Das Logo des französischen Breitband-Internetanbieters Iliad in Paris, Frankreich,

Telekom-Milliardär Niel will Iliad von der Börse nehmen

Es würden 182 Euro je Iliad-Aktie geboten, teilte Niel am Freitag mit. Über den Schritt war seit Jahren spekuliert worden. Niel folgt damit dem Beispiel eines anderen Telekommilliardärs Patrick Drahi, der Anfang des Jahres die Holding von Frankreichs zweitgrößter Telekomfirma SFR von der Börse genommen hatte.

Niel hält mit rund 71 Prozent bereits eine Kontrollmehrheit an dem von ihm 1999 gegründeten Unternehmen. Niel begründete die Offerte damit, dass Iliad “vor großen Veränderungen und umfangreichen Investitionen steht, die leichter als nicht-börsennotiertes Unternehmen zu bewältigen sind.” Iliad machte auch gleich Nägel mit Köpfen und bot umgerechnet 1,6 Milliarden Euro für den zu Liberty Global gehörenden Kabelnetzbetreiber UPC Poland. Es wäre nach der Übernahme des Mobilfunkers Play bereits der zweite Zukauf in Polen in kürzester Zeit. Ziel sei es, ein konvergenter Akteur in Polen zu werden, sagte Iliad-Chef Thomas Reynaud mit Blick auf das aktuell noch fehlende Festnetzgeschäft.

ILIAD-AKTIE SPRINGT IN HÖHE

Die Offerte in Höhe von 182 Euro je Aktie entspricht einem Aufschlag von 61 Prozent auf den Schlusskurs von Donnerstag. Am Freitag sprang das Iliad-Papier dann auf 182 Euro und gab dem gesamten Telekomsektor Rückenwind. Die Offerte des 53-jährigen Niel bewertet den Mobilfunker mit rund 10,7 Milliarden Euro.

Iliad hat den heimischen Mobilfunkmarkt mit einer Preisschlacht aufgemischt und damit Marktführer Orange und Bouygues unter Druck gesetzt. Inzwischen ist Iliad auch in Italien und Polen aktiv. Zuletzt hatten vor allem die hohen Kosten für den 5G-Aufbau Investoren verunsichert.