Dollar-Illiquidität? Ignorierter Funke der nächsten Krise

Und diese Jahre sind inzwischen gekommen.

In einer Welt, die von gedruckten Währungen und expandierenden Geldangeboten regelrecht geflutet ist, sollte eine Dollar-Illiquidität eigentlich kaum vorstellbar sein.

 

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Allerdings stimmen meine damaligen Warnungen mit den heutigen Entwicklungen überein: Die Federal Reserve wird deutlich mehr Geld drucken müssen!

Mit anderen Worten: Die heutigen Falken werden wieder einmal die Tauben von morgen sein.

Warum?

Weil es damals wie heute einfach nicht genügend liquide Dollars gibt, um die fantastische Bandbreite an nuancierter wie komplexer Dollar-Nachfrage zu bedienen. In den USA selbst als auch an den globalen Märkten.

Erstes Beben: 2019 – der Repo-Markt kriselt

Egon von Greyerz und ich haben häufig auf Folgendes hingewiesen: Die ersten deutliche Hinweise auf derartige Gefahren am geldarmen (d.h. illiquiden) Repo-Markt zeigten sich im September 2019.

Im Grunde war es ein neonfarbenes Blinksignal, das langfristig Probleme ankündigte. Und es hatte nichts mit COVID zu tun…

Im Herbst 2019 hatten sich informierte Investoren durch die Berge an konfusen Details und Störgeräuschen zu einer Panik gewühlt, die im September am US-Repo-Markt stattgefunden hatte, also an einem Markt, der ansonsten ein offenes Betrugsprogramm war [weil z.B. Privatbanken die Einlagen staatlich gegründeter Finanzdienstleistungsunternehmen (Government Sponsored Entities, GSE) hebeln und dafür garantierte Auszahlungen von Vater Staat bekommen, für die wiederum der US-Steuerzahler aufkommt].

Trotz aller Störgeräusche, und ungeachtet der Tatsache, dass diese Krise von den ansonsten Teenager-schlauen Finanzleitmedien komplett ignoriert (und auch vorsätzlich heruntergespielt) wurde, ging es bei der ganzen Repo-Angelegenheit schlicht und ergreifend um Folgendes: Die verfügbaren Dollars reichten nicht mehr aus, um weiterhin alles (d.h. auch die Banken) am Laufen zu halten.

In Reaktion darauf druckte die damalige Federal Reserve (von 2019) mehr Dollars und flutete die betreffenden Repo-Schächte mittels einer 1,5-Billionen $ starken Roll-Over-Fazilität.

Und das war erst der Anfang…

Unterm Strich gilt zumindest: Es gibt nichts, was sich nicht vorübergehend mit einem Gelddrucker lösen ließe.

Leider war diese klaffende Wunde im Repo-Markt kein Einzelereignis, sondern vielmehr Symptom eines deutlich größeren und systemischen Problems, das auch für die Krise von 2008 verantwortlich gewesen war: nicht ausreichende Dollarmengen.

Schlimmer noch: Auch in der nächsten Finanzkrise wird diese Dollar-Illiquidität der Schlüsselfaktor sein.

Zweites Beben: Der verkannte Eurodollar-Markt

Diese durchsickernde Liquiditätskrise hat viel mit dem Eurodollar-Markt zu tun, einem wenig beachteten, kleinen Winkel der globalen Finanzsinkgrube, den kaum ein Investor wirklich versteht.

Denn schließlich gelten die Federal Reserve und das US-Finanzministerium weiterhin als die offiziellen Hüter des US-Geldangebots.

Viele Investoren sind immer noch der Annahme, dass diese Institutionen wissen, was sie tun und dass sie „Kontrolle“ über ihre Angelegenheiten haben.

Wenn das bloß stimmen würde…

In Wahrheit ist die Federal Reserve in Fragen der US-Dollarliquidität zunehmend dysfunktional und in die Enge gedrängt.

Warum?

Weil die Fed tatsächlich nicht das Angebot an US-Dollars kontrolliert; größere Macht haben hier die von den Medien ignorierten Eurodollar-Märkte.

DIE tickende Zeitbombe

So gut wie niemand versteht dieses Eurodollar-“Ding“. Kaum jemand hat es auf dem Schirm, und dennoch ist es eine tickende Zeitbombe.

Was also ist diese tickende Zeitbombe, mit der sich fast niemand öffentlich beschäftigt?

Welches stille Gift lauert unter unserem nationalen und globalen Marktsystem, das niemand im Eccles Building, dem Weißen Haus oder dem US-Finanzministerium bespricht oder gar in seiner ganzen Tragweite versteht?

Wie das Eurodollar-System in aller Stille die US- und Weltmärkte zerstört

Einfach ausgedrückt, ist ein Eurodollar nur ein US-Dollar, der irgendwo (und nicht allein in der Eurozone) außerhalb der USA deponiert ist.

Soweit so einfach.

In diesem Sinne vergeben also ausländische Banken (d.h. keine US-Banken) wie SocGen oder Deutsche Bank einfache, saubere und direkte Darlehen an ausländische Unternehmen; die Darlehen sind in besagten „Euro“-Dollars denominiert, sprich US-Dollars, die im Ausland gehalten werden.

Allerdings bleibt nichts, was Großbanken tun, sehr lange einfach, sauber oder direkt.

Banker können einfach nicht anders, wenn es um Hebel, kurzfristige Profite und langfristige Verzerrungen geht. Und auf den Eurodollar trifft das ganz besonders zu.

Verzerrungen: eine kurze historische Einordnung

In der Tat fließen schon seit Mitte der 1950er Jahren verstärkt Eurodollars um die Welt.

Allerdings erfinden Banken (und Banker) ständige neue clevere Methoden, um einfache Eurodollar-Transaktionen komplexer zu gestalten. Denn hinter gewollter Eurodollar-Komplexität lassen sich recht einfach die verschiedensten Formen gierbefriedigender und vermögengenerierender Systeme verbergen.

Das heißt insbesondere: Anstatt im Ausland die US-Dollars (sprich Eurodollars) zur einfachen, sauberen und direkten Kreditvergabe einzusetzen – welche sich in den Aktiva/Passiva-Bilanzspalten ausländischer Banken auch leicht nachvollziehen und regulieren lässt –, üben sich diese ausländischen Banker seit einigen Jahrzehnten in einem immer kreativeren Umgang mit ihren Eurodollars. Und kreativer heißt hier nur: immer toxischer und immer unkontrollierter.

Anstatt die Eurodollars nur zur direkten Kreditvergabe von Bank „X“ an Gläubiger „Y“ einzusetzen, nutzen ausländische Finanzgruppen den Eurodollar verstärkt in komplexen Kreditgeschäften im Interbankenmarkt, bei großangelegten Geschäften mit Swaps und Terminkontrakten sowie bei gehebelten Derivatetransaktionen.

Auf den Punkt gebracht, bedeutet das wieder: Hier ist noch mehr Derivategift im Spiel (und auch extremes Bankenrisiko).

Fed verliert Kontrolle über den eigenen Dollar

Diese erschlagend komplexen Eurodollar-Transaktionen haben wie extreme Dollar-Multiplikatoren gewirkt, die sich außerhalb der Reichweite oder Kontrolle von Aufsichtsbehörden wie der Federal Reserve befinden und im Grunde heute als unendlich großes, gehebeltes Vielfaches weiterexistieren.

Als US-Banken wie Bear Sterns oder Lehman Brothers, um zwei Beispiele zu nennen, damals US-Dollars im Verhältnis von 60:1 im Landminensektor für Subprime-Derivate hebelten, gab es ein Problem.

Ein großes Problem. Sie erinnern sich?

Leider müssen wir heute mitansehen (auch wenn die Medien es ignorieren), dass im unregulierten Eurodollar-Markt US-Dollar-Hebelverhältnisse herrschen, die viel, viel, viel höher sind. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet erscheint Bear Stearns von 2008 dagegen leider wie ein Kinderspiel.

Unterm Strich heißt das grundsätzlich nur Folgendes: Die tatsächlichen US-Dollarmengen, die in ausländischen Eurodollar-Schattenbankentransaktionen existieren, übersteigen jene Mengen, mit denen die Federal Reserve rechnet, in absolut inakzeptabler Weise. Und noch wichtiger: Hier geht es um US-Dollarmengen, die völlig inakzeptabel über dem liegen, was selbst die Fed noch kontrollieren kann.

Wie kann es überhaupt eine Dollar-Knappheit geben?

Moment mal, wird der Leser jetzt vielleicht einwenden: Matt, eben warnst du noch davor, dass es nicht genügend Dollars gibt, und dann sagst du, dass die umlaufenden Dollarmengen durch solche Eurodollar-Systeme dramatisch angewachsen (d.h. gehebelt worden) sind.

Wie kommt das jetzt?

Ok, ich werde es jetzt erklären!

Also: Auch wenn die Vielzahl komplexer Derivate-Geschäfte in Eurodollar dessen Gesamtmenge erhöht, so ist diese Menge zugleich in derart facettenreicher illiquider Konfusion zerlegt und gebunden, dass die tatsächlich umlaufende Dollarmenge letztendlich sogar deutlich niedriger ausfällt.

Verrückt aber wahr.

Während Powell in den USA mit Zinssatzanpassungen, erhöhter Geldschöpfung oder Tapering herumdoktert, um anscheinend Menge und Preis des US-Dollars „kontrollieren“ zu wollen, kämpft er hier praktisch gegen Windmühlen – oder spielt Schach, während Rom brennt.

Aktuell treiben (und blockieren) im überkomplexen internationalen Banken- und Eurodollar-Derivatesystem unkontrollierbare/ unregulierte US-Dollar-Verbindlichkeiten in Billionenhöhe.

Leider ist dieses System derart vernetzt und verflochten sowie komplexitätstheoretisch unzugänglich, dass die Lösung dieses Eurodollar-Finanzknotens mit all seinen Gegenparteikomplexitäten der Lösung der Knoten von 1.000.000.000 Fliegenfischern gleichzeitig entspräche.

Mit anderen Worten: ein Ding der Unmöglichkeit.

Da nun so viele US-Dollars (die als „Eurodollars“ unterwegs sein sollten) in zahllosen unregulierten Bankenprogrammen und Derivateinstrumenten feststecken, ist auch die Gesamtmenge an überhaupt verfügbaren US-Dollar zum Teil untrennbar fest in all diese toxischen „Knoten“ eingebunden.

Folglich sind einfach weniger Dollars verfügbar für ihren Einsatz (also auch Notfalleinsatz) in den überhebelten/ hochriskanten Märkten von heute. Und vornehme Leute bezeichnen das gerne auch als „Liquiditätsproblem“.

Auch wenn die Subprime-Hypotheken als Verursacher der Großen Finanzkrise von 2008 zu recht im Zentrum der Aufmerksamkeit standen, hier ein kleines Geheimnis direkt aus dem Inneren der Wall Street:

Die Subprime-Instrumente waren quasi der „Patient Null“ des 2008er Desasters. Der echte Killer von 2008 war aber die Dollar-Illiquidität. Denn große Teile dieser Liquidität hingen einfach in den gordischen Eurodollar-Knoten fest, welche aber kaum jemand versteht, diskutiert oder zu kontrollieren weiß.

Kurz: Auch heute gibt es eine ähnliche tickende Zeitbombe. Eine Eurodollar-Zeitbombe.

Die Eurodollar-Liquiditätskrise entschärfen?

Wie lässt sich diese ignorierte und verkannte Zeitbombe jetzt aber entschärfen?

Nun, selbst der Großvater der Verschuldung, John Maynard Keynes hatte dahingehend 1944 gewarnt, 2011 dann der Chef der chinesischen Zentralbank, im Sommer 2019 schließlich auch Mark Carney, Vorstand der Bank of England, während eines Treffens im kleinen Fed-Rückzugsort für Banker in Jackson Hole.

Doch welche Option hatte der Chef der englischen Zentralbank vorzuschlagen?

Ganz einfach: Wir müssen den US-Dollar als Weltreservewährung durch eine neutrale, elektronische Währung ersetzen, so dass internationale Zahlungen mithilfe eines neuen, frei schwankenden Systems, welches den Dollar ersetzt, abgewickelt werden können.

Das sind keine kleinen Fische. Und trotzdem machte es nie Schlagzeilen. Ein Hammerding, oder?

Die traurige aber verborgene, ansonsten jedoch nicht zu leugnende Tatsache ist, dass sich der US-Dollar schon nicht mehr unter der Kontrolle der zunehmenden ahnungslosen Federal Reserve befindet.

Jede Krise ist eine Liquiditätskrise

Wenn sich das Angebot an Dollars verknappt/ schrumpft, folgt stets und immer eine Krise, denn jede Marktkrise ist, im Kern, eine Liquiditätskrise.

Noch einmal: Während der kleinen Repo-Panik im September 2019 haben wir einen kurzen Vorgeschmack auf diese Dollarknappheit bekommen.

Doch all das war nur Geplänkel im Vergleich zu dem, was frühere Krisen, man denke an 2008, im Rahmen von Dollar-Illiquidität mit den Märkten anrichten konnten und auch wieder können. Damals 2008 litten unsere Märkte unter einer US-Dollarknappheit im Umfang von 2 Billionen (!) $ (alias „Finanzierungslücke“).

Wie wurde diese „Lücke“ gefüllt?

Sie haben es geahnt: durch globale Geldschöpfung außer Rand und Band.

Mit Blick auf die Zukunft, und rückblickend auf die jüngsten (absolut heruntergespielten) Beben im barmittelarmen Repo-Markt, rüsten sich die Insider in Washington und Wall Street für weitere Dollar-Illiquiditätskrisen – also große Marktdesaster, die von „Finanzierungslücken“ (alias Mangel an genügend Dollars) angetrieben werden.

Auch die Fed weiß das – ein klein wenig zumindest. Sie ist jedenfalls heute nicht in der Position, den US-Dollar aus seiner Weltwährungsfunktion zu entlassen.

Das braucht Jahre, allerdings hat der IWF praktisch schon durchblicken lassen, dass es kommen wird.

In der Zwischenzeit bedeutet das, dass der Fed, wenn die nächste Dollar-Liquiditätskrise unsere Märkte und Ökonomien in einen weiteren Abgrund stürzt, aktuell nur ein Werkzeug zur Verfügung steht: verzweifelte und im letzten Moment kommende Geldschöpfung – ihren Ankündigungen geldpolitischer Straffungsmaßnahmen für Anfang 2022 (!) zu Trotz.

Längerfristig wird derartige, unausweichliche Geldschöpfung gut für Gold sein.

Hab ich doch gesagt…

In den Jahren 2019 und 2020 hatte ich davor gewarnt. Ich hatte gewarnt, dass aufgrund massiver Dollar-Illiquidität auch massive, unvorstellbare Geldschöpfung sowie eindeutige Schuldenmonetisierung kommen werden.

Falls Sie mir nicht glauben, dann schauen Sie sich diese erneut veröffentlichte Ad-Hoc-Warnung, die ich im März 2020 abgegeben hatte, hier an.

Seit dieser Warnung hat sich die Bilanzsumme der Federal Reserve mehr als verdoppelt.

Fakten sind wirklich hartnäckige Dinge, nicht?

Investieren im neuen Anormalzustand

Diese Maßnahmen haben natürlich überhaupt nichts mit Kapitalismus oder freien Märkten zu tun.

Zentral- und Geschäftsbanken haben jenen alten Werten und Systemen den Abschiedskuss zugeworfen.

Wir leben, investieren und traden heute in einem zentralisierten Markt, in dem Zentralbanken weiter die Macht über das US-Dollarangebot in den ausländischen Eurodollar-Schattenbankensystemen verlieren und verloren haben. Die hier zugrundliegenden Risiken, Gefahren und Extreme werden – hinsichtlich Verflechtung, Hebelwirkung, Illiquidität und Komplexität – nur von einer Handvoll von Insidern verstanden; ihre vollständige Aufdröselung würde hunderte Seiten zusätzlich in Anspruch nehmen.

Was SIE aus all dieser Komplexität für sich mitnehmen sollten, ist recht simpel: Normale Konjunkturzyklen sind jetzt ausgestorben. Sie wurden durch Liquiditätszyklen der Zentralbanken ersetzt, welche letztendlich auch die Währungen zerstören.

Natürliche Kräfte von Angebot und Nachfrage, auch beim Dollar, wurden durch Geldschöpfung der Zentralbanken ersetzt.

Zukünftig werden immer mehr Dollars gedruckt werden – und zwar nicht, weil wir das „einfach denken“, sondern schlicht und ergreifend weil es buchstäblich keine andere Möglichkeit mehr gibt, um dieses völlig zum-Scheitern-manipulierte System überhaupt noch am Laufen zu halten.

Hinsichtlich Marktvolatilität aber auch Sicherheit und Vermehrung Ihres Geldes in einem solch toxischen wie komplexen Umfeld müssen wir zugeben, dass es immer schwieriger geworden ist, auf alte Vorhersagestandards für Marktrisiken oder gar für das Timing von Marktrezessionen zu vertrauen, um einen sinnstiftenden Eindruck jener Twilight Zone zu bekommen, in die unsere Kapitalmärkte eingetreten sind.

Das ist Neuland für uns alle.

Das aktuelle Umfeld – Überheblichkeit der Falken

Falls Sie sich wundern, warum der US-Dollar trotz wahnsinniger Mausklick-Geldschöpfung und allgemeinem Geldangebotswachstum gestiegen ist (relativ, und in Abgrenzung zu seiner Kaufkraft)…es ist nicht kompliziert: Diese Dollars sind in einem derivatebasierten Eurodollar-Knotenknäuel gebunden.

Sind liquide Dollars nicht ausreichend verfügbar, ist die Dollarnachfrage hoch, folglich steigt auch der Dollarkurs.

Nationen mit US $-Schulden fällt es selbstverständlich immer schwerer, Dollars zur Finanzierung der eigenen Dollarschulden aufzutreiben; das erklärt auch den Einbruch der türkischen Lira, die allein im November gegenüber dem USD um 30 % fiel.

In dieser verzerrten, dollarhungrigen Finanzlandschaft zeigen sich weitere Risse und auch Signale – zum Beispiel die derzeitige und kommende Volatilität.

Die jüngsten Ausschläge im S&P 500 (schlimmstes Quartal seit 2011) aber auch der absolut synchron zu dieser Wall-Street-Verkaufwelle verlaufende BTC-Einbruch um 20 %ige sind offensichtliche Beispiele aber auch Vorzeichen für kommende Verwerfungen, trotz aller pathetischen Ausrufe eines Jim Cramers (vom 9. Dezember), der meinte, die USA hätten heute „die stärkste Wirtschaft überhaupt“, sie sei gar ein „ansehnliches Wunder“.

Wahrscheinlich bezog sich der arme Cramer dabei auf die positiven BIP-Schätzungen der Atlanta-Fed für das 4. Quartal.

Anheizer wie Cramer übersehen dabei gerne das Abflachen der US-Ertragskurve, die nahelegt, dass der Anleihemarkt den Eindruck hat, dass noch mehr Stärke vorläufig nicht drin ist.

Das zukünftige Umfeld – Die Tauben kommen (und die Plagen)

Während die Dollar-Illiquidität steigt und die Pandemiezuschüsse auslaufen, hält die Fed hartnäckig an ihrem strengen Plan zur Straffung der Liquiditätszufuhr (tapering) ab 2022 fest, womit sie Öl ins Risikoanlagenfeuer kippt, die Fiskalklippe anheizt und so gut wie jede Anlageklasse, außer US $, US-Staatsanleihen und den VIX-Handel, abwürgt.

Angesichts einer Schuldenstandsquote von 122 % ist aber jede Hoffnung auf nachhaltiges BIP-Wachstum und Abbau der US-Schulden – in diesem Umfeld und ohne damit Markteinbrüche auszulösen – reine Fantasie.

Oder anders gesagt: tick tack, tick tack…

Kurzum: Sollten die geldpolitischen Straffungsvorhaben auf die zuvor erwähnte (aber verborgene) Dollar-Illiquidität treffen, können Sie sich auf ein extrem holpriges und unangenehmes Jahr 2022 gefasst machen – und folglich auch auf eine plötzliche Kehrtwende bei der derzeit noch strengen Haltung der Federal Reserve.

Wenn die Tauben zurückkehren und mit ihnen die Extremgeldschöpfung (folglich auch Währungsentwertung), wird Gold, wie immer, schon zur Stelle sein, um das letzte Wort zu haben.

 

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Uhren-Portal Chronext kommt im Oktober an die Schweizer Börse

Die stark wachsende Firma will am 8. Oktober an die Schweizer Börse SIX, wie Chronext am Dienstag mitteilte. Ausgehend von einer Preisspanne von 16 bis 21 Franken peilt das Jungunternehmen, das über eine Online-Plattform gebrauchte und neue Uhren von Marken wie Rolex, Omega oder Patek Philippe verkauft, einschließlich der Mehrzuteilungsoption eine Marktkapitalisierung von bis zu 680 Millionen Franken an.

Nach verhaltenen eineinhalb Jahren gewinnt das Börsenkarussell in der Schweiz damit an Schwung. Nach dem Flugzeugausrüster Montana Aerospace, dem Pharmazulieferer Polypeptide und der Sulzer-Abspaltung Medmix dürfte Chronext zum vierten Neuzugang an der SIX im laufenden Jahr werden.

“Die Börsenkotierung in Zürich wird Chronext die finanzielle Flexibilität geben, vom Wachstum im Luxusuhrensektor zu profitieren”, erklärte Firmenchef Philipp Man. Die 2013 gegründete Chronext wuchs 2020 um 18 Prozent auf 101,3 Millionen Euro. Im laufenden Jahr peilt das Unternehmen ein Plus von rund 40 Prozent an.

Chronext rechnet aus dem Börsengang mit einem Bruttoertrag von bis zu 230 Millionen Franken. 125 Millionen des Nettoerlöses sollen für organisches Wachstum wie etwa Maßnahmen zur Steigerung der Markenbekanntheit und die Ausweitung des Boutiquen-Netzwerkes verwendet werden. Den Rest der Erlöse will Chronext für die Finanzierung von Übernahmen einsetzen.

Die Angebotsfrist dauere bis zum 6. Oktober. Beim Börsengang seien Jefferies und die UBS federführend. Ebenfalls beteiligt seien Bank of America und Deutsche Bank. Der Streubesitz dürfte nach dem Börsengang voraussichtlich bei 32,5 Prozent liegen. Zu den bestehenden Aktionären gehören eine Reihe von Finanzinvestoren sowie die Firmengründer.

Chronext muss mit einer Reihe von Börsenneulingen um Anleger konkurrieren: Gegenwärtig seien europaweit rund 40 IPOs in Vorbereitung, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Angesichts des großen Angebots seien die Anleger wählerisch. Gesucht seien vor allem Wachstumsfirmen aus den Sektoren Technologie, Ecommerce und Gesundheit. Chronext finde entsprechend Anklang bei den Anlegern. Dazu komme, dass viele Profi-Investoren selbst Uhrenliebhaber seien und deshalb einfacher für einen Einstieg gewonnen werden könnten.

 

Deutsche Bank vorerst mit Umbau und nicht Übernahmen beschäftigt

Die Deutsche Bank sei aktuell aber mit ihrer Transformation beschäftigt, doch bereite sie sich damit auch auf diese Entwicklung vor, sagte von Moltke am Donnerstag in einer Video-Konferenz. Die Neuausrichtung werde es dem Geldhaus erlauben, “uns in strategische Aktivitäten zu engagieren”. Wenn es einmal eine wertsteigernde Transaktion gebe, die die Wettbewerbsposition der Bank stärke, könne es Gespräche geben.

 

Deutsche Bank kann bei Investmentbank auf stabile Erträge setzen

Stabile Erträge seien ein Ziel, sagte der für die Investmentbank zuständige Mark Fedorcik am Dienstag bei einer virtuellen Banken-Konferenz. Im laufenden Jahr würden die gesamten Einnahmen des Bereichs wohl auf der Höhe der 9,3 Milliarden Euro des Vorjahres liegen. Fedorcik hob zudem hervor, dass die Sparte einen Fokus lege auf interne Kontrollen, um eine “langweilige” Investmentbank zu sein. Aufseher hatten immer wieder die Kontroll-Mechanismen bei der Deutschen Bank unter die Lupe genommen.

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Börsenchef Weimer – Ohne politischen Rückhalt keine Bankenfusionen

Der Regulator müsse anerkennen, dass Zusammenschlüsse über Landesgrenzen nicht ohne Risiken einhergingen, sagte Weimer am Mittwoch bei einer Veranstaltung des “Handelsblatt”. Auch politischer Wille müsse für solche Fusionen vorhanden sein.

Internationale Banken seien den Instituten in Europa davon gelaufen, weil ihnen mehr Freiräume gelassen würde, sagte der Börsenchef, der im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt und als möglicher Nachfolger von Aufsichtsratschef Paul Achleitner gehandelt wird. Die hiesigen Institute müssten wieder wachsen. “Die Gefahr ist doch, wenn wir uns aus dem Teufelskreis nicht herausbewegen, dass wir am Ende des Tages unsere Banken verlieren.” Entweder stiegen vermehrt ausländische Banken ein oder Fintechs holten sich die Marktanteile.

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Creditreform hebt Rating von Deutscher Bank an

Die Experten setzten die Bonitätsnote um eine Stufe auf “A-” von “BB+” hoch, wie Creditreform Rating am Donnerstag mitteilte. Zudem hoben sie den Ausblick auf “stabil” von “negativ” an. Auch weltweit führende Ratingagenturen wie Moody’s, Fitch und S&P Global bewerten die Kreditwürdigkeit von Deutschlands größter Bank mittlerweile besser als früher.

Als Grund für die Hochstufung nannten die Creditreform-Analysten Erfolge beim Konzernumbau sowie eine konsequente Umsetzung von Sparmaßnahmen. Die Diversifikation und die Qualität der Vermögenswerte sei weiterhin hoch und das Ergebnis des ersten Halbjahres bestätige die Ziele der Bank.

Die Deutsche Bank hatte Ende Juli einen Gewinn von 692 Millionen Euro für das zweite Quartal veröffentlicht. Es war der vierte Quartalsgewinn in Folge und das beste Zwischenergebnis seit 2015 für die einst krisengeplagte Bank. Das Institut profitierte insbesondere vom Investmentbanking.

 

Bei Deutscher Bank steigt nach erneutem Gewinn die Zuversicht

– von Patricia Uhlig und Tom Sims

Im zweiten Quartal verdiente das größte deutsche Geldhaus trotz Einbußen im wichtigen Investmentbanking und Zusatzkosten deutlich mehr als erwartet. “Alle Geschäftsbereiche sind profitabler geworden und haben bewiesen, dass wir weiter an Relevanz für unsere Kunden zulegen und Marktanteile gewinnen”, sagte Vorstandschef Christian Sewing am Mittwoch. Geholfen hat auch eine niedrige Risikovorsorge für faule Kredite. Sewing kassierte zwar das Kostenziel, ist aber zuversichtlicher beim Ertragswachstum.

Unter dem Strich erwirtschafteten die Frankfurter von April bis Juni einen Gewinn von 692 Millionen Euro, nach einem Verlust von 77 Millionen Euro vor einem Jahr. Es war der vierte Quartalsgewinn in Folge und das beste Zwischenergebnis seit 2015 für die einst krisengeplagte Bank. An das starke Auftaktquartal konnte sie aber nicht anknüpfen – da stand ein Überschuss von fast einer Milliarde Euro zu Buche.

“Bei der Transformation unserer Bank haben wir schon viel erreicht”, schrieb Sewing an die knapp 84.000 Mitarbeiter und räumte gleichzeitig ein, dass der schwierigste Teil noch komme. “Es ist ein wenig wie bei einem Marathonlauf: Bei Kilometer 30 fängt es an, besonders anstrengend zu werden.” Vor allem beim Jobabbau hat das Geldhaus noch viel vor sich. Von den geplanten Streichungen von 18.000 Jobs bis 2022 sind bis Ende Juni erst 8000 erfolgt.

Auch weisen die Quartalsergebnisse teilweise Schwächen auf. So lagen die Erträge mit 6,2 Milliarden Euro ein Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Investmentbanking waren die Einbußen mit elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro besonders hoch. Grund dafür war vor allem der – bereits erwartete – Rückgang im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren. Im ersten Halbjahr 2020 hatte es wegen der Corona-Pandemie eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Anleihen von Staaten und Unternehmen gegeben und Banken hatten daran gut verdient. Bei US-Häusern wie JP Morgan waren die Rückgänge hier im zweiten Quartal noch höher. Gut lief es bei der Deutschen Bank wie bei den Wettbewerbern im Emissions- und Beratungsgeschäft. Auch im Privatkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung legten die Erträge zu. Die Fondstochter DWS erzielte Rekordmittelzuflüsse.

BANK WILL NOCH MEHR SPAREN

Verkraften musste das Institut außerplanmäßige Kosten für die Bankenabgabe und den Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken. Dieser muss nach der milliardenschweren Insolvenz der Bremer Greensill Bank wieder aufgefüllt werden. In der Privatkundensparte schrieb die Bank wegen Rückstellungen für Gebührenrückerstattungen an Kunden einen kleinen Verlust. Zudem kann sie wegen eines Urteils des Bundesgerichtshofs Preiserhöhungen nicht mehr so einfach umsetzen und damit rückläufige Zinserträge ausgleichen. Insgesamt gesehen waren die Kosten mit fünf Milliarden Euro aber sieben Prozent niedriger als im Vorjahr.

Um die zusätzlichen Aufwendungen auszugleichen, stieß Sewing neue Sparmaßnahmen an. “Wir müssen bei all den Kostenfaktoren am Ball bleiben, die wir selbst beeinflussen können”, schrieb er an die Mitarbeiter. So will er etwa Prozesse verschlanken, Personal “optimieren” und sich schneller von Immobilien trennen.

Bei Analysten kamen die Quartalsergebnisse gut an. “Die Deutsche Bank ist bei ihrer Restrukturierung solide auf Kurs”, sagte Finanzanalyst Michael Rohr von der Ratingagentur Moody’s. Die Erträge wiesen Stabilität auf, die Kosten seien rückläufig und die Rentabilität gehe in die richtige Richtung. Ende Juni belief sich die Nachsteuerrendite auf 6,5 Prozent. Ziel bis 2022 sind acht Prozent. Die Aktien notierten nach einem mehr als vierprozentigen Kursanstieg gegen Mittag leicht im Minus.

WENIGER RISIKEN IM KREDITPORTFOLIO

Zugute kam der Deutschen Bank in den vergangenen Monaten, dass in Folge der Corona-Krise nicht so viele Kredite ausfielen wie befürchtet. Im ersten Halbjahr lag die Risikovorsorge bei 144 Millionen Euro nach 1,3 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr stellte Finanzchef James von Moltke eine Summe von 900 Millionen Euro in Aussicht – weniger als bisher. Dies sei konservativ gerechnet und könne geringer ausfallen. Bei den Erträgen gebe es gute Chancen, dass diese 2022 näher an 25 Milliarden als an den erwarteten 24,4 Milliarden Euro lägen.

Für Aufsehen sorgte die Bank damit, dass sich sie von ihrem absoluten Kostenziel von 16,7 Milliarden Euro bis 2022 verabschiedete. Gerade die Kosten sind bei der Deutschen Bank oft Stein des Anstoßes gewesen. Da der Umbau voranschreite und die Bank im ersten Halbjahr nachhaltige Profitabilität bewiesen habe, konzentriere sich das Management künftig auf die Aufwand-Ertrag-Relation, sagte von Moltke. Diese Kennzahl soll 2022 bei 70 Prozent liegen – das bedeutet, dass für jeden Euro Ertrag 70 Cent aufgewendet werden müssen. Ende Juni lag die Quote noch bei 78,5 Prozent.

 

Deutsche Fintechs Raisin und Deposit Solutions fusionieren

Der Berliner Einlagenbroker Raisin, der die Zinsplattform “Weltsparen” betreibt, fusioniert mit dem Hamburger Rivalen Deposit Solutions, der über “Zinspilot” Gelder von Sparern einsammelt. Gemeinsam wollen die jungen Finanzdienstleister (Fintechs) unter dem Namen Raisin DS vor allem im Ausland wachsen, wie sie am Freitag mitteilten. Auch ein Börsengang sei nicht auszuschließen, sagte Raisin-Gründer Tamaz Georgadze zu der Nachrichtenagentur Reuters. “Der Zusammenschluss bringt uns der Kapitalmarktfähigkeit deutlich näher. Wir halten uns alle Optionen offen.”

“Wir werden unsere Marktabdeckung in Europa erhöhen und eine bedeutende Präsenz in den USA aufbauen”, sagte Tim Sievers, Gründer und Chef von Deposit Solutions. Zusammen kooperieren die beiden Unternehmen auf ihren Plattformen mit rund 400 Banken und kommen auf ein Einlagenvolumen von rund 20 Milliarden Euro. Ihr Fokus lag bislang auf dem deutschen und europäischen Geschäft, und beide haben sich zuletzt auch in die USA vorgetastet.

Um das weitere Wachstum zu finanzieren, wollen die Firmen demnächst wieder Geld von Investoren einsammeln. “Die Marktlage ist derzeit sehr gut. Es wäre nicht abwegig, bald eine neue Finanzierungsrunde einzuläuten”, sagte Georgadze. “Erstmal wollen wir unsere Teams zusammenbringen. Dann gehen wir gemeinsam in die nächste Phase.” Der Raisin-Gründer wird das fusionierte Fintech bis Ende des Jahres gemeinsam mit Sievers leiten, ab dann aber alleiniger Vorstandschef sein. Sievers wechselt dann in den Beirat der GmbH.

PAYPAL-MITGRÜNDER AN BORD

Zu den finanziellen Details des Zusammenschlusses wollten sich die beiden nicht äußern. Auch zum Wert der einzelnen Firmen und zur Bewertung von Raisin DS machten sie keine Angaben. Raisin wurde bei seiner letzten großen Finanzierungsrunde vor zwei Jahren mit rund einer halben Milliarde Euro bewertet. Deposit Solutions kam nach Angaben seines Großaktionärs Finlab zuletzt auf eine Bewertung von rund einer Milliarde Euro.

Zum Investorenkreis gehören die Deutsche Bank, der Wagniskapitalgeber und Paypal-Mitgründer Peter Thiel sowie die US-Bank Goldman Sachs. Alle Investoren blieben nach der Fusion an Bord, sagte Sievers. Der Zusammenschluss werde in den kommenden Tagen ins Handelsregister eingetragen. Kartellrechtliche Bedenken gebe es keine.

 

Deutsche Bank kooperiert mit US-Zahlungsabwickler Fiserv

Mit dem US-Konzern solle ein Joint Venture gegründet werden, das kleinen und mittelgroßen Firmen in Deutschland Zahlungsakzeptanz- und Bankdienstleistungen anbiete, teilte das Frankfurter Institut am Montag mit. Das Gemeinschaftsunternehmen, für das die behördlichen Genehmigungen noch ausstehe, solle von Anfang an mehrere tausend Unternehmen betreuen. Neben rund 800.000 Kunden der Marken Deutsche Bank, Postbank und Fyrst würden die Leistungen auch Unternehmen angeboten, die nicht Kunde der Deutschen Bank seien, so das Geldhaus.

“Niemand sonst in Deutschland verfügt über ein solch umfassendes Angebot”, warb der Leiter der Unternehmensbank der Deutschen Bank, Stefan Hoops, für das Vorhaben. “So können wir unseren Kunden alles aus einer Hand anbieten, das bedeutet für sie geringere Kosten und weniger Komplexität.” Fiserv-Europa-Chef John Gibbons erklärte, kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland würden dank des Vorhabens dabei unterstützt, ihre Geschäfte auf neue Art und Weise abzuwickeln. “Corona hat die Welt verändert, besonders auch die Erwartungen der Kunden beim Zahlungsverkehr.”

Die Zahlungsabwicklungsbranche ist durch den verstärkten Online-Handel schnell gewachsen und profitierte auch schon vor der Pandemie von der Verlagerung der Geldströme ins Internet. Die Anbieter erledigen für andere Firmen den Zahlungsverkehr und kassieren dafür Provisionen. In Deutschland bekannt war in dem Sektor vor allem der einstige Dax-Konzern Wirecard, der nach einem milliardenschweren Bilanzskandal mittlerweile insolvent ist.

 

EU lässt gesperrte Großbanken nun doch bei Finanzgeschäft für Wiederaufbaufonds zu

Die EU-Kommission hebt die Sperre gegen die acht Banken auf, wie die Brüssler Behörde am Freitag mitteilte. Sie hätten Informationen vorgelegt, die ihre künftige Beteiligung an den Geschäften möglich machten. Hintergrund ist, dass die Geldhäuser in der Vergangenheit an Wettbewerbsverstößen beteiligt waren. Die EU hatte daher geprüft, ob Primärhändler, die Wettbewerbsregeln gebrochen hatten, notwendige Schritte zur Beendigung dieser Praktiken getroffen haben.

Die EU-Kommission nannte bei der ursprünglichen Sperrung die Finanzinstitute nicht. Allerdings wurde auf drei Kartell-Fälle in den vergangenen drei Jahren verwiesen. In diese waren zehn der größten Primärhändler in der EU verwickelt. Zu den Banken, gegen die in zwei Fällen Strafzahlungen verhängt wurden, gehörten die Bank of America, Credit Agricole, Natixis, Nomura, Natwest Markets und Unicredit. Sie hatten Wettbewerbsregeln gebrochen und an Anleihe-Kartellen teilgenommen. Die Deutsche Bank war zwar Teil einer der Kartelle, erhielt aber keine Strafe, weil sie der Kommission die Verstöße gebeichtet hatte. Darüber hinaus wurden im Jahr 2019 wegen Manipulationen auf dem Devisenmarkt die Geldhäuser Barclays, Citigroup, JPMorgan und Natwest zu Strafen verdonnert.

Die Banken Nomura, BofA, Barclays, Natixis, Credit Agricole, NatWest, Deutsche Bank, UniCredit, Citi und JP Morgan hatten nach Bekanntwerden der Sperre Stellungnahmen abgelehnt. Die Gelder aus dem rund 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds sollen den Mitgliedsländern die Erholung von der Corona-Krise erleichtern.