Ölpreis (Brent): Entspannung beim Kurs und Inflation steht an!

Die Inflation ist auch 2022 eines der Topthemen an den Finanzmärkten. Zuletzt wurde für die Eurozone im Januar mit 5,1 Prozent die höchste Inflationsrate seit 1997 erfasst und gemessen. Besonders die Energiepreise, also Strom, Gas, Kraftstoffe und der Ölpreis spielen dabei eine große Rolle. 

Brent Kursverlauf

Die französische Großbank BNP Paribas hat jüngst errechnet, dass die Energiepreise mittlerweile mehr als 3 Prozent zur Gesamtinflationsrate beitragen. Ihr Anteil beträgt also gut 59 Prozent. Wenn der starke Anstieg der letzten Monate nicht gewesen wäre, hätte die Eurozone damit lediglich einen vertretbaren Preisanstieg von 2,1 Prozent gesehen. Die Analysten gehen davon aus, dass der Anteil der Energiepreise 2022 auf 1 Prozent sinken wird. 2023 soll dann der Einfluss kaum noch messbar sein. Genau das deutet sich aber heute schon aus der Sicht der Charttechnik an.

Ölpreis: Von negativen Kursen bis hin zu 150 USD

Am 3. Januar wurde im Rahmen der Analyse „Ölpreis 2022: Geht es hoch auf über 103,50 US-Dollar?“ an dieser Stelle weiter steigende Kurse beim Ölpreis der Marke Brent vorausgesagt. Damals notiert der Preis noch bei 78 USD. Ein Kursniveau von etwa 100,50 bis 103,50 USD wurde genannt und charttechnisch hergeleitet. Die in diesem Zusammenhang benannte Widerstandszone wurde nun angestochen. 

Brent Wochen-Chart

Brent Ölpreis hat in diesem Jahr bereits 20 Prozent zugelegt. 50 Prozent waren es im letzten Jahr. Entsprechend groß ist die Sorge, dass es jetzt immer so weiter gehen wird mit den steigenden Kursen. Kursziele von 150 USD machen bereits die Runde. Die Stimmung ist fast schon panisch und steht diametral zu der im Frühjahr 2020, als einige Ölsorten sogar mit negativen Preisen gehandelt wurden.

Charttechnisch wird die Luft immer dünner, aber … 

Im Wochen-Chart ist aber absehbar, dass die Luft ab jetzt immer dünner wird. Mit dem jüngsten Jahreshoch bei 93,34 USD am 7. Februar stehen wir an einer wichtigen Widerstandslinie, die durch das Zwischenhoch aus dem Jahr 2010 und dem Zwischentief aus dem Jahre 2012 definiert wird. Der Ölpreis könnte ab jetzt also wieder per Tendenz den Rückwärtsgang einlegen. Eine mögliche Gegenbewegung zurück auf ca. 60 bis 50 USD steht zumindest bereits im Raum.

Brent Tages-Chart

Im Tages-Chart ist allerdings diesbezüglich noch kein entsprechendes Umkehr- oder Shortsignal zu erkennen. Einzig das mögliche Abschlussmuster, das sich seit März 2021 zu bilden scheint, deutet – in Kombination mit der beschriebenen Widerstandslinie – bisher wage auf fallende Kurse. Wer also als Trader auch der Meinung ist, dass der Ölpreis kurz vor einem vorläufigen Hoch stehen könnte, sollte besser auf ein entsprechendes charttechnisches Short-Signal warten. Stellt sich dieses ein, so deutet sich heute schon an, dass 2022 eher von fallenden Ölpreis-Kursen geprägt sein könnte. Entsprechend dazu könnte in den kommenden Monaten auch die Inflation merklich zurückkommen.

Da kommen Emotionen auf: Bipolarer Dollar vs. Vernünftiges Edelmetall

In jüngst erschienenen Interviews und Berichten über das vor uns liegende Jahr hob ich insbesondere die Bewegungen des bipolaren US-Dollars als eines der ausschlaggebendsten Marktsignale hervor, die man auf dem Schirm haben sollte.

So wurden beispielsweise Argumente für ein relatives Erstarken des USD hervorgebracht – und zwar (teilweise) auf Grundlage der nimmersatten Euro-Dollar- und US-Repomärkte.

Dahingehend zeigt sich, dass die Zahl der Hedgefonds-Wetten auf steigende USD-Kurse seit Juni 2019 nicht mehr so hoch gewesen ist wie jetzt.

Wie man aber unten sieht, kann man die Stabilität des durch die Fed verzerrten US-Dollars viel eher mit einem dreibeinigen Stuhl an Deck der Titanic vergleichen.

Kurz: Bevor er sinkt, kann und wird der USD in viele emotionale Richtungen schwabbeln.

In der Tat legen die jüngsten Fakten zum bipolaren Greenback nah, dass seine bislang wachsende Stärke möglicherweise am Ende ist, trotz 1.) einer zunehmend strengen Fed, 2.) steigenden Zinssätzen und 3.) einem ansonsten Dollar-positiven Konsens.

Also: Wohin geht es für den USD? Nach oben oder unten?

Die Antwort lautet „ja“.

Schauen wir uns das genauer an.

So klingt es, wenn Tauben weinen

Fangen wir, wie so oft, mit einer Übersetzung des immer wieder unterhaltsamen Fed-Sprechs an – und ein bisschen Musikgeschichte.

Prince, die in Minneapolis geborene Musikikone der 1980er, sang in einem berühmten Song darüber, wie es klingt, wenn Tauben weinen.

Wer aber hören möchte, wie das im Jahr 2022 klingt, der braucht nicht mehr in der Musiksammlung stöbern. Es reicht, im eben erwähnten Minneapolis vorbeizuschauen und nach dem dortigen Präsident der Federal Reserve Bank zu fragen – nach Neel Kashkari.

Seit Jahren zählt Kashkari zu den Moderatesten in der Fraktion der Fed-„Tauben“. Für ihn hätten die Zinssätze bis weit ins Jahr 2024 bei oder nahe null Prozent liegen sollen; eine Haltung, die den „überdruckten“, kostenfreien USD eher nicht beflügelt.

Kehrtwende

Als die „vorübergehende Inflation“ – das 2021er Meme der Fed/ Kashkari (sprich: Lüge, um Zeit zu schinden) – letztlich der 2022er Wirklichkeit weichen musste, wo nun von „beständiger Inflation“ gesprochen wurde, sah sich auch Kashkari gezwungen, das zu tun, was die überwiegende Mehrheit der doppelsprechenden, mathebehinderten, geschichtsblinden und wahrheitsallergischen Fed-Vertreter am besten kann: Kehrtwende machen.

Jüngst gurrte Kashkari von Zinserhöhungen (mindestens 2 für 2022) und der Reduzierung der Fed-Bilanzsumme (d.h. US-Staatsanleihen abstoßen).

Selbst Joe Biden bittet die Fed jetzt um strengeres Verhalten im „Kampf“ gegen jene Inflation, die die Fed ja eigentlich braucht, um Uncle Sams Schuldenstandsquote zu senken.

Selbstverständlich sorgen solche Maßnahmen insgesamt für steigende Zinssätze (30 Basispunkte in 4 Tagen für 10-jährige US-Staatsanleihen Anfang Januar), was in der Theorie (siehe unten) einerseits für steigende USD-Kurse und andererseits für Verluste bei Gold und BTC sorgen müsste.

Wie der Schein trügt

Die Marktsignale erinnern uns stets daran: Nichts ist, wie es scheint.

Kurzsichtige Investoren und reflexartig handelnde Märkte vergessen z.B. Folgendes: Die nominalen Zinssätze mögen zwar steigen, aber eben nicht so schnell wie die währungsentwertende Inflation und der negative Realzins. Und das bedeutet (auf längere Sicht), dass Gold – ungeachtet der relativen Stärke des USD – inhärent stärker wird, und nicht schwächer.

Natürlich werden die Hedgefonds mit ihren Dollarwetten aber auch die Gold-Trader, anders als die Gold-Investoren, immer kurzfristig auf Grundlage von Schlagzeilen verkaufen (oder kaufen), und nicht auf Grundlage langfristiger Fundamentaldaten. Das ist überhaupt nichts Neues.

Letzten Endes war die relative Stärke des USD zu Jahresende ein ablenkender Nebelschleier verglichen mit dem leuchtturmhaft strahlenden Verfall seiner inhärenten Kaufkraft – der eigentliche und reale Indikator in der Schall-und-Rauch-Welt der Zentralbanken.

Auch hier wieder: Dieser Chart des USD im Verhältnis zu einem Milligramm Gold kann gar nicht oft genug gezeigt werden…

Wer jetzt denkt, der USD könne nur steigen, weil doch auch seine relative Stärke zunimmt, der möge vielleicht noch mal nachdenken.

Uh-Oh: Der Bipolare Dollar steigt ja gar nicht mit den Zinssätzen (!)

Ein weiteres Signal, das von Experten und Daytradern mehrheitlich ignoriert wird, ist das jüngste Auseinandertriften von USD und Zinsmärkten.

Das mag vielleicht langweilig klingen, doch bleiben Sie dran! Es ist wirklich ziemlich einfach, aber auch sehr wichtig.

Man kann Folgendes feststellen: Wenn die Anleiheerträge (und folglich die Zinsen) vor dem Hintergrund geldpolitischer Straffungen (oder auch nur in Reaktion auf Tapering-Gerede) steigen, so steigt traditionell auch der USD.

Wie wir aber im Chart unten sehen, entkoppelt sich der US-Dollar (fallende Linie) von der Entwicklung der US-Staatsanleiheerträge (steigende Linie).

Wie kommt das?

Warum sinkt der USD (der sein Hoch im November markierte) trotz einer strengeren Fed und steigender Anleiheerträge?

Druckenmiller hat es uns gesagt

Wer ein offenes Ohr hatte, konnte schon vor einigen Monate hören, wie der legendäre Forex-Trader, Stan Druckenmiller, im Mai vor genau dieser Möglichkeit warnte.

Insbesondere hatte Druckenmiller die US-Zahlungsbilanzprobleme nicht vergessen (d.h. ein 700 Mrd. $ schweres Leistungsbilanzdefizit), das sich nun deutlich verschärfte, weil man im Ausland keine US-Staatsanleihen mehr kaufte, sondern verstärkt COVID-stimulierte Technologie- und Wachstumswerte wie Google, Zoom, Microsoft etc.

Leute, diese Veränderungen der Dollar-Flüsse sind wichtig!

Während diese Wachstums-/Technologiewelle abflaut (wovor Druckenmiller im Fall einer Tapering-Situation warnte), beginnen die Anleger, große Geldmengen auf sichere Rohstoffe und andere eher unbeliebte zyklische Werte umzuverteilen, was die Märkte und den Dollar eher nach unten als nach oben schickt.

Kapitalflüsse sind wichtig

Diese fortschreitende Sektorrotation erleben wir gerade in Echtzeit – weg von den Wachstums-/Technologiewerten (den wahren Kern des S&P) und hin zu den Rohstoffen.

Jedoch bleiben die meisten Investoren, Hedgefonds eingeschlossen, USD-optimistisch, weil sie auf dessen relative Stärke schauen und auf die relativen Zinssätze.

Dabei ignorieren sie, inwieweit sich auch die Kapitalflüsse verändern. Und diese Kapitalflüsse sind eher schlechte als gute Nachrichten für den US-Dollar. Allein schon deshalb, weil der relative Anstieg der Zinssätze wohl nicht ausreicht, um die Wirkung schwächer werdender Dollar-Kapitalflüsse auszugleichen.

Markttechnik ist wichtig

Ziehen wir darüber hinaus die Markttechnik heran, so verdichtet sich das Komplott gegen den US-Dollar.

So erinnerte z.B. Lyn Alden ihre Twitter-Followers kürzlich an Folgendes: Wann immer der Dollar-Index in den letzten Jahrzehnten auf Wochenbasis einen stark überkauften RSI (Relative Strength Index) von 70 aufwies, aber anschließend einem negativen Trend folgte, so hatte das durchweg negative Folgen für den USD.

Schon interessant, dass ihre und Druckenmillers Warnungen durch die Tatsache mehr als bestätigt wurden, dass genau dann, als Technologie- und Wachstumsaktien Ende November anfingen im S&P-Gesamtvergleich schlechter zu performen, …

… auch der USD aufhörte, gemeinsam mit den US-Realzinsen zu steigen.

Aus unserer Sicht ist das kein Zufall, sondern Korrelation.

Der Mix aus sinkenden Dollarflüssen in Technologie- und Wachstumsaktien sowie einer strengen/ zinserhöhenden Federal Reserve kann einen schwachen USD erzeugen. Und für all jene Sektoren, zu denen diese Dollars jetzt unterwegs sind, nämlich Gold, als auch Industriewerte, Energie, Banken und Bitcoin, ist all das ein gutes Zeichen.

Kurz: Selbst steigende Zinsen und ein deutlich telegrafierter Fed-Schwenk von „Taube zu Falke“ werden 1.) die Verschuldungswirklichkeit und 2.) die faktischen Geldflüsse nicht verschwinden lassen. Und diese beiden Faktoren werden den ohnehin schon diskreditierten (entwerteten) US-Dollar kontinuierlich weiter diskreditieren – und mit ihm auch jene Mittelmaß-Truppe, die mit dessen „Verwaltung“ (Manipulation) betraut ist (auch bekannt als Federal Reserve).

Märkte im Jahr 2022 – Da kommen Emotionen auf

Seit Monaten warne ich, dass Zinssteigerungen nicht wirklich spaßig sind. Weder für die ansonsten ignorierte Realwirtschaft noch für die bankrotte Mittelklasse und auch nicht für die schuldengesättigten Risikoanlagemärkte; und die werden dann … naja … emotional reagieren.

Gold steigt natürlich, sobald Emotionen (Ängste) aufkommen.

Gesetzt den Fall, die Fed lässt dem strengen Gerede strenge Politik folgen, so wären in nächster Zeit kurzzeitige Verwerfungen in so gut wie allen Bereichen zu erwarten, mit Ausnahme des bipolaren Dollars und der Finanzwerte.

Man denke aber weiter. Hier sind viele Kräfte im Spiel.

Ein weiterer Fed-Schwenk, zurück auf gemäßigt?

Steigende Zinsen werden auch Aktien, Edelmetalle, Rohstoffe und BTC treffen, allerdings sind für 2022 Kehrtwenden (ein Umschwenken) von moderat zu streng und dann wieder zurück zu moderat sehr gut möglich. Wir können nur abwarten und beobachten, was passiert.

Folge dem Geld – und den Sektoren

In der Zwischenzeit ist die oben erläuterte Sektorrotation mit ihrer Abkehr von Wachstums- und Technologieaktien auf längere Sicht ein gutes Zeichen für Gold und andere unterbewertete Assets, und dorthin blickt das geduldige Geld immer.

Sollte sich hingegen keine Fed-Umkehr zum Moderaten abzeichnen, werden Aktien und Anleihen weiter fallen. Dann wird es wirklich sehr emotional, und das ist letztlich gut für Gold – auch wenn steigende Zinsen es nicht wären.

Übrigens werden die steigenden Zinsen real (also inflationsbereinigt) negativ bleiben, und der hartnäckige, geduldige und unvermeidliche Goldaufwärtstrend wird anhalten.

Bislang, und davor hatten wir das gesamte Jahr 2021 über gewarnt, hat die Fed beim Thema vorübergehende Inflation einfach nur gelogen, während sie vorsätzlich aggressive Inflationierung vorantrieb, um sich ihren Weg aus einem gefährlich hohen Schulden:BIP-Verhältnis mittels Inflation zu bahnen.

Wie erwartet half diese doppelgesichtige Politik vorsätzlicher Inflationierung (in Abgrenzung zu „vorübergehender“ Inflation) dabei, die Schuldenstandsquote der USA zu senken – und zwar auf Kosten der Normalbürger und der Realwirtschaft.

Nicht wirklich schockierend, oder?

Auch wenn die Fed momentan vielleicht stolz auf ihren kleinen Sieg im Chart oben ist (Rückgang der Schuldenstandsquote), so sollte sie den Champagner vielleicht besser zurück in den Kühlschrank legen.

Zu Wenig, Zu Spät

Gemeint ist: Man hat die Inflation nicht stark und lange genug aufflammen lassen, um eine relevante schuldensenkende Kerbe in Uncle Sams ansonsten enormen und beschämenden Kneipendeckel zu schlagen.

Zur Erinnerung: 2021 fielen in den USA beeindruckende Steuereinnahmen an (ein Plus von 30 % im Vorjahresvergleich), allerdings reichten die bis 2022 eingenommenen Mittel nicht aus, um die parallel dazu abfließenden Ausgaben zu decken. Folglich ergab sich ein Defizit von mehr als 350 Mrd. $, während Leistungen und Ansprüche auf Medicare, Social Security und Veteranen-Bezüge schneller wachsen als die Steuereinnahmen.

Sollte die Fed im Jahr 2022 nun geldpolitische Strenge walten lassen und ihre QE-basierten Stützungsprogramme für US-Staatsanleihen wie geplant zurückfahren, so wird aus diesem Defizit mehr als ein rein mathematisches Problem.

Wenn in Washington DC weniger USD per Maus herbeigeklickt werden, so werden andere sich diese benötigen Dollars leihen müssen, was wiederum den Dollar steigen lassen kann.

Verstehen Sie, was ich mit „bipolarem Dollar“ meine?

Nationale wie internationale Gläubiger mit USD-Schulden werden dann andere Assets verkaufen (d.h. Wachstums-Technologieaktien), um zusätzliche Dollars zur Deckung des Schuldenbedarfs aufzutreiben.

Große Teile dieses Selloffs – angetrieben von der Suche nach liquiden USD –, werden auch an den US-Staatsanleihemärkten stattfinden. Das lässt die Anleihekurse sinken, Anleiherenditen und Zinssätze werden folglich steigen, und das versetzt der ohnehin schon angeschlagenen Realwirtschaft weitere Schläge.

Einfacher formuliert: Die Fed beschert uns mehr Inflation, steigende Zinssätze, fallende Anleihepreise, einen nervösen Aktienmarkt und eine stagnierende Ökonomie.

Wie gesagt, im Jahr 2022 wird es wahrscheinlich emotional zugehen, weil selbst die Vertreter einer strengen geldpolitischen Linie zu wenig zu bieten haben, und das auch zu spät.

Denn: Ein „Tapering“ von 10 Martinis pro Tag auf 9 Martinis pro Tag wird am Ende trotzdem die Leber zerstören. Dasselbe gilt für das Spannungsfeld bipolarer USD und geldpolitische Strenge nach Jahren exzessiv laxer Zentralbankenpolitik.

Jupp: Angesichts monetärer und fiskaler Expansion im Umfang von Billionen und Aberbillionen fallen die „Kürzungen“ der Fed zu gering aus und kommen zu spät.

Und das heißt wieder: Jetzt wird’s emotional.

www.goldswitzerland.com

5,1% Inflation und 0% Zinsen – EZB enteignet Sparer

Liebe Leser,

gemessen an den Verbraucherpreisen ist die Inflation in der Eurozone im Januar 2022 auf 5,1% gestiegen. Trotz dieses eklatanten Wohlstandsverlusts der Bevölkerung hat die Europäische Zentralbank am Donnerstag, den 3. Februar 2022 entschieden, die Geldentwertung nicht mit höheren Zinsen zu bekämpfen, sondern den von ihr festgesetzten Leitzins bei 0% zu belassen.

Anstatt ihrem Auftrag gerecht zu werden, das heißt für Geldwertstabilität zu sorgen, betreibt die EZB also eine Enteignungspolitik. In selbstherrlicher Weise vernichten die Zentralbanker die Ersparnisse der Bürger – und die Politik lässt sie gewähren.

Die heimliche Machtübernahme der Zentralbanken

In den vergangenen Jahren haben die Zentralbanken ihre Macht stetig ausgeweitet. Vor den Folgen dieser heimlichen und völlig undemokratischen Machtverschiebung weg von Parlamenten und hin zu demokratisch nicht legitimierten Institutionen haben Roland Leuschel und ich in unseren Büchern und unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren immer wieder gewarnt.

Insbesondere haben wir auf die sich abzeichnende Geldentwertung hingewiesen und auf die Gefahren, die sich aus den riesigen Spekulationsblasen für die Finanzmärkte, die Wirtschaft und Ihr Vermögen ergeben. Es gibt keinen schmerzlosen Weg aus dieser Misere, für die vor allem die Zentralbanken mit ihrer verantwortungslosen und kurzsichtigen Geldpolitik verantwortlich sind.

Schützen Sie sich vor der EZB

Aus Sicht der Politik und ihrer Zentralbanken ist die Inflation offenbar das kleinere Problem. Deshalb wird nichts zu ihrer Bekämpfung unternommen. Als Anleger sind Sie folglich auf sich allein gestellt.

In dieser Situation ist ein Blick in die Finanzgeschichte überaus hilfreich. Sie zeigt, dass der Edelmetallsektor und Rohstoffe den besten Schutz gegen die zerstörerischen Kräfte der Geldentwertung und die Begehrlichkeiten der Politiker bieten.

Was ist mit dem Goldpreis los?

Trotz der hohen Inflationsraten ist der Goldpreis in den vergangenen anderthalb Jahren aber nicht gestiegen, werden Sie jetzt vielleicht einwenden. Nun sind anderthalb Jahre jedoch ein viel zu kurzer Zeitraum, um ein prinzipiell langfristiges Investment zu beurteilen. Es ist natürlich richtig, dass der Goldpreis im August 2020 ein Zwischenhoch von 1.750 € pro Unze erreichte und damit 9% höher stand als heute. Gleichzeitig notiert er heute aber mehr als 20% höher als vor 2 Jahren und sogar fast 50% höher als Anfang 2019.

Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, befindet sich der Goldpreis im Euro gemessen in einem klaren langfristigen Aufwärtstrend. Andersherum ausgedrückt, befindet sich der Euro in Gold gemessen in einem langfristigen Abwärtstrend. Die zu erwartende Fortsetzung der unseriösen Geld- und Staatsschuldenpolitik der vergangenen Jahre wird dafür sorgen, dass das so bleiben wird.

Goldpreis pro Unze in €, Wochenchart, 1997 bis 2022

Chart

Der Goldpreis befindet sich in Euro gemessen in einem langfristigen Aufwärtstrend. Mit Gold können Sie auch in Zukunft Ihr Vermögen schützen.

Quelle: StockCharts.com

Große Chancen im Edelmetallsektor, Baisse an den Aktienmärkten

Vom Tief des Jahres 2018 bis zu dem Zwischenhoch im August 2020 ist der Goldpreis in Euro um mehr als 70% gestiegen – obwohl die offizielle Inflationsrate in diesen Jahren noch bescheiden war. Dass er sich seither eine kleine Verschnaufpause gegönnt hat, sollte Sie nicht weiter irritieren. Allzu leicht wollen es die Märkte uns Anlegern nicht machen. Es handelt sich dabei aber lediglich um eine Korrektur in einem Aufwärtstrend, die wahrscheinlich bald vorüber ist.

Im Unterschied dazu haben sich an den Aktienmärkten Topformationen gebildet, die auf eine vermutlich bald beginnende Baisse hindeuten. Als flexible Anleger müssen Sie sich davor nicht fürchten, im Gegenteil. Das gilt umso mehr, da Aktien des Edelmetall- und Rohstoffsektors auch in Zeiten einer allgemeinen Baisse steigen können.

Bereiten Sie sich vor. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, und bestellen Sie jetzt meinen Börsenbrief Krisensicher Investieren – 30 Tage kostenlos zum Test.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

Ihr

https://www.clausvogt.com/files/claus-vogt/images/Unterschrift%20Claus%20Vogt_zugeschnitten.jpg

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: Sie haben jetzt noch einmal die Gelegenheit, zu relativ niedrigen Kursen bei ausgewählten Minenaktien einzusteigen. Wer meine Favoriten sind, lesen Sie in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren.

P.P.S.: Sie wollen Woche für Woche sicher durch diese Krise kommen, dann fordern Sie bitte noch heute den kostenlosen Claus Vogt Marktkommentar hier ganz einfach mit Ihrer E-Mail an.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und die „Inflationsfalle“ und ganz aktuell die „Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? (05.02.2022)

Autor: Gotthilf Steuerzahler

Zu großzügige Förderung eines Landessportbundes

Liebe Leserinnen und Leser,

nach den geltenden haushaltsrechtlichen Bestimmungen sollen Zuschüsse nur ergänzend gewährt werden, d.h. die Zuschussempfänger sollen für ihre Vorhaben vorrangig ihre eigenen Mittel einsetzen. Doch die Förderpraxis sieht nicht selten anders aus, der Staat beteiligt sich finanziell in diesen Fällen in einem Umfang, der gar nicht erforderlich wäre. So geschehen auch bei einer millionenteuren Baumaßnahme eines Landessportbundes in einem ostdeutschen Bundesland, worüber Medien vor kurzem berichteten.

Die Geschäftsstelle dieses Landessportbundes war seit dessen Gründung in zentraler Innenstadtlage in einer Großstadt untergebracht. Daneben bestanden weitere Standorte. Bereits seit 2008 überlegte der Sportbund, die einzelnen Bereiche an einem Standort zusammenzuführen. Geplant war der Bau eines Hauses des Sports für 14,5 Millionen Euro. Dafür wollte der Sportbund lediglich einen Eigenanteil von 6,4 Millionen Euro aufwenden. Er beantragte daher im Jahr 2019 einen Zuschuss von 8,1 Millionen Euro.

Im Antrag auf Förderung gab er an, keine weiteren Vermögenswerte zur Finanzierung des Projekts einsetzen zu können. Der Betrag von 6,4 Millionen Euro entsprach einem Eigenanteil von 44 Prozent. Das für den Sport zuständige Landesministerium bewilligte die 8,1 Millionen Euro wie beantragt.

Der Landessportbund verfügte über erhebliche Vermögenswerte

Allerdings gab es deutliche Hinweise, dass der Landessportbund einen wesentlich höheren Anteil an der Finanzierung der Baumaßnahme hätte übernehmen können. Der Rechnungshof des betreffenden Bundeslandes hatte nämlich festgestellt, dass die Konto- und Wertpapierbestände des Sportbundes mehrere Jahre lang nie unter 2 Millionen Euro lagen, an mehreren Stichtagen sogar über 6 Millionen Euro betrugen. Auch hält der Landessportbund Anteile an mehreren Gesellschaften oder ist alleiniger Gesellschafter. Zum Teil verfügen diese Gesellschaften über hohe Vermögenswerte. Jedenfalls bei den Gesellschaften, die ihm allein gehören, hätte der Sportbund auf deren Mittel zugreifen können.

Die finanziellen Möglichkeiten des Sportbundes hätten geprüft werden müssen

Schließlich ist da noch das bisher genutzte Gebäude in zentraler Innenstadtlage. Die ursprünglichen Pläne des Sportbundes sahen vor, den Veräußerungserlös für dieses Grundstück für das Haus des Sports einzusetzen. Von diesen Plänen rückte der Sportbund später ab. Allein der Bodenrichtwert für das Grundstück betrug zuletzt rund 500.000 Euro. Alle genannten Tatsachen über die finanzielle Lage des Sportbundes hätten in die Abwägung über die Höhe des Landeszuschusses einbezogen werden müssen. Tatsächlich hat sich das Land mit den Eigenmitteln des Sportbundes nicht wirklich auseinandergesetzt. Vielmehr hat das Sportministerium einfach die Angaben des Landessportbundes übernommen und den Zuschuss wie beantragt bewilligt.

Der Antrag auf Erhöhung der Förderung wurde abgelehnt

Ende 2020 teilte der Sportbund dem Land dann mit, dass die Kosten der Baumaßnahme auf etwa 18,7 Millionen Euro angestiegen seien und beantragte eine zusätzliche Förderung in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Da der Rechnungshof das Sportministerium zwischenzeitlich über die finanzielle Lage informiert hatte, lehnte das Land den Antrag auf höhere Förderung ab. Wenig später erklärte der Sportbund, die Mehrkosten in Höhe von 4,2 Millionen Euro selbst zu tragen. Er war also durchaus in der Lage, die zusätzlichen Kosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten.

Die hohe Förderung war politisch motiviert

Das Sportministerium vertrat erwartungsgemäß die Position, dass die Zuwendung in Höhe von 8,1 Millionen nicht zu hoch gewesen sei. In Anerkennung der über drei Jahrzehnte andauernden herausragenden Arbeit für den Sport habe die Landesregierung beschlossen, den Landessportbund wie beantragt finanziell zu unterstützen. Das Sportministerium gab also zu, dass hier eine politisch motivierte Entscheidung getroffen wurde. Damit hat die Landesregierung sich aber über die Vorgaben des Haushaltsrechts hinweggesetzt, wonach das Land ein Vorhaben nur im finanziell notwendigen Umfang fördern darf. Immerhin, liebe Leserinnen und Leser, hat das Sportministerium dann aber den Antrag auf Erhöhung der Förderung abgelehnt, sagt zustimmend nickend

Ihr

Gotthilf Steuerzahler

www.krisensicherinvestieren.com

Dieser Text stammt aus dem kostenlosen Newsletter Claus Vogt Marktkommentar.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und 2009 „Die Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“. 2019 ihr neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com – aber ganz bewusst nicht bei Amazon. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

 

Saisonalität begünstigt weitere Aufwärtswelle

So erreichten die Notierungen am 24. Januar mit 1.853 US-Dollar ein 2-Monats-Hoch. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Goldpreis innerhalb von nur sechs Wochen um 100 US-Dollar bzw. 5,79 % von den Tiefstständen im Dezember erholt.

Diese Zuwächse zogen jedoch bei Preisen um 1.850 US-Dollar einige Gewinnmitnahmen nach sich. Im Anschluss an die FOMC-Sitzung der letzten Woche wurde Gold drei Tage hintereinander hart abverkauft. Dieser gnadenlose Ausverkauf endete erst bei 1.780 USD und machte fast alle Gewinne seit Mitte Dezember zunichte. Es handelte sich um das klassische Muster “der Bulle geht die Treppe hinauf und der Bär springt aus dem Fenster”, welches ein typisches Verhalten innerhalb eines Aufwärtstrends ist.

Daher und genau aus diesem Grund hat der tiefe Rückschlag die Erholung des Goldmarktes nicht unbedingt beendet. Natürlich steckt der gesamte Edelmetallsektor im größeren Bild noch immer in dieser hartnäckigen Korrektur, die seit August 2020 andauert. Kurzfristig hat der Rücksetzer jedoch zu einer überverkauften Situation geführt und einmal mehr bewiesen, dass es bei Preisen unter 1.800 US-Dollar offensichtlich Kaufinteresse gibt.

US-Dollar Index, Tageschart vom 3. Februar 2022. Falscher Ausbruch?

US-Dollar Index, Tageschart vom 3. Februar 2022.

Es sieht auch so aus, als ob der US-Dollar am vergangenen Donnerstag ein wichtiges Hoch erreicht hat und sich nun nach unten bewegt, was für Gold natürlich sehr förderlich wäre. Alle erwarten, dass der US-Dollar steigt, da die FED die Zinsen anheben wird. Aber der US-Dollar hat dieses Szenario einer Zinserhöhung inkl. der Reduzierung (Tapering) der Anleihen-Käufe durch die Fed bereits seit mehreren Monaten diskontiert bzw. eingepreist.

Tatsächlich hat der US-Dollar-Index seit Mai 2021 um 8,8 % zugelegt! Während der jüngsten FOMC-Sitzung könnte das große institutionelle Geld jedoch den scheinbaren Ausbruch genutzt haben, um Dollar-Long Positionen in einem günstigen Setup mit hohem Handelsvolumen zu verkaufen. Gleichzeitig war die Stimmung an den Aktienmärkten extrem negativ. Daher hat die vergangene Woche wahrscheinlich ein Top im US-Dollar und eine volatile Bodenbildung an den Aktienmärkten ausgelöst.

US-Dollar Index, Monatschart vom 3. Februar 2022. Tiefere Hochpunkte!

US-Dollar Index, Monatschart vom 3. Februar 2022.

Im ganz großen Bild würde ein Top im US-Dollar die Serie der niedrigeren Hochs für den Dollar fortsetzen. Außerdem bewegt sich der US-Dollar seit 2001 innerhalb eines riesigen Dreiecks. Nach einer Serie von drei tieferen Hochpunkten seit Dezember 2016 würde ein Test der unteren Begrenzung des Dreiecks dem Goldpreis in den kommenden Jahren extremen Rückenwind verleihen. Auch wenn es im Moment schwerfällt, bärische Argumente für den Dollar zu finden, sieht es technisch so aus, als könnte der Dollar in eine größere Korrektur abtauchen.

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3. Februar 2020. Das Verhalten von Gold ändert sich.

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 3. Februar 2022.

Für Gold wäre ein schwächerer US-Dollar mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr hilfreich. Tatsächlich stellen wir seit Anfang dieser Handelswoche eine kontinuierliche Veränderung im Verhalten des Goldes fest. Wir sind beeindruckt von seiner Intraday-Stärke! Jeder kleine Rücksetzer um und unter 1.800 US-Dollar wurde ziemlich schnell wieder aufgekauft. Bisher hat der Goldpreis allerdings nur 38,2 % des heftigen Ausverkaufs der letzten Woche wieder aufgeholt und handelt derzeit ziemlich genau an seiner gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (1.805 USD).

Das neue Kaufsignal des Slow Stochastic Oszillators auf dem Tageschart verspricht jedoch weiteres Aufwärtspotenzial. Wir vermuten daher, dass der Goldpreis in den kommenden Wochen weiter steigen wird. Im nächsten Schritt müsste der Goldpreis zunächst den 38,2 %-Widerstand bei 1.808,50 USD überwinden, um dann seine Erholung in Richtung 1.830 USD fortsetzen zu können.

In jedem Fall ist die saisonale Komponente zumindest bis Ende Februar sehr günstig. Daher sind auch noch höhere Kursziele denkbar. Allerdings muss der Goldpreis aus seinem Dreieck ausbrechen und 1.850 USD überwinden. Erst dann würde sich ein nachhaltigeres bullisches Momentum einstellen, welches bis ins Frühjahr hinein anhalten könnte.

Sollte Gold hingegen die Marke von 1.780 US-Dollar unterschreiten, könnte die Erholung seit Mitte Dezember bereits wieder vorbei sein und die mittelfristige Korrektur dürfte sich wieder fortsetzen.

Fazit: Saisonalität begünstigt weitere Aufwärtswelle

Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Saisonalität zunächst eine weitere Aufwärtswelle am Goldmarkt begünstigt. Somit wäre eine weitere Rallye in Richtung von mindestens 1.830 USD realistisch. Wir sind kurzfristig bullisch, mittelfristig neutral bis skeptisch und langfristig sehr bullisch für Gold und die Edelmetalle.

Folgen Sie uns in unserem Telegrammkanal.

Wenn Sie regelmäßig Informationen über unser Goldmodell, Edelmetalle und Kryptowährungen erhalten möchten, können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

 

Palladium: Nach 60 Prozent Kursexplosion jetzt noch einsteigen?

Palladium war im zurückliegenden Börsenjahr 2021 das große Sorgenkind unter den vier Edelmetallen. Ganze 23 Prozent hatten Anleger, die auf dieses Pferd gewettet hatten, auf US-Dollar-Basis verloren. Doch so bitter enttäuschend 2021 geendet hat, so überraschend fulminant ist 2022 gestartet.

Im Januar gab es mit Plus 23,57 Prozent direkt den höchsten Monatsgewinn seit sechs Jahren. Damals im November 2016 ging es mit 24,41 Prozent noch etwas mehr nach oben. Etwas, das viel und stark gefallen ist, kann eben auch schnell und viel wieder steigen. Und das Ende der Fahnenstange scheint auch aus Sicht der Charttechnik noch lange nicht erreicht worden zu sein!

Palladium Kursverlauf

Palladium: Vom Saulus zum Paulus

Während Gold und Silber seit dem Jahreswechsel vor sich hin vegetieren, holt Palladium in wenigen Wochen das nach, was hier 2021 verbockt wurde. Einzig Platin kann mit gut 9 Prozent mit der laufenden rasanten Entwicklung ansatzweise mithalten. Seit dem Crash-Tief Mitte Dezember bei 1.528 USD ist der Kurs in den letzten Wochen regelrecht explodiert. Erstaunliche 60 Prozent hat sich der Kurse seit dem Crash-Tief bereits erholt. Mit dem jüngsten Hoch am bei 2.4445 USD wurde immerhin das Niveau von Anfang September des vergangenen Jahres erklommen.

Palladium vs Gold vs Silber vs Platin

Vor diesem Hintergrund ging die Analyse „Palladium: Nach dem 49 % Crash jetzt kaufen?“ vom 23. Dezember 2021 an dieser Stelle exakt auf. Damals wurde festgehalten, dass ich Palladium trotz der Kurshalbierung noch immer in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet. Besonders der Trendkanal, der im Zuge der Crashs zeitweise nach unten verlassen wurde, hat das konkret angedeutet. 

Wie erwartet, hat sich der Fehlausbruch an dieser als genau solcher entpuppt. Die dynamische Aufwärtsbewegung der letzten Wochen spricht eine klare Sprache und spricht auch aktuell sehr dafür, dass die angesprochenen neuen Rekordhochs im Bereich der 3.000 USD plus X keine Hirngespinste waren bzw. sind.

The trend is your friend: Neue Rekordhochs sind nur eine Frage der Zeit

Sicher, Palladium ist aktuell schon etwas heiß gelaufen. Und 60 Prozent Kursplus bei einem vergleichsweise langweiligem Edelmetall sind auch keine alltägliche Entwicklung. Aber die jüngste Entwicklung gibt dem positiven Setup bis hier hin recht. 

Palladium mit Trendkanal

Der RSI-Indikator steht auf Wochenebene bei knapp unter 60. Erst ab 70 würde hier ein überkaufter Zustand zu sehen sein. Doch selbst dann muss das nicht automatisch bedeuten, dass Palladium eine in eine größere Gegenbewegung abdriftet. Schauen Sie auf die Zeiträume Herbst/Winter 2019/20. Damals ist der RSI wochenlang zwischen etwa 60 und 75 hin und her gependelt, ohne, dass sich das negativ auf das Kursgeschehen ausgewirkt hat. 

Eine ähnliche Entwicklung ist jetzt auch wieder zu erwarten. Erst ab Erreichen der runden 3.000 USD Marke im Zusammenhang mit neuen knappen Allzeithochs könnte die Stimmung und mit ihr auch der Kurs schnell wieder kippen. Anleger und Trader können sich bis dahin aber noch relativ entspannt zurücklehnen und Palladium beim Steigen zusehen.

Keilformation im Brent – Steht ein Abverkauf ins Haus?

Die Einordnung im Tageschart – Potential nach oben ist im Brent da!

Tickmill-Analyse: Brent im Tageschart

In den vergangenen 5 Handelstagen sind die Preise für ein Fass der Sorte Brent auf hohem Niveau mehr oder weniger seitwärts gelaufen. Auch die Tatsache, dass es zwischen Eröffnungs- und Schlusskursen nur wenig Veränderung gab, spricht für den Trend. Denn das ist ein Zeichen dafür, dass niemand verkaufen möchte. Zumindest noch nicht.

Denn wird der Blick von den letzten 5 Handelstagen etwas ausgeweitet, werden zwei Fakten offensichtlich. Zum einen rückt die dynamische Rally von 69,53 USD bis 91,08 USD in den Fokus. Zum anderen die Tatsache, dass sich am Ende des Rallyarms tatsächlich ein ansteigender Keil ausbilden kann. Letzteres ist oftmals ein Vorbote für einen Richtungswechsel, wenn der Ausbruch durch die Unterseite kommt. Doch so weit ist es noch nicht. Denn ein Ausbruch ist erst im letzten Drittel der Formation üblich.

Das sind die Ziele einer möglichen Korrektur

Tickmill-Analyse: Brent im 4-Stundenchart

Eine Korrektur am Ölmarkt eröffnet sowohl kurzfristig agierenden Tradern als auch Swingtradern interessante Opportunitäten. Kurzfristig – und aus aktueller Sicht – wäre ein Ausbruch aus dem Keil mit Kursen unterhalb von 88,40 USD ein erstes Indiz für den Start der regressiven Phase. Wer dies aggressiv tradet und die Gewinne schon vor dem letzten korrektiven Zwischentief bei 85,11 USD mitnehmen möchte, der findet an den lila markierten Levels um 87,55 USD und 86,05 USD passende Gelegenheiten.

Kommt es zum Kursrutsch unter die Marke von 85,11 USD, kann durchaus von einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 69,53 USD auszugehen. Hierfür bieten die untergeordneten Zwischentiefs um 80,60 USD sowie 77,20 USD als Level für Gewinnmitnahmen an. Die zuletzt genannten Marken sind allerdings auf für die Trader interessant, die den Handel aus der Korrektur in den Aufwärtstrend suchen. Denn häufig stellen diese Drehpunkte die Basis für den Richtungswechsel in den Haupttrend.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

 

Tickmill’s LIVE-Besprechung: Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Behalten Sie börsentäglich die wichtigsten Fakten rund um starke Trends im Blick und verpassen Sie keine Gelegenheit. Melden Sie sich jetzt für die LIVE-Besprechung der täglichen Trading-Ideen um 8:30 Uhr bei Tickmill unter https://www.tickmill.eu/de/education/webinars/93017117289/1610091000000 an.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl

Haftungsausschluss: Das bereitgestellte Material dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Die im Text geäußerten Ansichten, Informationen oder Meinungen gehören ausschließlich dem Autor und nicht dem Arbeitgeber des Autors, der Organisation, dem Ausschuss oder einer anderen Gruppe oder Einzelperson oder Gesellschaft.

Hochrisikowarnung: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, durch Leverage schnell Geld zu verlieren. 70% (Tickmill UK Ltd) und 66% (Tickmill Europe Ltd) der Privatanleger verlieren Geld, wenn sie CFDs handeln. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs oder andere unserer Produkte funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

 

Schweden mit 120 Soldaten gegen Rußland?

Wir befinden uns in einem Kriegszyklus, der noch Jahre andauern wird. Unter diesen Umständen halten sich die Aktien bisher noch gut, aber das Vertrauen schwindet und gute US-BIP Zahlen konnte nicht lange überzeugen.

Die Anleger bekommen Angst. Zinserhöhungen stehen in den USA ins Haus, doch wie wahrscheinlich ist es, daß lehrbuchmäßig vorgegangen wird? Markt und Anleger sind süchtig nach Geld-Drogen und ihr Ausbleiben führt zum Kollaps. Dennoch haben die langfristigen Zinsen wohl ihr Tief gesehen, Kursverluste bei Anleihen und viel mehr Geldschöpfung sind die wahrscheinliche Folge.

Auch der breite Aktienmarkt wird, von Ausnahmen abgesehen, keine gute Anlage sein. Realverluste wie nach 1929 drohen. Gold ist seit Jahrtausenden ein bewährter Wertspeicher und wird seine Funktion auch diesmal erfüllen. Jetzt ist es Zeit, die Weichen zu stellen.

 

US-Notenbanksitzung stellt die Weichen – Gewinne mit Palladium – Gold und Silber korrigieren weiter

Der Palladiumpreis explodierte in einem Short-Squeeze um 13%, wogegen Gold um 2,5% und Silber um 7,6% einbrachen. Der US-Dollar-Index schoss auf die überraschend hawkische Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell wie eine Rakete auf 97,2 Punkte nach oben, während der Aktien- und der Anleihenmarkt wieder auf Talfahrt gingen und die kurzfristigen Zinsen weiter nach oben kletterten.

Die Goldminen gaben bereits seit Mittwoch ihre Gewinne vom Wochenanfang wieder ab und der HUI Goldminenindex fiel auf 240 Punkte unter die Unterstützung bei 250 Punkte. In dieser Woche ist nach den starken Verwerfungen der Vorwoche erst einmal mit einer Gegenbewegung zu rechnen, doch hat man mit der neuen restriktiven Geldpolitik den Weg für die nächsten Monate geebnet.


Der Palladiumpreis stieg um 13% zur Vorwoche, während Gold und Silber einbrachen.

Der Zinsentscheid am Mittwochabend um 20 Uhr war erst unspektakulär, doch versetzte die folgende Rede von Notenbankchef Jerome Powell den Markt in Aufruhr. Der Dollar schoss nach oben und die sofort rutschten die amerikanischen Aktienmärkte wieder ab, während die kurzfristigen Zinsen ihren Höhenflug fortsetzten.

Er behauptete, der Arbeitsmarkt sei „sehr, sehr stark“ und es gäbe „genügend Spielraum für Zinsanhebungen, ohne den Arbeitsmarkt dabei zu gefährden“. Damit ist der Powell Put, der den Aktien- und Anleihenmarkt vor einer stärkeren Korrektur geschützt hatte, weg und 2022 dürfte schwer werden für unerfahrene Investoren, die es gewohnt sind, jeden Rücksetzer bedenkenlos zu kaufen.

Weitere wichtige Punkte seiner Rede:

  • Die Federal Funds Rate sei das primäre Werkzeug für die Geldpolitik und nicht die Reduzierung der Notenbankbilanz, was bedeutet, dass der Großteil des gedruckten Geldes dauerhaft im Wirtschaftssystem verbleiben und eine persistent hohe Teuerung bringen wird in 2022. Diese Erkenntnis ist wichtig für alle mittel- bis langfristig agierenden Investoren, da es das weitere Korrekturpotenzial der Edelmetalle begrenzt.
  • Eine Reduzierung der 9 Billionen schweren Notenbankbilanz, die sich seit 2008 verzehnfacht hat, soll nach den ersten Zinsanhebungen beginnen.
  • Das FOMC hat keine Entscheidung über den Zeitpunkt oder die Geschwindigkeit für eine Reduzierung der Bilanz getroffen, doch wird dies von künftigen Wirtschaftsdaten und Wirtschaftsaussichten bestimmt werden. Damit hält man sich eine Hintertüre offen, um bei einem Einbruch des Aktienmarktes oder anderer „plötzlichen und unvorhersehbaren“ Ereignisse wieder auf die Tube zu drücken.
  • Die Wirtschaft sei vermeintlich sehr stark und die Inflation hoch, weshalb man diesmal früher und restriktiver vorgehen will als nach der Rezession von 2008. Diese Aussage dürfte die Investoren am meisten verschreckt haben.
  • Sofern sich das Umfeld nicht ändert, wird das FOMC im März wahrscheinlich eine erste Zinsanhebung beschließen.
  • COVID wäre angeblich nicht vorüber und es gäbe daher auch künftig Risiken für das Wirtschaftswachstum.
  • Ein weiteres Risiko wären erneute Probleme bei den Lieferketten, was die Wirtschaft negativ beeinflussen könnte.
  • Dennoch will man „ziemlich anpassungsfähig bleiben, je nachdem wie sich die Lage verändert“, womit man andeutet, dass man bei Problemen sofort zurückrudern und wieder Geld drucken wird. Eine ernsthafte Abkehr von der wirtschaftsschädlichen inflationären Politik ist daher langfristig nicht zu erwarten.

Zu all diesen pseudowissenschaftlichen Aussagen der keynesianischen Voodoo-Geldpolitik muss man immer wieder klarstellen, dass weder die Regierungen noch die Notenbanken mit dem Drucken von Geld Wirtschaftswachstum stützen oder erzeugen können noch irgendetwas Gutes damit bewirken. All ihre Eingriffe in den Markt sind lediglich zugunsten Weniger (insbesondere zu ihrem eigenen Vorteil) und zulasten der großen Mehrheit der Bevölkerungen.

Die Zinsen sind real immer noch historisch einmal negativ, daher müssen sie letztlich nominal ansteigen, um dem Markt einen Ausgleich für die Inflation zu bieten. Dies wird den Aktien-, den Anleihen- und den Häusermarkt unter Druck bringen. Die US-Notenbank hat sich in eine Ecke manövriert, aus der sie nicht mehr herauskommt. Man will deshalb insbesondere die Käufe hypothekenbesicherter Wertpapiere zugunsten von Staatsanleihen reduzieren, was nicht gut für all jene ist, die noch ein Haus auf Kredit kaufen wollen. Der Immobilienmarkt dürfte unlängst seinen Zenit erreicht haben.

Die US-Notenbank erweckt den Anschein, die Wirtschaft wäre stark und man könnte der Inflation begegnen, doch ist beides falsch und der Glaube daran ist verrückt. Würde sie ernsthaft die historisch hohe Inflation bekämpfen wollen, so würde sie nicht bis März warten, sondern sofort damit beginnen.

Würde man wirklich der hohen Teuerungsrate von offiziell 7 Prozent begegnen, so müsste das FOMC die Zinsen mindestens auf 11 Prozent anheben! Die heillos überschuldeten, mehrheitlich sozialistisch geprägten, westlichen Volkswirtschaften, insbesondere jene in der europäischen Union, könnten ihre Zinszahlungen nicht mehr bedienen und würden schnell bankrottgehen.

Die Wirtschaft ist schwach und würde die FED der Inflation ernsthaft begegnen, so wäre dies der Anfang einer weltweiten historisch einmaligen Rezession. Der komplette konjunkturelle Aufschwung seit 2008 wurde ausschließlich auf billigem Geld bzw. künstlich niedrige Zinsen gebaut. Ohne diese Stütze wird diese planwirtschaftliche Blase platzen. Begegnet man hingegen der Inflation nicht und druckt man weiter Geld, werden die Zinsen auch steigen und ebenso die Rezession folgen. Egal wie die FED vorgehen wird, die Weltwirtschaft bleibt schwach und jeder neue Konjunkturaufschwung ist zum Scheitern verurteilt.

Ein Bild, das Karte enthält. Automatisch generierte Beschreibung
Die kurzfristigen Zinsen steigen weltweit an

Mein Zukunftsszenario der ausweglosen Stagflation, vor der ich seit 2018 für eine kurz bevorstehende Rezession mit Kassandrarufen warnte, ist längst da und meine Prognose für die Zukunft ist seither unverändert. Mit dem Verständnis der Konjunkturtheorie der Österreichischen Schule liegt das Ende dieser Entwicklung klar auf dem Tisch. Lediglich der Weg kann etwas variieren, je nachdem wie und wem die Regierungen und Notenbanken die selbstverursachte Zerstörung der westlichen Volkswirtschaften und deren Wohlstand in die Schuhe schieben werden.

Die US-Notenbank wird bei der Umsetzung ihrer restriktiven Geldpolitik die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen. In 2018 scheiterte der Zinsanhebungszyklus nach einer Anhebung der Fed Funds Rate auf 2,5 Prozent, doch diesmal sind die Schulden und die Fehlallokationen in der Weltwirtschaft, sowie die Notenbankbilanz viel größer denn je, während die Inflation bereits historisch hoch ist. Geht die FED zu schnell vor, dann wird diese Blase schnell platzen.

Die einzige Chance, die man hat, ist ein Tanz auf Messers Schneide. Eine langsame Anhebung der Zinsen, während die Inflation gleichzeitig real sehr hoch ist, diese jedoch künstlich niedrig ausgewiesen wird, sodass man anstatt einer tiefen Rezession eine Stagnation in den Statistiken ausweisen kann.

Entweder geht man so vor und lässt die Wirtschaft langsam in einer Stagflation absaufen oder man lässt eine Bereinigung der Fehlallokationen zu mit einem Anstieg der Zinsen auf ein marktübliches Niveau, was einen offenen und schnellen Zusammenbruch der Weltwirtschaft nach sich ziehen würde. Letzteres wäre ein schneller Weg, auf den wieder natürliches und nachhaltiges Wachstum folgen könnte, doch für das politische System scheint dieser zu gefährlich zu sein, weshalb er eher unwahrscheinlich ist.

Es bleibt scheinbar kein anderes Szenario als die Stagflation – eine Rezession gepaart mit Inflation – wobei in dieser die Edelmetalle und Goldminen zu den besten Anlageklassen gehören dürften. Lassen Sie sich nicht täuschen, denn die Wirtschaft befindet sich aktuell im Auge des Hurrikans und die goldenen Fallschirme sind begrenzt. Kontaktieren Sie uns und investieren Sie in Edelmetalle, um aus dieser Stagflationsphase nicht nur unbeschadet, sondern auch als Gewinner hervorzugehen. Wenn Sie als Trader von der kommenden volatilen Phase profitieren wollen, finden Sie mit unserem Premium-Abonnement einen Vorteil im Trading.

Technische Analyse zu Palladium: Rallye mit weiterem Potenzial

In der letzten Woche zeigte sich Stärke in den Daten für Palladium, ebenso wie seit Jahresanfang, nachdem sich im Dezember noch Schwäche gezeigt hatte. Der Chipmangel in der Automobilindustrie und die entsprechend geringere Automobilproduktion hatten eine geringere Nachfrage nach Palladium zur Verwendung in Katalysatoren in den letzten Monaten zur Folge.

Nachdem nun alle Coronamaßnahmen in England, Dänemark und in Bälde auch der Schweiz fallen gelassen werden, gibt es Konjunkturoptimismus und die Automobilhersteller sehen vermutlich den Preis nicht weiter fallen und den Zeitpunkt gekommen, um die Lager zu füllen.

Es ist seit Jahresanfang wieder ein Defizit zu sehen und insgesamt halten die Spekulanten eine historisch hohe Netto-Shortposition, was aus antizyklischer Sicht extrem bullisch ist. Wie in den letzten Monaten geschrieben, war das Gummiband am Terminmarkt extrem gespannt und führte in der letzten Woche letztlich zu einem Short-Squeeze, den wir jedoch erst im COT-Report der nächsten Handelswoche richtig sehen werden, da der Stichtag des aktuellen Reports der Schlusskurs vom Dienstag, den 25. Januar ist.


Die Terminmarktdaten für Palladium sind im bullischen Kaufbereich und lassen Platz für Preisfantasie nach oben


Noch nie zuvor hatten die Spekulanten so stark auf einen weiter fallenden Preis gesetzt

Das bevorstehende Ende der Pandemie durch eine mutmaßlich milde Omikron-Variante, die zur Abschaffung aller Maßnahmen in England und Dänemark mit einer Rückkehr zur Vorkrisen-Normalität führte, ließ die Wirtschaft aufatmen. In mehr als zwei Dutzend US-Bundesstaaten wurde die Pandemie bereits seit über einem Jahr ad acta gelegt, weshalb sich Investoren längst wieder auf andere Entwicklungen fokussieren.

In einer freieren Weltwirtschaft ohne Angst neuer Lockdowns können Unternehmen wieder planen, was gut für die Automobilproduktion und dementsprechend die Nachfrage nach Platin und Palladium ist. Seit dem Tief des Palladiumpreises Mitte März bei 1.550 US-Dollar, das dem Crashtief von März 2020 entsprach, zeigt sich plötzlich wieder relative Stärke, die auf ein Anziehen der industriellen Nachfrage zurückzuführen ist.

Ende November schrieb ich in der letzten Analyse zu Palladium:

„Die Angst vor neuen Lockdowns hatte zu sofortigen Verkäufen am letzten Freitag bei Platin- und Palladiummarkt geführt, sodass es zu einem Abverkauf auf 1.700 US-Dollar kam. Die Omicron-Variante scheint kein Problem zu sein, doch wenn die Politik dies aufbauscht und neue Lockdowns verhängt, kann es doch kurzzeitig ein Problem für den Palladiummarkt werden.

Die Lage am Chipmarkt scheint sich langsam zu entspannen, weshalb ein baldiger Preisanstieg immer wahrscheinlicher wird, sofern nicht neue Lockdowns verhängt werden und die physische Nachfrage wieder abnimmt.

Langfristig wird eine weitere Abschwächung der Weltwirtschaft auf den Palladiumpreis drücken. Mittelfristig erwarten wir noch einmal eine Erholung des Preises, doch Anstiege auf das Allzeithoch bei 2.900 US-Dollar sehen wir als Chance Gewinne einzustreichen.

Kurzfristig findet man im Bereich von 1.500 US-Dollar antizyklisch ein gutes antizyklisches Kaufsetup. Ein prozyklisches Kaufsignal gibt es mit einem Anstieg über den Widerstand bei 1.850 US-Dollar, das intakt bleibt, solange sich der Preis über dieser Marke halten kann.“

Aktuelles Chartbild

Im Bereich um die 1.550 US-Dollar gab es das prognostizierte antizyklische Kaufniveau, doch erst über dem Widerstand bei 1.850 US-Dollar gab es ein erstes prozyklisches Kaufsignal, das den Preis bis an den Abwärtstrend führte. Nach dem starken Anstieg um 350 US-Dollar binnen weniger Handelstage empfahl ich dort erst einmal die Gewinne mitzunehmen und die weitere Entwicklung abzuwarten.

In den folgenden zwei Handelswochen hatte sich der Palladiumpreis zwischen dem mittelfristigen Abwärtstrend und der Unterstützung bei 1.850 US-Dollar eingekeilt, während die COT-Daten erstmals wieder relative Stärke zeigten. Das stimmte uns optimistisch, denn ein Bruch des Abwärtstrends bei historisch überverkauften COT-Daten und relativer Stärke würde zu einem schnellen und starken Anstieg auf ca. 2.300 US-Dollar führen.

Abhängig war dieser Trade von einem Goldpreis der sich über der wichtigen Unterstützung bei 1.800 US-Dollar und damit unterhalb des letztens Abwärtstrends halten konnte. Ich gab meinen Premium-Kunden am 14. Januar daher die Empfehlung Palladium bei Trendbruch in den nächsten Handelstagen zu kaufen mit dem Ziel bei 2.300 US-Dollar.

Nur wenige Handelstage später war es so weit und Palladium überwand den Kreuzwiderstand bei 1.850 US-Dollar, worauf der erwartete Short-Squeeze einsetzte. Am Nachmittag des 26. Januar empfahl ich die Gewinne in Höhe von 400 US-Dollar bei 2.350 US-Dollar mitzunehmen und wir schlossen diesen erfolgreichen kurzen Long-Trade, der ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) hatte.

Insbesondere nach der FED-Sitzung am Abend, die sehr hawkisch ausfiel, ging der US-Dollar durch die Decke, während Gold und Silber abtauchten, was zwei Punkte sind, die auch den Palladiumpreis tendenziell belasten dürften. Es sieht danach aus, als würden Gold und Silber weiter korrigieren, was den Palladiumpreis wieder mit nach unten ziehen könnte.


Seit dem Tief vom Dezember stieg der Palladiumpreis wieder um 50% an

Im kurzfristigen Chart sind die einfachen technischen Signale der letzten Monate, die bereits durch die COT-Daten und weiterer Indikatoren frühzeitig angekündigt wurden, besser zu sehen.

Man sieht schön, wie sich der Preis über zwei Wochen hinweg eingekeilt hatte und letztlich den Trendbruch unter relativer Stärke. Der folgende Short-Squeeze ließ keine Rücksetzer zu und es ging immer weiter nach oben bis zum nächsten signifikanten Widerstand bei 2.300 US-Dollar, der sogar noch überwunden wurde. Es scheint dort aktuell mehrere Trader zu geben, die Gewinne mitnehmen, wobei sich der Palladiumpreis sehr stark hielt, trotz der Dollarstärke und dem Preiseinbruch von Gold und Silber in der zweiten Wochenhälfte.

Die COT-Daten sind immer noch so heillos überverkauft, dass weiteres Potenzial für einen Preisanstieg auf 2.900 US-Dollar vorhanden wäre in den nächsten Wochen und Monaten, weshalb sich Trades auf einen fallenden Preis nach dem Trendbruch verbieten.

Dennoch scheint das kurzfristige Risiko eines Rücksetzers auf 2.000 US-Dollar zu hoch zu sein, um weiter an der Longposition festzuhalten, weshalb das Abwarten nach dem Take Profit der beste Schachzug sein könnte. Ein Rücksetzer auf ca. 2.000 US-Dollar würde dann wieder eine gute antizyklische Kaufmöglichkeit bieten, die man dann wieder nutzen kann.


Auf den Ausbruch aus dem mittelfristigen Abwärtstrend folgte ein Short-Squeeze am Terminmarkt

Gold – Saisonalität begünstigt nochmalige Erholung

Rückblick

Tatsächlich fand der Goldpreis am 15.Dezember bei 1.753 USD einen wichtigen Tiefpunkt und konnte seitdem die überverkaufte Ausgangslage sowie die allgemeine Aufgabestimmung als auch die günstige saisonale Vorgabe zu einer größeren Erholungsrally nutzen. Diese mittlerweile seit sechs Woche laufende Erholung erreichte am Dienstag mit Kursen knapp über 1.853 USD ein neues Verlaufshoch. Unterm Strich stand zu diesem Zeitpunkt ein Plus von rund 100 USD bzw. 5,79% seit dem Dezembertief zu Buche.

Gold in US-Dollar, 4h-Chart vom 28. Januar 2022. Quelle: Tradingview

Der FED-Zinsentscheid sowie die anschließende FED-Pressekonferenz sorgten dann aber am Mittwoch für Gewinnmitnahmen, die in der Folge zu einem fast ungebremsten Kursrutsch bis auf 1.780 USD führten. Damit ist die Erholung am Goldmarkt zwar noch nicht zwangsläufig beendet, der kurzfristige Aufwärtstrend wackelt aber gewaltig. Zudem steckt der gesamte Edelmetall-Sektor übergeordnet weiterhin in der seit dem August 2020 laufenden Konsolidierung bzw. Korrektur.

Chartanalyse Gold in US-Dollar

Wochenchart: Neutral

Gold in US-Dollar, Wochenchart vom 28. Januar 2022. Quelle: Tradingview

Seit dem Hoch im August 2020 steckt der Goldpreis in einer Korrektur. Diese Korrektur ist die Antwort auf die vorangegangene, zweijährige Rally, welche den Goldpreis von 1.160 USD bis auf 2.075 USD ansteigen ließ. Im Laufe des letzten Jahres verkleinerte sich die Handelsspanne am Goldmarkt im Rahmen dieser trickreichen Korrektur Schritt für Schritt.

Dadurch laufen die Kurse mittlerweile in die Spitze eines großen Dreiecks hinein. Eine Entscheidung scheint näher zu rücken und könnte zumindest dem weiteren Jahresverlauf ihren Stempel aufdrücken. Allerdings mussten bereits diverse Dreiecksansätze im Zuge der zähen Seitwärtskorrektur wieder ad acta gelegt werden, so dass die potenzielle Formation mit Vorsicht zu genießen ist.

Trotzdem können wir davon ausgehen, dass ein neuerlicher Kursanstieg über 1.850 USD wohl den Ausbruch nach oben signalisieren würde. Auf der Unterseite hingegen ist die Lage nicht so eindeutig, denn die vielen langen Dochte erschweren die Definition einer klaren Unterstützungslinie. Man kann aber von einem Unterstützungsbereich zwischen 1.765 USD und 1.780 USD sprechen. Das Dezember-Tief wartet zudem bei 1.753 USD.

Und um 1.740 USD liefert der übergeordnete Aufwärtstrendkanal in dunkelgrün eine weitere Unterstützung. Somit kann die gesamte Zone zwischen 1.740 USD und 1.780 USD als äußerst kritische Unterstützung für den Goldpreis definiert werden. Die Bären werden hier höchstwahrscheinlich nicht ungehindert einfach durchmarschieren können. Unterhalb des Dezembertiefs (1.753 USD) werden die Alarmsirenen aber immer lauter.

Der Stochastik-Oszillator bewegt sich aktuell seitwärts und ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden Extrembereichen. Insgesamt ist der Wochenchart damit neutral und lässt auf Sicht der kommenden ein bis zwei Monate ein Kursgeschehen zwischen 1.750 USD und 1.850 vermuten.

Tageschart: leicht steigende 200-Tagelinie

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 28. Januar 2022. Quelle: Tradingview

Der üble Kurssturz in den letzten drei Handelstagen hat die Goldbullen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Natürlich kann man argumentieren, dass der Goldpreis nach dem Zinsentschied und im Umfeld kollabierender Aktienmärkte unbedingt Schwäche zeigen musste, sonst wäre ja das Vertrauen in das Finanzsystem gefährdet.

Fakt ist aber, dass die Bären die Goldnotierungen direkt von 1.853 USD bis auf 1.780 USD in den Keller drücken konnten, ohne dass es zu einer Reaktion geschweige denn einer Gegenwehr gekommen wäre. Angesichts der leicht steigenden 200-Tagelinie (1.805 USD), der stark überverkauften Lage auf den kurzfristigen Zeiteinheiten als auch aufgrund der breiten und soliden Unterstützungszone zwischen 1.740 und 1.780 USD, sollte eine Erholung eigentlich kurz bevorstehen.

Die eklatante Schwäche in dem ohnehin sehr angespannten Marktumfeld wirft aber trotzdem Fragen auf. In den letzten 15 Jahren konnte sich der Goldpreis einem Liquiditätscrunch an den Finanzmärkten nie entziehen. Vielmehr gingen es immer zusammen mit den Aktienmärkten in den Keller. Allerdings war der Goldpreis dann immer der erste der sich zügig wieder erholte.

Wir wollen einen Crash nicht beschreien, sondern sehen natürlich auch die kurzfristigen Chancen. Dazu müsste der Goldpreis nun aber zügig eine Reaktion zeigen und zumindest seine 200-Tagelinie schnell zurückerobern. Dann stünden die Chancen für eine nochmaligen Erholung in Richtung 1,830 USD und evtl. auch 1.850 USD recht gut.

Terminmarktstruktur Gold

Commitments of Traders Report für den Gold-Future vom 26. Januar 2022. Quelle: Sentimenttrader

Trotz der leicht gestiegenen Preise verringerte sich die kumulierte Netto-Shortposition der kommerziellen Marktteilnehmer zuletzt leicht auf 221.068 leerverkaufte Kontrakte. Übergeordnet bleibt es damit bei einer neutralen Ausgangslage am Terminmarkt.

Erst wenn die Netto-Leerverkaufsposition der professionellen Händler Größenordnungen unterhalb von 100.000 Kontrakten erreicht, kann man von einer antizyklischen und langfristigen Einstiegschance sprechen.

Zusammengefasst liefert der CoT-Report ein neutrales Signal und steht damit einem nachhaltigen Aufwärtstrend entgegen. Eine neuerliche Erholung ist auf Basis der aktuellen Terminmarktdaten aber gut möglich.

Sentiment Gold

Sentiment Optix für Gold vom 26. Januar 2022. Quelle: Sentimenttrader

Das Sentiment am Goldmarkt befindet sich seit über einem Jahr in der neutralen und wenig aussagekräftigen Mittelzone. Weiterhin fehlt eine völlige Kapitulation auf der Unterseite. Ebenso wenig gelang eine optimistische Übertreibung auf der Oberseite. Vielmehr mäandern die Stimmung am Goldmarkt genau wie der Goldpreis seitwärts.

Insgesamt liefert damit auch die Sentiment-Analyse ein neutrales Bild. Die Behauptung, dass die Korrektur am Goldmarkt erst durch eine finale Sentiment-Kapitulation beendet werden kann, steht jedoch berechtigt im Raum.

Saisonalität Gold

Saisonalität für den Goldpreis über die letzten 54 Jahre. Stand 26. Januar 2022. Quelle: Sentimenttrader

Die saisonale Komponente gibt weiterhin grünes Licht und lässt damit bis Ende Februar eine Fortsetzung der Erholung am Goldmarkt problemlos zu. Nach einem starken Jahresauftakt konnten sich die Bullen in der Vergangenheit meist bis Mitte oder Ende Februar am Ruder halten. Der März hingegen ist traditionell ein eher schwieriger Monat für den Goldpreis. Zwischen April und Juni waren dann häufig weitere Rückschläge innerhalb einer zähen Seitwärtsphase zu beobachten.

Zusammengefasst hat der Goldpreis aus der saisonalen Perspektive heraus gute Chancen seine Rally bis weit in den Februar hinein fortzusetzen.

Makro-Update und Crack-Up-Boom

 

US-FED-Bilanz Inflation vom 19.Januar 2022 ©Holger Zschaepitz

Nachdem so ziemlich alle Zentralbanken weltweit ihre Bilanzsummen seit der Finanzkrise 2008 in gewaltigem Maße immer weiter ausgeweitet haben, sorgte der Corona-Crash im März 2020 nochmals für eine Beschleunigung dieser Liquiditätsausweitungen. Insgesamt hat sich die Bilanzsumme der amerikanischen FED seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 mittlerweile fast verneunfacht. Und auch gegenüber der Vorwoche stiegen die Assets um weitere 80 Mrd. USD auf ein neues Allzeithoch von 8.868 Mrd. USD an.

Ebenso erreichte zuletzt auch die EZB-Bilanz mit 8.594 Mrd. Euro mal wieder ein neues Allzeithoch. Die Bilanzsumme der Eurozone zog um weitere 20,7 Mrd. Euro innerhalb von nur einer Woche an. Die EZB-Bilanz entspricht nun 82% des BIP der Eurozone, die der FED hingegen nur 38.2% des BIP der USA. Im Vergleich zu Japan (Bilanzsumme der Bank of Japan entspricht 135% des BIP Japans) hätten beiden Zentralbanken noch jede Menge Luft, um die Bilanz weiter aufzublähen. Der Wahnsinn könnte also unverblümt weitergehen.

Produzentenpreisindex gegen Konsumentenpreisindex vom 20.Januar 2022 ©Holger Zschaepitz

Gleichzeitig zieht aber die Inflation weltweit immer stärker an. So nimmt der Inflationsdruck beispielsweise auch in Deutschland weiter zu, denn im Dezember stieg der deutsche Produzentenpreisindex gegenüber dem Vorjahr um atemberaubende 24,2% an! Alle Schätzungen der sogenannten Experten wurden damit mal wieder deutlich übertroffen. Gleichzeitig war dies der höchste Anstieg seit Beginn der statistischen Aufzeichnung im Jahr 1949!

Die sogenannten Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation, denn statistisch werden die Preise ab Fabrik geführt, also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Diese Verbraucherpreise bzw. der Konsumentenpreisindex stiegen zuletzt bereits um 5,3% an. Angesichts der davongeeilten Produzentenpreise wird die Inflation in Deutschland also weiter anziehen.

Um sich dem Inflationsdruck entgegenzustellen hatte die FED in den USA im letzten Frühsommer damit begonnen, sowohl über Zinserhöhungen als auch über ein Zurückfahren des Quantitative Easing (Tapering) zu reden. Insbesondere den Goldpreis hatte das im Juni und August stark getroffen. Seit November haben nun jedoch alle Finanzmarktsektoren damit begonnen, Zinserhöhungen sowie eine Verlangsamung der Wertpapierkäufe durch die Fed einzupreisen.

Die Fed selber hat bislang nur geredet, aber noch gar nicht gehandelt. Trotzdem kamen insbesondere die Aktienmärkte in den letzten vier Wochen stark unter Druck. Im Vorfeld der FOMC-Sitzung erreichte die Panik am Dienstag an der Nasdaq historische Ausmaße. Mittlerweile dürfte eine größere Erholung angelaufen sein, während der Goldpreis seinem Charakter als sicherer Hafen nur vorübergehend gerecht wurde.

Ein Bild, das Text enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Insgesamt bleiben Inflation und Angebotsengpässe hoch, während die Fed mehrere Zinserhöhungen andeutet. Aus dem Rückenwind aufgrund niedriger Zinssätze, staatlicher Konjunkturmaßnahmen und kräftiger Gewinnanstiege könnte aber schon bald ein heftiger Gegenwind werden, wenn die Aktienmärkte dazu übergehen sollten, eine Rezession einzupreisen. Sobald sich hier die Korrektur verschärft, wird die Fed genau wie im 4.Quartal 2018 zum Zurückrudern bzw. zur Umkehr gezwungen sein werden. Bis es jedoch so weit ist, könnte der Leidensdruck unter den Anlegern wohl erst noch größer werden.

Fazit: Gold – Saisonalität begünstigt nochmalige Erholung

Nach einer soliden, aber keinesfalls atemberaubenden Erholung gab der Goldpreis fast alle Gewinne der letzten sechs Wochen innerhalb von nur drei Handelstagen wieder ab. Allein dieser Umstand beschreibt den Goldmarkt aktuell schon recht gut und ist ein eindeutiges Warnsignal. Ein übergeordneter und etablierter Aufwärtstrend fehlt weiterhin, stattdessen bleibt es bei dem verwirrenden und trendlosen Hin- und Her.

Diese schwierige Seitwärtsphase eignet sich primär, um physische Gold- und Silber-Positionen zu günstigen Preisen konsequent weiter auszubauen. Für eine spekulativere Herangehensweise liefert der Edelmetall-Sektor aber aktuell überhaupt gar keinen Anlass. Man ist stattdessen gut beraten, geduldig und sehr vorsichtig zu agieren, denn die im August 2020 begonnen Korrektur scheint noch immer nicht eindeutig ausgestanden zu sein. Die derzeit äußerst wackelige Ausgangslage an den Finanzmärkten sollte zudem nicht unterschätzt werden.

Tatsächlich wäre nicht überraschend, wenn es zur nachhaltigen Trendwende erst noch eine echte Kapitulation im Edelmetall-Sektor benötigen würde. So zäh wie sich der Goldpreis seit Monaten hinzieht, müssen wir realistischer Weise eventuell sogar ein bis zwei weitere Jahre dafür einplanen. Der wichtige 8-Jahres-Zyklus lässt jedenfalls erst für 2023 einen entscheidenden Tiefpunkt am Goldmarkt erwarten.

Kurzfristig liefert der scharfe Kursrutsch in den letzten drei Handelstagen jedoch fast schon wieder eine überverkaufte Stochastik auf dem Tageschart. Solange die Unterstützung um 1.780 USD auf Tagesschlusskurs-Basis hält, ist schon in Kürze eine neuerliche Erholung denkbar. Dabei müssten dann aber die 200-Tagelinie (1.805 USD) als auch die Widerstandszone um 1.810 USD unbedingt klar zurückerobert werden.

Andernfalls könnte sich die Rutschpartie der letzten Tage in dem aktuell äußerst schwierigen Marktumfeld schnell auszuweiten. Hinzu kommt das chinesische Neujahrsfest. In dieser Zeit ruhen in China der Börsenhandel und damit auch der Goldmarkt. Gleichzeitig gilt die „Golden Week“ für Goldhändler als die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Insgesamt stehen angesichts der positiven Saisonalität die Chancen für eine nochmalige Erholung in Richtung von 1.830 bis 1.850 USD momentan noch etwas besser.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

Kostenloser Newsletter

Quelle: www.celticgold.eu

Silber verliert 7,5 Prozent! Was ist jetzt wichtig für Trader?

Silber hat das Börsenjahr 2021 mit einem Verlust auf US-Dollar Basis von fast 13 Prozent abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund waren die Hoffnungen von Anlegern und Tradern entsprechend groß, dass 2022 deutlich besser werden würden. Der Jahresauftakt war zunächst auch geglückt. Silber konnte anfänglich um gute 6 Prozent auf zwischenzeitlich erreichte 24,70 USD zulegen. Kurz kehrte Optimismus in den Markt zurück.

Doch die letzte Handelswoche hat diese Erfolge alle wieder zunichtegemacht. Silber wurde brutal um 7,5 Prozent abverkauft. Zuletzt gab es einen vergleichbaren Kurseinbruch auf Wochenebene im Juni 2021. Der jüngste Abverkauf hatte es also richtig in sich. Der Pessimismus ist zurück. Was müssen Trader und Anleger jetzt in Sachen Charttechnik wissen?

Silber Kursverlauf

Silber scheitert exakt am übergeordneten Abwärtstrend

Zuletzt sah das Chartbild von Silber in der Einschätzung vom 21. Januar „Silber: Folgt nun endlich der große Ausbruch?“ an dieser Stelle konstruktiv positiv aus. Allerdings wurde auch gemahnt, dass hier noch lange nichts in trockenen Tüchern ist und der Abwärtstrend noch nicht nachhaltig überwunden wurde. Bereits ein Rücklauf im geringen Prozentbereich würde hier das Chartbild schnell wieder negativ eintrüben.

So kam es dann auch. Der Abwärtstrend bzw. die obere Dreieckslinie wurde nicht mehr weiter angelaufen oder gar nachhaltig überwunden. Das Tageshoch vom 20. Januar entpuppte rückblickend sich als kleiner Fehlausbruch bzw. als eine klassische Bullenfalle. Die fünf sich anschließenden negativen Handelstage sprechen eine eindeutige Sprache: Der Ausbruch ist klar und deutlich gescheitert! Die genannte Bedingung in Form eines Ausbruchs mit Schwung und Dynamik über die Marke von 24,70 USD wurde nicht erfüllt.

Reaktion an wichtiger Unterstützungslinie genau beobachten!

Jetzt nähert sich Silber mit großen Schritten der grünen Unterstützungslinie, die aktuell bei etwa 21,45/50 USD verläuft. Man muss sicher kein Hellseher sein oder viel von Charttechnik verstehen, um zu erkennen, dass diese Linie schon mal eine zentrale und wichtige Rolle spielen wird.

Grundsätzlich deutet das riesige zusammenlaufende Dreieck bei Silber seit dem Sommer 2020 sehr wahrscheinliche eine entsprechende Konsolidierung an, die bis heute den damaligen steilen Anstieg von knapp 11,50 auf fast 30 USD in nicht einmal sechs Monaten korrigiert. Die immer enger und kleiner werdenden Ausschläge innerhalb dieses Dreiecks lassen den Druck innerhalb dieser Korrektur immer größer werden. Bei einem Ausbruch kann sich dieser Druck dann entsprechend schnell und stark entladen. Silber kann also sehr schnell steigen.

Silber Wochen-Chart mit möglichem Fehlausbruch

Ein Fehlausbruch sollte zwingend einkalkuliert werden!

Bevor dieses wahrscheinlichste Szenario jedoch eintritt, ist ein nochmaliger Test der besagten Unterstützungslinie fällig. Es wäre aber zu einfach, sich auf die 21,45/50 USD zu konzentrieren und dort einzusteigen. Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass sich Trader an dieser Stelle auf einen Fehlausbruch (vielleicht 21, 21,80 oder gar 21,50 USD!?) nach unten einstellen sollte. Konkret ist es also zu erwarten, dass Silber kurzfristige die Unterstützungslinie durchschlägt und eben nicht an der Unterstützungslinie direkt nach oben dreht.

Damit soll erreicht werden, dass auch die letzten Bullen die Nerven verlieren und das Handtuch werfen. Unter Umständen fallen sogar einige auf diesen “Trick” herein und wetten auf fallende Kurse. Doch genau dann könnte der Markt wieder drehen und die Unterstützungslinie zurückerobern. Entsprechend starken werden die Kurse dann – auch wegen der Short-Eindeckungen – steigen …