ARCHIV: Die Zapfpistole einer Biodiesel-Zapfsäule an einer Tankstelle in San Diego, USA, 8. Januar 2015

Verbio erhöht Prognose – Aktie fällt wegen Ministerinnen-Aussagen zu Biosprit

Frankfurt (Reuters) – Der Biokraftstoffhersteller Verbio ist zuversichtlich für den Rest seines Geschäftsjahres und hebt seine Prognose an.

An der Börse perlte dies am Freitag aber ab, da Spekulationen auf eine Einschränkung der Produktion von Biosprit die Aktien in den Keller trieben. Die Verbio-Papiere lagen am Vormittag rund 17 Prozent im Minus und waren damit mit Abstand größter Verlierer im Kleinwerteindex SDax.

Börsianer verwiesen auf Aussagen von Bundesumweltministerin Steffi Lemke, die sich in der “Augsburger Allgemeinen” dafür aussprach, weniger Getreide und Pflanzenöl für Biosprit zu verwenden. “Agrokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen sind keine sinnvolle Option”, sagte die Grünen-Politikerin der Zeitung. “Agrarflächen sind weltweit begrenzt, wir brauchen sie dringend für die Ernährung, das führt uns der Krieg in der Ukraine dramatisch vor Augen.” Sie wolle den Einsatz von Agrokraftstoffen aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen im Tank weiter reduzieren. Die Details würden derzeit zwischen ihrem Ressort und dem Bundeslandwirtschaftsministerium besprochen. Das seien keine unerwarteten Aussagen, aber sie lasteten auf den Verbio-Aktien, sagte ein Händler.

Verbio erhöhte unterdessen seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2021/22. Das Ende März beendete dritte Quartal sei stark gewesen, so dass die Prognose für das operative Ergebnis (Ebitda) auf 430 Millionen Euro erhöht werde. Zuvor war das Unternehmen für 2021/22 von 300 Millionen Euro ausgegangen. “Sowohl in den USA als auch in Europa/Deutschland ist die Nachfrage und das Preisniveau nach fortschrittlichen Biokraftstoffen der 2. Generation stärker gestiegen als erwartet”, teilte Verbio zur Begründung mit.