Uniper-Chef – Klimaschutz hat Vorrang bei Investitionen

(Entfernt überflüssiges Wort aus der Überschrift)

“Wir haben unterschiedliche Felder, in die wir investieren wollen und können”, sagte Vorstandschef Klaus Dieter Maubach am Donnerstag auf dem “Handelsblatt Wasserstoff-Gipfel”. Es sei richtig, dass diese deutlich klimafreundlicher Strom produzieren müssten. “Das ist die Maxime.” Deswegen könne es sein, dass der Konzern an Standorten Entwicklungsprojekte mache, wo Kohlekraftwerke in Gasstandorte umgewandelt würden. Uniper habe große Ambitionen im Bereich der Erneuerbaren Energie. Sein Unternehmen liege da noch zurück.

Maubach wollte sich nicht zu einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters äußern, wonach Uniper einen Verkauf von Kohlkraftwerken in Russland auslote. Das seien Marktspekulationen, die Uniper grundsätzlich nicht kommentiere. Reuters hatte von Insidern erfahren, dass Uniper über einen Verkauf mit dem russischen Versorger InterRAO Gespräche geführt habe. Diese seien aber wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen schwierig. Uniper und sein finnischer Mutterkonzern Fortum haben sich eine klimafreundlichere Stromerzeugung auf die Fahnen geschrieben, die sie damit vorantreiben könnten. Von den fünf Kraftwerken Unipers in Russland wird eins mit Braunkohle befeuert und eins mit Gas, die anderen drei mit Erdgas und Steinkohle.

 

Europas Börsen bleiben auf Tuchfühlung mit Rekordhochs

Die Optimisten täten zwar ihr Bestes, die Aufwärtsdynamik aufrecht zu erhalten, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. “Sie haben aber Schwierigkeiten, die Kurse auf Rekordniveau zu bringen.” Dax und EuroStoxx50 fielen am Mittwoch um jeweils 0,2 Prozent auf 15.437 beziehungsweise 4029 Punkte. Der breit gefasste Stoxx600 lag ebenfalls leicht im Minus bei 444,70 Zählern.

Die Notenbanken boten den Börsen keinen Rückenwind. Die Fed-Führung wiederhole zwar gebetsmühlenartig, dass die Geldpolitik locker bleibe, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Andeutung des Vize-Chefs Richard Clarida, dass eine Debatte über eine Drosselung der Wertpapierkäufe näher rücke, bedeute allerdings eine leichte Veränderung der Tonlage. Daher scheuten Investoren vorerst weitere Aktienkäufe.

ANLEIHEN GEFRAGT – EURO UNTER DRUCK

So lange sich die US-Notenbank nicht bewege, werde auch die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer bisherigen Geldpolitik festhalten, sagte Anlagestratege Max Kettner von der HSBC Bank. Sie wolle nicht ihren Fehler von 2011 wiederholen, als sie der Fed mit Zinserhöhungen vorgegriffen habe. Im anschließenden Konjunkturzyklus habe die Euro-Zone den USA beim Wachstum hinterhergehinkt.

Unterdessen entspannte sich die Lage am Bondmarkt weiter. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf minus 0,203 Prozent. Gleichzeitig verbilligte sich der Euro auf 1,2226 Dollar.

GOLD EROBERT 1900ER MARKE ZURÜCK – KUPFER IM AUFWIND

Fallende Anleiherenditen machten Gold attraktiver. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1905 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). “Auch einige Zentralbanken haben offenbar ihre Kaufzurückhaltung abgelegt”, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. “Zusammen mit der erwartet höheren Konsumenten- und der wieder anziehenden Investmentnachfrage sollte dies dem Goldpreis Auftrieb geben.”

Mit Kupfer deckten sich Investoren ebenfalls ein. Dies trieb den Preis für das Industriemetall um 0,5 Prozent auf 9971 Dollar je Tonne. Anleger fürchteten Angebotsengpässe durch drohende Bergarbeiterstreiks im wichtigen Exportland Chile, sagten Börsianer.

Gleichzeitig pendelte Bitcoin um die Marke von 40.000 Dollar. Derzeit herrsche ein Tauziehen zwischen denjenigen, die eine strengere Regulierung des Kryptowährungssektors befürchteten, und denjenigen, die den jüngsten Kursrutsch als Einstiegsgelegenheit sähen, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

MARKS & SPENCER TROTZ GEWINNEINBRUCH IM PLUS

An der Londoner Börse stiegen die Aktien von Marks & Spencer zeitweise um gut acht Prozent auf ein 15-Monats-Hoch von 168,6 Pence, obwohl der Einzelhändler einen Gewinneinbruch bekanntgegeben hatte. Der Ausblick für das angelaufene Geschäftsjahr 2021/2022 liege aber über den Markterwartungen, kommentierte Analyst Ioannis Pontikis vom Research-Haus Morningstar.

Die Titel von Spire stiegen sogar auf ein Drei-Jahres-Hoch von 249 Pence und steuerten mit einem Plus von bis zu 29 Prozent auf den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte zu. Der australische Rivale Ramsay will den Krankenhaus-Betreiber für 240 Pence je Aktie oder umgerechnet insgesamt 1,16 Milliarden Euro übernehmen. Gegenofferten seien zwar nicht zu erwarten, kommentierte Analyst Graham Doyle von der Investmentbank Liberum. Allerdings könne es kartellrechtliche Probleme geben.

 

Konjunkturoptimisten hieven Dax auf Rekordhoch

Der Dax stieg am Dienstag um bis zu 0,9 Prozent auf ein Rekordhoch von 15.538,01 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann ähnlich stark und notierte mit 4043,21 Zählern so hoch wie zuletzt vor mehr als 13 Jahren.

Die Lockerung der Pandemie-Restriktionen in einigen europäischen Staaten stütze die Einschätzung, dass die Normalisierung der Wirtschaft auf gutem Weg sei, sagte Volkswirtin Simona Gambarini vom Research-Haus Capital Economics. “Das wird konjunkturabhängigen Werten besonderen Schub geben.” Dies wiederum mache heimische Aktien im Vergleich zu US-Papieren attraktiver, ergänzte Anlagestratege Christian Stocker von der HVB-Mutter UniCredit. “Die Gewichtung zyklischer Werte ist in Europa relativ gesehen höher.” Vor diesem Hintergrund stiegen die Indizes für die europäischen Öl– und Gaskonzerne, die Minenbetreiber und die Autobauer um bis zu 1,5 Prozent.

DOLLAR UNTER DRUCK – FED-PROTOKOLLE IM BLICK

Am Tag vor Veröffentlichung der jüngsten Fed-Protokolle ging es für die US-Währung dagegen bergab. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel zeitweise auf ein Drei-Monats-Tief von 89,749 Punkten. Offenbar gingen immer mehr Investoren davon aus, dass die US-Notenbank trotz der anziehenden Inflation an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten wird, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus Activtrades.

Die Schwäche der Weltleitwährung machte Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA attraktiver. Unter anderem deshalb kletterte der Preis für das auch als Inflationsschutz genutzte Gold um bis zu 0,4 Prozent auf ein Dreieinhalb-Monats-Hoch von 1873,41 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Parallel dazu erreichte die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee mit 70,24 Dollar je Barrel (159 Liter) ein Zweieinhalb-Monats-Hoch. Zusatzschub erhalte sie vom wachsenden Konjunktur-Optimismus dank der Impf-Erfolge in den Industriestaaten, sagte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM. “Die Volkswirtschaften schalten einen Gang hoch.” Dies schüre Hoffnungen auf einen baldigen Anstieg der Öl-Nachfrage.

ANLEGER SPITZEN BEI SONOVA-AUSBLICK DIE OHREN

Bei den europäischen Aktienwerten stach Sonova mit einem Kurssprung von zeitweise fast zwölf Prozent heraus. Mit 291,20 Franken waren die Titel des weltgrößten Hörgeräte-Herstellers in Zürich so teuer wie noch nie. Sowohl die vorgelegten Zahlen als auch der Ausblick lägen über den Markterwartungen, kommentierte Analyst Kit Lee von der Investmentbank Jefferies.

In London gewannen die Papiere von Oxford Biomedica ebenfalls etwa zwölf Prozent auf 1120 Pence und steuerten auf den höchsten Schlusskurs seit 13 Jahren zu. Dank eines ausgeweiteten Auftrags zur Fertigung des Coronavirus-Impfstoffs von Astrazeneca peilt das Unternehmen für das laufende Jahr Erlöse aus diesem Deal von umgerechnet 116 Millionen Euro an, doppelt so viel wie bisher.

Enttäuscht reagierten Investoren dagegen auf den Ausblick von Iliad. Der französische Mobilfunker will wegen hoher Investitionen in die neue Übertragungstechnik 5G seine Ziele für den Mittelzufluss korrigieren. Iliad-Aktien brachen daraufhin in Paris um gut zehn Prozent ein. Das ist der größte Kursrutsch seit mehr als einem Jahr. Parallel dazu rutschten die Aktien des Rivalen Vodafone um 6,4 Prozent ab. Investoren nähmen die Aussagen des britischen Konzerns zu höheren 5G-Investitionen zum Anlass, Gewinne mitzunehmen, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

 

Anleger vor US-Inflation auf der Hut – Coba und Bayer heben ab

Der Dax kam am Mittwoch trotz einer Welle von teils deutlich besser als erwartet ausgefallenen Firmenbilanzen nur schwer vom Fleck und notierte am Mittag 0,2 Prozent höher bei 15.155 Punkten. Der EuroStoxx50 trat bei 3949 Punkten auf der Stelle.

Investoren spekulieren, dass steigende Rohstoffpreise und wachsender Inflationsdruck in den USA zu früheren Zinserhöhungen und höheren Anleiherenditen weltweit führen könnten. Analysten rechnen bei den Inflationsdaten am Nachmittag (MESZ) im Schnitt für April mit einer Teuerungsrate von 3,6 Prozent im Jahresvergleich. Im Vormonat hatte der Wert bei 2,6 Prozent gelegen. Steigt die Inflation stärker als von der US-Notenbank erwartet ist Experten zufolge fraglich, ob sie noch längere Zeit an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten kann.

Für die Aktienmärkte sei der Zinsanstieg ein giftiger Cocktail, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. “Die Verkaufsbereitschaft hat deutlich zugenommen.” Steigende Zinsen erhöhen unter anderem die Finanzierungskosten für die Unternehmen.

ANLEIHERENDITEN GEBEN NACH – KUPFER WEITER IM AUFWIND

An den Anleihemärkten gingen die Renditen nach dem jüngsten Anstieg zurück. Die Verzinsung der zehnjährigen Bundespapiere fiel um rund einen Basispunkt auf minus 0,17 Prozent, nachdem sie am Dienstag auf den höchsten Stand seit März vergangenen Jahres geklettert war. Die US-Treasuries rentierten mit 1,617 Prozent ebenfalls leicht unter ihrem Vortagesniveau. Analysten zufolge schichteten einige Anleger ihr Geld aus hoch bewerteten Aktiensegmenten um, was den Renditerückgang bei den Anleihen erkläre.

Am Markt für Industriemetalle blieben die Konjunkturoptimisten am Ruder. Kupfer verteuerte sich um bis zu 1,5 Prozent auf 10.620 Dollar je Tonne und blieb auf Tuchfühlung mit dem jüngsten Rekordhoch.

Der Ölpreis blieb unterstützt von der Hoffnung auf eine baldige Nachfrageerholung. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 68,99 Dollar je Fass. Die Internationale Energieagentur (IEA) verstärkte den Optimismus der Investoren mit ihrer jüngsten Markteinschätzung: “Das erwartete Angebotswachstum für den Rest des Jahres entspricht bei weitem nicht unserer Prognose für eine deutlich stärkere Nachfrage über das zweite Quartal hinaus.”

STARKER JAHRESAUFTAKT BEI BAYER UND COBA

Bei der Commerzbank bejubelten Anleger einen starken Jahresauftakt. Die Aktien schossen um 7,5 Prozent nach oben. Die zweitgrößte Privatbank Deutschlands kehrte überraschend in die schwarzen Zahlen zurück und blickt optimistischer nach vorne. Papiere von Bayer standen mit einem Kursplus von 3,9 Prozent an der Dax-Spitze. Vor allem dank des Agrargeschäftes habe der Umsatz im Quartal vier Prozent über den durchschnittlichen Analystenerwartungen gelegen, hieß es bei Credit Suisse. Obwohl die Jahresprognose nicht angehoben worden sei, sollten die Aktien von den starken Quartalszahlen profitieren, fassten die Analysten von JP Morgan zusammen.

Eine angehobene Prognose von Deutsche Telekom kam ebenfalls gut an. Die Aktien kletterten um 2,2 Prozent. Der Telekomkonzern habe zum Jahresstart Stärke bewiesen, urteilten die Analysten von Jefferies. Das stimme für die mittelfristigen Aussichten optimistisch.

In London stiegen die Aktien von Diageo mehr als drei Prozent. Der weltgrößte Spirituosenhersteller mit Marken wie Johnnie Walker oder Smirnoff rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem organischen Wachstum des Betriebsgewinns von mindestens 14 Prozent und kommt mit seinem Aktienrückkaufprogramm weiter voran.

 

Montana Aerospace hebt bei Börsengang in der Schweiz ab

Dabei waren die Titel bereits am oberen Ende der Preisspanne von 24,15 bis 25,65 Franken platziert worden. Mit dem Kurssprung am ersten Handelstag kommt die Firma nun auf einen Wert von fast 1,5 Milliarden Franken. Ende April war bereits dem Pharmazulieferer PolyPeptide ein erfolgreiches Debüt an der Schweizer Börse geglückt.

Montana Aerospace beliefert Flugzeughersteller wie Airbus und Boeing, aber auch Autokonzerne mit Bauteilen aus Aluminium, Titan, Verbundwerkstoffen, Stahl und Kupfer. Mit dem von der Berenberg, der Zürcher Kantonalbank und der Commerzbank organisierten Transaktion fließen der Firma mit rund 4800 Mitarbeitern brutto rund 440 Millionen Franken zu. Rund 60 Prozent des Erlöses sollen in Übernahmen fließen, der Rest in organisches Wachstum. In der Luft- und Raumfahrtbranche sei ein großer Konsolidierungsprozess im Gange, die Zahl der derzeit Abertausenden von Lieferanten dürfte sich deutlich reduzieren, wie Firmenchef Markus Nolte erklärt hatte.

Bei einer vollständigen Ausübung der Mehrzuteilungsoption werde der Streubesitz auf 41,8 Prozent anziehen. Mehrheitsaktionär bleibt die Montana Tech Components Gruppe des österreichischen Unternehmers Michael Tojner. Zu ihr gehören auch der deutsche Batteriehersteller Varta und das Verpackungsunternehmen Aluxflexpack. Dass ein Marktdebüt glückt, ist nicht selbstverständlich. Am Vortag hatte der deutsche Internet-Autohändler MeinAuto seinen Börsengang in Frankfurt in letzter Minute abgesagt.

 

Materialmangel bremst auch deutsche Bauwirtschaft

“Die mangelnde Verfügbarkeit von vielen Baustoffen behindert den Baustellenbetrieb und damit die Gewerke in ihrer Arbeit”, erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, am Donnerstag. Das Problem umfasse etliche Materialien: Demnach fehlen Rohre für Fundamente, Kunststoffe und Kupfer für Kabel, Folien, Dämmstoffe und Holz für den Dachstuhl. Auch bei Tragwerkskonstruktionen im Stahlbau gebe es Engpässe. “Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Materialversorgung in den nächsten Wochen leider nicht normalisieren wird”, warnte Nachbauer. Dies werde den Betrieb der Baustellen bremsen und Firmen zu mehr Kurzarbeit zwingen.

Für den öffentlichen Bau schlägt der Verband die Berücksichtigung sogenannter Stoffpreisgleitklauseln bei neuen Aufträgen vor. “Weitere Preissteigerungen, aber auch -senkungen besonders betroffener Baustoffe können über eine derartige Regelung für beide Vertragspartner angemessen ausgeglichen werden”, sagte Nachbauer. Zudem sollten die öffentlichen Auftraggeber auf Sanktionen bei Verzögerungen aufgrund von Lieferengpässen verzichten. Die 370.000 Unternehmen des Bau- und Ausbauhandwerks würden alles versuchen, um den Baustellenbetrieb aufrechtzuerhalten. “In einem gemeinsamen Gespräch mit der Bundesregierung, den Baustoffherstellern, und dem Fachhandel könnten wir die aktuelle Lage wie auch mögliche Lösungswege gemeinsam diskutieren und vereinbaren.”

 

Börsen erholen sich vom “Yellen-Schreck”

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Mittwoch um jeweils etwa zwei Prozent auf 15.170,78 beziehungsweise 3998,98 Punkte, nachdem sie am Dienstag als Reaktion auf Aussagen von US-Finanzministerin Janet Yellen zu möglichen Zinserhöhungen jeweils rund zwei Prozent abgerutscht waren. An der Wall Street ging der breit gefasste S&P 500-Index ebenfalls auf Erholungskurs und gewann 0,4 Prozent.

“Einige ihrer Aussagen wurden von Anlegern offenbar fälschlicherweise als Aufforderung an die Fed zu Zinserhöhungen interpretiert”, sagte James Athey, Manager beim Vermögensverwalter Aberdeen Standard. Die Kursreaktionen zeigten, wie nervös Investoren seien. “Es könnte sein, dass die Zinsen etwas ansteigen müssen, um sicher zu stellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt”, hatte Yellen unter anderem gesagt. Später betonte sie, dass dies weder etwas sei, das sie erwarte oder empfehle.

Ein Straffung der US-Geldpolitik sei ohnehin auf absehbare Zeit nicht in Sicht, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Schließlich werde die Notenbank Fed nicht müde zu betonen, dass ihr Ziel Vollbeschäftigung sei, komme was wolle.

ÖLPREIS ZIEHT AN – KUPFER AUF REKORDHOCH

Genährt wurden die Inflationsspekulationen von den steigenden Rohstoffpreisen. So verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um gut ein Prozent auf 69,61 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Lockerung der Pandemie-Restriktionen in den westlichen Industrienationen würden die Nachfrage in der Sommer-Reisesaison voraussichtlich in die Höhe treiben, prognostizierte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates. Ein landesweiter Lockdown in Indien, wo das Coronavirus derzeit besonders heftig wütet, könnte die Stimmung aber schnell wieder eintrüben, warnten seine Kollegen von der ING Bank. Der Index für die europäischen Öl- und Gaswerte stieg dennoch um 3,2 Prozent.

Unterdessen stieg der Preis für eine Tonne Kupfer um bis zu 0,7 Prozent auf ein Zehn-Jahres-Hoch von 10.040 Dollar je Tonne. Gleiches galt für den Index des europäischen Bergbau-Sektors, der zeitweise 618,60 Punkte erreichte. Das Industriemetall profitierte Börsianern zufolge von der Aussicht auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft von den Coronavirus-Folgen. Hinzu komme der Trend zur Elektromobilität und zum klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft, der den Bedarf von Stromleitungen in die Höhe treibe. Gleichzeitig sei das Angebot knapp.

DEUTSCHE POST, MOELLER-MAERSK UND T-MOBILE US IM AUFWIND

Das “stärkste Auftaktquartal aller Zeiten” und angehobene Gesamtjahresziele hievten die Papiere der Deutschen Post auf ein Rekordhoch von 51,30 Euro. Der Logistik-Konzern sei für 2021 optimistischer als er, schrieb DZ Bank-Analyst Dirk Schlamp. “Die Tatsache, dass die Post auch die Mittelfristziele angehoben hat, unterstreicht, dass das Unternehmen auch für die Post-Covid-Zeit zuversichtlich gestimmt ist.” Die “Aktie Geld” schloss 4,6 Prozent im Plus bei 50,88 Euro.

Auch Moeller-Maersk blickt optimistisch in die Zukunft. Das Quartalsergebnis der Containerschiff-Reederei liege im Rahmen der Markterwartungen, kommentierte Analyst David Kerstens von der Investmentbank Jefferies. Die neuen Gesamtjahresziele lägen aber deutlich darüber. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen weitere fünf Milliarden Dollar schwere Aktienrückkäufe an. Die Aktie stieg daraufhin in Kopenhagen um sieben Prozent.

Nach einem Umsatz- und Gewinnsprung hob auch T-Mobile die Gewinnziele an. Dank des stetigen Kundenzustroms und Einsparungen durch die Fusion mit dem Rivalen Sprint rechne er mit steigenden Mittelzuflüssen bei der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, prognostizierte Analyst Colby Synesael vom Vermögensverwalter Cowen. Außerdem stehe 2023 ein Aktienrückkauf auf der Agenda. T-Mobile-Titel rückten vier Prozent vor.

 

CO2-Preis überspringt erstmals die Marke von 50 Euro

Die von der EU ausgegebenen Zertifikate übersprangen am Dienstag erstmals die Marke von 50 Euro und stiegen zeitweise um 1,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 50,05 Euro je Tonne ausgestoßenes CO2. Der Preis für die Rechte hat sich damit innerhalb eines Jahres etwa verdreifacht. Er spiegelt damit die Erwartung wider, dass die Gemeinschaft ihre Ziele auch umsetzen will und dazu die Ausgabe der Rechte weiter verkürzt. Diese erwartete Knappheit erzeugt Preisdruck. Den spüren vor allem Betreiber von Kohlekraftwerken, die besonders viele der Zertifikate für die Produktion benötigen.

Das CO2-Handelssystem ist das zentrale Klimaschutz-Instrument der EU. Wer in den Sektoren Energie, Industrie und Flugverkehr klimafreundlich unterwegs ist, braucht weniger Rechte und kann überschüssige an der Börse verkaufen. Im umgekehrten Fall und bei Ausweitung der Produktion muss zugekauft werden. Über die Jahre wird für den Klimaschutz die Zahl der ausgegebenen Rechte immer weiter reduziert.

PREISE STIEGEN TROTZ CORONA

Lange galt der Handel als ineffizient, die Preise dümpelten bis 2018 meist deutlich unter zehn Euro dahin. Mit einer Reform des Handelssystems sowie ehrgeizigeren Klimazielen änderte sich das jedoch: Auch in der Corona-Krise – in der wegen des Wirtschaftseinbruchs eigentlich weniger Rechte benötigt wurden – gaben die Preise nur kurz nach und stiegen besonders 2021 rasant.

“Es gibt einen ganzen Korb preistreibender Faktoren”, sagte Analystin Ingvild Sorhus vom Datenanbieter Refinitiv. Da sei neben den Klimazielen der EU nun auch das wachsende Interesse spekulativ orientierter Investoren. Außerdem bremsten die geringen europäischen Erdgas-Reserven die Umstellung von Kohle-Kraftwerken auf Gas-Verfeuerung, die weniger klimaschädliches CO2 produziert. Dem Branchendienst Gas Infrastructure Europe zufolge sind die heimischen Lagertanks derzeit nur zu 30 Prozent gefüllt. Vor einem Jahr habe die Quote noch bei 64 Prozent gelegen.

Vor zwei Wochen hatte sich die Europäische Union ehrgeizigere Klimaziele gesetzt. So soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 55 statt 40 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Deutschland muss auch deswegen nachbessern, weil das Bundesverfassungsgericht das bisherige Klimagesetz als unzureichend gerügt hatte.

Hohe CO2-Preise setzen besonders Betreiber von Kohlekraftwerken unter Druck. In Deutschland macht sich dies auch daran bemerkbar, dass Unternehmen immer mehr Kohlekraftwerke gegen eine Entschädigung vorzeitig abschalten wollen. Es wird daher damit gerechnet, dass der letzte Meiler deutlich schneller vom Netz geht, als bis zum gesetzlich festgelegten Termin spätestens im Jahr 2038.

Das Handelssystem hat inzwischen weltweit Nachahmer gefunden. Klimaschützer fordern eine internationale Vernetzung der Systeme, um den Kampf gegen die Erderwärmung so besser steuern zu können.

 

Anleger bleiben vor Fed-Entscheid vorsichtig

Dax und EuroStoxx50 fielen am Dienstag um jeweils etwa 0,2 Prozent auf 15.255 beziehungsweise 4012 Punkte. Investoren seien hin- und hergerissen zwischen soliden Firmenbilanzen und den steigenden Coronavirus-Fallzahlen in einigen Ländern wie Indien, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus Activtrades.

US-Notenbankchef Jerome Powell werde nach den geldpolitischen Beratungen am Mittwoch voraussichtlich sein Mantra einer auf absehbare Zeit ultra-lockeren Geldpolitik wiederholen, prognostizierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. “Trotz der sich verbessernden Konjunkturdaten bleibt die Fed im Krisenmodus.” Die Notenbank werde eine deutliche Erholung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes sowie eine deutliche Entspannung der Gesundheitslage abwarten, bevor sie ihre Wertpapierkäufe drossele, prognostizierten die Analysten der Bank Unicredit.

Die unverändert positive Grundstimmung am Markt spiegelte sich unter anderem in Kursgewinnen der Reise- und Touristikbranche wider. Dank eines wachsenden Tempos bei den Corona-Massenimpfungen in der EU stieg der europäische Branchenindex auf ein Rekordhoch von 282,16 Punkten. Der Sektor hatte in den vergangenen Monaten besonders stark unter den Pandemie-Beschränkungen gelitten.

ÖLPREIS IM AUFWIND – KUPFER AUF ZEHN-JAHRES-HOCH

Aufwärts ging es auch für den Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 65,98 Dollar je Barrel (159 Liter). Anleger warteten gespannt auf die Ergebnisse der Beratungen der großen Export-Staaten zu den Förderquoten. “Sollte die Opec+ die Lage in Indien ignorieren, könnten sich die Kursgewinne schnell in Luft auflösen”, warnte Bjornar Tonhaugen, Chef des Ölgeschäfts beim vom Brokerhaus Rystad. Das aufstrebende Schwellenland ist einer der weltweit wichtigsten Öl-Abnehmer.

Unterdessen setzte Kupfer wegen möglicher Angebotsengpässe seinen Höhenflug fort. Das Industriemetall gewann gut zwei Prozent und war mit 9965 Dollar je Tonne zeitweise so teuer wie zuletzt vor zehn Jahren. “Chilenische Hafenarbeiter haben wegen Streits über die Altersversorgung zum Streik aufgerufen”, erläuterte Analyst Carsten Menke von der Bank Julius Bär. “Sie werden von den Bergbaugewerkschaften unterstützt.” Chile ist ein wichtiger Kupfer-Lieferant, und die weltweite Nachfrage übertrifft bereits jetzt das Angebot.

Gefragt war auch Bitcoin, das sich um drei Prozent auf 54.999 Dollar verteuerte. Angeheizt werde die Rally von den Plänen der Bank JPMorgan, einen Fonds für diese Kryptowährung aufzulegen, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. “Ein US-Bitcoin-Fonds wäre ein weiterer Ritterschlag.”

ÜBERNAHMEFANTASIE UM HELLA – UBS UNTER DRUCK

Am deutschen Aktienmarkt rückte am Mittag Hella ins Rampenlicht. Einem Magazinbericht zufolge sondiert die Industriellenfamilie Hueck, die zusammen mit der Familie Röpke 60 Prozent an dem Autozulieferer hält, den Markt für einen Verkauf ihrer Anteile. Eine solche Transaktion könnte eine Übernahmeofferte für die übrigen Aktionäre nach sich ziehen und der Konzern könnte von der Börse genommen werden, kommentierte Analyst Sascha Gommel von der Investmentbank Jefferies. Hella-Aktien verbuchten mit einem Plus von zeitweise knapp 13 Prozent den zweitgrößten Kurssprung der Firmengeschichte.

Die Titel von UBS fielen dagegen in Zürich um knapp drei Prozent. Der Kollaps des Hedgefonds Archegos verhagelte der Bank die Bilanz. Die finanziellen Belastungen seien zwar geringer als beim Rivalen Credit Suisse, aber höher als gedacht, sagte Markets.com-Experte Wilson.

 

Goldpreise konsolidieren weiter

Die Goldpreise haben seit Freitag herumgehackt und sie tun dies zu diesem Zeitpunkt um die 1330-Region ohne besondere Richtung. Wie wir bereits in den letzten Prognosen erwähnt haben, gab es kaum fundamentale Nachrichten und da die Nachfrage nach Gold stabil blieb, stagnierten die Goldpreise tendenziell zwischen 1225 und 1245 und wird wahrscheinlich bis Ende des Monats auch so bleiben. Wir befinden uns zu dieser Zeit des Monats, in der die Nachrichten rund um den Globus versiegen und wenn es nicht einige fundamentale Treiber gibt, werden wir wahrscheinlich die Preise stagnieren sehen, und genau das haben wir auf den Goldmärkten gesehen.

Goldpreise stagnieren

Es ist wahrscheinlich, dass die Goldpreise weiterhin ihre Zeit in diesem Bereich verbringen werden. Die Aufwärtsbewegung wurde bei dünnem Volumen durchgeführt, aber wir haben gesehen, dass die Bullen auch in diesem Monat ihre Dynamik fortsetzen können, was ein Volumen von der Art und Weise zeigt, wie der Dollar sich entwickelt hat. Aber mit der Übernahme des Fed-Chairs durch Powell und den bevorstehenden Zinserhöhungen erwarten wir, dass der Fokus wieder auf den Dollar verlagert wird, was dem Dollar helfen sollte, einen Teil seiner Nachfrage zurückzugewinnen. Die Reaktion der Goldbullen, wenn und wenn dies passiert, sollte für den Moment interessant sein, denn Konsolidierung ist der Name des Spiels.

Gold stündlich

Die Ölpreise werden weiterhin langsam unter der $ 64-Region gehandelt, aber wir glauben, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis sie wieder steigen wird. Die OPEC und Russland haben zugestimmt, am Wochenende die Produktion bis zum Ende des Jahres zu reduzieren, was dem Bullenmarkt, den wir auf dem Ölmarkt beobachten, helfen sollte.

Auch die Silberpreise bewegten sich in den letzten Tagen und werden voraussichtlich auch in Zukunft auf dem Niveau des Goldmarktes weiter steigen.