ARCHIV: Ein Smartphone mit dem Logo von Huawei und dem 5G-Netz auf einer PC-Hauptplatine, 29. Januar 2020. REUTERS/Dado Ruvic

Kanada will Huawei- und ZTE-Ausrüstung bei 5G-Aufbau verbieten

Ottawa (Reuters) – Kanada schließt sich den anderen Mitgliedern der “Fünf-Augen-Allianz”, den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland, an und will die chinesischen Netzwerkausrüster Huawei und ZTE wegen Sicherheitsbedenken vom 5G-Ausbau ausschließen.

“Wir beabsichtigen, sie herauszunehmen”, sagte Industrieminister Francois-Philippe Champagne in der Nacht zu Freitag zu Journalisten. Der Gebrauch müsse eingestellt und die Produkte bis Juni 2024 entfernt werden. Bei 4G hätten sie bis Ende 2027 Zeit. Es werde keine Erstattungen geben. Während kanadische Mobilfunker wie Bell Canada und Telus beim 4G-Netz mit chinesischer Ausrüstung gearbeitet haben, kamen bei 5G Ericsson, Nokia und andere Anbieter zum Einsatz.

Die Entscheidung war international erwartet worden, hatte sich jedoch immer wieder verzögert. Die anderen vier Länder des Geheimdienst-Bündnisses “Five Eyes” haben Huawei und ZTE längst wegen möglicher Risiken für die nationale Sicherheit ausgeschlossen. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kanada und China sind seit der Verhaftung von Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou 2018 angespannt. Inzwischen befindet sie sich wieder auf freiem Fuß.

Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Kanada bezeichnete den Verweis auf mutmaßliche Sicherheitsbedenken als Ausrede für politische Manipulation und warf Kanada vor, mit den USA zusammenzuarbeiten, um chinesische Firmen zu unterdrücken. Der kanadische Huawei-Manager Alykhan Velshi sagte der Canadian Broadcasting Corp, sein Unternehmen warte weiterhin auf eine Erklärung, welche Sicherheitsrisiken Huawei darstelle. Die USA werfen Huawei vor, Einfallstor für Spionage durch den chinesischen Staat zu sein, was das Unternehmen zurückweist. Huawei beschäftigt in Kanada rund 1500 Mitarbeiter. ZTE war zunächst nicht erreichbar.