Siemens Energy AG starts trading after IPO

Siemens Energy dementiert Übernahmepläne für Gamesa

Berichte in spanischen Medien über derartige Überlegungen hatten die Anleger in Madrid elektrisiert. Die Börsenaufsicht CNMV setzte die Gamesa-Aktie vom Handel aus und forderte Siemens Energy zu einer Stellungnahme auf. Und die fiel klar aus: “Auch wenn wir natürlich für die Zukunft kein Szenario ausschließen können, können wir bestätigen, dass Siemens Energy derzeit nicht an einem Übernahmeangebot arbeitet”, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag.

Die Zeitung “Expansion” hatte berichtet, dass der Siemens-Konzern Investmentbanken angeheuert habe, um strategische Möglichkeiten auszuloten, darunter ein Angebot an die restlichen Siemens-Gamesa-Aktionäre mit dem Ziel, die Firma von der Börse zu nehmen. Der Auftrag sei über Siemens Energy an Morgan Stanley vergeben worden. Die Deutsche Bank solle zudem ein Wertgutachten erstellen. Solche Aufträge gebe es nicht, stellte Siemens Energy klar.

Siemens Energy hält 67 Prozent an Siemens Gamesa. Für die restlichen, an der Madrider Börse notierten Aktien müsste der Mehrheitsaktionär – gemessen am Kurs der Gamesa-Papiere – mehr als 5,7 Milliarden Euro hinblättern. Die Börsianer ließen sich durch das Dementi nicht stören: Nach der Wiederaufnahme des Handels legten Siemens Gamesa in Madrid fast drei Prozent zu. Siemens Energy lagen nach dem Dementi mit 25,23 Euro immer noch 2,8 Prozent im Plus.

Siemens Energy gehört noch zu 35,1 Prozent der Siemens AG, weitere 9,9 Prozent hatte nach dem Börsengang der Pensionsfonds des Münchener Konzerns übernommen. Die Siemens AG ist tunlichst darauf bedacht, jeden Eindruck einer operativen Einflussnahme auf die frühere Kraftwerks-Tochter zu vermeiden.

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch hatte die Spekulationen über eine Komplettübernahme kürzlich selbst befeuert: “Das steht natürlich irgendwann im Raum”, sagte er. Jetzt sei es aber noch zu früh, um darüber zu diskutieren. “Wir sind jetzt gerade mal ein halbes Jahr an der Börse, also Schritt für Schritt.” Ohne eine separate börsennotierte Gesellschaft in Spanien ließen sich Entscheidungsprozesse etwa für Zukäufe und Verkäufe beschleunigen, sagte ein Banker.