Cardano erholt sich

10% Anstieg von Cardano in 24 Stunden

Der derzeitige Wert von Cardano von 1,6$, ist das Ergebnis eines 10%igen Anstieges über den Tag. Das ist der größte Anstieg seit dem Spätsommer. Diese Entwicklung erhöht die Gesamtkapitalisierung des Tokens auf etwas mehr als 54 Milliarden Dollar bzw. 2,05% der gesamten Marktkapitalisierung von Kryptowährungen. Auf sein ATH erreichte die Marktkapitalisierung von ADA einen Wert von 94,8001 Milliarden Dollar.

In der letzten Woche verzeichnete ADA einen Rückgang von -9,51%. Das auf Cardano in den letzten 24 Stunden gehandelte Volumen erreichte 2,2273 Milliarden Dollar bzw. 1,92% des Gesamtvolumens, das über alle Kryptowährungen hinweg gehandelt wurde. Es war im gleichen Zeitraum in einer Spanne von 1,4230 Dollar bis 1,8154 Dollar gehandelt. Derzeit bewegt sich ADA fast 50% unter seinem ATH vom 2. September.

Cardano Chart

Ein gutes Jahr für ADA

Schaut man etwas länger zurück war es ein sehr spannendes Jahr für den Token. Cardano profitiert momentan von der positiven Dynamik auf den Kryptomarkt, Bitcoin sowie Ethereum verzeichneten gewinne. Letzte Woche schaute es nicht besonders gut aus auf dem Markt mit dem Aufkommen der neuen Coronavirus-Variante Omicron. Mit der aufkommenden Unsicherheit stiegen viele Investoren aus risikoreichen Anlagen aus, somit auch aus vielen Kryptowährungen. Cardano und Co. Vielen dem zum Opfer. Hinzu kam, dass eToro ankündigte, den Handel mit ADA für die in den USA ansässigen Anleger einzuschränken. Umso besser, dass es in den letzten Stunden für viele Token aufwärts ging.

Der ADA-Token des Unternehmens wird als Währung für Transaktionen im Netzwerk verwendet, so wird es möglich, dass die zunehmende Akzeptanz von Cardano und auf seiner Blockchain basierenden Diensten den Preis seiner Kryptowährung deutlich über das aktuelle Niveau treiben könnte. Der Anstieg im gesamten Jahr von ADA lässt sich auch damit erklären, dass Cardano als Netzwerk für DeFi-Netzwerkdienste an Beliebtheit gewonnen hat und die Marktkapitalisierung rund 53 Milliarden Dollar beträgt, dies macht es zur sechstgrößten Kryptowährung.

USA können mit Corona-Impfungen von Fünf- bis Elfjährigen starten

Die US-Gesundheitsbehörde CDC sprach sich am Dienstag für eine Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren mit dem Vakzin von BioNTech und Pfizer aus. CDC-Direktorin Rochelle Walensky gab grünes Licht, nachdem Berater der Behörde dem Schritt einstimmig zugestimmt hatten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte dem Impfstoff am Freitag bereits eine Notfallzulassung für den Einsatz in dieser Altersgruppe erteilt. Für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren war der Impfstoff im Mai in den USA freigegeben worden.

US-Präsident Joe Biden sprach von einem Wendepunkt im Kampf gegen Corona. “Das Programm wird in den kommenden Tagen hochgefahren und in der Woche des 8. Novembers voll einsatzbereit sein. Eltern werden ihre Kinder in Tausende von Apotheken, Kinderarztpraxen, Schulen und andere Einrichtungen bringen können, um sich impfen zu lassen”, erklärte er. Erste Impfungen könnten bereits am Mittwoch verabreicht werden.

“Wir wissen, dass Millionen von Eltern ihre Kinder unbedingt impfen lassen wollen, und mit dieser Entscheidung haben wir nun die Empfehlung ausgesprochen, dass etwa 28 Millionen Kinder einen Covid-19-Impfstoff erhalten”, sagte Walensky. Sie wies darauf hin, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Kindern während der jüngsten Corona-Welle, die durch die hochansteckende Deltavariante ausgelöst wurde, sprunghaft angestiegen sei.

Das Risiko, das von Covid-19 ausgehe, “ist zu hoch und zu verheerend für unsere Kinder und viel höher als bei vielen anderen Krankheiten, gegen die wir Kinder impfen”, sagte sie. Zudem hätten die Schließungen von Schulen schädliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Kinder. “Die Impfung kann uns helfen, all das zu ändern.”

Arbeitslosigkeit sinkt – Corona belastet Ausbildungsmarkt

Dank der üblichen Herbstbelebung sank die Zahl der Arbeitslosen im Oktober auf 2,377 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Dies waren 88.000 weniger als im September und 383.000 weniger als vor einem Jahr. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung fielen kräftig, während Beschäftigung und Nachfrage der Firmen nach neuem Personal zulegten. “Die Folgen der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt sind zwar noch sichtbar, werden aber kleiner”, sagte BA-Chef Detlef Scheele. Zugleich gehe die Zahl der Kurzarbeiter weiter zurück.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zeigte sich erfreut über den Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung auf knapp 34 Millionen Menschen. “Das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.” Ziel sozialer Arbeitsmarktpolitik müsse weiter sein, den gut eine Million Langzeitarbeitslosen eine echte Perspektive durch Wiedereingliederung in den Jobmarkt zu bieten.

Die Zahl der Erwerbstätigen kletterte im September binnen Jahresfrist um 239.000 oder 0,5 Prozent und damit so stark wie zuletzt im Februar 2020 unmittelbar vor Beginn der Corona-Krise. Insgesamt waren 45,1 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Die Arbeitslosenquote fiel in diesem Monat um 0,2 Punkte auf 5,2 Prozent. Rechnet man die jahreszeitlichen Schwankungen heraus, sank die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt um 39.000 zum Vormonat und damit doppelt so stark wie von Ökonomen erwartet. Zudem gab es im August nur noch 760.000 Kurzarbeitende. Zum Vergleich: Der Rekordwert im Zuge der Corona-Pandemie lag im April 2020 bei knapp sechs Millionen.

“Der Arbeitsmarkt zeigt sich bisher resistent gegen die Produktionsrückgänge in der Industrie und der Bauwirtschaft”, sagte die Chefvolkswirtin der Förderbank KfW, Fritzi Köhler-Geib. Sollten sich die Lieferengpässen wichtiger Vorprodukte bis zum Jahreswechsel noch entspannen, “könnte die Arbeitslosigkeit im kommenden Winter zumindest saisonbereinigt weiter sinken”.

CORONA-FOLGEN PRÄGEN AUSBILDUNGSMARKT IMMER NOCH

Die Bundesagentur zog auch Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2020/21, der weiter stark von der Corona-Krise geprägt sei. Die Ergebnisse hinkten trotz Aufhellung noch sehr deutlich hinter denen vor der Pandemie hinterher, sagte Scheele. “Wir stehen weiterhin vor großen Herausforderungen.” Von Oktober 2020 bis September 2021 hätten sich 434.000 Bewerberinnen und Bewerber bei den Arbeitsagenturen gemeldet und damit 39.400 weniger als vor einem Jahr. Zugleich fiel die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen um 18.000 auf 497.000. Vor allem von der Virus-Krise stark betroffene Betriebe aus dem Gastgewerbe oder Friseure boten weniger Lehrstellen an. Insgesamt waren Ende September noch 63.200 unbesetzte Ausbildungsplätze zu vermitteln und damit 3200 mehr als vor Jahresfrist.

Zugleich waren 24.600 Bewerber noch unversorgt. Damit blieben knapp sechs Prozent der Interessenten ohne Ausbildungsstelle oder Alternative wie Schule, Studium, Praktikum oder Job. “Wir müssen alles daransetzen, das Matching von Angebot und Nachfrage voranzubringen”, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger vom BDA. “Eine praxisorientierte Berufsorientierung ist dafür ein Muss.” Probleme, Stellen zu besetzen, hatten laut Bundesagentur Hotels und Gaststätten, Berufe in Lebensmittelherstellung und -verkauf, Gesundheitstechnik sowie der Bau. In einigen Branchen könnte sich die bereits bestehende Suche nach qualifiziertem Personal verschärfen, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende. “Die Frage der Fachkräfte ist die Wachstumsbremse in Deutschland.”

Dies spüren auch viele Betriebe, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu seiner Umfrage unter 28.000 Unternehmen mitteilte. Man rechne mit einer Erholung, aber nicht mit einem nachhaltigen, investitionsgetriebenen Aufschwung, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Die  Beschäftigungsabsichten  der Firmen drehten derweil wieder ins Plus. Rund 22 (zuletzt 16) Prozent  der Unternehmen wollen demnach Personal aufbauen, 13 (zuletzt 19) Prozent rechnen mit weniger Beschäftigten. “Dabei ist den Betrieben allerdings bewusst, dass die Einstellung neuer Beschäftigter häufig zur Herausforderung werden kann”, sagte Wansleben.

 

Bauaufträge ziehen deutlich an – “Stockende Abarbeitung”

Die Aufträge im Bauhauptgewerbe legten im August preis-, kalender- und saisonbereinigt um 7,3 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der zweite Anstieg in Folge und zugleich der zweitstärkste Zuwachs in diesem Jahr. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wuchsen die Bestellungen damit preisbereinigt um 1,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Außerdem hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe im Oktober erneut verbessert, während es sich in der deutschen Wirtschaft insgesamt bereits den vierten Monat in Folge eintrübte, wie das Ifo-Institut bei seiner monatlichen Umfrage unter Führungskräften herausfand. “Die Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage etwas besser”, betonte das Ifo-Institut mit Blick auf den Bau. Die Erwartungen legten hier zugleich zum sechsten Mal in Folge zu.

Die Branche weist aber auch auf Probleme hin. “Die Bauunternehmen werden nach wie vor in ihrer Produktion durch den anhaltenden Materialmangel gebremst” sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. “Die Aufträge können nur stockend abgearbeitet werden.” Auch könnten sich über den Orderanstieg nicht alle Bauunternehmen freuen. “Wir beobachten eine sehr unterschiedliche regionale und spartenbezogene Baukonjunktur”, sagte Müller. So stehe dem deutlichen Plus im Wohnungsbau ein großes Minus im Öffentlichen Bau gegenüber.

Die Baubranche ist bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen, nicht zuletzt wegen niedriger Zinsen und der anhaltend großen Nachfrage nach Wohnraum – vor allem in den größeren Städten. Auf den deutschen Baustellen fehlt derweil immer mehr ausgebildetes Personal. Im Hochbau gaben im September 33,5 Prozent der Betriebe Probleme bei der Suche nach Fachkräften an, wie das Ifo-Institut herausfand. Im Tiefbau klagten sogar 37,9 Prozent über einen Mangel an geeigneten Bewerbern.

 

WTO – Welthandel über Vorkrisenniveau – Risiko Pandemie bleibt

Er wachse in diesem Jahr um 10,8 Prozent, sagte die 164 Mitgliedsländer zählende WTO am Montag in Genf voraus. Im März war sie nur von 8,0 Prozent ausgegangen. Die asiatischen Exporte werden demnach um fast 15 Prozent höher ausfallen als 2019. Auch die Ausfuhren Europas und Nordamerikas hätten sich erholt, während Afrika und der Nahe Osten noch unter dem Vorkrisenniveau bleiben dürften. Für 2022 wurde die Prognose für das Wachstum des Welthandels von 4,0 auf 4,7 Prozent angehoben. Im vergangenen Jahr war er nach dem Ausbruch der Pandemie um 5,3 Prozent eingebrochen.

Engpässe bei wichtigen Produkten wie Mikrochips und Staus in großen Handelshäfen könnten allerdings die Lieferketten belasten und den Warenaustausch dämpfen. Die größten Risiken gehen der Organisation zufolge allerdings von der Pandemie aus. “Der ungleiche Zugang zu Impfstoffen verschärft die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Regionen”, warnte WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala vor Rückschlägen. “Je länger die Ungleichheit beim Zugang zu Impfstoffen anhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch gefährlichere Covid-19-Varianten auftauchen und die bisherigen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Fortschritte wieder zunichte machen.”

Auch die deutschen Exporteure haben sich vom Corona-Einbruch erholt. Von Januar bis Juli wuchsen ihre Ausfuhren um gut 16 Prozent auf 788 Milliarden Euro. Allerdings sind auch hier die Risiken gestiegen. “Engpässe bei wichtigen Vorprodukten und Rohstoffen sowie die temporären Schließungen chinesischer Häfen bringen das Uhrwerk der internationalen Lieferketten derzeit aus dem Takt, auch wenn die Nachfrage aus dem Ausland nach deutschen Produkten grundsätzlich hoch ist”, sagte kürzlich der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. Einer DIHK-Umfrage zufolge können 42 Prozent der deutschen Unternehmen bestehende Aufträge nicht abarbeiten. 26 Prozent müssen ihre Produktion drosseln oder gar stoppen. “Die Unsicherheiten im internationalen Handel bleiben mindestens bis Jahresende groß”, erwartet DIHK-Experte Treier.

 

EZB-Vize – Werden im Dezember mögliche Alternativen zu Notprogramm PEPP ausloten

Wenn sich die Konjunktur normalisiere und die Covid-Lage es erlaube, werde das in der Pandemie eigens geschaffene Anleihenkaufprogramm namens PEPP seine Aufgabe erfüllt haben, betonte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos am Montag auf einem Unternehmerforum in Madrid. Im Dezember werde die EZB über “mögliche Alternativen” zu dem Programm entscheiden, falls dieses im März beendet werden sollte.

Auch angesichts erhöhter Inflationsrisiken denken manche EZB-Währungshüter bereits über ein Abschalten des Corona-Krisenprogramms im Frühjahr nach. Einige zeigten sich offen für eine zeitweilige Aufstockung des kleineren und älteren Anleihenkaufprogramms APP, wie Reuters jüngst von mehreren mit der Diskussion in der Führungsetage vertrauten Personen erfuhr. Die monatlichen Kaufvolumina des APP von 20 Milliarden Euro fallen derzeit allerdings deutlich geringer aus als die des PEPP, das mit einem Gesamtvolumen von 1,85 Billionen Euro weit größer angelegt ist.

EZB-Chefin Christine Lagarde hat bereits signalisiert, dass auf der Dezember-Sitzung über die Zukunft dieser Käufe entschieden wird. Das PEPP-Programm ist eines der Hauptinstrumente der Europäischen Zentralbank (EZB), um den Kreditfluss an die Wirtschaft während der Corona-Krise zu stützen. Zugleich ist die EZB mit einer erhöhten Inflation konfrontiert, die im September mit 3,4 Prozent so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr ausfiel. Ein Großteil des derzeitigen Preisauftriebs ist nach Ansicht der Währungshüter weiterhin nur temporär und durch die Folgen der Corona-Krise bedingt. De Guindos räumte nun ein, dass Lieferengpässe auch einen “strukturellen Einfluss” auf den Preisauftrieb habe. “Dieser Einfluss geht über das hinaus, was wir noch vor einigen Monaten erwartet hatten.”

 

DIW – Auf das kräftige Wachstum im Sommer folgt die Flaute

Das Bruttoinlandsprodukt dürfte von Juli bis September um etwa anderthalb Prozent zulegen, sagten die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin voraus. Bereits im Frühjahr hatte es ein Plus von 1,6 Prozent gegeben. “Beflügelt wird die Entwicklung von einem Zwischenhoch bei den Dienstleistern, im verarbeitenden Gewerbe hält dagegen der Abwärtstrend an”, hieß es dazu. Erstgenannte könnten allerdings unter einer vierten Corona-Welle im Winter leiden, wenn auch nicht mehr so stark wie ein Jahr zuvor. “Damit dürfte das kräftige Plus bei der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal die Ruhe vor einem stürmischen Winter sein, in dem die deutsche Wirtschaft kaum von der Stelle kommt”, so das Institut.

Die Industrie schwächelt dem DIW zufolge aktuell nur deshalb, weil es im internationalen Warenverkehr nach wie vor klemmt und die hohen Auftragsbestände mangels nötiger Vorleistungsgüter nicht abgearbeitet werden können. Der Materialmangel ist so groß wie nie zuvor: 77,4 Prozent der Unternehmen berichteten im September über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen, wie das Ifo-Institut in einer Umfrage herausfand. “Der Flaschenhals auf der Beschaffungsseite wird immer enger”, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Das DIW geht von einem vorübergehenden Problem aus. “Im kommenden Jahr dürften große Teile der Produktion nachgeholt und die Konjunktur dementsprechend merklich angekurbelt werden”, hieß es. Die Dienstleister profitieren derweil noch von der entspannten Corona-Lage. In vielen Bereichen, die wie etwa das Gastgewerbe während früherer Corona-Wellen besonders gebeutelt waren, dürfte die Wertschöpfung in die Höhe geschossen sein.

 

Britische Reisebranche kündigt weiteren Stellenabbau an

Der Lobbyverband ABTA teilte am Dienstag mit, mehr als zwei Drittel seiner Mitglieder planten wegen der strikten Reiseregeln der Regierung in London Entlassungen. Die neuen Buchungen im Sommer 2021 lägen um 83 Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Krise. “Die Reiseanforderungen der Regierung haben das Reisegeschäft dieses Sommers erstickt und gefährden Arbeitsplätze, Unternehmen”, sagte ABTA-Chef Mark Tanzer. Der Verband vertritt rund 4300 Reisemarken.

Die geschätzten neuen Entlassungen dürften die Gesamtzahl der während der Virus-Pandemie verloren gegangenen Jobs im Geschäft mit Auslandseisen laut ABTA auf fast 100.000 steigen lassen. Die Zahl dürfte sich demnach auf 226.000 erhöhen, wenn man die Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette berücksichtigt.

Bei den Corona-Maßnahmen wird derzeit ein dreistufiges System in Großbritannien angewendet, bei dem alle Stufen teure Tests zum Reisen verlangen, ungeachtet vom Impfstatus. Dies stößt bei der gesamten Reisebranche und bei den Airlines auf heftige Kritik. Großbritanniens größter Flughafen Heathrow fällt nach Einschätzung des Betreibers wegen strenger Reisebestimmungen bereits weit hinter die Konkurrenz zurück. Das Passagieraufkommen sei mit 2,23 Millionen im August noch immer 71 Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie, hieß es am Montag. Damit rutsche der Flughafen auf den zehnten Platz im europäischen Vergleich – nach dem ersten Platz 2019.

 

Airline Eurowings will bald wieder mit 100 Maschinen fliegen

Sollte es keinen Rückschlag durch weitere Corona-Virus-Varianten geben, werde Eurowings 2022 auf deutlich mehr als 100 Flugzeuge wachsen, sagte Firmenchef Jens Bischof am Dienstag. Derzeit habe man 81 Flugzeuge in der Luft und damit so viele wie nie seit Beginn der Virus-Pandemie im Frühjahr 2020. “Damit wären wir eine der ersten Fluglinien in der EU, die wieder 90 bis 100 Prozent des früheren Niveaus erreichen.” So gewinne man Marktanteile, weil andere Konkurrenten den Betrieb langsamer hochfahren würden.

Vor der Krise hatte Eurowings laut Bischof rund 115 Kurz- und Mittelstreckenflieger im Einsatz und etwa ein Dutzend Langstreckenmaschinen. Im kommenden Winter dürfte die Zahl der Maschinen wegen der traditionell geringeren Nachfrage und Wartungsarbeiten auf 65 bis 70 sinken. Bis zum Sommer werde man aber wohl 500 bis 800 Beschäftigte einstellen, wenn man die Flottenstärke wie geplant ausweite, sagte Bischof. In den Spitzenzeiten Mitte 2022 werde man dann über sogenanntes Wetlease zusätzlich Kapazitäten bei Partnern mieten.

Eurowings konzentriere sich verstärkt auf Urlaubsreisen und das Geschäft mit Familien- und Heimatflügen etwa Richtung Balkan, Türkei und Russland. Zudem habe man die Kosten stark gesenkt. Deshalb sei Eurowings “heute so wettbewerbsfähig wie noch nie seit ihrer Unternehmensgründung”, sagte Bischof. Darüber hinaus komme die Sparte Geschäftsreisen nach Ende der Sommerferien deutlich zurück. “Denn auch hier sehen wir jetzt starke Nachholeffekte.” Aber der Eurowings-Chef betonte: “Natürlich sind wir noch lange nicht auf Vorkrisenniveau.”

FLIEGEN NACH DER PANDEMIE JETZT TEURER?

Auf die Frage, ob Fliegen nach der Pandemie teurer sei, sagte Bischof, auf bestimmten Strecken seien die Durchschnittserlöse (Yields) stabil. Dies gelte vor allem für Verbindungen, wo früher fünf oder sechs Konkurrenten im Markt waren, derzeit aber nur noch drei oder vier fliegen. Anderswo wiederum gebe es starken Wettbewerb. Insgesamt sei Eurowings aber mit “stabilen Yields” unterwegs.

Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr wagte Bischof nicht. Man werde wirtschaftlich deutlich positiver abschließen als im Corona-Jahr 2020. Aber auch 2021 werde ökonomisch noch anspruchsvoll und anstrengend sein. Derzeit habe man immerhin die höchsten Verkehrszahlen seit Beginn der Pandemie, was sich in den Geschäftszahlen zum dritten Quartal zeigen werde. Von Juni bis August habe Eurowings fast drei Millionen Menschen geflogen. Dies seien 82 Prozent mehr als 2020, aber weiter nur 60 Prozent des Niveaus von 2019.

Eurowings profitierte zuletzt vom Streik bei der Bahn. In der Zeit habe man rund 50 Prozent mehr Buchungen bei längeren innerdeutschen Strecken gespürt, erläuterte Bischof.

 

Lufthansa profitiert im Frachtgeschäft von Lieferketten-Problemen

Die positivsten Nachrichten für den Konzern in den letzten Wochen kämen von der Luftfrachttochter, sagte der Konzern-Chef am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). “Sie wird dieses Jahr über eine Milliarde Gewinn beisteuern”, sagte er. Dies werde “mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit” erreicht.

Die globalen Lieferketten seien in Folge der Covid-Krise absolut aus dem Takt geraten, führte der Airline-Chef aus. “Das ist das ideale Geschäft bei der Luftfracht.” Diese werde immer dann gebraucht, wenn Werttransporte per Schiff oder per Bahn nicht schnell genug seien. Große Kunden seien die Autoindustrie, aber auch Pharmaprodukte und medizinische Produkte seien gefragt. Zudem spiele der Online-Handel eine wichtige Rolle. “Wir sind mehr oder weniger global ausverkauft in der Luftfracht,” sagte Spohr. Dabei habe der Konzern auch kürzere Strecken im Blick. “Wir haben jetzt gerade entschieden, ins Kurzstreckengeschäft einzusteigen”, sagte Spohr.

Ermutigend ist für den Lufthansa-Chef zudem, dass inzwischen der Geschäftsreiseverkehr langsam wieder zurückkehrt. So habe sich in den letzten Wochen die Nachfrage nach Flügen in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien um 15 Prozent erhöht. “Und wenn man nur auf die innerdeutschen Flüge schaut, sogar um 30 Prozent.” Beides sei ein Streckengebiet, in dem Lufthansa viele Geschäfts- und weniger Tourismusreisen habe.

SPOHR: IN GESPRÄCHEN ÜBER AUSSTIEG DES BUNDES

Der Konzern, zu der auch die Airlines Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines gehören, wurde 2020 mit einem Finanzrahmen von neun Milliarden Euro von Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien in der schweren Krise vor der Pleite bewahrt. Der Bund hatte im Rahmen einer milliardenschweren Stützungsaktion eine Beteiligung von 20 Prozent erworben und war damit zum Hauptaktionär aufgestiegen.

Lufthansa sei bereits in der Lage gewesen, die ersten Stabilisierungsmittel zurückzuführen, sagte Spohr. Die erste Milliarde sei schon zurückgeflossen. “Und wir sind in der Tat in Gesprächen mit der Bundesregierung über den Einstieg in den Ausstieg.” Er würde gerne noch mit den jetzigen Ansprechpartnern Klarheit schaffen, sagte Spohr. Ende 2023 müsse der Staat spätestens die Aktien verkauft haben. Der Bund hatte Mitte August angekündigt, seine Beteiligung von 20 Prozent um zunächst bis zu ein Viertel zu verringern. Die Lufthansa und die Bundesregierung wollen die Airline-Gruppe möglichst schnell wieder unabhängig von der Hilfe des Steuerzahlers machen.