ARCHIV: Ein Soldat mit einer russischen Flagge auf seiner Uniform in der Nähe des Kernkraftwerks Saporischschja außerhalb der russisch kontrollierten Stadt Enerhodar in der Region Saporischschja, Ukraine

Russland will UN-Kontrolleure in AKW Saporischschja lassen – “Noch Hindernisse”

(Reuters) – Russland hat UN-Inspektoren Hoffnung gemacht, das Gelände des unter Beschuss geratenen ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja besuchen zu können.

Die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, sagte am Montag, Russland werde “alles Nötige” tun, damit ein Besuch der Kontrolleure der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA möglich werde. Der Vertreter Russlands bei der IAEA, Michail Uljanow, ergänzte, ein Aufenthalt von Experten der UN-Behörde in dem AKW im Kriegsgebiet im Südosten der Ukraine könne in naher Zukunft organisiert werden. Doch gebe es noch Hindernisse. Welche dies sind, sagte Uljanow nicht. Im Vordergrund stehe die absolute Sicherheit der internationalen Mission.

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, das größte Atomkraftwerk Europas zu beschießen. Russische Truppen halten das Kraftwerk seit Anfang März besetzt, es wird aber noch von ukrainischen Technikern betrieben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland aufgefordert, die Kontrolle über das AKW an sein Land zurückzugeben. Nach Ansicht des ukrainischen Militärs nutzen die russischen Truppen das AKW als Schutzschild, da ein Angriff dort unmöglich sei. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte vorige Woche zum Ende der Kampfhandlungen im Gebiet um das Atomkraftwerk aufgerufen.

Das Thema war auch Gegenstand einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats, in dem Russland Vetorecht hat. Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN), Wassily Nebensja, sagte jüngst, die Welt stehe “am Rande einer nuklearen Katastrophe”, vergleichbar mit dem Super-GAU im ukrainischen Tschernobyl im April 1986.

(Bericht von Reuters, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)