Job als Investmentbanker

Viel Getümmel auf dem physischen Handelsplatz, 5 klingelnde Telefone, aggressive Rhetorik und Chaos sind nur einige wenige Elemente, die sich bei uns vor dem geistigen Auge auftun, wenn wir an diesen Beruf denken.

Hinzu kommen dann die finanziellen Vorzüge, wie Yachten, Sportwagen und Privatjets und ein, sagen wir mal, aktives Nachtleben. Nach der Wirtschaftskrise 2008 scheint sich aber der Trubel um diesen Beruf gelegt zu haben. Das Image vom Aktien-Hai verschwimmt immer weiter.

Jedoch kamen wieder zwei Fälle vor Gericht, die uns Einblicke in diesen Beruf geben. Was wir da sehen, zeigt uns, dass es nicht weniger unschuldig zugeht als in den frühen 2000er Jahren.

2019 wurde der Chef der Derivaten-Sparte der Bank, BNP Paribas, entlassen, weil er eine Mitarbeiterin vor versammelter Mannschaft wegen eines $800 000-Fehlers niedergemacht hat. In der Aufregung hat er sie als „nutzlos“ und „inkompetent“ bezeichnet. Aus einem internen Bericht kam zudem hervor, dass dies nicht der einzige Fall eines Ausrasters in dieser Form war.

Nun steht der ehemalige BNP-Chef vor Gericht und klagt gegen seinen alten Arbeitgeber wegen unfairer Entlassung. Dabei fordert er Entschädigung in Höhe von $4 Millionen. Seine Reaktion auf Fehler seitens der Mitarbeiter waren, laut ihm, „temperamentvoll“, aber nicht beleidigend. Dagegen beschrieben Mitarbeiter sein Verhalten als „emotionalen Terrorismus“.

Ein ähnliches Szenario spielte sich wohl auch bei der UBS Bank ab, wo Trader das Umwelt auf dem physischen Handelsplatz als äußerst toxisch bezeichnen und das Herumschreien von Beleidigungen durch die Räume wohl nicht gerade selten vorkommt.

Gegen die UBS wird vor einem Londoner Gericht vorgegangen. Die Anwälte der Bank sagen aber, dass die Natur des Geschäfts einen gewissen Druck unumgänglich macht.

Druck wurde auch anderweitig auf Mitarbeiter der JPMorgan Chase Bank gemacht. Der CEO persönlich sagte im Januar noch, dass man nicht ungeimpft in sein Büro zurückkehren darf. Die Option des Home-Office wurde immer weiter in den Hintergrund gestellt und vom CEO mit der Aussage begründet, dass man die Angestellten nicht dafür bezahlt, nicht im Büro zu arbeiten.

Auch die Citibank übte ähnlichen Druck aus und drohte mit Kündigungen. Gerade die Investmentbanking-Sparte ist als Flaggschiff-Sparte dieser Banken im Fokus, um die Performance aufrechtzuerhalten.

Somit kann man sagen, dass es in den Großbanken noch immer sehr offensiv zugeht, auch wenn das heute nicht mehr so in den Vordergrund rückt.

 

Studie – Investitionen am deutschen Immobilienmarkt auf Rekordniveau

Der Umsatz habe in den ersten drei Quartalen ein Rekordvolumen von knapp 61 Milliarden Euro erreicht, teilte die Immobilienberatungsgesellschaft CBRE am Mittwoch mit. Das sei ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Transaktionsvolumen stieg demnach mit plus 38 Prozent vor allem im Markt für Wohnimmobilien, der mit fast 21 Milliarden Euro auch den größten Teil der Geschäfte vor den Büroimmobilien (18,6 Milliarden) ausmachte. Nicht nur die Nachfrage der Investoren, sondern auch der Nutzer von Immobilien entwickele sich positiv, erklärte der Leiter Immobilienmarktforschung bei CBRE Deutschland, Jan Linsin.

“Die Bürovermietungsmärkte haben die Talsohle durchschritten und es stellt sich wieder eine gewisse Normalität ein, wenngleich das Thema flexibles und hybrides Arbeiten weiter an Bedeutung gewinnt und entsprechend neue Bürokonzepte und -arbeitswelten erfordert”, so Linsin. Die Transaktionen am Investmentmarkt für Büroimmobilien erhöhten sich laut CBRE um drei Prozent. Beim Einzelhandel gingen die Investitionen dagegen in den ersten neun Monaten 2021 noch einmal um 23 Prozent im Vergleich zu dem stark von Corona geprägten Vorjahreszeitraum zurück. Dennoch zeigte sich Linsin insgesamt zuversichtlich: “Der Corona-Knoten platzt und die Menschen wollen zurück ins Büro und in die Einkaufsstraßen, so dass die Städte und deren Immobilien an Bedeutung gewinnen”, sagte der Experte.

VERUNSICHERUNG DURCH PANDEMIE GRÖSSTENTEILS ÜBERWUNDEN

Ähnlich äußerte sich auch der Deutschland-Chef des Immobilienberaters Colliers, Matthias Leube. “Die Verunsicherung der Märkte durch die Pandemie ist größtenteils überwunden”, erklärte Leube. “Die von der Pandemie besonders gebeutelten Assetklassen Einzelhandel und Hotel strahlen zunehmend Optimismus aus.” Bei den Handelsimmobilien waren laut Colliers vor allem Lebensmittelmärkte gefragt, während der Umsatz bei innerstädtischen Geschäfthäusern und Einkaufszentren weiter sehr schwächelt. Investitionen am Markt für Handelsimmobilien haben insgesamt dem Industrie- und Logistikbereich knapp den Rang zwei nach den Büroimmobilien abgelaufen. “Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Krisengewinnern” werde auch weiter zu beobachten sein”, erklärte Christian Kadel, Head of Capital Markets bei Colliers.

Auch für den Endspurt 2021 zeigt sich die Branche optimistisch: “Der deutsche Investmentmarkt steuert auf ein starkes Jahresende zu”, erklärte der Chef von BNP Real Estate Deutschland, Marcus Zorn. Die dynamische Entwicklung der Sommermonate dürfte sogar noch einmal zusätzlich Fahrt aufnehmen. “Solange die Notenbanken kurz- bis mittelfristig keine umfangreichen Zinserhöhungen umsetzen, wird das Anlegerinteresse ungebrochen hoch sein.”

In die Statistiken zu den Investmentmärkten sind auch Großabschlüsse eingeflossen, an denen die Beratungsunternehmen zum Teil selbst beteiligt waren. So begleitete BNP Paribas Real Estate nach eigenen Angaben das Ende Juli bekanntgewordene Milliarden-Geschäft im Frankfurter Bankenviertel. Dabei kauften die Immobilien-Tochter der Allianz und die Bayerische Versorgungskammer (BVK) gemeinsam für 1,4 Milliarden Euro einen der vier im Bau befindlichen Türme des Hochhaus-Komplexes “Four”. CBRE wiederum begleitet den Verkauf von Tausenden Wohnimmobilien in Berlin und Hamburg von dem schwedische Unternehmen Akelius an den ebenfalls schwedischen Rivalen Heimstaden.

 

Börsengang von Bertelsmann-Tochter bringt maximal 805 Mio Euro

Die Aktien würden voraussichtlich zu 33 bis 35 Euro zugeteilt und damit in der unteren Hälfte der Preisspanne, die von 32 bis 39 Euro reichte, teilte eine der begleitenden Banken am Mittwoch den Investoren mit. In der verengten Spanne sei die Emission einen Tag vor dem Ende der Zeichnungsfrist überzeichnet. Bertelsmann und Saham wollen zusammen 20 Millionen Majorel-Aktien – zu gleichen Teilen abgeben, dazu kommt eine Platzierungsreserve (Greenshoe) von 15 Prozent. Damit winkt den beiden ein Erlös von 759 bis 805 Millionen Euro.

Majorel wird damit mit 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro bewertet. Dem Unternehmen selbst fließt kein frisches Geld zu. Die Aktien sollen am Freitag erstmals an der Amsterdamer Euronext gehandelt werden. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken JPMorgan, BNP Paribas und Citigroup.

Der Dienstleister war 2019 aus dem Zusammenschluss der Callcenter-Aktivitäten der Bertelsmann-Tochter Arvato und des Callcenter-Betreibers Saham hervorgegangen. Majorel beschäftigt inzwischen rund 63.000 Mitarbeiter in 31 Ländern, darunter etwa 8000 in Deutschland. Majorel hat mehr als 400 Kunden, darunter mehrere globale Tech-Unternehmen. Die Firma managt für ihre Auftraggeber Kundenbeziehungen – im Fachjargon Costumer Experience (CX) genannt. Im ersten Halbjahr steigerte Majorel den Umsatz auf 842 Millionen Euro.

 

Bertelsmann-Tochter Majorel bei Börsengang bis zu 3,9 Mrd wert

Majorel nannte am Donnerstag am Firmensitz in Luxemburg eine indikative Preisspanne von 32 bis 39 Euro pro Aktie. Damit werde das 2019 gegründete Unternehmen mit 3,2 bis 3,9 Milliarden Euro bewertet, teilte eine der begleitenden Banken mit. Die beiden Eigentümer Bertelsmann und Saham, die bisher je 50 Prozent der Anteile halten, wollen insgesamt 20 Millionen Aktien verkaufen, bei entsprechender Nachfrage bis zu 23 Millionen. Die Emission könnte damit bis zu 897 Millionen Euro einbringen, jeweils die Hälfte davon geht an Bertelsmann und Saham. An Majorel fließt kein frisches Geld.

Die Papiere können bis zum 23. September gezeichnet werden, allerdings nur von institutionellen Investoren. Einen Tag später will Majorel an der Amsterdamer Börse Euronext sein Börsendebüt feiern. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken JPMorgan, BNP Paribas und Citigroup.

Vorstandschef Thomas Mackenbrock sagte, der Börsengang sei der “nächste logische Schritt in der Entwicklung von Majorel”. Die Resonanz von Investoren auf die Börsenpläne habe ihn sehr ermutigt. Bertelsmann und Saham wollten Großaktionäre bleiben. 20 bis 23 Prozent der Anteile soll nach Angaben der Bank künftig im Streubesitz sein. Bertelsmann will Majoral trotzdem weiterhin in der Bilanz konsolidieren, obwohl der Medienkonzern dann nur noch in einer Minderheitsposition beteiligt ist.

Der Dienstleister war 2019 aus dem Zusammenschluss der Callcenter-Aktivitäten der Bertelsmann-Tochter Arvato und des marokkanischen Callcenter-Betreibers Saham hervorgegangen. Majorel beschäftigt inzwischen rund 63.000 Mitarbeiter in 31 Ländern, darunter etwa 8000 in Deutschland. Majorel hat mehr als 400 Kunden, darunter mehrere globale Tech-Unternehmen. Die Firma managt für ihre Auftraggeber Kundenbeziehungen – im Fachjargon Costumer Experience (CX) genannt. Im ersten Halbjahr steigerte Majorel den Umsatz auf 842 Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebitda) lag bei 154 Millionen Euro.

 

Berliner Sprachlern-Anbieter Babbel peilt Börsengang an

Das Vorhaben sei noch in diesem Jahr geplant, teilte Babbel am Dienstag mit. “Wir stemmen den ersten Börsengang eines auf Bildung fokussierten Technologieunternehmens in Deutschland”, sagte Firmenchef Arne Schepker der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, dabei mindestens 180 Millionen Euro einzusammeln. Insidern zufolge könnte die 2007 gegründete Firma bei der Neuemission auf einen Wert zwischen einer und zwei Milliarde Euro kommen.

Babbel beendet mit der Ankündigung die Sommerpause an der Frankfurter Börse, vor der bereits mehr als 15 Unternehmen in diesem Jahr den Sprung auf das Parkett geschafft und damit zusammen mehr als neun Milliarden Euro eingesammelt hatten. Dazu gehörte unter anderen der Online-Brillenversand Mister Spex aus der Hauptstadt.

Spätestens seit der Corona-Krise, die viele Schüler und Studenten an den heimischen Schreibtisch zwang, sind Lern-Startups gefragt. Babbel setzte im vergangenen Jahr rund 147 Millionen Euro um und kam von Januar bis Juni auf ein Plus von 18 Prozent auf 83 Millionen Euro. Der große Babbel-Konkurrent aus den USA, Duolingo, der rund 40 Millionen aktive Nutzer monatlich zählt, feierte im Juli ein fulminantes Börsendebüt an der Wall Street und wurde mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Die Lernplattform GoStudent sammelte 205 Millionen Euro bei Investoren wie der japanischen Softbank und der chinesischen Tencent ein und wird seither mit mehr als 1,4 Milliarden Euro bewertet.

Unter der Marke “Babbel” – abgeleitet vom hessischen Dialektwort für sprechen – bietet das Unternehmen in seiner App auf Abo-Basis Sprachkurse, Vokabel- und Rechtschreib-Tests in 15 Sprachen an. Zudem investierte Babbel bereits in eine Sprachreiseplattform und neue Lernmethoden wie Podcasts und Live-Tutoring-Klassen durch Muttersprachler. Mit den Einnahmen aus dem von BNP Paribas und Morgan Stanley begleiteten Börsengang will das Unternehmen sein Angebot unter anderem weiter ausbauen. “Wir sehen auch großes Potenzial im Firmenkundengeschäft. Zudem wollen wir weiter in den USA expandieren. Dort sind wir eins der wenigen Startups aus Deutschland, das dort erfolgreich ist”, sagte Schepker.

 

Bertelsmann – Börsengang ist Option für Service-Tochter Majorel

“Ein IPO ist immer eine Option, auch für den weiteren Ausbau der Geschäfte und für die Konsolidierung”, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bei der Vorlage der Halbjahres-Zahlen am Mittwoch zu Journalisten. Es gebe aber noch keine Entscheidung dazu. Majorel habe sich in der Vergangenheit sehr erfolgreich entwickelt, vor allem im Geschäft mit Internet- und IT-Firmen, Banken und Versicherungen.

Jüngst hatte das “Handelsblatt” berichtet, ein genaues Datum stehe noch nicht fest, aber schon im September oder Oktober könnte es so weit sein. Demnach ist ein Konsortium aus den US-Banken JP Morgan, Citigroup sowie der französischen BNP Paribas mandatiert, angestrebt werde eine Notiz an der Amsterdamer Börse Euronext. Die Bewertung Majorels könnte Branchenexperten zufolge bei rund drei Milliarden Euro liegen.

Die Gütersloher halten 50 Prozent an Majorel. Der Dienstleister ging 2019 aus dem Zusammenschluss der Callcenter-Aktivitäten der Bertelsmann-Tochter Arvato und des marokkanischen Callcenter-Betreibers Saham hervor. Das Unternehmen beschäftigt rund 60.000 Mitarbeiter in 31 Ländern in Europa, Afrika, Amerika und Asien, darunter etwa 8000 in Deutschland. In Ostdeutschland schließt Majorel allerdings bis Jahresende wegen Verlusten drei Callcenter und hat einen Standort an den Konkurrenten Regiocom verkauft. Im vergangenen Jahr kletterte der Majorel-Umsatz auf 1,38 Milliarden Euro, nach 1,2 Milliarden Euro 2019.

Bertelsmann hat nach Rabes Worten finanziellen Spielraum für Zukäufe von zwei bis drei Milliarden Euro. Hier seien Investitionen im Bildungsbereich möglich und beim TV-Produktionsunternehmen Fremantle.