ARCHIV: Die Skyline Frankfurts, Deutschland, 18. November 2021. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Industrie streicht Jobs – weit weniger Personal als vor der Krise

Berlin (Reuters) – In der deutschen Industrie sind im Oktober Jobs verloren gegangen.

Die Zahl der Beschäftigten sank zum September um 8000 oder 0,1 Prozent und binnen Jahresfrist um 30.000 oder 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Ende Oktober waren damit knapp 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten tätig. Dies waren weiter deutlich weniger als vor der Corona-Krise: Im Oktober 2021 waren 195.000 oder 3,4 Prozent weniger Personen beschäftigt als im Oktober 2019. Die Industrie leidet derzeit unter Lieferengpässen und hohen Energiekosten.

Die Zahl der Beschäftigten sank zum Vorjahr in vielen Wirtschaftsbereichen des Verarbeitenden Gewerbes. Am stärksten war der Rückgang in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit jeweils 2,4 Prozent. Bei Produzenten von Metallerzeugnissen und im Maschinenbau gab es ein Minus von jeweils 2,0 Prozent. Deutlich um 4,6 Prozent stieg die Beschäftigtenzahl zum Oktober 2020 in der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln. Grund dafür ist dem Amt zufolge, dass für Beschäftigte von Schlachthöfen ab Januar 2021 viele Leiharbeitsverträge in Festverträge umgewandelt wurden und dieses Personal seitdem in der Industrie-Statistik erfasst wird und nicht mehr bei den Dienstleistern.

Die im Oktober geleisteten Arbeitsstunden sanken zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 679 Millionen Stunden, allerdings gab es auch einen Arbeitstag weniger als im Oktober 2020. Die Entgelte für die Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe lagen bei rund 23,2 Milliarden Euro und damit 1,3 Prozent über Vorjahr.