Silber – Rally noch nicht auf der Zielgeraden

Der Silberpreis zeigte sich währenddessen zwar weniger fulminant, verzeichnete aber mit einem Anstieg von 21,40 US-Dollar bis auf zuletzt 25,60 US-Dollar ein recht ansehnliches Plus von 19,6%. 

Trotzdem war bis dato noch keine eigenständige Dynamik am Silbermarkt zu beobachten. Diese stellt sich typischerweise immer erst im letzten Fünftel einer umfassenden Rally im Edelmetall Sektor ein.

Insofern kann man davon ausgehen, dass die Aufwärtsbewegung beim Gold, Silber und den Minenaktien noch nicht zu Ende ist, sondern dass hier in den kommenden Wochen erst noch ein großes Finale ansteht. Erst wenn der Silberpreis nach vorne prescht, ist erfahrungsgemäß Vorsicht geboten, denn dieses Verhalten zeigt er immer erst auf der Zielgeraden.

Gold/Silber-Ratio, Wochenchart – Ziele liegen bei ca. 73 und evtl. 70

Während die Kursentwicklung des Silberpreises im vergangenen Jahr sicherlich für jede Menge Frustration und Enttäuschung gesorgt hatte, bringt der Blick auf das Gold/Silber-Ratio eine relative Stärke des Silbers gegen das Gold hervor. Nach der volatilen Übertreibung zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 schoss das Ratio zunächst bis auf unglaubliche 125 nach oben.

In den folgenden 11 Monaten holten die Silberbullen aber zum Gegenschlag aus und drückten das Ratio bis auf fast 62. Diese scharfe Bewegung wurde seit Anfang Februar 2021 schrittweise verdaut und korrigiert. Dabei erholte sich das Ratio aber noch nicht mal bis an das klassische minimal Ziel einer Gegenbewegung. Stattdessen hat sich das Gold/Silber-Ratio die ganzen Zeit über deutlich unterhalb des 38,2%-Retracements (ca. 87) gehalten, womit man dem Silber eine relative Stärke attestieren kann.

Sollte es nun in den kommenden Wochen (wie fast immer typischerweise im Frühling) zum großen Finale der seit Dezember bzw. Mitte Augst laufenden Rally kommen, könnte das Ratio problemlos bis auf Werte um 73 fallen. Sollten die Silberbullen vorübergehend richtig aufdrehen, sind auch Werte um 70 und etwas tiefer denkbar. Übersetzt auf die Preise würde das bei einem Goldpreis von ca. 2.000 US-Dollar mindestens 27,40 US-Dollar bzw. 28,50 US-Dollar für den Silberpreis bedeuten.

Silber in US-Dollar, Tageschart – Ausbruch über die Abwärtstrendlinie deutet sich an

Auf dem Tageschart hat der Silberpreis unsere Marschroute von vor vier Wochen mustergültig nachvollzogen. Damals erschien uns ein Anstieg bis auf ca. 25,50 US-Dollar schon als ausreichend für ein kleines Finale am Silbermarkt. Mittlerweile hat sich aber die geopolitische Lage derart verschoben, dass wohl doch noch deutlich mehr auf der Oberseite auf Sicht der kommenden Wochen möglich sein dürfte. Da insbesondere auch der Goldpreis aktuell in einem bullischen Dreieck konsolidiert, dürfte sich die Rally in Kürze fortsetzen.

Die seit gut einem Jahr gültige Abwärtstrendlinie hat die Silberbullen zwar momentan etwas ausgebremst, allerdings klammert sich der Silberpreis seit nunmehr drei Handelstagen an dieser Abwärtstrendlinie fest. Dabei macht er nicht den Eindruck, als ob er hier nachhaltig loslassen möchte.

Tatsächlich könnte sich das Gerangel um diese Trendlinie noch ein paar Tage hinziehen, im Anschluss sollte es aber zum Ausbruch nach oben kommen. In diesem Fall könnten dann tatsächlich die notwendigen Kräfte für den Sprint auf der Zielgeraden freigesetzt werden können. Zwar ist die Stochastik auf dem Tageschart schon wieder leicht überkauft, ein Umkehrsignal liegt hier aber bislang nicht vor.

Als ein technisches Kursziel kann man das 61,8%-Retracement im Bereich um 28 US-Dollar benennen. Darüber hinaus könnte sogar auch die psychologische Marke von 30,00 US-Dollar wieder ins Visier geraten.

Bis dorthin wäre allerdings ein großer Kraftakt der Bullen notwendig, denn bereits die Zone zwischen 25,50 US-Dollar und 26,50 US-Dollar ist ein hartnäckiger und kraftkostender Widerstand. Sollte dem Silberpreis zunächst bzw. vorübergehend doch die Luft ausgehen, sollten Rücksetzer spätestens um die 200-Tagelinie (24,15 US-Dollar) aufgefangen werden.

 Zusammengefasst ist der Tageschart bullisch und Silber sollte in Kürze den Sprung über die Abwärtstrendlinie schaffen. Dann wäre eine Verschärfung der Aufwärtsbewegung und ein zügiger Anstieg bis auf ca. 28 US-Dollar zu erwarten. Gleichzeitig würden zeitweise parabolisch steigende Silberpreise aber auch das vorübergehende Ende der Rally im Edelmetall Sektor einläuten. 

Im großen Bild läuft Silber weiterhin zwischen 20 US-Dollar und 30 US-Dollar seitwärts. Erst wenn der nachhaltige Ausbruch über die starke Widerstandszone um 30 US-Dollar gelingt, dürfte sich der übergeordnete Bullenmarkt fortsetzen.

 Silber in Euro: Kauflimit bei 19,40 Euro wurde ausgeführt

Am 4.Februar hat unser Kauflimit von 19,40 Euro nochmals gegriffen. Angesichts der stark gestiegenen Kurse empfiehlt sich momentan die Seitenlinie und Geduld. Bis zum Frühsommer wird sich aber sicherlich wieder eine günstige Kaufgelegenheit ergeben.

Autor: Florian Grummes

Technischer Analyst

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Quelle: GOLD.DE

Achterbahnfahrt bei Gold und Silber – US-Staatsschulden auf Rekordniveau

Anstatt den erwarteten 500 Tsd. neuen Jobs außerhalb der Landwirtschaft wurden im September lediglich 194 Tsd. neue Stellen geschaffen. Die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt ist aktuell das Zünglein an der Waage, die entscheidet, ob die US-Notenbank bis Jahresende mit der angekündigten Drosselung der Anleihenkäufe beginnen wird oder nicht.

Eine Abkehr von diesen Plänen hätte mehr Geld aus der Druckerpresse zur Folge, was letztlich Zinsen senken, den US-Dollar schwächen und die ohnehin hohen Inflationserwartungen noch zusätzlich anheizen würde. Exakt so verhielt sich der Markt in einer ersten Reaktion auf diesen Arbeitsmarktbericht – der Dollar kam unter Druck, die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen an und Gold und Silber schossen nach oben.

Der Goldpreis sprang sofort um 20 US-Dollar nach oben und konnte damit seinen Abwärtstrend kurzzeitig verlassen, wogegen der Silberpreis um 50 US-Cent an seinen mittelfristigen Abwärtstrend bei 23,10 US-Dollar katapultiert wurde.

Auf den zweiten Blick stellte sich der Arbeitsmarktbericht jedoch als nicht so schlecht heraus, da 123 Tsd. Regierungsstellen abgebaut, die Zahlen der beiden Vormonate nach oben revidiert wurden und die Arbeitslosenrate von 5,2% auf 4,8% gefallen war, während hier nur 5,1% erwartet wurden. Dieser Report dürfte einigen Analysten sowie den Notenbankern einiges an Kopfzerbrechen bereiten mit Blick auf die nächste Notenbanksitzung Anfang Dezember.

Nachdem die Märkte erkannten, dass der Arbeitsmarktbericht doch nicht so schlecht war und einem Tapering im November oder Dezember nicht im Weg stehen muss, drehten die Märkte vom Fleck weg. Gold und Silber verloren ihre Tagesgewinne, fielen zurück in ihre mittelfristigen Abwärtstrends und stehen nun kurz davor kurzfristige korrektive Aufwärtstrends zu brechen. Die zehnjährigen Zinsen stiegen wieder auf 1.61%, während der US-Dollar einige seiner Tagesverluste wettmachen und wieder auf 94 Punkte im USD-Index ansteigen konnte.

Platin und Palladium waren hingegen die Wochengewinner, nachdem diese in den Vorwochen herbe Verluste einstecken mussten. Platin vollzog am Mittwoch eine Trendumkehr und stieg auf 1.029 US-Dollar an, während Platin von 1.847 US-Dollar im Tief auf 2.080 US-Dollar sprang im Rahmen eines kleinen Short-Squeeze. In den letzten Wochen wiesen wir auf die extreme Netto-Shortposition am Terminmarkt für Palladium hin und mahnten, dass diese jederzeit zu einem starken und schnellen Anstieg auf 2.300 US-Dollar führen könnte im Rahmen eines Short-Squeeze am Terminmarkt.

Auch die Goldminen im HUI-Goldminenindex stiegen vergangene Woche deutlich an und überwanden am Freitag kurzzeitig den mittelfristigen Abwärtstrend, um zum Wochenschluss mit 240 Punkten letztlich doch noch darunter zu schließen. Für einen bullischen Ausbruch müsste der Goldpreis über 1.780 US-Dollar ansteigen und damit den Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends bestätigen.

Infolgedessen würde wahrscheinlich auch der Silberpreis seinen Abwärtstrend bei 23 US-Dollar verlassen und der HUI-Goldminenindex seinen Abwärtstrend überwinden. Solange dem Goldpreis dies jedoch nicht gelingt, sind die Abwärtstrends in allen drei Märkten noch intakt. Letztlich dürfte bereits der Wochenbeginn entscheiden, ob es bei den Edelmetallen nach der positiven Vorwoche weiter nach oben gehen kann und eine Trendwende mit neuen Kaufsignalen erfolgt oder ob sich die Abwärtstrends noch einmal fortsetzen werden.

Schulden und das Drucken von Geld erzeugen Inflation und Armut

In den USA hat man den „Streit“ um die regelmäßige Anhebung der Schuldenobergrenze vorerst beigelegt und eine endgültige Einigung in den Dezember verschoben. Es gibt eine vorübergehende Anhebung um 480 Mrd. US-Dollar auf 28,9 Billionen US-Dollar, was gerade einmal bis Anfang Dezember reichen sollte, um die die horrenden Staatsausgaben der linken Biden-Regierung zu finanzieren.

Die mediale Berichterstattung darüber war gewohnt dramatisch, wobei man wieder einmal einen drohenden Zahlungsausfall der USA an die Wand malte, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung bei 100% liegt, ebenso wie bei den über einhundert Malen in der Vergangenheit. Interessant ist der Fakt, dass die linksgerichteten Demokraten die Schuldenobergrenze in der Vergangenheit durchschnittlich um 17% angehoben hatten, während die im Vergleich zu den Demokraten konservativer und marktwirtschaftlicher orientierten Republikaner die Grenze jeweils nur um durchschnittlich 6% erhöhten.


Die nominale US-Verschuldung steigt exponentiell an

Die Finanzministerin der USA und ehemalige Notenbankchefin Janet Yellen schlug die Abschaffung dieser Schuldenobergrenze vor, da diese unnötig sei und ohnehin immer wieder angehoben würde. Die US-Regierung hat sich von den Befugnissen, die ihr die US-Verfassung zugesteht, so weit entfernt, dass es letztlich egal ist, ob es eine Obergrenze gibt oder nicht. Eine Regierung, die das Monopol auf das Drucken von Geld an sich gerissen hat wird immer der Versuchung erliegen die eigenen Utopien über die Druckerpresse zu finanzieren.

Deshalb sollte eine Regierung niemals die Hoheit über die Geldschöpfung haben, geschweige denn sich überhaupt verschulden dürfen. Sollte sich ein Staat verschulden müssen, dann zu den Zinsen, die der freie Markt in einer freien Gesellschaft vorgibt. Dies würde eine natürliche Obergrenze der Schuldenaufnahme erzwingen und so die Bürger vor der totalen Enteignung unverantwortlich handelnder Politiker schützen und eine mögliche Zerstörung von Wirtschaft und Wohlstand durch planwirtschaftliche Staatseingriffe unwahrscheinlicher machen.

Würde die US-Notenbank die Ausgaben der US-Regierung nicht über den Kauf der Staatsanleihen indirekt finanzieren, so stiegen die Marktzinsen angesichts der hohen Inflationsraten sofort in den Himmel. Die explodierenden Kosten einer weiteren Verschuldung zu marktadäquaten Zinsen hätte letztlich den Bankrott der US-Regierung zur Folge. Dies gilt auch für die Europäische Union, deren Nationen ohne die planwirtschaftliche Senkung der Zinsen für Staatsanleihen schnell zu einer vernünftigen und nachhaltigen Austeritätspolitik gezwungen würden.

Im Rahmen des Theaters um die Anhebung der Schuldenobergrenze wurde auch wieder einmal die Idee einer Platinmünze mit dem Nominalwert von einer Billionen US-Dollar thematisiert, die vom Finanzministerium geprägt werden und somit die Schuldenkrise lösen sollte.

Während die US-Notenbank durch das Aufkaufen von Staatsschulden indirekt den Staat finanziert, handelt es sich bei der Erschaffung von Geld mittels einer Platinmünze durch das Finanzministerium buchstäblich um die Staatsfinanzierung über die Druckerpresse des Staates.

Die Idee dieser 1-Billionen US-Dollar Platinmünze ist so irrwitzig und dumm, dass man es eigentlich nicht einmal zur Sprache bringen dürfte. Keynesianer und sozialistische „Ökonomen“, die keine Ahnung von Wirtschaft haben und keinen Zusammenhang zwischen der Geldmenge und Inflation sehen, stehen dieser Idee jedoch offen gegenüber.

Regierungen können Geld drucken, doch sie können keine Güter und Dienstleistungen aus dem Nichts erschaffen. Die Knappheit an Gütern, die wir aktuell in allen Bereichen der Wirtschaft erleben, ist größtenteils auf die historisch einmalig hohe Ausweitung der Geldmenge zurückzuführen, die auf ein gleichgebliebenes Güterangebot zu noch alten niedrigen Preisen trifft. In den USA und Europa ist mehr Geld im Umlauf Dank der Gelddruckorgie der Notenbanken.

Die Menschen fühlen sich reich und gehen damit einkaufen. Die erhöhte Nachfrage lässt die Preise langsam und doch sukzessive auf ein neues Preisniveau ansteigen, bis Angebot und Nachfrage sich künftig wieder ausgeglichen haben. Die Ausweitung der Produktionskapazitäten wird sich als nicht nachhaltig herausstellen, worauf letztlich die nächste Rezession folgen wird.

Doch mit jeder zyklischen inflationsinduzierten Fehlallokation von Kapital geht ein Nettowohlfahrtsverlust einher und am Ende des Tages sind die Menschen ärmer als sie es wären, hätte es in erster Linie nie einen künstlichen Aufschwung gegeben. Unter dem Strich steigen die Preise und die Gesellschaft wird ärmer – dies ist die logische und zwingende Konsequenz aus der Inflation der Geldmenge.

Das Drucken von Geld aus dem Nichts, sowie staatliche Eingriffe in den Markt, bringen nur weitere Kosten und Wohlstandsverlust. Die rezessiven Kräfte werden in den nächsten Jahren zunehmen und aktuell spricht bereits jeder von Stagflation. In der Eurozone stiegen die Preise nach staatlicher Statistik, die grundsätzlich zu niedrig ausgewiesen wird, zum Vorjahr bereits um 3,4% und in Deutschland legten diese um 4,1% im September zu. EZB-Chefin Christine Lagarde verharmlost diese Enteignung, wobei selbst Mainstream-Experten bis Jahresende einen Anstieg der Verbraucherpreise um 5% erwarten.

Noch im November 2019, als ich vor dem Beginn der nächsten großen Krise und Rezession warnte, die nächsten QE-Programme in Aussicht stellte und ein Jahrzehnt der Stagflation prognostizierte, stand ich noch völlig allein mit meiner These.

Zwei Jahre später sieht die Welt anders aus und die Stagflation ist da und wird in den nächsten Jahren bleiben, da dies der einzig gangbare Weg für die Regierungen ist, die sich selbst in die Sackgasse manövriert haben. Erwarten Sie dauerhaft hohe Inflationsraten, nominal steigende Zinsen, real weit negative Zinsen, real fallende Aktienmärkte und nominal steigende Edelmetallpreise in den nächsten Jahren. Gold wird in dieser Zeit eines der besten Investments sein!

Technische Analyse zu Gold: Abwärtstrend intakt doch die Bullen proben den Angriff – die Entscheidung naht!

Terminmarkt: COT-Report vom 08.10.2021

Der neueste COT-Report mit dem Stichtag des 5. Oktober zeigt einen Preisanstieg zur Vorwoche um 27$, während die Position der Spekulanten um 13 Tsd. Kontrakte Netto-Long ausgebaut wurde. Die Veränderung ist zur Vorwoche und zur Vor-Vorwoche neutral. Es zeigt sich keine Stärke.

Die Netto-Shortposition der Big 4 reduzierte sich von 12 auf 14 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 reduzierte sich von 26 auf 30 Tage. Es könnte daher sein, dass etwas auf den Preis gedrückt wurde. Die Position der BIG4 wurde wieder auf das Niveau der Vorwoche angehoben. Berücksichtigt man das, kann man von einem leichten Defizit am physischen Markt ausgehen. Der Terminmarkt ist so gut bereinigt, wie zuletzt vor über zwei Jahren, was grundsätzlich bullisch ist in einem QE-Umfeld und ausreichend wäre für eine Trendumkehr.

Auch wenn die Bereinigung für ein QE-Umfeld ausreichend wäre, so gibt es immer noch Bereinigungspotenzial, wenn exogene Faktoren, wie ein Tapering, auf den Preis drücken.


Die Terminmarktdaten für Gold sind weiterhin im neutralen Bereich


Die BIG4 hatten in den letzten Monaten ihre Netto-Shortposition abgebaut. Dies ist einerseits gut, doch zeigt es auch Schwäche am Goldmarkt

Trotz stark steigender Konsumentenpreise hängt die drohende Ankündigung eines Taperings weiterhin wie ein Damoklesschwert über dem Goldmarkt. Es finden sich aktuell wenig Käufer, da die Bullen fürchten bei einem Tapering mit einem Einbruch des Goldpreises unter die Räder zu geraten.

So ist es gut möglich, dass Investoren und Spekulanten die Ankündigung eines Taperings abwarten werden, bevor sie erneut als Goldkäufer auftreten und die Goldhausse in die nächste Phase starten kann. Sollte sich die US-Notenbank bis zur Dezember-Sitzung mit der Ankündigung gedulden, so stünde dem Goldmarkt bis dahin wahrscheinlich noch einmal eine kurze Streckfolter mit einem volatil seitwärts verlaufenden Preis bevor.

Die Korrektur befindet sich jedoch bereits in ihrer Endphase und der Goldmarkt bildet aktuell einen Boden aus, worauf im nächsten Jahr mit einem deutlichen Preisanstieg jenseits der 2.000 US-Dollar-Marke zu rechnen ist. Das Sentiment ist mittlerweile extrem bärisch, was die COT-Daten nicht so ganz wiederspiegeln. Interessant ist, dass die COT-Daten für Silber, Platin und Palladium bereits im Kaufbereich sind und Platin sowie Palladium letzte Woche eine Trendwende vollzogen haben.

Kurzfristig muss der Goldpreis in dieser Woche den Widerstand bei 1.760 US-Dollar erneut überwinden und dann das Hoch der letzten Woche mit Preisen über 1.780 US-Dollar rausnehmen, damit das Setup bullisch bleibt. Ein Short-Squeeze könnte dann die Folge sein.

Rutscht der Goldpreis hingegen unter 1.745 US-Dollar, so droht ein Abverkauf auf die Unterstützung bei 1.680 US-Dollar. Da diese Unterstützung jedoch bereits zum vierten Mal getestet wird, ist bei einem erneuten Test ein Einbruch darunter wahrscheinlich. Sollte es infolgedessen zu einem Abverkauf kommen, sehen wir bei 1.600 US-Dollar ein sehr gutes mittelfristiges antizyklisches Kaufsetup mit einem sehr guten Chance-Risiko-Verhältnis!


Der Goldpreis handelt wieder unter dem Widerstand bei 1.760 US-Dollar

Der Tageschart zeigt, dass der übergeordnete Abwärtstrend noch intakt ist. Aus Sicht der Notenbanker bietet es sich an den Goldpreis im Vorfeld des Taperings zu drücken und Spekulanten noch einmal aus dem Markt zu schütteln, um das bullische Sentiment zu zerstören. Ein Schlusskurs unterhalb der Unterstützung bei 1.680 US-Dollar könnte diese gewünschte Liquidationswelle auslösen und eine Verkaufspanik mit entsprechenden Schlagzeilen in der Presse nach sich ziehen. Derartige negative Schlagzeilen zum Goldmarkt sind erwünscht, da sie weitere potenzielle Investoren von einem Investment in Gold abhalten.

 


Der übergeordnete langfristige Abwärtstrend ist noch intakt

Der langfristige Abwärtstrend bei Gold in Euro wurde bereits im Mai des letzten Jahres gebrochen. Seitdem konsolidiert der Goldpreis in Euro an einer neuen Unterstützung bei 1.480 Euro. Würde diese Unterstützung brechen, so wäre ein erneuter Test des Tiefs bei 1.420 Euro wahrscheinlich.

Dennoch sieht das charttechnische Muster eigentlich konstruktiv aus. Ein erneutes prozyklisches Kaufsignal gibt es, sobald der Goldpreis den blauen Abwärtstrend mit Schlusskursen über 1.545 Euro überwunden hat. Antizyklisch bietet sich bei 1.420 Euro eine sehr gute Kaufchance.


Seit dem Bruch des Abwärtstrends konsolidiert der Goldpreis auf hohem Niveau

 

Silber ist Ihr Inflationsschutz

Silber ist in dieser Hinsicht volatiler und reagiert empfindlicher auf inflationäre Zeiten, was sich in der Divergenz seines Handelsverhaltens gegenüber Gold im letzten Jahr zeigte.

Gold Wochenchart, Abwärtstrend bei Gold:

Gold in US-Dollar, Wochenchart vom 8. Oktober2021

Auf den ersten Blick, wenn man sich die prozentualen Preisrückgänge des Goldcharts ansieht, könnte man annehmen, dass Silber das schwächere der beiden Edelmetalle im Rennen um die Aufnahme in Ihr Vermögenserhaltungsportfolio ist.

Silber Wochenchart, Silber handelt seitwärts:

Silber in US-Dollar, Wochenchart vom 8. Oktober2021

Vergleicht man den Goldchart mit dem obigen Silberchart, so erkennt man, dass Gold seit seinen Höchstständen im August 2020 tendenziell nach unten tendiert, während Silber seitwärts gehandelt wird. Es kann spekuliert werden, dass, sobald sich die Inflationsängste weiter ausbreiten, Silber eine deutlich bessere Performance als Gold aufweisen wird.

Gold/Silber-Verhältnis Monatschart, Nachholbedarf:

Gold/Silber-Verhältnis, Monatschart vom 8. Oktober2021

Sobald die Aufwärtsrichtung für die größeren Zeiträume wiederhergestellt ist, (nach einem wahrscheinlichen Crash-Szenario), muss auch Silber aufholen. Wir finden eine echte Beziehung zwischen den beiden glänzenden Metallen irgendwo im Zehnerbereich und nicht bei den aktuell übermäßigen Niveaus um 78.

Silber Monatschart, das richtige Timing ist alles:

Silber in US-Dollar, Monatschart vom 8. Oktober2021

Nachdem wir nun das bevorzugte Spekulationsinstrument gefunden haben, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der physische Erwerb das wünschenswerteste Engagement in diesem Markt ist. Wir befinden uns immer noch in einer Korrekturphase des Edelmetallsektors. Daher ist Geduld der Schlüssel zum richtigen Zeitpunkt für den Kauf. Ein Vorteil für den Silberanleger ist, dass Silber in der Regel mit einer leichten Verzögerung auf Gold folgt, wenn man den größeren langfristigen Zeitrahmen betrachtet.

Ein Blick auf den obigen Monatschart zeigt die Stärke des Silbers. Nach einem atemberaubenden Anstieg zwischen März und August des letzten Jahres von 11,64 USD auf 29,85 USD haben sich die Preise nur leicht zurückgebildet. Der Preis im Verhältnis zur Ichimoku-Wolkenanalyse deutet ebenfalls auf eine Zins-bullische Fortsetzung hin. Vor allem aber zeigt eine Volumen-Preis-Analyse über die letzten fünfzehn Jahre eine starke Angebotszone bei 19,80 USD. Wo die Bären aufatmen können, ist bei den langsamen Stochastik-Werten nahe 80 (rote Linie auf dem unteren Indikator).

Silber ist Ihr Inflationsschutz:

Das Timing ist hier schwer zu fassen. Crash-Szenarien fallen aus der Norm. Dies wirkt sich typischerweise auf die Charts aus und trübt eine neutrale Haltung und Interpretation gegenüber dem Markt. Hier glänzt Silber durch sein typisch verzögertes Einstiegsverhalten im Vergleich zu seinem großen Bruder Gold.

Darauf folgt in der Regel eine explosive Entwicklung und damit ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis. Daher beobachten wir die Goldpreise sehr genau, um risikoarme Einstiegsmöglichkeiten zu finden. Erwähnenswert ist auch das im Vergleich zu Gold geringere Risiko regulatorischer Eingriffe seitens der Regierung bei physischem Besitz von Silber.

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Beendet die Immobilienkrise das Blutbad am Edelmetallmarkt?

Silber korrigierte wieder deutlich stärker um 6 Prozent, nachdem die kurz zuvor zurückeroberte Unterstützung bei 23,80 US-Dollar wieder nach unten gebrochen wurde. Die großen vier Händler an der COMEX hatten den Anstieg des Silberpreises über dieses Level mit einer Shortposition in Höhe von 11 Tagen der Weltproduktion ausgebremst, was uns frühzeitig einen Hinweis auf eine Fortsetzung der Korrektur lieferte.

Silber fiel nun auf die langfristige Unterstützung bei 22 US-Dollar, die jetzt zum dritten Mal getestet wird. Finden sich hier nicht genügend Käufer, so droht ein finaler Abverkauf auf 19 US-Dollar, wo wir ein sehr gutes antizyklisches Setup vorfänden.

Die Platinmetalle verbuchten nur kleine Verluste, nachdem diese in der Vorwoche bereits stark eingebrochen waren. Platin, das bis dato immer noch ein Überangebot am physischen Markt aufweist, fiel um 1,7 Prozent auf die nächste Unterstützung bei 920 US-Dollar. Platin hatte in der Vorwoche bereits einen langfristigen Aufwärtstrend gebrochen, nachdem es seit Anfang Mai um 350 US-Dollar (28 Prozent) gefallen war. Der Terminmarkt für Platin ist bereits überverkauft und das Tief mit einer Trendwende scheint nah zu sein.


Alle Edelmetalle fielen vergangene Woche und auch die Goldminen gaben um 5,7% nach

Palladium fiel in der letzten Woche „nur“ um 6,2 Prozent, nachdem der Preis in der Vorwoche um heftige 12 Prozent eingebrochen war. Seit Juli 2020 wurde Palladium nicht mehr so niedrig gehandelt. Der Abverkauf verlangsamte sich an der Unterstützung bei 1.950 US-Dollar erst einmal und industrielle Verbraucher dürften hier unter den Käufern sein. Nachdem der Preis fünf Monate gefallen war, sucht Palladium aktuell einen Boden.

Der Chipmangel in der Automobilindustrie wird für die aktuell fehlende Nachfrage nach Palladium zum Einsatz in Katalysatoren verantwortlich gemacht. Da Gold und Silber immer noch dabei sind ihre Tiefs auszuloten und der Goldpreis womöglich noch einmal unter das letzte Tief fallen könnte, scheint es auch für einen Einstieg in Palladium zu früh sein. Wir erwarten, dass alle Edelmetalle diesmal zur gleichen Zeit ein Tief und eine Trendwende ausbilden werden.

Der Terminmarkt für Palladium ist historisch überverkauft. Immer dann, wenn die Spekulanten eine derart hohe Netto-Shortposition aufgebaut hatten, kam es zu starken und schnellen Preiserholungen. Sobald der Chipmangel in der Automobilindustrie Geschichte ist, könnte schnell wieder ein Defizit entstehen und der Palladiumpreis womöglich noch einmal auf das Allzeithoch bei rund 3.000 US-Dollar ansteigen.

Langfristig, auf Sicht der nächsten Jahre sehen wir im Palladium jedoch keine so gute Investmentchance und würden stattdessen auf das günstigere Platin setzen, da es vielfältiger eingesetzt wird und die Industrie zunehmend Palladium durch Platin substituiert.


Palladium ist aktuell historisch einmalig überverkauft

Der HUI-Goldminenindex durchlebte vergangene Woche eine Achterbahnfahrt und beendete mit einem Minus von 1,4 Prozent bei 237 Punkten die Handelswoche. Es ist schon erstaunlich, dass der HUI aktuell günstiger zu haben ist als vor dem Beginn der Coronakrise. Die QE-Programme, der hohe Goldpreis und die hohen Gewinne der Minenunternehmen wurden nicht eingepreist in den aktuell zum Goldpreis historisch niedrigen Kursen. Die Minen sind ein unterbewertetes Investment, das in den nächsten Jahren bei persistent hohen Inflationsraten noch sehr viel Kurspotenzial haben.

Womöglich finden die Edelmetalle und die Minenaktien ihren Boden erst mit der Ankündigung einer Drosselung der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die FED nach Ihrer Sitzung am Mittwochabend das Tapering bekanntgeben wird. Sollte dies geschehen, so gäbe es womöglich kurzzeitige Turbulenzen an den Märkten, doch danach wären alle Risiken eingepreist und Investoren würden wieder in den Edelmetallmarkt einsteigen.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die FED diesen Schritt erst im Dezember wagen wird. Dies würde für die Gold- und Silberbugs eine weitere Streckfolter mit sich bringen. Womöglich wünscht man sich einen möglichst tiefen Gold- und Silberpreis zum Jahresende, wie wir es oft seit 2013 sahen. Pünktlich zum neuen Jahr startete oftmals eine neue Rallye über sechs Monate. Kurzfristig liegen die Augen am Mittwoch auf dem Zinsentscheid der FED, die aufgrund der hohen Preissteigerungsraten zunehmend unter Handlungsdruck gerät.

Die amerikanischen Verbraucherpreise stiegen am Dienstag den fünfzehnten Monat infolge an mit einem Plus von 5,3% zum Vorjahr. Im Vormonat stiegen die Preise ebenfalls um 5,3%. Die Kerninflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie stieg jedoch nur um 4% zum Vorjahr, während ein Anstieg von 4,2% erwartet wurde. Zum Vormonat stieg der CPI um 0,3% (Erwartung: 0,4%) und die Kerninflationsrate um 0,1% (Erwartung: 0,3%), womit auch hier die Erwartungen des Marktes enttäuscht wurden.

Diese leichte Enttäuschung hatte kurzzeitig die Hoffnung auf eine Verschiebung des Taperings geschürt, worauf der US-Dollar absackte, der Goldpreis um 25 US-Dollar nach oben schoss und dabei kurzzeitig den Widerstrand bei 1.800 US-Dollar überwand. Auch am Aktienmarkt gab es kurzzeitig eine Kaufpanik, doch dann setzten diese ihren Abwärtstrend fort. Der S&P 500 fiel seit Anfang September um 3,4 Prozent, nachdem sich die Wirtschaftsdaten zunehmend eintrüben.

Die drohende Pleite des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande liegt belastend auf den Aktienmärkten. Der Immobiliensektor macht bis zu 30% des chinesischen BIPs aus. Führt dies zu Dominoeffekten im überschuldeten Bankensystem, so steht die nächste Krise bereits vor der Türe.

Die Immobilienblase in China hat damit ihr Ende erreicht und eine Millionen Menschen, die ihre Ersparnisse bei diesem Unternehmen investiert haben, drohen hohe Verluste. Da jedoch 90% der Chinesen Wohneigentum besitzen, hätte ein unkontrollierter Einbruch des Immobilienmarktes einen massiven Einfluss auf die Rest- und Weltwirtschaft.

Dies könnte ein Anlass dafür sein, eine Drosselung der Anleihenkäufe weiter in die Zukunft zu verschieben. Letztlich werden die Notenbanken auf Kreditausfälle mit dem Drucken von Geld reagieren, was letztlich bullisch für den Goldpreis sein wird. Mit steigenden Zinsen wird es in den nächsten Jahren zu einer Neustrukturierung der weltweiten Arbeitsteilung kommen.

In dieser Zeit wird eine Krise die andere jagen, worauf die Notenbanken immer mit dem Drucken von Geld reagieren werden. Die Stagflation ist daher weiter das wahrscheinlichste Ergebnis dieser Politik für die nächsten Jahre.

Dem Aktienmarkt, der sich in den letzten Monaten eingekeilt hatte, droht eine Korrektur, wenn die Kursverluste der letzten Woche nicht bald wettgemacht werden. Dies könnte zu einer kurzfristigen Flucht in die Edelmetalle führen, was deren Preise auf dem aktuellen Niveau stabilisieren würde.

Der breite US-Aktienmarkt stieg seit dem März 2020 um mehr als 100 Prozent an und was hoch steigt, fällt in der Regel auch tief. Dies sah man zuletzt nicht nur bei Bauholz, sondern nun auch bei Rhodium, dessen Preis auf über 30.000 US-Dollar anstieg und in der letzten Woche wieder auf 12.350 US-Dollar fiel.

Die Zeichen für einen Anstieg der Edelmetallpreise in den nächsten Jahren stehen sehr gut, während sich die Lage am Aktien- und Anleihenmarkt zunehmend eintrübt. Die Edelmetalle und die Minenaktien bleiben daher eines der interessantesten Investments für die nächsten Jahre.


Rhodium brach vergangene Woche um 21% ein

Technische Analyse zu Silber: Unterstützung erreicht, doch Silber droht aus der Handelsspanne zu fallen

Terminmarkt: COT-Report vom 17.09.2021

In der Analyse des Vormonats schrieben wir: „Die COT-Daten für Silber sind nun auch auf dem besten Stand seit zwei Jahren. Die Daten zeigen klar, dass es aktuell weiterhin ein Überangebot am physischen Silbermarkt gibt. Nicht einmal der starke Preiseinbruch der Vorwoche konnte so viel Nachfrage erzeugen, dass sich hier ein deutliches Defizit in dieser Woche gezeigt hätte. Man muss beim Silber weiterhin sehr vorsichtig sein. Sollte es Gold nicht gelingen, den Abwärtstrend und den Widerstand bei 1.800 US-Dollar zu überwinden und stattdessen noch einmal die Tiefs anlaufen, dann wären beim Silber gar 20$ oder 19$ in einer stärkeren Bereinigung des Terminmarktes möglich.“

Im neuesten Report fiel der Silberpreis zur Vorwoche um 51 US-Cent, während die Spekulanten 3 Tsd. Kontrakte netto short gingen. Dies war neutral, doch zu den letzten drei Wochen zeigt sich Schwäche. Der Nachfrage scheint schwächer gewesen zu sein als in den drei Vorwochen, berücksichtig man, dass es in dieser Woche keine Intervention gab.

Die letzte eindeutige Manipulation beim Silber sahen wir vor einem Monat, als hohe Nachfrage kurzzeitig den Preis über den Widerstand bei 23,80 US-Dollar schob. Dieser ungewünschte Ausbruch wurde mit einer nackten Shortposition in Höhe von 11 Tagen der Weltproduktion seitens der BIG4 wieder eingehegt. Dieser Eingriff gab uns frühzeitig den Hinweis, dass die Korrektur noch nicht ihr Ende gefunden hat.

Die COT-Daten für Silber sind weiterhin auf dem besten Stand seit zwei Jahren, doch fehlt eine deutliche Bereinigung von der Spekulation zum aktuellen Zeitpunkt, sowie relative Stärke auf diesem Preisniveau. Angesichts der langen Dauer der Korrektur, hätte man hier mehr erwarten können. Insgesamt bleibt klar, dass sich Silber aktuell nicht abkoppeln und nur mit Gold ansteigen kann, weshalb man auch auf die technischen Signale beim Goldpreis achten muss.

Es ist kurzfristig wahrscheinlich, dass sich die Korrektur ein letztes Mal ausweiten wird – es gäbe jedenfalls noch genügend Potenzial für einen weiteren Long-Drop.


Die Bereinigung des Terminmarktes läuft immer noch schleppend und zeigt ein Überangebot


Die starke Manipulation lieferte uns einen Hinweis auf den nochmaligen Preisrückgang

Seit dem Bruch der Unterstützung bei 23,80 US-Dollar ist Silber wieder short, da auch Gold seine Bärenflagge nach unten aufgelöst hatte. Silber ist aktuell nicht in der Lage sich vom Goldmarkt abzukoppeln. Die immer noch hohe Positionierung am Terminmarkt schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Silberpreis. Der kurzzeitige Ausflug über den Widerstand bei 23,80 US-Dollar wurde schnell ausgebremst.

Nachdem der Goldpreis aus seiner Bärenflagge nach unten ausbrach, ist ein weiterer Rückgang des Goldpreises auf 1.700 US-Dollar und tiefer gut möglich in den nächsten Wochen und Monaten im Vorfeld einer Ankündigung eines Taperings. Damit besteht die Gefahr, dass der Silberpreis kurzzeitig noch weiter unter Druck gerät. Solange der Abwärtstrend intakt ist, braucht man nicht über Käufe nachdenken.


Der Abwärtstrend bei Silber ist immer noch intakt

Im größeren Bild des Tagescharts wird eine große Handelsspanne zwischen 28 US-Dollar auf der Oberseite und 22 US-Dollar auf der Unterseite sichtbar. Nach der Schwäche, die sich im letzten Monat am Silbermarkt zeigte, hat die Wahrscheinlichkeit deutlich zugenommen, dass die Unterstützung bei 22 US-Dollar einen weiteren Preisverfall nicht stoppen wird.

Da der Silberpreis im Vergleich zum Goldpreis aktuell so schwach ist, hängt der weitere Verlauf ganz von der Entwicklung des Goldpreises ab. Silber hat kurzfristig nur dann eine Chance anzusteigen, wenn der Goldpreis wieder über 1.800 US-Dollar ansteigen kann, was kurzzeitig unwahrscheinlich ist.

Vor einem Monat schrieben wir: „Fehlinterpretiert der Markt den Taper-Talk der FED, so könnte der Goldpreis kurzzeitig sogar noch einmal abrutschen und eine Verkaufspanik auslösen und dabei noch einmal das Flash-Crash-Tief bei 1.680 US-Dollar anlaufen. In diesem Fall läuft Silber Gefahr aus seiner großen Handelsspanne nach unten auszubrechen und noch einmal auf 19 bis 20 US-Dollar zu fallen.

Genau dieses Szenario scheint sich aktuell auszuspielen. Im Bereich zwischen 19 US-Dollar und 20 US-Dollar dürften sich die BIG4 eindecken, während Spekulanten ihre Positionen auf den Markt werfen. Antizyklische Käufe bei 19 US-Dollar haben daher ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Kurzfristig dürften nun die Bären an der Unterstützung bei 22 US-Dollar Short-Gewinne mitnehmen und Bullen mutig werden, weshalb eine kurzfristige Preiserholung auf 23 US-Dollar durchaus denkbar wäre. Man kann sich auch gut an den Abwärtstrend halten, denn erst wenn dieser bricht, gibt es ein prozyklisches Kaufsignal. Die Gefahr, dass sich die Korrektur fortsetzen wird, ist hoch.


Die Unterstützung bei 22 US-Dollar wird aktuell zum dritten Mal getestet

Silber handelte über fünf Jahre hinweg in einer Handelsspanne zwischen 14 US-Dollar auf der Unterseite und 19 US-Dollar auf der Oberseite. Seit dem bullischen Ausbruch Mitte 2020 ist das langfristige Chartbild sehr bullisch. Im Wochenchart ist das dreimalige Scheitern am Widerstand bei 28 US-Dollar noch deutlicher sichtbar.

Selbst ein Rücksetzer auf die Unterstützung bei 19 US-Dollar, was zuvor der langfristige Widerstand war, würde das übergeordnet charttechnisch bullische Bild nicht zerstören. Ein nun mögliches Korrekturpotenzial dürfte im schlimmsten Fall bei 19 US-Dollar auf starke Nachfrage treffen, weshalb wir dort ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis für Käufe auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht vorfinden.

Im nächsten Jahr ist ein Anstieg über den Widerstand bei 28 US-Dollar denkbar, was den Silberpreis, spekulativ getrieben, schnell bis auf 36 US-Dollar hieven würde. Mit dem Scheitern der Geldpolitik bzw. fortgesetzten Anleihenkäufen, persistent hohen Inflationsraten und inflationsinduziert steigenden Zinsen, werden Gold und auch Silber zum Schutz vor Inflation zunehmend gefragt werden.

Es dürfte sich dann über einige Jahre hinweg ein Defizit am physischen Markt entwickeln, das Silber weit über sein Allzeithoch bei 50$ tragen wird. Antizyklische Käufe bei 19 bis 20 US-Dollar wären daher im Umfeld eines wahrscheinlichen Stagflationsjahrzehnts eine äußerst günstige Kaufgelegenheit.

Der Goldpreis müsste nun vom Fleck weg drehen und wieder auf über 1.800 US-Dollar ansteigen, damit Silber die Unterstützung bei 22 US-Dollar halten kann. Dieses Szenario hat mittlerweile eine schlechtes CRV. Man kann sich am Goldpreis in Euro orientieren – fällt hier der Preis unter die Unterstützung bei 1.490 Euro, so dürfte sich die Korrektur am Silbermarkt unter 22 US-Dollar fortsetzen. Kurzfristig ist über die nächsten Tage mit einer Konsolidierung über dem Widerstand bei 22 US-Dollar zu rechnen, sodass noch etwas Hoffnung bleibt, dass ein exogener Faktor den Gold- und Silberpreis wieder nach oben ziehen wird.


Die Chancen dafür, dass die Unterstützung bei 22 US-Dollar halten wird, stehen nicht gut

 

Silber, das große Bild

Wir haben Stopps nicht eingehalten, zu oft gehandelt, shadow- bzw. copy-trading betrieben, Wahrscheinlichkeiten ignoriert, zu viel gehandelt und Rache geübt. Darüber hinaus haben wir selbst die offensichtlichsten Signale des Marktes ignoriert, wie schlechte Liquidität, Volatilität und Seitwärtshandel. Worüber viel weniger gesprochen wird, ist das Fehlen eines großen Bildes. Das Ignorieren der größeren Zeitrahmen, die die kleinen Zeitrahmen beherrschen, ist jedoch einer der schädlichsten Einflüsse auf Ihren Handel. Silber, das große Bild.

Das Problem ergibt sich aus der Schwierigkeit der Vorhersage. Je weiter ein Ereignis in der Zukunft liegt, desto schwieriger ist es, es vorherzusagen. Diese Tatsache verleitet Amateure dazu, sich auf kleinere Zeitrahmen zu beschränken, in dem Bestreben, richtigzuliegen. Darüber hinaus ist die Handelshäufigkeit umso höher, je kleiner der Zeitrahmen ist. Das macht kleinere Zeitrahmen verlockender, da hier mehr los ist.

Nichtsdestotrotz sorgen die langfristigen Wetten für die großen Gewinne und in Bezug auf Silber ist der physische Erwerb gerade jetzt günstig.

Silber Monatschart, Silber, das große Bild

Silber in US-Dollar, Monatschart vom 4. September 2021

Wir finden den traditionellen Wert in einer grundlegenden Analyse des großen Zeitrahmens zuerst. Eine Geschichte, wenn Sie so wollen, die das unterstützt, was uns die Charts zeigen. Was die obige Monatsbetrachtung angeht, so hatten wir fast ein Jahrzehnt, in dem Metalle nicht bevorzugt wurden, was mit dem letztjährigen Covid-Lockdown endete. Der weniger beachtete Grund für die Hausse ist, dass viele Rohstoffe für den Dekarbonisierungsprozess benötigt werden.

Neben der Inflation und dem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gibt es also noch einen weiteren Grund für die Fortsetzung dieses ersten Ausbruchs zu neuen Höchstständen. Da die Nachrichten ein Licht auf den vernachlässigten Rohstoffsektor insgesamt und insbesondere auf Silber werfen, werden wir auch auf diesen niedrigeren Niveaus nach den neuen Höchstständen sehen, dass sie für Anleger attraktiv sind, die von den Nachrichten geweckt wurden und versuchen, hier günstig einzusteigen.

Silber Wochenchart, hervorragendes Risiko-Ertrags-Verhältnis

Silber in US-Dollar, Wochenchart vom 4. September 2021

Ein weiterer Aspekt, den wir aus einer umfassenderen Sicht für bedeutsam halten, ist, dass aufgrund neuer Covid-Varianten ein weiterer Covid-Lockdown möglich ist. Folglich ist dies eine Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Auslösepunkt. Die Edelmetalle könnten aus ihrer Spanne der letzten 13 Monate herausschießen und neue Allzeithochs erreichen.

Der obige Chart zeigt Projektionen, die ein geschätztes Chancen/Risiko-Verhältnis für den Einstieg in den Silbermarkt ermöglichen. Dies geschieht aus der Perspektive einer Absicherung gegen die Inflation und einer allgemeinen Option zur langfristigen Vermögenserhaltung.

Sie können erkennen, dass beide Szenarien, d. h. ein vorausschauender Handel unter 24 USD oder ein bestätigter Handel über 24 USD, ein Risiko-Ertrags-Verhältnis von etwa 1:1 für den ersten Finanzierungspunkt aufweisen (bei den moderaten und aggressiven Höchstständen der letzten dreizehn Monate) (siehe unsere vierfache Ausstiegsstrategie). Das zweite Ziel läge bei knapp unter 38 USD und 43,50 USD. Wie immer würden wir unsere Läufer (die letzten 25% der ursprünglichen Position) ohne eine Trailing-Stop-Methode laufen lassen.

Silber Tageschart, Antizipieren, ausführen, Gewinne mitnehmen

Silber in US-Dollar, Tageschart vom 4. September 2021

Ein wichtiger Faktor bei der Marktspekulation und möglicherweise einer der drei wichtigsten Aspekte, die den Grundsatz untermauern, warum das Gesamtbild für einen Spekulanten so wichtig ist, ist, dass der Markt versucht, die Zukunft vorwegzunehmen. Während wir in der Regel reaktionär handeln, ist es wichtig, die Zukunft zu antizipieren und nicht nur die Fakten zu prüfen.

Dieses Timing aus einem psychologischen Faktor braucht diese Geschichte aus der entfernten größeren Perspektive, um die Aktion eines Händlers zu unterstützen. Ohne die Überzeugung, warum man einen Trend mit seinem Geld nähren sollte, ist eine korrekte Handelsausführung nahezu unmöglich.

Das obige Tagesdiagramm zeigt den Chart, welchen wir letzte Woche gepostet hatten, als wir unter den folgenden Prämissen eine Long-Bewegung erwarteten:

“Wir können sehen, dass wir nach dem starken Schlusskurs vom Freitag in ein kurzfristiges, risikoarmes Aufstiegsfenster eingetreten sind. Zum einen steht dem Kurs zwischen 24 und 24,50 USD keine Unterstützungs-/Widerstandszone im Weg. Zweitens: Aus Sicht der fraktalen Volumenanalyse (grünes Histogramm rechts im Chart) können die Kurse auch zwischen 23,90 und 25,15 USD leichter steigen. Aus diesen Daten lassen sich zwei Vorteile ableiten. Ein deutliches Abwehren der niedrigen Spanne von 23 bis 24 USD wird einen starken Punkt für höhere Zeitrahmen bilden, wenn dieser Monat über 24,25 USD schließt und einen bullischen Ton für die kommende Woche.”

Wir platzierten einen Trade (grüner Pfeil nach oben) und teilten diese Daten in Echtzeit in unserem kostenlosen Telegram-Kanal, und unsere Vorhersagen trafen ein. Folglich haben wir am Freitag bei 24,80 USD Teilgewinne mitgenommen, basierend auf unserer vierfachen Ausstiegsstrategie (Quad Exit).

Silber, das große Bild

Silber liegt mehr als fünfzig Prozent unter seinen Allzeithochs. Im Verhältnis zu Gold ist es das am stärksten unterbewertete Edelmetall mit einem hervorragenden Chance/Risiko-Verhältnis. Als sicherer Hafen zur Vermögenserhaltung ist es auch die am stärksten unterbewertete Anlagemöglichkeit im Vergleich zu Bitcoin, welcher aktuell mit 50.000 USD nur leicht unter seinem Allzeithoch gehandelt wird. In der aktuellen Preiszone von unter 25 USD befindet sich Silber unserer Meinung nach in einer risikoarmen Einstiegszone mit einem erstrebenswerten Chance/Risiko-Verhältnis.

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