Inflation in den USA: Warum auch bis zu 9 Prozent kein Problem sind!

Die Inflation in den Vereinigten Staaten von Amerika ist im Dezember 2021 weiter gestiegen. Mit 7 Prozent erreichte sie den höchsten Stand seit 1982. Die Bürger in den Vereinigten Staaten, besonders der breite Niedriglohnsektor, ächzen und den stark gestiegenen Verbraucherpreisen. Bei der US-Notenbank FED werden die Schweißperlen auf der Stirn von Jerome Powell immer größer. Und Goldanleger fragen sich mittlerweile ernsthaft, ob ihr geliebtes Edelmetall kaputt ist oder ob sie in den letzten Jahren einem riesigen Hoax aufgesessen sind. 

Inflation war 30 Jahre lang kaum ein Thema gewesen

Der Schock sitzt derzeit überall tief. Besonders Nahrungsmittel und Energie, allen voran Öl und Gas, sind innerhalb eines Jahres „sauteuer“ geworden. Viele Menschen, besonders die junge Generation aus den 1990er und die Millennials (um die Jahrtausendwende Geborene) sind solche Preissteigerungen eher fremd. Jahrelang waren die Inflationsraten eher niedrig. Inflation war selten in Thema in der persönlichen Lebensplanung. Inflation kannte man lange nur aus Entwicklungsländern, „Bananenrepubliken“ oder aus den Erzählungen der Großeltern.

Und auch beim Investieren und an den Aktienmärkten spielte sie lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Es gab sogar Phasen in der Wirtschaftsgeschichte, in denen die Preise auf breiter Front gefallen sind, also negativ waren. Während der Finanzkrise 2008/09 war das der Fall. Auch im Jahre 2015 fiele die Preise leicht unter die Nulllinie. Von der großen Depression in den 1930er Jahren mal ganz abgesehen. Und jetzt der abrupte Trendwechsel.

Inflation USA ab 1915

Inflation kurz vor dem langfristigen Abwärtstrend

Wenn man sich aber den langfristigen Verlauf der US-Inflationsrate seit dem Jahre 1915 anschaut, so kann man feststellen, dass hier per Definition noch gar kein Trendwechsel stattgefunden hat. Die jüngsten Preissteigerungen sind im historischen Kontext eher gering und nicht auffällig. 

Schauen Sie in die 1940er, 1960er und 1970er! Damals mussten die Menschen mit Preissprüngen von 12, 15 bis hin zu 20 Prozent klarkommen. Sicher, in einigen europäischen Ländern sind solche Raten mittlerweile Realität. Estland weist unter den EU-Ländern mit 12 Prozent die höchste Inflation aus. Und die Türkei schießt mit 36 Prozent den sprichwörtlichen Vogel ab.

Fallende Preise sehr viel wahrscheinlicher als weiter steigende 

Nimmt man die obere rote Abwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Jahre 1920 hat, so hätte der laufende Preisschub in Übersee noch Platz bis etwa 8,5 Prozent, ggf. auch 9 Prozent. Dort könnten die Preise auf breiter Front dann wieder beginnen zu bröckeln. Zumindest die Gaspreise (Natural Gas), als Bestandteil der Energiepreise, sind seit dem Panikhoch im Herbst 2021 bereits über 30 Prozent eingebrochen. Die Ölpreise könnten, wie hier beschrieben und skizziert, nach einem Test der 100 USD Marke, folgen.

Natural Gas Erdgas

Auch, wenn es aktuell schwer vorstellbar ist: Der Inflations-Hype nähert sich dem Höhepunkt. Es ist absehbar, dass die Inflationsrate in den USA ab dem Frühjahr wieder den Rückwärtsgang einlegen und sich auf Sicht von 1,5 bis 2 Jahren wieder der unteren grünen Unterstützungslinie im Bereich von 2 bis 1,5 Prozent annähern wird. 

Dollar-Illiquidität? Ignorierter Funke der nächsten Krise

Und diese Jahre sind inzwischen gekommen.

In einer Welt, die von gedruckten Währungen und expandierenden Geldangeboten regelrecht geflutet ist, sollte eine Dollar-Illiquidität eigentlich kaum vorstellbar sein.

 

Chart

 

Allerdings stimmen meine damaligen Warnungen mit den heutigen Entwicklungen überein: Die Federal Reserve wird deutlich mehr Geld drucken müssen!

Mit anderen Worten: Die heutigen Falken werden wieder einmal die Tauben von morgen sein.

Warum?

Weil es damals wie heute einfach nicht genügend liquide Dollars gibt, um die fantastische Bandbreite an nuancierter wie komplexer Dollar-Nachfrage zu bedienen. In den USA selbst als auch an den globalen Märkten.

Erstes Beben: 2019 – der Repo-Markt kriselt

Egon von Greyerz und ich haben häufig auf Folgendes hingewiesen: Die ersten deutliche Hinweise auf derartige Gefahren am geldarmen (d.h. illiquiden) Repo-Markt zeigten sich im September 2019.

Im Grunde war es ein neonfarbenes Blinksignal, das langfristig Probleme ankündigte. Und es hatte nichts mit COVID zu tun…

Im Herbst 2019 hatten sich informierte Investoren durch die Berge an konfusen Details und Störgeräuschen zu einer Panik gewühlt, die im September am US-Repo-Markt stattgefunden hatte, also an einem Markt, der ansonsten ein offenes Betrugsprogramm war [weil z.B. Privatbanken die Einlagen staatlich gegründeter Finanzdienstleistungsunternehmen (Government Sponsored Entities, GSE) hebeln und dafür garantierte Auszahlungen von Vater Staat bekommen, für die wiederum der US-Steuerzahler aufkommt].

Trotz aller Störgeräusche, und ungeachtet der Tatsache, dass diese Krise von den ansonsten Teenager-schlauen Finanzleitmedien komplett ignoriert (und auch vorsätzlich heruntergespielt) wurde, ging es bei der ganzen Repo-Angelegenheit schlicht und ergreifend um Folgendes: Die verfügbaren Dollars reichten nicht mehr aus, um weiterhin alles (d.h. auch die Banken) am Laufen zu halten.

In Reaktion darauf druckte die damalige Federal Reserve (von 2019) mehr Dollars und flutete die betreffenden Repo-Schächte mittels einer 1,5-Billionen $ starken Roll-Over-Fazilität.

Und das war erst der Anfang…

Unterm Strich gilt zumindest: Es gibt nichts, was sich nicht vorübergehend mit einem Gelddrucker lösen ließe.

Leider war diese klaffende Wunde im Repo-Markt kein Einzelereignis, sondern vielmehr Symptom eines deutlich größeren und systemischen Problems, das auch für die Krise von 2008 verantwortlich gewesen war: nicht ausreichende Dollarmengen.

Schlimmer noch: Auch in der nächsten Finanzkrise wird diese Dollar-Illiquidität der Schlüsselfaktor sein.

Zweites Beben: Der verkannte Eurodollar-Markt

Diese durchsickernde Liquiditätskrise hat viel mit dem Eurodollar-Markt zu tun, einem wenig beachteten, kleinen Winkel der globalen Finanzsinkgrube, den kaum ein Investor wirklich versteht.

Denn schließlich gelten die Federal Reserve und das US-Finanzministerium weiterhin als die offiziellen Hüter des US-Geldangebots.

Viele Investoren sind immer noch der Annahme, dass diese Institutionen wissen, was sie tun und dass sie „Kontrolle“ über ihre Angelegenheiten haben.

Wenn das bloß stimmen würde…

In Wahrheit ist die Federal Reserve in Fragen der US-Dollarliquidität zunehmend dysfunktional und in die Enge gedrängt.

Warum?

Weil die Fed tatsächlich nicht das Angebot an US-Dollars kontrolliert; größere Macht haben hier die von den Medien ignorierten Eurodollar-Märkte.

DIE tickende Zeitbombe

So gut wie niemand versteht dieses Eurodollar-“Ding“. Kaum jemand hat es auf dem Schirm, und dennoch ist es eine tickende Zeitbombe.

Was also ist diese tickende Zeitbombe, mit der sich fast niemand öffentlich beschäftigt?

Welches stille Gift lauert unter unserem nationalen und globalen Marktsystem, das niemand im Eccles Building, dem Weißen Haus oder dem US-Finanzministerium bespricht oder gar in seiner ganzen Tragweite versteht?

Wie das Eurodollar-System in aller Stille die US- und Weltmärkte zerstört

Einfach ausgedrückt, ist ein Eurodollar nur ein US-Dollar, der irgendwo (und nicht allein in der Eurozone) außerhalb der USA deponiert ist.

Soweit so einfach.

In diesem Sinne vergeben also ausländische Banken (d.h. keine US-Banken) wie SocGen oder Deutsche Bank einfache, saubere und direkte Darlehen an ausländische Unternehmen; die Darlehen sind in besagten „Euro“-Dollars denominiert, sprich US-Dollars, die im Ausland gehalten werden.

Allerdings bleibt nichts, was Großbanken tun, sehr lange einfach, sauber oder direkt.

Banker können einfach nicht anders, wenn es um Hebel, kurzfristige Profite und langfristige Verzerrungen geht. Und auf den Eurodollar trifft das ganz besonders zu.

Verzerrungen: eine kurze historische Einordnung

In der Tat fließen schon seit Mitte der 1950er Jahren verstärkt Eurodollars um die Welt.

Allerdings erfinden Banken (und Banker) ständige neue clevere Methoden, um einfache Eurodollar-Transaktionen komplexer zu gestalten. Denn hinter gewollter Eurodollar-Komplexität lassen sich recht einfach die verschiedensten Formen gierbefriedigender und vermögengenerierender Systeme verbergen.

Das heißt insbesondere: Anstatt im Ausland die US-Dollars (sprich Eurodollars) zur einfachen, sauberen und direkten Kreditvergabe einzusetzen – welche sich in den Aktiva/Passiva-Bilanzspalten ausländischer Banken auch leicht nachvollziehen und regulieren lässt –, üben sich diese ausländischen Banker seit einigen Jahrzehnten in einem immer kreativeren Umgang mit ihren Eurodollars. Und kreativer heißt hier nur: immer toxischer und immer unkontrollierter.

Anstatt die Eurodollars nur zur direkten Kreditvergabe von Bank „X“ an Gläubiger „Y“ einzusetzen, nutzen ausländische Finanzgruppen den Eurodollar verstärkt in komplexen Kreditgeschäften im Interbankenmarkt, bei großangelegten Geschäften mit Swaps und Terminkontrakten sowie bei gehebelten Derivatetransaktionen.

Auf den Punkt gebracht, bedeutet das wieder: Hier ist noch mehr Derivategift im Spiel (und auch extremes Bankenrisiko).

Fed verliert Kontrolle über den eigenen Dollar

Diese erschlagend komplexen Eurodollar-Transaktionen haben wie extreme Dollar-Multiplikatoren gewirkt, die sich außerhalb der Reichweite oder Kontrolle von Aufsichtsbehörden wie der Federal Reserve befinden und im Grunde heute als unendlich großes, gehebeltes Vielfaches weiterexistieren.

Als US-Banken wie Bear Sterns oder Lehman Brothers, um zwei Beispiele zu nennen, damals US-Dollars im Verhältnis von 60:1 im Landminensektor für Subprime-Derivate hebelten, gab es ein Problem.

Ein großes Problem. Sie erinnern sich?

Leider müssen wir heute mitansehen (auch wenn die Medien es ignorieren), dass im unregulierten Eurodollar-Markt US-Dollar-Hebelverhältnisse herrschen, die viel, viel, viel höher sind. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet erscheint Bear Stearns von 2008 dagegen leider wie ein Kinderspiel.

Unterm Strich heißt das grundsätzlich nur Folgendes: Die tatsächlichen US-Dollarmengen, die in ausländischen Eurodollar-Schattenbankentransaktionen existieren, übersteigen jene Mengen, mit denen die Federal Reserve rechnet, in absolut inakzeptabler Weise. Und noch wichtiger: Hier geht es um US-Dollarmengen, die völlig inakzeptabel über dem liegen, was selbst die Fed noch kontrollieren kann.

Wie kann es überhaupt eine Dollar-Knappheit geben?

Moment mal, wird der Leser jetzt vielleicht einwenden: Matt, eben warnst du noch davor, dass es nicht genügend Dollars gibt, und dann sagst du, dass die umlaufenden Dollarmengen durch solche Eurodollar-Systeme dramatisch angewachsen (d.h. gehebelt worden) sind.

Wie kommt das jetzt?

Ok, ich werde es jetzt erklären!

Also: Auch wenn die Vielzahl komplexer Derivate-Geschäfte in Eurodollar dessen Gesamtmenge erhöht, so ist diese Menge zugleich in derart facettenreicher illiquider Konfusion zerlegt und gebunden, dass die tatsächlich umlaufende Dollarmenge letztendlich sogar deutlich niedriger ausfällt.

Verrückt aber wahr.

Während Powell in den USA mit Zinssatzanpassungen, erhöhter Geldschöpfung oder Tapering herumdoktert, um anscheinend Menge und Preis des US-Dollars „kontrollieren“ zu wollen, kämpft er hier praktisch gegen Windmühlen – oder spielt Schach, während Rom brennt.

Aktuell treiben (und blockieren) im überkomplexen internationalen Banken- und Eurodollar-Derivatesystem unkontrollierbare/ unregulierte US-Dollar-Verbindlichkeiten in Billionenhöhe.

Leider ist dieses System derart vernetzt und verflochten sowie komplexitätstheoretisch unzugänglich, dass die Lösung dieses Eurodollar-Finanzknotens mit all seinen Gegenparteikomplexitäten der Lösung der Knoten von 1.000.000.000 Fliegenfischern gleichzeitig entspräche.

Mit anderen Worten: ein Ding der Unmöglichkeit.

Da nun so viele US-Dollars (die als „Eurodollars“ unterwegs sein sollten) in zahllosen unregulierten Bankenprogrammen und Derivateinstrumenten feststecken, ist auch die Gesamtmenge an überhaupt verfügbaren US-Dollar zum Teil untrennbar fest in all diese toxischen „Knoten“ eingebunden.

Folglich sind einfach weniger Dollars verfügbar für ihren Einsatz (also auch Notfalleinsatz) in den überhebelten/ hochriskanten Märkten von heute. Und vornehme Leute bezeichnen das gerne auch als „Liquiditätsproblem“.

Auch wenn die Subprime-Hypotheken als Verursacher der Großen Finanzkrise von 2008 zu recht im Zentrum der Aufmerksamkeit standen, hier ein kleines Geheimnis direkt aus dem Inneren der Wall Street:

Die Subprime-Instrumente waren quasi der „Patient Null“ des 2008er Desasters. Der echte Killer von 2008 war aber die Dollar-Illiquidität. Denn große Teile dieser Liquidität hingen einfach in den gordischen Eurodollar-Knoten fest, welche aber kaum jemand versteht, diskutiert oder zu kontrollieren weiß.

Kurz: Auch heute gibt es eine ähnliche tickende Zeitbombe. Eine Eurodollar-Zeitbombe.

Die Eurodollar-Liquiditätskrise entschärfen?

Wie lässt sich diese ignorierte und verkannte Zeitbombe jetzt aber entschärfen?

Nun, selbst der Großvater der Verschuldung, John Maynard Keynes hatte dahingehend 1944 gewarnt, 2011 dann der Chef der chinesischen Zentralbank, im Sommer 2019 schließlich auch Mark Carney, Vorstand der Bank of England, während eines Treffens im kleinen Fed-Rückzugsort für Banker in Jackson Hole.

Doch welche Option hatte der Chef der englischen Zentralbank vorzuschlagen?

Ganz einfach: Wir müssen den US-Dollar als Weltreservewährung durch eine neutrale, elektronische Währung ersetzen, so dass internationale Zahlungen mithilfe eines neuen, frei schwankenden Systems, welches den Dollar ersetzt, abgewickelt werden können.

Das sind keine kleinen Fische. Und trotzdem machte es nie Schlagzeilen. Ein Hammerding, oder?

Die traurige aber verborgene, ansonsten jedoch nicht zu leugnende Tatsache ist, dass sich der US-Dollar schon nicht mehr unter der Kontrolle der zunehmenden ahnungslosen Federal Reserve befindet.

Jede Krise ist eine Liquiditätskrise

Wenn sich das Angebot an Dollars verknappt/ schrumpft, folgt stets und immer eine Krise, denn jede Marktkrise ist, im Kern, eine Liquiditätskrise.

Noch einmal: Während der kleinen Repo-Panik im September 2019 haben wir einen kurzen Vorgeschmack auf diese Dollarknappheit bekommen.

Doch all das war nur Geplänkel im Vergleich zu dem, was frühere Krisen, man denke an 2008, im Rahmen von Dollar-Illiquidität mit den Märkten anrichten konnten und auch wieder können. Damals 2008 litten unsere Märkte unter einer US-Dollarknappheit im Umfang von 2 Billionen (!) $ (alias „Finanzierungslücke“).

Wie wurde diese „Lücke“ gefüllt?

Sie haben es geahnt: durch globale Geldschöpfung außer Rand und Band.

Mit Blick auf die Zukunft, und rückblickend auf die jüngsten (absolut heruntergespielten) Beben im barmittelarmen Repo-Markt, rüsten sich die Insider in Washington und Wall Street für weitere Dollar-Illiquiditätskrisen – also große Marktdesaster, die von „Finanzierungslücken“ (alias Mangel an genügend Dollars) angetrieben werden.

Auch die Fed weiß das – ein klein wenig zumindest. Sie ist jedenfalls heute nicht in der Position, den US-Dollar aus seiner Weltwährungsfunktion zu entlassen.

Das braucht Jahre, allerdings hat der IWF praktisch schon durchblicken lassen, dass es kommen wird.

In der Zwischenzeit bedeutet das, dass der Fed, wenn die nächste Dollar-Liquiditätskrise unsere Märkte und Ökonomien in einen weiteren Abgrund stürzt, aktuell nur ein Werkzeug zur Verfügung steht: verzweifelte und im letzten Moment kommende Geldschöpfung – ihren Ankündigungen geldpolitischer Straffungsmaßnahmen für Anfang 2022 (!) zu Trotz.

Längerfristig wird derartige, unausweichliche Geldschöpfung gut für Gold sein.

Hab ich doch gesagt…

In den Jahren 2019 und 2020 hatte ich davor gewarnt. Ich hatte gewarnt, dass aufgrund massiver Dollar-Illiquidität auch massive, unvorstellbare Geldschöpfung sowie eindeutige Schuldenmonetisierung kommen werden.

Falls Sie mir nicht glauben, dann schauen Sie sich diese erneut veröffentlichte Ad-Hoc-Warnung, die ich im März 2020 abgegeben hatte, hier an.

Seit dieser Warnung hat sich die Bilanzsumme der Federal Reserve mehr als verdoppelt.

Fakten sind wirklich hartnäckige Dinge, nicht?

Investieren im neuen Anormalzustand

Diese Maßnahmen haben natürlich überhaupt nichts mit Kapitalismus oder freien Märkten zu tun.

Zentral- und Geschäftsbanken haben jenen alten Werten und Systemen den Abschiedskuss zugeworfen.

Wir leben, investieren und traden heute in einem zentralisierten Markt, in dem Zentralbanken weiter die Macht über das US-Dollarangebot in den ausländischen Eurodollar-Schattenbankensystemen verlieren und verloren haben. Die hier zugrundliegenden Risiken, Gefahren und Extreme werden – hinsichtlich Verflechtung, Hebelwirkung, Illiquidität und Komplexität – nur von einer Handvoll von Insidern verstanden; ihre vollständige Aufdröselung würde hunderte Seiten zusätzlich in Anspruch nehmen.

Was SIE aus all dieser Komplexität für sich mitnehmen sollten, ist recht simpel: Normale Konjunkturzyklen sind jetzt ausgestorben. Sie wurden durch Liquiditätszyklen der Zentralbanken ersetzt, welche letztendlich auch die Währungen zerstören.

Natürliche Kräfte von Angebot und Nachfrage, auch beim Dollar, wurden durch Geldschöpfung der Zentralbanken ersetzt.

Zukünftig werden immer mehr Dollars gedruckt werden – und zwar nicht, weil wir das „einfach denken“, sondern schlicht und ergreifend weil es buchstäblich keine andere Möglichkeit mehr gibt, um dieses völlig zum-Scheitern-manipulierte System überhaupt noch am Laufen zu halten.

Hinsichtlich Marktvolatilität aber auch Sicherheit und Vermehrung Ihres Geldes in einem solch toxischen wie komplexen Umfeld müssen wir zugeben, dass es immer schwieriger geworden ist, auf alte Vorhersagestandards für Marktrisiken oder gar für das Timing von Marktrezessionen zu vertrauen, um einen sinnstiftenden Eindruck jener Twilight Zone zu bekommen, in die unsere Kapitalmärkte eingetreten sind.

Das ist Neuland für uns alle.

Das aktuelle Umfeld – Überheblichkeit der Falken

Falls Sie sich wundern, warum der US-Dollar trotz wahnsinniger Mausklick-Geldschöpfung und allgemeinem Geldangebotswachstum gestiegen ist (relativ, und in Abgrenzung zu seiner Kaufkraft)…es ist nicht kompliziert: Diese Dollars sind in einem derivatebasierten Eurodollar-Knotenknäuel gebunden.

Sind liquide Dollars nicht ausreichend verfügbar, ist die Dollarnachfrage hoch, folglich steigt auch der Dollarkurs.

Nationen mit US $-Schulden fällt es selbstverständlich immer schwerer, Dollars zur Finanzierung der eigenen Dollarschulden aufzutreiben; das erklärt auch den Einbruch der türkischen Lira, die allein im November gegenüber dem USD um 30 % fiel.

In dieser verzerrten, dollarhungrigen Finanzlandschaft zeigen sich weitere Risse und auch Signale – zum Beispiel die derzeitige und kommende Volatilität.

Die jüngsten Ausschläge im S&P 500 (schlimmstes Quartal seit 2011) aber auch der absolut synchron zu dieser Wall-Street-Verkaufwelle verlaufende BTC-Einbruch um 20 %ige sind offensichtliche Beispiele aber auch Vorzeichen für kommende Verwerfungen, trotz aller pathetischen Ausrufe eines Jim Cramers (vom 9. Dezember), der meinte, die USA hätten heute „die stärkste Wirtschaft überhaupt“, sie sei gar ein „ansehnliches Wunder“.

Wahrscheinlich bezog sich der arme Cramer dabei auf die positiven BIP-Schätzungen der Atlanta-Fed für das 4. Quartal.

Anheizer wie Cramer übersehen dabei gerne das Abflachen der US-Ertragskurve, die nahelegt, dass der Anleihemarkt den Eindruck hat, dass noch mehr Stärke vorläufig nicht drin ist.

Das zukünftige Umfeld – Die Tauben kommen (und die Plagen)

Während die Dollar-Illiquidität steigt und die Pandemiezuschüsse auslaufen, hält die Fed hartnäckig an ihrem strengen Plan zur Straffung der Liquiditätszufuhr (tapering) ab 2022 fest, womit sie Öl ins Risikoanlagenfeuer kippt, die Fiskalklippe anheizt und so gut wie jede Anlageklasse, außer US $, US-Staatsanleihen und den VIX-Handel, abwürgt.

Angesichts einer Schuldenstandsquote von 122 % ist aber jede Hoffnung auf nachhaltiges BIP-Wachstum und Abbau der US-Schulden – in diesem Umfeld und ohne damit Markteinbrüche auszulösen – reine Fantasie.

Oder anders gesagt: tick tack, tick tack…

Kurzum: Sollten die geldpolitischen Straffungsvorhaben auf die zuvor erwähnte (aber verborgene) Dollar-Illiquidität treffen, können Sie sich auf ein extrem holpriges und unangenehmes Jahr 2022 gefasst machen – und folglich auch auf eine plötzliche Kehrtwende bei der derzeit noch strengen Haltung der Federal Reserve.

Wenn die Tauben zurückkehren und mit ihnen die Extremgeldschöpfung (folglich auch Währungsentwertung), wird Gold, wie immer, schon zur Stelle sein, um das letzte Wort zu haben.

 

www.goldswitzerland.com

Ölpreis (Brent Oil) – Die Richtung stimmt!

Der Unterstützungsbereich von rund 65 USD konnte im letzten Jahr bereits mehrfach erfolgreich vom Ölpreis (Brent Oil) verteidigt werden. So kam es beispielsweise im Mai, August aber auch Dezember 2021 zum Anlaufen und Abfedern. Aus dieser Sicht heraus darf diese relevante Kurszone nun nicht mehr unterschritten werden, um die langfristig bullische Aussicht aufrechtzuerhalten.

Ölpreis (Brent Oil) – erst mal bis zum 2021er-Hoch

Auf der Oberseite kommt als Kursziel jetzt direkt das 2021er-Hoch von 86,68 USD in den Fokus. Mit Aufbruch dieser relevanten Zone ergeben sich dann neue Preisziele, welche beispielsweise bei 95,00 und auch 100 USD zu finden. Die glatte 100er-Marke stellt aus psychologischer Sicht noch mal eine Hürde dar.

Sollte es den Bären vom Ölpreis (Brent Oil) wider Erwarten gelingen, die Kurse in Richtung der schon besprochenen Unterstützungszone von etwa 65,00 USD zu treiben, so müsste man die langfristig positive Aussicht infrage stellen. Wenn der Support dann sogar noch unterschritten wird, dann ergeben sich große Verkaufssignale. Diese könnten für einen Preisrutsch in Richtung 60,00 oder 55,00 USD sorgen. Aber noch ist es nicht so weit.

Fazit – die Kurse sind aus mittel- und langfristiger Sicht auf dem richtigen Weg. Allerdings muss jetzt auch ein neues Hoch generiert werden.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Ölpreis (Brent Oil) (D1)

Ölpreis (Brent Oil) Prognose
Ölpreis (Brent Oil) | Chart von fxempire

Nun eine Trendanalyse (D1) für den Ölpreis (Brent Oil)!

Macd Oszillator: An dieser Stelle wird bei dem Oszillator untersucht, ob die Signal-Linie über der Trigger-Linie ist. Zusätzlich auch, ob der Macd über null notiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind ganze 10 positiv. Das ist mega bullisch. Super, weiter so!

Gleitende Durchschnitte: Es wird noch analysiert, ob bei dem Ölpreis (Brent Oil) die GDs steigend sind. Denn steigende GDs machen einen Aufwärtstrend aus. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind 8 steigend. Insofern ist das als bullisch zu bezeichnen. -the trend is your friend-

Parabolic SAR Indikator: Als Letztes muss geprüft werden, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind 7 positiv. Hier kann man sagen, das ist bullisch.

Die Auswertung der Trendanalyse

11.01.2022: Jetzt widmen wir uns der Gesamtauswertung. Alles zusammen sind es 30 Kriterien, davon sind 25 als positiv zu bezeichnen. Das sind ganze 83.33 %. Der Status ist hier auf „Sehr Bullisch“ zu setzen. Aus dieser Sicht heraus ist es angebracht, einen Einstieg in den Ölpreis (Brent Oil) zu suchen, bzw. investiert zu bleiben.

 

Disclaimer:
Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Energiesektor sehr attraktiv bewertet

Die Welt braucht Öl und Gas

Liebe Leser,

der Öl– und Erdgassektor spielt in der Weltwirtschaft weiterhin eine bedeutende Rolle und wird das auch in den kommenden Jahrzehnten tun. Daran gibt es trotz der vor allem in Deutschland lautstark in Szene gesetzten Klimaschutzpolitik keinen Zweifel. Alles andere würde zu dramatischen Wohlstandseinbußen bis hin zu weltweiten Hungersnöten führen.

Im Unterschied zu den sehr beliebten Unternehmen aus dem Bereich der alternativen Energien und dem neuerdings offiziell als „grün und nachhaltig“ klassifizierten Uransektor ist der klassische Energiesektor nicht nur bei den meisten Börsianern extrem unpopulär, sondern weit darüber hinaus. In Teilen der Bevölkerung der von Erdöl abhängigen Industrieländer und ihrer politischen Vertreter wird er mit Hinweis auf den Klimawandel geradezu gehasst.

Fundamental unterbewertet und unverzichtbar

In diesem hochemotionalen Umfeld ist das Führen eines rationalen Diskurses kaum möglich. Deshalb gilt der Energiesektor im Moment sogar bei zahlreichen (westlichen) institutionellen Anlegern als nicht investierbar – obwohl auch deren Kunden weder im Kalten oder Heißen sitzen, noch auf Mobilität oder Elektrizität verzichten möchten.

Doch darüber spricht man lieber nicht. Stattdessen werden „grüne“ Finanzprodukte angeboten, mit denen naive Anleger ihr Gewissen beruhigen können – solange sie nicht allzu sehr über den tatsächlichen Inhalt dieser Produkte und die Voraussetzungen ihres Wohlstands nachdenken.

Diesem vom Zeitgeist getriebenen Trend habe ich mich bereits Ende 2020 klar entgegengestellt und den Lesern meines Börsenbriefes Krisensicher Investieren ausdrücklich unterbewertete Aktien des Energiesektors zum Kauf empfohlen. Eine gute Wahl, da dieser Sektor in 2021 mit stattlichen Kursgewinnen glänzte. Und dieser Kursanstieg ist mit großer Wahrscheinlichkeit erst der Beginn einer langanhaltenden Hausse.

Viel zu geringe Investitionen

Als Reaktion auf die radikale Corona-Politik und den von ihr ausgelösten Absturz des Ölpreises hat die Ölindustrie ihre Investitionen im Jahr 2020 drastisch zurückgefahren. Seither verharren sie trotz der inzwischen stark gestiegenen Energiepreise auf einem sehr niedrigen Niveau. Diese völlig außergewöhnliche Entwicklung kann vor allem auf die Klimapolitik zurückgeführt werden, die für extreme Planungs- und Rechtsunsicherheit der Unternehmen des klassischen Energiesektors sorgt.

Derart geringe Investitionen bewirken eine schnelle Abnahme der Ölreserven und einen Rückgang der Produktion. Dieser Effekt führt zu hohen und weitersteigenden Energiepreisen – ein zusätzliches Argument für anhaltend hohe Inflationsraten. Auf diese Weise werden die längst wieder sprudelnden Gewinne der Ölmultis trotz sinkender Produktion weiter steigen.

Ölpreis pro Barrel in $, Monatschart, 2002 bis 2022

Chart

Der Ölpreis hat seinen langfristigen, 2008 begonnenen Abwärtstrend beendet. Stellen Sie sich auf weiter steigende Öl- und Energiepreise ein

Quelle: StockCharts.com

Verdienen Sie mit ausgewählten Energieaktien

Darüber hinaus kommt es zu einem gefährlichen Machtzuwachs der OPEC+ Länder, die dem Westen und seinen freiheitlichen Werten nicht unbedingt wohlgesonnen sind. Wie einst in den Ölkrisen der 1970er Jahre wird der Westen wieder zunehmend abhängig und erpressbar von der OPEC. Auch das spricht für einen anhaltenden Anstieg des Ölpreises.

Wenn Sie unter steigenden Energiepreisen und hohen Inflationsraten nicht leiden, sondern profitieren wollen, dann empfehle ich Ihnen auch jetzt wieder den Kauf ausgewählter Aktien des klassischen Energiesektors. Wer meine aktuellen Favoriten sind, lesen Sie in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos testen.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches und glückliches neues Jahr,

Ihr

https://www.clausvogt.com/files/claus-vogt/images/Unterschrift%20Claus%20Vogt_zugeschnitten.jpg

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: Es rumort gewaltig an der US-Börse. So kündigen sich Baissen an. Jetzt lesen: Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe „Historische Baissen und Börsencrashs“.

P.P.S.: Sie wollen Woche für Woche sicher durch diese Krise kommen, dann fordern Sie bitte noch heute den kostenlosen Claus Vogt Marktkommentar hier ganz einfach mit Ihrer E-Mail an.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und die „Inflationsfalle“ und ganz aktuell die „Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? (08.01.2022)

Autor: Gotthilf Steuerzahler

Die Auswertung der „Panama Papers“ durch die deutsche Finanzverwaltung

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einigen Jahren schlugen die sogenannten „Panama Papers“ hohe Wellen in den deutschen und internationalen Medien. Bei diesen Papieren handelte es sich um vertrauliche Unterlagen eines panamaischen Offshore-Dienstleisters, welche durch einen Whistleblower verschiedenen Journalisten zugespielt worden waren.

Nach Einschätzung der beteiligten Medien belegten die Unterlagen legale Strategien der Steuervermeidung, aber auch Steuer- und Geldwäschedelikte, den Bruch von UN-Sanktionen sowie andere Straftaten durch Kunden des Offshore-Dienstleisters. Die Enthüllungen führten in zahlreichen Ländern zu Ermittlungen gegen Politiker und andere Prominente und lösten öffentliche Debatten über Steuerschlupflöcher, Briefkastenfirmen und Steuermoral aus. Nunmehr wurde ein Bericht des Bundesrechnungshofs bekannt, der interessante Einblicke in die Auswertung der erlangten Informationen durch die deutsche Finanzverwaltung bietet.

Im Jahr 2017 erwarb nämlich das Bundeskriminalamt den Datenbestand der „Panama Papers“. Pikant ist dabei, dass dem Bundesfinanzministerium nicht bekannt war, dass dem Bundeskriminalamt ein Angebot über den Kauf der „Panama Papers“ vorlag. Auch wusste das Finanzministerium nicht, dass das Bundeskriminalamt die Finanzverwaltung eines Landes hinzugezogen hatte, um zu prüfen, ob und inwieweit das Datenangebot steuerlich verwertet werden konnte.

Die Steuerfahndung wurde einbezogen

Die erwähnte Finanzverwaltung eines Landes übernahm auf Bitte des Bundeskriminalamts die Aufgabe, den Gesamtdatenbestand der „Panama Papers“ aufzubereiten und inländische Steuerfälle zu identifizieren. Eine hierzu eingerichtete Auswertungseinheit übermittelte Kontrollmaterial aus dem Datenbestand der „Panama Papers“ an die Steuerfahndungen der Länder, die diese auf mögliche Steuerverkürzungen überprüfen sollten. Das Kontrollmaterial bezog sich auf in Panama gegründete Gesellschaften, bei denen die Recherchen ergeben hatten, dass sie möglicherweise inländischen Steuerpflichtigen zuzurechnen sind.

Große Unterschiede bei der Auswertung der Daten

Die übermittelten Informationen waren zunächst wenig aussagekräftig. Es waren weitere Recherchen nötig, um inländische Steuerfälle identifizieren zu können. Neben unterschiedlichen Auswertungsstrategien befassten sich manche Bundesländer inhaltlich weniger intensiv mit dem Kontrollmaterial als andere. Zum Teil fehlte auch die nötige Fachexpertise im Umgang mit dieser Art von Daten. Dies führte in einem Land dazu, dass es nicht einen einzigen Steuerfall bei der Auswertung der Daten identifizieren konnte. Ein anderes Land hingegen konnte viele Steuerfälle identifizieren. Es deckte Steuerverkürzungen in erheblichem Ausmaß auf und setzte Mehrsteuern in zweistelliger Millionenhöhe fest.

Das Finanzministerium hätte für ein einheitliches Vorgehen sorgen müssen

Nachdem das Bundesfinanzministerium vom Kauf der Daten erfahren hatte, blieb es untätig und brachte sich bei Auswertung der Daten nicht ein. Stattdessen verließ es sich ausschließlich auf die Analyse, Aufbereitung und Auswertung der Daten durch die Finanzverwaltungen der Länder. Hätte sich das Finanzministerium fortlaufend über den Stand der Ermittlungen in den Ländern informiert, wäre ihm bekannt geworden, dass die Länder die Informationen unterschiedlich auswerteten.

Dann hätte es frühzeitig auf ein möglichst bundesweit gleichmäßiges Vorgehen der Länder hinwirken und Steuerausfälle möglicherweise verhindern können. Rechtliche Hinderungsgründe für ein Einwirken des Bundesfinanzministeriums bestanden nicht.

Wurden die Unterlagen nicht gründlich ausgewertet?

Der Rechnungshof hat das passive Verhalten des Bundesfinanzministeriums bei der Auswertung der Daten kritisiert. Das Ministerium hätte seine Aufsichtspflichten für das Besteuerungsverfahren wirksam wahrnehmen und im Interesse der gleichmäßigen Besteuerung intensiv an der Auswertung mitwirken müssen.

Aus der Sicht des Rechnungshofs haben die Finanzverwaltungen der Länder die „Panama Papers“ nicht gleichmäßig, sondern nur lückenhaft ausgewertet, mögliche Steuerausfälle seien unentdeckt geblieben. Könnte es sein, liebe Leserinnen und Leser, dass einige Bundesländer gar nicht sonderlich an der lückenlosen Auswertung der heiklen “Panama Papers“ interessiert waren, oder haben die Medien mal wieder viel Lärm um nichts gemacht, fragt sich nachdenklich

Ihr

Gotthilf Steuerzahler

www.krisensicherinvestieren.com

Dieser Text stammt aus dem kostenlosen Newsletter Claus Vogt Marktkommentar.

Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbriefs Krisensicher Investieren.

Schützen und mehren Sie Ihr Vermögen und testen Sie noch heute KRISENSICHER INVESTIEREN 30 Tage kostenlos.

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch “Das Greenspan Dossier” und die „Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“. 2019 ihr neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“ Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com – aber ganz bewusst nicht bei Amazon. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

 

Ölpreis 2022: Geht es hoch auf über 103,50 US-Dollar?

Das zurückliegende Jahr 2021 war das Jahr, in dem die Inflation zurück ins Bewusstsein der Menschen, Anleger und Börsianer gekrochen ist. Besonders der massiv gestiegene Ölpreis hat viele Marktbeobachter auf dem falschen Fuß erwischt. 

Viele Jahre und Jahrzehnte haben steigende Preis in Europa und in Vereinigten Staaten in der Summe kaum eine große Rolle gespielt. Mitunter gab es sogar kurze Phasen, in denen die Inflationsrate rückläufig bzw. leicht negativ gewesen ist. Zum Beispiel während der Finanzkrise 2008/09 und 2020, als die jeweils sinkende Kaufnachfrage für entsprechend fallende Preise gesorgt hat.

Ölpreis Brent Tages-Chart

Vor diesem Hintergrund waren die letzten Monate fast schon ein kleiner Schock. Zuletzt meldeten die USA für den November 2021 einen historischen Preisanstieg von 6,8 Prozent. Für Deutschland hat das Statistische Bundesamt einen Anstieg von 5,2 Prozent errechnet. Die Preise steigen auf breiter Front. Besonders Lebensmittel und die Energiepreise geht durch die Decke. In diesem Zusammenhang sind besonders die galoppierenden Gaspreise und der hausierende Ölpreis zu nennen.

Ölpreis der Marke Brent: Plus 342 Prozent in 18 Monaten

Während des ersten Lockdowns und des Corona-Crashs gab es im Frühjahr 2020 sogar einen kurzen Moment, in dem der Ölpreis ins Negative gerutscht war. Die Panik war damals dermaßen groß und die Nachfrage nach Rohöl entsprechend so gering, dass Händler an der Börse bereit waren, den Käufern Geld anzubieten. Der Negativ-Rekord lag damals bei Minus 37,63 US-Dollar (WTI) pro Barrel!

Bis heute hat sich diese verrückte und übertrieben Marktsituation zum Glück wieder aufgelöst. Heute sehen wir allerdings ein anderes Extrem: Aufgrund der hohen Nachfrage auf dem Weltmarkt steigt der Ölpreis der Marke Brent seit Monaten kontinuierlich. Vom Crash-Tief im April 2020 ging es bis zum Oktober 2021 kontinuierlich nach oben. Hoch und Tief trennen sagenhafte 342 Prozent! Viele Marktbeobachter und Volkswirte erwarten vor diesem Hintergrund auch in diesem Jahr eine Inflationsrate deutlich oberhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre. 

Ölpreis Brent im Monats-Chart

Charttechnik: Wichtige Widerstände voraus! 

Der langfristige Monats-Chart des Ölpreises der Marke Brent zeigt, wo wir aktuell stehen. Mit knapp 20 USD stand Brent im April 2020 so tief wie zuletzt Anfang 2002. Heute haben wir mit Kursen um 80 USD das Niveau aus dem Herbst 2018 erreicht. Hier in diesem Bereich findet sich auch der untere Bereich einer wichtigen Widerstandszone, die bis auf etwa 100,50 USD reicht. Hierzu gesellt sich noch der langfristige Abwärtstrend, der mit den Oktober-Hochs bereits etwas überboten wurde. Zusätzlich ist eine diagonale Widerstandslinie zu erkennen, die ihren Ursprung am Crash-Tief 2008 hat.

Weiterer starker Anstieg des Ölpreises unwahrscheinlich

Besonders die Widerstandszone und der diagonale Widerstand sind wichtig. Beide deuten auf ein Kursniveau von etwa 100,50 bis 103,50 USD, die in den kommenden Wochen und Monaten noch ohne Weiteres erreicht werden könnten. Vom aktuellen Niveau ist es zwar ein weiterer Kurssprung von bis zu 33 Prozent. Doch spätestens dann dürfte sich eine großangelegte Konsolidierung einstellen, die auch dafür sorgen wird, dass die Inflation wieder etwas zurückgehen wird.

Ölpreis (Brent Oil) – Wird der Support halten?

Erst kürzlich wurde der Unterstützungsbereich, bestehend aus einigen vorangegangenen Tief – und Hochpunkten, angelaufen und bestätigt. Es kam zu einem “Hammer” und dementsprechend einer Aufwärtsbewegung bis zum 9. Dezember auf 76,68 USD. Während der letzten Handelstage zeigt sich abermals eine Bewegung Richtung Süden.

Ölpreis (Brent Oil) – der Fokus liegt auf der 65er-Marke

Jetzt ist es wichtig, dass der bereits angelaufene Unterstützungsbereich nicht nochmals erreicht und schon gar nicht unterschritten wird. Falls es den Bären vom Ölpreis (Brent Oil) gelingen sollte die 65er-Marke für sich zu erobern, und dies kann mit einem Tagesschlusskurs von z. B. 64,00 USD geschehen, so würde die charttechnische Lage auch aus langfristiger Sicht heraus deutlich eintrüben.

Vielmehr ist es jetzt wichtig eine Stabilisierung hervorzurufen und einen erneuten Anstieg über das besprochene Hoch vom 9. Dezember. Damit würde eine 1-2-3-Situation vorliegen, welche ein Kaufsignal ausgibt. Als Kursziel für den Ölpreis (Brent Oil) ist auf der Oberseite das im Oktober entstandene Hoch von 86,68 USD anzusehen. Mit Aufbruch dieses Hochpunkts ergeben sich dann weitere Kursziele auf der Oberseite. Aber eins nach dem anderen – erst einmal muss das Kaufsignal kommen.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Ölpreis (Brent Oil) (D1)

Ölpreis (Brent Oil) Prognose
Ölpreis (Brent Oil) | Chart von fxempire

Was sagt die Trendanalyse (D1) für den Ölpreis (Brent Oil)?

Macd Oszillator: Bei dem wichtigen Indikator muss geprüft werden, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Außerdem auch, ob sich der Macd über null befindet. Von insgesamt 10 Macd Analysen sind nur 3 positiv. Insofern ist das als bärisch zu bezeichnen.

Gleitende Durchschnitte: Jetzt wird geschaut, ob bei dem Ölpreis (Brent Oil) die GDs steigend sind. Denn steigende GDs kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nur die Hälfte steigend. Das überzeugt nicht besonders. Hier muss definitiv mehr kommen!

Parabolic SAR Indikator: Es wird als Letztes noch analysiert, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 3 positiv. Bullisch ist definitiv etwas anderes.

Die Auswertung der Trendanalyse

21.12.2021: Wie fällt der Blick auf die Gesamtauswertung aus? Von 30 gemessenen Kriterien sind 11 als positiv zu bezeichnen. Das sind nur 36.67 %. Demzufolge wird der Status hier auf „Bärisch“ gesetzt. Von daher ist es clever, mit dem Einstieg in den Ölpreis (Brent Oil) zu warten, bis die Analyse ein positives Ergebnis bringt.

 

Disclaimer:
Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Gold – Erholung steht an

Rückblick

Am Goldmarkt nähert sich ein schwieriges und sehr herausforderndes Handelsjahr dem Ende zu. Die meisten Edelmetallinvestoren dürften schwer enttäuscht worden sein.

Begonnen hatte das Jahr 2021 allerdings recht fulminant, denn der Goldpreis kletterte zum Jahresauftakt zügig bis auf 1.960 USD. Diese Kursmarke stellte rückblickend jedoch bereits am 6.Januar auch das Jahreshoch dar! In den folgenden 11,5 Monaten gelang es dem Goldpreis nicht, diese Kurse auch nur annährend wieder zu erreichen.

Stattdessen kamen die Notierungen in der Folge erheblich unter Druck und fanden erst Anfang und dann nochmals Ende März um 1.680 USD mit einem Doppeltief den Boden. Interessanterweise wurde das Tief vom 8.März bei 1.677 USD bis heute nicht mehr unterschritten. Die anschließende Erholung brachte die Goldpreise innerhalb von zwei Monaten zurück über die runde Marke von 1.900 USD. Aber schon am 1.Juni startete erneut eine heftige Abverkaufswelle, welche den Goldpreis innerhalb von gerade einmal vier Wochen um 150 USD in die Tiefe drückte.

Im Anschluss bemühten sich die Goldbullen in der saisonal eigentlich günstigen Frühsommerphase um eine größere Erholung. Allerdings scheiterten sie mit diesem Unterfangen dreimal an der starken Widerstandszone um 1.830 USD bis 1.835 USD. Dadurch hatte sich erneut genügend bärischer Druck aufgebaut, welcher sich dann im Flashcrash am 9. August mit einem brutalen Kurzsturz innerhalb weniger Minuten und einem erneuten Test der Marke von 1.677 USD entlud.

Trotz dieser kompletten Marktbereinigung konnten sich die Gold-Bullen nur mühsam von diesem Schock erholen und der Goldpreis handelte in den folgenden drei Monaten vor allem zwischen 1.760 und 1.815 USD seitwärts. Erst Anfang November gelang dann der schnelle Ausbruch aus dieser zähen Seitwärtsphase und damit dann auch der Sprung über die 15-monatige Abwärtstrendlinie.

Schnell folgte ein Anstieg bis auf 1.877 USD. Allerdings, und das ist bezeichnend für den immer noch intakten Korrektur-Zyklus seit dem Allzeithoch vom August 2020, machten die Gold-Notierungen innerhalb weniger Tage erneut eine harte Kehrtwendung und vielen noch schneller als sie zuvor gestiegen waren.

Seit diesem letzten Abverkauf von 1.877 USD runter bis auf 1.762 USD hängt der Goldpreis nun festgezurrt und wie gelähmt seit drei Wochen primär in einer engen Handelsspanne zwischen 1.775 und 1.785 USD. Der Markt scheint auf den kommenden FED-Zinsentscheid zu warten.

Insgesamt hat Gold im Jahr 2021 nicht viel zu Stande gebracht. Die meiste Zeit ging es seitwärts und konfus ohne nachhaltigen Trend durch den Chart. Diese tückischen Marktphasen sind die allergefährlichsten. Physische Investoren können das Seitwärtsgeschiebe problemlos aussitzen.

Wer aber als Trader mit Hebel unterwegs war, hatte nichts zu lachen. Entweder änderten sich die Bewegungen am Goldmarkt schnell und abrupt oder es passierte tage- und manchmal auch wochenlang fast gar nichts, während die Handelsspannen in sich zusammenschrumpften.

Chartanalyse Gold in US-Dollar

Wochenchart: Bodenbildung um 1.780 USD?

Gold in US-Dollar, Wochenchart vom 13. Dezember 2021. Quelle: Tradingview

Trotz der 15-monatigen Korrektur konnte sich der Goldpreis auf dem Wochenchart in diesem Jahr problemlos oberhalb des im Dezember 2015 gestarteten Aufwärtstrendkanals halten. Auch der steilere, im Sommer 2018 begonnene, Aufwärtstrendkanal ist weiterhin intakt und wäre erst bei Kursen unterhalb von 1.700 USD gebrochen. Die Unterstützung zwischen 1.760 und 1.780 USD hat in den letzten drei Wochen bislang gehalten. Die Wochenstochastik ist aktuell neutral und zieht sich seit Monaten langsam etwas enger zusammen.

Insgesamt handelt Gold auf dem Wochenchart derzeit ungefähr in der Mitte seiner beiden Bollinger Bänder. Damit ist die Ausgangslage neutral. Eine Bodenbildung um 1.780 USD hat eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit.

Tageschart: Bodenbildung um 1.780 USD?

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 13. Dezember 2021. Quelle: Tradingview

Auf dem Tages-Chart sucht der Goldpreis seit gut drei Wochen um seine leicht steigende 200-Tagelinie (1.793 USD) nach Halt. Zumindest der Blickkontakt konnte gewahrt werden, so dass eine Rückeroberung dieses gleitenden Durchschnitts weiterhin gut möglich ist.

Trotz des gescheiterten Ausbruchs im November findet das momentane Kursgeschehen nicht weiter entfernt von der Abwärtstrendlinie statt. Ein weiterer Angriff auf diesen Widerstand erscheint somit absehbar. Die Tagesstochastik hat aus der überverkauften Zone nach oben gedreht und liefert ein neues Kaufsignal.

Zusammengefasst überwiegen auf dem Tageschart die Chancen für eine in Bälde startende neuerliche Erholung. Diese könnte im ersten Schritt bis ca. 1.815 USD laufen. Im zweiten Schritt müssten die Bullen dann die Abwärtstrendlinie aus dem Weg räumen, womit weiteres Anstiegspotenzial für Anstiege bis 1.830 USD und 1.870 USD freigesetzt werden würde.

Im allerbesten Fall gelingt dem Goldpreis in den kommenden zwei bis vier Monaten ein Anstieg bis zur psychologischen Marke von ca. 1.900 USD. Auf der Unterseite muss die Unterstützung zwischen 1.760 USD und 1.780 USD unbedingt gehalten werden. Andernfalls drohen weitere Rücksetzer bis auf 1.720 USD und 1.680 USD.

Terminmarktstruktur Gold

Commitments of Traders Report für den Gold-Future vom 12. Dezember 2021. Quelle: Sentimenttrader

Die kumulierte Netto-Shortposition der kommerziellen Marktteilnehmer am Goldterminmarkt lag zum 7.Dezember bei 245.623 leerverkauften Kontrakten. Damit hat sich die Ausgangslage zwar aufgrund des deutlichen Preisrückgangs in den letzten Wochen durchaus verbessert, insgesamt bewegt sich die Konstellation aber weiterhin in einem neutral einzustufenden Fahrwasser.

Noch immer fehlt die klare antizyklische Engstelle am Terminmarkt, bei der die professionellen Händler ihre Netto-Leerverkaufsposition zumindest bis auf unter 100.000 Kontrakten abgebaut haben sollten. Bis dahin wäre es vom aktuellen Niveau immer noch ein weiter Weg, der wohl nur mit einem Preisrückgang in die Region um 1.625 USD vonstatten gehen könnte. Solange es dazu nicht kommt, wird es jede Aufwärtsbewegung vermutlich schwer haben.

Zusammengefasst liefert der CoT-Report ein neutrales Signal und steht damit einem nachhaltigen Aufwärtstrend entgegen. Vorübergehende Erholungen über einen Zeitraum von ca. ein bis drei Monaten sind auf Basis der aktuellen Terminmarktdaten aber derzeit möglich.

Sentiment Gold

Sentiment Optix für Gold. Stand 12. Dezember 2021. Quelle: Sentimenttrader

Das Sentiment am Goldmarkt befindet sich seit über einem Jahr in der neutralen und wenig aussagekräftigen Mittelzone. Weiterhin fehlt eine völlige Kapitulation bzw. zumindest ein hoher Pessimismus, um die Korrektur zu beenden. Diesen hohen Pessimismus sah man zuletzt im Frühling 2019, woraufhin der Goldpreis von 1.265 USD innerhalb von 15 Monaten um über 800 USD bis auf 2.075 USD ansteigen konnte.

Ein Bild, das Text, Zeitung enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

D.h. im großen Bild fehlt beim Sentiment-Analysebaustein weiterhin die totale Aufgabestimmung. Diese ist nun mal nur mit tief gefallenen Preisen zu erreichen.

Kurzfristig allerdings hat der Optix seine Jahrestiefststände fast erreicht. Gleichzeitig frägt die Mainstream-Presse aktuell passend „Warum schützt Gold gerade nicht vor Inflation“.

Kurzfristig betrachtet liegt damit nun ein antizyklisches Kaufsignal vor, welches eine Erholungsrally in den kommenden ein bis drei Monaten ermöglichen sollte.

Quelle Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.Dezember 2021

Saisonalität Gold

Saisonalität für den Goldpreis über die letzten 53 Jahre. Stand 12. Dezember 2021. Quelle: Sentimenttrader

Wie so oft in den letzten Jahren wurden die Edelmetall-Investoren auch im 4.Quartal 2021 aufgrund der schwachen Kursentwicklung bei den Gold- und Silberpreisen erheblich auf die Probe gestellt. Allerdings kam es in der Vergangenheit im Umfeld der letzten FED-Sitzung zwischen Mitte November und Mitte Dezember fast immer zu einem finalen Ausverkauf und im Anschluss dann auch zu einem wichtigen Tief- und Trendwendepunkt. In diesem Jahr deutet alles auf den 15. oder 16.Dezember hin. Im Anschluss an den FED-Zinsentscheid und die FED-Pressekonferenz wäre in der angelaufenen Handelswoche also der Beginn einer Erholung äußerst typisch.

Statistisch betrachtet zeigt sich der Goldpreis in den letzten zwei Wochen des Jahres meist stark, denn über die Feiertage ist das Handelsvolumen im Westen sehr gering, während in Asien und insbesondere in China bzw. Indien mehr oder weniger normal gehandelt wird. Auch sollte das „tax loss selling“ bei den Minenaktien mittlerweile so gut wie abgeschlossen sein.

Insgesamt dreht die saisonale Komponente in wenigen Tagen auf „sehr bullisch“ und unterstützt damit die Edelmetallpreise ab Mitte Dezember. Typischerweise ist insbesondere der Januar ein sehr positiver Monat für den Goldpreis, aber die günstige Phase hält bis Ende Februar an.

Makro-Update und Crack-Up-Boom

US-Inflation vom 30.November 2021 ©Holger Zschaepitz

Am vergangenen Freitag wurde für den Monat November ein Anstieg der US-Inflation auf 6,8% gemeldet. Dies ist der schnellste Preisanstieg seit 1982. Damals war Ronald Reagan US-Präsident und die US-Aktienmärkte starteten nach einer 16-jährigen Konsolidierungsphase einen neuen Bullenmarkt. Heute hingegen hängen die Finanzmärkte bereits seit über einem Jahrzehnt, wenn nicht sogar seit mehr als zwei Jahrzehnten am Tropf der Zentralbanken. Die Abhängigkeit ist enorm und eine Abkehr von der Geldschwemme ist undenkbar.

Trotzdem lässt sich die große Mehrheit der Marktteilnehmer noch immer von der Fed und den anderen Zentralbanken bluffen und glaubt blind die Märchen dieser Clowns. Während aber weltweit die Inflationszahlen aufgrund der gigantischen Geldmengenausweitungen und den Angebotsengpässen durch die Decke gehen, steigt gleichzeitig der US-Dollar immer weiter an. Hier schaukelt sich seit dem Frühsommer ein übler US-Dollar Short Squeeze immer weiter hoch.

Der dahinterstehende Mechanismus ist nicht ganz einfach zu durchschauen und gerade “Goldbugs” tun sich damit oft etwas schwer. Global betrachtet ist der US-Dollar trotz allem nach wie vor die wichtigste Reservewährung und damit auch das wichtigste internationale Tauschmittel sowie wichtigstes Wertaufbewahrungsmittel für fast alle großen Länder.

Völlig unabhängig davon verwenden viele dieser Länder im Inland trotzdem ihre eigene Währung. Auch der internationale Öl-Handel sowie zahlreiche andere Rohstoffe werden in US-Dollar fakturiert bzw. abgerechnet. Wenn Frankreich zum Beispiel Öl von Saudi-Arabien kauft, bezahlt es nicht in seiner eigenen Währung EUR, sondern in USD. Durch diesen Mechanismus besteht seit Jahrzehnten praktisch pausenlos eine solide Nachfrage nach US-Dollar.

Das große Risiko dieses „US-Dollar-Systems“ besteht jedoch darin, dass viele ausländische Regierungen und Unternehmen Kredite in US-Dollar aufnehmen, obwohl der größte Teil ihrer Einnahmen in der jeweiligen Landeswährung entsteht. Die Kreditgeber dieser US-Dollars sind dabei oft nicht einmal US-Institutionen. Auch ausländische Kreditgeber vergeben oft Kredite an ausländische Kreditnehmer in Dollar.

Dadurch entsteht für den Kreditnehmer ein Währungsrisiko, eine Diskrepanz zwischen der Währung seiner Einnahmen und der Währung seiner Schulden. Kreditnehmer tun dies, weil sie für einen Kredit in Dollar niedrigere Zinssätze als in der eigenen Landeswährung zahlen müssen. Manchmal sind auf Dollar lautende Anleihen und Kredite auch die einzige Möglichkeit, um überhaupt an Liquidität zu kommen.

Somit trägt nicht der Kreditgeber das Währungsrisiko, sondern der Kreditnehmer. Auf diese Weise geht der Kreditnehmer im Grunde genommen eine Leerverkaufsposition gegenüber dem US-Dollar ein, ganz egal ob er will oder nicht. Wenn der Dollar nun stärker wird, ist das für ihn ein Nachteil, denn seine Schulden steigen im Verhältnis zu seinen Einkünften in der Landeswährung. Wenn der US-Dollar hingegen schwächer wird, wird der Kreditnehmer teilweise entschuldet, weil seine Schulden im Verhältnis zu seinen Einnahmen in der Landeswährung sinken.

Ein Bild, das Text, drinnen, schwarz, silbern enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Türkische Lira seit Dezember 2020. Stand 13.Dezember 2021.©Holger Zschaepitz

Blickt man beispielsweise auf den dramatischen Währungsverfall der türkischen Lira, kann man sich die eskalierende Flucht aus den Währungen der Schwellenländer hinein in den US-Dollar gut vorstellen. Seit Jahresanfang haben die Türken fast 50% ihrer Kaufkraft gegen den US-Dollar verloren.

Auch andere Emerging Markets-Währungen wie der argentinische Peso, der thailändische Baht oder auch der ungarische Forint sind in diesem Jahr deutlich unter Druck geraten. Die Evergrande-Pleite und der Zusammenbruch der Immobilienblase in China dürften ebenso zu dem schwelenden Flächenbrand beigetragen haben. Insgesamt kann der “US-Dollar Short Squeeze” trotz einer technisch stark überkauften Lage durchaus noch weitergehen.

Früher oder später wird die amerikanische Fed dann allerdings reagieren und erneut zurückrudern müssen. Sonst droht aufgrund der US-Dollar Stärke plötzlich eine deflationäre Implosion an den Aktienmärkten und im gesamten Finanzsystem. Derartige Schockwellen würde das globale Kartenhaus aber nicht mehr überleben.

Höchstwahrscheinlich wird die Fed daher schon in Kürze das sogenannte „Tapering“ und die „Zinserhöhungen“ bis auf weiteres nach hinten verschieben. Zur Erklärung wird man sich sicherlich wieder irgendein Geschwätz mit kompliziert klingenden Wörtern einfallen lassen. Insgesamt ist ein Ende der weltweit lockeren Geldpolitik also völlig undenkbar.

Ebenso wird es bis auf weiteres auch bei den Versorgungsengpässen bleiben. Damit wird die Teuerung sowohl monetär als auch durch Mangel und obendrein durch die psychologische Inflationsspirale immer weiter befeuert werden. Zwischenzeitliche Volatilität und damit einhergehende krasse Rücksetzer muss der Anleger und Investor in diesen verrückten Zeiten in allen Sektoren geduldig durchstehen.

Fazit: Gold – Erholung steht an

Mit Gold und Silber kann man sich jedenfalls gegen jedwedes Szenario gut schützen. Das muss mittel- und längerfristig allerdings nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Edelmetallpreise immer eins zu eins der Inflation folgen und in den kommenden Jahren durch die Decke gehen werden.

Höchstwahrscheinlich werden sich die exponentiellen Geldmengen-Ausweitungen immer weiter fortsetzen und sich zunehmend beschleunigen. Dann sind deutliche höhere Gold- und Silberpreise zu erwarten. Falls das System hingegen implodieren sollte, werden Gold und Silber ihre Geldfunktion voll ausspielen können und man wird froh sein, sie zu besitzen, wenn fast alles andere auf null abgeschrieben werden muss.

Im größeren Bild müssen sich die Gold- und Silberfans jedoch zunächst weiter gedulden, denn das eindeutige Ende der monatelangen Korrektur ist noch nicht besiegelt. Vielmehr liefert der wichtigste Zyklus am Goldmarkt ca. alle 8 Jahre ein entscheidendes Tief. Zuletzt war dies im Dezember 2015 bei 1.045 USD der Fall. Das heißt, die Korrektur am Goldmarkt könnte sich in den nächsten ein bis zwei Jahren noch ausweiten, bevor es zur Trendwende und schließlich zur Fortsetzung des übergeordneten Bullenmarktes kommt.

Kurzfristig stehen die Chancen aber für eine Erholung in den kommenden Wochen bis in das neue Jahr und evtl. sogar bis zum Frühling recht gut. Allerding sollte sich erst im Anschluss an den Fed-Zinsentscheid am Mittwoch schrittweise klarer zeigen, wie es weitergeht. Eine Rally in Richtung 1.815 USD und 1.830 USD hat eine klar erhöhte Wahrscheinlichkeit. Darüber hinaus wären im Januar und Februar eventuell auch 1.870 USD und im besten Fall sogar 1.910 USD zu erreichen. Dazu müssten die Bullen aber ganze Arbeit leisten.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

Kostenloser Newsletter

Quelle: www.celticgold.eu

Ölpreis (Brent Oil) – Support erfolgreich getestet!

Mit in der Spitze 65,79 USD ist es den Bären vom Ölpreis (Brent Oil) gelungen, die Kurse in Richtung der mittelfristigen Support-Area von etwa 65,00 bis 66,00 USD zu drücken. In diesem Rahmen wurde auch der wichtige 200-Tage-Durchschnitt per Tagesschlusskurs unterschritten. Allerdings scheint dies kein nachhaltiger Umstand zu sein, denn es geht während der jüngsten Handelstage bereits wieder zur Oberseite. In diesem Rahmen wird auch der GD200 zurückerobert.

Ölpreis (Brent Oil) – 65er-Marke ist weiterhin entscheidend

Derzeit liegt eine besondere Wichtigkeit darauf, die Kurse stabil oberhalb der Marke von etwa 65,00 USD zu halten. Aufgrund der immer wieder stattfindenden Angriffe, baut sich jetzt Druck auf diesen Bereich auf. Falls es den Bären gelingen sollte, die Kurse zu drehen und unterhalb der 65er-Marke zu drücken, so würde die charttechnische Lage für den Ölpreis (Brent Oil) aus langfristiger Sicht heraus vorerst einmal eintrüben.

Im besten Fall schaffen es die Bullen nun also, die Kurse stabil zu halten bzw. in Richtung Norden zu treiben. Als Widerstandsmarke kommt der Bereich von etwa 78,00 USD sehr stark in den Fokus. Dieser muss aufgelöst werden, um zum Top bei 86,68 USD zu gelangen.

Fazit – es kam zwar zu Rückgängen beim Ölpreis (Brent Oil), doch übergeordnet ist der Aufwärtstrend weiterhin aktiv. Schlüsselmarke auf der Unterseite stellt die Zone um etwa 65,00 USD dar.

Der Heikin-Ashi-Chart vom Ölpreis (Brent Oil) (D1)

Ölpreis (Brent Oil) Prognose
Ölpreis (Brent Oil) | Chart von fxempire

Was sagt die Trendanalyse (D1) für den Ölpreis (Brent Oil)?

Macd Oszillator: Bei dem wichtigen Indikator muss geprüft werden, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Außerdem auch, ob sich der Macd über null befindet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten sind nur 2 steigend. Insofern muss das leider als sehr bärisch zu bezeichnet werden.

Gleitende Durchschnitte: Jetzt wird geschaut, ob bei dem Ölpreis (Brent Oil) die GDs steigend sind. Denn steigende GDs kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nur die Hälfte steigend. Das überzeugt nicht besonders. Hier muss definitiv mehr kommen!

Parabolic SAR Indikator: Es wird als Letztes noch analysiert, ob sich der Schlusskurs oberhalb vom Indikator befindet. Falls ja, so ist ein valider Aufwärtstrend gegeben. Von insgesamt 10 Parabolic SAR Auswertungen sind nur 4 positiv. Bullisch ist definitiv etwas anderes.

Die Auswertung der Trendanalyse

07.12.2021: Wie fällt der Blick auf die Gesamtauswertung aus? Von 30 gemessenen Kriterien sind 11 als positiv zu bezeichnen. Das sind nur 36.67 %. Demzufolge wird der Status hier auf „Bärisch“ gesetzt. Von daher ist es clever, mit dem Einstieg in den Ölpreis (Brent Oil) zu warten, bis die Analyse ein positives Ergebnis bringt.

 

Disclaimer:
Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen gegeben werden. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Corona-Panik am Ölmarkt sorgt weiter für Katerstimmung

Alles nur Korrektur oder?

Die Gründe für den starken Abverkauf am Ölmarkt sind derzeit leicht zu finden. Als erstes haben die Spekulationen um die Anzapfung staatlicher Ölreserven zur Entlastung der Wirtschaft wegen der stark gestiegenen Ölpreise für sinkende Kurse gesorgt. Zuletzt kam dann auch noch die Angst vor einer massiven Störung der Wirtschaft durch neuerliche Lockdowns wegen der aktuellen Virusvariante hinzu. Alles in allem eine Gemengelage, die im Brent für Kursrückgänge vom Jahreshoch bei 86,68 USD auf 68,15 USD gesorgt hat. Aktiven Ölhändlerinnen und Ölhändlern stellt sich nun allerdings die Frage: Was fängt man mit dieser Situation an?

Tickmill-Analyse: BRENT im Tageschart

Im übergeordneten Bild der Woche ist weiterhin ein Aufwärtstrend erkennbar. Auf Tagesbasis hat jedoch ein Abwärtstrend die Richtungsführung übernommen. Einfach ausgedrückt heißt das: Kurzfristig abwärts, mittelfristig aufwärts. Potentiale gibt es also in beide Richtungen. Auf der Shortseite bietet sich bei weiter fallenden Notierungen das Trendtief der Woche bei 65,31 USD als Unterstützung an. Finden sich hier keine Käufer, stellt das Verlaufstief bei 60,50 USD die nächste Orientierungsmarke.

Volatile Erholungsphasen sollten nicht ausgeschlossen werden

Tickmill-Analyse: BRENT im 4-Stundenchart

Grundsätzlich ist nach starken Abgaben immer auch mit momentumgetriebenen Erholungsphasen zu rechnen. Sollte es im Brent tatsächlich zu einem nachhaltigen Kursanstieg kommen, stehen mit Blick in den 4-Stundenchart zunächst das untergeordnete Verlaufshoch bei 75,07 USD sowie das Zwischenhoch bei 76,70 USD im Fokus. Hier wird sich dann entscheiden, ob es zu einer ernstgemeinten Erholung kommt oder nicht. Eine Überschreitung des zuletzt genannten Levels ebnet kurzfristig den Weg in Richtung 82,80 USD.

Videobesprechung

Über die entscheidenden Kurslevel im EURUSD und GOLD, spricht der Marktexperte Mike Seidl in der heutigen Ausgabe von „Tickmill’s täglichen Tradingideen“.

 

Tickmill’s LIVE-Besprechung: Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Behalten Sie börsentäglich die wichtigsten Fakten rund um starke Trends im Blick und verpassen Sie keine Gelegenheit. Melden Sie sich jetzt für die LIVE-Besprechung der täglichen Trading-Ideen um 8:30 Uhr bei Tickmill unter https://www.tickmill.eu/de/education/webinars/93017117289/1610091000000 an.

Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl

Haftungsausschluss: Das bereitgestellte Material dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Die im Text geäußerten Ansichten, Informationen oder Meinungen gehören ausschließlich dem Autor und nicht dem Arbeitgeber des Autors, der Organisation, dem Ausschuss oder einer anderen Gruppe oder Einzelperson oder Gesellschaft.

Hochrisikowarnung: CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko, durch Leverage schnell Geld zu verlieren. 73% (Tickmill UK Ltd) und 65% (Tickmill Europe Ltd) der Privatanleger verlieren Geld, wenn sie CFDs handeln. Sie sollten sich überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs oder andere unserer Produkte funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

 

Silber – Angesichts der Dollarstärke halten sich die Edelmetalle gut

ifo-Geschäftsklimaindex im Vergleich zum Euro-Kursverlauf, Stand 24.11.2021 © Holger Zschaepitz

Fundamental betrachtet sorgt vor allem der starke US-Dollar für den Gegenwind an den Edelmetall- und Rohstoffmärkten. Dabei scheinen auf den ersten Blick zum einen der schwache Euro und die Tatsache, dass sich der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland immer weiter eintrübt, für die Dollarstärke verantwortlich. So fällt das Geschäftsklima bereits den 5.Monat in Folge, während die EZB ihre Bilanzsumme auch in der vergangenen Woche wieder um weitere 27,9 Mrd. Euro ausgeweitet hat.

Noch viel stärker aber drückt der globale „US-Dollar Short Squeeze“ den Dollar gegen so ziemlich alle anderen Währungen gnadenlos weiter nach oben. Schließlich ist der Dollar noch immer die wichtigste globale Reservewährung, also das internationale Tauschmittel und ein wichtiges Wertaufbewahrungsmittel für fast alle großen Länder, auch wenn die meisten von ihnen ihre eigenen Währungen im Inland verwenden.

Weiterhin werden fast das gesamte Öl und auch viele andere Rohstoffe weltweit in Dollar abgerechnet. Wenn Frankreich zum Beispiel Öl von Saudi-Arabien kauft, zahlt es nicht in seiner eigenen Währung Euro, sondern in Dollar. Allein dadurch existiert praktisch nonstop eine solide Nachfrage nach US-Dollar.

Das große Risiko dieses Systems besteht allerdings darin, dass viele ausländische Regierungen und Unternehmen Kredite in US-Dollar aufnehmen, obwohl der größte Teil ihrer Einnahmen auf ihre Landeswährung entfällt. Der Kreditgeber dieser Dollars ist dabei oft nicht einmal eine US-Institution. Auch ausländische Kreditgeber vergeben oft Kredite an ausländische Kreditnehmer in Dollar. Dadurch entsteht für den Kreditnehmer ein Währungsrisiko, eine Diskrepanz zwischen der Währung seiner Einnahmen und der Währung seiner Schulden.

Kreditnehmer tun dies, weil man niedrigere Zinssätze erhalten kann, wenn man einen Kredit in Dollar statt in seiner Landeswährung aufnimmt. Manchmal sind auf Dollar lautende Anleihen und Kredite auch die einzige Möglichkeit, um an Liquidität zu kommen. Somit trägt nicht der Kreditgeber das Währungsrisiko, sondern der Kreditnehmer. Auf diese Weise geht der Kreditnehmer im Grunde genommen eine Leerverkaufsposition gegenüber dem US-Dollar ein, ganz egal ob er will oder nicht.

Wenn der Dollar nun stärker wird, ist das für ihn ein Nachteil, denn seine Schulden steigen im Verhältnis zu seinen Einkünften in der Landeswährung. Wenn der US-Dollar hingegen schwächer wird, wird der Kreditnehmer teilweise entschuldet, weil seine Schulden im Verhältnis zu seinen Einnahmen in der Landeswährung sinken.

Kursverlauf der türkischen Lira seit 2016, Stand 23.11.2021, © Holger Zschaepitz

Blickt man beispielsweise auf den dramatischen Währungsverfall der türkischen Lira, kann man sich die eskalierende Flucht aus den Währungen der Schwellenländer hinein in den US-Dollar gut vorstellen. Dieser Trend beschleunigt sich aktuell und könnte sich zu einem Flächenbrand ausbreiten, denn die weltweite US-Dollar Überschuldung ist seit dem letzten großen „US-Dollar Short Squeeze“ im Jahr 2008 weiter angestiegen. Auch der Zusammenbruch des chinesischen Immobilienmarktes dürfte seit Wochen und Monaten mit dazu beitragen.

Ein Bild, das Text enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Kursentwicklung Schwellenländer-Währungen im Jahr 2021, Stand 23.11.2021, © Holger Zschaepitz

Trotz einer stark überkauften Lage kann der Short Squeeze beim US-Dollar durchaus noch weitergehen. Früher oder später wird die amerikanische Fed aber reagieren müssen. Dann heißt es zurückrudern mit dem „Tapering“ und „Zinserhöhungsgeschwätz“. Der erneut zum FED-Chef nominierte Jerome Powell musste diesen Schritt im Jahr 2018 schon einmal kurz nach Weihnachten gehen.

Erst wenn die Märkte den Bluff der Fed erkennen und sich wirklich klarmachen, dass es kein Zurück aus den exponentiellen Geldmengen-Ausweitungen mehr geben kann, werden die Edelmetalle wieder in bullisches Fahrwasser gelangen. Das Ganze kann schnell und innerhalb weniger Wochen vonstatten gehen, wahrscheinlicher aber ist es, dass es den Zentralbanker mal wieder gelingt mehr Zeit zu erkaufen als sich das die meisten Gold- und Silberfans vorstellen können.

Dass sich Gold (-5,7%) und Silber (-10,3%) trotz der Dollarstärke (+8,05%) auf Jahressicht bislang insgesamt doch recht gut gehalten haben, ist sowieso schon beachtlich. Auf Euro-Basis liegt der Goldpreis (+3,67%) sogar leicht im Plus, während das Minus beim Silberpreis (-2,84%) marginal ist.

Insgesamt müssen sich Edelmetall-Investoren einfach noch weiter gedulden, denn im großen Bild arbeitet der Silberpreis potenziell an einer riesigen Cup & Handle Formation. Deren erfolgreiche Auflösung wäre allerdings erst mit Kursen oberhalb von ca. 50 USD bestätigt. Da Silber für seine „Tasse“ von 1980 bis 2011 fast 31 gebraucht hat, stehen die derzeitigen 10 Jahre für den Henkel (von 2011 bis 2021) in einem vernünftigen symmetrischen Verhältnis. Ein bis zwei Jahre könnten aber trotzdem durchaus noch vergehen, bis Silber den Ausbruch im ganz großen Bild schafft.

Tageschart Silber in US-Dollar – Leicht überverkauft

Auf dem Tageschart hat sich der Silberpreis in den letzten vier Wochen mustergültig an unseren Fahrplan vom 28.Oktober gehalten. Der erwartete Vorstoß bis zur 200-Tagelinie (25,24 US-Dollar) ist gelungen und es folgte der ebenfalls vermutete Rückfall. Nun kommt es darauf an, ob und wie schnell sich die Silbernotierungen um 23,25 bis 23,50 US-Dollar wieder fangen können. Gelingt dies in den nächsten Tagen bzw. ein bis zwei Wochen, wäre ein weiterer Angriff auf die 200-Tagelinie absehbar.

Unterhalb von 22,90 US-Dollar ist aber bereits wieder Gefahr im Verzug. Dann wäre die Rally seit Ende September lediglich eine vorübergehende Gegenbewegung im seit Februar etablierten Abwärtstrend gewesen. Angesichts der überverkauften Tages-Stochastik sowie der eher günstigen saisonalen Komponente in den kommenden zwei Monaten, stehen die Chancen für die Bullen aber etwas besser.

Insgesamt ist der Tageschart schon wieder leicht überverkauft, während Silber übergeordnet weiter seitwärts läuft. Eine weitere Erholungswelle hat kurzfristig gute Chancen. Mittelfristig ist der Silbermarkt aber neutral einzustufen. Erst wenn der nachhaltige Ausbruch über die starke Widerstandszone um 30 US-Dollar gelingt, dürfte sich der Bullenmarkt endlich fortsetzen. Bis dahin sollten Edelmetall-Anleger vorsichtshalber noch einige verwirrende Schlenker einplanen.

Silber in Euro: Neues Kauflimit bei 20,50 Euro

Mit Kursen um 19,90 Euro wurde unser Kauflimit von 20,00 Euro zuletzt am 4.November aktiviert. Mittlerweile steht der Silberpreis gut einen Euro höher. Wir ziehen das Kauflimit leicht auf 20,50 Euro nach.

Autor: Florian Grummes

Technischer Analyst

www.goldnewsletter.de

www.cashkurs-gold.de

Quelle: GOLD.DE