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Internet-Autohändler MeinAuto sagt Börsengang vorerst ab

Die Emission werde verschoben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Unternehmen aus Oberhaching bei München und sein Mehrheitseigentümer, der britische Finanzinvestor Hg, begründeten die Absage mit den starken Schwankungen an den Aktienmärkten, deretwegen ein Absacken des Aktienkurses zu befürchten gewesen wäre. “Wir werden in engem Austausch mit den Investoren bleiben und streben weiterhin ein Listing an”, erklärte Vorstandschef Rudolf Rizzolli. Für einen neuen Anlauf muss MeinAuto nach den Börsenregeln allerdings warten, bis seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vorliegen.

MeinAuto ist der erste Börsenkandidat in Deutschland in diesem Jahr, dessen Emission auf Eis gelegt wurde. Am Montag hatten die begleitenden Banken noch erklärt, die Aktien würden voraussichtlich zu 16 bis 17 Euro ausgegeben, am unteren Ende der Preisspanne. Die Orderbücher waren am ersten Tag der Zeichnungsfrist gefüllt gewesen. Doch am Montag und Dienstag ging es an den Börsen weltweit bergab, die vorher wochenlang auf Höhenflug waren. Die Aktien des rheinischen Pharmaherstellers Apontis bröckelten bei ihrem Börsendebüt am Dienstag um drei Prozent auf 18,45 Euro ab.

Investoren hatten bisher fast alle Neuemissionen begierig aufgesogen: Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 und der Funkturm-Betreiber Vantage Towers hatten jeweils milliardenschwere Börsengänge hingelegt. Auto1 brachen jedoch am Dienstag um 5,7 Prozent ein. Die Laborkette Synlab hatte bereits ihr Emissionsvolumen gekürzt, weil die Anleger bezweifelten, ob sie ihr Wachstumstempo nach der Corona-Pandemie würde halten können. Der Staatsfonds von Katar kaufte letztlich allein ein Viertel der angebotenen Aktien. Die Synlab-Papiere notierten am Dienstag mit 19,50 Euro aber noch oberhalb des Ausgabepreises von 18 Euro.

Derzeit buhlen auch die Nürnberger Linux-Softwarefirma Suse und der E-Bike-Getriebehersteller hGears im Rahmen von Börsengängen um Investoren.