Swift entwickelt globales Netzwerk für digtales Zentralbankgeld

(Ergänzt fehlenden Buchstaben in der Überschrift)

London (Reuters) – Das globale Banken-Kommunikationssystem Swift treibt die weltweite Vernetzung von digitalen Währungen der Zentralbanken voran.

Acht Monate lang sei das Zusammenspiel verschiedener Währungen mit unterschiedlichen Technologien getestet worden, um eine Blaupause für ein globales Netzwerks für digitales Zentralbankgeld zu entwickeln, erläuterte der für Innovationen zuständige Swift-Manager Nick Kerigan. An dem Experiment hätten unter anderem die Bundesbank und die Banque de France sowie die Großbanken HSBC, Standard Chartered und UBS teilgenommen. Dabei wurde beispielsweise untersucht, wie digitales Zentralbankgeld international genutzt und in traditionelle Währungen umgewandelt werden könnte.

Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (Swift) ist für die standardisierte Übermittlung von Nachrichten zu Finanztransfers verantwortlich und hat damit eine wichtige Schlüsselposition im weltweiten Finanzsystem inne. An ihr Kommunikationsnetzwerk sind rund 11.500 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern angeschlossen.

Rund um den Globus prüfen fast alle Notenbanken die Einführung digitaler Versionen ihrer Währungen. Sie reagieren damit auch auf die drohende Konkurrenz durch Cyberdevisen internationaler Technologiekonzerne und den Vormarsch von Kryptodevisen wie Bitcoin und Etherum. Der Inselstaat Bahamas war 2020 weltweit das erste Land, das mit dem “Sand Dollar” offiziell eine Digitalversion seiner Währung einführte. Unter den großen Ländern ist China bereits mit Testläufen seines e-Yuan vorgeprescht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine zweijährige Untersuchungsphase eingeleitet und will im Oktober 2023 entscheiden, ob sie grünes Licht für das Projekt eines digitalen Euro geben soll.

Kerigan zufolge sollen innerhalb des nächsten Jahres auf den Testlauf weitere noch augefeiltere Erprobungen folgen. In diesem ersten Experiment seien auch verschiedene Technologien geprüft worden, etwa die Distributed Ledger Technologie (DLT), auf der Bitcoin & Co basieren.

(Bericht von Marc Jones; Bearbeitet von Frank Siebelt; Redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Kreditvergabe an Unternehmen im Euro-Raum zieht kräftig an

Frankfurt (Reuters) – Auch nach der Zinswende der EZB haben sich Unternehmen im Euro-Raum kräftig mit Bankkrediten eingedeckt.

Die Geldhäuser vergaben im August 8,7 Prozent mehr Darlehen an Firmen als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit Januar 2009. Im Juli hatte das Plus bei 7,6 Prozent gelegen. An Privathaushalte reichten die Institute im August 4,5 Prozent mehr Kredite aus als ein Jahr zuvor. Das entsprach der Zuwachsrate im Vormonat.

Die Geldmenge M3 nahm im August um 6,1 Prozent zu. Volkswirte hatten ein Plus von 5,4 Prozent erwartet. Im Juli waren es 5,7 Prozent gewesen. Zur Geldmenge M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen.

(Bericht von Frank Siebelt, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Schweizer Regierung senkt Wachstumsprognose

Zürich (Reuters) – Die Schweizer Regierung hat wegen der lahmenden Konjunktur in Europa und anderen Exportmärkten ihre Wachstumsprognose gesenkt.

Die beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) angesiedelten Ökonomen des Bundes erwarten 2022 nun einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,0 Prozent, wie aus ihrer am Dienstag vorgelegten Prognose hervorgeht. Im Juni hatten sie noch ein Plus von 2,6 Prozent veranschlagt. Für 2023 senkte die Expertengruppe ihre Wachstumsprognose auf 1,1 (bisher: 1,9) Prozent.

Im Jahr 2021 hatte sich die Wirtschaft der Alpenrepublik vom Corona-bedingten Einbruch im Jahr davor erholt und war um 3,9 Prozent gewachsen. Aufgrund der gestiegenen Energiepreise rechnet die Regierung neu mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent für 2022 sowie von 2,3 Prozent für 2023.

(Bericht von Oliver Hirt und Paul Arnold, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Dax-Optionen verfallen bei 12.750,86 Punkten

Frankfurt (Reuters) – Der Settlement-Kurs für Dax-Optionen ist am Freitag mit 12.750,86 Punkten festgesetzt worden.

Für MDax und TecDax lagen die Settlements bei 23.952,46 beziehungsweise 2838,79 Stellen. Die Optionen auf den EuroStoxx50 verfielen bei einem Kurs von 3496,30 Punkten und diejenigen auf den Stoxx50 bei 3476,88 Zählern.

(Bericht von Anika Ross. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Bankenregulierer kündigen bis Jahresende Regeln für Kryptowährungen an

Frankfurt (Reuters) – Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht will bis zum Jahresende Kapitalvorschriften für das Engagement von Geldhäusern in Kryptowährungen fertigstellen.

Das Leitungsgremium habe den Ausschuss dazu beauftragt, teilte die Gruppe der Zentralbankpräsidenten und Chefs der Bankenaufsichtsbehörden (GHOS) am Dienstag mit. Ein robustes Regelwerk für die Aufsicht müsse geschaffen werden, das Innovationen fördere und die Finanzstabilität sichere. Der 1974 gegründete Basler Ausschuss setzt die weltweiten Standards für die Bankenaufsicht.

In den vergangenen Monaten war es bei vielen Krypotwährungen zu großen Kursturbulenzen gekommen. Auch sogenannte stablecoins, bei denen heftige Kursschwankungen eigentlich ausgeschlossen werden sollten, gerieten stark unter Druck. Die Rufe nach klaren Regulierungsvorgaben waren deshalb lauter geworden. Der Basler Ausschuss hatte die Banken Ende Juni dazu aufgerufen, bei Cyberdevisen vorsichtig zu sein. Bei der Hinterlegung von Eigenkapital als Sicherheit für mögliche Verluste sollten Institute konservativ vorgehen. Einer der Vorschläge des Ausschusses bestand zuletzt darin, ein Limit für das Engagement der Banken in besonders riskante Kryptodevisen zu setzen.

(Bericht von Frank Siebelt, redigiert von Olaf Brenner; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

US-Notenbank Fed gibt Kryptowährung-Richtlinien für Banken heraus

– von Pete Schroeder und Hannah Lang

Washington (Reuters) – Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat Richtlinien zum Umgang mit Kryptowährungen für Banken herausgegeben.

Zudem müssten alle Kreditinstitute, die ein Geschäft mit Digitalgeld planten, die Zentralbank im Vorfeld informieren. Es sei auch die Aufgabe der jeweiligen Bank, sicherzustellen, dass die geplanten Transaktionen rechtskonform seien, gibt die Fed am Dienstag bekannt. Besonders wichtig sei dabei die Verfügbarkeit von Risikomanagementsystemen, die gewährleisteten, dass die volatilen Vermögenswerte nicht den Verbraucherschutz verletzten.

Der Schritt kommt nur wenige Tage, nachdem mehrere demokratische Senatoren die Bankenaufsicht OCC aufgefordert hatten, ihre bestehenden Leitlinien zu Kryptowährungen zu ergänzen. Letztes Jahr hatten die US-Bankenaufsichtsbehörden einschließlich der Fed mitgeteilt, sie würden im Jahr 2022 klären, ob Banken digitale Vermögenswerte in ihrer Bilanz halten und den Kryptohandel im Auftrag von Kunden erleichtern dürften.

(Bericht von Pete Schroeder und Hannah Lang, geschrieben von Zuzanna Szymanska. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Dax-Future fällt erneut – Ölpreis zieht an

Frankfurt (Reuters) –

Europäische Aktien- und Eröffnungs- Veränderung

Anleihe-Futures kurs absolut

Dax-Future

13.165,00 -31,00

EuroStoxx50-Future

3.573,00 -7,00

Bund-Future

152,32 +0,14

Devisen aktuell Veränderung

in Prozent

Euro/Dollar

1,0188 -0,4

Pfund/Dollar

1,1959 -0,3

Dollar/Yen

137,92 +0,4

Bitcoin/Dollar

23.165,11 +0,2

Ethereum/Dollar

1.593,50 +0,6

Rohstoffe aktuell Veränderung

in Prozent

Brent

104,83 +0,9

WTI

97,17 +0,9

Gold

1.716,20 -0,1

Kupfer

7.345,00 +0,3

(Zusammengestellt vom Reuters Marktteam. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Tesla verdient dank Preiserhöhungen mehr

San Francisco (Reuters) – Der Elektroautobauer Tesla hat seinen Gewinn dank Preiserhöhungen fast verdoppelt.

Im abgelaufenen Quartal stand ein Nettogewinn von 2,26 (Vorjahr: 1,14) Milliarden Dollar zu Buche, nachdem der US-Konzern die Preise laut Analysten gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um sieben Prozent angehoben hat. In den USA verlangt Tesla für sein Model Y inzwischen 65.990 Dollar, gut 30 Prozent mehr als zum Serienstart 2021. Der exzentrische Firmengründer und Vorstandschef Elon Musk sprach nach der Veröffentlichung der Zahlen von “beschämend hohen” Preisen, die auch die Nachfrage dämpfen könnten. Der Umsatz ging im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 16,93 Milliarden Dollar zurück, nachdem Tesla zuletzt von Rekord zu Rekord geeilt war.

“Aber wir hatten viele Schocks in der Lieferkette und in der Produktion, und wir haben eine verrückte Inflation”, sagte Musk. Er versucht unter anderem höhere Kosten für Lithium, das in den Batterien verwendet wird, und für Aluminium wettzumachen. Tesla habe aber kein Nachfrage-Problem, sondern eines mit der Produktion. Musk räumte ein, dass sich die Preise nicht beliebig erhöhen ließen, “weil man dann die Schwelle überschreitet, bis zu der man sich kein Auto mehr leisten kann, und dann bricht die Nachfrage ab”. Er hoffe darauf, dass die Inflation gegen Ende des Jahres nachlasse und sich die Rohstoffpreise stabilisierten. Dann könne Tesla die Preise wieder etwas senken. Kürzlich hatte Musk mit Äußerungen für Aufsehen gesorgt, er habe ein “super-schlechtes Gefühl”, was die Konjunktur betreffe. Er hatte damit Entlassungen begründet.

Tesla-Finanzchef Zachary Kirkhorn sagte, das Unternehmen versuche immer noch, in diesem Jahr eine Absatzsteigerung um 50 Prozent hinzubekommen. Er räumte aber ein, das sei schwieriger geworden. Musk hatte im April ein Ziel von 60 Prozent mehr Auslieferungen auf knapp 1,5 Millionen Autos gesetzt, Analysten hatten dies aber schon damals als sehr optimistisch bezeichnet.

In der Tesla-Fabrik in China seien im zweiten Quartal so viele Autos gebaut worden wie nie, nachdem das Werk in Shanghai zeitweise wegen der Corona-Lockdowns geschlossen werden musste. In den neuen Werken in Grünheide bei Berlin und in Texas will Musk die Produktion bis zum Jahresende auf 5000 Fahrzeuge pro Woche steigern. Im Juni liefen in Grünheide aber nur 1000 Tesla vom Band. Er hatte die neuen Fabriken zuletzt als “gigantische Geldverbrennungsöfen” gescholten.

Die Analysten von Morgan Stanley schrieben, sie rechneten wegen der Schwierigkeiten beim Hochlauf vor allem in Berlin mit Margen-Problemen bei Tesla. Im zweiten Quartal lag die Bruttomarge bei 27,9 Prozent, niedriger als ein Jahr zuvor und niedriger als im ersten Quartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel mit 2,27 Dollar dennoch deutlich höher aus als die Experten erwartet hatten (1,81 Dollar). Das trieb die Tesla-Aktie am Donnerstag in Frankfurt um 2,5 Prozent auf 749 Dollar. Seit November hat sie allerdings 40 Prozent am Wert eingebüßt.

Für Aufsehen am Markt für Kryptowährungen sorgte Musks Eingeständnis, Tesla habe drei Viertel seiner Bitcoins in echte Währungen umgetauscht und die Reserven damit um 936 Millionen Dollar aufgestockt. Im Mai 2021 hatte er Bitcoin-Verkäufe noch ausgeschlossen. Musk sagte, er habe damit die Liquidität in der Zeit der Ungewissheit erhöhen wollen, wie lange der Lockdown in China dauern werde. “Das sollte nicht als Urteil über Bitcoin verstanden werden”, sagte Musk. Tesla sei dafür offen, seine Kryptowährungs-Bestände künftig wieder aufzustocken.

(Bericht von Hyunjoo Jin und Nivedita Balu, geschrieben von Ralf Bode und Alexander Hübner; redigiert von Ralf Banser; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

Hoffnung auf Happy End im Gas-Krimi beflügelt Europas Börsen

Frankfurt (Reuters) – Die schwindende Angst vor einer Energiekrise und einer Rezession in Europa beflügelt die heimischen Börsen.

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Dienstag um jeweils rund zweieinhalb Prozent auf 13.308,41 beziehungsweise 3588,41 Punkte. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones 1,6 Prozent vor. Mit dem Gaspreis ging es dagegen bergab. Der europäische Future fiel um 3,3 Prozent auf 153,90 Euro je Megawattstunde.

Auslöser der Aktienrally war ein Reuters-Bericht, demzufolge nach dem Ende der Wartungsarbeiten an der wichtigen Pipeline “Nord Stream 1” am Donnerstag wieder Gas von Russland nach Deutschland fließen soll. Allerdings werde die Transportkapazität nicht ausgeschöpft, sagten zwei mit den russischen Exportplänen vertraute Personen. “Das ist eine willkommene Nachricht, wenn sie denn stimmt”, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

Börsianer hatten in den vergangenen Tagen gerätselt, ob Russland als Vergeltung für die Sanktionen des Westens den Gashahn komplett zudreht. Der daraus resultierende Energiemangel würde Europa Experten zufolge in eine Rezession stürzen.

Bei den Aktienwerten gehörte der deutsche Gas-Versorger Uniper, der durch die reduzierten russischen Lieferungen in Schieflage geraten ist, mit einem Plus von gut zehn Prozent zu den Favoriten. Auch bei den Chemiekonzernen BASF und Covestro, für die Erdgas als Energieträger und Rohstoff wichtig ist, griffen Investoren zu. Ihre Titel stiegen um bis zu 5,8 Prozent.

WIE STARK HEBT DIE EZB DIE ZINSEN AN?

Daneben fieberten Börsianer der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag entgegen. Insidern zufolge denken die Währungshüter darüber nach, den Leitzins am Donnerstag nicht nur um den bislang signalisierten Viertel, sondern um einen halben Prozentpunkt anzuheben. Dies verhalf dem Euro zu einem Kursplus von einem Prozent auf 1,0241 Dollar. Gleichzeitig warfen Investoren europäische Staatsanleihen aus den Depots und trieben die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf 1,279 Prozent.

Aber selbst wenn sich die EZB dazu entschließen sollte, sei keine weitere größere Aufwertung des Euro zu erwarten, prognostizierte Dominic Bunning, Chef-Analyst für europäische Währungen bei der Bank HSBC. Denn im Vergleich zu anderen Notenbanken wie der Fed aus den USA agiere die EZB zögerlich.

FRANKREICH GIBT MILLIARDEN FÜR KOMPLETTÜBERNAHME VON EDF AUS

Bei den Unternehmen stand außerdem EdF im Rampenlicht. Die Aktien des Versorgers verbuchten mit einem Plus von fast 15 Prozent auf 11,73 Euro den größten Tagesgewinn seit Kursturbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Der französische Staat will knapp zehn Milliarden Euro in die Hand nehmen, um das Unternehmen komplett zu verstaatlichen. Er bietet den übrigen Eignern zwölf Euro je Aktie. Er halte die Offerte für attraktiv, schrieb Analyst Tancrede Fulop vom Research-Haus Morningstar.

An der Wall Street rutschten die Titel von IBM dagegen um 6,3 Prozent ab, obwohl der IT-Konzern einen Quartalsumsatz über Markterwartungen bekannt gegeben hatte. Er wurde allerdings vor der Warnung vor Wechselkurs-Belastungen überschattet. Das Wachstum des Kerngeschäfts sei aber ermutigend, gab Analyst Kyle McNealy von der Investmentbank Jefferies zu bedenken. Außerdem seien die Papiere attraktiv bewertet.

Kryptobank Celsius Network meldet Insolvenz an

Frankfurt (Reuters) – Die jüngsten Kursturbulenzen bei Bitcoin & Co fordern ihr nächstes Opfer: Die auf Kryptowährungskredite spezialisierte Bank Celsius Network meldete nach Angaben vom Mittwoch Insolvenz an.

In diesem Rahmen habe man die üblichen Anträge eingereicht, um die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes zu ermöglichen. Das Unternehmen verfüge hierfür über Barmittel im Volumen von 167 Millionen Dollar. Eine Wiederaufnahme von Auszahlungen sei allerdings vorerst nicht vorgesehen.

Mitte Juni hatte Celsius die Guthaben seiner 1,7 Millionen Kunden als Reaktion auf die Panik-Verkäufe an den Kryptowährungsmärkten eingefroren. Dies rief die Regulierungsbehörden mehrerer US-Bundesstaaten auf den Plan. Auslöser der Talfahrt bei den Cyber-Devisen war der Kursverfall der bis dato wenig bekannten Internet-Währung TerraUSD, deren Kurs eigentlich eins zu eins an den US-Dollar gekoppelt sein sollte.

Vergangene Woche hatte bereits Celsius-Rivale Voyager Digital Insolvenz angemeldet. Er wurde nach eigenen Angaben von ausgefallenen Kreditzahlungen des Hedgefonds Three Arrows, der ebenfalls Gläubigerschutz beantragt hat, in den Abgrund gerissen.

Kryptobanken wie Celsius oder Voyager erlebten während der Coronavirus-Pandemie einen Boom. Sie lockten Anleger mit hohen Zinsen und Kunden mit im Vergleich zu traditionellen Banken leichterem Zugang zu Krediten.