A general view shows the eastern swiss Alps,

Schweizer Wirtschaft dürfte nach Einbruch kräftig anziehen

“Auf jeden Fall wird es im zweiten Quartal eine Erholung geben, wir werden eine lebhafte Verbesserung sehen”, sagte Ronald Indergand, Ökonom beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Dienstag zur Nachrichtenagentur Reuters. “Es besteht eine gute Chance, dass die Schweiz bis zum Ende des dritten Quartals wieder das Vorkrisenniveau erreicht, vielleicht sogar früher.”

Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wegen der Einschränkungen zur Eindämmung der zweiten Coronavirus-Welle im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent. Das Gastgewerbe brach dem Seco zufolge um 30,4 Prozent ein, weil Restaurants schließen mussten und die internationale Reisetätigkeit auf einem sehr tiefen Niveau verharrte. Auch der private Konsum war insgesamt stark rückläufig, die Industrie dagegen wuchs kräftig. Im Schlussquartal 2020 hatte die Wirtschaftsleistung der Alpenrepublik noch um 0,1 Prozent zugelegt, im gesamten Vorjahr war sie um 2,6 Prozent geschrumpft.

Optimistisch stimmen Indergand die Erholung der globalen Wirtschaft und die Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Viruspandemie in der Schweiz. Seit Montag dürfen Restaurants auch in den Innenräumen wieder Gäste bedienen, mehr Menschen als bislang dürfen an Veranstaltungen teilnehmen und die Vorschriften für die Arbeit von zu Hause wurden gelockert – Schritte, von denen der angeschlagene Dienstleistungssektor hofft, dass sie einen Aufschwung auslösen werden. Die Euro-Zone, der wichtigste Handelspartner der exportorientierten Schweizer Industrie, dürfe dieses Jahr nach Einschätzung der EU-Kommission um 4,3 Prozent wachsen.

Eine neue BIP-Prognose des Seco ist für 15. Juni geplant. Im März waren die Ökonomen von einer Rückkehr auf das Vorkrisen-Niveau bis zum Jahresende ausgegangen und hatten für 2021 ein Wachstum von drei Prozent prognostiziert. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet im laufenden Jahr mit 2,5 bis drei Prozent BIP-Plus.