Zins- und Konjunktursorgen haben Europas Börsen fest im Griff

Frankfurt (Reuters) – Die Furcht vor deutlichen US-Zinserhöhungen vertreibt Anleger aus den europäischen Finanzmärkten.

“Aktien und Anleihen werden simultan verkauft”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. “Alles, was in irgendeiner Weise Zinsrisiko hat, fliegt aus den Depots.”

Dax und EuroStoxx50 fielen am Freitag um jeweils etwa 2,5 Prozent auf 14.142 beziehungsweise 3842 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 1,5 Prozent ein. Die Verkaufswelle am Bondmarkt trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf ein Sieben-Jahres-Hoch von 0,973 Prozent. Ihre US-Pendants blieben mit 2,905 Prozent auf Tuchfühlung mit ihrem jüngsten Dreieinhalb-Jahres-Hoch.

Genährt wurden die Zinsspekulationen von US-Notenbankchef Jerome Powell, der für Mai eine Anhebung um einen halben Punkt signalisiert hatte. Die scharfe Reaktion der Börse sei aber etwas seltsam, da keine seiner Äußerungen überrascht hätten, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Offenbar werteten Anleger den Tenor seiner Rede als Hinweis auf eine Serie von Zinserhöhungen um jeweils 50 Basispunkte. Die Experten der Investmentbank Nomura erwarten für Mai sogar einen Schritt von 0,75 Prozentpunkten. Vor diesem Hintergrund stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um bis zu 0,7 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 101,33 Punkten.

LOCKDOWNS IN CHINA TRÜBEN KONJUNKTURAUSSICHTEN

Sorgen bereitete Börsianern neben dem Krieg in der Ukraine die Pandemie-Beschränkungen in China. “Ursprünglich sollte es nur ein kurzer Lockdown für Shanghai sein”, sagte Analyst Wenyu Yao von der Bank ING. “Jetzt dauert er schon über einen Monat und niemand weiß, wann er endet.”

Ein möglicher Rückgang der China-Nachfrage schlug sich in den Rohstoffpreisen nieder. Das Industriemetall Kupfer verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 10.206 Dollar je Tonne. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee gab 1,7 Prozent auf 106,52 Dollar je Barrel (159 Liter) nach. Für Letztere sei dies aber nur ein kurzfristiger Rücksetzer, gab Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates zu bedenken. “Ein EU-Boykott russischer Energielieferungen wird zwangsläufig zu höheren Preisen führen.”

SAP ENTTÄUSCHT MIT GEWINN – AUSBLICK BELASTET GAP

Am deutschen Aktienmarkt gehörte SAP zu den Verlierern. Die Titel des Software-Konzerns fielen wegen eines rückläufigen operativen Gewinns um zwei Prozent auf 97,57 Euro. “Allerdings sieht das Bild unter Herausrechnung der Belastungen durch die Schließung des Russland-Geschäfts besser aus”, sagte DZ Bank-Analyst Armin Kremser. Positiv seien zudem die trotz dieser Ausfälle bekräftigten Gesamtjahresziele.

An der Wall Street brachen Gap um rund 18 Prozent ein. Wegen der schwächelnden Konjunktur und Problemen bei der Marke Old Navy rechnet die Modefirma für das erste Quartal mit einem Rückgang der Erlöse um bis zu etwa 15 Prozent. Bislang war ein Minus im hohen einstelligen Prozentbereich angekündigt worden. Er halte die aktuellen Kursverluste aber für eine Kaufgelegenheit, schreibt Analyst David Swartz vom Research-Haus Morningstar. Gap sei weit davon entfernt in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Im Sog von Gap gaben Abercrombie & Fitch, Aerican Eagle, Urban Outfitters und der “Calvin Klein”-Mutter PVH bis zu 7,5 Prozent nach.

 

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

Starke Firmenbilanzen geben Europas Börsen Auftrieb

Frankfurt (Reuters) – Starke Firmenbilanzen locken Anleger an die Aktienmärkte.

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Donnerstag um jeweils etwa ein Prozent auf 14.502 beziehungsweise 3933 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones rückte 0,4 Prozent vor.

Risiken wie der Ukraine-Krieg oder die US-Zinswende hätten offenbar ihren Schrecken verloren, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. “Anders formuliert, die Marktteilnehmer haben sich an die aktuelle geopolitische Situation und die steigenden Zinsen in den Vereinigten Staaten gewöhnt.”

Selbst die Aussicht auf eine nahende Kehrtwende der Europäischen Zentralbank (EZB) schmälerte die Kauflaune der Investoren kaum. In den vergangenen Tagen hätten vor allem die Verfechter einer strafferen Geldpolitik für eine baldige Zinserhöhung getrommelt, sagte Peter Schaffrik, Anlagestratege der Investmentbank RBC Capital Markets. Inzwischen stimmten auch moderatere Kräfte wie der EZB-Vize Luis de Guindos in diesen Chor ein.

Vor diesem Hintergrund stieg der Euro zeitweise um 0,8 Prozent auf 1,0936 Dollar. Europäische Staatsanleihen flogen dagegen aus den Depots. Dies brachte die Rendite der zehnjährigen Bundestitel mit 0,939 Prozent auf Schlagdistanz zu ihrem jüngsten Sieben-Jahres-Hoch.

ÖL TEURER – SCHWÄCHELNDE FÖRDERUNG TREIBT METALLPEISE

Unterdessen verteuerten Ausfälle libyscher Lieferungen die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,4 Prozent auf 108,34 Dollar je Barrel (159 Liter). “Grund hierfür sind die anhaltenden Blockaden von Öleinrichtungen”, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. “Das dürfte es der EU erschweren, nach alternativen Anbietern zu suchen, um ein Ölembargo gegen Russland beschließen zu können.”

Auch bei Kupfer griffen Investoren zu, nachdem einige Bergbaukonzerne einen Rückgang der Erzfördermengen bekanntgegeben hatten. Der Preis für das Industriemetall stieg um 0,7 Prozent auf 10.296 Dollar je Tonne. Steigende Kosten für Treibstoff und andere Güter erschwerten es den Unternehmen, die Produktion am Laufen zu halten, sagte Analyst Ole Hansen von der Saxo Bank. “Wir brauchen aber Steigerungen in den kommenden Jahren, um unsere Pläne bezüglich des Klimaschutzes oder der Abhängigkeit von russischen Lieferungen erfüllen zu können.” Kupfer spielt eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung von Verkehr und Industrie.

LICHT UND SCHATTEN IN DER ROHSTOFFBRANCHE – ABB GEFRAGT

So brach die Produktion des chilenischen Kupfer-Förderers Antofagasta unter anderem wegen einer Dürre im ersten Quartal um 24 Prozent ein. Die in London notierten Aktien des Unternehmens verbuchten mit einem Minus von zeitweise gut neun Prozent den größten Kurssturz seit dem Börsen-Crash vom März 2020. Konkurrent BHP kürzt wegen Arbeitskräfte-Mangel und Protesten von Anwohnern und Arbeitern der weltgrößten Kupfermine Escondida in Chile seine Produktionsziele für 2022. BHP-Papiere gaben daraufhin drei Prozent nach.

Aurubis stiegen dagegen zeitweise auf ein Rekordhoch von 119,75 Euro und schlossen 6,6 Prozent im Plus bei 116 Euro. Europas größte Kupferhütte hob nach einem starken Quartalsergebnis seine Gesamtjahresziele an. Auf dieser Basis habe er seine Prognosen für den operativen Gewinn 2021/2022 auf 558 von 456 Millionen Euro angehoben, schrieb DZ Bank-Analyst Dirk Schlamp.

An der Wall Street gehörte Tesla dank überraschend starker Zahlen mit einem Plus von zeitweise fast zwölf Prozent zu den Favoriten. Der Elektroautobauer meistere alle Schwierigkeiten mit Bravour, lobte Analyst Craig Irwin von der Investmentbank Roth. “Nichtsdestotrotz: Die Aktie ist angesichts der sich rasch nähernden ernsthaften Konkurrenz unerhört überbewertet. Tesla mag heute der Branchen-King sein, künftige Kursverluste sind aber nur eine Frage der Zeit.”

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

Konjunktur- und Zinssorgen belasten Europas Börsen

Frankfurt (Reuters) – Die anhaltenden Kämpfe in der Ukraine und erneute Spekulationen auf raschere US-Zinserhöhungen verderben europäischen Aktienanlegern die Laune.

Dax und EuroStoxx50 fielen am Dienstag um jeweils etwa ein Prozent auf 14.059 Zähler beziehungsweise 3812 Punkte. “Die Angst vor einer Rezession wächst”, sagte Sophie Lund-Yates, leitende Analystin beim Brokerhaus Hargreaves Landsdown. “Steigende Zinsen in einer Zeit nachlassender wirtschaftlicher Aktivität sorgen für schwierige Umstände.”

Kopfschmerzen bereitete Börsianern das erneute Plädoyer des führenden US-Notenbankers James Bullard für eine Zinserhöhung von 0,75 Prozentpunkten im Mai, sagte Portfolio-Managerin Baylee Westfield vom Vermögensverwalter Aviva. “Das ist eine gute Erinnerung für den Markt, das dies durchaus möglich ist.” Man dürfe allerdings nicht vergessen, dass Bullard als Befürworter einer straffen Geldpolitik bekannt sei.

BOND-RENDITEN UND DOLLAR-INDEX AUF MEHRJAHRESHOCHS

Vor diesem Hintergrund trennten sich weitere Investoren von Staatsanleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen US-Bonds auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 2,909 Prozent. Ihre deutschen Pendants rentierten mit 0,934 Prozent zeitweise so hoch wie zuletzt vor knapp sieben Jahren.

Der Weltleitwährung gaben die Zinserhöhungsspekulationen dagegen Rückenwind. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um bis zu 0,2 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 101,02 Punkten. Diese Entwicklung spiegele das überdurchschnittliche Wachstum der US-Wirtschaft wider, sagte Anlagestrategin Carol Kong von der Commonwealth Bank of Australia. Vor allem Europa leide unter den Folgen des Ukraine-Kriegs wie den gestiegenen Energiepreisen.

KONJUNKTURAUSSICHTEN TRÜBEN SICH EIN

Unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges hatte die Weltbank ihre Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum 2022 am Montag auf 3,2 Prozent gesenkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird diesem Beispiel wohl bald folgen. “Das ist voraussichtlich die erste von zahlreichen Kürzungen im weiteren Jahresverlauf”, sagte Michael Brown, Manager beim Finanzdienstleister Caxton.

Auch Chinas Wirtschaft zeigt Anzeichen von Schwäche. Allerdings werde die Regierung in Peking wohl mit verstärkten Infrastruktur-Investitionen gegensteuern, prognostizierte Wang Tao, Chef-Volkswirt für China bei der Bank UBS.

ENERGIEWERTE BLEIBEN GEFRAGT – VERSICHERER SCOR IM MINUS

Die anhaltend hohen Energiepreise hievten den Index für die europäische Öl- und Gasbranche zeitweise um 1,4 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 337,94 Punkten. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich am Dienstag zwar um 1,2 Prozent auf 111,82 Dollar je Barrel (159 Liter), sie hatte in den vorangegangenen Tagen aber 15 Prozent zugelegt. Die EU arbeitet nach eigenen Angaben an einem europäischen Embargo für russische Öllieferungen.

Die Aktien von Scor fielen in Paris um fast sieben Prozent. Der Versicherer muss eigenen Angaben zufolge im ersten Quartal voraussichtlich Schadensfälle im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg im Volumen eines hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrags regulieren. Die russische Tochter Scor PO nehme inzwischen kein Neugeschäft mehr an.

Kupferpreis – Das Ausbruchs-Szenario ist weiterhin voll intakt!

Mit dem Erreichen der Marke von 5,04 USD ist den Bullen vom Kupferpreis ein ordentlicher Schlag Richtung Norden gelungen. So haben sie mehrjährige Höchststände erreicht, was grundsätzlich als sehr bullish angesehen werden kann.

Allerdings haben dann die Bären wieder einmal ihr Tribut gefordert und die Preise in die mittelfristige Seitwärtsphase gedrückt. In dieser befindet sich der Preis von Kupfer derzeit zum wiederholten Male. Trotzdem ist die Situation weiterhin als mittel- und langfristig bullish zu bezeichnen.

Kupferpreis – der Druck Richtung Norden erhöht sich

Es baut sich immer mehr Druck gen Norden auf und die Bewegung nimmt auch schon wieder Fahrt in diese Richtung auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass es hier zu einem nächsten Angriff auf neue Höchststände kommt, ist sehr groß. Ist das geschehen, so können recht schnell die Kursziele auf der Oberseite erreicht werden.

Diese sind beispielsweise bei 5,30 sowie 5,55 USD zu finden. Auf der Unterseite kommt der Marke von etwa 4,45 USD eine besondere Wichtigkeit zu. Diese sollte nicht vom Kupferpreis unterschritten werden, um das Bild weiterhin bullish zu halten.

Fazit – zwar dauert die Ausbruchsbewegung an, dennoch ist die bullische Variante weiterhin aktiv. Ein nachhaltiger Ausbruch kann demnach in Kürze folgen.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Kupferpreis (D1)

Kupferpreis Prognose
Kupferpreis | Chart von FxEmpire

Das ist eine Trendanalyse (D1) für den Kupferpreis!

Macd Oszillator: Bei dem beliebten Indikator wird nun analysiert, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Auch wird geschaut, ob der Macd über null tendiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind 7 positiv. Insofern ist das als bullisch zu bezeichnen.

Gleitende Durchschnitte: Hierbei wird analysiert, ob bei dem Kupferpreis die GDs steigend sind. Ein Aufwärtstrend wird durch steigende GDs gekennzeichnet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind sogar 9 steigend. Das ist durchaus als sehr bullisch zu bezeichnen.

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes wird geschaut, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind 8 positiv. Hier kann man sagen, das ist bullisch.

Die Auswertung der Trendanalyse

08.04.2022: Was zeigt die Gesamtauswertung auf? Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 24 als positiv zu bezeichnen. Das sind ganze 80.00 %. Der Status ist hier auf „Sehr Bullisch“ zu setzen. Aus dieser Sicht heraus ist es angebracht, einen Einstieg in den Kupferpreis zu suchen und zu kaufen, bzw. investiert zu bleiben.

 

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Ukraine- und China-Hoffnungen treiben Börsen – Fed im Blick

Frankfurt (Reuters) – Spekulationen auf eine Waffenruhe in der Ukraine und die Aussicht auf Hilfen für die gebeutelten chinesischen Technologiefirmen beflügeln europäische Börsen.

Gleichzeitig fieberten Investoren am Mittwoch dem Zinsentscheid der US-Notenbank entgegen.

Der Dax stieg um 2,5 Prozent auf 14.264 Punkte, der EuroStoxx50 kletterte um drei Prozent auf 3851 Zähler. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann ein knappes Prozent. Mit Euro deckten sich Anleger ebenfalls ein und bescherten der Gemeinschaftswährung ein Plus von 0,4 Prozent auf 1,0990 Dollar. Aus “sicheren Häfen” wie Bundesanleihen zogen sie sich dagegen zurück und trieben die Rendite der zehnjährigen Titel auf 0,38 Prozent.

Am Rohölmarkt ließ der Verkaufsdruck nach. Die Sorte Brent aus der Nordsee notierte 1,3 Prozent im Plus bei 101,20 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem ihr Preis am Dienstag um 6,5 Prozent gefallen war. “Hinweise für Fortschritte bei den Waffenstillstandsverhandlungen dämpfen die Furcht vor Lieferausfällen”, sagte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates. “Bis zu einem Ende der Feindseligkeiten ist es aber noch ein langer Weg.”

CHINESISCHE TECHNOLOGIEWERTE HEBEN AB

Unterdessen stellte der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Liu He nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua Konjunkturhilfen und eine Förderung der internetbasierten Industrie in Aussicht. “Noch im letzten Jahr konnte Chinas Regierung nicht genug davon bekommen, die Daumenschrauben für die Technologieunternehmen des Landes immer noch ein wenig weiter anzuziehen”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Jetzt aber scheint der Punkt gekommen, wo weitere Verluste systemrelevant werden könnten.”

Der Honkonger Technologieindex verbuchte daraufhin mit einem Plus von gut 22 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte. Sein europäisches Pendant gewann knapp fünf Prozent. Die Aktien des Finanzinvestors Prosus, der am chinesischen Technologiekonzern Tencent beteiligt ist, rückten in Amsterdam 21 Prozent vor.

Lius Aussagen schürten zudem Hoffnungen auf ein beschleunigtes Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, nachdem mehrere Coronavirus-Ausbrücke und Lockdowns für mehrere Wirtschaftsmetropolen Konjunkturängste geweckt hatten. Dies verhalf dem Industriemetall Kupfer zu einem Kursplus von zwei Prozent auf 10.095 Dollar je Tonne. Bei europäischen Luxusgüter-Herstellern, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist, stiegen sie ebenfalls wieder ein. Die Aktien von LVMH, Kering oder Richemont stiegen um bis zu sieben Prozent.

BEI DER FED MACHT DER TON DIE MUSIK

Da eine Zinserhöhung der US-Notenbank um einen Viertel Prozentpunkt als ausgemacht gilt, warten Börsianer gespannt auf die Pressekonferenz des Fed-Chefs Jerome Powell. “Der Fokus liegt auf der Inflationsvorhersage für 2023 und 2024, sagte Stuart Cole, Chef-Volkswirt des Brokerhauses Equiti Capital. “Sie liefert Hinweise, ob die Fed die Inflation in Folge der Ukraine-Krise als kurzfristig oder eher strukturell betrachtet.”

Am Anleihemarkt richteten sich die Blicke auf Russland, da im Tagesverlauf Zinszahlungen auf Dollar-Bonds im Volumen von 117 Millionen Dollar fällig werden. Dem russischen Finanzminister Anton Siluanow zufolge hat das Land die Zahlungen geleistet. Wegen des Einmarschs in die Ukraine wurde Russland aber vom Westen mit Sanktionen belegt, die den internationalen Geldtransfer erschweren. Es wäre der erste Zahlungsausfall seit der Russischen Revolution 1917, als die Bolschewiken Schulden aus der Zarenzeit nicht anerkannten. Derzeit sind russische Fremdwährungsanleihen im Gesamtvolumen von etwa 40 Milliarden Dollar im Umlauf.

China- und Ukraine-Sorgen lasten auf Börsen – Fed im Blick

Frankfurt (Reuters) – Corona-Ausbrüche in China zehren an den bereits angegriffenen Nerven der Anleger.

Außerdem schürte der nahende Zinsentscheid der US-Notenbank am Dienstag Nervosität. Etwas Hoffnung versprach allerdings die geplante Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Waffenruhe. Investoren reagierten zudem erleichtert auf den nachlassenden Preisdruck durch den Rückgang der Energiepreise.

Dax und EuroStoxx50 grenzten ihre anfänglichen Verluste ein und lagen am Abend nur noch jeweils knapp im Minus bei 13.917,27 beziehungsweise 3739,63 Punkten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones legte dagegen 1,5 Prozent zu.

Die Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee rutschte unterdessen um fast fünf Prozent auf 101,75 Dollar je Barrel (159 Liter) ab. Die strengen Pandemie-Beschränkungen in einigen Wirtschaftsmetropolen Chinas schürten bei Anlegern Furcht vor einem Nachfrage-Rückgang. Dies drückte auch die Kurse von Industriemetallen wie Kupfer oder Aluminium, die sich um 0,5 beziehungsweise zwei Prozent verbilligten. In ihrem Windschatten büßte der Index für die Bergbaubranche ebenfalls zwei Prozent ein.

Die Sorgen seien aber unbegründet, da die Regierung in Peking bei ihrer Pandemie-Bekämpfung Erfolge vorzuweisen habe, gab Anlage-Experte Ben Sheehan vom Vermögensverwalter abrdn zu bedenken. “Während der Konsum aufgrund der ständigen Abriegelungsmaßnahmen mit Gegenwind zu kämpfen hatte, blieb die Industrieaktivität robust, und China konnte seiner Rolle als verlässlicher Partner im globalen Handel treu bleiben.”

Europäische Luxusgüter-Hersteller gerieten wegen der Lockdowns in China allerdings unter die Räder. Für sie ist das Land einer der wichtigsten Absatzmärkte. Die Aktien von LVMH, Kering und Richemont gaben bis zu 3,4 Prozent nach.

FED STEHT VOR ZINSWENDE

Daneben bereiteten sich Börsianer darauf vor, dass die US-Notenbank den Leitzins am Mittwoch um einen Viertel Prozentpunkt anhebt. “Alles andere wäre eine Überraschung”, sagte Jens Franck, Chef-Portfoliomanager des Vermögensverwalters NordIX. Daher würden Investoren die anschließenden Äußerungen des Fed-Chefs Jerome Powell auf die Goldwaage legen. “Insbesondere neu hinzukommende Inflationsrisiken, die sich im Zuge der aktuellen geopolitischen Situation gebildet haben, und Risiken für die konjunkturelle Entwicklung dürften durchaus von Belang sein.”

Am Anleihemarkt ließ der Verkaufsdruck vorerst nach. Dadurch fielen die Renditen der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf 2,13 beziehungsweise 0,329 Prozent, nachdem sie zum Wochenauftakt auf die höchsten Stände seit rund drei Jahren gestiegen waren.

FRAPORT AUF TALFAHRT – FLUGGESELLSCHAFTEN IM AUFWIND

Bei den deutschen Aktienwerten gehörte Fraport mit einem Minus von drei Prozent zu den Verlierern. Die Zahlen des Flughafenbetreibers für 2021 hätten zwar positiv überrascht, kommentierte DZ Bank-Analyst Dirk Schlamp. Der Ausblick enttäusche aber.

Aufwärts ging es dagegen für American Airlines, Delta und United, deren Titel sich an der Wall Street um bis zu sieben Prozent verteuerten. Einige US-Fluggesellschaften hatten dank einer robusten Nachfrage ihre Umsatzprognosen angehoben. Dies gleiche die gestiegenen Treibstoffpreise aus, schrieb Analystin Sheila Kahyaoglu von der Investmentbank Jefferies. Im Windschatten der US-Rivalen legten die Papiere der Lufthansa gut ein Prozent zu.

“Bärenmarkt-Rally” bei Aktien – Waffenruhe in Ukraine erhofft

Frankfurt (Reuters) – Die Hoffnung auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg setzt der Talfahrt der europäischen Börsen ein vorläufiges Ende. Gleichzeitig entspannte sich die Lage an den Rohstoffmärkten. Der Dax verbuchte am Mittwoch mit einem Plus von 7,9 Prozent auf 13.847,93 Punkte den größten Tagesgewinn seit etwa eineinhalb Jahren. Der EuroStoxx50 legte 6,7 Prozent auf 3741,37 Zähler und der US-Standardwerteindex Dow Jones zwei Prozent auf 33.297,04 Stellen zu.

Sowohl auf russischer wie auch auf ukrainischer Seite scheine es Bewegung und die Bereitschaft zu Verhandlungen zu geben, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Außerdem kursierten Gerüchte, dass die EU-Staats- und Regierungschefs auf ihrem anstehenden Gipfel ein Konjunkturprogramm ankündigen könnten.

Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets bezeichnete die aktuelle Erholung aber als “Bärenmarkt-Rally” und warnte vor überzogenen Erwartungen an das Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine sowie an mögliche ukrainische Zugeständnisse. “Beides könnte zwar hoffentlich den blutigen Konflikt beenden, nicht aber die dadurch ausgelösten geo- und wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen aus dem Weg räumen.” Als Bärenmarkt-Rally bezeichnen Experten eine Zwischenerholung in einem längerfristigen Abwärtstrend.

 

GOLD UND DOLLAR AUF TALFAHRT – EZB-SITZUNG IM BLICK

Dennoch zogen sich die Optimisten aus “sicheren Häfen” zurück. Gold verbilligte sich um 2,5 Prozent auf 2001 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gab 1,2 Prozent nach. Im Gegenzug stieg der Euro auf 1,1083 Dollar.

Dieser habe seine Talsohle aber noch nicht durchschritten, warnte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Es sei unklar, ob die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Ratssitzung am Donnerstag an ihrer geplanten Drosselung der Wertpapierkäufe festhalten werde. “Oder ob sie nicht die möglichen wirtschaftlichen Risiken, die aus dem Energiepreisschock resultieren können, stärker gewichtet, als die Preisgefahren, die sich daraus ergeben dürften.”

Bei vielen Rohstoffen nutzten Investoren die jüngsten Preissteigerungen für Gewinnmitnahmen. So verbilligte sich Palladium um 4,5 Prozent auf 3039 Dollar je Feinunze und Kupfer um 1,5 Prozent auf 10.057 Dollar je Tonne. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee büßte 4,4 Prozent auf 122,32 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Hier reife die Erkenntnis, dass der US-Importstopp für russisches Erdöl den Angebotsengpass nicht verschlimmern werde, sagte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM. Darüber hinaus stellte die Internationale Energieagentur IEA eine Freigabe zusätzlicher Ölreserven in Aussicht.

 

FIRMENBILANZEN HEBEN STIMMUNG

Unterdessen gaben ermutigende Firmenbilanzen den europäischen Aktienmärkten zusätzlichen Rückenwind. Die enttäuschenden Quartalsergebnisse von Adidas würden von einem optimistischen Ausblick überstrahlt, der auf starke Geschäfte für die gesamte Sportartikel-Branche hindeute, kommentierte Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies. Adidas-Aktien verbuchte mit einem Plus von 13,6 Prozent den drittgrößten Tagesgewinn der Firmengeschichte. In ihrem Windschatten rückte Erzrivale Puma zwölf Prozent vor. Die US-Konkurrenten Nike und Under Armour legten jeweils etwa sechs Prozent zu.

Stark gefragt waren auch die Papiere der Deutschen Post. Sie sprangen um 12,4 Prozent nach oben, so stark wie zuletzt vor mehr als 13 Jahren. Die Geschäftszahlen des Brief- und Paketzustellers hätten leicht über den Erwartungen gelegen, lobte DZ Bank-Analyst Dirk Schlamp. Positiv sei auch der geplante Aktienrückkauf. Die US-Rivalen der Post, FedEx und UPS, stiegen um bis zu fünf Prozent.

 

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Rohstoff-Preissprünge schüren bei Anlegern Rezessionsangst

– von Hakan Ersen

Frankfurt (Reuters) – Die Furcht vor einer Energiekrise in Europa und ihren wirtschaftlichen Folgen hat die Börsen fest im Griff.

Die Diskussion um ein Verbot russischer Energie-Lieferungen trieb den europäischen Erdgaspreis am Montag auf ein Rekordhoch. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee setzte zum Sprung über die bisherige Bestmarke von 2008 an.

“Bei einem Verbot von Energie-Importen werden wir kurzfristig in eine Situation kommen, in der die Regierungen bestimmte Rohstoffe rationieren müssen”, warnte Elwin de Groot, Chef-Anlagestratege der Rabobank. Daraufhin fielen Dax und EuroStoxx50 um drei Prozent auf 12.709 beziehungsweise um zwei Prozent auf 3484 Punkte. Die Terminkontrakte auf die US-Indizes büßten etwa 1,5 Prozent ein.

“Es wächst die Furcht, dass der Konflikt die Weltwirtschaft, die sich bereits jetzt mit der Überwindung der Pandemie-Folgen schwer tut, belastet”, sagte Kunal Sawhney, Chef des Research-Hauses Kalkine. Die Hoffnung auf eine kräftige Konjunkturerholung schwänden. Von den Notenbanken sei keine Hilfe zu erwarten, warnte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. “Im besten Fall halten sie die Füße still, statt wie angekündigt die Zinsen zu erhöhen.”

ROHSTOFFPREISE KENNEN KEIN HALTEN

Wegen der Embargo-Diskussion steuerte der europäische Erdgas-Future mit einem Plus von 63,4 Prozent auf den größten Tagesgewinn seiner Geschichte zu und notierte mit 335 Euro je Megawattstunde so hoch wie nie. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee sprang um knapp 20 Prozent nach oben und erreichte mit 139,13 Dollar je Barrel (159 Liter) ein 13-1/2-Jahres-Hoch. “Bei einer Sanktion sämtlicher russischer Energie-Exporte würde mich ein Brent-Preis von mehr als 200 Dollar nicht überraschen”, sagte Volkswirt Howie Lee von der Bank OCBC.

Bei anderen Rohstoffen seien ebenfalls panikartige Käufe zu beobachten, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. So stieg der Preis für Palladium zeitweise um fast 15 Prozent auf ein Rekordhoch von 3440,76 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und stand vor dem drittgrößten Tagesgewinn seiner Geschichte. “Russland steht für 38 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion”, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. “Lieferausfälle könnten nicht anderweitig aufgefangen werden.”

Parallel dazu verbuchte das bei der Stahl-Herstellung eingesetzte Nickel einen Rekord-Kurssprung von gut 31 Prozent und notierte mit 38.000 Dollar je Tonne so hoch wie zuletzt vor fast 15 Jahren. “Das Angebot war ohnehin schon knapp”, sagte Kalkine-Experte Sawhney. “Wenn ein großer Lieferant ausfällt, löst das einen Kaskadeneffekt aus.”

Der Höhenflug des Weizenpreises ging ebenfalls weiter: Der europäische Future steigt um 14 Prozent auf ein Rekordhoch von 424 Euro je Tonne. “So lange die Kämpfe in der Ukraine nicht enden, ist eine Wiederaufnahme der Exporte aus Russland und der Ukraine nicht zu erwarten”, sagt ein Börsianer. Da die Abnehmer nun verzweifelt auf der Suche nach anderen Quellen seien, drohten Ausfuhr-Beschränkungen anderer Produzenten. Ungarn hat Weizen-Exporte bereits mit sofortiger Wirkung verboten.

BANKEN UND EURO UNTER DRUCK – FRANKEN UND GOLD IM AUFWIND

Spekulationen auf Geschäftseinbußen wegen der drohenden Rezession schickten die heimischen Finanzwerte auf Talfahrt. Der Index für die Banken der Euro-Zone viel um fast zehn Prozent, so stark wie zuletzt beim Börsen-Crash vom März 2020. Besonders hart trifft es Institute mit einem großen Russland-Engagement. Die Titel der Raiffeisen Bank, der Societe Generale (SocGen) und der HypoVereinsbank-Mutter Unicredit verbuchten jeweils zweistellige prozentuale Kursverluste.

Unter Druck geriet auch der Euro, der um bis zu ein Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1,0804 Dollar fiel. Wegen der Konjunkturrisiken werde sich die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung am Donnerstag ihre Wertpapierkäufe voraussichtlich über das zweite Quartal hinaus fortsetzen und damit eine mögliche Zinserhöhung weiter nach hinten verschieben, prognostizierte Volkswirt Tapas Strickland von der National Australia Bank.

Die Flucht in “sichere Häfen” drückte den Euro zudem erstmals seit sieben Jahren unter die Parität zum Schweizer Franken. Gold war ebenfalls gefragt. Für heimische Anleger war das Edelmetall mit 1850,67 Euro je Feinunze so teuer wie nie. Inflationsgeschützte Staatsanleihen standen ebenfalls hoch im Kurs. Dies drückte die Renditen der zehnjährigen Titel aus Deutschland und Frankreich auf Rekordtiefs von minus 2,513 beziehungsweise minus 2,272 Prozent.

Kupferpreis – Ausbruch kurz bevor?

Während der letzten Handelsmonate gab es eher eine Seitwärtsphase beim Kupferpreis zu sehen. Doch es sind auch sehr leichte Aufwärtstendenzen erkennbar. Nach und nach wurden immer wieder neue kleine Tops generiert. So wird gerade wieder die wichtige Zone von 4,70 USD unter Beschuss genommen.

Die Tendenz ist also leicht aufwärts gerichtet und dies erzeugt Druck zur Oberseite. Mit einem Aufbruch der Oberkante der seit Anfang 2021 vorherrschenden Seitwärtsphase könnte eine größere Welle von Käufern entstehen. Als Kursziel kommt auf der Oberseite dann sofort der Preisbereich von 5,25 sowie 5,50 USD in den Fokus.

Kupferpreis – markantes Tief muss überboten bleiben

Auf der Unterseite ist es jetzt wichtig, das letzte prägnante Tief vom 31. Januar dieses Jahres überboten zu halten. Preislich ist dieses bei 4,28 USD zu finden. Ein Unterschreiten müsste als Schwäche der Bullen gedeutet werden und zudem entsteht so aus markttechnischer Sicht heraus ein zumindest kurzfristiger neuer Abwärtstrend.

Zudem ist sehr positiv zu beurteilen, dass die relevanten gleitenden Durchschnitte vom Kupferpreis überboten und steigend sind. Auf dem Schaubild ist hervorragend zu sehen, wie sie den Kurs stützen und zur Oberseite drücken.

Fazit – aufgrund der positiven Trendsituation liegt der Vorteil aktuell aufseiten der long-orientierten Anleger. Es gilt auf der Unterseite als Schlüsselmarke den Preisbereich von 4,28 USD zu beachten.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Kupferpreis (D1)

Kupferpreis Prognose
Kupferpreis | Chart von fxempire

Das ist eine Trendanalyse (D1) für den Kupferpreis!

Macd Oszillator: Bei dem beliebten Indikator wird nun analysiert, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Auch wird geschaut, ob der Macd über null tendiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind ganze 10 positiv. Das ist mega bullisch. Super, weiter so!

Gleitende Durchschnitte: Hierbei wird analysiert, ob bei dem Kupferpreis die GDs steigend sind. Ein Aufwärtstrend wird durch steigende GDs gekennzeichnet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind sogar 10 steigend. Das ist durchaus als sehr bullisch zu bezeichnen.

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes wird geschaut, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind 7 positiv. Hier kann man sagen, das ist bullisch.

Die Auswertung der Trendanalyse

02.03.2022: Was zeigt die Gesamtauswertung auf? Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 27 als positiv zu bezeichnen. Das sind ganze 90.00 %. Der Status ist hier auf „Sehr Bullisch“ zu setzen. Aus dieser Sicht heraus ist es angebracht, einen Einstieg in den Kupferpreis zu suchen, bzw. investiert zu bleiben.

 

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Europas Börsen erholen sich – Sanktionen im Blick

Frankfurt (Reuters) – Nach der Talfahrt der vergangenen Tage schöpfen die Anleger in Europa zur Wochenmitte wieder Mut.

Der Dax zog am Mittwoch rund ein Prozent auf 14.845 Punkte an, der EuroStoxx50 legte 1,4 Prozent auf 4042 Zähler zu. “Die Indizes reagieren wie ein Gummiseil, an dem man zu sehr gezogen hat”, sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. “Die Kurse springen zurück, anstatt ins Bodenlose zu fallen.” Die Eskalation in der Ukraine-Krise hatte den deutschen Leitindex am Vortag auf bis zu 14.358 Punkte abrutschen lassen, bevor der Erholungskurs einsetzte.

“Die Börsianer haben ihren ersten Schreck überwunden”, konstatierte auch Thomas Altmann, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter QC Partners. Im Fokus stünde nun die Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen der westlichen Sanktionen gegen Russland. “Solange sich die Situation in der Ukraine permanent ändert, werden die Schwankungen an den Börsen hoch bleiben.”

ÖLPREISRALLY PAUSIERT

Mit Erleichterung reagierten die Anleger auch am Rohölmarkt. Experten rechneten nicht damit, dass die erste Welle der westlichen Sanktionen gegen Russland wegen der Entsendung von Truppen in die Ostukraine die Ölversorgung beeinträchtigen werden. Der Preis für die Rohölsorte Brent aus der Nordsee gab 0,7 Prozent auf 96,15 Dollar pro Barrel nach. Die Angst vor Lieferausfällen als Folge der Eskalation der Ukraine-Krise hatte den Preis am Vortag bis dicht unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar getrieben.

“Die Nato-Verbündeten halten einige Strafmaßnahmen als Verhandlungsmasse zurück, was auch bedeutet, dass die Tür zur Diplomatie noch offen ist”, sagte Vandana Hari, Gründerin des Ölmarktanalyseanbieters Vanda Insights. Zudem sorge die Aussicht auf wieder steigende iranische Ölexporte für Erleichterung. “Diese beiden Faktoren werden die Rohölpreise in einer Bandbreite halten und Brent vorerst von der 100-Dollar-Marke fernhalten.”

Auch bei anderen Rohstoffen pausierte die Preisrally. Allerdings entfernte sich der Preis für Aluminium mit 3300 Dollar pro Tonne nicht weit von seinem 13-Jahres-Hoch. Der Bergbaukonzern Rio Tinto warnte davor, dass die US-Sanktionen gegen Russland die Aluminiumversorgung beeinträchtigen könnten. Die Preise für Nickel und Zinn gaben ebenfalls nur leicht nach. Händler blieben in Alarmstimmung und behielten die Lage in der Ukraine im Blick.

FLATEXDEGIRO IM RAMPENLICHT

Bei den Einzelwerten beflügelten Übernahmespekulationen die Aktien von FlatexDegiro. Die Aktien des Brokerhauses steuerten mit einem Plus von bis zu 21 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit mehr als zwölf Jahren zu. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge haben einige Finanzinvestoren ein Auge auf das Unternehmen geworfen. Sie prüften eine Komplettübernahme, um Flatex anschließend von der Börse zu nehmen. Das Unternehmen sei offen für eine Offerte.

Unterdessen schob der geplante milliardenschwere Börsengang des Sportwagenbauers Porsche AG erneut die Holding Porsche SE an. Die Aktien des Mehrheitsaktionärs von Volkswagen, zu dessen Marken die Porsche AG gehört, stiegen um 4,6 Prozent auf 94,96 Euro, nachdem sie am Dienstag bereits gut elf Prozent zugelegt hatten.

An der Börse in Mailand beschleunigten die Aktien von Stellantis ihren Erholungskurs. Nach einem überraschend starken operativen Ergebnis steuerte die Aktie mit einem Plus von 5,4 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit drei Monaten zu. Der französische Lebensmittelkonzern Danone überzeugte die Anleger unterdessen mit einem über den Erwartungen liegenden Umsatz im Weihnachtsquartal. Die Aktien des weltgrößten Joghurtherstellers legten in der Spitze um 4,9 Prozent zu.