ARCHIV: Der Leiter der Taliban-Delegation Abdul Salam Hanafi und andere Mitglieder der Delegation bei internationalen Gesprächen über Afghanistan, Moskau, Russland, 20. Oktober 2021. Alexander Zemlianichenko/Pool via REUTERS

USA und Taliban setzen Gespräche in Katar fort

Washington (Reuters) – Die USA und die in Afghanistan herrschenden radikalislamischen Taliban haben Anfang der Woche ihre Gespräche in Katar wieder aufgenommen.

Beide Seiten erörterten die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die humanitäre Krise in Afghanistan, teilte das US-Außenministerium in einer Erklärung am Dienstag mit. Die US-Delegation unter der Leitung des Sonderbeauftragten Thomas West habe zugesagt, die Bemühungen der Vereinten Nationen (UN) zur Bewältigung der Krisensituation weiterhin zu unterstützen.

Bei den Gesprächen in Doha haben die USA die Taliban aufgefordert, “die Rechte aller Afghanen zu schützen, ihre Politik der Generalamnestie aufrechtzuerhalten und durchzusetzen und zusätzliche Schritte zur Bildung einer integrativen und repräsentativen Regierung zu unternehmen”, erklärte das Außenministerium. Die US-Delegation habe ihre Bedenken über die Einhaltung der Menschenrechte zum Ausdruck gebracht und darauf gedrungen, dass die Taliban ihre Zusage umsetzen, Frauen und Mädchen landesweit Zugang zu Bildung auf allen Ebenen zu gewähren. “Die Taliban zeigten sich bereit, mit der internationalen Gemeinschaft über den uneingeschränkten Zugang für Mädchen und Frauen zu Bildungseinrichtungen zu verhandeln.”

Die USA hatten im August nach zwei Jahrzehnten im Rahmen einer Vereinbarung mit den Islamisten Afghanistan verlassen. Die Taliban bemühen sich seitdem um die internationale Anerkennung ihrer Regierung sowie um humanitäre Hilfe, um eine Hungerkatastrophe abzuwenden. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Aufgabe, die benötigte Hilfe zu leisten, ohne die als Terroristen eingestuften Taliban zu unterstützen und zu legitimieren.