Firmenbilanzen halten Börsen im Plus – Inflationssorgen bremsen

Frankfurt (Reuters) – Nach den Kursverlusten der beiden vergangenen Wochen tasten sich weitere Anleger an die europäischen Aktienmärkte zurück.

“Trotz der schwelenden Sorgen um steigende Zinsen und den Abzug von Liquidität richten sie ihre Aufmerksamkeit vorübergehend auf die Firmenbilanzen”, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Gestützt auf ermutigende Zahlen einiger Konzerne legten Dax und EuroStoxx50 am Donnerstag jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 15.912,33 beziehungsweise 4297,60 Punkte zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones rückte 1,2 Prozent vor.

Ohnehin seien die Inflationsängste überzogen, warnte Portfoliomanager Dickie Hodges von der Investmentbank Nomura. “Wir sind nach wie vor der Meinung, dass sich die Inflation von den derzeitigen Niveaus aus abschwächen wird, aber das wird seine Zeit brauchen.” Die US-Notenbank Fed werde die Zinsen nur behutsam anheben.

Davon sei die Europäische Zentralbank (EZB) noch meilenweit entfernt, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. “Sie scheint taub für die Inflationsschreie.” Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im Dezember gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24,2 Prozent, so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung 1949. EZB-Chefin Christine Lagarde erteilte einer raschen Zinswende dennoch eine Absage. Sie rechne ebenfalls mit einem Rückgang der Inflation.

Vor diesem Hintergrund griffen Investoren wieder bei Bundesanleihen zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,022 Prozent. Am Mittwoch hatte sie sich erstmals seit fast drei Jahren wieder ins Plus vorgearbeitet.

ZINSSENKUNG IN CHINA TREIBT INDUSTRIEMETALL-PREISE

Unterdessen setzte die chinesische Notenbank einige Referenzzinsen für Kredite herunter, um einer Abkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft entgegenzuwirken. Die Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage aus diesem wichtigen Abnehmerland verhalf Kupfer zu einem Kursplus von 1,6 Prozent auf 9999 Dollar je Tonne. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Nickel erreichte mit 24.435 Dollar ein Zehneinhalb-Jahres-Hoch und das in Lebensmittel-Dosen eingesetzte Zinn war mit 44.180 Dollar zeitweise so teuer wie nie. Börsianern zufolge lieferten hier Angebotsengpässe zusätzlichen Rückenwind.

Gefragt war auch Palladium, das sich um 2,3 Prozent auf 2047 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte. Auslöser der Rally seien die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Russland sei schließlich ein wichtiger Palladium-Lieferant. “Ein Exportstopp des für die Automobilindustrie so wichtigen Rohstoffes könnte wohl nicht aufgefangen werden.”

Aus Furcht vor einem russischen Einmarsch in die Ukraine warfen Investoren Staatsanleihen der beiden Parteien aus ihren Depots. Dies trieb die Renditen der bis 2025 laufenden ukrainischen Bonds auf 11,839 Prozent und diejengen der bis 2047 laufenden russischen Titel auf 4,518 Prozent. Der Warschauer Index auf ukrainische Aktien fiel auf ein Acht-Monats-Tief von 580,38 Punkten.

LIEFERPROBLEME PERLEN AN PUMA AB

Am deutschen Aktienmarkt legten die Titel von Puma dagegen dank eines Rekordergebnisses 1,2 Prozent zu. “Die Zahlen waren top, da gibt es nichts auszusetzen”, sagte ein Händler. Ein Wermutstropfen sei allerdings der Verzicht auf einen Ausblick.

An der Wall Street stiegen die Papiere von Travelers um bis zu 5,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 169,01 Dollar. Starke Erträge aus Investitionen bescherten dem Versicherer einen Quartalsgewinn von 5,20 Dollar je Aktie, etwa 50 Prozent mehr als erwartet.

Börsen im Aufwind – “Sieben Prozent Inflation, na und?!”

Frankfurt (Reuters) – Die Aussicht auf eine behutsame Straffung der US-Geldpolitik gibt den europäischen Börsen Auftrieb.

Zusätzlichen Rückenwind erhielten sie von den mit Erleichterung aufgenommenen US-Inflationsdaten. Der Dax stieg am Mittwoch um 0,4 Prozent auf 16.010,32 Punkte und der EuroStoxx50 um 0,8 Prozent auf 4315,09 Zähler. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,1 Prozent vor. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel dagegen um 0,6 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 95,087 Zählern.

Die US-Verbraucherpreise stiegen wie erwartet im Dezember um sieben Prozent zum Vorjahreszeitraum. “Sieben Prozent Inflation, na und?!”, fragte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. “Mit den Daten wurden lediglich die Erwartungen des Marktes bestätigt, dass die US-Notenbank demnächst die Zinsen erhöhen wird.”

Vor diesem Hintergrund griffen Investoren auch bei Staatsanleihen wieder zu. Dies drückte die Renditen der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf plus 1,736 beziehungsweise minus 0,057 Prozent.

Mut mache Börsianern zudem die Nominierungsanhörung von Jerome Powell vor dem US-Senat, sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. “Der Fed-Chef bestätigte zwar erneut, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Inflation in den Griff bekommen zu wollen, dabei aber dann vielleicht doch nicht so schnell vorzugehen, wie noch aus dem Sitzungsprotokoll zu Beginn des Jahres von den Anlegern herausgelesen wurde.”

NICKEL AUF 10-JAHRES-HOCH

Am Rohstoffmarkt setzte Nickel seinen Höhenflug fort. Das Industriemetall legte zeitweise 4,4 Prozent zu und war mit 22.745 Dollar je Tonne so teuer wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren. Die Lagerbestände haben sich in den vergangenen fünf Monaten halbiert und sind so niedrig wie zuletzt vor rund zwei Jahren. Grund hierfür sei der Elektroauto-Boom, sagt Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. “Denn Batterien mit einem hohen Nickelanteil werden nach wie vor von den Autoherstellern präferiert.”

Im Windschatten erreichte das für Lebensmitteldosen benötigte Zinn ein Rekordhoch von 41.490 Dollar je Tonne. Kupfer stieg um 3,2 Prozent auf 10.026 Dollar. Vor diesem Hintergrund erreichte der Index für die europäische Bergbau-Branche zeitweise ein Elf-Jahres-Hoch von 656,65 Punkten.

Dank der schwindenden Angst vor einem Rückschlag für die Weltwirtschaft durch die Omikron-Variante des Coronavirus deckten sich Investoren auch mit Rohöl ein. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 84,72 Dollar je Barrel (159 Liter). “Omikron ist jetzt die Geschichte von gestern”, sagte Luca Paolini, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Pictet. Der Index für die europäische Öl- und Gasbranche stieg um bis zu 2,5 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 300,15 Punkten.

TEAMVIEWER ÜBERZEUGT MIT ZAHLEN – OCUGEN IM AUFWIND

Am deutschen Aktienmarkt sorgte Teamviewer mit einem Kursplus von fast 1,5 Prozent für Aufsehen. Das ist der zweitgrößte Tagesgewinn der Firmengeschichte. Das Quartalsergebnis der Softwarefirma habe zwar die Erwartungen übertroffen, schrieb DZ Bank-Analyst Armin Kremser. “Andererseits sehen wir die positive Entwicklung nicht als wirkliche Überraschung an, da der Vorstand nach der Gewinnwarnung den neuen Ausblick extrem konservativ gestaltet hatte.”

Zulegen konnten auch die Papiere von Ocugen, die sich an der Wall Street um bis zu 11,5 Prozent verteuerten. Dem Entwicklungspartner Bharat Biotech zufolge neutralisiert eine Auffrischungsimpfung mit dem Coronavirus-Vakzin der beiden Pharmafirmen sowohl die Delta- als auch die Omikron-Variante. Das Serum hat eine Notfall-Zulassung der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Kupferpreis – Wird die Seitwärtsphase bald aufgelöst?

Mit dem Erreichen der 4,50-USD-Marke ist dem Kupferpreis ein Erholungsschlag gelungen. Damit wurde nämlich das Preisniveau vom November letzten Jahres angelaufen und Druck aufgebaut. Jetzt ist es wichtig, dass die Bullen weiter Gas geben und die 4,50-USD-Marke überwinden. Damit würde dann ein sofortiger Anstieg in Richtung 4,85 USD möglich werden. Dort befinden sich prägnante Hochpunkte aus dem Mai und Oktober 2021.

Kupferpreis – Anstieg bis 5,30 USD?

Mit Überwinden dieser Preiszone kann es recht schnell Richtung 5,30 USD aufwärtsgehen. Auf der Unterseite kommt das Preisniveau von 4,12 USD sehr stark in den Fokus. Dort hat sich ein markantes Tief ausgebaut, welches nicht unterschritten werden sollte, um die positive Aussicht beim Kupferpreis beizubehalten. Auch die später noch folgende Trendanalyse zeigt eine bullische Situation auf.

Falls es den Bären also gelingen sollte, die besprochenen Unterstützung von 4,12 USD zu unterschreiten, so würden ebenso die entsprechenden mittel- und langfristigen Trendindikatoren auf bärisch drehen. Aber noch ist es nicht so weit, jetzt steht es direkt vor der Haustür, die 4,50er-Marke aufzubrechen.

Fazit – die langanhaltende Seitwärtsphase könnte zur Oberseite aufgelöst werden. Hauptaugenmerk liegt auf der Unterseite auf der glatten 4,00-USD-Zone.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Kupferpreis (D1)

Kupferpreis Prognose
Kupferpreis | Chart von fxempire

Jetzt eine Trendanalyse (D1) für den Kupferpreis!

Macd Oszillator: Es wird bei dem oft verwendeten Indikator geschaut, ob die Signal-Linie über der Trigger-Linie ist. Zudem auch, ob der Macd über null notiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind 8 positiv. Insofern ist das als bullisch zu bezeichnen.

Gleitende Durchschnitte: Nun wird geprüft, ob bei dem Kupferpreis die GDs steigend sind. Denn steigende GDs zeigen einen Aufwärtstrend an. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind 7 steigend. Insofern ist das als bullisch zu bezeichnen. -the trend is your friend-

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes muss analysiert werden, ob sich der Indikator unterhalb vom Schlusskurs befindet. Falls ja, dann ist ein bestätigter Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind 7 positiv. Hier kann man sagen, das ist bullisch.

Die Auswertung der Trendanalyse

09.01.2022: Kommen wir jetzt zur Gesamtauswertung. Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 22 als positiv zu bezeichnen. Das sind immerhin 73.33 %. Deshalb kann der Status hier auf „Bullisch“ gesetzt werden. So gesehen ist es durchaus nützlich, einen Einstieg in den Kupferpreis zu suchen, bzw. investiert zu bleiben.

 

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Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Dax mit ruhigem Jahresausklang – Anleger blicken auf 2022

Frankfurt (Reuters) – Das teils turbulente Börsenjahr 2021 klingt für Dax-Anleger geruhsam aus.

Der deutsche Leitindex beendete den verkürzten Handel am Donnerstag 0,2 Prozent im Plus bei 15.884,86 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte ein halbes Prozent höher bei 4305,72 Zählern. “Die Investoren können zum Jahresausklang getrost die Sektkorken knallen lassen”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Der Dax berappelte sich in den vergangenen Wochen nach dem Schock über die neue Corona-Variante Omikron wieder und gewann auf Jahressicht rund 16 Prozent. Damit schloß er das neunte Mal in zehn Jahren mit einem Jahresgewinn ab. Von Reuters befragte Analysten sagen dem Index für 2022 neue Kursrekorde voraus. Dafür sind allerdings keine allzu großen Ausschläge nötig: Von seiner bisherigen Bestmarke von 16.290 Zählern ist der Dax nur noch rund 400 Punkte oder knapp drei Prozent entfernt.

Die Börse dürfte auch in den ersten Wochen des neuen Jahres “wie ein Seismograf auf die Erkenntnisse und Zahlen zur Omikron-Variante des Coronavirus reagieren”, sagte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Broker RoboMarkets. Anleger hofften darauf, dass die wieder verschärften Pandemie-Beschränkungen nur vergleichsweise kurze Zeit in Kraft blieben.

In Asien legte der Tokioter Nikkei-Index auf Jahressicht 4,9 Prozent zu und steht damit so hoch wie seit 1989 nicht mehr. Im Vergleich zu den US-Börsen, wo die Tech-Börse Nasdaq auf ein Jahresplus von 22 Prozent zusteuert, ist der Zuwachs allerdings eher moderat. An den US-Börsen zogen die Aktienfutures am Donnerstag vorbörslich noch weiter an.

IMPORTQUOTEN AUS CHINA DÄMPFEN LAUNE AM ÖLMARKT

Am Ölmarkt trübte die Aussicht auf geringere Importquoten Chinas im nächsten Jahr die Stimmung. Die Nordseesorte Brent und das US-Leichtöl WTI verbilligten sich um je ein knappes halbes Prozent auf 78,96 beziehungsweise 76,21 Dollar je Barrel (159 Liter). Brancheninsidern zufolge liegen die ersten von China an Raffinerien übermittelten Importquoten für 2022 rund elf Prozent unter den Vergleichszahlen für 2021. Von den insgesamt 42 Unternehmen, die die garantierten Quoten betreffen, profitierten vor allem die großen privaten Raffinerien. Das nähre die Sorge an den Börsen, dass China strengere Maßnahmen gegen unabhängige Raffinerien durchsetzen wolle, sagte ein in Singapur ansässiger Analyst.

Bei den Edelmetallen steuerte Gold auf seine schwächste Jahresbilanz seit 2015 zu. Mit aktuell um die 1800 Dollar je Feinunze steht unter dem Strich ein Verlust von knapp fünf Prozent seit Jahresanfang. Als Belastungsfaktoren nannten Börsianer den stärkeren US-Dollar und festere Anleiherenditen. Sie machen Gold für Investoren unattraktiver.

Zu den Gewinnern zählten am Aktienmarkt europaweit am Donnerstag Technologiewerte mit einem Plus von rund einem Prozent. Wegen der Furcht vor weiteren Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr mussten Airlines Federn lassen. So verloren die Aktien der Lufthansa rund ein Prozent.

Mehrere europäische Börsen, darunter Deutschland, Italien und Spanien, bleiben am Freitag geschlossen. In Paris und London werden vor dem neuen Jahr für eine verkürzte Sitzung Aktien gehandelt.

Börsen am “Super Donnerstag” der Notenbanken im Aufwind

Frankfurt (Reuters) – An einem Tag voller Zentralbank-Sitzungen greifen Anleger beherzt bei europäischen Aktien zu.

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Donnerstag um jeweils etwa ein Prozent auf 15.363,40 beziehungsweise 4209,80 Punkte. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,4 Prozent. An den Rohstoffmärkten waren die Optimisten ebenfalls in der Überzahl. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um knapp zwei Prozent auf 75,27 Dollar je Barrel (159 Liter) und das wichtige Industriemetall Kupfer sogar um 3,1 Prozent auf 9486 Dollar je Tonne.

Anleger reagierten erleichtert auf die Entscheidung der US-Notenbank, ihre Wertpapierkäufe rascher zurückzufahren und für 2022 drei Zinserhöhungen zu signalisieren, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. “Das vertreibt die Unsicherheit über den geldpolitischen Ausblick und dämpft die Sorgen, dass die Inflation außer Kontrolle gerät.” Mut machten Anlegern zudem die optimistischen Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zum Konjunkturausblick, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Des straffen geldpolitischen Kurses zum Trotz sieht er keine Abschwächung.” Sollte sich die Konjunktur aber abkühlen, könne die Stimmung rasch kippen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist zwar von Zinserhöhungen noch weit entfernt, beginnt aber ebenfalls, den Geldhahn langsam zuzudrehen. Sie lässt das Pandemie-Notkaufprogramm PEPP im März 2022 auslaufen. Allerdings will sie im Gegenzug das kleinere Wertpapier-Ankaufprogramm APP aufstocken, um Börsenturbulenzen zu vermeiden. “In der Summe verkleinert die EZB damit die Wertpapierkäufe im kommenden Jahr deutlich”, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. “Im Gegensatz zur Fed sieht sich die EZB allerdings nicht unter Zugzwang, einen deutlichen Kurswechsel zu vollziehen.” Der Euro baute nach dem EZB-Entscheid seine Kursgewinne auf 1,1311 Dollar aus.

BANK VON ENGLAND – “UND SIE BEWEGT SICH DOCH”

Die Bank von England (BoE) überraschte Börsianer dagegen mit einer Zinserhöhung. Dies sei ein Indiz dafür, dass die Inflationsrisiken an der Spitze der Tagesordnung der Notenbanken stehen, kommentierten die Analysten der Commerzbank. Als Reaktion auf den BoE-Entscheid stieg das Pfund Sterling zeitweise um ein knappes Prozent auf 1,3374 Dollar.

Aufwärts ging es auch für die norwegische Krone, nachdem die dortige Notenbank den Leitzins ebenfalls angehoben und drei weitere Schritte für 2022 signalisiert hatte. Im Gegenzug fiel der Dollar um bis zu 0,8 Prozent auf 8,9384 Kronen. “Die Botschaft der Norges Bank ist, dass die norwegische Wirtschaft weniger auf ein Krisen-Zinsniveau angewiesen ist”, sagte Kjersti Haugland, Chef-Volkswirtin der Investmentbank DNB Markets.

Gegen den Trend senkte die türkische Notenbank dagegen ihren Leitzins ungeachtet einer hohen Inflation. Dies drückte die Landeswährung erneut auf Rekordtiefs. Dollar und Euro stiegen auf 15,736 beziehungsweise 17,8394 Lira. “Der Wahnsinn nimmt kein Ende”, kritisierte VP-Experte Gitzel. “Mit der Währungsschwäche wird Inflation importiert.”

LEERVERKÄUFER VICEROY KNÖPFT SICH S&T VOR

Am deutschen Aktienmarkt rückte S&T ins Rampenlicht. Der Leerverkäufer Viceroy griff die IT-Firma an und bezeichnete sie als überbewertet. Die Firma des britischen Investors Fraser Perring hatte zuvor bereits den zusammengebrochenen Zahlungsabwickler Wirecard und die Immobilienfirma Adler attackiert. S&T versprach eine detaillierte Antwort auf die Vorwürfe in den kommenden Tagen. Die Papiere der Firma verbuchten mit einem Minus von fast 30 Prozent den größten Tagesverlust der Firmengeschichte.

An der Wall Street stiegen die Titel von Accenture dagegen um bis zu zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 413,10 Dollar. Das Quartalsergebnis der IT- und Beratungsfirma habe in allen Bereichen die Erwartungen übertroffen, lobte Analyst Surinder Thind von der Investmentbank Jefferies. Das Unternehmen machte einen Quartalsumsatz von 14,97 Milliarden Dollar und steigerte das Neugeschäft um 30 Prozent auf 16,8 Milliarden Dollar.

Kupferpreis: Hält der Support?

Mit aktuell 4,30 USD bewegt sich der Kupferpreis bereits wieder Richtung Norden. Damit könnte es durchaus möglich sein, dass die Seitwärtsphasen-Unterkante jetzt bestätigt wird. Hierzu ist es allerdings nötig, das kleine Hoch bei 4,40 USD aufzubrechen. Damit würde aus markttechnischer Sicht heraus ein Kaufsignal entstehen und die Oberkante könnte zum wiederholten Mal angelaufen werden.

Kupferpreis – 4,80er-Marke im Visier

Bereits im Mai und Oktober dieses Jahres kam es zum Erreichen der Zone von rund 4,80 USD. Das wäre auch das mittelfristige Kursziel. Natürlich kann es nach erfolgreichem Überschreiten dieser Widerstandsmarke weitere Steigerungen Richtung Norden geben. Dabei kommen dann Kurse für den Kupferpreis von beispielsweise 5,25 und 5,50 USD in den Fokus.

Aus aktueller Sicht heraus muss erst einmal ein stabiler Handel fortgeführt werden, um die um den Unterstützungsbereich von etwa 4,10 USD zu bestätigen. Falls es den Bären vom Kupferpreis gelingen sollte Kurse darunter zu realisieren, so würde die charttechnische Lage mehr und mehr eintrüben. Die jetzt folgende Trendanalyse zeigt bereits ein bärisches Bild auf. Aus dieser Sicht heraus ist es umso wichtiger, die 4,40-USD-Marke zu erobern!

Der Heikin-Ashi-Chart vom Kupferpreis (D1)

Kupferpreis Prognose
Kupferpreis | Chart von fxempire

Jetzt eine Trendanalyse (D1) für den Kupferpreis!

Macd Oszillator: Es wird bei dem oft verwendeten Indikator geschaut, ob die Signal-Linie über der Trigger-Linie ist. Zudem auch, ob der Macd über null notiert. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind nur 2 steigend. Insofern muss das leider als sehr bärisch zu bezeichnet werden.

Gleitende Durchschnitte: Nun wird geprüft, ob bei dem Kupferpreis die GDs steigend sind. Denn steigende GDs zeigen einen Aufwärtstrend an. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind nur 4 steigend. Insofern ist das leider als bärisch zu bezeichnen.

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes muss analysiert werden, ob sich der Indikator unterhalb vom Schlusskurs befindet. Falls ja, dann ist ein bestätigter Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 3 positiv. Bullisch ist definitiv etwas anderes.

Die Auswertung der Trendanalyse

16.12.2021: Kommen wir jetzt zur Gesamtauswertung. Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 9 als positiv zu bezeichnen. Das sind nur 30.00 %. Demzufolge wird der Status hier auf „Bärisch“ gesetzt. Von daher ist es clever, mit dem Einstieg in den Kupferpreis zu warten, bis die Analyse ein positives Ergebnis bringt.

 

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Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Kupferpreis: Das ist eine sehr spannende Zone!

Mit aktuell 4,27 USD befindet sich der Kupferpreis fast exakt auf dem langfristig relevanten gleitenden Durchschnitt mit der Periode 200. Dieser wurde bereits am 19. August fast punktgenau erreicht und federte den Kurs förmlich zu Oberseite weg. Allerdings kam es dann im September und November zum nochmaligen Anlaufen.

Kupferpreis – Kleiner Widerstand muss genommen werden

Auf diesem Indikator liegt nun eine besondere Wichtigkeit. Es ist vonnöten, dass den Bullen jetzt der Absprung zu Oberseite gelingt. Mit dem Aufbruch der kleinen Widerstandszone von etwa 4,45 USD wäre ein Kaufsignal für den Kupferpreis an den Markt gesendet und es kann sofort zur Range-Oberkante gehen. Mit Aufbruch der Oberkante erschließen sich dann neue höhere Kursziele.

Falls den Bären allerdings weitere Erfolge möglich werden und die Zone von 4,20 respektive 4,00 USD unterschritten wird, so trübt die charttechnische Lage aus mittel- und langfristiger Sicht ein. Fazit – derzeit besteht eine spannende Situation. Es muss etwas von den Bullen des Kupferpreises kommen. Auf der Unterseite ist die Wichtigkeit der 4,00-USD-Marke sehr stark gegeben.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Kupferpreis (D1)

Kupferpreis Prognose
Kupferpreis | Chart von fxempire

Was sagt die Trendanalyse (D1) für den Kupferpreis?

Macd Oszillator: Bei dem wichtigen Indikator muss geprüft werden, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Außerdem auch, ob sich der Macd über null befindet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind nur 2 steigend. Insofern muss das leider als sehr bärisch zu bezeichnet werden.

Gleitende Durchschnitte: Jetzt wird geschaut, ob bei dem Kupferpreis die GDs steigend sind. Denn steigende GDs kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind nur 3 steigend. Insofern ist das leider als bärisch zu bezeichnen.

Parabolic SAR Indikator: Es wird als Letztes noch analysiert, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 3 positiv. Bullisch ist definitiv etwas anderes.

Die Auswertung der Trendanalyse

05.12.2021: Wie fällt der Blick auf die Gesamtauswertung aus? Von 30 gemessenen Kriterien sind 8 als positiv zu bezeichnen. Das sind nur 26.67 %. Demzufolge wird der Status hier auf „Bärisch“ gesetzt. Von daher ist es clever, mit dem Einstieg in den Kupferpreis zu warten, bis die Analyse ein positives Ergebnis bringt.

 

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EZB-Notenbanker warnt vor Risiken einer hohen Inflation

Es gelte sich dieser Risiken bewusst zu sein, um plötzliche Korrekturen zu vermeiden, sagte der Notenbankchef der Niederlande am Montag. “Der gegenwärtige Risikoappetit an den Börsen kann nur mit einer niedrigen Inflation und niedrigen Zinsen beibehalten werden”, erläuterte Knot. Er rechne zwar immer noch damit, dass der derzeitige Inflationsanstieg größtenteils vorübergehend sei. Aber es müssten auch andere Szenarios betrachtet werden. Ansonsten könne das in Zukunft zu schockartigen Kursrückgängen führen.

Die Inflation im Euro-Raum war im September mit 3,4 Prozent so hoch ausgefallen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Ein Großteil des derzeitigen Preisauftriebs ist nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch nur vorübergehend und durch die Folgen der Corona-Krise bedingt. Dazu zählen etwa Lieferkettenprobleme und Materialengpässe. Im nächsten Jahr wird daher wieder mit einer etwas schwächeren Teuerung gerechnet.

Knot zufolge könnte es allerdings auch sein, dass sich die globalen Lieferengpässe in einem gewissen Ausmaß nicht nur als vorübergehendes Phänomen erweisen. “Sie könnten durch eine Neujustierung des internationalen Handels verursacht sein, da sich Lieferketten weniger rund um den Globus erstrecken,” sagte der Notenbanker. Zuletzt hatten neben dem Energiepreisanstieg Engpässe bei Halbleitern, Holz, Kupfer und Baustoffen für Preisauftrieb in der Euro-Zone gesorgt.

 

Analysten – Stromausfälle könnten China mehr zusetzen als Evergrande

“Die Evergrande-Krise entwickelt sich schon seit geraumer Zeit, und ich denke, dass die Risiken gezielt entschärft werden”, sagte Hedgefondsmanager Yuan Yuwei von Water Wisdom Asset Management. Die Stromausfälle würden hingegen das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage stören. Das wiederum wirke sich direkt auf den Konsum und die Realwirtschaft aus. “Die Folgen werden eher außer Kontrolle geraten”, warnte Yuan.

20 Provinzen haben seit Mitte August Stromabschaltungen vorgenommen, darunter die Industriezentren Guangdong, Zhejiang und Jiangsu. Das setzt die Profitabilität unter Druck. Das Gewinnwachstum der chinesischen Industrieunternehmen hat sich im August bereits den sechsten Monat in Folge abgeschwächt. Die Überschüsse legten nur noch um 10,1 Prozent zum Vorjahresmonat zu.

China sieht sich einem Energieengpass gegenüber. Hervorgerufen wird der durch knappe Kohlevorräte, strengere Emissionsnormen und eine starke Nachfrage seitens der Hersteller. Das hat zu weitreichenden Drosselungen des Stromverbrauchs geführt. Manche Fabriken haben ihren Betrieb aufgrund von Stromknappheit und staatlichen Auflagen zur Einhaltung von Emissionszielen sogar eingestellt. Die Großbanken Goldman Sachs und Nomura haben daraufhin ihre Prognosen für das chinesische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auch deshalb bereits nach unten korrigiert. Die Aktien chinesischer Chemieproduzenten, Automobilhersteller und Schifffahrtsunternehmen sind gefallen, während Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien in die Höhe geschnellt sind.

Ein Börsenindex, der Nichteisenmetallhersteller wie Kupfer– und Aluminiumunternehmen abbildet, ist in diesem Monat bereits um 15 Prozent gefallen. Die Aktien der größten Stahlhersteller Chinas sind eingebrochen: Baoshan Iron & Steel und Angang Steel haben seit ihren jüngsten Höchstständen von Mitte September jeweils mehr als 20 Prozent verloren.

Die Produktion von Stahl, Aluminium und Zement sowie der Bau von Infrastrukturen seien von den Stromausfällen und Lieferbeschränkungen unmittelbar betroffen, schrieben die Analysten von Morgan Stanley. Die Probleme könnten auf weitere Branchen wie die Schifffahrt und die Autobauer übergreifen. Yang Tingwu, stellvertretender Geschäftsführer des Hedgefondshauses Tongheng Investment, sagte, er bevorzuge jetzt Unternehmen mit wenigen Fabriken. Chinas Beschränkungen für Energie- und Kohlenstoffemissionen seien “auf kurze Sicht schlechte Nachrichten für die Gesamtwirtschaft”.

Bei Investoren steigt derweil die Hoffnung auf staatliche Hilfen für den schuldenbeladenen Immobilienkonzern Evergrande. Die chinesische Zentralbank signalisierte Unterstützung für private Anleger, denen Evergrande Milliarden schuldet.

 

Materialmangel und Kostenexplosion treffen Wirtschaft immer härter

83 Prozent klagen über Preisanstiege oder Lieferprobleme bei Rohstoffen, Vorprodukten und Waren. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter fast 3000 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen hervor. “Rohstoffmangel und Lieferkettenprobleme treffen die deutsche Wirtschaft in ihrer ganzen Breite”, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. “Die aktuelle Entwicklung kann den wirtschaftlichen Erholungsprozess nach der Krise merklich erschweren.” Möglicherweise werde das Vorkrisenniveau beim Bruttoinlandsprodukt daher erst Mitte 2022 erreicht.

Als Folge der Lieferengpässe haben derzeit 88 Prozent der Unternehmen mit höheren Einkaufspreisen für ihre Produkte und Dienstleistungen zu kämpfen. Hier trifft die anziehende Nachfrage in vielen Weltregionen auf unzureichende Produktions- und Transportkapazitäten – etwa aufgrund von Corona-Beschränkungen an wichtigen Häfen in China. Zwei Drittel sehen sich daher gezwungen, gestiegene Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Das könnten am Ende die Verbraucher zu spüren bekommen.

Die Inflationsrate liegt derzeit mit 3,8 Prozent so hoch wie seit 1993 nicht mehr und könnte sich Ökonomen zufolge in den kommenden Monaten Richtung fünf Prozent bewegen. “Die Preise nicht weiterzureichen geht auf die Margen”, sagte Treier. Dies könnten sich viele Betriebe nicht leisten, da die Corona-Krise bereits 2020 ihre Spuren in den Bilanzen hinterlassen habe und ansonsten Zukunftsinvestitionen gefährdet wären.

BESSERUNG ERST 2022 ERWARTET

Nur knapp jedes fünfte Unternehmen rechnet mit einer Besserung der Lage bis zum Jahreswechsel. 53 Prozent erwarten erst für 2022 eine Aufhellung. Andere sind noch pessimistischer: “Aus der Bottleneck-Situation sind wir wohl erst Mitte 2023 raus”, sagte etwa der Chef des Autozulieferers Hella, Rolf Breidenbach, zum Chipmangel. “Wir werden noch das ganze nächste Jahr über damit zu tun haben.” Hella baut Autoscheinwerfer und Fahrzeug-Elektronik. “Wir sehen hier aktuell sehr große Unsicherheiten”, fasste Treier zusammen. Etwa jedes zwölfte Unternehmen erwäge inzwischen eine Produktionsverlagerung an neue Standorte.

In vielen Industriezweigen sind nahezu alle Betriebe von den Problemen betroffen. Mehr als 90 Prozent der Unternehmen aus der Gummi- und Kunststoffindustrie, Metallindustrie und Chemieindustrie berichten davon. In der Fahrzeugindustrie sind es 92 Prozent, in der Elektrotechnik 85 Prozent, im Baugewerbe 94 Prozent. Aber auch im Einzelhandel (83 Prozent) sowie bei Transport- und Logistikbetrieben (67 Prozent) wird geklagt. Nur vereinzelt berichten Firmen demnach, dass sie zwar Lieferschwierigkeiten hatten, diese aber nicht mehr aktuell seien.

VW MUSS BREMSEN

Der Mangel an Halbleitern bremst etwa bei Volkswagen die Pkw-Produktion aus. Das VW-Stammwerk Wolfsburg könne nach der Sommerpause in der kommenden Woche nur eingeschränkt wieder starten, erklärte ein VW-Sprecher. “Die anhaltend eingeschränkte Liefersituation bei Halbleitern sorgt weiter herstellerübergreifend für erhebliche Störungen in der weltweiten Fahrzeug-Produktion.” Der japanische Konkurrent Toyota kürzt zufolge wegen des Engpasses bei Halbleitern sein Produktionsziel für September um 40 Prozent, wie die Zeitung “Nikkei” berichtete.

58 Prozent der Unternehmen in der deutschen Fahrzeugindustrie planen Produktionsstopps oder eine Drosselung. “Das ist die Ursache für unsere konjunkturellen Sorgen”, sagte Treier. “Denn die Fahrzeugindustrie hat so ein großes Gewicht in Deutschland.”

Zu spüren bekommen die Firmen die Engpässe und steigenden Preise insbesondere bei direkten Vorprodukten, etwa Stahl, Aluminium, Kupfer und Holz. Verpackungen sind durch alle Branchen hinweg ebenfalls Mangelware, ebenso Elektronikkomponenten. In der Fahrzeugindustrie fehlen massiv Halbleiter. Der Einzelhandel berichtet etwa von Engpässen bei Textilien.

Als Gründe dafür nennen die Unternehmen vor allem eine gestiegene Nachfrage sowie – angesichts der unterschiedlichen Entwicklung des Pandemiegeschehens in der Welt – zu geringe Produktionskapazitäten (70 Prozent) und Transportprobleme (53 Prozent). Bei Letzteren machen sich unter anderem der aktuelle Containermangel (76 Prozent) sowie fehlende Frachtkapazitäten bei Schiffen (74 Prozent), Straßen und Schienen (27 Prozent) sowie Flugzeugen (24 Prozent) bemerkbar.

So treffe die jüngste Teilschließung des chinesischen Hafens in Ningbo die deutsche Wirtschaft in einer Zeit, in der sie ohnehin schon erhebliche Lieferschwierigkeiten bewältigen müsse, so der der DIHK. Jedes zweite Unternehmen nennt zudem Produktionsausfälle bei Zulieferern als Grund für den Rohstoffmangel. Deutsche Unternehmen berichten vereinzelt davon, dass die Hochwasserkatastrophe zu den Problemen beiträgt.