ARCHIV: Oliver Blume, Porsche-Chef, Los Angeles, Kalifornien, USA, 28. November 2018. REUTERS/Kyle Grillot

Porsche-Chef – Entwarnung in Chip-Krise wäre Trugschluss

“Wer glaubt, dass sich die Halbleiterkrise im nächsten Jahr beruhigen wird, unterliegt einem Trugschluss”, sagte Blume der “Börsen-Zeitung” (Mittwochausgabe). Da die Nachfrage nach Halbleitern aus mehreren Branchen weltweit hoch ist, müsse die Autoindustrie ihr mit grundlegenden Änderungen begegnen: Sie müsse selbst in Chips investieren, mit Halbleiterherstellern kooperieren und selbst Kompetenz in der Konfiguration der Bauteile aufbauen. Sorge bereite ihm die kritische Lage mancher Zulieferer in der Chip-Krise, weil diese generell weniger Möglichkeiten zum Gegensteuern hätten als die Automobilhersteller.

Mehrere Autobauer wie Porsche, Mercedes oder BMW konnten im dritten Quartal trotz Absatzeinbrüchen Gewinne einfahren, was für Zuversicht über ein allmähliches Ende der Chip-Krise im kommenden Jahr sorgte.

Dass die Sportwagenschmiede Teil des Volkswagen-Konzerns ist, sei wegen der damit hohen Stückzahlen bei Vorprodukten wie Chips ein Vorteil, erklärte Blume weiter. “Zudem bekommen wir wegen unseres wertschaffenden Wachstums eine gute Zuteilung innerhalb des Konzerns.” Die Stuttgarter Premiumtochter ist mit rund 15 Prozent operativer Rendite neben Audi größter Gewinnbringer des VW-Konzerns.

Der Porsche-Chef ist im VW-Konzernvorstand für die Produktion des größten europäischen Autobauers verantwortlich. In den vergangenen drei Jahren sei die Produktivität deutlich gesteigert worden in der Fertigung. “Zudem haben wir uns sehr straffe Ziele für die nächsten Jahre gesetzt.” An den indirekten Bereich, also die Bürojobs, müsse der gleiche Anspruch gestellt werden.