Quichotte passender nicht sein.

Ich bin ziemlich überzeugt, dass Don Quichotte gegen die „Wokeness“ gekämpft hätte, die heute nicht nur zur Richtlinie menschlichen Verhaltens geworden ist, sondern sogar zur Richtlinie der Justiz.

Ein britisches Gericht sprach letzte Woche vier Menschen frei, denen vorgeworfen wurde, die Statue einer historischen Person – eines großen Wohltäters der Stadt Bristol – niedergerissen zu haben. Richtig, diese Person verdiente im späten 17. Jh. Geld mit dem Sklavenhandel, doch wie weit soll die Umschreibung der Geschichte gehen?

Mit der heute „woken“ Sicht auf Geschichte müsste praktisch jeder historische König, Kaiser, Staatsführer, General oder Geschäftsmann (um nur einige zu nennen) vor Gericht gestellt werden, selbst wenn von ihnen keiner mehr lebt.

Nur als Beispiel: Großbritannien, Frankreich und Spanien waren alle Teil der Eroberung Nordamerikas, bei der große Teile der indianischen Bevölkerung umgebracht und ihres Landes beraubt wurden. Wenn wir jetzt die Geschichte umschreiben, müssten wir dann nicht auch die Europäer und Afrikaner aus Nordamerika herausholen und das Land den Indianern zurückgeben?

Dasselbe gilt natürlich auch für Südamerika. Die Spanier und die Portugiesen müssten alle zurückkehren und das Land zurückgeben.

Wo hören wir aber auf? Eigentlich müssten wir zurück bis zur Han-Dynastie, den Römern, den Mongolen, den Ottomanen, Spaniern, Russen oder zum Britischen Empire.

Warum sollte man es beim Sklavenhandel in Afrika belassen, wenn auch all diese Imperien große Landmassen plünderten, Sklaven nahmen und die Reichtümer jener Ländern stahlen, die sie überfielen. In einer „woken“ und fairen Welt müssten auch diese Taten rückgängig gemacht werden.

Wenn die Welt sich entscheidet, die Geschichte umzuschreiben, dann muss das richtig gemacht werden – mit richtig großen Restitutionen. Natürlich muss es eine UN-Kommission geben und eine EU-Kommission und noch viele andere, die sich der Sache angemessen annehmen.

Wie Don Quichotte meinte: „Wer soll hier noch wissen, wo der Wahnsinn liegt.“

DER WAHN DES BILLIGEN GELDES

Der absolute Marktwahnsinn, der jetzt in der Finanzwelt herrscht, dürfte größte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft im Jahr 2022 und darüber hinaus haben.

Wie häufig angemerkt, haben die USA seit 1930 keinen Haushaltsüberschuss mehr gehabt, mit Ausnahme einiger Jahre in den 1940er und 50ern. Die Clinton-Überschüsse waren Scheinüberschüsse, weil die Schulden trotzdem weiter stiegen.

Der Geld- und Marktwahnsinn begann aber schon in den 1970er Jahren, nachdem US-Präsident Nixon finanziell nicht mehr über die Runden kam und die Goldkonvertierung des US-Dollars aufhob. Die US-Staatsverschuldung lag 1971 bei 400 Mrd. $. Seither sind die Schulden der USA im Durchschnitt um 9 % pro Jahr gewachsen. Das bedeutet, dass sich die US-Schulden seit 1971 alle 8 Jahre verdoppelt haben. Man kann tatsächlich 90 Jahre zurückblicken und feststellen, dass sich die US-Verschuldung seit 1931 alle 8,3 Jahre verdoppelt hat.

Ein ganzes Jahrhundert lang Misswirtschaft in der US-Ökonomie – ein bemerkenswerter Rekord!

Die USA haben ein Imperium auf unkonventionellem Weg aufgebaut, also nicht durch Eroberung anderer Länder. Es war die Kombination aus Reservewährung, Geldschöpfung und starker militärischer Macht, die den USA zu globaler Macht und einem Weltfinanzimperium verholfen hat.

Schlimmer noch: Seit einem sinistren schlauen Coup von Privatbankern im Jahr 1913, mit dem Ziel, die Geldschöpfung zu kontrollieren, ist die US-Staatsverschuldung von 1 Milliarde $ auf fast 30 Billionen $ angestiegen.

Wie Mayer Amschel Rothschild treffend im Jahr 1838 meinte:

„Lasst mich das Geld einer Nation begeben und kontrollieren und es kümmert mich nicht, wer hier die Gesetze macht.“

Und genau das beschlossen einige mächtige Banker sowie ein Senator 1910 auf Jekyll Island; sie verschworen sich, um das Geldsystem der USA mit der Gründung der Federal Reserve im Jahr 1913 zu übernehmen.

Und seither bedienen sich die Banker an einem Honigtopf, der sich selbst füllt.

Mit der Kontrolle der Fed konnten die Banker auf unbegrenztes Geld- und Kreditangebot zugreifen, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Sie setzten diese Mittel ein, um überall auf der Welt Vermögensanlagen zu erwerben, und auch Macht. Schulden werden, wie allgemein üblich heute, niemals zurückgezahlt, weil alten Schulden durch Neuschuldenaufnahme unwichtig werden, während die Währung aufgrund der Ausgabe von neuem Geld kontinuierlich abwertet.

Die emittierten Schulden wurden nicht nur zum direkten finanziellen Nutzen der Banker eingesetzt. Nein, mit Schulden kauft man sich enorme Macht. Mittels Geldschöpfung werden auch verschwenderische Regierungen finanziert, und so kaufen Banker Macht und kontrollieren auch die Politik.

Das ist eine ganz fantastische Position, wie Rothschild vor fast 200 Jahren deutlich machte.

ICH KOMME IN EINE WELT AUS EISEN, UM EINE WELT AUS GOLD ZU SCHAFFEN – Don Quichotte

Das war das ehrgeizige Ziel Don Quichottes.

Er schaffte es nicht. Die heutigen Banker haben jedoch ein völlig anderes Ziel, sie wollen eine Welt aus Fiat-Geld schaffen. Und dabei waren und sind sie unerhört erfolgreich.

Alle Investoren, die das kommende globale Wirtschaftsdebakel überleben wollen, müssen Don Quichottes Worte beherzigen und ihre Papieranlagen in physisches Gold verwandeln.

Aktien, Anleihen und Immobilien werden in den kommenden Jahren effektiv 90 % ihres Wertes gegenüber Gold verlieren.

Wie man im Chart unten sehen kann, startete Gold 2001 in seine Hausse gegenüber dem US-Dollar. Seither ist Gold jedes Jahr gestiegen (2018 war ein Seitwärtsjahr) – bis 2021, als wir eine kleine Korrektur hatten. In der Regel dauern die Aufwärtszyklen beim Gold mindestens 10 Jahre. Das heißt also, dass die aktuelle Phase des Goldbullenmarkts mindestens bis 2026 anhalten müsste und potentiell darüber hinaus.

Ich mache regelmäßig darauf aufmerksam, dass Gold im Verhältnis zum US-Geldangebot aktuell extrem billig ist.

Gold ist heute so billig wie 1970 bei 35 $ und auch so billig wie 2000 bei 290 $.

Das Aufwärtspotential für Gold liegt bei einem Vielfachen der heutigen Kurse, gerade weil sich die Währungsentwertung aufgrund rapide steigender Geldschöpfung beschleunigen wird.

Gold ist der König des Vermögensschutzes und sollte in physischer Form außerhalb des Bankensystems gehalten werden.

Silber wird wahrscheinlich 2- bis 3-mal so schnell steigen wie Gold und ist daher eine fantastische Spekulationsanlage, so lange sie in physischer Form gehalten wird. Papier-Silber bringt hingegen massive Risiken mit sich, weil praktisch kein physisches Silber verfügbar ist. Doch aufgrund der Volatilität von Silber sollte der Silberanteil an den Finanzanlagen von Investoren deutlich geringer sein als der Anteil von Gold.

Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: 2022 könnte das Jahr sein, in dem sich Investorenvermögen in Asche verwandeln oder aber, für kluge Investoren, in solide Gewinne bei Gold und Silber.

 

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USD/JPY kommt mit Potential aus der Korrektur

Sauberes Auffanglevel im Tagestrend

Tickmill-Analyse: USDJPY im Tageschart

Der Test des Unterstützungsbereichs um 112,50 JPY Mitte November vergangenen Jahres hat die Basis für die Rally im USDJPY gelegt. Im Hoch ging es dann bis auf 116,35 JPY. In der anschließenden Korrektur ging es dann ebenfalls dynamisch zur Sache. Ein scharfer Abverkauf führte die Kurse auf Talfahrt.

Da es aus technischer Sicht erst um den Schwungbereich bei 113,50 JPY einen Auffangbereich innerhalb der Korrektur gab, war erst dort mit einer Gegenreaktion im der dynamischen Regression zu rechnen. So kam es dann auch. Die bullische Hammerkerze vom Freitag vergangener Woche lieferte den ersten Hinweis für einen möglichen Richtungswechsel. Die Bestätigung dieses Signals durch steigende Kurse am Montag ebnen nun den Weg zum Hoch bei 116,35 JPY.

Diese Marken sollten die Kursanstiege befeuern

Tickmill-Analyse: USDJPY im 4-Stundenchart

Durch die dynamische Gestaltung der korrektiven Phase lassen sich im Tageschart keine sauberen Zwischenstationen für die laufende Progression ausfindig machen. Der Blick in den untergeordneten 4-Stundenchart hingegen ist hier sehr hilfreich.

Gelingt der Sprung über das kleine Zwischenhoch bei 114,70 JPY nachhaltig, bieten die Verlaufshochs bei 115,60 JPY und 116,18 JPY zwei planbare Anlaufmarken auf dem Weg zum Trendhoch des Tages. Gelingt der Kurswechsel hingegen nicht, bietet dem sich fortsetzenden Regressionstrend das Zwischentief bei 113,48 JPY eine Orientierung.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

 

Tickmill’s LIVE-Besprechung: Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Behalten Sie börsentäglich die wichtigsten Fakten rund um starke Trends im Blick und verpassen Sie keine Gelegenheit. Melden Sie sich jetzt für die LIVE-Besprechung der täglichen Trading-Ideen um 8:30 Uhr bei Tickmill unter https://www.tickmill.eu/de/education/webinars/93017117289/1610091000000 an.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl

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Inflation auf Rekordniveau – Stagflation ist allgegenwärtig

Allein zum Vormonat September waren die Preise um 0,5% angestiegen. Die Kerninflationsrate, ex Nahrungsmittel und Energie, war mit 5,5% so hoch wie zuletzt 1991. Die Teuerung in Deutschland lag im Dezember bei 5% zum Vorjahr, dem höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung.


Die Preise in den USA stiegen im Dezember so stark wie zuletzt vor 40 Jahren


Die Kerninflationsrate stieg so stark wie zuletzt in 1991

Die Shadow-Inflationsrate nach der alten Berechnungsmethode, die man bis 1980 verwendet hatte, lag im Dezember deutlich höher bei 15,15% zum Vorjahr. Dies ist der stärkste Preisanstieg seit 1980, dem Hoch der Stagflation der siebziger Jahre. Angesichts dieser Zahlen ist klar, dass sich die Realwirtschaft unvermindert in einer tiefen Rezession befindet und vermeintliches Wachstum nur ein inflationärer Scheineffekt ist, da die Inflation nicht gänzlich aus dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts herausgerechnet wurde.

Die amerikanischen Reallöhne sanken in 2021 selbst nach der offiziellen Statistik um 2,4%, womit der Zusammenhang offensichtlich ist. Die reale Rezession erzwingt real sinkende Löhne, ganz so wie es in einer Rezession ohne QE-Programme auch stattgefunden hätte. Berücksichtig man die inoffizielle Inflation, so sind die amerikanischen Reallöhne um 10% gefallen im letzten Jahr.

Die keynesianische Voodoo-Ökonomie erzeugt nur Inflation und die Umverteilung von Vermögen auf eine kleine Gruppe Begünstigter, während die Rezession ebenso unverändert stattfindet, nur mit noch schlimmeren realen Konsequenzen für die breite Masse der Bevölkerung. Die Intervention des Staates in eine Rezession, die ursächlich durch staatliche Eingriffe erst entstanden war, verlängert und verschlimmert diese nur weiter unnötig.


Nach der alten Berechnungsmethode stiegen die Preise im Dezember um über 15%

Die US-Produzentenpreise stiegen im Dezember nur leicht um 0,2% zum Vormonat und 9,7% zum Vorjahr, was auf gefallene Energiekosten zurückzuführen war. Dieser Rückgang war jedoch nur vorübergehend, denn der Rohölpreis legte seither wieder um 10 US-Dollar auf fast 85 US-Dollar zu, womit dieser wieder fast das Hoch vom Oktober und damit den höchsten Stand seit Oktober 2014 erreicht hat. Der Konsumentenpreisindex wird im Januar wahrscheinlich wieder ansteigen, wenn sich der Rohölpreis weiter so stark halten kann.

Noch in diesem Jahr dürfte der Rohölpreis inflationsinduziert wieder die Marke von 100 US-Dollar überwinden und womöglich deutlich weiter ansteigen. Nominal ist der Preis mit 85 US-Dollar noch relativ günstig zu den durchschnittlich 100 US-Dollar, die wir von 2011 bis 2015 sahen.

Betrachtet man den Rohölpreis im Verhältnis zum Goldpreis, so zeigt sich, dass dieser aktuell historisch günstig ist bei gerade einmal 1,44 Gramm Gold je Fass (159 Liter) Rohöl. Das langfristig historische Mittel liegt bei 1,9 Gramm je Fass Gold, wobei in Preisspitzen 4,5 Gramm Gold je Fass gezahlt wurden. Dass der Rohölpreis aktuell viermal so hoch ist wie zur Jahrtausendwende und doch real historisch günstig, ist allein auf die Inflationssteuer zurückzuführen, die die Kaufkraft des US-Dollars und des Euros unablässig entwertet.


Der Rohölpreis ist mit 1,44 Gramm Gold je Fass historisch günstig

Der Goldpreis hält sich noch immer über der strategisch wichtigen Unterstützung bei 1.800 US-Dollar, an der sich die Bullen und Bären nun seit sechs Wochen einen ständigen Schlagabtausch liefern. Die Entscheidung, ob die Bullen oder Bären obsiegen, dürfte in dieser oder spätestens der nächsten Woche fallen, da sich die Edelmetallpreise charttechnisch immer mehr einkeilen. Entweder gibt es über 1.835 US-Dollar erst einmal einen Befreiungsschlag nach oben mit einem kleinen Short-Squeeze oder aber der Goldpreis fällt nachhaltig unter die 1.800 US-Dollar, Richtung der nächsten Unterstützungen bei 1.725 US-Dollar und 1.680 US-Dollar.


Die Korrektur am Edelmetallmarkt befindet sich in der letzten Phase

Der Silberpreis ist hingegen weiterhin stark angeschlagen und kämpft mit der wichtigen Unterstützung bei 22 US-Dollar und bei 23 US-Dollar. Sollte der Goldpreis fallen, so würde ein Abrutschen des Silberpreises unter 22 US-Dollar kurzzeitig starke Verkäufe nach sich ziehen.

Palladium hält sich relativ stark und es zeigt sich ein leichtes Defizit am Markt, was optimistisch stimmt. Sollte der mittelfristige Abwärtstrend überwunden werden, so könnten Short-Eindeckungen den Preis schnell auf 2.500 US-Dollar treiben. Platin zeigt sich weiterhin neutral und handelt unter der wichtigen Unterstützung von 1.000 US-Dollar trendlos seitwärts. Platin, sowie Silber und Palladium, sind kurzfristig abhängig von der weiteren Entwicklung des Goldpreises und ob dieser die Marke von 1.800 US-Dollar halten kann oder nicht.

Die Goldminen im HUI-Goldminenindex handeln nun seit einem halben Jahr um die Marke von 250 Punkten, die eine wichtige Unterstützung darstellt. Kann Gold nach oben ausbrechen, werden auch die Minen den langfristigen Abwärtstrendkanal nach oben hin verlassen und es zu schnellen und starken Kursanstiegen kommen, wobei sogar eine Kursverdoppelung binnen kürzester Zeit denkbar wäre. Fällt der Goldpreis hingegen noch einmal, so droht ein finaler Abverkauf, den man für antizyklische Käufe mit beiden Händen sofort nutzen sollte.

Es verwundert, dass nicht mehr Investoren die Folgen der Stagflation, die längst für jedermann sichtbar sein sollte, erkennen und sich entsprechend positionieren. Trotz historisch hoher Inflationsraten fällt der Goldpreis, nur weil die US-Notenbank bis zu vier Zinsanhebungen in diesem Jahr und seit letzter Woche sogar eine Reduzierung der Geldbasis (quantitative tightening) an die Wand malt.

Die Zinsen steigen unlängst deutlich an, insbesondere auch wegen der hohen Inflationsrate. Fällt die US-Notenbank als Käufer der letzten Instanz weg, dann können die Zinsen nur weiter ansteigen auf ein marktübliches Niveau, das mindestens vier Prozent über der aktuellen Inflationsrate liegen sollte für die kurzfristigen Zinsen. Das letzte Mal als die Konsumentenpreise mit 7% stiegen, lag selbst der US-Leitzins bei 11,5%!

Zinsen von 12% würde die fragile überschuldete Weltwirtschaft nicht aushalten und diese in die Depression abrutschen, weshalb die US-Notenbank eher früher als später von ihrem hawkishen Kurs abweichen und wieder mehr Geld drucken muss. Die FED hat sich in eine Ecke manövriert, aus der sie nicht mehr herauskommt, ohne dabei eine starke Rezession auszulösen. Je länger man mit staatlichen Mitteln in den freien Markt planwirtschftlich eingreift, desto schlimmer werden am Ende des Tages die Zerstörungen sein.

Die Aktienmärkte sind in einem Umfeld steigender Zinsen kein gutes Investment und ebenso nicht die Anleihenmärkte, die gerade dabei sind in die Mutter aller Bärenmärkte überzugehen. Die reale Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen beträgt aktuell -5,53%, was zeigt wie planwirtschaftlich verzerrt die Märkte sind. Negative Realrenditen waren und sind weiterhin das beste Umfeld für den Goldpreis, der aktuell neue Kraft für den nächsten starken Sprung sammelt, da sukzessive immer mehr Investoren verstehen, worauf all dies in den nächsten Jahren hinauslaufen wird.

Angesicht dieser realen Negativzinsen, sollte sich jedermann bewusst sein, dass es keinen schmerzlosen Ausweg mehr geben kann. Die Wirtschaft wird einbrechen und die Notenbanken weiterhin mit dem Drucken von Geld darauf reagieren. Der Goldpreis und die Minenaktien werden die großen Gewinner in den nächsten Jahren sein, weshalb wir weiterhin ein Investment in diese inflationsgeschützten Anlageklassen empfehlen.

 


Die zehnjährigen US-Staatanleihen rentieren aktuell mit -5,5%

Technische Analyse zu Silber: Gnade den Silberbugs, wenn die Unterstützung bei 22 US-Dollar bricht

Der Preis fiel um 27 US-Cent, wobei die Spekulanten 6 Tsd. Kontrakte short gingen. Dies wäre eine neutrale Wochenentwicklung, wenn die BIG4 sich in der gleichen Zeit nicht deutlich eingedeckt hätten. Diese folgenlose Eindeckung bei den BIG4 in Höhe von 8 Tagen der Weltproduktion ist ein Warnsignal und der Rücksetzer auf 22 US-Dollar immer noch ebenso wahrscheinlich, wie in der Vorwoche. Man muss weiterhin mit einem Rücksetzer auf 18$-19$ rechnen.

Nur dann, wenn sich Gold über 1.800$ hält und aus irgendeinem Grund plötzlich deutlich ansteigen kann, dürfte sich Silber auch über 22 US-Dollar halten können. Gnade den Silberbugs jedoch, wenn Gold deutlich unter 1.800 US-Dollar abrutscht, denn dann wäre ein finaler Long-Drop am Terminmarkt möglich. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist mittlerweile sehr hoch. Nur die Goldbullen können Silber jetzt retten.


Im Verhältnis zum Open Interest sind die COT-Daten im einem COT-Index von 42 Punkten im neutralen Bereich


Die BIG4 konnten in die Preisschwäche hinein ihre Shortposition reduzieren, ohne den Preis nach oben zu treiben

Der Silberpreis kämpft immer noch mit der wichtigen Marke bei 23 US-Dollar und hält sich knapp über der extrem wichtigen Unterstützung bei 22 US-Dollar.

Charttechnisch ist die Situation weiterhin einfach. Über 23,40 US-Dollar erzeugt der Silberpreis ein kurzfristiges Kaufsignal mit dem Ziel bei 25 US-Dollar, wenn der Goldpreis gleichzeitig über 1.835 US-Dollar ausbrechen und weiter ansteigen kann.


Über den blauen Abwärtstrend über 23,40 US-Dollar, würde es ein kleines Kaufsignal geben

Im größeren Bild des Tagescharts wird eine große Handelsspanne zwischen 28 US-Dollar auf der Oberseite und 22 US-Dollar auf der Unterseite sichtbar.

Da der Silberpreis im Vergleich zum Goldpreis in den letzten Monaten schwach war, hängt der weitere Verlauf ganz von der Entwicklung des Goldpreises ab. Sollte der Goldpreis noch ein letztes Mal abtauchen, so würde ihm der Silberpreis folgen und wahrscheinlich die wichtige Unterstützung bei 22 US-Dollar nach unten durchbrechen. Ein finaler Abverkauf auf 18 US-Dollar bis 19 US-Dollar wäre die Folge, wobei sich der Terminmarkt bereinigen würde und sich die BIG4 ihrer großen Shortposition entledigen könnten.

Bei 18-19 US-Dollar würden wir mit beiden Händen auf die Käuferseite wechseln, da dies ein sehr gutes Kaufsetup auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht mit einem sehr niedrigen Risiko wäre.


Die wichtige Unterstützung bei 22 US-Dollar ist weiterhin in Gefahr

Langfristige Analyse

Silber handelte über fünf Jahre hinweg in einer Handelsspanne zwischen 14 US-Dollar auf der Unterseite und 19 US-Dollar auf der Oberseite. Seit dem bullischen Ausbruch Mitte 2020 ist das langfristige Chartbild sehr bullisch. Im Wochenchart ist das dreimalige Scheitern am Widerstand bei 28 US-Dollar noch deutlicher sichtbar und es hat sich eine Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar auf der Unterseite und 28 US-Dollar auf der Oberseite etabliert.

Selbst ein Rücksetzer auf die Unterstützung bei 19 US-Dollar, was zuvor der langfristige Widerstand war, würde das übergeordnet charttechnisch bullische Bild nicht zerstören. Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur auf 19 US-Dollar ist wieder sehr hoch und hatte in den letzten sechs Wochen deutlich zugenommen.

In diesem Jahr ist ein Ausbruch aus dieser Handelsspanne über den Widerstand bei 28 US-Dollar möglich, was den Silberpreis, spekulativ getrieben, schnell bis auf mindestens 36 US-Dollar hieven würde. Mit einem Scheitern des Taperings bzw. fortgesetzten Anleihenkäufen, persistent hohen Inflationsraten und inflationsinduziert steigenden Zinsen, werden Gold und auch Silber zum Schutz vor Inflation zunehmend gefragt werden. Es dürfte sich dann über einige Jahre hinweg ein Defizit am physischen Markt entwickeln, das den Silberpreis weit über sein nominales Allzeithoch bei 50 US-Dollar tragen wird.


Silber handelt weiterhin in der Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar auf der Unterseite und 28 US-Dollar auf der Oberseite

 

Siltronic-Aktionäre glauben nicht mehr an Verkauf nach Taiwan

Berlin/München (Reuters) – Angesichts des Widerstands der Bundesregierung schwindet auch bei den Aktionären des Chip-Zulieferers Siltronic die Hoffnung auf einen milliardenschweren Verkauf an den Rivalen GlobalWafers aus Taiwan.

Die Siltronic-Aktie rauschte am Montag um bis zu elf Prozent auf 123,50 Euro nach unten. Das Münchner Unternehmen hatte erklärt, dass die Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium über eine Genehmigung stockten. Von dort kämen keine Signale, “ob und unter welchen Umständen eine außenwirtschaftsrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Übernahme der Siltronic AG durch GlobalWafers erteilt werden kann”, hieß es in der Mitteilung. Die Erlaubnis muss bis zum 31. Januar vorliegen, sonst ist die 4,35 Milliarden Euro schwere Übernahme geplatzt.

GlobalWafers bietet 145 Euro je Siltronic-Aktie und will damit zum japanischen Weltmarktführer Shin-Etsu Chemical aufschließen. Größter Nutznießer wäre der frühere Mutterkonzern, die Münchner Spezialchemiefirma Wacker Chemie, die für ihre 31 Prozent mit 1,2 Milliarden Euro rechnen könnte.

Das Ministerium lässt sich nicht in die Karten schauen. Überprüfungen im Außenwirtschaftsbereich seien oft sehr komplex und müssten auch genau sein, sagte eine Sprecherin in Berlin. Zu Einzelheiten könne sie keine Angaben machen, auch zur Dauer des Verfahrens. Die Prüfung zieht sich seit mehr als zehn Monaten hin. Das Ministerium von Robert Habeck (Grüne) hat offenbar die Sorge, dass mit der Produktion von Siliziumscheiben (Wafer) zur Herstellung von Chips eine weitere strategisch wichtige Branche in ausländische Hände gerät. Auf dem von asiatischen Herstellern dominierten Markt ist Siltronic der einzige größere europäische Anbieter.

GlobalWafers hatte der Bundesregierung nach eigenen Angaben Zugeständnisse angeboten, um etwaige Bedenken auszuräumen. Dazu gehört eine “goldene Aktie”, mit der der deutsche Staat Einfluss auf Siltronic nehmen könnte. Bei einem Verkauf von GlobalWafers könnte demzufolge ein Rückkaufsrecht greifen. “Wir glau­ben, dass wir alle Beden­ken in Deutsch­land konstruk­tiv und umfas­send adres­siert haben”, sagte ein GlobalWafers-Sprecher auf Anfrage. Die Übernahme sichere drin­gend notwen­di­ge Inves­ti­tio­nen – auch in Europa. Doch das reicht dem Ministerium offenbar nicht aus: Es habe “keine konkreten Zusagen oder Auflagen genannt, unter denen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt werden könnte”, hatte Siltronic mitgeteilt.

Außer der Genehmigung aus Berlin steht für die Übernahme nur noch die kartellrechtliche Erlaubnis aus China aus. Von dort hat GlobalWafers-Chefin Doris Hsu aber positive Signale erhalten. Die politischen Spannungen zwischen der Volksrepublik und Taiwan, das die Regierung in Peking für eine abtrünnige Provinz hält, hatten sich zuletzt verstärkt.

Kaufgelegenheit bei Gold jetzt nutzen

Liebe Leser,

nichts lässt das Interesse der meisten Anleger so verlässlich schwinden wie stark fallende Kurse, sollte man meinen. Tatsächlich nimmt das Interesse vieler Börsianer in Baissephasen deutlich ab und die Zahl der Aktionäre sinkt.

Dennoch stimmt diese Aussage nicht ganz. Denn noch stärker als deutlich fallende Kurse drücken langanhaltende Seitwärtsbewegungen auf die Stimmung zahlreicher Börsianer, wie Analysen des Anlegerverhaltens zeigen.

Die Ruhe vor dem Sturm ist eine Kaufgelegenheit

Also nicht nur kaufen, wenn die Kanonen donnern, wie ein bekanntes Börsenbonmot es ausdrückt, sondern auch dann, wenn die Ruhe vor dem Sturm auf eine gute Kaufgelegenheit schließen lässt.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollten Sie gerade dann aktiv werden, wenn viele Ihrer Nachbarn und Bekannten die Flinte ins Korn werfen. Denn das kennzeichnet Situationen, in denen die Finanzmärkte das beste Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen. So zu handeln fällt zwar schwer, da wir Menschen soziale Wesen, um nicht zu sagen Herdentiere sind. Aber wenn Sie es tun, zahlt es sich gewöhnlich aus.

Scheinbare Langeweile im Edelmetallsektor

Eine auf diese Weise definierte Kaufgelegenheit bietet sich Ihnen derzeit im Edelmetallsektor. Das sehen Sie beispielhaft auf dem folgenden Goldchart. Nach einem Anstieg von 75% in rund zwei Jahren begann eine völlig normale Korrektur, die ihr Tief im März 2021 erreichte. Seither befindet sich der Goldpreis in einer langgestreckten Seitwärtsbewegung – und die Stimmung der meisten Marktteilnehmer ist sehr bescheiden.

Dabei befindet sich der Goldpreis lediglich 12% unter seinem Hoch. Er hat also nur einen kleinen Teil des vorangegangenen 75%-Anstiegs wettgemacht.

Goldpreis pro Unze in $, 2018 bis 2022

Chart

Die aktuelle Lage ähnelt der von 2018.

Quelle: StockCharts.com

Bullishe Indikatoren ergänzen das Bild

Die meisten meiner mittel- bis langfristig ausgerichteten Indikatoren haben für Gold längst wieder Kaufsignale gegeben. Sie stützen also das bullishe Bild, das sich aus dieser langen Seitwärtsbewegung ergibt, und signalisieren einen Anstieg auf neue Hochs.

Schon jetzt, auf Basis des aktuellen Goldpreises von rund 1.800 $ pro Unze, verdienen gute Goldproduzenten sehr viel Geld. Ein erneuter Anstieg des Goldpreises wird ihre Gewinne weiter nach oben katapultieren und den Aktienkurs beflügeln.

Die meisten der von mir empfohlenen Minenaktien sind fundamental überaus günstig bewertet – ganz im Unterschied zum allgemeinen US-Aktienmarkt, dessen Überbewertung neue Rekorde erreicht hat. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, die sich Ihnen bei ausgewählten Goldminen und – nebenbei bemerkt – auch im Energiesektor bietet. Mit unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren unterstützen Roland Leuschel und ich Sie gerne dabei – jetzt 30 Tage kostenlos.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

Ihr

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Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: An der US-Börse zeichnet sich eine Baisse ab. Mehr erfahren Sie in unserer Themenschwerpunkt-Ausgabe „Die geldpolitische Wende der Fed und ihre Folgen“.

P.P.S.: Sie wollen Woche für Woche sicher durch diese Krise kommen, dann fordern Sie bitte noch heute den kostenlosen Claus Vogt Marktkommentar hier ganz einfach mit Ihrer E-Mail an.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch “Das Greenspan Dossier” und die „Inflationsfalle“ und ganz aktuell die „Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? (15.01.2022)

Autor: Gotthilf Steuerzahler

Schwächen bei der Korruptionsprävention in einem Bundesland

Liebe Leserinnen und Leser,

in einem westdeutschen Bundesland wurden die Bestimmungen zur Korruptionsbekämpfung vielfach nicht beachtet, wie eine Überprüfung ergab. Inzwischen hat das Land verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Korruptionsprävention ergriffen.

Korruption ist der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil, so die Definition von Transparency International. Sie kommt insbesondere bei Genehmigungen und bei der Vergabe von Aufträgen vor. In der öffentlichen Verwaltung wird sie nicht nur als individuelles Fehlverhalten wahrgenommen, sondern darüber hinaus als Unredlichkeit eines gesamten Organisationsbereichs. Neben fiskalischen Aspekten werden vor allem die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit der öffentlichen Verwaltung gefährdet.

Das hier in Rede stehende Land hat mit seinem Korruptionsbekämpfungsgesetz, einem Runderlass zur Verhütung und Bekämpfung von Korruption in der öffentlichen Verwaltung und einer Richtlinie für die Innenrevision mit korruptionspräventiver Zielsetzung zahlreiche Regelungen erlassen, um Korruption zu verhindern. Zu den Maßnahmen zur Korruptionsprävention gehören u. a. die Festlegung und Bewertung korruptionsgefährdeter Bereiche, das Vieraugenprinzip und die Personalrotation. Überdies hat das Land das Vorgehen bei der Festlegung korruptionsgefährdeter Bereiche geregelt.

Gefährdungsanalysen wurden verspätet erstellt

Nach dem Korruptionsbekämpfungsgesetz sind die Behördenleiter verpflichtet, die korruptionsgefährdeten Bereiche in ihren Dienststellen und die entsprechenden Arbeitsplätze intern festzulegen. Dies geschieht in einer im Einzelfall vorzunehmenden Gefährdungsanalyse. Bei der Überprüfung, die sich auf eine Vielzahl von Behörden erstreckte, wurde festgestellt, dass die Verpflichtung, Gefährdungsanalysen zu erstellen, teilweise erst neun Jahre nach Inkrafttreten des Korruptionsbekämpfungsgesetzes befolgt worden war. Dabei stellen eine fundierte Gefährdungsanalyse und deren Dokumentation die unverzichtbaren Grundlagen für daran anknüpfende Präventivmaßnahmen dar.

Das Vieraugenprinzip wurde teilweise nicht beachtet

Um das Risiko von Missbrauch und Fehlern zu senken, sieht das Korruptionsbekämpfungsgesetz vor, dass Entscheidungen über die Vergabe von Aufträgen, deren Wert 500 Euro übersteigt, von mindestens zwei Personen zu treffen sind (Vieraugenprinzip). In sonstigen korruptionsgefährdeten Arbeitsbereichen soll entsprechend verfahren werden. Die Überprüfung ergab, dass das Vieraugenprinzip zwar bei der Vergabe von Aufträgen, ansonsten aber nicht zur Anwendung kam. Die konkrete Umsetzung des Vieraugenprinzips war intern für diese Fälle nicht oder nicht eindeutig geregelt.

Es fand keine Personalrotation statt

In besonders korruptionsgefährdeten Bereichen, wo es um Aufträge, Fördermittel, Genehmigungen, Gebote oder Verbote geht, sollen nach dem Korruptionsbekämpfungsgesetz Beschäftigte in der Regel nicht länger als fünf Jahre ununterbrochen eingesetzt werden. Hiervon darf nur aus zwingenden Gründen abgewichen werden. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass in allen untersuchten Dienststellen die Verwendungszeit von fünf Jahren in besonders korruptionsgefährdeten Bereichen überschritten worden war. Zudem hatte keine dieser Dienststellen die Verwendungszeiten ihres Personals in diesen Bereichen erfasst oder gar festgeschrieben.

Die Innenrevisionen wurden personell geschwächt

Die Innenrevisionen in den Behörden sollen in Form von Prüfungen und Empfehlungen Korruption verhindern. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass die Personalausstattung in den letzten Jahren bei allen geprüften Innenrevisionen ohne erkennbaren Grund um 25 bis 60 Prozent reduziert worden war. Infolge der personellen Engpässe konnten Revisionen und Präventionsmaßnahmen teils gar nicht oder nur mit Verzögerungen durchgeführt werden.

Das Land hat seine Regelungen verschärft

Das Land hat inzwischen sein Korruptionsbekämpfungsgesetz und die sonstigen Vorschriften neu gefasst. Das zuständige Innenministerium hat dazu ergänzend ausgeführt, es seien Präzisierungen vorgenommen worden, um die bei der Überprüfung festgestellten Schwächen zu beseitigen. Bei den Innenrevisionen will das Innenministerium zukünftig darauf hinwirken, dass diese dauerhaft personell verstärkt werden. Dass das Land hier einen schärferen Kurs fährt, ist sehr zu begrüßen. Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Ländern, die bei der Korruptionsbekämpfung gut dastehen. Es muss aber immer wieder dafür gesorgt werden, liebe Leserinnen und Leser, dass dies auch weiterhin so bleibt, sagt mit Nachdruck

Ihr

Gotthilf Steuerzahler

www.krisensicherinvestieren.com

Dieser Text stammt aus dem kostenlosen Newsletter Claus Vogt Marktkommentar.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch “Das Greenspan Dossier” und 2009 „Die Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“. 2019 ihr neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com – aber ganz bewusst nicht bei Amazon. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

 

US-Banken starten Berichtssaison zum Teil mit herben Gewinneinbußen

New York (Reuters) – Investmentbank hui – Handelsgeschäft pfui: Die US-Großbanken JP Morgan und Citigroup haben die Finanzmärkte mit kräftigen Gewinneinbrüchen im Schlussquartal enttäuscht.

Zwar erwies sich das Investmentbanking wegen des Booms bei Firmenübernahmen erneut als Ertragsbringer. Doch schwächere Handelsgeschäfte und gestiegene Kosten trübten das Bild. Der kleinere Konkurrent Wells Fargo meldete dagegen im Zuge des Verkaufs von Geschäftsteilen einen Gewinnsprung. Die Börse reagierte prompt: Die Aktien der größten US-Bank JP Morgan, die gerne als Gradmesser für die Verfassung der US-Wirtschaft gesehen wird, büßten an der Wall Street fast sechs Prozent ein. Citigroup-Aktien verloren mehr als zwei Prozent. Aktien von Wells Fargo zogen dagegen 1,5 Prozent an.

Der Gewinn von JP Morgan, nach Angaben des Finanzstabilitätsrats FSB die systemrelevanteste Bank der Welt, sank im vierten Quartal 2021 um 14 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar. Die Einnahmen stagnierten nahezu bei 30,3 Milliarden Dollar. Konzernchef Jamie Dimon sprach dennoch von “soliden Ergebnissen”. Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen florierte – im Investmentbanking kletterten die Erträge um 28 Prozent. Das Institut konnte im Quartal seine Stellung als weltweite Nummer zwei nach Goldman Sachs im Beratungsgeschäft bei Firmenfusionen und -zukäufen behaupten.

Hinter dem Fusionsfieber stehen boomende Aktienmärkte, die dafür sorgten, dass die Börsenwerte vieler US-Konzerne in die Höhe schnellten. Dazu haben Finanzinvestoren viel Geld angehäuft und suchen nach renditeträchtigen Investments. Dimon nannte die Fusions- und Übernahmeaktivität 2021 beispiellos.

Dagegen verlief das Handelsgeschäft im Schlussquartal schwach. Im Anleihehandel sanken die Erträge um 16 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, im Aktienmarktgeschäft gingen sie um zwei Prozent auf zwei Milliarden Dollar zurück. Auf der anderen Seite profitierten amerikanische Großbanken zuletzt von gestiegenen Konsumausgaben der Verbraucher. “Die Wirtschaft entwickelt sich weiterhin recht gut, trotz des Gegenwinds durch die Omikron-Variante, Inflation und Engpässen in der Lieferkette”, sagte Dimon. Die Kreditqualität sei weiterhin gut und die Nachfrage nach Darlehen gestiegen. JP Morgan löste zudem 1,8 Milliarden Dollar an Rückstellungen für faule Kredite auf, die wegen der Corona-Krise gebildet wurden.

CITIGROUP-GEWINN UM MEHR ALS EIN VIERTEL GESCHRUMPFT

Beim Wettbewerber Citigroup brach der Gewinn im vierten Quartal sogar um 26 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar ein. Citigroup hatte zuletzt mit höheren Kosten zu kämpfen wegen der Behebung von Schwachstellen, die die Aufseher bei den Kontrollsystemen des Instituts ausgemacht hatten. Die operativen Kosten ohne die jüngsten Verkäufe von Geschäftsteilen in Asien stiegen um acht Prozent. Die Gesamterträge legten binnen Jahresfrist um ein Prozent auf 17 Milliarden Dollar zu.

Die Bank hat unter der Führung von Konzernchefin Jane Fraser einen Umbau eingeleitet und trennt sich von Privatkunden-Sparten außerhalb der USA. Citigroup kündigte am Freitag an, das Privatkundengeschäft in Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam für 3,7 Milliarden Dollar an den in Singapur ansässigen Rivalen United Overseas Bank zu verkaufen. Insgesamt sanken die Einnahmen im weltweiten Privatkundengeschäft um sechs Prozent. Dagegen glänzte auch bei Citi das Investmentbanking: Die Erträge in der Sparte kletterten um 43 Prozent.

WELLS-FARGO-CHEF SIEHT BANK GUT AUFGESTELLT

Im Unterschied zu JP Morgan und Citigroup meldete der Rivale Wells Fargo einen Gewinnsprung. Der viertgrößte Finanzkonzern der USA erzielte im vierten Quartal einen Überschuss von 5,8 Milliarden Dollar – ein Plus von 86 Prozent binnen Jahresfrist. Konzernchef Charlie Scharf äußerte sich optimistisch: “Aufgrund der Änderungen, die wir am Unternehmen vorgenommen haben, und der weiterhin starken Aussichten für wirtschaftliches Wachstum fühlen wir uns gut, wie wir Anfang 2022 aufgestellt sind.”

Wells Fargo hatte im vergangenen Jahr seine Asset-Management- und Corporate-Trust-Geschäfte verkauft. Dies schob die Gewinne um 943 Millionen Dollar an. Die Gesamterträge nahmen um 13 Prozent auf 20,9 Milliarden Euro zu. Konzernchef Scharf hat dem Finanzkonzern einen scharfen Sparkurs vorgeschrieben. Weitere Kostensenkungen im Volumen von 3,3 Milliarden Dollar plant Wells Fargo für 2022. Dabei setzt die Bank unter anderem auf mehr Digitalisierung im Umgang mit Kunden.

In der nächsten Woche legen mit Goldman Sachs, Bank of America und Morgan Stanley weitere US-Großbanken Quartalszahlen vor.