Deutsche Telekom geht auf Polkadot zu

Neue Infrastruktur dank Polkadot

Die digitale Innovationstochter der Deutschen Telekom, T-Systems Multimedia Solutions (MMS), ist bei der Unterstützung der Blockchain-Technologie kein Problem. Das Telekommunikationsunternehmen ist bereits tief in den Bereich vorgedrungen, indem es Infrastrukturunterstützung (sowie die Teilnahme an) der Proof-of-Stake (PoS)-Konsensmechanismen des Blockchain-Orakeldienstes Chainlink bereitstellt; Flow vom Non-fungible Token (NFT)-Pionier Dapper Labs; und Celo, ein Mobile-First-Zahlungsnetzwerk.

Mit dem Einstieg in Polkadot geht die Innovationsabteilung der Deutschen jedoch noch einen Schritt weiter: T-Systems wird nicht nur den Nutzern, die Assets auf Polkadot abstecken, eine Node-Running-Infrastruktur zur Verfügung stellen, sondern das Unternehmen hat auch einen „bedeutenden“ Schatz der nativen Kryptowährung von Polkadot erworben. DOT, in eigenem Namen zu investieren, was die Integration einer Krypto-Geschäftsfunktion in das Buchhaltungssystem des Telekommunikationsunternehmens beinhaltete.

Polkadot wird zwar die vierte Blockchain sein, mit der die Deutsche Telekom arbeitet, aber es ist das erste Netzwerk, das T-Systems für den Betrieb der Infrastruktur evaluiert und von Anfang an auf dem Radar des Unternehmens war. Daher werde T-Systems mehrere private und öffentliche Validatoren für das Polkadot-Netzwerk betreiben.

„Wie zuvor bei Celo investieren wir auch in DOT-Token, um an der Governance des Netzwerks teilnehmen zu können, und setzen unser Geld im Wesentlichen dort ein, wo wir unseren Infrastrukturfall unterstützen“, sagte Leiter des Blockchain Solutions Centers der Deutschen Telekom in einem Interview mit CoinDesk . „Der Hauptunterschied besteht jetzt darin, dass dies kein Venture Capital oder Innovationsbudget mehr ist. Wir tun dies von unserer Geschäftseinheit aus. Das ist also wirklich ein Business Case für uns geworden. Ich muss sagen, ich bin wirklich stolz, dass wir das tun.“

Polkadot Chart

Die neuen Parachains

T-Systems musste vielleicht ein oder zwei Jahre warten, bis Polkadot betriebsbereit war, aber der Zeitpunkt für diesen kühnen Schritt ist genau richtig: Am Wochenende gingen die ersten „Parachains“ des Netzwerks live.

Derzeit stehen dezentrale Finanzanwendungen (DeFi), Stablecoins und Ethereum-Kompatibilitätsprotokolle im Mittelpunkt der „Layer 1“-Netzwerke, die auf der „Layer 0“, also Polkadot, verankert sind. Layer 1 bezieht sich auf Blockchains, die unabhängig von anderen Blockchains laufen – im Gegensatz zu „Layer 2“-Systemen, die darauf abzielen, Transaktionen auf bestehenden Blockchains wie Ethereum zu beschleunigen.

In Bezug auf Anwendungsfälle, die T-Systems identifizieren könnte, wurde auf die Anfänge der Enterprise-Blockchain, als die Deutsche Telekom dem Linux-nahen Hyperledger-Stall der Permissioned Ledgers beitrat, verwiesen.

Börsen im Rückwärtsgang – EZB-Sitzung wirft Schatten voraus

Diesseits des Atlantiks sorgten die nahenden geldpolitischen Beratungen der Europäischen Zentralbank (EZB) für zusätzliche Unruhe. Eine Kombination aus hohen Erwartungen, hohen Bewertungen und einer schwächelnden Konjunktur machten weitere Aktienkäufe unattraktiv, sagte Jeffrey Carbone, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Cornerstone.

Dax und EuroStoxx50 fielen am Dienstag um jeweils rund ein halbes Prozent auf 15.843,09 beziehungsweise 4226,05 Punkte. An der Wall Street büßte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,7 Prozent ein.

TAPERN ODER NICHT TAPERN – DAS IST HIER DIE FRAGE

Bei der EZB-Sitzung am Donnerstag drehe sich alles um Signale für eine Reduzierung der Wertpapierkäufe (Tapering), sagte Andrea Cicione, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses TS Lombard. Sollten sich die Währungshüter für eine Drosselung des Notfall-Ankaufprogramms PEPP entscheiden, würden Investoren nach Hinweisen suchen, dass im Gegenzug andere Ankaufprogramme aufgestockt werden.

Die jüngsten Konjunkturdaten wie der enttäuschende ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Börsenprofis widerspiegelt, machten der EZB-Führung die Entscheidung nicht einfacher, warf Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank, ein. “Die Knappheit vieler Produkte und gestiegene Agrarpreise lassen die mittelfristigen Inflationsrisiken steigen, gleichzeitig kühlt sich die Konjunktur ab.”

Am Bondmarkt rechneten Anleger mit einer nachlassenden Notenbank-Nachfrage und trennten sich von europäischen Staatsanleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf ein Zwei-Monats-Hoch von minus 0,313 Prozent. Die steigenden Renditen dämpften die Attraktivität von Gold, das keine Zinsen abwerfe, sagte Analyst Ole Hansen von der Saxo Bank. Das Edelmetall verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 1798 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

SOFTBANK STÖSST ZUM “TEAM TELEKOM”

Bei den Unternehmen rückte die Deutsche Telekom ins Rampenlicht. Der Konzern tauscht mit dem japanischen Technologie-Investor Softbank eigene Aktien in Anteile von T-Mobile. Der Deal sei vorteilhaft für die Telekom, da sie die Papiere des US-Mobilfunkers mit einem deutlichen Abschlag im Vergleich zum Schlusskurs vom Montag erhalte, konstatierte Analyst Ulrich Rathe von der Investmentbank Jefferies.

Gleichzeitig verkauft der Bonner Konzern sein gemeinsam mit Tele2 gehaltenes Niederlande-Geschäft für 5,1 Milliarden Euro an Finanzinvestoren. Dies sei mehr als erwartet, kommentierte Analyst Javier Correonero vom Research-Haus Morningstar. Die Einnahmen will die Telekom unter anderem dafür nutzen, um die Beteiligung an T-Mobile auf insgesamt 48,4 Prozent zu erhöhen. Längerfristiges Ziel ist den Angaben zufolge die Mehrheit.

Die Aktien der Telekom konnten ihre anfänglichen Gewinne von bis zu drei Prozent allerdings nicht halten und schlossen kaum verändert bei 17,91 Euro. Tele2-Titel stiegen in Stockholm zunächst auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 136,20 Schwedischen Kronen, rutschten anschließend aber 0,6 Prozent ins Minus. T-Mobile gewannen an der Wall Street 0,2 Prozent.

In Amsterdam reagierten die Papiere von KPN mit einem Kursplus von 4,3 Prozent auf den Verkauf von T-Mobile NL. Anleger seien erleichtert, dass der Mobilfunker entgegen früheren Medienberichten nicht an den indischen Konzern Reliance geht, sagten Börsianer. Dieser hätte voraussichtlich den Wettbewerbsdruck erhöht.

 

Softbank stößt zum Team Telekom – Mehrheit bei T-Mobile US rückt näher

Die Japaner – bekannt für ihre Beteiligungen an Firmen wie Uber oder Alibaba – steigen mit einem Anteil von 4,5 Prozent zum größten Einzelaktionär des Bonner Dax-Konzerns nach dem Bund auf. Im Tausch erhält die Telekom 45 Millionen T-Mobile-US-Aktien. Zugleich verkauft der Konzern seine Tochter T-Mobile Netherlands für rund fünf Milliarden Euro, um mit einem Teil der Einnahmen weitere 20 Millionen Anteilsscheine an T-Mobile US zu kaufen. Mit den Deals kommt die Telekom auf 48,4 Prozent an dem US-Mobilfunkanbieter und damit ihrem Ziel, die Mehrheit zu erreichen, einen großen Schritt näher.

“Das ist ein großartiger Tag für die Telekom und Softbank”, sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges am Dienstag. Die beiden Konzerne gingen eine strategische Partnerschaft ein: Die Japaner investieren in den Finanzarm der Telekom. Zudem sollen die mehr als 300 Portfolio-Unternehmen des Technologieinvestors – darunter das Fintech Revolut und der Fahrdienstanbieter Tier – Zugang zu den rund 240 Millionen Telekom-Kunden in Europa und den USA erhalten, um neue Möglichkeiten für Geschäfte aufzutun.

Am Aktienmarkt sorgte das Geflecht aus Transaktionen für einigen Beifall: Das Telekom-Papier legte gut ein Prozent auf mehr als 18 Euro zu. Das lag aber immer noch unter dem Preis, den Softbank bereit war zu zahlen. “Es gibt gewaltiges Potenzial für die Telekom-Aktie”, begründete der für den Deal verantwortliche Softbank-Manager Marcelo Claure seine Zuversicht. “Das ist eine Win-Win-Win-Situation”, sagte der frühere Sprint-Chef, der nun in den Aufsichtsrat der Bonner einziehen soll. Konkret gibt die Telekom 225 Millionen neue eigene Aktien an SoftBank mit einer Bewertung von 20 Euro je Aktie aus und erhält im Gegenzug rund 45 Millionen T-Mobile-US-Aktien zum Preis von durchschnittlich 118 Dollar je Aktie. Der Investor Softbank ist auch am gleichnamigen japanischen Telekomriesen Softbank beteiligt.

TELEKOM VERKAUFT NIEDERLANDE-TOCHTER AN FINANZINVESTOREN

Bisher hält die Telekom 43,2 Prozent an der US-Tochter, die sich im vergangenen Jahr mit dem kleineren Konkurrenten Sprint zusammengeschlossen hat, der bis dahin Softbank gehörte. Aufgrund einer Stimmrechtsvereinbarung kann die Telekom den US-Mobilfunker derzeit in der Bilanz konsolidieren und profitiert somit vom rasanten Wachstum auf der anderen Seite des Atlantiks. Telekom-Chef Höttges hatte seinen Aktionären erst im Mai erklärt, Ziel sei es, die 50-Prozent-Marke zu überschreiten, um langfristig das Sagen zu haben. Die Erhöhung auf 48,4 Prozent kostet die Telekom nun rund sieben Milliarden Dollar. Damit sei man schon “sehr nah” dran an der Mehrheit, sagte Höttges. Allein durch die geplanten Aktienrückkäufe von T-Mobile US werde der Anteil der Telekom weiter steigen. Außerdem könne der Konzern weitere Aktien über den Markt zukaufen.

Neben dem Aktientausch mit Softbank zieht sich die Telekom endgültig aus den Niederlanden zurück und verkauft ihr zusammen mit Tele2 gehaltenes Geschäft an ein Konsortium mit den Finanzinvestoren Apax und Warburg Pincus – dem Arbeitgeber des früheren Telekom-Chefs Rene Obermann. T-Mobile Netherlands wird dabei mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. Bei Vollzug der Transaktion erhält die Deutsche Telekom rund 3,8 Milliarden Euro. Ursprünglich wollte sich die Telekom bereits 2015 von dem Niederlande-Geschäft trennen, hatte dann die Sparte aber mit dem Zukauf der niederländischen Tele2 gestärkt.

Höttges muss bei seinen Deals stets auch den immensen Schuldenberg im Blick behalten, der durch den teuren Netzausbau und Sprint-Zukauf auf rund 130 Milliarden Euro angewachsen ist. Der Niederlande-Verkauf wie auch der Aktientausch sorgen ihm zufolge nun “für finanzielle Flexibilität”. Diese soll dabei helfen, zwei weitere offene Flanken zu schließen. Im kommenden Jahr will er eine Lösung für die Funkturm-Sparte präsentieren und innerhalb der nächsten zwölf Monate auch über die Zukunft der Beteiligung am britischen Mobilfunker BT entscheiden.

Höttges bestätigte den mittelfristigen Finanzausblick und die Dividendenpläne.

 

Altice Group wird größter Aktionär bei Telekomunikations-Konzern BT

Eine Übernahme sei nicht geplant, erklärte Altice am Donnerstag, dessen Paket einen Wert von rund 2,2 Milliarden Euro hat. BT wertete den Einstieg als Unterstützung seines Managements und seiner Strategie. Die Deutsche Telekom ist nach Refinitiv-Daten mit 12,06 Prozent zweitgrößter Einzelaktionär bei BT. Die Bonner wollten sich nicht dazu äußern, ob sie ihren BT-Anteil an Altice verkauft haben.

Die Altice-Tochter SFR Group ist in Frankreich die Nummer Zwei hinter Orange. BT ist in Großbritannien der führende Breitband- und Mobilfunk-Betreiber. Der Konzern will in den kommenden Jahren sein Geschäft weiter ausbauen und sucht Partner für die Finanzierung. An der Börse legte die BT-Aktie zeitweise rund drei Prozent zu.

 

Deutsche Telekom will Mehrheit an T-Mobile US und mehr Gewinn

Ziel sei es, mehr als 50 Prozent an der US-Tochter zu halten, teilte der Bonner Dax-Konzern am Donnerstag in der Präsentation zu Beginn der Kapitalmarkttage mit. “Dem haben wir uns verpflichtet”, sagte Firmenchef Tim Höttges. Für die kommenden Jahre strebt die Telekom nun ein Plus beim bereinigten Betriebsergebnis (EbitdaAL) zwischen drei und fünf Prozent an. Bisher stellte die Telekom bei vergleichbarer Konzernstruktur ein jährliches Plus von zwei bis vier Prozent in Aussicht. Am Aktienmarkt kamen die Pläne gut an. Das Papier lag am Nachmittag 1,9 Prozent im Plus.

“Wir schalten einen Gang hoch”, sagte Höttges. “Wir wollen die starke Entwicklung der vergangenen Jahre noch übertreffen.” Zuletzt hatte vor allem das nach dem Zusammenschluss mit dem kleineren Konkurrenten Sprint florierende US-Geschäft den Konzern angeschoben. Das bereinigte Betriebsergebnis war im vergangenen Jahr um fast 42 Prozent auf 35 Milliarden Euro gesprungen und soll dieses Jahr um fast sechs Prozent klettern. Den Umsatz wollen die Bonner jährlich weiter zwischen ein und zwei Prozent steigern. Angeschoben durch T-Mobile US kletterten die Erlöse 2020 um ein Viertel auf 101 Milliarden Euro und waren damit erstmals dreistellig.

MEHRHEIT AN T-MOBILE US ANGESTREBT

Aktuell hält die Telekom rund 44 Prozent an der US-Tochter, die sich im vergangenen Jahr mit dem kleineren Konkurrenten Sprint zusammengeschlossen hat, und kann sie aufgrund einer Stimmrechtsvereinbarung in der Bilanz konsolidieren. Mit dem japanischen T-Mobile-US-Aktionär Softbank, dem Sprint früher gehörte, wurde eine Kaufoption über 101 Millionen T-Mobile-Aktien geschlossen, die bis Juli 2024 ausgeübt werden kann. Bis dahin unterliegt Softbank einer Verkaufssperre bei ihrer Beteiligung an dem US-Mobilfunker von noch rund acht Prozent. Höttges machte klar, dass er zu “attraktiven Konditionen” zuschlagen will.

DIVIDENDE BLEIBT AN ERGEBNIS JE AKTIE GEKNÜPFT

Die Dividende von Europas größtem Telekomkonzern richtet sich auch weiterhin nach der Entwicklung des bereinigten Ergebnisses je Aktie. Dieser Wert solle bis 2024 auf mehr als 1,75 Euro je Aktie steigen von 1,20 Euro im vergangenen Jahr, kündigte das Unternehmen an. Davon sollen dann 40 bis 60 Prozent ausgeschüttet werden. Von einem Dividendenwachstum profitiert vor allem der Bund, der weiterhin größter Einzelaktionär ist und knapp 32 Prozent hält. Die Ausschüttung soll weiterhin mindestens 60 Cent je Aktie betragen, die auch für das abgelaufene Jahr gezahlt werden.

Offen lässt die Telekom weiterhin, wie sie genau mit ihrem Funkturmgeschäft und mit T-Mobile Netherlands verfährt. Immer wieder gibt es Spekulationen über Verkäufe, die offenbar auch nicht vom Tisch sind. “Ich bin offen für jede Option”, sagte Höttges, der damit rechnet, bald mehr sagen zu können. “Wir sind ein Königsmacher. Mit uns kann jemand wirklich einen Gewinner kreieren.”

 

Deutsche Telekom stellt Funkturmsparte in das Schaufenster

“Wir sind ein Königsmacher”, sagte Firmenchef Tim Höttges in seiner Präsentation zum Start der Kapitalmarkttage am Donnerstag. “Mit uns kann jemand wirklich einen Gewinner kreieren.”

Durch die beschleunigte Digitalisierung und den kostspieligen 5G-Aufbau ist Bewegung in den Markt mit Funkmasten gekommen. Die Vodafone-Tochter Vantage Towers ist im März auf das Frankfurter Parkett gegangen, zudem stemmten Cellnex und American Tower große Deals. Aus dem jüngsten Quartalsbericht geht hervor, dass der Bonner Dax-Konzern inzwischen auch Masten aus Österreich verwaltet und insgesamt auf 42.600 Standorte kommt. Im ersten Quartal kam die Deutsche-Telekom-Sparte auf ein bereinigtes Betriebsergebnis von 169 Millionen Euro.

 

Anleger vor US-Inflation auf der Hut – Coba und Bayer heben ab

Der Dax kam am Mittwoch trotz einer Welle von teils deutlich besser als erwartet ausgefallenen Firmenbilanzen nur schwer vom Fleck und notierte am Mittag 0,2 Prozent höher bei 15.155 Punkten. Der EuroStoxx50 trat bei 3949 Punkten auf der Stelle.

Investoren spekulieren, dass steigende Rohstoffpreise und wachsender Inflationsdruck in den USA zu früheren Zinserhöhungen und höheren Anleiherenditen weltweit führen könnten. Analysten rechnen bei den Inflationsdaten am Nachmittag (MESZ) im Schnitt für April mit einer Teuerungsrate von 3,6 Prozent im Jahresvergleich. Im Vormonat hatte der Wert bei 2,6 Prozent gelegen. Steigt die Inflation stärker als von der US-Notenbank erwartet ist Experten zufolge fraglich, ob sie noch längere Zeit an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten kann.

Für die Aktienmärkte sei der Zinsanstieg ein giftiger Cocktail, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. “Die Verkaufsbereitschaft hat deutlich zugenommen.” Steigende Zinsen erhöhen unter anderem die Finanzierungskosten für die Unternehmen.

ANLEIHERENDITEN GEBEN NACH – KUPFER WEITER IM AUFWIND

An den Anleihemärkten gingen die Renditen nach dem jüngsten Anstieg zurück. Die Verzinsung der zehnjährigen Bundespapiere fiel um rund einen Basispunkt auf minus 0,17 Prozent, nachdem sie am Dienstag auf den höchsten Stand seit März vergangenen Jahres geklettert war. Die US-Treasuries rentierten mit 1,617 Prozent ebenfalls leicht unter ihrem Vortagesniveau. Analysten zufolge schichteten einige Anleger ihr Geld aus hoch bewerteten Aktiensegmenten um, was den Renditerückgang bei den Anleihen erkläre.

Am Markt für Industriemetalle blieben die Konjunkturoptimisten am Ruder. Kupfer verteuerte sich um bis zu 1,5 Prozent auf 10.620 Dollar je Tonne und blieb auf Tuchfühlung mit dem jüngsten Rekordhoch.

Der Ölpreis blieb unterstützt von der Hoffnung auf eine baldige Nachfrageerholung. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 68,99 Dollar je Fass. Die Internationale Energieagentur (IEA) verstärkte den Optimismus der Investoren mit ihrer jüngsten Markteinschätzung: “Das erwartete Angebotswachstum für den Rest des Jahres entspricht bei weitem nicht unserer Prognose für eine deutlich stärkere Nachfrage über das zweite Quartal hinaus.”

STARKER JAHRESAUFTAKT BEI BAYER UND COBA

Bei der Commerzbank bejubelten Anleger einen starken Jahresauftakt. Die Aktien schossen um 7,5 Prozent nach oben. Die zweitgrößte Privatbank Deutschlands kehrte überraschend in die schwarzen Zahlen zurück und blickt optimistischer nach vorne. Papiere von Bayer standen mit einem Kursplus von 3,9 Prozent an der Dax-Spitze. Vor allem dank des Agrargeschäftes habe der Umsatz im Quartal vier Prozent über den durchschnittlichen Analystenerwartungen gelegen, hieß es bei Credit Suisse. Obwohl die Jahresprognose nicht angehoben worden sei, sollten die Aktien von den starken Quartalszahlen profitieren, fassten die Analysten von JP Morgan zusammen.

Eine angehobene Prognose von Deutsche Telekom kam ebenfalls gut an. Die Aktien kletterten um 2,2 Prozent. Der Telekomkonzern habe zum Jahresstart Stärke bewiesen, urteilten die Analysten von Jefferies. Das stimme für die mittelfristigen Aussichten optimistisch.

In London stiegen die Aktien von Diageo mehr als drei Prozent. Der weltgrößte Spirituosenhersteller mit Marken wie Johnnie Walker oder Smirnoff rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem organischen Wachstum des Betriebsgewinns von mindestens 14 Prozent und kommt mit seinem Aktienrückkaufprogramm weiter voran.

 

US-Geschäft schiebt Deutsche Telekom an – Prognose etwas erhöht

Es werde nun mit einem bereinigten Betriebsergebnis ohne Leasingaufwendungen (Ebitda AL) von mehr als 37 Milliarden Euro gerechnet, teilte der Bonner Dax-Konzern am Mittwoch mit. Bisher hatte Europas größter Telekomkonzern rund 37 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, was einem Plus von etwa 5,7 Prozent zu 2020 entsprechen würde. “Wir halten das Tempo und setzen unsere Wachstumsstory fort”, sagte Finanzvorstand Christian Illek.

Im ersten Quartal legte das bereinigte Betriebsergebnis um 41,3 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zu. Dazu trug vor allem die Übernahme des kleineren Konkurrenten Sprint durch T-Mobile US bei, die seit April 2020 auch die Bonner anschiebt. Der Umsatz der Deutschen Telekom kletterte von Januar bis März um fast ein Drittel auf 26,4 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro geknackt. Das bereinigte Betriebsergebnis und die Erlöse lagen deutlich über den Erwartungen von Analysten.

Seit mehreren Quartalen investiert die Deutsche Telekom stark in den 5G-Netzaufbau und den Glasfaserausbau. Allein im ersten Quartal nahm das Unternehmen 4,3 Milliarden Euro in die Hand und damit fast 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Inzwischen beläuft sich die Zahl der glasfaserbasierten Anschlüsse auf 16,3 Millionen, was einem Plus von 1,5 Millionen entspricht.

Trotz anhaltender Auswirkungen der Corona-Krise auf das Großkundengeschäft T-Systems berappelt sich die Sparte langsam. Dennoch dauert die bereits 2018 gestartete und mit dem Abbau Tausender Stellen einhergehende Neuausrichtung der Telekom-Sparte an. Der Auftragseingang blieb stabil, während der Umsatz um 4,4 Prozent auf eine Milliarde Euro sank. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte allerdings 3,3 Prozent auf 62 Millionen Euro. Mit den Folgen der Corona-Krise – vor allem fehlenden Roaming-Einnahmen durch ausbleibende Reisen – kämpfte auch das Europa-Geschäft. Bereinigt legte der Umsatz trotzdem 0,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu.

Offen ist weiterhin, wie die Telekom mit ihrem Funkturmgeschäft verfährt, dass nun auch Masten aus Österreich verwaltet und insgesamt auf 42.600 Standorte kommt. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte um 7,2 Prozent auf 169 Millionen Euro. Im Februar hatte Illek gesagt, Partnerschaften wie auch ein Börsengang seien möglich. Durch die beschleunigte Digitalisierung und den kostspieligen 5G-Aufbau ist zuletzt viel Bewegung in den Markt gekommen. Konkurrent Vantage Towers ist seit März börsennotiert.