ARCHIV: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei einer Pressekonferenz, Berlin, Deutschland, 16. Dezember 2021 . REUTERS/Annegret Hilse

Lauterbach schlägt abgestufte Isolations- und Quarantäne-Verkürzung vor

Berlin (Reuters) – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut ein Verfahren vorgeschlagen, wie Isolation und Quarantäne bei Omikorn-Virus-Infektionen verkürzt werden sollen.

Nach dem Reuters vorliegenden Konzept, das der SPD-Politiker am Mittwoch in der Schalte der Gesundheitsminister vorstellte, sollen sich infizierte Mitarbeiter in kritischen Bereichen wie Krankenhäusern oder Stromversorgern nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test freitesten können. Bisher ist eine Isolierung für 14 Tage vorgesehen. Für Kontaktpersonen soll dies bereits nach fünf Tagen möglich sein. Damit soll ein Personalmangel bei steigenden Infektionszahlen in diesen besonders wichtigen Bereichen vermieden werden. Dies sei möglich, weil Infizierte bei der Omikron-Virus-Variante weniger lange ansteckend sind, argumentiert der Gesundheitsminister.

Für die allgemeine Bevölkerung gilt, dass sich sowohl Infizierte als auch Kontaktpersonen ohne Symptome nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test freitesten können. Nach zehn Tagen können sie auch ohne Test die Isolation oder Quarantäne verlassen. Kinder, die Kontaktpersonen sind, können nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test oder einem “hochwertigen” Schnelltest die Quarantäne beenden.

Kontaktpersonen müssen gar nicht in Quarantäne, wenn sie “geboostert” sind, also drei Impfungen erhalten haben. Dies gilt auch, wenn die Zweitimpfung, das Ende einer Erkrankung oder die Impfung nach Ende einer Erkrankung nicht länger als zwei Monate zurückliegen. Es soll besondere Aufmerksamkeit auf die Hochwertigkeit von Tests gelegt werden, heißt es in Lauterbachs Konzept. Es wird Grundlage der Beschlüsse von Bund und Ländern am Freitag sein.