ARCHIV: Logo des Immobilienkonzerns Immofinanz in Wien, Österreich, 13. August 2010. REUTERS/Heinz-Peter Bader

Immofinanz hält auch nachgebessertes CPI-Gebot für zu niedrig

Wien (Reuters) – Das österreichische Immobilienunternehmen Immofinanz bezeichnet auch den erhöhten Angebotspreis der CPI Property Group von 23 Euro je Aktie als zu niedrig.

Es sei keine angemessene Prämie in Bezug auf die Kontrollerlangung der CPI über die Immofinanz berücksichtigt, teilte der Wiener Konzern am Mittwoch mit. Der Preis weise deutliche Abschläge zu sämtlichen Kennzahlen für die Immofinanz-Aktie auf, zum Kursniveau der Aktie vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie und im Hinblick auf Prämien anderer Übernahmen im europäischen Immobiliensektor, erklärte der auf Gewerbeimmobilien in Österreich, Deutschland und Osteuropa fokussierte Konzern. Zudem würde er nicht die verbesserten Kennzahlen in der laufenden Geschäftstätigkeit sowie den Geschäftsausblick reflektieren.

Es sei sehr wahrscheinlich, das die CPI mit ihrem Angebot die Mehrheit der Stimmrechte der Immofinanz erreichen werde, teilte Immofinanz mit. Mit einer Empfehlung an die Anteilseigner hält sich der Vorstand diesmal jedoch zurück. Das vorliegende Angebot der CPI biete den Aktionären eine Ausstiegsmöglichkeit, vor allem für größere Volumina, hieß es. Die Entscheidung zur Annahme oder Ablehnung des Angebots sei jedoch von jedem Aktionär und Inhaber von Wandelschuldverschreibungen selbst zu treffen, vor allem auch unter Abwägung der Vor- und Nachteile, der individuellen Situation sowie nach Maßgabe der eigenen Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung, erklärte der Vorstand.

Die vom tschechischen Milliardär Radovan Vitek kontrollierte CPI hatte ihr Gebot zuletzt auf 23 Euro von 22,70 Euro je Aktie erhöht. Zudem erzielte die Immobilienfirma mit Sitz in Luxemburg eine Einigung mit dem Gegenspieler S Immo. Der Wiener Rivale zog sich aus dem Bieterrennen zurück und verkauft seine Immofinanz-Anteile in Höhe von rund 12,7 Prozent an die CPI. Die in Frankfurt gelistete Firma hält damit bereits rund 48,18 Prozent an der Immofinanz.

Das Übernahmeangebot läuft noch bis zum 23. Februar. Danach gibt es eine Nachfrist von drei Monaten. An der Wiener Börse notierten Immofinanz-Papiere zuletzt mit 22,98 Euro.