Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am

Wachstum der Kreditvergabe schwächt sich im Euro-Raum weiter ab

Die Geldhäuser vergaben im Juli 1,7 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mitteilte. Im Juni hatte das Plus bei 1,8 Prozent gelegen. Allerdings spielt eine wichtige Rolle, dass vor einem Jahr die Firmen im Zuge der ersten Pandemie-Welle in Europa noch besonders stark nach Bankdarlehen nachgefragt hatten. An die Privathaushalte reichten die Banken im Juli 4,2 Prozent mehr Kredite aus, nach 4,0 Prozent im Juni.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält derzeit ihre Geldschleusen weit offen, um für günstige Finanzierungsbedingungen im Euro-Raum während der Pandemie zu sorgen und den Kreditfluss an die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. So erwirbt sie weiterhin deutlich mehr Anleihen im Rahmen ihres Pandemie-Kaufprogramms PEPP als in den ersten Monaten des Jahres. Im Juli wurden Staatsanleihen, Firmenbonds und andere Wertpapiere im Volumen von 88 Milliarden Euro gekauft.

Die Geldmenge M3 nahm im Juli um 7,6 Prozent zu. Ökonomen hatten einem Anstieg um 7,7 Prozent gerechnet. Zu M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten und Geldmarktpapiere. Die Entwicklung dieser Messgröße wird von Volkswirten genau verfolgt. Eine starke Zunahme von M3 kann auf mittlere bis lange Sicht ein Indiz für eine steigende Inflation sein.