General Electric bremst Mittelabfluss trotz Luftfahrt-Flaute

Der bereinigte Nettogewinn verbesserte sich im ersten Quartal um ein Drittel auf 256 Millionen Dollar, obwohl der Umsatz um zwölf Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar einbrach, wie General Electric (GE) am Dienstag mitteilte. GE bremste den Mittelabfluss aus dem Industriegeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zwei Drittel auf 845 Millionen Dollar und damit stärker als von den Analysten erwartet. Culp sprach von “soliden Ergebnissen trotz eines schwierigen Umfelds”. Die Anleger reagierten dennoch enttäuscht: Vorbörslich gab die GE-Aktie um 2,8 Prozent nach, da Investoren auf eine Anhebung der Prognosen gesetzt hatten.

“Wir gehen zusehends in die Offensive und nutzen Chancen in der Energiewende, der Präzisions-Medizintechnik und der Zukunft des Fliegens”, sagte Culp. Die Medizintechnik-Sparte löste das Triebwerks-Geschäft mit einem operativen Ergebnis von knapp 700 Millionen Dollar sogar als größten Gewinnbringer ab, obwohl auch sie Umsatz- und Gewinneinbußen verzeichnete. Das Geschäft mit Flugzeugtriebwerken lahmt wegen der Corona-Pandemie weiter. Hier ging der Auftragseingang um mehr als ein Viertel, der operative Gewinn sogar um mehr als ein Drittel zurück. Der Umsatz lag mit fünf Milliarden Dollar unter den Erwartungen von Analysten.

Für das Gesamtjahr geht GE weiter von kleinen einstelligen Zuwachsraten im Industriegeschäft aus, der Gewinn je Aktie soll 15 bis 25 Cent erreichen. Nach den ersten drei Monaten – dem üblicherweise schwächsten Quartal – steht GE bei drei Cent je Aktie. Der Free Cashflow aus dem Industriegeschäft soll zum Jahresende 2,5 bis 4,5 Milliarden Dollar erreichen.

Culp hatte die Bilanz zuletzt mit dem geplanten Verkauf des Flugzeugleasing-Geschäfts entlastet. Die Nummer zwei auf diesem Markt, GE Capital Aviation Services (Gecas), soll für mehr als 30 Milliarden Dollar an die Nummer eins, die irische AerCap, gehen. Gecas ist in den Quartalszahlen nicht mehr enthalten. Mit dem Verkauf macht GE aber einen Verlust von 2,8 Milliarden Dollar. Rund 300 Millionen Dollar schreibt GE zudem auf sein polnisches Fremdwährungs-Hypotheken-Portfolio ab, das abgewickelt wird.