Nachfrageboom – Covestro baut Investitionen und Kapazitäten aus

“Wir gehen davon aus, das dritte Quartal um das obere Ende der Prognose herum abzuschließen”, sagte Vorstandschef Markus Steilemann am Dienstag auf einer Konferenz mit Investoren. Der Dax-Konzern hat für diesen Zeitraum ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 760 bis 860 Millionen Euro in Aussicht gestellt. An der Jahresprognose, die bereits zweimal erhöht wurde und ein Ergebnis von 2,7 bis 3,1 (Vorjahr: 1,47) Milliarden Euro vorsieht, ändert sich aber vorerst nichts.

Die ehemalige Bayer-Tochter profitiert von Trends wie Elektromobilität und energieeffizientes Bauen und will ihre Investitionen deutlich nach oben schrauben, um die wachsende Nachfrage bedienen zu können. Im August hatte Finanzchef Thomas Toepfer gesagt, dass das Unternehmen komplett ausverkauft ist und das schon seit Ende letzten Jahres. Nun sollen die Produktionskapazitäten erheblich erweitert werden: Der Bau einer neuen World-Scale-Anlage für das Hartschaum-Vorprodukt MDI, den Covestro Anfang 2020 auf Eis gelegt hatte, kommt jetzt wieder auf die Agenda.

Die MDI-Anlage soll entweder wie ursprünglich angedacht am amerikanischen Standort Bayton in Texas gebaut werden oder am Standort Caojing in China, da die Baukosten in den USA inzwischen deutlich gestiegen sind. Die Entscheidung darüber soll im kommenden Jahr fallen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2026 geplant und damit zwei Jahre später als anfänglich vorgesehen. Covestro hatte den Bau der Anlage im Oktober 2018 angekündigt und wollte dafür 1,5 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Das Unternehmen erwartet inzwischen, dass der weltweite Bedarf nach MDI und dem Weichschaum-Vorprodukt TDI bis 2025 um jährlich sechs (bisher rund fünf) Prozent wachsen wird. Um den Nachfragezuwachs auch für TDI bedienen zu können, will Covestro bis 2023 am Standort Dormagen seine Kapazitäten erweitern.

Insgesamt will das Leverkusener Unternehmen seine jährlichen Investitionen mittelfristig auf über eine Milliarde Euro erhöhen von rund 800 Millionen Euro in diesem Jahr. In den kommenden zehn Jahren sollen zudem rund eine Milliarde Euro gezielt in Projekte zur Kreislaufwirtschaft gesteckt werden. Soll will der Kunststoffhersteller sein Angebot an Produkten auf Basis alternativer, nachhaltiger Rohstoffe ausbauen. Das Mid-Cycle Ebitda – also ohne besondere konjunkturelle Effekte wie etwa in diesem Jahr – soll bis 2024 auf 2,8 Milliarden Euro steigen. In diesem Jahr rechnet Covestro auf dieser Basis mit 2,2 Milliarden Euro.

 

Bayer-Aktie: Weiterhin auf Abwegen!

Aufgrund der bärischen Situation könnte sogar ein Abrutschen der Bayer-Aktie bis zum 2020er-Tief von 39,91 EUR möglich werden. Bis zu diesem Tief wäre es ein Verlust von -12,5 %. Für diese Variante spricht die durchaus negative Trendanalyse. Zudem ist der Anteilschein bereits seit einigen Jahren auf dem Weg Richtung Süden und demnach könnte der vorherrschende Trend weitergeführt werden.

Bayer-Aktie – eine Trendwende ist möglich

Um eine Trendwende zu initiieren, muss es den Bullen von Bayer gelingen die Unterstützung von 46,00 EUR zurückzuerobern. Im weiteren Verlauf muss das letzte Hoch von etwa 48,00 EUR angelaufen und schlussendlich durchbrochen werden. Damit kann dann ein Anlaufen des wichtigen und vielbeachteten GD200 erfolgen.

Dieser notiert derzeit bei 51, 44 EUR und ist aus langfristiger Sicht maßgeblich entscheidend. Es liegt also noch einiges an Arbeit vor der Bayer-Aktie, bevor die Situation aufhellen würde. Es bleibt also weiterhin spannend.

Widerstand: SMA38 – 47,76 | SMA100 – 50,83 | SMA200 – 51,44
Unterstützung: letztes Tief – 44,66 EUR | glatte Marke – 44,00 EUR

Der Chart (D1) in EUR

Bayer-Aktie Prognose
16.09.2021: Bayer-Aktie – fxempire.de chart

Jetzt eine Trendanalyse (D1) für die Bayer-Aktie

Gleitende Durchschnitte: Hierbei wird analysiert, ob bei der Bayer die GDs steigend sind. Ein Aufwärtstrend wird durch steigende GDs gekennzeichnet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nicht ein einziger steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen. So geht es nicht weiter!

Macd Indikator: Bei dem beliebten Oszillator wird nun analysiert, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Auch wird geschaut, ob der Macd über null tendiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen ist nicht eine positiv. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen und muss sich ändern.

HighLow Indikator: Als Letztes wird geschaut, ob höhere Tiefs und neue Hochpunkte entstehen. Denn höhere Hochs und steigende Tiefpunkte kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 HighLows ist nur einer steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen, hier drohen weitere Verluste.

Die Auswertung der Trendanalyse

15.09.2021: Nun zur Gesamtauswertung. Alles zusammen sind es 30 Kriterien, davon ist nur ein einziger als positiv zu bezeichnen. Das sind lediglich 3,33 %. Deswegen wird der Status hier auf “sehr bärisch” gesetzt. Aus diesem Blickwinkel ist es klug, mit dem Einstieg in die Bayer-Aktie zu warten, bis die Analyse ein besseres Ergebnis bringt.

Detailansicht vom Heikin-Ashi-Chart (D1) in EUR

Bayer-Aktie Prognose
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CureVac gibt Produktionspartnerschaften für Covid-19-Impfstoff auf

Das Tübinger Biotechunternehmen gibt erste Produktionspartnerschaften zur Herstellung des Vakzins auf. Die Verträge mit Wacker Chemie und dem Schweizer Auftragshersteller Celonic seien gekündigt worden, teilte CureVac am Dienstag mit. Die Verträge mit Rentschler Biopharma und Novartis blieben dagegen bestehen. CureVac führte dies auf eine geringere Nachfrage nach seinem Impfstoff zurück, der in der entscheidenden klinischen Studie nur eine Wirksamkeit von insgesamt 48 Prozent zeigte. Ob der Impfstoff je zugelassen wird, ist völlig offen. Die Daten werden gegenwärtig von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft.

Zu den Produktionspartnern von CureVac gehören neben Rentschler und Novartis nach wie vor auch noch Bayer, GlaxoSmithKline und Fareva. Daran habe sich nichts geändert, sagte eine Sprecherin. CureVac arbeitet gegenwärtig an einem verbesserten Vakzin der zweiten Generation, das im vierten Quartal in die klinische Entwicklung gebracht werden soll. Dieses entwickelt CureVac anders als das ursprüngliche nicht alleine, sondern zusammen mit GlaxoSmithKline. Durch die Verkleinerung des Partnernetzwerks erwartet das Unternehmen keine Einschränkung der Materialverfügbarkeit für seinen Impfstoff der zweiten Generation.

 

Symrise will Tierfutter-Geschäft verdoppeln – Milliardenumsatz im Visier

– von Patricia Weiss

Ein Trend, der auch beim Duft- und Aromenhersteller Symrise die Kassen klingeln lässt. Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram will das Geschäft mit Zusatzstoffen für Heimtierfutter des niedersächsischen Unternehmens weiter ausbauen und traut ihm einen Wachstumssprung zu. “Wir werden da investieren, mit Priorität und wir werden dort weiter wachsen, gar keine Frage. Mittelfristig in das ein Geschäft, das über eine Milliarde Umsatz hat”, sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Interview. Derzeit liegt der Jahresumsatz in dem Bereich noch bei über 500 Millionen Euro.

2014 war Symrise mit der 1,3 Milliarden Euro schweren Übernahme der französischen Diana-Gruppe groß in das Geschäft für Heimtiernahrung eingestiegen. Seitdem hat es Bertram stetig verstärkt, etwa durch den Kauf von ADF/IDF, einem amerikanischen Hersteller von proteinhaltigen Inhalts- und Geschmacksstoffen für Hunde- und Katzenfutter, für 900 Millionen Dollar Ende 2019. Das Holzmindener Unternehmen will aber auch in anderen Geschäften expandieren: “Wir haben Bereiche, wo es noch weiße Flecken gibt und wo wir noch mehr machen können.”

Am Mittwoch gab Symrise den Einstieg bei der US-Firma Kobo bekannt, einem Anbieter von Farben für Kosmetika und Sonnenschutz. Der Anteil von zunächst 25 Prozent soll weiter aufgestockt werden, wie ein Sprecher sagte. Für weitere Übernahmen sieht Bertram Symrise gut gerüstet: “Wir können sicherlich die Zukäufe, die angedacht sind, problemlos verdauen. Finanzielle Mittel sind im Augenblick nicht das Problem.” Zwischen fünf und zehn Kandidaten schaue sich das Unternehmen regelmäßig an.

Symrise, das 2003 aus der Fusion der Bayer-Tochter Haarmann & Reimer mit Dragoco entstand, ist rund 15 Jahre nach seinem Börsengang ein sicherer Kandidat für den Aufstieg in den erweiterten deutschen Aktienindex Dax. Die Deutsche Börse gibt am Freitag bekannt, wer das Rennen gemacht hat. Der Dax, in dem vor allem noch klassischen Industrien dominieren, wird damit etwas bunter. Symrise deckt mit mehr als 30.000 Produkten das ganze Feld der Riech- und Geschmacksstoffe ab: Ob der Mintgeschmack der Zahnpasta oder Parfüms – in unzähligen Alltagsprodukten steckt eine Note Symrise. So stammt etwa die Vanille im Magnum-Eis von dem Unternehmen, ebenso wie der Duft Be Delicious von Donna Karan.

Im August hatte Symrise seine Ziele nach deutlichen Zuwächsen im ersten Halbjahr aufgestockt und erwartet seitdem für dieses Jahr eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von mehr als 21 Prozent statt von rund 21 Prozent sowie ein organisches Umsatzwachstum von mehr als sieben (bisher fünf bis sieben) Prozent. “Die Obergrenze für dieses Jahr liegt bei zehn Prozent”, konkretisierte Bertram nun die Umsatzprognose. 2020 setzte Symrise 3,52 Milliarden Euro um und erzielte bei einem operativen Ergebnis von 742 Millionen Euro eine Marge von 21,1 Prozent.

Vor allem die Nachfrage nach Inhaltsstoffen für Kosmetika und Parfums zog zuletzt wieder an, nachdem sie zuvor von der Pandemie gebremst wurde. “Dafür tritt in bestimmten Bereichen wie Haushaltsprodukten und Desinfektionsmittel, die eine Extrakonjunktur in Hochzeiten von Corona hatten, eine Normalisierung ein”, sagte Bertram. Für Gegenwind sorgen zudem steigende Rohstoffkosten. Für das zweite Halbjahr zeigte sich der Symrise-Chef aber zuversichtlich. “Wir haben so viele Beine, auf denen wir stehen. Selbst wenn ein Bereich nicht so gut läuft, wird das in der Regel durch andere Bereiche wieder aufgefangen. Das ist das, was uns ausmacht.”

 

Bayer-Aktie: Bärenmarkt baut sich aus!

Offensichtlich ist der Widerstandsbereich um 56,00 EUR zu hart für die Bullen. Bereits zum Anfang des Jahres kam es zu einem Hoch auf ähnlichen Niveau. Im Rahmen des Rückgangs wurde das Bündel aus gleitenden Durchschnitten, welches zur Trendbestimmung herangezogen wird, unterschritten. Damit ist die Bayer-Aktie nun in einen Bärenmarkt eingetreten.

Um die Sache doch noch ins Positive zu drehen, müsste jetzt eine kleine Bodenbildung von Bayer aufs Parkett gelegt werden. Im weiteren Verlauf muss es zu Anstiegen in die Kurszone von 52,00 und sogar 53,00 EUR kommen, um die Stärke der Bullen sichtbar zu machen und die gleitenden Durchschnitte zurückzuerobern.

Bayer-Aktie – kommt es zu einem weiteren Rücklauf?

Unterhalb der gerade besprochenen Widerstandszone besteht weiterhin Abwärtsdruck für die Bayer-Aktie. Es ist sogar daran zu denken, dass das kürzlich erreichte Kurstief von 46,04 EUR unterschritten wird und es in Richtung des Oktobertiefs aus dem Jahr 2020 geht. Hier kam es preislich zu einem Kurs von 39,91 EUR.

Fazit: aufgrund der negativen Trendausrichtung liegt der Vorteil aufseiten der Bären. Schlüsselmarke sollte die Kurszone von 50,00 bis 52,00 EUR darstellen. Diese muss genommen werden.

Widerstand: SMA38 – 50,94 | SMA100 – 52,75 | SMA200 – 51,19
Unterstützung: letztes Tief – 46,04 EUR | markantes Tief – 39,91 EUR

Der Chart (D1) in EUR

Bayer -Aktie Prognose
Bayer -Aktie – fxempire.de chart

Jetzt eine Trendanalyse (D1) für die Bayer-Aktie

Gleitende Durchschnitte: Hierbei wird analysiert, ob bei der Bayer–Aktie die GDs steigend sind. Ein Aufwärtstrend wird durch steigende GDs gekennzeichnet. Von insgesamt 10 gleitenden Durchschnitten ist nur einer steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen. Das muss sich definitiv ändern!

Macd Indikator: Bei dem beliebten Oszillator von Bayer wird nun analysiert, ob die Trigger-Linie unter der Signal-Linie ist. Auch wird geschaut, ob der Macd über null tendiert. Von insgesamt 10 Macd Analysen ist nicht eine positiv. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen und muss sich ändern.

HighLow Indikator: Als Letztes wird geschaut, ob bei der Bayer–Aktie höhere Tiefs und neue Hochpunkte entstehen. Denn höhere Hochs und steigende Tiefpunkte kennzeichnen einen Aufwärtstrend. Von insgesamt 10 HighLows sind nur 2 steigend. Insofern ist das als sehr bärisch zu bezeichnen.

Die Auswertung der Trendanalyse

Kommen wir jetzt zur Gesamtauswertung. Von zusammengefasst 30 Bewertungskriterien, sind 3 als positiv zu bezeichnen. Das sind lediglich 10 %. Deswegen wird der Status hier auf “sehr bärisch” gesetzt. Aus diesem Blickwinkel ist es klug, mit dem Einstieg in die Bayer-Aktie zu warten, bis die Analyse ein besseres Ergebnis bringt.

 

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Trotz sorgfältiger Analyse kann keine Gewähr für Inhalt, Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder derivativen Finanzprodukten dar. Der Autor übernimmt keine Haftung für auf dieser Website zur Verfügung gestellten Handelstechniken, Analysen und Tradingideen. Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren, bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung investiert sein.

Firmenbilanzen und Fed führen Börsen auf Rekordkurs

Dax und EuroStoxx50 legten am Donnerstag jeweils etwa ein halbes Prozent auf 15.640,47 beziehungsweise 4119,03 Punkte zu. Der breit gefasste Stoxx600 gewann ähnlich stark und markierte mit 464,31 Zählern zeitweise sogar ein Rekordhoch. Gleiches galt für die US-Indizes Dow Jones und S&P 500, die auf bis zu 35.155,18 beziehungsweise 4429,27 Stellen stiegen.

Fed-Chef Jerome Powell zufolge spielt sein Haus zwar eine Drosselung der Wertpapierkäufe durch. Die “substanziellen Fortschritte” am Arbeitsmarkt seien aber noch zu weit entfernt, um mit dem sogenannten Tapering zu beginnen. “Für Investoren sind das gute Nachrichten”, sagte Johannes Mayr, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Eyb & Wallwitz. Da sich die konjunkturelle Erholung abschwäche, wachse für die Börsen die Bedeutung des Rückenwinds durch die Geldpolitik.

Powell habe keine Überraschungen geliefert, kommentierte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus Activtrades. Er habe allerdings diejenigen enttäuscht, die auf klarere Signale für einen geldpolitischen Richtungswechsel gehofft hatten. Dies drückte den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zeitweise auf ein Vier-Wochen-Tief von 91,871 Punkten. Dadurch wurde Gold für Investoren außerhalb der USA attraktiver, weshalb sich das Edelmetall um 1,3 Prozent auf 1830 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte.

RENTOKIL UND FORD NACH ZAHLEN IM PLUS

Am Aktienmarkt legten Anleger sich unter anderem Papiere von Rentokil ins Depot. Sie stiegen in London um knapp sieben Prozent. Der Kammerjäger habe dank gestiegener Gewinnmargen einen überraschend hohen Vorsteuergewinn von umgerechnet 228 Millionen Euro gemacht, lobte Analyst James Winckler von der Investmentbank Jefferies.

An der Wall Street gehört Ford mit einem Kursplus von 3,6 Prozent zu den Favoriten. Auf Basis überraschend starker Quartalsergebnisse hob der Autobauer seine Gesamtjahresziele an. Das Unternehmen gehe mit dem allgemeinen Chip-Engpass besser um als noch vor einigen Monaten, lobte Analyst David Whiston vom Research-Haus Morningstar. Außerdem könne es dank seiner Preissetzungsmacht den schwächelnden Absatz ausgleichen.

In Deutschland rückte am Nachmittag Bayer ins Rampenlicht. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern stellte wegen Prozessrisiken um den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat weitere 4,5 Milliarden Dollar zurück. Den Kursanstieg der Aktie bremste dies aber nur leicht. Sie schloss 1,3 Prozent im Plus.

GUT, ABER NICHT GUT GENUG

Nicht alle Unternehmen konnten Umsatz- und Gewinnsprünge in Kursgewinne ummünzen. Gut sei für Anleger manchmal nicht gut genug, sagte Aktienhändler Keith Temperton vom Brokerhaus Forte Securities. “Sie wollen durch die Bank Zahlen über Markterwartungen sehen und nicht nur in einigen Bereichen.”

Aus diesem Grund rutschten die Titel von Smith & Nephew trotz eines fast verdreifachten Gewinns um sechs Prozent ab. Börsianer monierten das schwächelnde Geschäft mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken bei der britischen Medizintechnik-Firma.

Abwärts ging es auch für die Papiere von Anheuser-Busch, die sich in Brüssel um ebenfalls sechs Prozent verbilligten. Der Umsatz des Brauereikonzerns habe die Erwartungen zwar übertroffen, der Überschuss sei aber dahinter zurückgeblieben, sagten Analysten. Vor allem die operative Gewinnmarge enttäusche.

 

BioNTech verstärkt sich bei Krebstherapien – Zukauf in den USA

Von Kite Pharma, einer Tochter des amerikanischen Biotechkonzerns Gilead, übernimmt Biontech eine Produktionsstätte in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland, wie die Gesellschaft am Montag mitteilte. Sie soll die bestehende Zelltherapie-Produktionsstätte in Idar-Oberstein ergänzen und die Entwicklung von Krebsarzneien in diesem Feld beschleunigen. Dafür kauft Biontech auch eine Forschungs-Plattform für TCR-Zelltherapien von Kite. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Biontech hatte bereits im vergangenen Jahr die US-Firma Neon Therapeutics für 67 Millionen Dollar gekauft, um seine Position bei T-Zelltherapien auszubauen. Das Mainzer Biotechunternehmen ist inzwischen vor allem für seinen Covid-19-Impfstoff bekannt, wurde aber mit dem Ziel gegründet, individualisierte Krebstherapien zu entwickeln. Die am weitesten vorangeschrittene Krebsarznei von Biontech in Zusammenarbeit mit der Roche-Tochter Genentech befindet sich in der zweiten von drei Phasen der klinischen Entwicklung.

TCR-Therapien gehören zu den Krebsimmuntherapien, die darauf abzielen, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann. Ärzte entnehmen dem Patienten bei dieser Therapie T-Zellen des Immunsystems, verändern sie genetisch mit dem Ziel, dass sie die Krebszellen als feindlich erkennen, und verabreichen sie dem Patienten zurück. Auf diesem Gebiet forschen auch Unternehmen wie Bayer, Novartis oder Johnson & Johnson.

 

Bayer und Inflationssorgen bremsen Dax

Der deutsche Leitindex fiel am Nachmittag um 0,1 Prozent auf 15.449 Punkte, während der EuroStoxx50 um 0,4 Prozent auf 4047 Zähler anzog. An der Wall Street lagen die Futures vor Börseneröffnung knapp im Plus.

Die regelmäßig aufkommenden Inflationssorgen könnten der Grund sein, warum der Aktienmarkt derzeit nicht vorankomme, sagte IG-Stratege Christian Henke. Die Angst der Anleger vor einem baldigen Ende der ultralockeren Geldpolitik sei groß, obschon die US-Notenbank gebetsmühlenartig versuche dagegen anzureden. “Wer hat recht? Die Fed oder der Markt”, fasste Henke zusammen.

Vor diesem Hintergrund schauten die Investoren besonders kritisch darauf, wie die Wirtschaftserholung in den Vereinigten Staaten voranschreitet. Im April gingen die Auftragseingänge für langlebige Güter mit minus 1,3 Prozent überraschend zurück, während die zweite Schätzung für das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal mit 6,4 Prozent etwa im Rahmen der Erwartungen lag. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel mit 406.000 indes geringer aus als erwartet und lag so niedrig wie seit Beginn der Pandemie nicht mehr.

Im Blick behielten die Anleger auch den Impf-Gipfel von Bund und Ländern. Bundeskanzlerin Angela Merkel will mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie-Bekämpfung beraten.

GLYPHOSAT BLEIBT DAMOKLESSCHWERT FÜR BAYER

Größter Dax-Verlierer waren die Papiere von Bayer, die bis zu 5,3 Prozent auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief von 52,07 Euro abrutschten. Im Rechtsstreit um eine angeblich krebserregende Wirkung von Glyphosat lehnte der zuständige US-Bezirksrichter einen Lösungsvorschlag des Konzerns ab. “Eine unendliche Geschichte”, kommentierten die Analysten vom Brokerhaus Bryan Garnier. “Durch die Ablehnung bleibt das Damoklesschwert über Bayer hängen.” Das nun gescheiterte zwei Milliarden Dollar teure Paket für den Umgang mit möglichen künftigen Klagen ist Teil des umfangreicheren, rund 11,6 Milliarden schweren Glyphosat-Vergleichs, den Bayer im vergangenen Sommer angekündigt hatte.

PUMA NACH TEIL-AUSSTIEG VON KERING UNTER DRUCK

Auf der Gewinnerseite stiegen Airbus um 9,7 Prozent auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr. Der europäische Konzern stimmte seine Zulieferer auf eine deutlich höhere Flugzeugproduktion ein. Die Titel von MTU Aero, Rolls-Royce und Meggitt stiegen um jeweils knapp drei Prozent.

Bergab ging es dagegen für den Puma. Der französische Luxuskonzern Kering hat sich vom Großteil seiner verbliebenen Beteiligung an dem Sportartikelhersteller getrennt. Der Eigentümer von Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent verkaufte über Nacht 8,9 Millionen Puma-Aktien für insgesamt 805 Millionen Euro an institutionelle Investoren. Puma verloren im MDax 2,2 Prozent.

BITCOIN-ANLEGER RINGEN UM STABILISIERUNG

An den Rohstoffmärkten deckten sich Anleger erneut mit Kupfer ein. Das Industriemetall verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 10031 Dollar je Tonne. Anleger fürchteten Angebotsengpässe durch drohende Bergarbeiterstreiks im wichtigen Exportland Chile.

Nach den jüngsten Kursabstürzen rangen die Bitcoin-Anleger weiter um Stabilisierung. Die Cyberdevise notierte 1,9 Prozent höher bei 39.571 Dollar. “Die jüngsten Hiobsbotschaften aus dem Reich der Mitte haben kräftig an dem Nervenkostüm der Investoren gezehrt”, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. China hatte die Anleger mit der Aussicht auf eine schärfere Regulierung im Kryptowährungssektor verschreckt.