ARCHIV: Das Logo der Thyssenkrupp AG am Hauptsitz des Unternehmens in Essen, Deutschland, 21. November 2018. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Thyssenkrupp erhält Milliarden-Auftrag für U-Boote aus Israel

Jerusalem (Reuters) – Thyssenkrupp hat einen milliardenschweren Auftrag zum Bau von U-Booten für Israel ergattert.

Thyssenkrupp Marine Systems entwickle und baue für die israelische Marine drei U-Boote der neuen Klasse “Dakar”, teilte das israelische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Der Auftrag habe ein Volumen von drei Milliarden Euro. Man habe sich zudem auf eine strategische Kooperation mit einem Volumen von über 850 Millionen Euro geeinigt. Das erste U-Boot solle binnen neun Jahren ausgeliefert werden. Israels Verteidigungsminister Benny Gantz dankte der Bundesregierung für ihren Beitrag zu der Übereinkunft. Die neuen U-Boote würden helfen, die Fähigkeiten der israelischen Marine zu erweitern. An der Börse legte die Thyssenkrupp-Aktie knapp zwei Prozent zu. Der Konzern kündigte an, nun in intensive Gespräche mit seinen Lieferanten treten zu wollen, dann werde der Vertrag in Kraft treten.

Die israelische Marine verfügt bereits über fünf U-Boote der “Dolphin”-Klasse aus deutscher Produktion, ein sechstes U-Boot ist bestellt. Die neuen U-Boote sollen den Angaben zufolge drei der “Dolphins” ersetzen. Thyssenkrupp erklärte, in Vorbereitung auf den Auftrag rund 250 Millionen Euro in seine Werft zu investieren. Kiel sichere damit seinen Standort als Kompetenzzentrum für den konventionellen U-Boot-Bau.

Die aktuelle Auftragserteilung erfolgt nur wenige Tage vor einer Sitzung des israelischen Kabinetts, bei dem dieses über die Bildung eines Untersuchungsausschusses beraten soll, der die Auftragsvergabe von 2009 bis 2016 für U-Boote und Marine-Schiffe aus Deutschland untersuchen könnte. Im Zusammenhang mit den Geschäften hatte es in Israel Anklagen wegen Bestechung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung gegeben. Thyssenkrupp hatte erklärt, bei einer internen Untersuchung keine Hinweise auf Korruption gefunden zu haben.