ARCHIV: Das Logo des österreichischen Versicherers Uniqa ist in der Zentrale in Wien abgebildet, 27. August 2014. REUTERS/Heinz-Peter Bader

Russland-Abschreibungen setzen Wiener Versicherer Uniqa zu

Frankfurt (Reuters) – Der Wiener Versicherer Uniqa hat im ersten Halbjahr die Folgen von 127 Millionen Euro schweren Abschreibungen auf russische Anleihen zu spüren bekommen.

Der Vorsteuergewinn schrumpfte um fast 22 Prozent auf rund 169 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Ein stabiles Kerngeschäft habe den Effekt gemildert. Unternehmenschef Andreas Brandstetter erklärte, angesichts der bereits im Juli kommunizierten Abschreibung sowie hoher Belastungen aus Großschäden und Naturkatastrophen sei das Ergebnis solide. Das komplexe erste Halbjahr 2022 zeige, dass Uniqa trotz starken Gegenwinds mit seinem Strategieprogramm weiterhin auf Kurs liege. Eine Ergebnisprognose für 2022 wagte der Konzern weiterhin nicht.

Eine solide Einschätzung der Kapitalmarktentwicklung und damit eine stabile Prognose zum Kapitalanlageergebnis sei aktuell nicht möglich, erklärte Uniqa. Es werde aber mit steigenden Prämieneinnahmen und einer soliden Entwicklung des versicherungstechnischen Kerngeschäfts gerechnet. In den ersten sechs Monaten wuchsen die verrechneten Prämien (inklusive Sparanteile) um 3,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, wozu laut dem Versicherer alle Sparten beitrugen. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) sei von sehr starken 92,6 Prozent im ersten Halbjahr 2021 auf 95,0 Prozent gestiegen. Uniqa führte dies auf höhere Belastungen durch Großschäden und Naturkatastrophen sowie auf inflationsbedingte Teuerungen bei Reparaturleistungen vor allem bei der österreichischen Tochtergesellschaft zurück.

(Bericht von Elke Ahlswede, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)