Zinssorgen und Ukraine-Konflikt belasten Europas Börsen

Frankfurt (Reuters) – Die Furcht vor einer raschen Zinswende in den USA und einem eskalierenden Russland-Ukraine-Konflikt hat die Börsen am Freitag nach unten gezogen.

Der Dax fiel am Nachmittag um 2,2 Prozent auf 15.561 Zähler, der EuroStoxx50 gab 1,9 Prozent auf 4216 Punkte nach. Auch an der Wall Street zeichneten sich vorbörslich deutliche Verluste ab. Mittlerweile rechnen Börsianer nicht nur damit, dass die US-Notenbank Fed an den Zinsschrauben dreht, sondern auch schneller, als bislang angenommen. Dafür wird die Fed in der kommenden Woche Experten zufolge den Grundstein legen.

“Es gibt viele Spekulationen – vier, fünf, sechs US-Zinserhöhungen in diesem Jahr, eine Erhöhung um 50 Basispunkte im März – was die zugrunde liegende Angst der Märkte genährt hat”, sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. “Wir dürfen die Dominoeffekte der USA auf die globalen Märkte niemals unterschätzen, und Europa steht mit der Omikron-Variante und der Energiekrise vor eigenen Herausforderungen”, sagte Erlam.

Darüber hinaus waren die Verbraucherpreise in der Eurozone im Dezember in einem Rekordtempo gestiegen, angetrieben durch einen Anstieg der Energiepreise und Engpässe in der Lieferkette. Die EZB ist mit Blick auf den Inflationsausblick intern uneins. Wie aus den Protokollen der Zinssitzung vom Dezember hervorgeht, kreiste die Diskussion darum, ob sich die Inflation länger als erwartet halten könnte. Die Risikoscheu der Anleger drückte auch den Kurs der Kryptowährung Bitcoin, die rund sieben Prozent auf 38.462 Dollar nachgab.

SICHERE HÄFEN GEFRAGT

Investoren griffen angesichts der politischen Spannungen zwischen der Ukraine und Russland zu Bundesanleihen. Die Kurse der gern als sicherer Hafen angesteuerten Titel stiegen, im Gegenzug fiel die Rendite mit minus 0,064 Prozent auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Anleger warfen hingegen russische und ukrainische Staatsanleihen aus den Depots. Der Moskauer Aktienindex RTS rutschte um zwei Prozent ab.

“Die Spannungen nehmen zu und Experten erwarten eine Verschärfung der Krise durch Gewalt”, sagt Christian Henke vom Broker IG. Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen, weist den Vorwurf aber zurück, eine Invasion in die ehemalige Sowjetrepublik vorzubereiten. US-Außenminister Antony Blinken und der russische Außenminister Sergej Lawrow wollen nach ersten Beratungen weiter im Gespräch bleiben.

NEUER RÜCKSCHLAG FÜR WINDKRAFT-TOCHTER VON SIEMENS ENERGY

Im Dax brachen Siemens Energy um bis zu 15,7 Prozent ein und steuerten damit auf ihren bislang größten Tagesverlust zu. Mit 19,35 Euro markierten sie den tiefsten Stand seit November 2020. Der Energietechnik-Konzern muss wegen anhaltender Probleme der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa erneut Abstriche an den Prognosen machen. Die Papiere von Siemens Gamesa sackten in Madrid um bis zu 16,2 Prozent ab. Die Papiere der Rivalen Nordex und Vestas büßten bis zu 7,5 Prozent ein.

Der trübe Ausblick des Streaming-Anbieters Netflix sorgte ebenfalls für lange Gesichter. Netflix rechnet nur mit 2,5 Millionen Neukunden von Januar bis März, was weniger als die Hälfte dessen ist, was sich Analysten erhofft hatten. Vorbörslich notierten die Titel rund 20 Prozent im Minus. Auch andere Aktien der US-Unterhaltungsbranche wie Walt Disney mussten Federn lassen. Im Sog dessen fielen auch die schwedische Nordic Entertainment um rund acht Prozent. Die Citi-Analysten prognostizierten, der Ausblick werde Spekulationen schüren, ob der Markt für abonnierbare Video-Dienste zu schwächeln beginne.

Dow Jones Index – Alarmbereitschaft!

Derzeit sind wieder einmal die Short-orientierten Anleger am Ruder. Denn mit Erreichen des neuen Allzeithochs von in der Spitze 36.952 USD stellte sich ein direkter Abverkauf ein. Die Kurse purzelten innerhalb kürzester Zeit zum wiederholten Male in die Kurszone um etwa 34.800 USD. Damit wird abermals der langfristig relevante GD200 auf die Probe gestellt. Wie auf dem Schaubild hervorragend zu erkennen ist, konnte dieser Indikator seine Relevanz schon mehrfach unter Beweis stellen.

Dow Jones Index – kleine Trendwende muss unbedingt her

Jetzt kommt es darauf an – die Bullen müssen zwangsläufig eine Trendwende auf dem gleitenden Durchschnitt initiieren, um ihn weiterhin bullish zu halten. Falls es den Bären vom Dow Jones Index gelingen sollte, die Kurse in Richtung 34.000 USD zu drücken, so besteht höchste Alarmbereitschaft. Denn wenn auch noch diese markante Unterstützung fällt, so ist der Weg Richtung Süden förmlich frei.

Fazit – aufgrund der übergeordnet aufwärts gerichteten Trendsituation liegt der Vorteil aktuell noch aufseiten der Bullen. Dennoch ist im Augenblick Alarmstufe Rot gegeben. Die Lage scheint mehr und mehr nach Süden zu drehen.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Dow Jones Index (D1)

Dow Jones Index Prognose
Dow Jones Index | Chart von fxempire

Das ist eine Trendanalyse (D1) für den Dow Jones Index!

Macd Oszillator: Bei dem beliebten Indikator wird nun analysiert, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Auch wird geschaut, ob der Macd über null tendiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind nur 3 positiv. Insofern ist das als bärisch zu bezeichnen.

Gleitende Durchschnitte: Hierbei wird analysiert, ob bei dem Dow Jones Index die GDs steigend sind. Ein Aufwärtstrend wird durch steigende GDs gekennzeichnet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nur die Hälfte steigend. Das überzeugt nicht besonders. Hier muss definitiv mehr kommen!

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes wird geschaut, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 3 positiv. Bullisch ist definitiv etwas anderes.

Die Auswertung der Trendanalyse

21.01.2022: Was zeigt die Gesamtauswertung auf? Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 11 als positiv zu bezeichnen. Das sind nur 36.67 %. Demzufolge wird der Status hier auf „Bärisch“ gesetzt. Von daher ist es clever, mit dem Einstieg in den Dow Jones Index zu warten, bis die Analyse ein positives Ergebnis bringt.

 

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Firmenbilanzen halten Börsen im Plus – Inflationssorgen bremsen

Frankfurt (Reuters) – Nach den Kursverlusten der beiden vergangenen Wochen tasten sich weitere Anleger an die europäischen Aktienmärkte zurück.

“Trotz der schwelenden Sorgen um steigende Zinsen und den Abzug von Liquidität richten sie ihre Aufmerksamkeit vorübergehend auf die Firmenbilanzen”, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Gestützt auf ermutigende Zahlen einiger Konzerne legten Dax und EuroStoxx50 am Donnerstag jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 15.912,33 beziehungsweise 4297,60 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones rückte 1,2 Prozent vor.

Ohnehin seien die Inflationsängste überzogen, warnte Portfoliomanager Dickie Hodges von der Investmentbank Nomura. “Wir sind nach wie vor der Meinung, dass sich die Inflation von den derzeitigen Niveaus aus abschwächen wird, aber das wird seine Zeit brauchen.” Die US-Notenbank Fed werde die Zinsen nur behutsam anheben.

Davon sei die Europäische Zentralbank (EZB) noch meilenweit entfernt, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. “Sie scheint taub für die Inflationsschreie.” Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im Dezember gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24,2 Prozent, so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung 1949. EZB-Chefin Christine Lagarde erteilte einer raschen Zinswende dennoch eine Absage. Sie rechne ebenfalls mit einem Rückgang der Inflation.

Vor diesem Hintergrund griffen Investoren wieder bei Bundesanleihen zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,022 Prozent. Am Mittwoch hatte sie sich erstmals seit fast drei Jahren wieder ins Plus vorgearbeitet.

ZINSSENKUNG IN CHINA TREIBT INDUSTRIEMETALL-PREISE

Unterdessen setzte die chinesische Notenbank einige Referenzzinsen für Kredite herunter, um einer Abkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft entgegenzuwirken. Die Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage aus diesem wichtigen Abnehmerland verhalf Kupfer zu einem Kursplus von 1,6 Prozent auf 9999 Dollar je Tonne. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Nickel erreichte mit 24.435 Dollar ein Zehneinhalb-Jahres-Hoch und das in Lebensmittel-Dosen eingesetzte Zinn war mit 44.180 Dollar zeitweise so teuer wie nie. Börsianern zufolge lieferten hier Angebotsengpässe zusätzlichen Rückenwind.

Gefragt war auch Palladium, das sich um 2,3 Prozent auf 2047 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte. Auslöser der Rally seien die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Russland sei schließlich ein wichtiger Palladium-Lieferant. “Ein Exportstopp des für die Automobilindustrie so wichtigen Rohstoffes könnte wohl nicht aufgefangen werden.”

Aus Furcht vor einem russischen Einmarsch in die Ukraine warfen Investoren Staatsanleihen der beiden Parteien aus ihren Depots. Dies trieb die Renditen der bis 2025 laufenden ukrainischen Bonds auf 11,839 Prozent und diejengen der bis 2047 laufenden russischen Titel auf 4,518 Prozent. Der Warschauer Index auf ukrainische Aktien fiel auf ein Acht-Monats-Tief von 580,38 Punkten.

LIEFERPROBLEME PERLEN AN PUMA AB

Am deutschen Aktienmarkt legten die Titel von Puma dagegen dank eines Rekordergebnisses 1,2 Prozent zu. “Die Zahlen waren top, da gibt es nichts auszusetzen”, sagte ein Händler. Ein Wermutstropfen sei allerdings der Verzicht auf einen Ausblick.

An der Wall Street stiegen die Papiere von Travelers um bis zu 5,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 169,01 Dollar. Starke Erträge aus Investitionen bescherten dem Versicherer einen Quartalsgewinn von 5,20 Dollar je Aktie, etwa 50 Prozent mehr als erwartet.

Inflationssorgen bremsen Europas Börsen – Bilanzen stützen

Frankfurt (Reuters) – Hin- und hergerissen zwischen Inflationssorgen und der Hoffnung auf gute Firmengewinne sind Europas Anleger am Donnerstag in Deckung gegangen.

Dax und EuroStoxx50 notierten am Vormittag jeweils 0,2 Prozent tiefer bei 15.785 und 4258 Punkten. Die bevorstehende Zinswende in den USA, eine weiter steigende Inflation und ein schwelender Russland-Ukraine-Konflikt bereiteten den Anlegern Probleme, sagte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus RoboMarkets.

Die als Vorläufer für die Entwicklung der Inflation geltenden Produzentenpreise waren in Deutschland im Dezember mit 24,2 Prozent so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1949. “Haupttreiber bleiben die Energiepreise, wo sich insbesondere Strom und Gas noch einmal deutlich verteuert haben”, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist eine rasche Zinswende dennoch kein Thema. Die EZB müsse geldpolitisch nicht so aggressiv vorgehen, wie es die US-Notenbank Fed voraussichtlich tun werde, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde. Sie gehe davon aus, dass sich die Preise 2022 stabilisierten und es schrittweise zu einem Rückgang komme. Börsianer rechnen mittlerweile angesichts des Preisauftriebs mit einer viel schnelleren Straffung in den USA als noch vor einem Monat angenommen. Aufmerksam werden Investoren auch den Zinsentscheid der türkischen Zentralbank verfolgen. Diese hatte die Geldpolitik in den vergangenen Monaten trotz anziehender Inflation mehrfach gelockert.

METALLPREISE STEIGEN NACH ZINSSENKUNG IN CHINA

Auch in China senkte die Zentralbank wegen einer drohenden Abkühlung der Konjunktur in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft einen wichtigen Schlüsselzinssatz. In Erwartung weiterer geldpolitischer Lockerungen im größten Stahlerzeugerland kletterten die Eisenerz-Preise an den Rohstoffbörsen. Der Mai-Kontrakt gewann 1,3 Prozent auf 742 Yuan je Tonne. “Wir betrachten die Zinssenkungen dieser Woche als einen vorbeugenden Schritt, um eine Wachstumserholung im Jahr 2022 voranzutreiben”, sagte Vivek Dhar, Rohstoffanalyst der Commonwealth Bank of Australia. Auch die Preise für Industriemetalle wie Nickel und Palladium zogen kräftig an.

Am Anleihemarkt griffen Investoren zaghaft wieder zu. Nachdem die Bundesanleihe am Mittwoch erstmals seit fast drei Jahren wieder über null Prozent gelegen hatte, rentierte sie bei minus 0,019 Prozent.

LIEFERPROBLEME PERLEN AN PUMA AB

Am Aktienmarkt waren die Papiere von Puma zeitweise stark gefragt. Die hohe Nachfrage nach seinen Produkten bescherten dem Sportartikelhersteller Rekordergebnisse. Die Aktie, die seit September im deutschen Leitindex notiert ist, stieg zeitweise um mehr als vier Prozent, bröckelte dann aber auf ein Plus von noch 1,2 Prozent ab. “Die Zahlen waren top, da gibt es nichts auszusetzen”, sagte ein Händler. “Dass jetzt noch kein Ausblick gegeben wurde, könnte bei einigen für Unsicherheit sorgen.”

Die Papiere von Alstom kletterten zeitweise um 3,5 Prozent. Der französische Zughersteller machte in Europa gute Geschäfte im dritten Quartal und steigerte seinen Umsatz. Auch der britische Essenslieferdienst Deliveroo profitierte von einer gestiegenen Nachfrage. Die Aktien verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Die Zinsen gehen durch die Decke und der DOW schmiert ab

Kursrutsch im DOW bringt einen Abwärtstrend ins Rollen

Tickmill-Analyse: DOW JONES im Tageschart

Das Aktienindices in Konkurrenz zu den Renditen am Zinsmarkt stehen ist kein Geheimnis. Doch was steigende Zinsen mit den Kursen anstellen können, haben viel Trader seit der Lehmann-Pleite im Jahr 2008 nicht mehr erlebt. Denn seit diesem Zeitpunkte war der Zinsmarkt auf Grund der Niedrigzinspolitik keine wirkliche Alternative zum Aktienmarkt.

Doch das scheint sich nun zu ändern. Ein Zeichen dafür ist das sehr sensible Verhalten im DOW bei den gestrigen Zinsbewegungen. Die 2-jährigen US-Anleihen sind über die Marke von 1% geklettert, die 10-jahreszinsen haben die Marke von 1,85 % überschritten und der DOW verliert zur Markteröffnung um 15:30 Uhr direkt einmal 500 Punkte. Doch es kommt noch dicker. Durch den Kursrutsch unter die Marke von 35.640 Punkten ist im Tageschart ein Abwärtstrend entstanden, der nun das Potential zum Test des Tiefs vom 20. Dezember bei 34.646 Punkten in sich trägt.

Nächstes Kursziel 35.000 Punkte

Tickmill-Analyse: DOW JONES im 4-Stundenchart

Der massive Abverkauf am alten Zwischentief bringt aus charttechnischer Sicht nun tatsächlich zunächst deutlich tiefere Notierungen auf die Agenda. Dem oben genannten Zwischentief vom Dezember ist noch das kleine Verlaufstief bei 35.040 Punkten vorgelagert.

Stößt dieses Level bereits auf neues Kaufinteresse, könnte ein Rebound – je nach Ausmaß – für eine Erholung über das Ausbruchslevel bei 35.640 Punkten in die untergeordneten Zwischenhochs bei 36.023 Punkten bzw. 36.237 Punkten führen. Geht der Abverkauf jedoch ungebremst weiter, bieten die tieferen Drehpunkte bei 34.260 Punkten und 33.943 Punkten Orientierung.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

Tickmill’s LIVE-Besprechung: Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Behalten Sie börsentäglich die wichtigsten Fakten rund um starke Trends im Blick und verpassen Sie keine Gelegenheit. Melden Sie sich jetzt für die LIVE-Besprechung der täglichen Trading-Ideen um 8:30 Uhr bei Tickmill unter https://www.tickmill.eu/de/education/webinars/93017117289/1610091000000 an.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl

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70 Jahre, um den kommenden Marktwahnsinn wettzumachen?

Mitten im Marktwahnsinn gibt es kein Risiko, weil Wahnsinnige die Risiken weder sehen noch fürchten. Doch 2022 wird sich mehr um Risiko und Überleben drehen als um alles andere. Deswegen werde ich hier natürlich viel mehr über den „Triumph des Überlebens“ schreiben, über den ich detaillierter in einem kürzlich erschienenen Artikel schrieb.

„Wenn das Leben selber verrückt scheint, wer soll dann noch wissen, wo der Wahnsinn liegt?“ – Don Quichotte

Aus Risikosicht werden wir im Jahr 2022 wahrscheinlich den Höhepunkt erreichen – einen epischen Risikomoment in der Geschichte. Die meisten Investoren werden diesen Moment erst dann erkennen, wenn es schon zu spät ist, weil sie erwarten, dass sie abermals von der Fed und anderen Zentralbanken gerettet werden.

Doch warum sollte man überhaupt davon ausgehen, dass 2022 ganz anders werden wird als jedes andere Jahr seit 2009, also seit Beginn dieses Bullenmarktes? Wenige Investoren sind abergläubisch und werden deswegen nicht erkennen, dass 13 spektakuläre Jahre an Aktien- und anderen Vermögensmärkten vielleicht jetzt das Ende einer epischen Super-Bubble markieren.

Die Große Finanzkrise (GFK) von 2006-09 wurde nie repariert. Zentralbanker und Regierungen klebten Humpty einfach provisorisch mit Leim und Pflaster wieder zusammen – hier in Form vieler gedruckter Billionen Dollar, Euro, Yen, etc. Doch der arme Humpty war tödlich verletzt und die Intensivbehandlung, die er bekam, bescherte ihm nur eine vorübergehende Gnadenfrist.

Als die GFK 2006 begann, lag die globale Verschuldung bei 120 Billionen $. Heute sind wir bei 300 Bill. $, welche potentiell noch auf 3 Billiarden $ ansteigen werden, wenn am Ende auch die Schulden- und Derivateblase erst explodiert und dann implodiert, wie ich in meinem letzten Artikel erklärt hatte.

Es ist verblüffend, was aus der Luft gegriffenes Falschgeld alles schaffen kann. Noch besser ist natürlich, dass die Zentralbanken auch die Zinssätze auf NULL oder niedriger manipuliert haben, was nur heißt, dass Schulden zum Null- oder Negativzins aufgenommen werden konnten.

INVESTOREN HABEN DAS SCHLARAFFENLAND ENDLICH GEFUNDEN

Aktuell denken Investoren, sie lebten im Schlaraffenland, wo Märkte nur steigen und sie selbst in ewiger Glückseligkeit leben werden. Nur wenige begreifen, dass es der Anstieg der globalen Verschuldung um 180 Bill. $ seit 2006 war, der die Investmentmärkte befeuerte.

Schauen Sie sich nur die Anstiege der Aktienindizes seit 2008 an:

Nasdaq: 16 x so hoch

S&P: 7 x so hoch

Dow: 6 x so hoch

Natürlich wurden noch viel spektakulärere Gewinne an den Aktienmärkten gemacht, wie z.B:

Tesla mit einer Ver-352-fachung oder Apple mit einer Ver-62-fachung.

Diese Art von Gewinnen hat sehr wenig mit fachkundigem Investieren zu tun, sondern in erster Linie mit einer Herde, die mehr Geld als Verstand hat und durch kostenlos geschöpftes Papiergeld zudem noch den nötigen Rückenwind.

Das Ende langlaufender Bullenmärkte zu prognostizieren, ist idiotisch. Nichts kann diese Bubble davon abhalten, sogar noch größer zu werden. Man darf aber auch Folgendes nicht vergessen: Je größer sie wird, desto höher steigt auch das Risiko, dass sie nicht nur die seit 2009 gemachten Gewinne auslöscht, sondern auch die seit Anfang der 1980er gemachten Gewinne (damals begann der aktuelle Bullenmarkt).

Zudem gibt es das Problem, dass die Mehrheit der Investoren gar nicht aussteigen wird können. Am Anfang werden sie noch glauben, dass hier wieder mal eine größere Korrektur kommt – wie schon 2020, 2007, 2000, 1987 etc. Es wird also die Gier sein, die sie vom Ausstieg abhält.

Wenn die Kurse aber weiter fallen und sich Angst breit macht, werden die Investoren höhere Limits für den geplanten Ausstieg ansetzen. Und wenn der Markt diese Stände nicht mehr erreicht, werden die verängstigten Investoren weiter Ausstiegslimits setzten, die nie erreicht werden – solange bis der Markt, 80-95 % vom Hoch entfernt, seine Talsohle erreicht.

Folglich werden Papiervermögen ausgelöscht. Man darf nicht vergessen, dass es schmerzlich lange dauern kann, bis sich der Markt erholt und dieses Hoch effektiv wieder erreicht hat.

Wie Ray Dalio im Chart unten zeigt, war selbst Mitte der 1960er das Hoch von 1929 effektiv nicht wieder erreicht. In den 2000ern wurde es schließlich übertroffen.

Das heißt: Die Erholung brauchte effektiv 70 Jahre! Vielleicht müssen Anleger also bis 2090 warten, um nach dem kommenden Fall die heutigen Hochs wiederzusehen.

Im Chart sieht man also, dass der Markt derzeit so überbewertet ist wie in den Jahren 1929, 1972 und 2000.

Daraus folgt, dass auch das Risiko heute so groß ist wie bei einigen der historischen Tops der letzten 100 Jahre.

ERHOLUNG VON DER EPISCHEN BUBBLE NICHT VOR 2090?

Im Chart unten sieht man, dass das Dow-Top von 1929 effektiv erst wieder im Jahr 2000 erreicht wurde.

Wie viele Investoren sind heute vorbereitet auf das Risiko eines Kursverfalls von, sagen wir, 90 %, der vielleicht erst im Jahr 2090 wieder wettgemacht wäre?

Auch hier wieder: Dies ist keine Prognose! Sondern eine monumentale Warnung, dass sich das Risiko an den Anlagemärkten aktuell auf einem Niveau bewegt, das man als Anleger unbedingt meiden sollte.

Ich fürchte leider, dass kaum ein Investor diese Risikowarnung beherzigen wird.

DON QUICHOTTE HÄTTE „WOKENESS“ BEKÄMPFT

Während die Welt mehr denn je vom Staat unterdrückt und kontrolliert wird, könnte Cervantes Botschaft in Don Quichotte passender nicht sein.

Ich bin ziemlich überzeugt, dass Don Quichotte gegen die „Wokeness“ gekämpft hätte, die heute nicht nur zur Richtlinie menschlichen Verhaltens geworden ist, sondern sogar zur Richtlinie der Justiz.

Ein britisches Gericht sprach letzte Woche vier Menschen frei, denen vorgeworfen wurde, die Statue einer historischen Person – eines großen Wohltäters der Stadt Bristol – niedergerissen zu haben. Richtig, diese Person verdiente im späten 17. Jh. Geld mit dem Sklavenhandel, doch wie weit soll die Umschreibung der Geschichte gehen?

Mit der heute „woken“ Sicht auf Geschichte müsste praktisch jeder historische König, Kaiser, Staatsführer, General oder Geschäftsmann (um nur einige zu nennen) vor Gericht gestellt werden, selbst wenn von ihnen keiner mehr lebt.

Nur als Beispiel: Großbritannien, Frankreich und Spanien waren alle Teil der Eroberung Nordamerikas, bei der große Teile der indianischen Bevölkerung umgebracht und ihres Landes beraubt wurden. Wenn wir jetzt die Geschichte umschreiben, müssten wir dann nicht auch die Europäer und Afrikaner aus Nordamerika herausholen und das Land den Indianern zurückgeben?

Dasselbe gilt natürlich auch für Südamerika. Die Spanier und die Portugiesen müssten alle zurückkehren und das Land zurückgeben.

Wo hören wir aber auf? Eigentlich müssten wir zurück bis zur Han-Dynastie, den Römern, den Mongolen, den Ottomanen, Spaniern, Russen oder zum Britischen Empire.

Warum sollte man es beim Sklavenhandel in Afrika belassen, wenn auch all diese Imperien große Landmassen plünderten, Sklaven nahmen und die Reichtümer jener Ländern stahlen, die sie überfielen. In einer „woken“ und fairen Welt müssten auch diese Taten rückgängig gemacht werden.

Wenn die Welt sich entscheidet, die Geschichte umzuschreiben, dann muss das richtig gemacht werden – mit richtig großen Restitutionen. Natürlich muss es eine UN-Kommission geben und eine EU-Kommission und noch viele andere, die sich der Sache angemessen annehmen.

Wie Don Quichotte meinte: „Wer soll hier noch wissen, wo der Wahnsinn liegt.“

DER WAHN DES BILLIGEN GELDES

Der absolute Marktwahnsinn, der jetzt in der Finanzwelt herrscht, dürfte größte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft im Jahr 2022 und darüber hinaus haben.

Wie häufig angemerkt, haben die USA seit 1930 keinen Haushaltsüberschuss mehr gehabt, mit Ausnahme einiger Jahre in den 1940er und 50ern. Die Clinton-Überschüsse waren Scheinüberschüsse, weil die Schulden trotzdem weiter stiegen.

Der Geld- und Marktwahnsinn begann aber schon in den 1970er Jahren, nachdem US-Präsident Nixon finanziell nicht mehr über die Runden kam und die Goldkonvertierung des US-Dollars aufhob. Die US-Staatsverschuldung lag 1971 bei 400 Mrd. $. Seither sind die Schulden der USA im Durchschnitt um 9 % pro Jahr gewachsen. Das bedeutet, dass sich die US-Schulden seit 1971 alle 8 Jahre verdoppelt haben. Man kann tatsächlich 90 Jahre zurückblicken und feststellen, dass sich die US-Verschuldung seit 1931 alle 8,3 Jahre verdoppelt hat.

Ein ganzes Jahrhundert lang Misswirtschaft in der US-Ökonomie – ein bemerkenswerter Rekord!

Die USA haben ein Imperium auf unkonventionellem Weg aufgebaut, also nicht durch Eroberung anderer Länder. Es war die Kombination aus Reservewährung, Geldschöpfung und starker militärischer Macht, die den USA zu globaler Macht und einem Weltfinanzimperium verholfen hat.

Schlimmer noch: Seit einem sinistren schlauen Coup von Privatbankern im Jahr 1913, mit dem Ziel, die Geldschöpfung zu kontrollieren, ist die US-Staatsverschuldung von 1 Milliarde $ auf fast 30 Billionen $ angestiegen.

Wie Mayer Amschel Rothschild treffend im Jahr 1838 meinte:

„Lasst mich das Geld einer Nation begeben und kontrollieren und es kümmert mich nicht, wer hier die Gesetze macht.“

Und genau das beschlossen einige mächtige Banker sowie ein Senator 1910 auf Jekyll Island; sie verschworen sich, um das Geldsystem der USA mit der Gründung der Federal Reserve im Jahr 1913 zu übernehmen.

Und seither bedienen sich die Banker an einem Honigtopf, der sich selbst füllt.

Mit der Kontrolle der Fed konnten die Banker auf unbegrenztes Geld- und Kreditangebot zugreifen, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Sie setzten diese Mittel ein, um überall auf der Welt Vermögensanlagen zu erwerben, und auch Macht. Schulden werden, wie allgemein üblich heute, niemals zurückgezahlt, weil alten Schulden durch Neuschuldenaufnahme unwichtig werden, während die Währung aufgrund der Ausgabe von neuem Geld kontinuierlich abwertet.

Die emittierten Schulden wurden nicht nur zum direkten finanziellen Nutzen der Banker eingesetzt. Nein, mit Schulden kauft man sich enorme Macht. Mittels Geldschöpfung werden auch verschwenderische Regierungen finanziert, und so kaufen Banker Macht und kontrollieren auch die Politik.

Das ist eine ganz fantastische Position, wie Rothschild vor fast 200 Jahren deutlich machte.

ICH KOMME IN EINE WELT AUS EISEN, UM EINE WELT AUS GOLD ZU SCHAFFEN – Don Quichotte

Das war das ehrgeizige Ziel Don Quichottes.

Er schaffte es nicht. Die heutigen Banker haben jedoch ein völlig anderes Ziel, sie wollen eine Welt aus Fiat-Geld schaffen. Und dabei waren und sind sie unerhört erfolgreich.

Alle Investoren, die das kommende globale Wirtschaftsdebakel überleben wollen, müssen Don Quichottes Worte beherzigen und ihre Papieranlagen in physisches Gold verwandeln.

Aktien, Anleihen und Immobilien werden in den kommenden Jahren effektiv 90 % ihres Wertes gegenüber Gold verlieren.

Wie man im Chart unten sehen kann, startete Gold 2001 in seine Hausse gegenüber dem US-Dollar. Seither ist Gold jedes Jahr gestiegen (2018 war ein Seitwärtsjahr) – bis 2021, als wir eine kleine Korrektur hatten. In der Regel dauern die Aufwärtszyklen beim Gold mindestens 10 Jahre. Das heißt also, dass die aktuelle Phase des Goldbullenmarkts mindestens bis 2026 anhalten müsste und potentiell darüber hinaus.

Ich mache regelmäßig darauf aufmerksam, dass Gold im Verhältnis zum US-Geldangebot aktuell extrem billig ist.

Gold ist heute so billig wie 1970 bei 35 $ und auch so billig wie 2000 bei 290 $.

Das Aufwärtspotential für Gold liegt bei einem Vielfachen der heutigen Kurse, gerade weil sich die Währungsentwertung aufgrund rapide steigender Geldschöpfung beschleunigen wird.

Gold ist der König des Vermögensschutzes und sollte in physischer Form außerhalb des Bankensystems gehalten werden.

Silber wird wahrscheinlich 2- bis 3-mal so schnell steigen wie Gold und ist daher eine fantastische Spekulationsanlage, so lange sie in physischer Form gehalten wird. Papier-Silber bringt hingegen massive Risiken mit sich, weil praktisch kein physisches Silber verfügbar ist. Doch aufgrund der Volatilität von Silber sollte der Silberanteil an den Finanzanlagen von Investoren deutlich geringer sein als der Anteil von Gold.

Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: 2022 könnte das Jahr sein, in dem sich Investorenvermögen in Asche verwandeln oder aber, für kluge Investoren, in solide Gewinne bei Gold und Silber.

 

www.goldswitzerland.com

Europas Börsen im Plus – Milliarden-Poker um Glaxo-Sparte

Frankfurt (Reuters) – Nach den jüngsten Kursverlusten kehren Anleger in die europäischen Aktienmärkte zurück.

Gemischte Konjunkturdaten aus China und fehlende Impulse aus den USA hielten sie allerdings von größeren Käufen ab. Dax und EuroStoxx50 stiegen am Montag um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 15.939 beziehungsweise 4295 Punkte. Die Handelsumsätze blieben dabei unterdurchschnittlich, weil die Wall Street wegen eines US-Feiertags geschlossen war. An solchen Tagen lehnen sich europäische Investoren nur ungern aus dem Fenster.

Die chinesische Wirtschaft wuchs 2021 um 8,1 Prozent und damit etwas stärker als erwartet. Das sei aber nur optisch beeindruckend, warnte NordLB-Analyst Bernd Krampen. Es drohe eine Abkühlung der Konjunktur. “Eine restriktivere Kreditvergabe setzt den Immobilienmarkt unter Druck, steigende Rohstoffpreise sorgen für Schließungen ganzer Unternehmen wie auch die Zero-Covid-Politik immer wieder zu scharfen Lockdown-Maßnahmen führt.”

Vor diesem Hintergrund senkte die chinesische Zentralbank überraschend einen mittelfristigen Schlüsselzins für Kredite an einige Finanzfirmen. Die Begründung dieses Schrittes mit der Pandemie und der schwächelnden Binnennachfrage sollte westliche Notenbanker aufhorchen lassen, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Gerade letzteres dürfte das Thema Stagflation wieder auf die Tagesordnung bringen.” Dieser Begriff steht für wirtschaftliche Stagnation bei steigender Inflation.

ÖLPREIS ZIEHT AN – OPEC KOMMT MIT LIEFERUNG NICHT NACH

Ein erneuter Anstieg der Ölpreise hielt den Teuerungsdruck hoch. Die Sorte Brent aus der Nordsee rückte zeitweise 0,8 Prozent vor und war mit 86,71 Dollar je Barrel (159 Liter) so teuer wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. “Das Angebot der Opec+-Staaten reicht nicht aus, um die starke weltweite Nachfrage zu befriedigen”, sagte Analyst Toshitaka Tazawa vom Brokerhaus Fujitomi. Einige Exportstaaten haben wegen maroder Förderanlagen Probleme, ihre Förderquoten zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund stieg der Index für die europäische Öl- und Gasbranche um bis zu 0,8 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 304,84 Punkten.

Daneben machte die Ukraine-Krise Investoren nervös, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Eine unfassende Invasion durch Russland würde die Börsen natürlich auf Talfahrt schicken. “Aber würde es die Aktien langfristig belasten? Das ist wenig wahrscheinlich.” Russische und ukrainische Anleihen flogen bereits jetzt aus den Depots. Dies trieb deren Renditen auf den höchsten Stand seit dem Corona-Börsencrash im Frühjahr 2020. Gleiches galt für die jeweiligen Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Anleger gegen Zahlungsausfälle absichern können.

SILTRONIC AUF TALFAHRT – GLAXO IM AUFWIND

Am deutschen Aktienmarkt verbuchte Siltronic mit einem Minus von bis zu elf Prozent den größten Kursrutsch seit fast zwei Jahren. Dem Chipindustrie-Zulieferer zufolge droht die 4,35 Milliarden Euro schwere Übernahme durch den taiwanischen Rivalen GlobalWafers am Widerstand der Bundesregierung zu scheitern. Dessen Titel gaben in Taipeh 2,2 Prozent nach. Die Papiere des Siltronic-Großaktionärs Wacker Chemie büßten 0,6 Prozent ein.

In London gewannen die Aktien von GlaxoSmithKline dagegen bis zu sechs Prozent und notierten mit 1737 Pence so hoch wie zuletzt vor etwa eineinhalb Jahren. Börsianern zufolge könnte der “Domestos”-Anbieter Unilever seine umgerechnet 60 Milliarden Euro schwere Offerte für die Konsumgüter-Sparte des Pharmakonzerns auf bis zu 72 Milliarden Euro nachbessern. Unilever-Papiere fielen um bis zu 7,3 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 3650 Pence.

Europas Börsen im Sinkflug – US-Bilanzen helfen nicht

Frankfurt (Reuters) – Durchwachsene Geschäftszahlen von US-Banken zu Beginn der Bilanzsaison haben Europas Anleger am Freitag verstimmt.

Dax und EuroStoxx50 gaben am Nachmittag je 1,1 Prozent auf 15.852 und 4263 Punkten nach. Auch an der Wall Street zeichnete sich eine schwächere Eröffnung ab.

Ein schwächelndes Handelsgeschäft überschattete den – eigentlich höher als erwartet ausgefallenen – Quartalsgewinn von JPMorgan. Die Aktien der Großbank sackten im vorbörslichen US-Geschäft um drei Prozent ab. Der Gewinn der Citigroup brach in den Schlussmonaten des vergangenen Jahres um mehr als ein Viertel ein. Rivale Wells Fargo verbuchte hingegen dank Spartenverkäufen einen Gewinnsprung von 86 Prozent. Die Titel zogen um 2,6 Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 57,40 Dollar an.

16.000ER MARKE IST HOHE HÜRDE FÜR DAX

Vorsichtig stimmten die Anleger die hohen Inflationsraten und die Aussicht auf eine straffere US-Geldpolitik sowie die Omikron-Welle. “Die 16.000 ist im Moment eine verdammt hohe Hürde für den Dax”, sagte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Die Angst, gleich zu Jahresbeginn auf der falschen Seite positioniert zu sein, ist riesig.” Auch die jüngsten US-Konjunkturdaten fielen überwiegend schwächer aus als erwartet. Die Einzelhandelsumsätze sanken im Dezember um 1,9 Prozent. Experten hatten mit Ausgaben auf dem Niveau des Vormonats gerechnet. Im November waren sie noch um 0,3 Prozent gestiegen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Die Furcht vor Versorgungsengpässen und der zuletzt schwächere Dollar trieben die Ölpreise weiter in die Höhe. Das Nordseeöl Brent verteuert sich um bis zu 1,5 Prozent auf 85,75 Dollar je Fass und kostete damit so viel wie seit Ende Oktober nicht mehr. Der Preis für das US-Öl WTI stieg ebenfalls um 1,5 Prozent auf 83,35 Dollar je Barrel und markierte den höchsten Stand seit Mitte November.

GEWINNMITNAHMEN BEI FINANZWERTEN

Aktienanleger nutzen die Veröffentlichung von Geschäftszahlen einiger US-Banken zu Gewinnmitnahmen bei europäischen Instituten. Der heimische Branchenindex, der am Vormittag zeitweise ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 160,17 Punkten erreicht hatte, drehte ins Minus und verlor 0,8 Prozent.

Am deutschen Aktienmarkt notierten SAP nach vorläufigen Geschäftszahlen 1,2 Prozent tiefer. “Die operative Gewinnmarge hat mit dem Umsatzanstieg nicht schrittgehalten”, monierte ein Börsianer. Zudem sei der Ausblick recht zurückhaltend. Die Markterwartung an das Betriebsergebnis liege am oberen Ende der von SAP angepeilten Spanne.

Gefragt waren dagegen die Aktien von Wacker Chemie – die Titel des Spezialchemiekonzerns setzten sich mit einem Plus von 7,8 Prozent an die MDax-Spitze. Wacker Chemie hat den operativen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und die Erwartungen damit deutlich übertroffen. Auch für die Aktie der Deutsche-Bank-Tochter DWS ging es nach einer positiv aufgenommenen Bilanz bergauf.Die Titel legten im SDax 2,6 Prozent zu.

Einen rabenschwarzen Tag erlebten an der Pariser Börse die Anleger des Energieriesen EdF. Der von der französischen Regierung angeordnete Verkauf günstigen Atomstroms an die Konkurrenz brockte dem Konzern mit bis zu 25 Prozent den größten Kurssturz der Firmengeschichte ein. Damit schrumpfte der Börsenwert von EdF zeitweise um mehr als acht Milliarden Euro. Am Nachmittag notierten die Papiere noch fünfzehn Prozent im Minus.

Anleger auf Richtungssuche – US-Bilanzsaison im Blick

Frankfurt (Reuters) – Hin- und hergerissen zwischen Inflationsängsten und der Hoffnung auf sprudelnde Firmengewinne entscheiden sich viele europäische Anleger fürs Nichtstun.

Dax und EuroStoxx50 notierten am frühen Donnerstagnachmittag jeweils kaum verändert bei 16.024 beziehungsweise 4313 Punkten.

“Nach dem Anstieg der Inflation auf den höchsten Stand seit 1982 erwarten Anleger nun mehrheitlich vier US-Zinserhöhungen in diesem Jahr”, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. “Sie ringen aber mit einer entscheidenden Frage: Wie bekommt die Fed den wachsenden Preisdruck in den Griff, ohne die fragile Erholung der Wirtschaft von den Pandemie-Folgen aus der Bahn zu werfen?”

Trotz der Aussicht auf Zinserhöhungen der US-Notenbank gab der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, 0,2 Prozent nach. “Es ist keine so simple Gleichung, dass höhere Zinsen einen steigenden Dollar bedeuten”, sagte Analyst Joseph Capruso von der Commonwealth Bank. Als Weltleitwährung und “sicherer Hafen” verliere er in wirtschaftlichen Aufschwungphasen an Attraktivität.

GROSSBANKEN LÄUTEN US-BILANZSAISON EIN

Frische Kaufimpulse am Aktienmarkt versprächen sich Investoren von der US-Bilanzsaison, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Ein weiterer Anstieg der Unternehmensgewinne gilt als gesetzt.” Am Freitag eröffnen die Großbanken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo den Zahlenreigen.

Gerade für diese Branche verbesserten sich die Zukunftsaussichten, betonte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. “Banken profitieren direkt von steigenden Zinsen in einer prosperierenden Wirtschaft, denn dann verdienen sie mit mehr Krediten mehr Geld.” Daher könne mit einer Fortsetzung der zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung des Sektors gerechnet werden.

Vor diesem Hintergrund stieg der europäische Banken-Index um 0,7 Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 158,92 Punkten. Die Aktien der geannten drei US-Banken rückten im vorbörslichen US-Geschäft um jeweils etwa ein halbes Prozent vor.

TSMC-ZAHLEN GEBEN CHIP-SEKTOR AUFTRIEB

Gefragt waren auch Chip-Werte, die vom Rekordgewinn des weltgrößten Auftragsfertigers TSMC profitierten. Der europäische Branchenindex gewann 1,2 Prozent und die Aktien von Infineon gehörten mit einem Kursplus von 2,8 Prozent zur Spitzengruppe im Dax.

Abwärts ging es dagegen für Geberit. Die Titel des Sanitärtechnik-Anbieters fielen in Zürich trotz eines Rekord-Umsatzwachstums um 3,4 Prozent. Das kräftige Plus dürfte hauptsächlich auf Vorzieheffekte im Vorfeld von Preiserhöhungen zurückzuführen zu sein, kommentierte Analyst Bernd Pomrehn vom Vermögensverwalter Vontobel. Für Enttäuschung sorge außerdem der Verzicht auf einen Ausblick für 2022.

Auch Marks & Spencer und Tesco konnten mit robusten Geschäftszahlen und angehobenen Zielen nicht überzeugen. Ihre Aktien gaben in London 6,2 beziehungsweise 1,7 Prozent nach. Vor allem die Papiere von Marks & Spencer hätten seit Beginn der Pandemie kräftig zugelegt, sagte Analystin Laura Hoy vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. “Da braucht es mehr als einen Stups für die Gewinnprognosen.”

Börsen im Aufwind – “Sieben Prozent Inflation, na und?!”

Frankfurt (Reuters) – Die Aussicht auf eine behutsame Straffung der US-Geldpolitik gibt den europäischen Börsen Auftrieb.

Zusätzlichen Rückenwind erhielten sie von den mit Erleichterung aufgenommenen US-Inflationsdaten. Der Dax stieg am Mittwoch um 0,4 Prozent auf 16.010,32 Punkte und der EuroStoxx50 um 0,8 Prozent auf 4315,09 Zähler. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,1 Prozent vor. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel dagegen um 0,6 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 95,087 Zählern.

Die US-Verbraucherpreise stiegen wie erwartet im Dezember um sieben Prozent zum Vorjahreszeitraum. “Sieben Prozent Inflation, na und?!”, fragte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. “Mit den Daten wurden lediglich die Erwartungen des Marktes bestätigt, dass die US-Notenbank demnächst die Zinsen erhöhen wird.”

Vor diesem Hintergrund griffen Investoren auch bei Staatsanleihen wieder zu. Dies drückte die Renditen der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf plus 1,736 beziehungsweise minus 0,057 Prozent.

Mut mache Börsianern zudem die Nominierungsanhörung von Jerome Powell vor dem US-Senat, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. “Der Fed-Chef bestätigte zwar erneut, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Inflation in den Griff bekommen zu wollen, dabei aber dann vielleicht doch nicht so schnell vorzugehen, wie noch aus dem Sitzungsprotokoll zu Beginn des Jahres von den Anlegern herausgelesen wurde.”

NICKEL AUF 10-JAHRES-HOCH

Am Rohstoffmarkt setzte Nickel seinen Höhenflug fort. Das Industriemetall legte zeitweise 4,4 Prozent zu und war mit 22.745 Dollar je Tonne so teuer wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren. Die Lagerbestände haben sich in den vergangenen fünf Monaten halbiert und sind so niedrig wie zuletzt vor rund zwei Jahren. Grund hierfür sei der Elektroauto-Boom, sagt Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. “Denn Batterien mit einem hohen Nickelanteil werden nach wie vor von den Autoherstellern präferiert.”

Im Windschatten erreichte das für Lebensmitteldosen benötigte Zinn ein Rekordhoch von 41.490 Dollar je Tonne. Kupfer stieg um 3,2 Prozent auf 10.026 Dollar. Vor diesem Hintergrund erreichte der Index für die europäische Bergbau-Branche zeitweise ein Elf-Jahres-Hoch von 656,65 Punkten.

Dank der schwindenden Angst vor einem Rückschlag für die Weltwirtschaft durch die Omikron-Variante des Coronavirus deckten sich Investoren auch mit Rohöl ein. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 84,72 Dollar je Barrel (159 Liter). “Omikron ist jetzt die Geschichte von gestern”, sagte Luca Paolini, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Pictet. Der Index für die europäische Öl- und Gasbranche stieg um bis zu 2,5 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 300,15 Punkten.

TEAMVIEWER ÜBERZEUGT MIT ZAHLEN – OCUGEN IM AUFWIND

Am deutschen Aktienmarkt sorgte Teamviewer mit einem Kursplus von fast 1,5 Prozent für Aufsehen. Das ist der zweitgrößte Tagesgewinn der Firmengeschichte. Das Quartalsergebnis der Softwarefirma habe zwar die Erwartungen übertroffen, schrieb DZ Bank-Analyst Armin Kremser. “Andererseits sehen wir die positive Entwicklung nicht als wirkliche Überraschung an, da der Vorstand nach der Gewinnwarnung den neuen Ausblick extrem konservativ gestaltet hatte.”

Zulegen konnten auch die Papiere von Ocugen, die sich an der Wall Street um bis zu 11,5 Prozent verteuerten. Dem Entwicklungspartner Bharat Biotech zufolge neutralisiert eine Auffrischungsimpfung mit dem Coronavirus-Vakzin der beiden Pharmafirmen sowohl die Delta- als auch die Omikron-Variante. Das Serum hat eine Notfall-Zulassung der Weltgesundheitsorganisation WHO.